Klare Niederlage am Bodensee

Dieses Premierenspiel in der neuen Friedrichshafener Messehalle hatten sich die BR Volleys ganz anders erhofft. Am Samstag mussten sich die Berliner dem VfB deutlich mit 0:3 (24:26, 20:25, 22:25) geschlagen geben und rutschten in der Bundesliga-Tabelle damit auf Rang drei ab. Ohne die verletzungsbedingt ausgefallenen Kräfte Sergey Grankin und Timothèe Carle waren die Häfler nach starkem Endspurt im ersten Satz über das gesamte Spiel gesehen tonangebend.

Coach Cedric Enard durfte sich zum Duell der ewigen Rivalen zwar über die Rückkehr von Außenangreifer Robin Baghdady freuen, musste aber neben Sergey Grankin auch den Ausfall von Leistungsträger Timothèe Carle verkraften. Der Franzose zog sich im Training einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zu. Trotz des Fehlens dieser zwei wichtigen Personalien starteten die BR Volleys sehr ordentlich in die Partie und konnten sich im Laufe des Auftaktsatzes eine Vier-Punkte-Führung erarbeiten (8:6, 13:11, 21:17). Dann aber kam der eingewechselte Joe Worsley und brachte die Berliner mit seinen Aufschlägen aus dem Tritt. Das Team von Michael Warm drehte den ersten Satz noch und der Este Martti Juhkami verwandelte den Satzball für den VfB (24:26).

Den BR Volleys, bei denen der reaktivierte Sebastian Kühner im Aufgebot stand, fehlte es an Energie, um diesen Nackenschlag wegzustecken. So gab Friedrichshafen fortan den Ton an (4:9, 13:16, 19:24) und wieder war es dem späteren MVP Juhkami vorbehalten, den nächsten Satz zu beenden (20:25). Im dritten Durchgang reagierte Enard auf die anhaltenden Probleme im Berliner Spiel. Erst kam Davy Moraes für Patch und später auch Anton Brehme für Éder ins Match. Die Gastgeber blieben beim ersten Auftritt in ihrer neuen Spielstätte aber weiter am Drücker (2:6, 5:10). Zuspieler Dejan Vincic setzte seine Nebenmänner fortwährend gekonnt in Szene, auch wenn zwei Asse von Brehme und ein Block von Renan Michelucci noch einmal Hoffnung bei den Hauptstädtern aufkeimen ließen (20:21). Allerdings zeigten sich die Häfler schlichtweg wacher und abgeklärter. So verwandelte der eingewechselte Lukas Maase den zweiten Matchball zum verdienten Heimsieg (22:25).

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Ich möchte eigentlich nicht zu negativ sein, aber es hat heute schlichtweg im Angriff gefehlt. In allen anderen Statistiken waren wir mindestens gleichwertig. Ich hadere mit dem ersten Satz, den wir hätten gewinnen können und der uns Sicherheit gegeben hätte. Bei 23:23 hatten wir auch kein Glück mit der Schiedsrichterentscheidung, als Samu den Ball noch klar vom Boden gekratzt hat. Wir hatten aber auch so genug Möglichkeiten. Nach dem ersten Satz wurde es schwer. Man hat gesehen, dass wir in Drucksituationen noch nicht stark genug sind. Jetzt müssen wir uns schütteln und das Spiel aus den Köpfen bekommen, denn schon am Mittwoch wollen wir im Pokal eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Anton Brehme, Robin Baghdady

Topwerte
Tuia 13 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 9 Punkte | Brehme 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zuspieler-Comeback in neuer Arena

Das „Duell der Giganten“ zwischen dem VfB Friedrichshafen und den Berlin Recycling Volleys schreibt seit Jahren die spannendsten Geschichten im deutschen Volleyball und am Samstag (21. Nov um 14.00 Uhr) kommen definitiv neue hinzu: Nicht nur, dass es im Berliner Aufgebot ein Überraschungscomeback gibt, das Match der beiden Rivalen eröffnet auch die neue Heimspielstätte der Häfler, die Zeppelin CAT Halle A1, und das live im Free-TV auf SPORT1.

Wohl dem, der solche treuen, ehemaligen Spieler hat: Keine sechs Stunden nachdem am Montag bei Sergey Grankin ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde, stand BR Volleys Ex-Kapitän Sebastian Kühner bereits im Horst-Korber-Sportzentrum auf dem Court. Zunächst sollte der 33-Jährige die dezimierte Trainingsgruppe nur als zweiter Zuspieler auffüllen, jetzt reist Kühner sogar als Backup für Pierre Pujol mit an den Bodensee. Also genau dorthin, wo er 2019 mit dem Gewinn seiner sechsten Deutschen Meisterschaft ein gelungenes Karriereende feierte.

