Spandau zeigt Potsdam Grenzen auf

Am Ende war es doch ein Schützenfest für Spandau 04, das Playoff-Halbfinale um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft, das diesmal ob der Terminprobleme aufgrund der Corona-Pandemie nur aus Hin- und Rückspiel statt wie gehabt in einer Best of Three-Serie ausgetragen wurde. Im Auswärts-Hinspiel am Freitag im Potsdamer „blu“ fand der Rekordmeister gegen die engagierten und motivierten Gastgeber nur schwer ins Spiel. Nach dem Auftaktviertel stand es 1:1, zur Halbzeit nur 6:3 und zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Abschnitts gerade mal 8:5. Das 11:6 für die Wasserfreunde aus der Hauptstadt durfte man getrost als Erfolg für die unterlegenen und gastgebenden „Orcas“ werten.

Damit war zwar im Grunde schon vor Spiel 2 am Sonntag in Schöneberg entschieden, dass der zu ermittelnde Finalist aus diesem Duell nur Spandau heißen konnte, aber es blieben einige Fragen offen, wie die aktuelle Form des in der Saison national noch ungeschlagenen Titelverteidigers aussieht.

Spandau dominierte nach Lust und Laune, trotz des Fehlens von Kapitän Marko Stamm und Spielmacher Nikola Dedovic. Das spiegelte sich im Endstand von 21:7 (5:1,6:1,4:1,6:4) entsprechenden wieder. Alle 12 eingesetzten „Feldspieler“ beteiligten sich an der Torausbeute, der Topschütze war wie schon am Freitag Dmitrii Kholod (3 und 4 Treffer).

„Das war ein Fingerzeig dafür, dass wir nach und nach immer mehr zu unserer Form finden und besser werden. Gerade rechtzeitig für das Finale“, befand Marko Stamm, der an seinem Geburtstag vom Beckenrand zusehen durfte.

Schon am Mittwoch beginnt das Best of Five-Finale zwischen den nach dem Halbfinale als Nummer 1 firmierenden Wasserfreunden und den Niedersachsen von Waspo 98 Hannover. Waspo hat sich in der Corona-Pause noch einmal personell verstärkt. Die Mannschaft von Trainer Carsten Seehafer wird mit einer veränderten Aufstellung, als wie beim 10:12 am vergangenen Dienstag im „Entscheidungsspiel“ um Platz 1 der Setzliste in Berlin, antreten.

„Das Finale fängt bei Null an, die alten Ergebnisse sind dann Makulatur“, sagt Spandau-Präsident Hagen Stamm, der indes aber sicher ist, dass die Duelle der Serie „jede Menge Brisanz, Spannung, Kampf, Einsatz und Emotionen“ bieten werden. Schon das Auftaktspiel gab es jede Menge Explosivität, laut dem Kapitän des 04-Teams Marko Stamm wird Hannover alles tun, um nicht erneut das Start-Match, wie in der vergangenen abzugeben und angesichts der beiden folgenden Partien in Berlin (5.9. und 6.9.) die Serie im Schnelldurchgang zu verlieren. Auch die Spielstätten der Finalserie spielen eine wichtige Rolle, meint Stamm-Senior. Hannover empfängt die Spandauer im Volksbad Limmer unter freiem Himmel, da am Abend gespielt wird, könnte es ziemlich kühl werden. Die Berliner Begegnungen finden in der Schwimmhalle Schöneberg statt, in der es auf keinen Fall kühl ist.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Sollte nach 3 Spielen noch keine Entscheidung gefallen sein:

Finale 4 Finale 5

Mittwoch, 09. September 2020 Samstag, 12. September 2020

Spielbeginn: 18:00 Uhr Spielbeginn: 16:00 Uhr

Spielort: Volksbad Limmer Spielort: SSH

Rückblende:

Halbfinale 1 – 28.8.2020:

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04 6:11 (1:1,5:2,3:2,2:1)

Tore Spandau: Dimitri Kholod 3, Marko Stamm 2, Lucas Gielen, Mate Cagalj, Dennis Strelezkij, Marin Restovic, Yannek Chiru, Ivan Zovic je 1

Halbfinale 2 – 30.8.2020:

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam 21:7 (5:1,6:1,4:1,6:4)

Tore Spandau: Dimitri Kholod 4, Lucas Gielen 3, Mikail Arslan, Maurice Jüngling, Ivan Zovic, Mate Cagalj je 2, Remi Saudadier, Denis Strelezkij, Aleks Sekulic, Marin Restovic, Stefan Pjesivac, Yannek Chiru je 1

Unentschieden in Amsterdam

Union und Ajax trennen sich mit 2:2

er 1. FC Union Berlin trennt sich im sechsten Testspiel vor der Bundesligasaison 2020/21 mit 2:2-Unentschieden von Ajax Amsterdam. In der Johan Cruijff ArenA bringt Kapitän Carel Eiting die Hausherren in Führung (27.), nur wenige Minuten nach Wiederbeginn erzielt der eingewechselte Marcus Ingvartsen den verdienten Ausgleich (48.). Marius Bülter bringt Union mit einem satten Schuss nach 57. Minuten in Führung, Jurgen Ekkelenkamp besorgt 20 Minuten vor dem Ende das 2:2 (70.).

