Füchse weiter Spitze – 32:26 Heimsieg gegen Lemgo Lippe

Für die Heimspiele der Füchse scheint sich ein Muster anzudeuten. Einer eher durchwachsenen ersten Hälfte folgt eine Steigerung in der zweiten. Nach den Partien gegen den Bergischen HC und Hannover-Burgdorf brauchte es auch gegen den TBV Lemgo Lippe einer besonderen Anstrengung nach der Pause, bevor der 32:26-Sieg feststand.

Man habe vor den Gästen großen Respekt gehabt, gab Füchse-Coach Jaron Siewert im Anschluss zu, was überraschend klingt, wenn der Tabellenführer auf den Zwölften trifft, sich aber durch den Auswärtssieg der Lemgoer beim THW Kiel erklärt.

Ins 13. Saisonspiel starteten die Füchse entschlossen. Besonders Jakob Holm legte Tempo und Treffsicherheit an den Tag und erzielte die ersten drei Berliner Tore. Zur Sicherheit trug dieser Start jedoch nicht bei. Die Gäste knüpften ihr Abwehrnetz zu-nehmend dichter und die Füchse verfingen sich immer öfter darin. Nach 18 Minuten lagen die Gastgeber zum ersten Mal mit drei Toren im Rückstand, den sie zur Pause auf einen Treffer (12:13) verkürzen konnten.

Mit Beginn der zweiten Hälfte lief der Füchse-Motor dann im hochtourigen Bereich. Die Abwehr mit dem erneut überragenden Dejan Milosavljev (13 Paraden) im Tor stand jetzt stabiler und im Angriff gelangen durchdachtere Spielzüge. „Wir haben es aber verpasst, uns abzusetzen“, bemängelte Siewert das Auftreten seiner Mannschaft in dieser Spielphase. Rückraumspieler Lasse Andersson kann als Beispiel gelten, warum dies nicht gelang. Zwei mit Präzision und Wurfkraft erzielten Treffern ließ der Däne zwei überhastete, unplatzierte Versuche folgen. So konnten die Gäste aus dem Lipperland die Partie offenhalten. Erst als die Füchse das Tempo erhöhten, und zwischen der 43. und 4. Minute einen 5:0-Lauf hinlegten und dadurch auf 23:19 davonzogen, geriet Lemgo entscheidend in Rückstand. „Bei uns machte sich eine gewisse Müdigkeit bemerkbar“, stellte Gäste-Coach Florian Kehrmann fest. Diesen Vorsprung gaben die Berliner nicht mehr aus der Hand. Insgesamt trugen sich 10 (!!) der eingesetzten 11 Spieler in die Torschützenliste ein. Mit dem 32:26 verteidigten die Füchse ihre nach dem achten Spieltag errungene Tabellenführung erneut. Ihr Bundesliga-Programm hat es in den nächsten Wochen in sich. Dem Duell beim Tabellenzweiten Rhein Neckar Löwen am Donnerstag folgt eine weitere Auswärtspartie in Erlangen, bevor am 11. Dezember in der Max-Schmeling-Halle der Hit gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg folgt. Dazu gilt es noch drei Partien in der European League zu bestreiten.

Für die Füchse erfolgreich: Milosavljev 1, Wiede 4, Holm 6, Andersson 5, Lichtlein 3, Lindberg 5/3, Freihöfer 3, Kopljar 1, Marsenic 1, Drux 3

Herbert Schalling

Allen Widerständen zum Trotz

Entgegen schwierigen Vorzeichen gewannen die BR Volleys am Samstagabend den Klassiker bei den SWD powervolleys Düren und bleiben damit in der Volleyball Bundesliga unbesiegt. Mit 3:1 (25:10, 18:25, 25:20, 26:24) setzten sich die Berliner ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard – und damit unter der Leitung von Lucio Oro – im Rheinland durch. Insbesondere dank der starken Leistung des Bounce House MVP Ruben Schott grüßt der Deutsche Meister daher weiter mit der maximalen Punkteausbeute (21) von der Tabellenspitze. Am Donnerstag (24. Nov., um 19.30 Uhr) wartet nun das wichtige Pokal-Heimspiel gegen die SVG Lüneburg.