An jenem 12. Mai 2019 gewannen Kühner und die Hauptstädter ihren vorerst letzten Titel in der ZF Arena, denn inzwischen ist die geschichtsträchtige Spielstätte des VfB baufällig und geschlossen. Zur Erleichterung der Friedrichshafener und der gesamten deutschen Volleyball-Gemeinde konnte aber zügig eine Alternative gefunden werden. So schließt sich am Samstag ein Kreis, wenn das ewige Duell zwischen Friedrichshafen und Berlin die neue Zeppelin CAT Halle A1, eine aufwändig umgebaute Messehalle, vor leeren Rängen live im Free-TV einweiht.

„Die Friedrichshafener konnten diese Woche zwar in der neuen Arena trainieren, aber ich glaube nicht, dass sie unter den aktuellen Voraussetzungen damit einen richtigen Heimvorteil haben“, sieht BR Volleys Trainer Cedric Enard annähend Chancengleichheit beim Premierenspiel. Viel mehr beschäftigen den Franzosen die rein sportlichen Voraussetzungen: „Der VfB hat definitiv einen wesentlich stärkeren Kader als in der letzten Spielzeit, allein in der Breite mit beispielsweise vier Mittelblockern auf Topniveau. Auch ihr Mix aus Jugend und Erfahrung stimmt. Bei dieser individuellen Qualität wird das eine richtig schwierige Aufgabe.“

Der VfB-Kader wurde im Sommer nämlich gewaltig umgekrempelt. Cheftrainer Michael Warm und der neue Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt konnten gleich mehrere international renommierte Namen an den Bodensee lotsen. Der Slowene Dejan Vinčić ist ein erfahrener Zuspieler erster Güteklasse, Nicolas Maréchal lief schon für zahlreiche europäische Topvereine auf und wurde mit Frankreich im Jahr 2015 Europameister, der Kubaner David Fiel nahm mit Belchatow beispielweise an der FIVB Klub-Weltmeisterschaft teil. Dazu ist die Kombination im Diagonalangriff mit Linus Weber und dem umgeschulten Lukas Maase (zuvor in Düren als Mittelblocker) höchstinteressant. Zuletzt konnten sogar noch unverhoffte Nachverpflichtungen getätigt werden. Nationalspieler Marcus Böhme hielt sich beim VfB zunächst nur fit, jetzt steht er im Aufgebot und erhält regelmäßig seine Einsätze. Mit dem US-Amerikaner Avery Aylsworth ergab sich vor zehn Tagen noch die Vertragsunterzeichnung eines zweiten Liberos. 14 Spieler zählt Warms Team somit und alle sind für den Bundesliga-Klassiker am Wochenende einsatzfähig.

Obwohl beide Mannschaften einen Monat nach Saisonstart gewiss noch nicht zu ihrer Bestform gefunden haben, ist – wie immer bei diesem Match – ein Volleyball-Leckerbissen zu erwarten. Sebastian Kühner, der sich seit seinem Karriereende unter anderem mit Tennis fit hält, hat in dieser Woche eine intakte BR Volleys Mannschaft vorgefunden und sieht die Hauptstädter für den Schlagabtausch gewappnet: „Die Atmosphäre im Team ist gut und das Potenzial ohnehin riesig. Es ist noch immer früh in der Saison und ohne die letzten Automatismen vieles von der Tagesform abhängig.“

Ob Kühner zum Einsatz kommt oder nicht, für Trainer Enard ist das Interimsengagement seines ehemaligen Spielführers vor allem auf emotionaler Ebene wertvoll: „Basti gibt dem Team dank seiner Art direkt positive Energie. Für einen Block oder ein Ass ist er sowieso immer gut. Das hat er nicht verlernt.“ In Abwesenheit von Grankin wird, wie schon beim 3:0-Erfolg gegen Giesen, Pierre Pujol die BR Volleys als Kapitän auf den Court führen und das mit voller Überzeugung: „Ich brenne für diese Matches gegen Friedrichshafen. Jeder weiß um diese besondere Rivalität. Ich brauche zwar keine Extra-Motivation, aber klar würde ich gern auch gegen meinen guten Freund Nicolas Marechal gewinnen.“

