Ronny ist zurück

Ronny Heberson Furtado de Araújo, so sein vollständiger Name, ist zurück in Berlin. Von 2010 bis 2016 bestritt für Hertha BSC 112 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga und erzielte dabei 27 Tore. Auf dem Platz zelebrierte er seine Kunst der ruhenden Bälle, ein gefürchteter Freistoßschütze und gefragt bei Ecken.

Am 3. September 2012, es war ein Montagabendspiel, Hertha war erneut abgestiegen und musste zum Zweitligaderby beim 1. FC Union antreten. Die Alte Försterei wurde gerade umgebaut, die neue Haupttribüne noch nicht fertig. Die Eisernen waren in den Startlöchern hängen geblieben, aus den ersten drei Spielen konnte lediglich ein Punkt geholt werden. Hertha hatte immerhin bereits 4 Punkte auf der Habenseite. Unter Flutlicht und vor prall gefüllten Stehplatzrängen, 16.750 Zuschauer passten damals rein, entwickelte sich ein rassiges Derby. Schiedsrichter Peter Gagelmann ließ viel, eigentlich zu vieles, laufen. Hertha ging durch Sandro Wagner nach 30 Minuten in Führung, nach einer gelungen Vorarbeit von Peer Kluge. Die Alte Försterei bebte als Chris Quiring in der 69. Minute eine Vorlage von Michael Parensen zum 1:1 Ausgleich einköpfte. In der 2. Halbzeit kam nicht viel von der Alten Dame. Jos Luhukay reagierte und brachte unmittelbar nach dem Gegentor Ronny für den Torschützen Wagner. In der 73. Minute hatte Ronny seinen großen Auftritt, Freistoß, 20 m Torentfernung, etwas halblinke Position. Er entschied sich für einen Flachschuss, links an der Mauer vorbei. Unions Torwart Daniel Haas unterschätze den Ball, versuchte ihn festzuhalten und er rutschte ins Tor. Hertha gewann mit 2:1.

Ronny – Bildmitte – bei der Wahl zum Berliner Profifußballers des Jahres 2013 Foto © BFV

Das alles ist Vergangenheit. Etwas verwundert war man schon, als Ronny wieder in Berlin auftauchte und zunächst ein Probetraining beim FC Berlin United unter Trainer Thomas Häßler absolvierte. Eine Verpflichtung kam damals nicht zu stande. Jetzt will er es noch einmal wissen, hoffentlich keine Lachnummer oder Marketing-Gag.

Für den 21.08.2020 ist der Start in die neue Saison in der Berlin-Liga vorgesehen. Der neue Verein von Ronny ist der 1. FC Novi Pazar Neukölln 95, hervorgegangen aus dem 1. FC Neukölln, einer der ältesten Fußballvereine Berlin. Der eine oder andere Zuschauer mehr könnte zukünftig den Weg zu den Plätzen der Berlin-Liga finden, allein um zu sehen, was Ronny noch drauf hat. Momentan feilt er mit einem persönlichen Fitness-Trainer an seiner Form. Gewichtsprobleme hatte er schon während seiner Herthazeit und zudem seit 2018 ohne Spielpraxis. Seine Profi-Karriere endete 2017 in Fortaleza in seiner brasilianischen Heimat.

Der erste Gegner in der neuen Saison von Novi Pazar heißt Fortuna Biesdorf, am Sonntag, 23.08.2020. Der Spielbeginn ist für 14:30 Uhr vorgesehen. Es sollen auch wieder Zuschauer erlaubt sein.

Hans-Peter Becker

Altglienicke gewinnt die Hitzeschlacht im Jahn-Sportpark

Bei insgesamt sieben Mannschaften aus Berlin im Teilnehmerfeld der Regionalliga Nordost warten spannende Ortsderbys. Bereits am 1. Spieltag empfing die VSG Altglienicke den Aufsteiger Tennis Borussia, leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit, im Jahn-Sportpark. Schiedsrichter der Partie war Lasse Koslowski vom Frohnauer SC, tags zuvor hatte er das Freundschaftsspiel des 1. FC Union gegen Dynamo Dresden geleitet. Am Sonntag ging es um Punkte in der Regionalliga.