Unter dem geschlossenen Dach der Amsterdamer Johan Cruijff ArenA entschied sich Union-Trainer Urs Fischer für folgende Aufstellung:

Luthe – Trimmel (66. Ryerson), Friedrich, Knoche, Schlotterbeck (66. Hübner), Gießelmann (66. Lenz) – Gentner (66. Griesbeck), Prömel – Bülter (59. Mees), Endo (41. Ingvartsen) – Andersson (66. Teuchert)

Zu Beginn der Partie starteten beide Teams gut organisiert und neutralisierten sich dadurch in den Anfangsminuten weitestgehend. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Köpenicker besser ins Spiel und erarbeiteten sich ein deutliches Chancenplus. Grischa Prömel scheiterte nach einer Flanke von Kapitän Christopher Trimmel per Kopf am linken Pfosten (14.), Routinier Christian Gentner versuchte sich mit einem Abschluss per Hackentrick, verfehlte das Tor jedoch knapp (21.). Wenige Minuten später zappelte der Ball schließlich im Netz, die Unparteiischen verweigerten dem Kopfballtreffer von Innenverteidiger Marvin Friedrich aufgrund einer Abseitsstellung jedoch die Anerkennung (24.). Freigespielt von Marius Bülter tauchte auch Sebastian Andersson eine Zeigerumdrehung später vor dem Kasten von Maarten Stekelenburg auf, der Abschluss des Schweden rauschte nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei (25.). Auf der anderen Seite zeigten sich die Hausherren konsequent. Nach feiner Passkombination tauchte Kapitän Carel Eiting frei vor Andreas Luthe auf und ließ dem Schlussmann der Eisernen aus knapp fünf Metern keine Chance (27.). Union blieb trotzdem weiter gut im Spiel und zeigte sich immer wieder gefährlich, besonders nach Standardsituationen. Gleich zweimal rettete Stekelenburg mit gutem Reflex gegen Bülter (29.) und Robin Knoche (30.), Nico Schlotterbeck setzte einen Kopfball nach guter Freistoßflanke von Niko Gießelmann zu hoch an (32.). Kurz vor dem Seitenwechsel musste Urs Fischer zum ersten Mal wechseln, Keita Endo konnte nach einem Sprintduell nicht weitermachen. Marcus Ingvartsen ersetzte den Japaner auf der Außenbahn.

Die Köpenicker kamen ohne personelle Veränderungen aus der Kabine, belohnten sich aber direkt nach Wiederbeginn mit dem Ausgleich. Mit hohem Pressing, tief in der Hälfte von Ajax Amsterdam, eroberten die Eisernen den Ball in Person von Marius Bülter, der Gießelmann über links in Szene setzte. Die maßgenaue Flanke des Außenverteidigers verwertete Ingvarsten trocken zum verdienten 1:1 (48.). Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten, Lassina Traoré traf in der 50. Minute jedoch nur den Außenpfosten. Union presste weiter hoch und ging durch Marius Bülter erstmals in Führung (57.). Der Außenstürmer hatte einen Abpraller im Strafraum der Niederländer genutzt und die Kugel humorlos im Kasten der Hausherren untergebracht. In einer munteren Partie boten sich beiden Teams nun gute Möglichkeiten, Trimmel (62.) und Friedrich (64.) retteten zweimal stark gegen heranstürmende Niederländer. Auf der anderen Seite musste Ajax-Keeper Stekelenburg beim Drehschuss von Grischa Prömel sein ganzes Können unter Beweis stellen um das 3:1 für Union zu verhindern (66.). Urs Fischer wechselte nach 66 Minuten weitgehend durch und brachte mit Ryerson, Hübner, Lenz, Griesbeck und Teuchert gleich fünf neue Spieler auf den Rasen. Kurz darauf, gut 20 Minuten vor dem Ende, gelang den Niederländern der Ausgleich (70.). Wie schon beim 1:0 setzte sich die Elf von Trainer Erik ten Haag mit gutem Kombinationsspiel über die Außenbahn durch, diesmal lauerte am Fünfmeterraum Jurgen Ekkelenkamp und drückte die Kugel zum 2:2 über die Linie. Auch in der Schlussphase sorgte Union mit einigen schön herausgespielten Szenen und gut getretenen Standardsituationen für Gefahr vor dem Kasten, weder Ingvarsten (78.), noch Ryerson (86.) wollte jedoch der entscheidende Treffer gelingen, sodass der Unparteiische die Partie nach 92 gespielten Minuten beim Stand von 2:2-Unentschieden beendete.

„Das hat mir heute gut gefallen, ich glaube wir haben gegen eine technisch sehr gute Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Wir kamen sehr schnell ins Spiel und in die Duelle, konnten Ajax beim Anlaufen hoch unter Druck setzen und hatten in der ersten Hälfte genügen Möglichkeiten. Was wir uns auch in der zweiten Hälfte ein bisschen vorwerfen lassen müssen, ist die Chancenauswertung, das war sicherlich noch nicht optimal. Aber es ist wichtig, dass wir uns diese Möglichkeiten erarbeiten, deshalb war das ein gelungener Test“, zeigte sich Urs Fischer zufrieden.

Nach der Partie reist die Mannschaft des 1. FC Union Berlin zurück nach Berlin, für Montag und Dienstag hat Trainer Urs Fischer seinen Spielern freigegeben. Am Mittwoch starten die Köpenicker mit der Vorbereitung auf das letzte Testspiel. IFA präsentiert im Jahr des 100-jährigen Jubiläums des Stadions An der Alten Försterei die Neuauflage des Einweihungs-Spiels von 1920 gegen den 1. FC Nürnberg, das am Sonnabend, dem 5. September 2020 um 17:30 Uhr stattfindet.