Eine positive Neuigkeit gab es vor der Abreise noch aus dem BR Volleys Lazarett: Robin Baghdady fährt mit dem BR Volleys Team nach Friedrichshafen und freut sich unweit seiner Heimat, der Deutsch-Schweizer ist auf der anderen Seite des Bodensees in Münsterlingen geboren, nach fünfwöchiger Verletzungspause auf seine Rückkehr.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Bewährungsprobe in der Olympiahalle

Nach zwei souveränen Auftakterfolgen erwartet die BR Volleys am Mittwoch (23. Okt um 19.00 Uhr) das mit Sicherheit schwierigste Spiel dieser noch jungen Bundesligasaison. In der Olympiahalle von Innsbruck treffen die Berliner auf die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching und damit einen ehrgeizigen Kontrahenten, der im dritten Jahr seiner Erstligazugehörigkeit die Kräfteverhältnisse im deutschen Volleyball endgültig verschieben möchte.

Vor zwei Jahren zog die deutsch-österreichische Spielgemeinschaft aus, um die Bundesliga aufzumischen – mit Erfolg! Die Drei-Jahres-Strategie von Manager Hannes Kronthaler sah vor, die AlpenVolleys direkt in die Playoffs und anschließend mindestens bis ins Halbfinale zu führen, um spätestens im dritten Anlauf um den Titel zu spielen. Bisher wurden diese Ziele allesamt erreicht und nun scheinen die Hachinger – mit Blick auf die Kaderzusammenstellung – endgültig zur Attacke auf die Spitze auszuholen.

Das wird auch höchste Zeit, wenn es nach Kronthaler geht. Der bewertete das gemeinsame Projekt mit dem bayerischen Verein zuletzt eher kritisch. „Die Tendenz ist: Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, werde ich mich zurückziehen. Ich sehe das nüchtern: In diesem Jahr gasen wir noch einmal voll an und im April werde ich euch erzählen, wie die Situation ist und was ich tue“, nahm Kronthaler zuletzt gegenüber der Süddeutschen Zeitung kein Blatt vor den Mund. Die Kritik des umtriebigen Managers richtete sich dabei vor allem gegen den deutschen Teil der Spielgemeinschaft: „Wir haben ein klares Ziel hinter dem Projekt gehabt: Belebung des Standorts Unterhaching und ein tolles Wirtschaftskonzept von zwei Volleyball-Regionen, die ihr Budget so steigern, dass sie nachhaltig die Nummer eins in Deutschland werden oder mit Berlin gleichziehen. Aber selbst dafür fehlt uns noch ein bisschen – bei Sponsoreneinnahmen, Zuschauerinteresse, Infrastruktur und so weiter. Und da sehe ich, dass sich zu wenig tut.“

Sportlich jedoch war man mit den BR Volleys im Vorjahr schon nahezu gleichauf. Als Hauptrundenzweiter starteten die „Gipfelstürmer“ von einer Position vor den Berlinern in die Playoffs, wo sich beide Teams im Halbfinale ein hochklassiges und spannendes Duell lieferten, welches die Hauptstädter letztlich mit 3:1 nach Spielen für sich entschieden. Leistungsträger dieser Alpenvolleys-Mannschaft wie Zuspieler Danilo Gelinski, Libero Florian Ringseis sowie die brasilianischen Mittelblocker Douglas Da Silva und Pedro Frances sind dem Team erhalten geblieben, andere Stützen wie Pawel Halaba und Kirill Klets mussten ersetzt werden. Dafür holte man mit dem Franzosen Jerome Clere einen der auffälligsten Außenangreifer der letzten VBL-Saison aus Giesen nach Innsbruck. Der Mittelblock wurde mit dem slowenischen Vize-Europameister Saso Stalekar, der stolze 2,14 Meter misst, verstärkt und für die Diagonalposition konnte man den Brasilianer Paulo Costa zurückgewinnen.

Ihren Saisonstart bestritten die AlpenVolleys noch ohne die beiden australischen Neuzugänge Max Staples und Jordan Richards, welche beim Weltcup in Japan aktiv waren. Trotz der fehlenden Außengreifer feierten die Hachinger zwei Siege (3:1 vs. Rottenburg, 3:2 in Herrsching). „Die AlpenVolleys sind auf jeder einzelnen Position richtig gut und tief besetzt. Damit zählt die Mannschaft definitiv zum Favoritenkreis. Wir haben gut in die Spielzeit gefunden, aber wir wissen, am Mittwoch erwartet uns die bisher größte Herausforderung“, gibt BR Volleys Kapitän Moritz Reichert vor dem Topspiel seine Einschätzung ab.