Der Aufsteiger aus Charlottenburg machte den favoritisierten Altglienickern das Leben schwer. Es wäre dem Aufsteiger, vor 10 Jahren spielten sie zuletzt in dieser Spielklasse, fast eine kleine Überraschung geglückt. Bis zur vierten Minute der Nachspielzeit stand es 2:2. Zweimal gingen die Tennis Borussen in Führung kassierten aber postwendend den Ausgleich. Das Halbzeitergebnis hielt. Die Entscheidung fiel durch einen Foulelfmeter, den der TeBe-Torwart verschuldet hatte. Tolcay Cigerci, Neuzugang vom BAK, ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelt zum 3:2 Sieg für die VSG. Unmittelbar danach erfolgte der Schlusspfiff. Es ist natürlich bitter, so zu verlieren.

Der Jahn-Sportpark bleibt ein Ort des Schreckens für die Tennis Borussen, im Juni 2011 hatten sie dort den Verbleib in der Oberliga gegen den SC Borea Dresden mit einer 1:2 Niederlage in der Verlängerung verspielt. In den Jahn-Sportpark mussten sie damals umziehen, da das Mommsenstadion im Eichkamp vom Weltverband Fifa gesperrt wurde. In Deutschland fand die WM der Frauen statt und das Stadion war als Trainigsstätte für die Mannschaft aus Kanada vorgesehen. Es war der zweite Abstieg in Folge. 2010 mussten sie die Regionalliga nicht aus sportlichen Gründen verlassen. Tebe ging in die Insolvenz und wurde bis in die Berlin-Liga durchgereicht.

Jetzt soll alles besser werden. Die Chance – TeBe ist ja bekanntlich durch eine Entscheidung am grünen Tisch aufgestiegen, allerdings verdient, sie waren Spitzenreiter bei Saisonabbruch – soll genutzt werden. TeBe will in der Liga bleiben. Der Auftritt gegen Altglienicke, die eine Woche zuvor den BFC Dynamo im Pokalhalbfinale förmlich vom Platz gefegt hatten, gibt Hoffnung.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

Aufstellung Tennis Borussia:Fikisi – Sakran, Franke, Bilbija, Matt (77. Samardzic) – Cakmak (77. Steinbauer), Oschmann, Gelici (64. Sennur) – Ndualu, Elezi, Iraqi
Aufstellung VSG Altglienicke:Bätge – Lemke, Zeiger, Pütt, Brehmer – Inaler (25. Häußler) – Breitkreuz, Cigerci, Skoda, Meyer – J. Manske (72. P.-V. Manske)
Schiedsrichter:Lasse Koslowski (Frohnauer SC)
Tor(e):0:1 (29.) Ndualu, 1:1 (31.) Lemke, 1:2 (41.) Ndualu, 2:2 (45.) J. Manske, 3:2 (90.+5, FE) Cigerci
Zuschauer:keine
Gelbe Karte(n):Lemke, Breitkreuz – Gelici, Ndualu

Start in der Regionalliga – Lichtenberg 47 schockt Cottbus

Die Fußball-Regionalliga Nordost ist am 15. August in ihre neue Saison gestartet. Am 8. März wurde zuletzt um Punkte in dieser Spielklasse gekämpft. Coronabedingt wurde die Saison abgebrochen. Lok Leipzig durfte sich in der Qualifikation zur 3. Liga versuchen und scheiterte bekanntlich am SC Verl. Der FC Rot-Weiß Erfurt und Wacker Nordhausen verließen die Liga aus wirtschaftlichen Gründen. Sportliche Absteiger aus der Liga gab es nicht. Aus der Oberliga Nord stieg Tennis Borussia auf und aus der Süd-Staffel versucht sich der FSV Luckenwalde mal wieder in der Regionalliga. Aus der 3. Liga wieder in den Verantwortungsbereich des Nordostdeutschen Verbandes gewechselt die Absteiger FC Carl-Zeiss Jena und der Chemnitzer FC. So nehmen insgesamt 20 Mannschaften den Kampf den in dieser Saison besonders begehrten Meistertitel auf. Wer den Titel nach 38 Spieltagen erringt, ist aufgestiegen, ohne die nervenaufreibenden Qualifikationsspiele.