Quelle: Hannes Hahn/1. FC Union Berlin

BBSC startet am 12. September in die Volleyball-Zweitligasaison und mit Zuschauern

Lang, sehr lang war die Zeit, in denen die Vereine ihren Fans keinen Spitzensport präsentieren konnten. Nun endlich geht es los, mit ausgeklügeltem Hygienekonzept für Spieler und Zuschauer darf der BBSC Berlin am 12. September 2020 schon um 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle am S-Bahnhof Köpenick in die neue Saison starten. Lohn der Bemühungen aller Ehrenamtlichen um die aufwändige Spieltagsvorbereitung ist es, dass auch Zuschauer zum Besuch zugelassen sind.

Nach dem abrupten Ende der letzten erfolgreich absolvierten Spielzeit mit dem BBSC auf dem 2. Tabellenplatz der Liga und der langen Zeit ohne Mannschaftstraining sind alle heiß auf Wettkampf. Zu Gast ist die Mannschaft von Meisterschaftsanwärter DSHS Köln. Die Gäste aus dem Rheinland hatten sich 2017 und 2018 den Ligatitel gesichert und kamen in den letzten beiden Jahren als Dritte ins Ziel. Das Team um Kapitänin Viola Torliene blieb im Wesentlichen zusammen. Trainer Jimmy Czimek – früherer Co-Nationaltrainer und Leiter der A-Trainerausbildung beim Volleyballverband – hatte nur einige Abgänge zu ersetzen. Bekanntestes Gesicht unter den Neuzugängen ist die frühere Münsteranerin Silke Schrieverhoff. Sie hatte bereits vor einigen Jahren für Köln gespielt und war eine der besten Schnellangreiferinnen der Liga. Gute Voraussetzungen also, um auch in dieser Saison in den Kampf um die Tabellenspitze einzugreifen.

Auch beim BBSC gab es einige Veränderungen im Kader. Das Publikum darf sich auf neue Gesichter wie Paula Morgenroth (vormals VC Olympia), Laura Walsh (lange Zeit für Leverkusen) und Isabel Böttcher (aus Potsdam) freuen. Trainer Robert Hinz zeigt sich zufrieden mit den Trainingsleistungen des Teams: „Die Mädels haben sich in der Saisonvorbereitung richtig reingehangen, aber uns fehlen natürlich die sonst üblichen Vorbereitungsturniere. Coronabedingt waren Testspiele nur sehr begrenzt möglich. Da kann man als Trainer nur schwierig den Leistungsstand abschätzen. Auch wenn die Physis gut ist, bleiben gerade in der Sicherheit des Zusammenspiels unter Wettkampfbedingungen ein paar Unsicherheiten.“

Das BBSC-Team freut sich am Samstag, 29.08.2020 auf lautstarke Unterstützung von den Tribünen. Mit deren Hilfe will man alles daran setzen, einen guten Einstieg in die Saison zu finden. Das Team um Kapitänin Katharina Kummer will den Gästen wieder mit Konzentration und dem sprichwörtlichen Berliner Kampfgeist entgegentreten. Eintritt wie immer 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Spandau 04 landet den ersten Sieg nach der Corona-Pause

Am Dienstagabend trafen sich die beiden rivalisierenden Teams, die Wasserfreunde Spandau 04 und Herausforderer Waspo 98 Hannover, vor Corona bedingt limitierter nur 102 Zuschauern.

Das Ende des als „Entscheidungsspiel“ über Platz 1 der Setzliste für das Halbfinale firmierenden Matches war mit den letzten vier Begegnungen vergleichbar. Denn sowohl im Best-of-Five-Finale um die Meisterschaft 2018/2019 als auch im Spiel in der im März unterbrochenen Bundesliga-Saison gewannen die Spandauer und ließen damit trotz zum Teil enger Spiele eine Ahnung früherer Dominanz aufkommen.

Das war auch diesmal so, denn in der Partie, in der laut 04-Kapitän Marko Stamm, der nach eigenem Bekunden erst nach anderthalb Vierteln „richtig in das Match kam“, war auf beiden Seiten die fast halbjährliche Corona-Pause in der hohen Fehlerquote und den Mängeln im Spielaufbau, der Chancenverwertung und mit zunehmender Spieldauer schwindender Konzentration und Kondition zu spüren. Andererseits aber gab es auch eine Reihe von Szenen, die zeigten, dass hier keine Wasserball-Anfänger, sondern Könner ihres Fachs agierten. Spandau hatte die Spielkontrolle klar in den Händen, machte aus dem knappen 3:2 nach dem Startviertel ein 7:4 zur Halbzeit und danach im dritten Abschnitt gleich mehrfach Vier-Tore-Führungen (8:4, 9:5, 11:7). Hier fiel besonders der vierfache Torschütze Stefan Pjesivac auf.

„Wir hätten das nur ganz ruhig nach Haus spielen müssen“, sagte Marko Stamm. „Stattdessen haben wir sie noch einmal zurückkommen lassen, und anderthalb Minuten vor Schluss stand es plötzlich nur noch 11:10 aus unserer Sicht“, zog der Kapitän Bilanz, der „genügend Lernstoff für die kommenden Begegnungen“ entdeckte. 23 Sekunden vor Ultimo hatte er selbst mit einem Gewaltwurf aus der Distanz allen Waspo-Hoffnungen auf eine kaum noch für möglich gehaltene „Wende“ ein Ende gemacht und die Partie entschieden.