Nach dem 3:0-Erfolg beim comdirect Supercup gegen Friedrichshafen und zuvor zwei Siegen gegen Giesen und die Netzhoppers sind die Hauptstädter dennoch guter Dinge, auch in der Olympiahalle zu punkten: „Die Stimmung im Team und auf dem Parkett ist sehr gut. Wir wollen nach dem gelungenen Supercup unbedingt nachlegen“, so Reichert. Mit nach Innsbruck wird auch Georg Klein reisen, der sich am Vortag des Supercups im Training leicht am Knie verletzte. Ein MRT-Termin am Montag gab Entwarnung beim Mittelblocker, er ist einsatzbereit für den Schlagabtausch mit den Alpenvolleys.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Alles ist möglich

Das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht seinen Höhepunkt und der steigt am Sonntag, wie schon in den Jahren zuvor, in der Friedrichshafener ZF Arena (12. Mai um 14.30 Uhr live auf www.sport1.de). Nachdem die BR Volleys vor ausverkauftem Haus den erneuten Ausgleich erzwingen konnten, kommt es nun zur „Nervenschlacht“, wie Berlins Spielführer Sebastian Kühner das fünfte und entscheidende Duell der „best of five“-Serie beschreibt – mit jedem denkbaren Ausgang.

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Auch die Entscheidung um die Meisterschaft 2019 fällt in einem finalen Showdown zwischen Berlin und Friedrichshafen. In den vergangenen zwei Jahren gewannen die BR Volleys jeweils das letzte Match am Bodensee, siegten unter Roberto Serniotti 2017 mit 3:1 und Stelian Moculescu 2018 sogar 3:0. Kann Cedric Enard der dritte Berliner Trainer sein, der mit seinen Spielern dieses Kunststück vollbringt? Auch nach vier kampfbetonten Finalspielen zwischen den beiden Dauerkontrahenten ist es noch immer kaum vorstellbar, dass sich Weltmeistertrainer Vital Heynen seine dritte Titel-Chance nehmen lässt. „Natürlich wird Vital nichts unversucht lassen. Aber es geht ja nicht nur um ihn. Es gibt zahlreiche Spieler, für die es der dritte Anlauf mit Friedrichshafen ist“, sagt Sebastian Kühner. Der Kapitän des Hauptstadtclubs weißt genau, was ihn und sein Team jetzt erwartet: „Man kann wirklich sagen, dass es eine Nervenschlacht wird. Wir sind vielleicht mental oben auf. Friedrichshafen hat aber erneut den wichtigen Heimvorteil.“

Den konnten die Häfler in der aktuellen Finalserie ebenso wie in allen anderen Playoff-Spielen bisher immer nutzen, ebenso wie die BR Volleys in ihrem Volleyballtempel. Auch darum haben sich beide Fanlager dieses große Match am Sonntag absolut verdient. Nachdem das „Duell der Giganten“ in den bisherigen vier Partien insgesamt 20.901 Zuschauer begeisterte und zuletzt mit 8.553 Besuchern in der Max-Schmeling-Halle den größtmöglichen Rahmen bekam, wird garantiert auch das letzte Saisonspiel die Volleyballfans elektrisieren. Die Gastgeber erwarten ebenfalls eine ausverkaufte Arena, in der mehr als einhundert Fans in Orange alles geben wollen.

Wen die Zuschauer in der ZF Arena von Beginn an auflaufen sehen werden, ist eine spannende Frage. Bei den Hauptstädtern hatte Kyle Russell zuletzt mit einer Magenverstimmung zu kämpfen und wurde deshalb durch Benjamin Patch gut vertreten. Aufseiten der Friedrichshafener ersetzte Daniel Malescha im jüngsten Aufeinandertreffen frühzeitig Bartlomiej Boladz. Zudem musste Philipp Collin in Berlin verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Beim Zuspiel müssen sich die BR Volleys wohl weiterhin auf eine Rotation zwischen Jakub Janouch und Rafael Redwitz einstellen. Die sprichwörtlichen Karten werden also noch ein letztes Mal bunt und neu gemischt.

Um am Bodensee erstmals in der Finalserie erfolgreich zu sein, müssen die BR Volleys allerdings gegenüber ihren zwei bisherigen Auswärtsauftritten eine Leistungssteigerung zeigen. „Der Beginn wird wieder wichtig. Gelingt uns ein guter Start, muss Friedrichshafen mit dem Druck umgehen. Wenn wir es tatsächlich schaffen vorn zu sein, müssen wir es allerdings auch durchziehen“, sagt Kühner, der mit seinem Heimatverein nach bereits fünf Titelgewinnen nur zu gern noch einen sechsten holen würde. Ob Berlins Volleyballteam Nr. 1 dies gelingt, ist im Livestream auf www.sport1.de und beim Public Viewing im in der Knesebeckstraße 38 zu sehen. Mit der Gewissheit, dass nicht gewiss ist: Denn jetzt ist alles möglich!