Es ist eine Konsequenz aus der neuen Aufstiegsregelung, die der DFB-Bundestag beschlossen hatte. Die sieht vor, dass ab der Spielzeit 2020/21 die Meister der Regionalliga Südwest und West immer direkt aufsteigen und die übrigen Staffeln zwei weitere Aufsteiger stellen. In einem jährlich rotierenden System steigt einer der drei Meister aus Nord, Nordost und Bayern direkt auf, die anderen beiden ermitteln in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger.

In der Saison 2020/21 wird nun eben die Regionalliga Nordost diesen dritten Direktaufsteiger in die dritte Liga stellen. Die Vertreter aus Nord und Bayern bestreiten die Aufstiegsspiele. In der Saison 2021/22 steigt der Meister aus Bayern direkt auf, in der Spielzeit 2022/23 ist die Regionalliga Nord mit dem Direktaufstiegsplatz an der Reihe.

Entsprechend haben die ambitionierten Vereine für den Titelkampf aufgerüstet. Direkt in Berlin beheimatet sind gleich 7 Teilnehmer, hinzu kommen mit Luckenwalde, Cottbus, Rathenow und natürlich Babelsberg Vereine aus dem näheren Berliner Umland. Bis auf Rathenow liegen alle anderen Spielstädte mehr südlich von Berlin. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern stellt keinen Teilnehmer. Seit dem Abstieg der TSG Neustrelitz ist kein Vertreter der nördlichen Regionen mehr dazu gekommen.

Die Saison in der 1. und 2. Bundesliga hat die Saison noch nicht begonnen. Zusammen mit der 3. Liga hat der DFB den Start für das Wochenende vom 18. bis 21. September vorgesehen. Insofern liegt das Hauptaugenmerk jetzt auf den Spielen der Regionalliga. Die Voraussetzungen und die damit verbundenen Zielstellungen für die Saison können bei den Teams unterschiedlicher nicht sein. Blicken wir nur auf die Berliner Teilnehmer lassen sich die „glorreichen Sieben“ in drei Gruppen einteilen. Da sind Mannschaften die einfach nur die Klasse halten wollen, Lichtenberg und Tennis Borussia, andere wollen im Mittelfeld eine sorgenfreie Saison bestreiten und vorsichtig nach blicken, der BFC Dynamo und dazu zählt wohl auch der BAK. Bleibt jetzt in der Aufzählung die dritte Gruppe, Mannschaften mit Meisterpotential. Die VSG Altglienicke hat an Qualität gewonnen und ja bekanntlich die vorangegangene abgebrochene Saison als Tabellenführer beendet. Nur die Quotientenregel sorgte dafür, dass Lok Leipzig die Aufstiegschance bekam. Viktoria ist immer zu beachten und Hertha II könnte unter Trainer Zecke Neuendorf ähnliche Ambitionen wie die 2. Vertretung des FC Bayern hegen.

Nach oben aus dem weiteren Berliner Umland will Energie Cottbus, die Mannschaft wurde verjüngt und als Zielstellung wurde die Rückkehr in die 3. Liga bis 2022 ausgegeben. Mit dem neuen Trainer Sebastian Abt, zuvor bei Energie im Jugendbereich tätig, wurde eine interne Lösung gefunden, die sicherlich auch ein paar Kosten spart. Mit Dimitar Rangelov wurde der Vertrag nicht verlängert und der Abgang der Leihspieler Berkan Taz und Torwart Lennart Moser müssen kompensiert werden.

Ihr erstes Saisonspiel haben die Cottbuser absolviert und sorgten aus ihrer Sicht für eine Negativüberraschung des Spieltages. Im Stadion der Freundschaft war Lichtenberg 47 zu Gast. Unterschiedlicher könnten beide Vereine nicht sein. In Cottbus wird unter professionellen Bedingungen gearbeitet, während die Berliner rund um das Hans Zoschke Stadion als Amateurverein weiter arbeiten. Die Spieler von Trainer Uwe Lehmann gehen alle entweder einem Beruf nach oder sind Studenten. In den vergangenen Wochen, für die Saisonvorbereitung, hatte Lehmann seine Spieler den ganzen Tag beisammen. Zukünftig wird wieder nach Feierabend trainiert. Es soll ein ähnliches Husarenstück wie in der Aufstiegssaison gelingen. Die Lichtenberger entwickelten sich zum Favoritenschreck und konnten am 1. Spieltag daran gleich anknüpfen.