Die nächsten Auftritte der Mannschaft von Trainer Petar Kovacevic stehen schon unmittelbar bevor. Am Wochenende – Freitag auswärts, Sonntag daheim in Schöneberg – sind die beiden Halbfinalspiele gegen den OSC Potsdam zu absolvieren. Der OSC hat sich am Wochenende beim Viertelfinal-Viererturniers mit dem zweiten Rang hinter den White Sharks Hannover einen der beiden Qualiplätze für die Vorschlussrunde gesichert. Am Dienstag waren die OSC-Vertreter aufmerksame Beobachter des Spandauer Re-Starts in die Saison, um zu entdecken, wo es vielleicht doch Schwachstellen des Favoriten gibt, die ihn ins Wackeln bringen können. Die Vorsaison kann dabei kein Maßstab sein. Auch damals trafen sich die beiden Teams im nach Best-of-Three-Modus gespielten Halbfinale. Spandau landete mit 12:9 (auswärts), 18:5 und 21:5 drei klare Siege.

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:10 (3:2,4:2,4:3,1:3)

Torschützen: Spandau – Pjesivac 4, Jüngling 3, Stamm 2, Cagalj, Deudovic und Strelezkij je 1; Waspo – Nagaev 4, Schütze 2, Real, D. Brguljan, M. Brguljan und Tobias Preuß je 1

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Bundesliga 2019/20 Playoff-Halbfinale (Hin- und Rückspiel)

Freitag, 28. August 2020

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 20:30 Uhr

Spielort: Sportbad „blu“, Brauhausberg 1, 14473 Potsdam

Sonntag, 30. August 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam

Spielbeginn: 14:00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Wasserfreunde vor Restart der Saison

Die Coronavirus-Pandemie hat neues Vokabular in die deutsche Sprache gebracht, das in den vergangenen Wochen und Monate so alltäglich geworden ist, als sei es schon immer „in aller Mund“ gewesen. „Lockdown“ zum Beispiel, übersetzt „Sperrung“, ist solch ein Wort, das ungewollte Popularität erlangt hat. Im Sport hat es gefühlte Ewigkeiten den Spielbetrieb in diversen Disziplinen lahmgelegt. Auch im Wasserball.

Die Fortsetzung der Champions League wurde gecancelt, die Meisterschaft und der Pokalwettbewerb hierzulande unterbrochen. Nun ist der nationale Spielbetrieb unter Ägide des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) wieder aufgenommen worden. Am vergangenen Wochenende wurden im Potsdamer Sportbad „blu“ per Viererturnier die beiden Halbfinalisten ausgespielt, die gegen die gesetzten Wasserfreunde Spandau 04 und Waspo 98 Hannover Ende des Monats (28. und 30. August 2020) in Hin- und Rückspielen antreten dürfen.

Etwas überraschend gewannen die White Sharks Hannover das Turnier, Potsdam wurde Zweiter. Der ASC Duisburg und SV Ludwigsburg 08 müssen sich Anfang September als Dritter und Vierer des Potsdam-Events in einer Best of Three-Runde mit dem Kampf um Platz 5 und 6 der Meisterschaft bescheiden.

Gegen wen die White Sharks und die „Orcas“ aus Potsdam im Halbfinale antreten müssen, steht freilich noch nicht fest. Denn eine Einigung der Klubs über die Fortsetzung der Bundesliga hat ergeben, dass Spandau und Waspo ein „Entscheidungsspiel“, so der offizielle Terminus, um Platz 1 der Hauptrunde austragen. Dieses Spiel findet am Dienstagabend, 19 Uhr in der Schöneberger Schwimmhalle statt. Der Sieger trifft auf den auf den OSC Potsdam, der Verlierer auf die White Sharks aus Hannover.

Sollten die Hauptstädter das Prestigeduell am Dienstag gewinnen, würde das also zwei Lokalderbys im Halbfinale bedeuten: Spandau kontra Potsdam, Waspo kontra White Sharks. Zudem bedeutet ein solches Ranking, dass der Sieger der Partie in den Folgerunden, inklusive des Best of Five-Finales ab 2. September den Heimbonus in der womöglich entscheidenden Schlusspartie besitzen.

Dem Dienstag-Gipfel darf man nach der langen Pause – Spandau hat sein letztes CL-Spiel am 3. März und die letzten Bundesliga-Partien ebenfalls vor rund einem halben Jahr bestritten – mit einiger Spannung entgegensehen.

Bei den Spandauern ist der Abgang von Tiberiu Negrean zu verkraften, die „Neuen“ Mario Cagalj und Ivan Zovic müssen integriert, der verletzt ausfallende Mateo Cuk kompensiert werden. „Wir haben uns konzentriert, motiviert und so gut es angesichts der Umstände geht vorbereitet. Aber ob es völlig überraschungsfrei abgeht, das hat auch das Potsdamer Turnier beim Re-Start gezeigt, dahinter bleibt doch ein Fragezeichen.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde 04

Dienstag, 25. August 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover

Spielbeginn: 19:00 Uhr

Spielort: Schwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

ALBA wird freier Träger an Weddinger Grundschule

ALBA BERLIN ist seit vielen Jahren bekannt für seine einzigartige Jugend-Breitensportarbeit, mit der an mehr als 200 Partnerschulen und -kitas wöchentlich über 10.000 Kinder für mehr Bewegung begeistert werden. Nun geht das Jugendprogramm den nächsten großen Schritt in seiner Entwicklung: Mit dem Beginn des Schuljahres 2020/2021 wird ALBA BERLIN zum freien Träger für außerunterrichtliche Ganztagsangebote und die ergänzende Förderung und Betreuung (EFöB) an der Albert-Gutzmann-Schule in Berlin-Wedding. 22 ALBA-Erzieherinnen und -Erzieher begleiten nun rund 300 Schülerinnen und Schüler aus der 1. bis 6. Klasse auf ihrem Weg durch die Grundschule. Durch die Trägerschaft kann die sportorientierte Betreuung der Kinder und die Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrkräften der Schule deutlich intensiviert werden.