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Mit Tiebreaksieg zurückgemeldet

Die Kulisse sollte das BR Volleys Team zum Ausgleich tragen und sie hat es getan! Vor 7.309 Zuschauern gelang den BR Volleys gegen den VfB Friedrichshafen ein knapper 3:2-Tiebreakerfolg (17:25, 25:22, 28:26, 21:25; 15:13) und somit der Ausgleich in der Finalserie. Damit haben die Berliner definitiv ein weiteres letztes Heimspiel der Saison am 08. Mai.

Während auf der Gegentribüne 3.000 Fans mit einer Zuschauer-Choreografie für Gänsehaut-Atmosphäre sorgten, schickte Cheftrainer Enard Sergey Grankin, Benjamin Patch, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Samuel Tuia, Moritz Reichert und Nicolas Rossard auf den Court.

Die Zuschauer waren aufgerufen nach dem ersten Berliner Punkt die über 7.000 Luftballons auf den Plätzen platzen zu lassen, doch ehe das geschah, hatte Protopsaltis den Gästen bereits einen guten Start beschert (0:3). Und auch als der Grieche das zweite Mal zum Aufschlag geschickt wurde, setzte er den zunächst unsicheren Gastgebern schwer zu (6:14). Inzwischen war Kyle Russell für den nahezu wirkungslosen Patch im Spiel und die BR Volleys arbeiteten sich allmählich in die Partie (10:16). Friedrichshafen schnappte sich dennoch überlegen Satz eins und spätestens jetzt war eine Reaktion der BR Volleys in dieser Finalserie gefordert (17:25).

Sie folgte. Für die schon im ersten Durchgang sehr gute Annahme belohnte man sich nun regelmäßig mit Punkten aus dem Sideout (7:3). Auch das Blockspiel wurde deutlich verbessert, Jendryk war gemeinsam mit Grankin zur Stelle (10:6). Angetrieben vom Publikum reduzierte der Titelverteidiger die Fehlerquote und verteidigte seine Führung (17:13, 20:16). Enard schickte, als es spannend wurde, auch Egor Bogachev zum Service. Der Jungnationalspieler zwang die Häfler zu einer spektakulären Abwehr, bei der Auswechselspieler Redwitz für Sossenheimer sogar die Bande abräumte. Den Punkt- und Satzgewinn verbuchten aber die Hausherren für sich (23:19, 25:22).

Im dritten Satz hielten die Hauptstädter ihren Spielfluss und legten wiederum vor (6:3, 9:6). Friedrichshafen zeigte sich aber unbeeindruckt und fand mit ihrem Aufschlag-Ass Boladz den Weg zurück in das Match (10:10). Es kam Hektik in den Coachingzonen beider Teams auf und Schiedsrichter Robert Ließ hatte alle Hände voll zu tun (16:15). Russell patzte zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt (20:22), konnte dann aber selbst beide VfB-Satzbälle abwehren (24:24). Und so verschaffte Kapitän Sebastian Kühner mit seinem gefürchteten linken Hammer den Vorteil und Russell stellte auf 2:1 (28:26).

Friedrichshafen antwortete mit einer frühen und deutlichen Führung in Durchgang vier (1:5), an der die BR Volleys lange zu knabbern hatten (10:14). Erst mit dem Doppelwechsel (Kühner und Weber kamen ins Spiel) pirschte man sich heran (16:18). Reichert blockte zum Anschluss und Tuia erzielte aus dem Hinterfeld den Ausgleich (19:19). Die Häfler agierten aber unbeeindruckt, glänzten wieder in der Block-Abwehr und nach Tuias Schlag an die Antenne ging es in den Tiebreak (2:2).

Weiter ohne einen einzigen Annahmefehler und mit nun wieder sehr druckvollem Service legte der Deutsche Meister gegen den Pokalsieger vor (5:3). Der Entscheidungssatz schaukelte sich hoch und auf den erneuten Ausgleich des VfB (7:7) antwortete Reichert mit einem Ass (10:8). MVP Tuia hielt sein Team auf Kurs und die BR Volleys ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen (14:12). Kyle Russell belohnte sich, sein Team und den Volleyballtempel für eine berauschende Performance (15:13).