Es durften 1.000 Zuschauer ins Stadion und es kamen 783. In der ersten Halbzeit sah alles nach einer klaren Angelegenheit für die favorisierten Cottbuser Gastgeber aus. Bereits in der 10. Minute sorgte der Neuzugang vom SV Meppen, Max Kremer für die 1:0 Führung. Anschließend schien es, als würden die Gäste aus Berlin überrannt werden. Die Cottbuser ließen bis zur Halbzeit klarste Chancen liegen. War der knappe Rückstand zur Pause für die 47er eher schmeichelhaft, wurde mit zunehmender Spieldauer in der 2. Hälfte immer verdienter. Die mangelnde Chancenverwertung fiel den Cottbuser auf die Füße. Die Amateure aus Berlin Lichtenberg schienen zudem die bessere Kondition zu haben. Sie wurden immer mutiger. In der 87. Minute gelang Marcel Rausch der 1:1 Ausgleich, dann flog ein Cottbuser mit gelb-rot vom Platz und in der 2. Minute der Nachspielzeit drehte Lichtenberg das Spiel komplett. Am Ende oder schluss-endlich stand ein Sieg der Gäste mit 2:1. Die wenigen Zuschauer in Cottbus verließen kopfschüttelnd das Stadion.

Der erste Spieltag machte es bereits deutlich, das wird eine spannende Saison und vielleicht bekommt die Hauptstadt wieder einen Drittligisten. Lediglich in der Premierensaison der damals neugegründeten 3. Liga stellte Berlin einen Teilnehmer. Es war der 1. FC Union Berlin, dem 2009 der Durchmarsch in die 2. Bundesliga gelang.

Hans-Peter Becker

Aito verlängert als ALBA-Cheftrainer und Israel Gonzalez wird Associate Headcoach

Aito Garcia Reneses bleibt auch in der kommenden Saison Cheftrainer von ALBA BERLIN. Der 73-jährige Spanier geht in seine vierte Spielzeit mit den Albatrossen. Der bisherige Assistenztrainer Israel Gonzalez (45) steigt zum Associate Headcoach auf und hat einen neuen Zweijahresvertrag erhalten.

Aito Garcia Reneses: „Ich fühle mich bei ALBA sehr wohl und identifiziere mich mit dem Programm und den beteiligten Personen. Ich freue mich darauf, wieder täglich mit den Spielern daran zu arbeiten, besser zu werden und das Maximum aus ihnen herauszuholen.“

ALBA-Sportdirektor Himar Ojeda: „Wir freuen uns sehr, dass Aito auch in der kommenden Saison unser Team betreut. Er findet mit seiner Art, seiner Expertise und seiner großen Erfahrung Wege jeden Spieler besser zu machen. Wir haben mit unseren Neuverpflichtungen und dem verbliebenen Spielern ein viel versprechendes Team zusammengestellt, von dem ein wichtiger Kern unsere Philosophie in den letzten Jahren verinnerlicht hat.“

Insgesamt geht der ALBA-Trainer- und -Betreuerstab mit Assistenztrainer Sebastian Trzcionka, Individualtrainer Carlos Frade, Athletiktrainer Pepe Silva, Physiotherapeut Henrik Lange, Teambetreuer Tommy Thorwarth sowie den Teamärzten Dr. Moritz Morawski und Dr. Gert Schleicher personell unverändert in die neue Saison.

Bis zum Sonntag treffen alle ALBA-Profis in der Hauptstadt ein. In der kommenden Woche beginnt unter weiterhin verstärkten Schutz- und Hygienemaßnahmen das Mannschaftstraining, in das die Spieler einsteigen können, sobald sie negativ auf das Coronavirus getestet wurden und die medizinischen Checks im Unfallkrankenhaus Berlin absolviert haben.

Vita Aito Garcia Reneses

Bleibt ALBA Trainer Aito Reneses Foto:© ALBA Berlin

Der am 20. Dezember 1946 in Madrid geborene Alejandro Garcia Reneses, der überall als „Aito“ bekannt ist, wurde in seiner bisherigen Karriere viermal als Trainer des Jahres in Spanien, zweimal als Trainer des Jahres im EuroCup und einmal als Trainer des Jahres in Deutschland ausgezeichnet. Er gewann neunmal die spanische Meisterschaft, fünfmal den spanischen Pokal, zweimal den Korac Cup sowie den ULEB Cup, den Saporta Cup, den FIBA Europe Cup und jüngste die Deutsche Meisterschaft und den deutschen Pokal. Außerdem erreichte er sechs EuroLeague Final Fours, vier EuroLeague-Finalspiele und in seiner Zeit bei ALBA BERLIN sechs von sieben möglichen Finals (3x BBL, 3x Pokal, 1x EuroCup).

Aito schlug nach einer zehnjährigen Spielerkarriere für Estudiantes Madrid und den FC Barcelona 1973 in Badalona (Cotonificio und später Joventut) die Trainerlaufbahn ein. 1985 wurde er Headcoach des FC Barcelona, den er – mit zwei Unterbrechungen – bis 2002 anführte. In der ersten Unterbrechung war er ab Sommer 1990 als General Manager des Clubs tätig, übernahm aber im Laufe der Saison 1992/93 wieder den Trainerposten. Die zweite Unterbrechung war eine einjährige Auszeit zwischen den Spielzeiten 1996/97 und 1998/99. 2003 kehrte er zu Joventut Badalona zurück und coachte von 2008 bis 2016 auch noch Unicaja Malaga, Cajasol Sevilla und Gran Canaria. Bei ALBA trainiert der mittlerweile 73-Jährige erstmals ein nicht-spanisches Team.

Unter Aito entwickelte sich der FC Barcelona von 1985 bis 2002 zum Erzrivalen des bis dahin in Spanien dominierenden Real Madrid. Nach seinen zahlreichen Erfolgen mit den Katalanen (9x Meister, 4x Pokalsieger und 3x Europapokalsieger) trumpfte „Aito“ 2008 auch mit dem Außenseiter Joventut Badalona auf, den er zum Gewinn des ULEB Cups führte. Anschließend coachte er im Sommer das spanische Nationalteam in Peking zu olympischem Silber (die USA gewannen das heiß umkämpfte Finale knapp mit 118:107).

Garcia Reneses modernisierte schon in seinen frühen Jahren den spanischen Basketball, vor allem in defensiver Hinsicht. So führte er auf der iberischen Halbinsel die Pressverteidigung ein. In späteren Trainerjahren machte er sich immer dafür stark, jungen Talenten früh Vertrauen zu schenken. Viele spanische Nationalspieler und heutige NBA-Stars warf die spanische Trainerlegende schon ins kalte Wasser, als sie noch Teenager waren. Pau Gasol, Ricky Rubio und der Lette Kristaps Porzingis wurden später von der NBA als Picks Nr. drei, vier und fünf gedraftet. Dieser Linie blieb er auch in Berlin treu und scheute sich nicht davor, ALBA-Talente wie Jonas Mattisseck, Tim Schneider oder Franz Wagner auch in den entscheidenden Phasen wichtiger Spiele aufs Feld zu schicken.

Stationen, Auszeichnungen und Erfolge als Trainer:

Circulo Catolico / Cotonificio Badalona (1973/74 – 1982/83)
ACB Coach des Jahres 1976

Joventut Badalona (1983/84 – 1984/85)

FC Barcelona (1985/86 – 1989/90, 1993 – 1996/97, 1998/99 – 2001/02)
Sieger Saporta Cup 1986
Sieger Korac Cup 1987, 1999
Meister 1987, 1988, 1989, 1990, 1995, 1996, 1997, 1999, 2001
Pokalsieger 1987, 1988, 1994, 2001
ACB Coach des Jahres 1990

Joventut Badalona (2003/04 – 2007/08)
Sieger FIBA Europe Cup 2006
Sieger ULEB Cup 2008
Pokalsieger 2008
ACB Coach des Jahres 2006, 2008

Nationaltrainer Spanien 2008 (Olympia-Silber)

Unicaja Malaga (2008/09 – 2010/11)

Cajasol Sevilla (2012/13 – 2013/14)

Herbalife Gran Canaria (2014/15 – 2015/16)
EuroCup Cup Coach des Jahres 2015

ALBA BERLIN (2017/18 – 2019/20)
BBL Coach des Jahres 2018
EuroCup Coach des Jahres 2019
Meister 2020
Pokalsieger 2020

Quelle: ALBA BERLIN Pressestelle

Spandau meldet Blitztransfer-Coup !

Das kroatische Nachwuchstalent Ivan Zovic ist bereits seit Wochenbeginn beim Training in Berlin.

Der 23-jährige Linkshänder stand bisher beim Champions-League-Rivalen Jadran Split unter Vertrag und war den Spandauern noch unangenehm aus den letzten CL-Spielen gegen die dritte Kraft Kroatiens aus der Wasserballhochburg  Split in Erinnerung.

Während seines letzten Auftritts in Berlin erzielte Ivan Zovic gegen Spandaus Weltklasse-Torhüter Laszlo Baksa einige sehenswerte Tore. Das war seine persönliche Bewerbung bei Spandau.

Zovic war europaweit einer der wenigen Spieler, der noch keine neue vertragliche Bindung für die in Kürze startende Saison eingegangen war. Er hatte sich nicht zwischen den Angeboten aus Griechenland und Kroatien entscheiden können.

Präsident Hagen Stamm: „Nach dem unerwarteten Weggang von Tiberiu Negrean konnte Ivan Zovic die Wasserfreunde als dritte Alternative in Betracht ziehen. Spandau konnte mit seiner Konzeption und der Attraktivität Berlins überzeugen. Die europaweit anerkannte Trainerarbeit bei den Wasserfreunden, insbesondere bei der Zielstellung, junge Spieler zu fördern, gab dann den Ausschlag für Berlin.“

Ivan wird das Spandauer Spiel als weiterer Linkshänder extrem variantenreicher gestalten und kann schon beim nächsten Spitzenspiel am 25. August um 19.00 Uhr in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg gegen Waspo 98 Hannover seine Visitenkarte in der Wasserball Bundesliga abgeben.

Wir sind froh, noch kurz vor Toresschluss einen solchen Coup gelandet zu haben !

Die Spandauer mussten allerdings zuvor einen schmerzhaften Abgang verzeichnen.

Tiberiu Negran verläßt die Wasserfreunde © Foto: Roehle

Zwei Wochen nach dem erneuten Trainingsbeginn zur Vorbereitung auf die am 25.8.20 gegen Waspo Hannover unter der Regie des DSV beginnende Saisonneuauflage 19/20, bat der rumänische Stürmerstar Tiberiu Negrean die Wasserfreunde trotz des bestehenden Vertrages um seine  sofortige Freigabe.

Der Vater von 2 kleinen Söhnen, die bereits seit Jahresbeginn mit der Ehefrau Negrean´s in Rumänien bei der Familie wohnen, hatte sich im März diesen Jahres entschieden, noch eine weitere und letzte Saison bis Juni 2021 im verschobenen, neuolympischen Tokio-Jahr für Spandau zu stürmen.

Jetzt aber beeinflusst die aktuelle Corona-Lage und die daraus resultierende Sorge um seine Familie, verbunden mit weiteren familiären Aufgaben in Rumänien, Negrean´s sportlicher Planung.

Der Trainer der Wasserfreunde, Petar Kovacevic erklärt dazu: „Wir werden Tibi, nachdem jetzt fast alle europäischen Spielerwechsel vollzogen sind, sicher nicht mehr adäquat ersetzen können. Seine Verdienste für Spandau und unser Verständnis für seine familiäre Situation in dieser schwierigen Zeit haben uns bewogen, nicht auf eine Vertragserfüllung zu bestehen, und ihn freizugeben.

Negrean bedankte sich: “Ich werde im Herzen immer Spandauer bleiben, es war eine tolle Zeit in Berlin, aber meine Familie braucht jetzt ihren Vater in Rumänien.“

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Roehle

Die „schillernde Pappfigur“ des Spandauer SV – Berliner Fußballgeschichte(n) Teil 2

Lassen wir im 2. Teil den Betroffenen selbst zu Wort kommen, wie es war, als Christian Zschiedrich den bisher schlechtesten Zweitligaabsteiger aller Zeiten als Trainer übernommen hatte:

Heinz Balzer holte mich als Trainer für die neue Saison 76/77. Ich bat um kurze Zeit des Bedenkens, was mich wohl in den nächsten zwei Jahren, so der Vertrag, alles erwarten würde? Schließlich hatte ich nach Rückkehr aus dem Bundesgebiet mit Union 06 im Poststadion die Oberliga halten können, obwohl Peter Stark im Anhang mit acht Spielern die Mannschaft verlassen hatte. Ich hatte mir dadurch einen guten Ruf jetzt auch in Berlin erarbeitet. Die Trainer B-Lizenz machte ich bei Dettmar Cramer in Duisburg, als jüngster Teilnehmer mit Sondergenehmigung und zum Spandauer SV kam ich durch Empfehlung aus Hennef. Ich war jetzt frisch gebackener DFB-A-Lizenzinhaber, erworben in Lehrgängen unter der Leitung von Karl-Heinz Heddergott.