Bei der Einschulung der Erstklässer*innen der Albert-Gutzmann-Schule am Samstag wurde auch die Trägerschaft offiziell eingeläutet. Auf den Fotos (v.l.n.r.): Philipp Hicktehier (Leiter sportbetonte Sozialraumentwicklung und Jugendhilfe bei ALBA), Erstklässler Omar, Udo Meinecke (Schulleiter), Aybar Sahin (ALBA-Jugendtrainer), Sabine Gutschke (koordinierende ALBA-Erzieherin), Erstklässlerin Mona. Foto: ALBA Berlin

Henning Harnisch, ALBA-Vizepräsident: „Die Trägerschaft ist ein großer Schritt für uns, aber auch die logische Weiterentwicklung unserer Sportidee. Wir wollen damit vor allem in sozialbenachteiligten Stadtteilen und Schulen den Kindern die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und an 365 Tagen im Jahr Sport und Bewegung für alle Schülerinnen und Schüler anbieten. Die Albert-Gutzmann-Schule bietet sich dafür an, weil wir nicht nur seit 2014 in Rahmen des Programms ‚ALBA macht Schule‘ erfolgreich zusammenarbeiten, sondern zudem seit 2010 mit unserer sozialraumorientierten Arbeit im Stadtgebiet Wedding/Gesundbrunnen tätig sind und die umliegenden Institutionen und Träger für die Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendarbeit bereits gut kennen.“

Udo Meinecke, Schulleiter der Albert-Gutzmann-Schule: „Wir sind sehr stolz darauf, als erste Schule in Berlin mit ALBA einen Vertrag als freien Träger der ergänzenden Förderung und Betreuung abgeschlossen zu haben. Mit ALBA BERLIN wollen wir künftig unseren Kindern nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch auf den Gebieten der Museums- und Theaterpädagogik sowie in den Bereichen Kunst und Musik ein vielfältiges Angebot machen.“

Philipp Hickethier, Leiter sportbetonte Sozialraumentwicklung und Jugendhilfe bei ALBA BERLIN: „Die Einschulung ist ein toller Start in unsere neue und verantwortungsvolle Aufgabe an der Albert-Gutzmann-Schule. Wir wachsen mit diesen neuen Erstklässlern und ihren Familien zusammen an der Schule auf und freuen uns, sie alle mit unserem ALBA-Erzieherteam und unseren vielfältigen Angeboten auf ihrem Weg durch die Grundschule begleiten zu können.“

Mit der freien Trägerschaft wird ALBAs Idee einer Sportstadt für alle nun an einem Bildungsort umgesetzt. Das Angebot verbindet die Bereiche Unterricht, Betreuung und Freizeit. Eine besondere Rolle spielt dabei natürlich das Sportangebot im Allgemeinen und Basketball im Besonderen, welches auch über den Schulschluss hinaus mit nachmittäglichen Vereinsangeboten in der Woche und an den Wochenenden an der Schule ausgebaut werden soll. Aber auch die Entwicklung von Kooperationen mit externen Partnern in den Themenfeldern Kunst, Musik und Theater ist geplant. Zudem wird an der ganzheitlichen Betreuung der Kinder von der Kita bis zum Schulabschluss gearbeitet, wofür Kooperationen mit umliegenden Kindertageseinrichtungen und Oberschulen weiter ausgebaut werden, um die bildungsbiographischen Übergänge zu begleiten.

Quelle: ALBA Berlin

VSG Altglienicke gewinnt das Berliner Pokalfinale

War bei den Frauen das Finale eine einseitige Angelegenheit für Viktoria 98, so war es bei den Herren eine gute Stunde lang etwas spannender. Der Jahn-Sportpark zeigte leere Ränge, lediglich ein paar Gäste des Verbandes durften im oberen Teil der Haupttribüne Platz nehmen. Auch für Sie, wie für die akkreditieren Journalisten, galt ein Zugangsprozedere mit Abgabe einer Gesundheitserklärung und dem Messen der Körpertemperatur. Ein Polizist war auch anwesend, der guten Ordnung halber, Tumulte auf der Pressetribüne waren eher nicht zu erwarten.

In der ersten Halbzeit kämpften beide Mannschaften um die Vorherrschaft im Mittelfeld, dabei hatte der Titelverteidiger, Viktoria 98 mehr Spielanteile und Torchancen. Erst in der 28. Minute gaben die Altglienicker den ersten Torschuss ab. Er stellte für Viktorias Keeper Philip Sprint kein Problem dar. Etwas anders stellte sich die Beschäftigungssituation für seinen Gegenüber Leon Bätge dar. In der 39. Minute musste er Kopf und Kragen riskieren, um gegen Viktorias Kapitän Christoph Menz klären zu können. Wer weiß welchen Verlauf das Spiel genommen hätte.

Der Führungstreffer für die VSG Altglienicke fiel erstens fast aus dem nichts und stellte zweitens den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Es gab einen Freistoß für Altglienicke, der als Flanke getreten herein segelte und von Johannes Manske per Kopf unhaltbar ins Tor gelenkt wurde. Ausgerechnet J. Manske, der in der vergangenen Saison noch das Trikot von Viktoria trug.

