Viktoria kassiert Heimniederlage

Am 9. Spieltag der Regionalliga Nordost empfing der Absteiger einen Aufsteiger. Die neu formierte Mannschaft von Viktoria 89 traf im heimischen Jahnsportpark auf den FC Rot-Weiß Erfurt. Der Klassenerhalt ist das gemeinsame Saisonziel. Für einen Aufsteiger, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, kann es um mehr nicht gehen. Die Himmelblauen stehen in dieser Hinsicht sicherlich etwas besser da, versuchen sportlich einen anderen Weg zu gehen und wollen mit einer „Viktoria U 23“ durch Saison kommen. Die Erfurter reisten mit 17 Punkten als Tabellenvierter nach Berlin. Übrigens in mehreren Kleinbussen, ein Mannschaftsbus stand nicht zur Verfügung. Darauf wies Trainer Fabian Gerber in der Pressekonferenz nach dem Spiel hin. Die auch nicht gerade bequeme Rückreise konnten sich die Erfurter durch einen 2 : 1 Auswärtssieg versüßen.

In einem niveauarmen Spiel vor 741 Zuschauern erwischten die Gastgeber den etwas besseren Start, Erfurt fand in den ersten dreißig Spielminuten praktisch nicht statt. Viktoria-Keeper Marcel Köstenbauer machte in der 26. Minute erstmals ernsthafte Bekanntschaft mit dem Spielball. So kam die Führung für die Gäste aus Thüringens Hauptstadt in der 34. Minute doch etwas überraschend. Innenverteidiger Amougou Nkoa hielt bei einem scharf in den Strafraum getretenen Freistoß den Fuß hin und der Ball zappelte im Netz. Das 1 : 0 hielt bis zur Pause und Viktoria hatte Glück, ein weiterer Gegentreffer lag durchaus im Bereich des Möglichen.

Semih Keskin reagierte zur Halbzeitpause auf den Rückstand, Innenverteidiger Nikell Touglo blieb für einen zusätzlichen Stürmer in der Kabine. Gelungene Angriffe und Tormöglichkeiten blieben Mangelware und für Viktoria kam es noch schlimmer. Erfurt erhöhte in der 53. Minute auf 2 : 0, es war ein sehenswerter Angriff, vollendet von Artur Mergel.

Die Himmelblauen bemühten sich, es gelang nicht viel. Es fehlte die Leidenschaft. Dass es trotzdem bis zum Schlusspfiff spannend blieb, lag an der Chancenverwertung der Gäste. Sie versäumten es, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden und gestatteten in der 67. Minute einen Gegentreffer. Gewühl im Strafraum, der Ball flipperte zwischen mehreren Abwehrbeinen und Fatih Baca kann den Ball versenken. Viktoria warf jetzt alles nach vorn, es blieb Stückwerk, verheißungsvolle Strafraumszenen sprangen dabei nicht heraus.

Es blieb bei dem knappen, insgesamt verdienten Sieg für Rot-Weiß Erfurt. Die Truppe von Semih Keskin muss sich gewaltig steigern, sonst gerät der Klassenerhalt in Gefahr. „Wir haben mit viel Ballbesitz angefangen, haben dann jedoch die Konzentration verloren und sehr fahrig gespielt. In dieser Phase fällt dann das 0:1. Wir hatten anschließend Schwierigkeiten, in die Partie hineinzufinden. Das ist uns erst nach dem Anschlusstreffer gelungen. Wenn wir drei Punkte holen möchten, müssen wir über 90 Minuten konsequent Fußball spielen. Wir haben uns das Leben heute mit vielen komplizierten Aktionen leider selbst schwer gemacht. Erfurt war weitaus effizienter, hat sauber verteidigt und hatte viel Tempo in den Umschaltmomenten. Wir müssen unsere Lehren aus dem heutigen Spiel ziehen und werden unsere junge Mannschaft weiter bestmöglich fördern“, resümierte Cheftrainer Semih Keskin nach der Heimniederlage.

In der Tabelle stehen sie nur knapp vor Abstiegszone. Die nächsten Aufgaben lauten Energie Cottbus (auswärts) und Chemie Leipzig daheim.

Hans-Peter Becker

Fußball Regionalliga Nordost

9. Spieltag

15.10.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

Viktoria Berlin -FC Rot-Weiß Erfurt 1:2(0:1)

Aufstellung Viktoria

Köstenbauer – Mladen C. – Baca – Touglo (46. Harres) – Kühn – Inaler (75. Werbelow) – Theisen – Maric (86. Milos C.) – Seiffert – Yilmaz (56. Emghames) – Mattmüller (56. Ogbaidze)

Fotonachweis:© 2022 Hans-Peter Becker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert