Wasserfreunde Spandau nehmen Kurs auf Meistertitel 38

Am 6. November beginnt mit dem 1. Spieltag der 1. Bundesliga die 101. Deutsche Meisterschaft der Wasserball-Männer. Seit 1912 wird das beste Team Deutschlands ermittelt. In den Jahren 1914-18, 1935 (Vorbereitung Olympia 1936), 1944-46 und 1972 (Vorbereitung Olympia München) wurde insgesamt zehnmal pausiert. Diese Statistik bezieht sich allerdings nur auf Gesamt- oder Westdeutschland, die DDR-Meisterschaften sind hier nicht einbezogen.

Waspo 98 Hannover hat 2020/21 die 100. Deutsche Meisterschaft gewonnen und steht damit in der Gesamtstatistik mit insgesamt acht Titeln gemeinsam mit Hellas Magdeburg auf Rang 3 dieses Rankings.

Einsame Spitze in der Liste von 18 verschiedenen Deutschen Meistern sind die Wasserfreunde Spandau 04 trotz des späten Starts ihres Titelruns (1979) mit 37 Championaten, gefolgt von Rote Erde Hamm (11). Waspo hat sich erst mit den drei Erfolgen 2018, 2020 und 2021 einen Platz auf dem Podest erarbeitet, Spandau war letztmals 2019 Meister, dank einer 3:0-Finalserie gegen die Niedersachsen.

Auch das gerade angelaufene Spieljahr begann mit einem Sieg Waspos gegen Spandau (18:14) beim pandemiebedingt in den Oktober 2021 verschobenen Pokalfinale der Saison 20/21 in Berlin. Waspo erzielte so das Triple.

Nur zwei Wochen später holten sich die Berliner in Hannover per 13:12-Triumph im Supercup den ersten Titel der Saison 2021/22 beim traditionellen Spieljahresauftakt und -vorspiel. „Das war vor allem mental und psychologisch ein wichtiges Ergebnis für uns, weil es zeigt, dass wir Waspo in Finalspielen schlagen können“, sagte Kapitän Marko Stamm, der anderthalb Minuten vor Ultimo den entscheidenden Treffer für die Wasserfreunde erzielte.

Die Sicht vieler Beteiligter auf die nun anlaufende Saison hat sich mit dem Supercup und seinem dramatischen Verlauf verändert. Spandaus Vorgabe für die Bundesliga aber bleibt die gleiche: „Aus der Vereinsgeschichte heraus und unserem sportlichen Ehrgeiz entsprechend können wir gar kein anderes Ziel haben, als die nationale Nummer 1 zu sein und Meister zu werden“, erklären Trainer Petar Kovacevic und Manager Peter Röhle unisono.

Potsdam hat im Vergleich zur Vorsaison einige Personalveränderungen zu verzeichnen. Das Team wurde weiter verjüngt und hat laut Trainer Alexander Tchigir „deutlich bescheidenere Ziele“. Man wolle, so die Torwart-Legende, „gut durch die Saison kommen, klar die A-Gruppe halten und die jungen Spieler an das Herren-Niveau heranführen“.

Beim traditionellen Vorbereitungsturnier, dem 12. Andreas-Ehrl-Cup am vergangenen Wochenende, belegten die „Orcas“ von vier Erstligisten Platz 2, weil sie unter drei punktgleichen Wettbewerbern das leicht schlechtere Trefferverhältnis als der Erste in den Partien untereinander hatten.

Am Samstag, 6.11. gegen Spandau werden einige aus dem Potsdamer Männer-Turnierteam fehlen, da neben angeschlagenen Spielern auch noch drei Aktive (Florian Burger, Finn Taubert, Till Hofmann) fehlen, weil sie zur gleichen Zeit bei der deutschen U16-Endrunde in Krefeld in Aktion sein werden. Die Potsdamer Erwartungen sind folglich zurückhaltend. „Wir wollen den Auftakt ohne weitere Verletzungen hinter uns bringen“, sagt der Sportliche Leiter André Laube, der den „eigentlichen Saisonstart“ für Potsdam mit dem Heimmatch am 13. November gegen die White Sharks sieht.

Der nächste Einsatz der Berliner dagegen folgt bereits am 10. November, wenn die Wasserfreunde in der Schwimmhalle Schöneberg (19 Uhr) Waspo 98 Hannover zum 2. Spieltag der Champions-League-Hauptrunde empfangen.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Bundesliga Saison 2021/2022

Gruppe A, 1. Spieltag 06. November 2021

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam

Spielbeginn: 16:00 Uhr

Spielort: Schwimmbad Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Wasserfreunde vor Restart der Saison

Die Coronavirus-Pandemie hat neues Vokabular in die deutsche Sprache gebracht, das in den vergangenen Wochen und Monate so alltäglich geworden ist, als sei es schon immer „in aller Mund“ gewesen. „Lockdown“ zum Beispiel, übersetzt „Sperrung“, ist solch ein Wort, das ungewollte Popularität erlangt hat. Im Sport hat es gefühlte Ewigkeiten den Spielbetrieb in diversen Disziplinen lahmgelegt. Auch im Wasserball.

Die Fortsetzung der Champions League wurde gecancelt, die Meisterschaft und der Pokalwettbewerb hierzulande unterbrochen. Nun ist der nationale Spielbetrieb unter Ägide des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) wieder aufgenommen worden. Am vergangenen Wochenende wurden im Potsdamer Sportbad „blu“ per Viererturnier die beiden Halbfinalisten ausgespielt, die gegen die gesetzten Wasserfreunde Spandau 04 und Waspo 98 Hannover Ende des Monats (28. und 30. August 2020) in Hin- und Rückspielen antreten dürfen.

Etwas überraschend gewannen die White Sharks Hannover das Turnier, Potsdam wurde Zweiter. Der ASC Duisburg und SV Ludwigsburg 08 müssen sich Anfang September als Dritter und Vierer des Potsdam-Events in einer Best of Three-Runde mit dem Kampf um Platz 5 und 6 der Meisterschaft bescheiden.

Gegen wen die White Sharks und die „Orcas“ aus Potsdam im Halbfinale antreten müssen, steht freilich noch nicht fest. Denn eine Einigung der Klubs über die Fortsetzung der Bundesliga hat ergeben, dass Spandau und Waspo ein „Entscheidungsspiel“, so der offizielle Terminus, um Platz 1 der Hauptrunde austragen. Dieses Spiel findet am Dienstagabend, 19 Uhr in der Schöneberger Schwimmhalle statt. Der Sieger trifft auf den auf den OSC Potsdam, der Verlierer auf die White Sharks aus Hannover.

Sollten die Hauptstädter das Prestigeduell am Dienstag gewinnen, würde das also zwei Lokalderbys im Halbfinale bedeuten: Spandau kontra Potsdam, Waspo kontra White Sharks. Zudem bedeutet ein solches Ranking, dass der Sieger der Partie in den Folgerunden, inklusive des Best of Five-Finales ab 2. September den Heimbonus in der womöglich entscheidenden Schlusspartie besitzen.

Dem Dienstag-Gipfel darf man nach der langen Pause – Spandau hat sein letztes CL-Spiel am 3. März und die letzten Bundesliga-Partien ebenfalls vor rund einem halben Jahr bestritten – mit einiger Spannung entgegensehen.

Bei den Spandauern ist der Abgang von Tiberiu Negrean zu verkraften, die „Neuen“ Mario Cagalj und Ivan Zovic müssen integriert, der verletzt ausfallende Mateo Cuk kompensiert werden. „Wir haben uns konzentriert, motiviert und so gut es angesichts der Umstände geht vorbereitet. Aber ob es völlig überraschungsfrei abgeht, das hat auch das Potsdamer Turnier beim Re-Start gezeigt, dahinter bleibt doch ein Fragezeichen.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde 04

Dienstag, 25. August 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover

Spielbeginn: 19:00 Uhr

Spielort: Schwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Die Wasserfreunde wollen den Supercup zum 16. Mal gewinnen

Ob es am nationalen Feiertag, dem Tag der Deutschen Einheit, auch sportlich etwas zu feiern geben wird, entscheidet sich für Spandaus Wasserball-Männer ab 15 Uhr. Dann wird in der Schwimmhalle Schöneberg der Supercup zwischen dem Rekord- und Meister von 2018/2019 und dem Pokalsieger Waspo 98 angepfiffen. Der erste Titel der gerade neu gestarteten Saison wird zwar als nicht so gewichtig wie Meisterschaft und Pokal angesehen, aber im Prestigeduell der beiden Erzrivalen wird diese Standortbestimmung gleichwohl als Wegweiser und Stimmungsmacher für die bevorstehenden nationalen und vor allem internationalen Herausforderungen auf Vereins- und Auswahlebene angesehen.

Zum 20. Mal seit der von Spandau 04 gewonnenen Supercup-Premiere 1979 trifft der Meister 2018/19 auf den Pokalsieger des Vorjahres Waspo Hannover. In der bisherigen Siegerliste dieses Wettbewerbs (1979-1985, 1997-2003, 2014-2018) sind allein die Hauptstädter und die Niedersachsen (1998,2000,2017,2018) vertreten. Vor knapp einem Jahr triumphierte Waspo beim vierten nationalen Championat in Serie (Supercup, Pokal, Meisterschaft, Supercup) in Serie mit 11:8. Waspo ließ danach sogar Titel Nummer 5 im DSV-Pokal folgen, der von den Hannoveranern schon lautstark als Wachablösung im deutschen Männerwasserball gefeiert wurde.

Doch mit dem 3:0-Playoff-Finalerfolg in der Meisterschaft demonstrierte Spandau überzeugend, dass die Wasserfreunde nicht gewillt ist, den nationalen Thron kampflos zu räumen. Das soll nun im Supercup um die von 04-Ex-Wasserballwart Dr. Günter Schwill gestiftete Statue „Jüngling von Olympia“, einer Nachbildung eines Werks des antiken Bildhauers Praxiteles, unterstrichen werden. Siebenmal trafen Spandau und Hannover im Supercup bislang aufeinander, die Bilanz zeigt die Niedersachsen mit 4:3-Siegen leicht im Vorteil. Das achte Duell wird als erster harter Saisontest für beide Seiten nach einigen personellen Veränderungen mit Spannung erwartet.

Das gilt auch für den erst zum dritten Mal ausgetragenen Frauen-Supercup an gleicher Stätte, bei dem es nach den bisherigen Siegern Nikar Heidelberg und Waspo 98 Hannover auf jeden Fall einen neuen Gewinner geben wird. Die in ihrer vergangenen Premierensaison auf Anhieb als Double-Sieger in Pokal und Meisterschaft erfolgreichen Spandau 04-Frauen können sich mit einem Triumph gegen Bayer Uerdingen nun sogar zum Triple-Gewinner krönen.

Einmal ist keinmal, aber aller guten Dinge sind drei!

Die Best-of-Five-Finalserie um den Deutschen Meisterschaftstitel der Wasserball-Männer der Saison 2018/2019 hat für die Wasserfreunde Spandau 04 optimal begonnen. Am Mittwoch gewann der Hauptrunden-Erste im Freibecken des Volksbades Limmer bei frischen 17 Grad Außentemperatur das Auftakt-Match der Serie bei Titelverteidiger Waspo 98 Hannover mit 10:9 und machte damit den ersten von drei nötigen Schritten zur 37. nationalen Meisterschaft seit 1979.

„Mehr aber auch nicht, einmal ist keinmal, aber aller guten Dinge sind tatsächlich erst drei“, sagte Präsident Hagen Stamm nach dem Match und war gedanklich schon bei den beiden folgenden Heimpartien am Samstag, 25.05. (16 Uhr) und Sonntag, 26.05. (14 Uhr). Gewänne Spandau beide Spiele wäre der Rekordmeister auf dem schnellsten Wege Champion geworden und hätte alle Skeptiker, die Hannover nach zuletzt fünf Endspielsiegen in den nationalen Wettbewerben gegen Spandau zum Favoritenschild erklärten, eines Besseren belehrt.

Im Mittwochmatch in Hannover zeigte sich die Mannschaft von Trainer Petar Kovacevic bestens vorbereitet, wirkte geistig wacher und frischer und diktierte das Spiel beinahe durchgängig. Oder anders formuliert: Die Berliner gaben den Ton an. Erst als Waspo eine Minute vor Schluss den 9:10-Anschluss erzielte, regten sich leise Zweifel.

Das kurze Zittern war aber schnell vorbei, Spandau brachte das Match kontrolliert, cool und absolut verdient nach Hause. Vor allem in der Defensive arbeitete das Team exzellent und ließ die Waspo-Angreifer und die hochgelobten Legionäre (Radovic ohne Tor, Brguljan/2, Jokic und Seculic je 1) nicht zur Geltung kommen. Für Spandau netzten sieben Akteure ein, von denen Nikola Dedovic – zum „Spieler des Tages“ gewählt – mit drei Treffern herausragte. Insgesamt war es eine Top-Teamleistung, das war mit Sicherheit das entscheidende Plus gegenüber den Niedersachsen.

„Können wir das noch zweimal wiederholen, dann haben wir einen Grund zum Feiern. Doch die Spiele in Berlin werden jetzt mit Sicherheit nicht leichter, denn man muss erwarten, dass Hannover mit dem Rücken zur Wand nun erst richtig die Krallen ausfahren wird“, ist Kovacevic überzeugt.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Deutsche Wasserball-Liga (DWL)

2018/2019

Playoff-Finale Deutsche Meisterschaft (Best of Five)

Vorschau auf die Spiele 2 und 3

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover

Samstag, 25. Mai, 16 Uhr und Sonntag, 26. Mai, 14 Uhr

Spielort: Schwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

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Rückblick, Spiel 1, Mittwoch, 22. Mai.2019

Waspo 98 Hannover – Spandau 04 9:10 (2:3,2:4,2:1,3:2);

Torschützen Spandau: Dedovic (3), Negrean (2), Saudadier, Gielen, Reibel, Restovic, Pjesivac (je 1)

Kleiner Gipfel in der Wasserball-Bundesliga





Am 10. Spieltag der DWL-A-Gruppe empfangen die Wasserfreunde Spandau 04, aktueller Zweiter (16:2 Punkte) des Achter-Feldes hinter Waspo Hannover (18:0), in der Schöneberger Schwimmhalle den Dritten SSV Esslingen (11:7). Schon zum dritten Mal in der laufenden Saison gibt es dieses Duell. Das Liga-Hinspiel in Stuttgart Ende Oktober gewannen die Berliner mit 17:4, das Achtelfinal-Pokalmatch am 8. Dezember gegen personell geschwächte Schwaben gar mit 21:5. Das verspricht für die dritte Auflage gleichwohl dennoch nicht a priori „business as usual“, sprich einen hohen Sieg“, denn in den beiden vergangenen Monaten haben sich die Männer um den bald 37 Jahre alten Kapitän und Evergreen Heiko Nossek – auch für Experten durchaus etwas überraschend – zur „Mannschaft der Stunde“ aufgeschwungen.

Mit vier Siegen in Serie kletterten die Schützlinge von Neu-Trainer Janusz Gogola (zu Saisonbeginn vom SC Neustadt gekommen) auf Platz 3 des Achter-Rankings. So gut stand die Truppe seit zehn Jahren nicht mehr da. Allseits gelobt wurde dabei die mannschaftliche Geschlossenheit des jungen Teams. Letztmals verloren in der Liga hat der SSVE am 24. November 2018 – im heimischen Becken mit 8:22 gegen Double-Gewinner Waspo Hannover. Auch gegen Spandau sollte der Ausgang wenig zu bezweifeln sein, aber für beide Seiten kommt es nicht auf das bloße Siegen oder Verlieren, sondern auf das Wie an.

Die Wasserfreunde kommen zunehmend auf Touren, haben zuletzt in der Champions League beim souveränen 15:9 gegen Waspo Hannover und in der Bundesliga danach beim 23:2 in Plauen mit Stärke und Spiellaune überzeugt. „Auf diesem Level bleiben, ihn partiell noch verbessern und immer wieder bestätigen, das muss unser Ziel sein. Gegen jeden Gegner, wie groß oder klein er auch ist. Das gilt gegen Esslingen – und natürlich erst recht am Mittwoch darauf beim CL-Rückspiel in Hannover“, sagt Präsident Hagen Stamm.

Quelle: Peter Röhle / Wasserfreunde Spandau 04

Wasserfreunde Spandau 04 – SSV Esslingen

02. Februar 2019

Spielbeginn: 16:00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Wasserballer jetzt in der Pokalpflicht

Das Publikum erlebte beim Gastspiel des Königswettbewerb-Siegers von 2017 VSK Szolnoki aus Ungarn am 4. Spieltag der Champions-League-Hauptrunde „die bisher beste Partie der Saison. Das war eine regelrechte Wiedergeburt des Teams in allen Bereichen: Einstellung, Kampfgeist, Rückschläge wegsteckend, bedingungslos verteidigend und mutig im Angriff“, lobte 04-Präsident und Bundestrainer Hagen Stamm das 9:9 gegen den Favoriten

Die Spandauer – ohne Kapitän Marko Stamm – hatten sich in dieser Saison noch nicht so leistungsstark gezeigt. Dabei hatte das Match zunächst so begonnen, dass man um die 04er fürchten musste. Ohne groß zu glänzen, erzielten die Ungarn in der Mitte des Startviertels die 2:0-Führung. Doch Spandau fiel dann gegen das ungarisch-serbische Starensemble nicht in sich zusammen.

Der erst 20-jährige Dennis Strelezkij gab mit seinem 1:2 nur 23 Sekunden nach dem zweiten Szolnok-Treffer das Startsignal zur Gegenwehr. Im weiteren Spielverlauf ließ er die ungarische Abwehr einige Male „alt“ aussehen, erzielte vier weitere Tore und wurde zum Spieler des Tages ernannt. Noch im ersten Viertel drehte Spandau das Spiel zur 3:2-Führung. Szolnok hatte Mühe, sich zu berappeln und bekam auch nach den folgenden 5:3 und 6:4-Führungen keine Ruhe in das Spiel. Spandau blieb hartnäckig, das 5:6 zur Halbzeit ließ alle Optionen offen.

Wer meinte, die Gäste würden es nun mit Sicherheit in der zweiten Hälfte richten, der sah sich getäuscht. Denn drei Tore in Folge von Strelezkij brachten die Spieler von Trainer Petar Kovacevic, der sein Team glänzend eingestellt hatte, sogar 8:6 in Führung. Dass die Ungarn, die angesichts der Tabellenlage ihre Felle davonschwimmen sahen, nun mit Macht und Wut drängten, lag auf der Hand. Jedoch konnten sie keine große Spielidee oder überragenden Aktionen kreieren. Spandau kämpfte mit großartigem Einsatz und einem starken Torwart Laszlo Baksa, musste aber fünfeinhalb Minuten vor Ende das 8:9 hinnehmen. Das 9:9 von Lucas Gielen 3:44 Minuten vor der Sirene belohnte die Leistung des zuletzt national wie international wenig überzeugenden Rekordmeisters zumindest teilweise und gab Hoffnung für den Rest der Saison.

Zum Beispiel für den DSV-Pokalwettbewerb, in dem die Wasserfreunde am kommenden Samstag (Schwimmhalle Schöneberg, 16 Uhr) Achtelfinal-Gastgeber gegen den SSV Esslingen sein werden. Die Schwaben kommen als klarer Außenseiter in die Hauptstadt und auch 04-Präsident Hagen Stamm stellt nüchtern fest: „Ein Sieg ist für uns Pflicht, aber wir wollen nicht sofort wieder vom gegen Szolnok aufgenommenen Tempo in den Schongang wechseln.“ Im bislang einzigen Saisonduell beider Teams hatte Spandau Ende Oktober in Esslingen mit 17:4 gewonnen. So in etwa stellt sich auch das für Samstag erwartete Kräfteverhältnis dar. Die Gäste haben allerdings zuletzt eine deutliche Entwicklung vollzogen und sind hinter dem Spitzen-Trio Hannover, Spandau und ASC Duisburg der DWL-Vierte. Die Leistungssteigerung der Esslinger belegt zum Beispiel ihr 10:5-Erfolg am letzten Spieltag gegen den DM-Dritten OSC Potsdam. An der Seite des Alt-Stars Heiko Nossek stehen eine Reihe von ambitionierten jungen Spielern, die sich gegen Spandau beweisen wollen.
Peter Röhle