Nach der Halbzeitpause drückte der Pokalverteidiger auf den Ausgleich. Es kam wieder ganz anders. In der 63. Minute schlug Phillip Zeiger einen langen Ball aus der eigenen Hälfte quer über geschätzte 50 m in die gegnerische Hälfte. Er erreichte den Adressaten, Linus Meyer, nach gekonnter Ballannahme, ließ erst Verteidiger Jakob Lewald und anschließend Torwart Philip Sprint aussteigen und vollendete zur 2:0 Führung. Ein Tor, das nicht in jedem Spiel gelingt. Kurz öffnete der Himmel über dem Jahn-Sportpark seine Schleusen und spülte die letzten Hoffnungen der Viktoria auf eine erfolgreiche Titelverteidigung davon. Ein Doppelschlag des Finalneulings schraubte das Ergebnis auf den Zwischenstand von 4:0. Es waren zwar noch 20 Minuten zu gehen und Viktoria gab nicht auf und wurde zwei weitere Male ausgekontert. Am Ende stand ein klares und deutliches 6:0 für die VSG Altglienicke. Nicht einmal ein Ehrentreffer sollte Viktoria glücken.

Wer hätte zur Halbzeitpause dieses Ergebnis erwarten können ? Nach Spielende war die Enttäuschung groß bei den Himmelblauen. Trainer Benedetto Muzzicato fand für die Niederlage die richtigen Worte. „Wir haben einfach das Tor nicht getroffen. Altglienicke war effektiver und auf Grund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient.“

Altglienickes Trainer Karsten Heine kennt das Gefühl im Jahn-Sportpark Pokalsieger zu werden. 2004 gelang ihm das mit den Amateuren von Hertha BSC, jetzt wiederholte er den Erfolg mit der VSG Altglienicke. „Der Pokal ist immer was besonderes, die Höhe des Sieges sollte nicht überbewertet werden. In der ersten Halbzeit hatten wir Mühe ins Spiel zu kommen, da erwies sich unser Torwart Leon Bätge als starker Rückhalt.“

Wegen der Terminverschiebung durch Corona haben die Altglienicker kaum Gelegenheit den Pokalsieg, den ersten großen Erfolg in der Vereinsgeschichte, ausgiebig zu feiern. Bereits am Dienstag, 25.08.2020 geht es in der Regionalliga weiter. An der Ruschestraße erwartet Lichtenberg 47 die VSG zum Kampf um die Punkte. Viktoria hat ein Heimspiel und hat Optik Rathenow im Stadion Lichterfelde zu Gast.

Der Gegner in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals steht ja bereits fest. Die VSG Altglienicke empfängt den 1. FC Köln aus der Bundesliga, wahrscheinlich ist dann der Jahn-Sportpark erneut der Austragungsort.

Hans-Peter Becker

Viktoria Berlin gewinnt den Pokal bei den Frauen

Das Finale um Polytan-Pokal im Berliner Frauenfußball war eine einseitige Angelegenheit. Der FC Viktoria aus der Regionalliga ließ den Damen vom Berlin-Ligisten Grün-Weiß Neukölln keine Chance. Klar und deutlich setzten sich die himmelblauen Damen im kleinen Stadion neben dem Jahn-Sportpark mit 5:0 durch. Die fand unmittelbar vor dem Finale der Männer statt.

Die Neuköllnerinnen nahmen es nicht allzu schwer. Sie hatten die Sensation bereits im Halbfinale geschafft. In einem dramatischen Halbfinale setzten sie sich gegen den Regionalligisten Stern 1900 mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch. Das andere Halbfinale gewannen die Viktoria-Frauen gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Union. Da Viktoria bereits vorher für die Teilnahme am DFB-Pokal qualifiziert war, stand nach dem Ausscheiden der „Eisernen Ladys“ fest, der Berlin-Ligist Grün-Weiß Neukölln spielt in der 1. Runde des DFB-Pokals. Die Auslosung erfolgt am 25. August 2020 und wird von der ehemaligen Nationalspielerin Renate Lingor durchgeführt werden.

Insofern ist es allzu verständlich, dass Neuköllns Trainer Peter Sengstock während der Siegerehrung seinen besonderen Dank dafür aussprach, „Union aus dem Wettbewerb ausgeschaltet zu haben“. So ist die Niederlage zu verschmerzen. Die Damen des FC Viktoria holte damit bei drei Finalteilnahmen in den vergangenen drei Jahren den zweiten Titel. Bereits in der Saison 2017/2018 war ihnen das mit einen 4:1 Sieg im Endspiel gegen die Sp. Vg. Blau-Weiß 1890 Berlin gelungen. Im vergangenen Jahr hatte der Verein aus Lichterfelde das Finale nur knapp mit 2:3 gegen den 1. FC Union Berlin verloren.

Das Spiel fand offiziell ohne Zuschauer statt. Es hatten sich doch einige Zaungäste eingefunden. Bereits nach vier Minuten gelang der Mannschaft in himmelblau durch Julia Reh die 1:0 Führung. Noch vor der Halbzeit konnte Beslinda Shigjeqi auf 2:0 für Viktoria Berlin erhöhen (32. Minute). Auch nach der Pause blieben die Himmelblauen das bestimmende Team und stellten durch Treffer von Stephanie Gerken (67.), erneut Beslinda Shigjeqi (84.) sowie Celine Dey (90.+2) den 5:0-Endstand her.

Hans-Peter Becker

Heimspiele mit Zuschauern in der 1. Baseball Bundesliga – Homeopener am 22. August 2020

Am Samstag, 22.08.2020 starten die Berlin Flamingos endlich auch zu Hause in die von COVID19 geprägte Saison in der 1. Ben’sBaseball Bundesliga. Spielbeginn ist 18:00 Uhr, im Flamingo Park, in der Königshorster Straße. Zu Gast sind die Paderborn Untouchables, traditionelle Mitfavoriten um die Meisterschaft in der Nordliga. Das Spiel ist als „Nightgame“–also mit Flutlicht –angesetzt. Der Haupstadtbaseball wird das ersteBundesliga Spielunter Flutlicht in der Geschichte des Baseballs im ganzen Osten Deutschlands erleben. Das Spiel ist auch das erste Spiel der Berliner Erstligaclubs, das wieder von Zuschauern live vor Ort geschaut werden kann. Natürlich sind die behördlichen COVID19-Richtlinien einzuhalten.

Rahmenbedingungen zum Besuch eines Heimspiels bei den Berlin Flamingos: Es gelten die tagesaktuellen behördlichen COVID19-Regeln. Es ist ein Mindestabstand im Bereich des FlamingoParks und davor beim Anstehen einzuhalten. Es ist Mund-und Nasenschutz ist bei Bewegungen auf dem Areal zu tragen. Die Zuschauerzahl ist bedingt durch die Örtlichkeit und die Abstandsregel limitiert auf 250 Personen. Eintrittskarten können nur vor Ort erworben werden. Die anwesenden Zuschauer müssen ihre Daten entsprechend der COVID19-Regeln hinterlassen. Es wird nur ein eingeschränktes Catering geben. Am Ein-und Ausgang stehen Desinfektionsmittel bereit. Zuwiderhandlungen gegen die Seuchenpräventionsmaßnahmen führen zumsofortigen Verweis aus dem Flamingo Park. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Rahmenbedingungen für die Saison 2020 in der 1. Ben’s Baseball Bundesliga: Verkürzte Saison bis Ende Oktober; keine Rückspiele. Nur die beiden Erstplatzierten der Nord-und Südliga spielendie PlayOff-Runde zur Deutschen Meisterschaft 2020. Es gibt keine Absteiger; die Saison 2021 findet in gleicher Besetzung statt. Aktuell dürfen die Teams nur 14 Spieler an einem Spieltag zum Einsatz bringen; hier wird einheitlich die strengste Regel der Bundesländer befolgt.

Wie ist die Saison der Flamingos bisher verlaufen? Bei den Auswärtsauftritten in Bonn und Dohren mussten die Hauptstadtbaseballer herbe Niederlagen einstecken. Gegen den Deutschen Meister von 2018 und Vizemeister 2019, Bonn Capitals setzte es eine 15:0 und 18:1 Klatsche. Der Auftritt in Dohren konnte schon besser gestaltet werden, doch auch hier waren die Ergebnisse mit 10:3 und 11:1 klar für die Hausherren. Markus B. Jaeger, Sprecher der Flamingos: „Bei dem spektakulären Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga haben wir uns im Herbst 2019 vieles anders vorgestellt. Die US-amerikanischen Leistungsträger und Headcoach Don Freeman hatten schon für 2020 zugesagt, viele großartige junge Talente aus der Hauptstadtregion sind zum Team gestoßen, zusätzliche Spieler sollten verpflichtet werden. Doch dann wurden zunächst die an die Flamingos vergebenen Sporthallen für das Wintertraining gesperrt. Die schließlich zur Verfügung gestellten Trainingsorte waren wenig tauglich für eine Team-Vorbereitung auf Bundesliganiveau. Turnhallen mit einfachen Gipskartonwänden ohne Schutznetze taugen halt nicht zum Baseballtraining. Ein Lichtblick war der Baubeginn der Flutlichtanlage. Hier wurden jedoch mit schwerem Fuhrpark Teile der Rasenfläche zerstört, was eine Neuanlage notwendig werden ließ. Dann kam der komplette COVID19-Lockdown. Der schon aus den USA nach Berlin eingeflogene Headcoach wurde zu seiner eigenen Sicherheit kurzfristig mit einem der letzten Flieger wiederzurück in die Heimat geflogen. Die Flüge für die US-Spielerimporte Kade Kryzsko und Byron Mills wurden gestrichen. Das Trainingslager in Italien kurzerhand abgesagt. Erste COVID19-Lockerungen für den Trainingsbetrieb konnten im Mai nicht genutzt werden, weil der teilweise zerstörte Rasen von der ausführenden Firma mehrmals nicht in einen abnahmefähigen Zustand versetzt werden konnte. Mit etwas Verzögerung ist das Team dann Ende Mai in die kurze Vorbereitung gestartet. Das lief alles nicht so rund.“„Unser Kader hat sehr viele junge Spieler, die ihre ersten Erfahrungen in der 1. Bundesliga machen und zum Teil extrem aufgeregt und nervös sind. Das ist normal und da hat diese COVID19-Sache auch ihr Gutes: Alle jungen Spieler können Erstligaluft schnuppern, ihre Erfahrungen sammelnund weiter reifen. 2021, wenn es dann wirklich zählt, wenn es um Auf-oder Abstieg geht, wird das Team 1 in der 1. Bundesliga und Team 2 in der 2. Bundesliga ready sein. Wenn –wir COVID19 bald hinter uns lassen können“, so Jaeger abschließend.

Quelle: Berlin Flamingos

Tag der Amateure – Finale im Jahn-Sportpark

In diesem Jahr ist alles anders. In Berlin sind öffentliche Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl erst ab September wieder möglich. So werden die Finalspiele im Jahn-Sportpark leider ohne Publikum stattfinden müssen. Bevor ab 16:45 Uhr bei den Männer Viktoria und Altglienicke um die begehrte Trophäe spielen werden, sind auf einem Nebenplatz die Frauen dran. Ab 13:00 Uhr kommt es zur Finalpartie zwischen Viktoria und dem FC Grün-Weiß Neukölln. Im Gegensatz zu den Männern, ist in dem Finale die Favoritenrolle klar verteilt. Die Frauen von Viktoria kicken in der Regionalliga, die Gegnerinnen aus Neukölln spielen eine Klasse tiefer in der Berlin-Liga. Mit den beiden Halbfinals im Polytan-Pokal, die am 16. August 2020 ausgetragen wurden, kehrten auch die Frauen nach der mehrmonatigen Pause in den BFV-Pflichtspielbetrieb zurück. In den Begegnungen konnten sich der FC Viktoria 1889 Berlin und Grün-Weiß Neukölln letztendlich durchsetzen.

Der gewohnte Handshake zwischen den beiden Trainern blieb aus. Allerdings nicht etwa, weil Benedetto Muzzicato (FC Viktoria 1889 Berlin) und Karsten Heine (VSG Altglienicke) ein unterkühltes Verhältnis zueinander pflegen, sondern weil es die aktuelle Situation so gebietet. Die Pressekonferenz vor der fünften Auflage des Finaltags der Amateure, die am Donnerstag, den 20. August 2020 im Haus des Fußballs abgehalten wurde, fand aufgrund des geltenden Hygienekonzeptes erstmals in Form eines Livestreams statt. Medienvertreter/innen waren nicht vor Ort anwesend, konnten die Pressekonferenz aber live auf YouTube verfolgen und per WhatsApp ihre Fragen an die beiden Trainer übermitteln.

Langner: „Spiel vor vollen Rängen wäre ein falsches Signal“

Die für alle Beteiligten ungewohnten Rahmenbedingungen, unter denen das Endspiel des AOK-Landespokals am Samstag, den 22. August 2020, um 16:45 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark angepfiffen wird, wurden zu Beginn der Pressekonferenz natürlich auch thematisiert. „Für die Vereine tut es uns natürlich leid, dass wir dieses Spiel nicht vor einer standesgemäßen Kulisse austragen können“, sagte BFV-Geschäftsführer Kevin Langner und ergänzte: „Allerdings wäre es in Zeiten steigender Fallzahlen ein falsches Signal, wenn wir das Finale im AOK-Landespokal vor vollen Rängen austragen würden. Die Entscheidung für ein Spiel ohne Zuschauerinnen und Zuschauer fiel in Absprache mit der Berliner Politik deshalb bereits sehr früh. Hierbei musste neben der Aufenthaltszeit im Stadion auch die An- und Abreise der Fans berücksichtigt werden. Unter Einbeziehung aller relevanten Einflüsse konnten wir nur diese Entscheidung treffen – eine Entscheidung für den Gesundheitsschutz aller Beteiligten.“

Muzzicato: „Wissen, was für ein Gegner auf uns zu kommt“

Trotz der ungewohnten Umstände blicken beide Finalisten der Begegnung am Samstag mit großer Vorfreude entgegen: „Während so einer Pause merkt man erst, wie sehr man seinen Job vermisst. Als in unserer Saisonvorbereitung die Nachricht kam, dass wir wieder spielen können, war das, als wären Weihnachten und Ostern zusammengefallen. Wir freuen uns riesig auf das Finale“, beschreibt Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato die Gefühlslage in seinem Team, mahnt aber vor einem starken Gegner: „Die VSG Altglienicke hat eine sehr starke Saison in der Regionalliga Nordost gespielt und das Pokalhalbfinale gegen den BFC Dynamo mit einer sensationellen Leistung für sich entschieden. Wir wissen, was für ein Gegner auf uns zu kommt.“

Heine: „Das erste Finale ist ein riesiger Erfolg“

Während der FC Viktoria 1889 Berlin den Titel aus dem letzten Jahr unbedingt verteidigen will, ist die Teilnahme am Finaltag der Amateure für die VSG Altglienicke eine Premiere: „Wir stehen erstmalig im Finale des Landespokals. Das ist ein riesiger Erfolg für unseren Verein und dementsprechend fiebern wir der Partie entgegen“, erklärt VSG-Trainer Karsten Heine. Anders als seine Spieler war der 65-Jährige bereits zweimal Berliner Pokalsieger (1992 und 2004 mit Hertha BSC II) – mit einem weiteren Triumph und dem damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal möchte Heine jedoch noch nicht liebäugeln: „Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel am Samstag. Der DFB-Pokal und der 1. FC Köln spielen in unserem Kopf gar keine Rolle. Mit diesen Träumen können wir uns beschäftigen, wenn wir das Spiel gewonnen haben.“

Denis Waegert (Schiedsrichter), Jacob Pawlowski (1. Assistent), Hannes Stein (2. Assistent) und Jörg Tennstedt (4. Offizieller) leiten am Samstag, den 22. August 2020 um 16:45 Uhr das Finale im AOK-Landespokal der 1. Herren. Das Spiel wird im Rahmen der fünften Auflage des Finaltags der Amateure live in der ARD übertragen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband