Füchse Berlin: Arbeitssieg gegen Bergischen HC – 29:27

Große Nüsse knacken sich oft leichter als kleine. Während eine Walnuss durchaus mit einem kräftigen Faustschlag zu öffnen ist, kann das bei einer Haselnuss schon schwieriger sein.

Diese Erfahrung machten im übertragenen Sinn auch die Füchse auf dem Handball-Parkett. Während sie vor drei Wochen die „große Nuss“ THW Kiel deutlich mit 34:26 bezwangen, hatten sie mit der „Haselnuss“ Bergischer HC beim 29:27-Sieg mehr Schwierigkeiten.

Die Auftaktminuten vor 7695 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle im Spiel des Spitzenreiters gegen den Tabellen-15. ließen auf den erwarteten Spielverlauf hoffen. Die Berliner gingen schnell mit 4:2 in Führung, hatten ihr Pulver jedoch schnell verworfen. Schon nach elf Minuten – bei einem 4:6-Rückstand – nahm Füchse-Coach Jaron Siewert die erste Auszeit. Der Auftritt der Gastgeber ließ jedoch auch danach wenig Struktur erkennen. Im Angriff wurden reihenweise Chancen vergeben. Die Zu-spiele an den Kreis – fehlerhaft, die Würfe aus der zweiten Reihe – zu unplatziert, die Lücken in der Abwehr – unübersehbar. Die Defizite allein mit dem Fehlen von Matthias Gidsel und Fabian Wiede zu erklären, wäre zu einfach. Unterm Strich konnten sich die Füchse beim erneut überragenden Dejan Milosavljev im Tor (12 Paraden) bedanken, dass sie mit einem 14:14 in die Halbzeit-Pause gehen konnten und nicht mit einem Rückstand.

Nach starkem Beginn mit drei Toren des jetzt treffsicheren Jakob Holm – der Däne war am Ende auch erfolgreichster Werfer – schlich sich der gleiche Trott wieder ins Berliner Spiel ein. Den Füchsen fehlte es insgesamt am Tempo, um die stark auf-spielenden Gäste aus Wuppertal in Bedrängnis bringen zu können. So blieb es in der zweiten Hälfte eine ausgeglichene Partie, bei der die Gastgeber zwar meist in Führung lagen, jedoch keinen deutlichen Vorsprung herauswerfen konnten. Am Einsatz und Kampfwillen ließen es die Gastgeber jedoch nicht fehlen. Und so bekamen sie in der Endphase das Geschehen noch in den Griff, wobei sich besonders Nachwuchsmann Nils Lichtlein und Kapitän Paul Drux, der in der Woche erstmalig Vater geworden war, als treffsichere Schützen erwiesen. Mit dem 29:27-Sieg bewahrten die Füchse auch im fünften Spiel ihre weiße Heimweste und verteidigten die Tabellenführung in der Bundesliga.

Die Anforderungen werden in den nächsten Wochen noch zunehmen. Neben den Spielen in der Bundesliga (nächster Heimauftritt am 10. November gegen Hannover-Burgdorf) stehen jetzt auch die Spiele in der European League an.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 1, Holm 6, Andersson 3, Lichtlein 3, Lindberg 3/2, Freihöfer 3, Beneke 3, Marsenic 3, Drux 4

Herbert Schalling

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