Nach 139 intensiven Spielminuten waren die Berliner also die umjubelten Sieger. Kaweh Niroomand war entsprechend glücklich: „So ist der Playoff-Rhythmus. Wer bekommt das Momentum auf seine Seite? Heute waren es wir. Phasenweise hat die Cleverness gefehlt, aber am Ende des zweiten Satzes haben wir sie wiedergefunden.“ Kyle Russell, mit 26 Punkten Topscorer des Spiels, sagte: „Friedrichshafen hat sehr konstant gespielt, deshalb war es ein großer Kampf. Die Kulisse hat uns unheimlich geholfen. 7.000 Menschen können auch nur helfen.“

Damit steht es nun 1:1 nach Siegen und man reist am Sonntag (05. Mai um 14.30 Uhr live im SWR Stream) wieder an den Bodensee zur dritten Begegnung. Am nächsten Mittwoch (08. Mai um 18.30 Uhr live auf SPORT1) haben die BR Volleys ein letztes Mal Heimrecht und hoffen auf einen nicht minder spektakulären Volleyball-Abend.

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Gemeinsam zum Ausgleich

Es ist ein Match von besonderer Bedeutung! Wenn am 02. Mai um 18.30 Uhr im Volleyballtempel im zweiten Playoff-Finale 2019 die BR Volleys und der VfB Friedrichshafen aufeinandertreffen, steht für die Gastgeber viel auf dem Spiel. Das Auftreten von Berlins Volleyballteam Nr. 1 muss sich gegenüber dem Auftaktmatch und der 0:3-Niederlage am Bodensee stark verändern, will man gemeinsam mit den eigenen Fans die Finalserie in der heimischen Max-Schmeling-Halle ausgleichen.

„Der Zuschauerzuspruch ist riesig und natürlich haben wir für unser Publikum mal wieder etwas Besonderes vorbereitet, um die Atmosphäre schon beim Anpfiff richtig zum Knistern zu bringen. Dies und der Anspruch, sich für den enttäuschenden Auftritt am Samstag in der ZF Arena zu rehabilitieren, sollte unsere Mannschaft bis in die Haar- und Fingerspitzen motivieren“, kündigt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand vor dem zweiten Finale ein weiteres großes Heimspielerlebnis an. Deutlich mehr Leidenschaft, also genau das, womit die BR Volleys in den Playoffs bisher überzeugen und begeistern konnten, müssen Sebastian Kühner und seine Mitspieler an den Tag legen, wenn man mit dem Kontrahenten auch sportlich mithalten will.

Optimistisch stimmt zum einen, dass die BR Volleys auch im Playoff-Halbfinale nach einer Auftaktniederlage gegen einen starken Gegner vor ihrem Publikum in die Spur gefunden haben, und zum anderen die jüngste Serie an Heimsiegen. Zuletzt war der Volleyballtempel wieder eine echte Festung. Sieben Matches in Folge gewannen die Berliner vor ihren Fans – darunter ein entscheidendes Duell drei gegen Düren und eben auch das besagte Halbfinale Nummer zwei gegen Unterhaching. Mit der stimmungsvollen Kulisse und dem Druck hat das Heimteam im Verlaufe der Saison umzugehen gelernt.

Der VfB Friedrichshafen um Trainer Vital Heynen kennt sich aber ebenfalls mit beidem aus. Die im Vergleich zum Vorjahr kaum veränderte Mannschaft zeigt sich gefestigter denn je. Insbesondere am Aufschlag haben die Häfler in nahezu identischer Besetzung gegenüber der letztjährigen Finalserie einen gewaltigen Sprung gemacht. Beim ebenso deutlichen wie verdienten 3:0-Heimerfolg setzte man die BR Volleys damit gehörig unter Druck. Ob gegen Boladz, Sossenheimer oder Takvam, die Annahme der Hauptstädter hatte während der gesamten 85 Spielminuten hinweg große Probleme. Auch wenn die Berliner in der Statistik letztlich ein Ass mehr verbuchten, so machte es der VfB dem Gegner deutlich schwerer, aus dem Sideout zu punkten.

„Wir benötigen dringend mehr Stabilität und Kontrolle in unserem Spiel. Das fängt in der Annahme an, zieht sich aber durch alle Elemente, die in Friedrichshafen leider zu fehlerhaft waren“, wünscht sich Niroomand. Wie dies dem Titelverteidiger gelingt, wird am SPORT1 Experten-Mikro auch Robert Kromm gemeinsam mit Hans-Joachim Wolff beurteilen. Für Niroomand ist aber noch eine andere Stellschraube existenziell: „Fans und Team müssen – wie bisher immer in den Playoffs – vom ersten Ballwechsel an eine starke Gemeinschaft bilden.“ Denn nur zusammen kann man den Ausgleich schaffen und sich ein weiteres Heimspiel sichern.