Ohne Cedric Enard an der Seitenlinie mussten die BR Volleys in der Arena Kreis Düren antreten. Der Headcoach wurde, wie auch Libero Adam Kowalski, kurzfristig positiv auf COVID19 getestet und auf der Auswärtsreise umgehend isoliert. Somit traten alle elf negativ getesteten Berliner dem Corona-Protokoll der VBL folgend in Düren an. Mit Angel Trinidad fehlte ebenso der Kapitän im Kader der Hauptstädter (Mittelhandfraktur) und auch angesichts dieser personellen Rückschläge waren nicht nur die mitgereisten Fans gespannt: Wie würde das BR Volleys Team die erste Saisonniederlage unter der Woche in der Champions League verarbeiten? Diese Frage stand über dem Duell Erster gegen Zweiter vor 2.000 Zuschauern und die Reaktion der Berliner fiel durchaus eindrucksvoll aus. Im ersten Satz legten die Männer in Orange los wie die Feuerwehr. Düren kam nicht in Tritt und nach einer Aufschlagserie von Anton Brehme führte der Spitzenreiter schnell deutlich (9:3). Das eigene Spiel war im Fluss und die nächste lange Serie von Ruben Schott sorgte für ganz klare Verhältnisse (20:8). Zwei Blocks von Johannes Tille und Timothée Carle beschlossen den einseitigen Auftaktsatz, in dem die Powervolleys kaum Zugriff bekamen (25:10).

Düren hoffte mit Burggräf im Zuspiel auf einen Neuanfang im zweiten Satz und den gab es auch. Das Pendel schlug nun in ähnlicher Form in genau die andere Richtung aus. Ernastowicz legte eine starke Serie – inklusive drei Assen – hin und die BR Volleys verloren ihre Stabilität (5:13). Lucio Oro zog den Cody Kessel-Joker und die Hauptstädter konnten sich wieder etwas heranarbeiten (14:18). Zwei direkte Punkte von Burggräf und seine anschließende Jubel-Ehrenrunde sorgten aber für Ernüchterung bei den Berlinern (15:21) und den verdienten Satzausgleich (18:25).

Nach diesen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten wurde Durchgang drei zur Schlüsselphase für den Ausgang des Matches. Jetzt hatte sich das Niveau der Teams angeglichen und Oro schickte mit Carle wieder einen wichtigen Punktesammler zurück auf die Platte (8:7, 16:14). Zwei Breaks per Ass von Schott und Block von Sotola brachten den BR Volleys den Vorteil (19:15). Antti Ronkainen sorgte in bekannter Manier für weiteren Druck im Aufschlag und so war dieser wichtige Satz zugunsten des Tabellenführers entschieden (22:16, 25:20).

Johannes Tille brachte, wann immer möglich, konsequent Brehme ins Spiel und so hatten auch seine weiteren Angreifer mehr Freiraum im Angriff (8:8). Es ging eng zu, obwohl Ronkainen erneut für wichtige Breaks sorgte (14:13). Die Berliner hatten auch Glück bei Schiedsrichterentscheidungen, wehrten einen Satzball ab (23:24) und profitierten dann von Ernastowicz Fehler im Sideout. Den ersten Matchball verwandelte Marek Sotola, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft wurde (26:24). Zum MVP wurde an diesem Abend aber Kapitän Ruben Schott gekürt. Der Nationalspieler führte sein Team durch schwierige Phasen und steuerte insgesamt drei Asse zum hart erarbeiteten Auswärtssieg bei.

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben wirklich klasse begonnen und das trotz der Sorgen im Vorfeld. Ich habe auch nach dem zweiten Satz jederzeit an die Mannschaft geglaubt. Es war ab Satz drei ein typisches Punkt-für-Punkt-Match ohne längere Serien. Am Ende haben wir auf unsere Stärken vertraut und uns durchgesetzt. Hier diese drei Punkte mitzunehmen, war alles andere als einfach und macht uns sehr glücklich.“

Ruben Schott: „Es war heute keine einfache Situation für uns. Wir haben Düren mit dem starken Beginn etwas aus der Fassung gebracht. Dass sie zurückkommen würden, war aber eigentlich klar. Sie haben in Satz zwei dann gut abgewehrt und wir sind im Angriff nicht mehr so durchgekommen. Das war insgesamt eine anstrengende Woche für uns, weil wir durchgängig unterwegs waren. Jetzt sind alle ziemlich platt. Wir freuen uns, mit diesem wichtigen Sieg endlich wieder nach Hause fahren zu dürfen, wo wir am Donnerstag Lüneburg im Pokal schlagen wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Antti Ronkainen, Krauchuk

Topwerte
Sotola 20 Punkte | Carle 14 Punkte | Schott 12 Punkte, 3 Asse | Mote 3 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Florian Zons

Viktoria mit Mühe weiter

Im Achtelfinale des Berliner Landespokals trafen zwei Absteiger aufeinander. Viktoria, abgestiegen aus Liga 3 und Fortuna Biesdorf, nach drei Spielzeiten als Berlin-Ligist, jetzt wieder in der Landesliga unterwegs. Der bisherige Saisonverlauf verlief für beide durchwachsen. Einige Gemeinsamkeiten, doch die Favoritenrolle war klar auszumachen. Zwei Spielklassen liegen dazwischen und während Viktoria unter Profibedingungen arbeiten kann, ist bei der Biesdorfer Fortuna alles amateurhaft. Trainer Thoralf Dominok ist, wie seine Spieler, für eine Aufwandsentschädigung tätig.

Um so bemerkenswerter, dass es nach der regulären Spielzeit 0 : 0 stand. Viktoria war bei gefühlt 90% Ballbesitz, leistete sich dabei viel Leerlauf. Fortuna stemmte sich mit zwei Viererketten dagegen und hoffte auf den Glückstreffer. Insgesamt fünf Torchancen wurden bis zum ersten Schlusspfiff erzielt.

Die Nachspielzeit hatte es in sich. In der 93. Minute brachte Fatih Baca mit einer Kopfballbogenlampe den Regionalligisten in Führung und es sprach fast alles für einen Sieg des Favoriten. Ein katastrophaler Abwehrfehler führte zum 1 : 1. Anthony Worm war der Torschütze in der 101. Minute. Es wurde langsam dunkel und der Naturrasenplatz Am Grabensprung in Biesdorf verfügt über kein Flutlicht. Es wurde bereits spekuliert, ob das drohende Strafstoßschießen auf den Kunstrasenplatz ausgetragen werden muss, dort sind Flutlichter montiert, um bei Dunkelheit trainieren zu können. Erstaunlicherweise ließ der Landesligist konditionell nicht nach, blieb im Angriff zu harmlos, während Viktorias Abschlussschwäche eine Entscheidung verzögerte.

Der Schlussakkord in diesem Spiel sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Rene Knopf übersah wohl ein Foulspiel von Viktoria Stürmer Phil Harres an Lucas Lindemann, der verletzt im eigenen Strafraum liegen blieb. Beide hatten sich im Verlaufe des Spiels einige direkte Duelle geliefert. Der Ball wurde nicht ritterlich ins Aus gespielt, sondern ins Tor, Schütze war der eingewechselte Samir Werbelow. Der amtierende Pokalsieger kam mit einem blauen Auge davon, eine Blamage wurde verhindert.

Hans-Peter Becker

Nachtrag zum Spiel

Der Verein Fortuna Biesdorf hat Videobilder von der Pokalpartie auf seiner HP veröffentlicht. Die in dem im Spielbericht angesprochene Szene ist zu total aufgenommen worden, um eine eindeutige Bewertung vornehmen zu können. War es an ein Foul, war es ein Schupser oder ist der Fortuna-Spieler Lindemann gar über die eigenen Beine gestolpert? Der Schiedsrichter-Assistent hatte, wie der Schiedsrichter, kein regelwidriges Verhalten erkannt, beide verständigten sich über die Szene. Lindemann blieb verletzt im Strafraum liegen und hob so, da das Spiel nicht unterbrochen wurde, mögliche Abseitsstellungen auf. Der Siegtreffer fiel, als der Spieler noch verletzt im Strafraum lag. Erst danach konnte der Verletzte behandelt werden. Es wurde ein Krankenwagen gerufen, die Verletzung stellte als ein Bruch des Schlüsselbeins heraus. Wir wünschen Lucas Lindemann gute Besserung.

Erneute Niederlage gegen Iserlohn

Am 21. Spieltag der DEL empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters zum zweiten Mal in dieser Saison. An das erste Zusammentreffen hatten die Eisbären keine guten Erinnerungen. Es war eine empfindliche 1:6 Niederlage. So war die Frage nach einer Revanche nicht unberechtigt. Nach einer passablen Anfangsphase mit einem Pfostentreffer folgte in der 6. Minute die kalte Dusche. Ex-Eisbär Kristopher Foucault erzielte mit einem platzierten Schuss den ersten Treffer im Spiel. Die Vorarbeit lieferte ein anderer Ex-Eisbär, Sven Ziegler. Das Pech blieb den Eisbären bis zur ersten Drittelpause treu. Ein Tor wurde nach Videobeweis nicht gegeben, der Schiedsrichter hatte kurz zuvor gepfiffen, dann scheiterte Leo Pföderl nach einem Alleingang an Hannibal Weitzmann und ein Powerplay blieb folgenlos. Besser machten es die Roosters und trafen durch Ryan O’Connor. Leider sah Eisbären Goalie Tobias Ancicka dabei unglücklich aus.

Das 2. Drittel verlief für die Eisbären nach dem Motto: Erst kein Glück und dann auch noch Pech. In der 26. Minute traf ein Schuss den Helm von Ancicka, den Abpraller verwertete Iserlohns Torjäger Kaspars Daugavins zur 3:0 Führung. Die Eisbären konnten noch innerhalb derselben Spielminute antworten. Im Gewühl vor dem Iserlohner Tor war es Frank Hördler, der den Puck ins Tor stocherte. Die Eisbären blieben bemüht, ein weiterer Treffer gelang nicht. Weitzmann zeigte Glanzparaden und den Eisbären blieb nur die Hoffnung auf den Schlussabschnitt.

Die Eisbären versuchten, das Tempo hochzuhalten und den Rückstand zu verkürzen. In der 46. Minute gelang Julian Melchiori der Anschlußtreffer zum 2:3. Die Hoffnungen auf etwas Zählbares zerstörten die Gäste in der 55. Minute. Ihr erstes Powerplay war erfolgreich, Casey Bailey schoss den Puck zum 4:2 für Iserlohn in die Maschen. Erfolgreich war für die Eisbären in der Schlussphase nur Yannick Veilleux, der sich einen Faustkampf mit Hubert Labrie lieferte und nach Punkten gewann. Mehr war nicht zu holen, für die Roosters hatte sich der Ausflug in die Hauptstadt erneut gelohnt. Die 10.138 Zuschauer am Freitagabend verließen bedrückt die Arena, lediglich eine kleine Kolonie von Fans der Sauerländer hatte Grund zu feiern.

Hans-Peter Becker

Füchse gewinnen gegen Hannover-Burgdorf

Mit Einsatz und Kampfgeist zum 32:30 Sieg

Welche Auswirkung hat die erste Punktspiel-Niederlage beim Tabellen-Schlusslicht Minden? Wie reagiert die Mannschaft auf den peinlichen Auftritt? Diese Fragen standen bei den Verantwortlichen der Füchse vor dem Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf im Mittelpunkt, räumte Sportdirektor Stefan Kretzschmar danach freimütig ein.

In den ersten Minuten der Partie vermittelten die Füchse auch den Eindruck, den „schwarzen Sonntag“ so schnell als möglich vergessen machen zu wollen. Es war jedoch ein trügerischer Schein. Der Elan erwies sich als Übermotivation. Besonders deutlich bei Jakob Holm, der zwar die beiden ersten Tore für die Gastgeber erzielte, sich jedoch noch häufiger in der kompakten Abwehr der „Recken“ aus Hannover verfing. Seine Nebenleute agierten genauso so fahrig, wie Trainer Jaron Siewert später bemängelte. Aus einer Führung wurde so schnell ein Rückstand, der Mitte der ersten Hälfte zeitweise auf drei Tore anwuchs. Einziger Fuchs mit Normalform: Keeper Dejan Milosavljew. Sechs Würfe und zwei Siebenmeter parierte der Serbe und bewies, dass sein schwacher Auftritt in Minden ein einmaliger Ausrutscher war.

Die von Ex-Bundestrainer Christian Prokop exzellent eingestellten und vom ehemaligen Füchse-Spieler und jetzigen Sportdirektor Sven-Sören Christophersen vor der Saison klug verstärkten Gäste verpassten in dieser Wackelphase der Berliner ihren Vorsprung auszubauen.

Mit den eingewechselten Max Darj (Kreis) und Kapitän Paul Drux (Rückraum links) bekam das Füchse-Spiel neuen Schwung und Struktur. Durch ihre Tore und weitere Treffer der Außen von Hans Lindberg und Tim Freihöfer drehten die Gastgeber das Ergebnis noch vor der Pause auf 16:14.

Ein guter Start nach der Pause und der Ausbau der Führung auf vier Treffer verlieh dem Spiel der Füchse keine Sicherheit. Die Zahl der Fehler im Vorwärtsgang blieb (zu) hoch, über den Kreis erzielten die Gastgeber kaum Torgefahr und die Würfe aus der zweiten Reihe (Andersson) verfehlten oft ihr Ziel.

Einzig der Einsatz und der Kampfgeist stimmten, was gegen einen starken Gegner wie die Niedersachsen zwar nicht wenig ist, aber allein nicht ausreichen dürfte, um den Spitzenplatz in der HBL zu verteidigen. Auch mit einem vier Tore-Vorsprung (30:26/55.) konnten sich die Gastgeber noch nicht sicher fühlen. Mit einer offensiven 3-2-1-Deckung forderte Gäste-Coach Prokop die Füchse nochmal heraus. Die ließen sich jedoch nicht beeindrucken und gewannen am Ende mit 32:30.

Mit dem Spiel in Hamburg am Sonntag wartet die nächste Herausforderung. Schließlich warf der HSV zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen 40 Tore. Den nächsten Heimauftritt haben die Füchse am 20. November gegen den TBV Lemgo-Lippe.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 5, Darj 2, Holm 6, Andersson 1, Lindberg 9/5, Freihöfer 4, Marsenic 2, Drux 3

Herbert Schalling

Heimsieg gegen Bremerhaven

Am 19. Spieltag der aktuellen Saison trafen die Eisbären erstmals auf die Pinguins Bremerhaven. Der dritten von oben reiste zum dritten von unten in der Tabelle, Bremerhaven spielt bisher eine starke Saison, während die Eisbären in Not sind. Die Rolle des Favoriten gebührte den Gästen von der Nordsee.

Es hätte ein schöner Abend werden können. Faktisch mit dem ersten Angriff im Spiel gingen die Eisbären in Führung. Nur 23 Sekunden waren gezählt, da überwand Matt White seinen ehemaligen Kollegen Maximilian Franzreb. Noch in der ersten Spielminute schlugen die Pinguine zurück. Das Tor zum Ausgleich erzielte Alexander Friesen. In der 11. Minute gingen die Eisbären erneut in Führung, eine gelungene Kombination der vierten Spielreihe vollendete Manuel Wiederer.

Die Führung hielt bis zur Minute 30, Ross Mauermann glich erneut für die Gäste aus. Die Eisbären waren bemüht, machten sich durch unnötige Puckverluste das Leben schwer. Wenn es nicht läuft, kommt Pech dazu. Ein Kacktor für die Gäste. Markus Vikingstad provozierte einen Querschläger und der landete irgendwie im Tor. Schlussendlich war es der Schläger von Eisbären Goalie Tobias Ancicka, der den Puck ins Tor lenkte.

Das Schlussdrittel brachte die Erlösung für die Eisbären. Zwei Powerplay-Tore durch White und Yannick Veilleux drehten das Spiel erneut. Im Anschluss lieferten sich Christian Weise und Eisbär Giovanni Fiore einen Faustkampf. Endlich wieder ein Sieg, vor allem das Schlussdrittel dürfte ganz nach dem Geschmack der 11.454 Zuschauer gewesen sein. Es hätte nicht nur, es wurde ein schöner Abend. Für Bremerhaven, mit ihrem Trainer Uwe Popiesch war, wie er selbst anmerkte, trotz einer guten Leistung in Berlin nichts zu holen. Die Eisbären spielen vor der Deutschland-Cup Pause auswärts in Straubing.

Hans-Peter Becker

Füchse Berlin: Arbeitssieg gegen Bergischen HC – 29:27

Große Nüsse knacken sich oft leichter als kleine. Während eine Walnuss durchaus mit einem kräftigen Faustschlag zu öffnen ist, kann das bei einer Haselnuss schon schwieriger sein.

Diese Erfahrung machten im übertragenen Sinn auch die Füchse auf dem Handball-Parkett. Während sie vor drei Wochen die „große Nuss“ THW Kiel deutlich mit 34:26 bezwangen, hatten sie mit der „Haselnuss“ Bergischer HC beim 29:27-Sieg mehr Schwierigkeiten.

Die Auftaktminuten vor 7695 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle im Spiel des Spitzenreiters gegen den Tabellen-15. ließen auf den erwarteten Spielverlauf hoffen. Die Berliner gingen schnell mit 4:2 in Führung, hatten ihr Pulver jedoch schnell verworfen. Schon nach elf Minuten – bei einem 4:6-Rückstand – nahm Füchse-Coach Jaron Siewert die erste Auszeit. Der Auftritt der Gastgeber ließ jedoch auch danach wenig Struktur erkennen. Im Angriff wurden reihenweise Chancen vergeben. Die Zu-spiele an den Kreis – fehlerhaft, die Würfe aus der zweiten Reihe – zu unplatziert, die Lücken in der Abwehr – unübersehbar. Die Defizite allein mit dem Fehlen von Matthias Gidsel und Fabian Wiede zu erklären, wäre zu einfach. Unterm Strich konnten sich die Füchse beim erneut überragenden Dejan Milosavljev im Tor (12 Paraden) bedanken, dass sie mit einem 14:14 in die Halbzeit-Pause gehen konnten und nicht mit einem Rückstand.

Nach starkem Beginn mit drei Toren des jetzt treffsicheren Jakob Holm – der Däne war am Ende auch erfolgreichster Werfer – schlich sich der gleiche Trott wieder ins Berliner Spiel ein. Den Füchsen fehlte es insgesamt am Tempo, um die stark auf-spielenden Gäste aus Wuppertal in Bedrängnis bringen zu können. So blieb es in der zweiten Hälfte eine ausgeglichene Partie, bei der die Gastgeber zwar meist in Führung lagen, jedoch keinen deutlichen Vorsprung herauswerfen konnten. Am Einsatz und Kampfwillen ließen es die Gastgeber jedoch nicht fehlen. Und so bekamen sie in der Endphase das Geschehen noch in den Griff, wobei sich besonders Nachwuchsmann Nils Lichtlein und Kapitän Paul Drux, der in der Woche erstmalig Vater geworden war, als treffsichere Schützen erwiesen. Mit dem 29:27-Sieg bewahrten die Füchse auch im fünften Spiel ihre weiße Heimweste und verteidigten die Tabellenführung in der Bundesliga.

Die Anforderungen werden in den nächsten Wochen noch zunehmen. Neben den Spielen in der Bundesliga (nächster Heimauftritt am 10. November gegen Hannover-Burgdorf) stehen jetzt auch die Spiele in der European League an.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 1, Holm 6, Andersson 3, Lichtlein 3, Lindberg 3/2, Freihöfer 3, Beneke 3, Marsenic 3, Drux 4

Herbert Schalling

BBSC Berlin mit Auswärtssieg im Schnelldurchlauf

Nach einem unerwartet klaren 3:0 Auswärtssieg beim VC Allbau Essen kehren die Berlinerinnen auf dem 3. Tabellenplatz in die Hauptstadt heim.

Vor dem Auswärtsspiel bei den selbsternannten Pottperlen holte sich Berlins Trainer Jens Tietböhl noch einen grippalen Infekt und musste vor dem heimischen PC bangen, wie sich sein Team gegen die Essener schlägt. Das Bangen dauerte freilich nicht lange – schon im 1. Satz führte der BBSC lange Zeit deutlich. Dann holten die Gastgeberinnen zum Satzende zwar noch einmal auf, doch die Berlinerinnen sicherten sich mit 31:29 die Satzführung. Souverän gestalteten die Köpenickerinnen – angeführt von Kapitänin und heutigem Quasi-Trainer Katharina Kummer – die Sätze 2 und 3. Sie ließen Essen nie richtig ins Spiel kommen, setzten mit konsequentem Aufschlagspiel deren Abwehr gehörig unter Druck und verwandelten ein um das andere Mal die eigenen abwechslungsreichen Angriffe. „Ich muss schon vor den Mädels den Hut ziehen, mit welcher Souveränität sie das Spiel nach Hause gebracht haben. Wir hatten zwar Kontakt über den Messenger eines Telefons auf der Auswechselbank, aber die Mädels haben auch von sich aus ausgesprochen klug gespielt und häufig die richtigen Entscheidungen von Taktik bis zu den Wechseln getroffen.

Es war ein Genuss zu sehen, wie das Team von der Routine der Erfahrenen profitierte.“ zeigte sich Jens Tietböhl begeistert. Immerhin ist Essen wahrlich kein Noname der 2. Bundesliga. Zwar fehlten mit Lena Werzinger (nach Mutterpause) und Sandra Ferger (Meisterschaftsvierte im Beach vor wenigen Wochen) noch zwei Aktivposten der vergangenen Jahre, doch verfügt das Team von Trainer Marcel Werzinger auch ansonsten über gute Durchschlagskraft. Zum MVP des heutigen Nachmittags wurde die Berlinerin Katharina Kummer gewählt. Der BBSC tritt am kommenden Mittwoch, 19. Oktober um 19:00 Uhr im Berliner Sportforum zum nächsten Auswärtsspiel beim VC Olympia an, ehe am kommenden Wochenende der Kampf um die Qualifikation für den DVV Pokal in Oythe im Mittelpunkt steht.

Für den BBSC im Einsatz: Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

BR Volleys mit erfolgreichem Heimauftakt – 3:1 gegen den VfB Friedrichshafen

Meister gegen Pokalsieger. Berlin gegen Friedrichshafen. Der Classico des deutschen Volleyballs. Schon am zweiten Bundesliga-Spieltag kam es zum Duell der Giganten. Beide Teams hatten im Sommer einen personellen Umbruch vollzogen, der sich bei den Berlinern im ersten Satz auch bemerkbar machte. Nach einem 0:3-Start, spielten sich die Volleys nur mühsam in das Match. Technische Fehler bei der Annahme, Missverständnisse beim Zuspiel und leicht verschlagene Bälle ließen die Gastgeber nicht ihren gewohnten Rhythmus finden. Nach wechselnder Führung während des Satzes hatte Friedrichshafen mit 26:24 das bessere Ende für sich.

Konzentrierter traten die Volleys – unterstützt von 5238 Zuschauern – im zweiten Durchgang auf. Jetzt hatten die Aktionen mehr Zuschnitt und vor allem Marek Sotola fand immer wieder Lücken in Friedrichshafens Abwehr und machte so wichtige Punkte. Der 2,08 große tschechische Diagonalspieler, der in der letzten Saison wenig Einsatzzeiten hatte, blüht nach dem Ausscheiden von Benjamin Patch regelrecht auf. Auch Ruben Schott und Zuspieler Angel Trinidad verliehen dem Berliner Spiel nun mehr Präzision. Die Gäste vom Bodensee, vom ehemaligen Berliner Coach Mark Lebedew trainiert, hielt jedoch dagegen. In der entscheidenden Phase des Satzes hatten die Süddeutschen ihre Nerven aber nicht im Griff und vergaben mehrere Satzbälle. Kapitän Trinidad verwandelte dann den dritten Berliner Satzball zum 30:28.

Der Knacks im Spiel der Gäste war danach unübersehbar. Mit 7:2 starteten die Volleys im dritten Satz. Ihre Angriffsaktionen liefen nun besser, die Feldabwehr hatte sich gefunden. Johannes Tille und Rückkehrer Anton Brehme glänzten mit Assen beim Aufschlag. Nach nur 24 Minuten war dieser Satz gewonnen, als Mittelblocker Nehemiah Moté den Ball zum 25:16 über das Netz drosch.

Das Momentum war danach klar auf Berliner Seite. Der anfangs stotternde „Spielmotor“, den Manager Kaweeh Niroomand befürchtet hatte, lief nun rund. Friedrichshafen gab sich im vierten Satz aber keineswegs geschlagen. Allerdings merkte man den Gästen an, dass die neuen Spieler noch nicht zu 100 Prozent integriert sind. Die Berliner scheinen da im Moment einen Schritt voraus zu sein. Mit 25:22 gewannen sie auch den vierten Satz und verließen nach fast zwei Stunden Spielzeit als 3:1-Sieger das Parkett. Auf der Leistung kann Trainer Cedric Enard in den nächsten Wochen aufbauen. Erfolgreichste Spieler waren Marek Sotola (19 Punkte) und Ruben Schott (17).

Das nächste Heimspiel findet am 22. Oktober gegen die Volleys Herrsching statt.