Deutscher Wasserball-Pokal
2018 / 2019
Achtelfinale
8. Dezember 2018
Wasserfreunde Spandau 04 – SSV Esslingen
Spielbeginn: 16:00 Uhr
Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

  1. Spieltag Champions-League-Hauptrunde
    05.12.2018
    Spandau 04 – VSK Szolnoki (Ungarn) 9:9 (3:3,2:3,3:1,1:2)
    Tabelle: Jug Dubrovnik 12 P., Busto Arsizio 9, Olympiakos Piräus 7, Mladost Zagreb 7, Szolnok 4, Jadran Split 3, Waspo Hannover 2, Spandau 1

Wasserball-Gipfel: Spandau verliert gegen Hannover

Am 5. Spieltag der A-Gruppe der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) hat Rekordmeister Spandau 04 im Heimbecken der Schwimmhalle Schöneberg die Revanche gegen den aktuellen Champion W98 Waspo Hannover für die jüngsten Niederlagen verpasst. Am Samstagnachmittag siegten die Niedersachsen, die in der Vorsaison die Berliner auch im Pokal und im Supercup schlugen, vor 250 Zuschauern nach 0:3-Rückstand noch mit 6:5. Auch das erste Aufeinandertreffen des laufenden Spieljahres Anfang November hatte Waspo im Supercup mit 11:8 für sich entschieden und galt diesmal als Favorit. Zumal die Hauptstädter ohne den verletzten Kapitän Marko Stamm antreten mussten, der nach einem Muskelfaserriss im Bauchbereich noch ungefähr weitere drei Wochen ausfällt. Spandau präsentierte sich hochmotiviert und top vorbereitet, spielte vor allem in der ersten Halbzeit eine exzellente Defensive, mit der die Balkan-Topstars von Hannover aus dem Match genommen wurden.

Durch Tore von Lukas Gielen (2) und Stefan Pjesivac (1) führten die Gastgeber bereits mit 3:0, ehe Julian Real 20 Sekunden vor der Pause der 1:3-Anschluss gelang. In der zweiten Hälfte konnte Spandau trotz der Roten Karte für Waspos Montenegro-Star Darko Brguljan den Druck auf Hannover nicht mehr durchgängig so hoch halten, sodass zu Beginn des Schlussviertels gegen die zunehmend Spielsicherheit findenden Gäste bereits mit 3:3 unentschieden stand.

Im turbulenten Finale der Partie waren Ausgänge für beide Seiten möglich, aber am Ende machte Waspo in den letzten 70 Sekunden aus dem 4:4 den 6:5-Auswärtssieg – begünstigt auch durch einige strittige Schiedsrichterentscheidungen. „Ein Remis wäre absolut gerecht gewesen, auch ein knapper Sieg für Spandau. Alles in allem aber war es, über die bisherige Saison betrachtet, sicher einer unserer stärksten Auftritte“, befand Präsident Hagen Stamm.

Sowohl bei Spandau als auch Hannover gab es mit Lukas Gielen und Marin Restovic sowie Wolf Moog und Julian Real je zwei doppelte Torschützen: L. Gielen, M. Restovic 2, S. Pjesivac 1, 5:6 (1:0, 2:1, 0:2, 2:3).

Peter Röhle

Spandau gewinnt Nachbarschafts-Duell gegen Potsdam

Der Wasserball-Rekordmeister Spandau 04 hat am dritten Spieltag der A-Gruppe der Deutschen Wasserball-Liga seine „weiße Weste“ ohne Punktverlust gewahrt und den Ortsnachbarn OSC Potsdam am Samstag im Heimspiel in der Schwimmhalle Schöneberg souverän mit 18:3 geschlagen. Nach dem 18:7-Erfolg für die Berliner beim Vierer-Turnier um den DSV-Supercup vor Wochenfrist in Hannover, bei dem Spandau am Ende Zweiter und Potsdam Vierter wurde, war es bereits das zweite Duell der Nachbarn in dieser Saison .Auch mit der zweiten Besetzung, ohne den verletzten Kapitän Marko Stamm (Muskelriss im Bauchbereich, der vermutlich vier Wochen Pause bedeuten wird) sowie die pausierenden Mateo Cuk, Nikola Dedovic und Remi Saudadier, dominierte der Gastgeber die Partie gegen seinen Kooperationspartner.

Die Berliner erzielten ohne sich verausgaben zu müssen einen 18:3-Kantersieg gegen den vom Ex-Spandauer Weltklassetorwart Alexander Tchigir trainierten DM-Dritten der Vorsaison, der nach der Chancenverteilung noch klarer hätte ausfallen können. Nach dem verhaltenen 4:0-Startabschnitt baute das Berliner Team, das von Peter Röhle gecoacht wurde, weil Petar Kovacevic für zwei Bundesliga-Spiele gesperrt wurde, den Vorsprung gegen die ohne jeden Angriffsdruck agierenden Potsdamer bis zur Halbzeit auf 12:0 aus. Nach der Pause schaltete Spandau etwas zurück, sodass der OSC das Resultat etwas freundlicher gestalten konnte. Am kommenden Mittwoch wird es dann für die Wasserfreunde wieder deutlich anspruchsvoller werden. Dort tritt das Team von Trainer Petar Kovacevic zum dritten Champions-League-Spiel der laufenden Saison beim Titelverteidiger Olympiacos Piraeus an.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04

Deutscher Wasserball-Pokal und Champions-League Hauptrunde

Vergebene Pokalchance – Halbfinale: Spandau 04 – ASC Duisburg 19:3 (3:0,6:0,6:2,4:1); Finale: Waspo 98 Hannover – Spandau 04 12:8 (2:1,3:1,3:4,4:2).

Champions League, Hauptrunde Gruppe B, 14. und letzter Spieltag

Mittwoch, 9. Mai, Schwimmhalle Schöneberg, 19.30 Uhr: Spandau 04 – Jadran Herceg Novi (Montenegro)

Größe kann ein Team auch in der Niederlage beweisen. Und das gilt auch für Fans. Den Sportlern wird Respekt für ihren Kampf und ihren Einsatz gezollt. Der Rekordmeister und -pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 verlor am Wochenende das DSV-Pokalfinale der Männer gegen den Erzrivalen Waspo 98 Hannover mit 8:12. Damit erzielten die Berliner zwei Jahre in Folge keinen Sieg im zweitwichtigsten nationalen Wettbewerb. Das gab es seit Beginn der Berliner Wasserball-Dominanz 1979, die bislang zu 36 Meister- und 31 Pokaltiteln geführt hat, noch nie. Sieht man einmal von der Ausnahmesituation Ende der 80er ab, als der Kampf um den „Pott“ 1988 wegen der Olympiavorbereitung ausfiel und dem 04-Pokalsieg von 1987 erst 1990 der nächste folgte.

Waspo 98 Hannover siegte mit seiner vor allem auf dem Balkan rekrutierten Startruppe verdient, verteidigte den Titel aus dem Vorjahr, als man Spandau schon im Halbfinale mit 9:4 ausgeschaltet hatte, souverän. Zu Beginn des zweiten Viertels lag das Team von Trainer Karsten Seehafer mit 4:1, zur Pause mit 5:2 vorn. Das setzte Spandau permanent unter Druck, das damit nur phasenweise richtig umgehen konnte. Nur schwer fanden die Berliner im Angriff kreative und gute Lösungen. Über die Centerposition gelang im Gegensatz zu Waspo wenig. „Wir waren von Beginn an nicht richtig im Spiel und haben auch im weiteren Spielverlauf den Code, Hannover zu knacken, nicht gefunden. Waspo hat absolut verdient gewonnen“, musste auch 04-Präsident und Bundestrainer Hagen Stamm anerkennen.

Auf Spandauer Seite waren Kapitän Marko Stamm (3 Tore) und Lukas Gielen (2) die auffälligsten Akteure, von den anderen aber kam insgesamt zu wenig Hilfe, sodass das eigentliche 04-Plus im Vergleich zu Hannover – die Team-Geschlossenheit – nicht zum Tragen kam. „Waspo war stark, aber wir haben den Schlüsselspielern zu viele Möglichkeiten gelassen, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Das einzige Gute daran ist: Wir wissen jetzt, was wir besser machen müssen“, resümierte Trainer Petar Kovacevic.
Das nächste wichtige Match der Berliner folgt am kommenden Mittwoch. Dann empfangen sie in der Schwimmhalle Schöneberg am 14. und letzten Spieltag der Champions-League-Hauptrunde die Montenegriner von Jadran Herceg Novi. Und zwar ohne Druck – wie auch in den Vorjahren beim finalen Hauptrundenauftritt im Königswettbewerb. Allerdings unter total anderen Vorzeichen: Denn 2018 haben die Kovacevic-Mannen die Qualifikation bereits erreicht (Final 8 in Genua, 7.-9.6.). Die bisherige Saisonbilanz der Wasserfreunde in der Champions League: fünf Heimsiege, eine Niederlage (9:10 gegen Pro Recco Genua); drei Auswärtserfolge, vier Niederlagen.

Mit Herceg Novi haben die Wasserfreunde noch eine Rechnung offen: Ende Oktober begannen die Berliner am 1. CL-Spieltag ihre Rückkehr in den erweiterten Kreis europäischer Top-Teams in Montenegro mit einer Niederlage (deutliche 5:11). „Allein das ist Motivation genug, uns bei den Fans mit einer guten Leistung zu bedanken.“ Und die Fans sollten „mit den Füßen Danke sagen“ bei ihrer Mannschaft für eine bislang weitgehend gelungene Saison und ihr Team feiern!

Peter Röhle

Wasserball-Lokalderby in Schöneberg

Foto: Wasserfreunde Spandau 04

Wasserfreunde Spandau 04 – SG Neukölln. Am Samstag, 20.01., 16 Uhr, steht für die Wasserfreunde Spandau 04 in der Schwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin, das erste Heimmatch des Jahres 2018 auf dem Programm. Es geht um die inoffizielle Stadtmeisterschaft, denn der Meister empfängt mit der SG Neukölln im „ewigen Lokalderby“ den erstarkten Erstliga-A-Gruppen-Rivalen, der aktuell auf Platz 4 der Tabelle – vor Potsdam, Uerdingen, Esslingen und den White Sharks – liegt. Mit den früheren Spandauern Andreas Schlotterbeck (Kapitän), David Kleine und Tim Donner im Team sowie dem Ex-Nationalcenter Thomas Schertwitis als Trainer sind die Neuköllner stabiler geworden und auf keinen Fall zu unterschätzen. Gleichwohl ist Spandau als verlustpunktfreier Spitzenreiter der klare Favorit. Bisher siegten immer die Wasserfreunde. Ihr bestes Ergebnis gegen die Spandauer erreichten die Neuköllner vor rund zwei Jahrzehnten: eine Niederlage mit einer Tordifferenz von nur einem Tor.

Damals spielte Thomas Schertwitis bei den Neuköllnern. Bei der Samstagspartie wird sich zeigen, wie die Spandauer Spieler die zwei bisherigen Herausforderungen dieses Jahres – am 13. Januar gewann das Team in der Champions League mit 6:5 bei Steaua Bukarest, am 16. Januar verlor ein halbes Dutzend der 04-Akteure mit der deutschen Auswahl in der Weltliga das Heimspiel in Uerdingen gegen den Weltmeister Kroatien mit 4:13 – verkraftet haben. „Neukölln ist eine andere Ebene und verlangt von uns dennoch unsere volle Motivation, Konzentration und den Willen zur Steigerung des zuletzt Gezeigten“, sagt Trainer Petar Kovacevic.

Bereits am kommenden Mittwoch empfangen die Wasserfreunde mit Pro Recco Genua eine der weltbesten Klubmannschaften zu Champions-League-Spiel 7 in Berlin. Spandau wird nach den Überraschungssiegen gegen die ungarischen Top-Teams Szolnok (CL-Sieger 2017) und Eger erneut zeigen müssen, dass die Berliner Spieler Kontrahenten dieses Formats Paroli bieten können. Gegen die SG Neukölln wollen Kapitän Marko Stamm und seine Teamkollegen beweisen, dass sie auch auf die internationalen Spiele gut vorbereitet sind.

Peter Röhle