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Dämpfer zum Auftakt

Mit einer 0:3-Niederlage (22:25, 23:25, 17:25) sind die BR Volleys in der ZF Arena denkbar schlecht ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gestartet. Viel zu selten konnten die Berliner ihre Annahme stabil zusammenhalten und waren so zum Auftakt der Endspiele dem VfB Friedrichshafen klar unterlegen. Am Donnerstag (02. Mai um 18.30 Uhr) müssen die Hauptstädter ihrem Publikum in der Max-Schmeling-Halle definitiv ein ganz anderes Gesicht zeigen, um in dieser Finalserie wieder für Spannung zu sorgen.

Samuel Tuia, Moritz Reichert, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Benjamin Patch, Sergey Grankin und Libero Nicolas Rossard bekamen von Cheftrainer Cedric Enard zunächst das Vertrauen beim Auftakt der Finals 2019.

In dieser Besetzung hatte man sich viel vorgenommen, doch konnte man davon wenig in die Tat umsetzen. Friedrichshafen war in heimischer Arena sofort dominant und schlug vor allem in Person von Boladz brillant auf. Grankin musste lange Wege gehen und im Angriff gab es so kein Durchkommen (2:6, 4:11).  Mit sich stabilisierender Annahme kamen die BR Volleys endlich ins Spiel und sammelten regelmäßig Breakpunkte. Kyle Russell ersetzte dauerhaft Patch und fand nun einige Lücken in der Block-Abwehr des starken VfB (15:19). Aber der Rückstand war nicht mehr aufzuholen und Heimtrainer Vital Heynen hatte nach einer halben Stunde Grund zur Freude (22:25).

In Satz zwei begegnete man sich von Anfang an auf Augenhöhe. Bis zum 10:10 sah der mitgereiste Fanclub „7. Mann“ ein Ass von Russell und eines von Tuia. Das Spiel wog jetzt hin und her und es entwickelten sich lange Ballwechsel mit dem meist besseren Ende für die Berliner (13:10, 17:15). Doch die Häfler wendeten das Blatt, weil sich beim Titelverteidiger erneut Unsicherheiten einschlichen (18:20). Adam White ersetzte Reichert. Collin blockte entscheidend (23:21) und dann kam einmal mehr in den Playoffs Kapitän Sebastian Kühner und servierte aus der Kalten heraus das Ass (23:23). Boladz gab mit breiter Brust die Antwort und entschied auch Durchgang zwei mit einem Aufschlag perfekt ins Eck (23:25).

Nun war der VfB komplett oben auf. Beim Stand von 1:5 mussten die BR Volleys bereits drei direkte Blockpunkte gegen sich hinnehmen. Enard versuchte alles, nahm die frühe Auszeit und wechselte Nicolas Le Goff ein. Ob Tuia in der Annahme oder Russell im Angriff, das Berliner Spiel war nun viel zu fehlerhaft (3:10). Linus Weber durfte daher für Russell weitermachen und Kühner durfte zuspielen. Friedrichshafen ließ die Hauptstädter aber nicht mehr zurückkommen (7:14, 11:20). Bezeichnenderweise kamen die Männer in Orange selbst ohne Block nicht durch und Sossenheimer beendete das Spiel mit einem erstklassigen Winkelschlag (25:17).

Topscorer und MVP Boladz (18 Punkte) bekam man letztlich zu keinem Zeitpunkt in den Griff. Bester Berliner Punktesammler war Samuel Tuia (11). „Wir waren in keinem Element annährend am Optimum. Die Annahme war sicher ein Punkt, aber wir haben auch unsere Eigenfehler nicht in den Griff bekommen“, legte Spielführer Sebastian Kühner den Finger in die Wunde. „Zwei Sätze haben wir nicht gut gespielt und es im dritten Satz komplett aus der Hand gegeben. Aber: Niederlagen gehören dazu und wir müssen diese jetzt aufarbeiten.“ Der 32-Jährige weiß, was bis zu Spiel zwei am Donnerstag zu tun ist: „Wir schlafen eine Nacht über das Spiel, gehen in die Analyse und zeigen dann ein anderes Gesicht. Zuletzt waren wir sehr heimstark. Mit unseren Fans können wir den Rhythmus wiederfinden!“ Dazu benötigen die BR Volleys jede Unterstützung.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

Die BR Volleys im Volleyballtempel – spürst Du das Beben?!

Foto: Eckhard Herfet

Ein Bundesliga-Klassiker, eine offene Rechnung und eine Live-Übertragung im Free-TV: Der Heimauftakt der BR Volleys am 18. Okt um 19.00 Uhr in der Max-Schmeling-Hale könnte kaum mehr bieten! Mit den SWD powervolleys Düren empfangen die Hauptstädter gleich ein Topteam der Volleyball Bundesliga, das abermals zu den Jägern des Titelverteidigers zählen wird. Einzeltickets für den Heimauftakt des Meisters in der Spielzeit 18/19 sind ab sofort erhältlich. Ebenso deutlich wie verdient verloren die BR Volleys im vergangenen Jahr mit 0:3 zum Saisonstart in Düren. Die Berliner benötigten damals einige Zeit, um diesen herben Dämpfer aus Kopf und Knochen zu schütteln und wollen am 18. Okt keinesfalls ein Déjà-vu erleben! Große Hoffnung setzt man dabei auf das wechselnde Heimrecht, denn in ihrer jüngsten Meistersaison unterlagen die BR Volleys lediglich bei zwei von insgesamt 15 Bundesliga-Partien in der Max-Schmeling-Halle – beide Male gegen den VfB Friedrichshafen.

Für die Männer in Orange gehen in der Saison 2018/2019 weiterhin zwei Akteure ans Netz, die sich mit den Powervolleys bestens auskennen: Sebastian Kühner und Georg Klein. Beide spielten in der Vergangenheit für den Traditionsverein aus dem Rheinland und Letztgenannter verspricht für den 18. Oktober ein großes Match: „Meines Wissens trainiert Düren schon jetzt mit voller Kapelle. Sie werden sicher bestens eingespielt zu uns kommen“, warnt Mittelblocker Klein und fügt an: „Wir werden, angetrieben von unseren Fans, mit großer Emotionalität dagegenhalten müssen.“  Ein brodelnder Volleyballtempel zum Heimspielstart ist also Bedingung, um im Bundesliga-Klassiker – es wird das 66. Duell beider Mannschaften – siegreich zu sein.

Doch nicht nur sportlich wird es zur ungewohnten Anpfiff-Zeit (Donnerstag 19.00 Uhr) reizvoll. Die Fans des Titelverteidigers dürfen sich neben der Präsentation der Meisterschale auf allerhand Neues freuen, wobei sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand für die erste SPORT1 Free-TV-Übertragung einen würdigen Rahmen wünscht: „Wir wollen den Menschen an den Fernsehgeräten gleich zum Start zeigen, was Volleyball in der Max-Schmeling-Halle so einzigartig macht. Auf dem Court wird es gegen diesen Gegner ohnehin spannend, jetzt hoffen wir natürlich auf ganz viele Zuschauer und die richtige Atmosphäre!“

Die Preise der Einzelkarten bleiben in der Saison 18/19 unverändert (Ausnahmen beim Topspielzuschlag). Zusätzlich gibt es zwei neue Kategorien (Premium und PK4/Oberrang), die eine noch gezieltere Auswahl des Sitzplatzes im bevorzugten Preissegment möglich machen.

Während der Kader der BR Volleys mittlerweile komplett ist und der Deutsche Meister mit insgesamt sieben Neuverpflichtungen in die Saison 18/19 startet, vermeldet auch das Sponsoren-Netzwerk einen Zugang. Mit der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Mazars konnte ein weiterer Premiumpartner für die neue Spielzeit gewonnen werden, den das Volleyball-Fieber gepackt hat. „Dass wir immer wieder neue Sponsoren für Volleyball in Berlin begeistern können, bestätigt uns auf dem eingeschlagenen Weg. Mit unserem Angebot aus Spitzensport und Spitzenevent bieten wir Firmen eine hervorragende Werbefläche. Wir sind dankbar, dass dies auch immer wieder von neuen Partnern erkannt wird und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Mazars“, begrüßt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand das neue Netzwerk-Mitglied.

Mazars will durch die Kooperation die eigene Faszination weitertragen: „Wir möchten noch mehr Menschen von der einmaligen Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle überzeugen und für den Volleyball-Sport begeistern“, sagt Marco Ehlert. Mit dieser Leidenschaft innerhalb des Sponsorenpools könnte nun auch bald die magische Marke von 100 BR Volleys Partnern fallen.

 Christof Bernier