Herbert Schalling

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Angel Trinidad (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 4 Asse | Schott 17 Punkte, 3 Asse | Mote 14 Punkte, 3 Blocks

Pressefoto Credit: Jürgen Engler

Viktoria kassiert Heimniederlage

Am 9. Spieltag der Regionalliga Nordost empfing der Absteiger einen Aufsteiger. Die neu formierte Mannschaft von Viktoria 89 traf im heimischen Jahnsportpark auf den FC Rot-Weiß Erfurt. Der Klassenerhalt ist das gemeinsame Saisonziel. Für einen Aufsteiger, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, kann es um mehr nicht gehen. Die Himmelblauen stehen in dieser Hinsicht sicherlich etwas besser da, versuchen sportlich einen anderen Weg zu gehen und wollen mit einer „Viktoria U 23“ durch Saison kommen. Die Erfurter reisten mit 17 Punkten als Tabellenvierter nach Berlin. Übrigens in mehreren Kleinbussen, ein Mannschaftsbus stand nicht zur Verfügung. Darauf wies Trainer Fabian Gerber in der Pressekonferenz nach dem Spiel hin. Die auch nicht gerade bequeme Rückreise konnten sich die Erfurter durch einen 2 : 1 Auswärtssieg versüßen.

In einem niveauarmen Spiel vor 741 Zuschauern erwischten die Gastgeber den etwas besseren Start, Erfurt fand in den ersten dreißig Spielminuten praktisch nicht statt. Viktoria-Keeper Marcel Köstenbauer machte in der 26. Minute erstmals ernsthafte Bekanntschaft mit dem Spielball. So kam die Führung für die Gäste aus Thüringens Hauptstadt in der 34. Minute doch etwas überraschend. Innenverteidiger Amougou Nkoa hielt bei einem scharf in den Strafraum getretenen Freistoß den Fuß hin und der Ball zappelte im Netz. Das 1 : 0 hielt bis zur Pause und Viktoria hatte Glück, ein weiterer Gegentreffer lag durchaus im Bereich des Möglichen.

Semih Keskin reagierte zur Halbzeitpause auf den Rückstand, Innenverteidiger Nikell Touglo blieb für einen zusätzlichen Stürmer in der Kabine. Gelungene Angriffe und Tormöglichkeiten blieben Mangelware und für Viktoria kam es noch schlimmer. Erfurt erhöhte in der 53. Minute auf 2 : 0, es war ein sehenswerter Angriff, vollendet von Artur Mergel.

Die Himmelblauen bemühten sich, es gelang nicht viel. Es fehlte die Leidenschaft. Dass es trotzdem bis zum Schlusspfiff spannend blieb, lag an der Chancenverwertung der Gäste. Sie versäumten es, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden und gestatteten in der 67. Minute einen Gegentreffer. Gewühl im Strafraum, der Ball flipperte zwischen mehreren Abwehrbeinen und Fatih Baca kann den Ball versenken. Viktoria warf jetzt alles nach vorn, es blieb Stückwerk, verheißungsvolle Strafraumszenen sprangen dabei nicht heraus.

Es blieb bei dem knappen, insgesamt verdienten Sieg für Rot-Weiß Erfurt. Die Truppe von Semih Keskin muss sich gewaltig steigern, sonst gerät der Klassenerhalt in Gefahr. „Wir haben mit viel Ballbesitz angefangen, haben dann jedoch die Konzentration verloren und sehr fahrig gespielt. In dieser Phase fällt dann das 0:1. Wir hatten anschließend Schwierigkeiten, in die Partie hineinzufinden. Das ist uns erst nach dem Anschlusstreffer gelungen. Wenn wir drei Punkte holen möchten, müssen wir über 90 Minuten konsequent Fußball spielen. Wir haben uns das Leben heute mit vielen komplizierten Aktionen leider selbst schwer gemacht. Erfurt war weitaus effizienter, hat sauber verteidigt und hatte viel Tempo in den Umschaltmomenten. Wir müssen unsere Lehren aus dem heutigen Spiel ziehen und werden unsere junge Mannschaft weiter bestmöglich fördern“, resümierte Cheftrainer Semih Keskin nach der Heimniederlage.

In der Tabelle stehen sie nur knapp vor Abstiegszone. Die nächsten Aufgaben lauten Energie Cottbus (auswärts) und Chemie Leipzig daheim.

Hans-Peter Becker

Fußball Regionalliga Nordost

9. Spieltag

15.10.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

Viktoria Berlin -FC Rot-Weiß Erfurt 1:2(0:1)

Aufstellung Viktoria

Köstenbauer – Mladen C. – Baca – Touglo (46. Harres) – Kühn – Inaler (75. Werbelow) – Theisen – Maric (86. Milos C.) – Seiffert – Yilmaz (56. Emghames) – Mattmüller (56. Ogbaidze)

Fotonachweis:© 2022 Hans-Peter Becker