Mit Heinz Balzer hatte ich ein ausgesprochen gutes Einvernehmen und freundschaftlich entwickelte sich das Verhältnis zum Geschäftsführer Manfred Bartels. Verwundert war ich über eine Warnung gegenüber der Person von Lothar Berger. Er hatte als mein Vorgänger auf dem Trainerposten den Verein nicht verlassen, sondern blieb in neuer Funktion 2. Vorsitzender.

Für mich ein Desaster und für den Verein ein Schock, am 8. Oktober 1976 trat der SSV-Vorsitzende Heinz Balzer von seinem Amt zurück. Lothar Berger rückte auf die Position des 1. Vorsitzenden nach. Was ich mir dann erlaubte, das darf man als Trainer nicht. Ich gestehe, unüberlegt gehandelt zu haben. In einer Mannschaftssitzung nannte ich Lothar Berger, den 1. Vorsitzenden und somit meinen Vorgesetzten, eine „schillernde Pappfigur“!

Die Folgen blieben nicht aus. Was es an Möglichkeiten gibt, gegen einen Trainer zu Felde zu ziehen, war mir in meinem Wirken bisher verborgen geblieben. So etwas kannte ich nicht. Ich hatte einen Absteiger übernommen, da war nicht nur nur eitel Sonnenschein. Mir war der Fitnesszustand der Mannschaft nicht verborgen geblieben. Voller Einsatz, nicht nur im Spiel, auch im Training war angesagt. Das Abwehrverhalten und die Zweikampfführung mussten sich ändern. Zudem brauchte die Mannschaft wieder mehr Selbstvertrauen.

Quelle: https://blau-weiss-niederembt.de/Vereinschronik

Bei allen anfänglichen Schwierigkeiten machten wir sichtbare Fortschritte. Das registrierten auch unsere Anhänger. Am Anfang stand ein unerwarteter Sieg im DFB-Pokal auswärts mit 3:1 in Niederembt. Wir erreichten die 2. Runde im Pokal. Unseren Torjäger Manfred Schwarze machte ich vor dem Spiel mit einer Wette heiß: „Wenn du ein Tor schießt, springe ich per Köpper vom Zehnmeterturm“. In der Sonntagsausgabe des Spandauer Volksblattes stand am 8. August 1976 in großen Lettern: SSV-Trainer sprang vom Zehnmeterturm und im darunterstehenden Bericht wurde ausführlich beschrieben, wie der SSV dreimal eiskalt konterte.

Es blieb dabei, ohne Fleiß kein Preis. Trainiert wurde auf dem „Schmuckstück“ an Neuendorfer Straße. So kamen wir immer besser in Schwung. So ganz nebenbei, der Vater von Neuzugang André Niespodziany verriet mir vor dem Pokalerfolg: „Konditionell ist mein Sohn fit wie noch nie“.

Es gab weiter positive Schlagzeilen. Die Berliner Morgenpost titelte am 23. Dezember 1976 : „SSV gewann Pokal und Paris-Reise“. Das Finale bei einem Hallenturnier wurde durch den Siegtreffer von Frank Marczewski über Herthas Amateure gewonnen. Dennoch ging das schmutzige Wäschewaschen gegen den Trainer weiter. Die Reise nach Paris durfte ich schon nicht mehr mitmachen. Ich wurde offiziell sogar einmal für einen Tag von Lothar Berger beurlaubt. Er übernahm das Training.

Fünf Spiele vor Saisonende hatte ich es mit der Mannschaft geschafft, endlich wieder die Tabellenführung in der Oberliga einzunehmen. Ich fühlte mich wie ein Gewinner. Auf Betreiben von Lothar Berger wurde ich meines Traineramtes enthoben. Der BFV bot mir das satzungsgemäße Schlichtungsverfahren an. Das führte zu keiner Einigung. Demzufolge blieb mir nur die Klage vorm Arbeitsgericht. Sie ging zu meinen Gunsten aus. Der SSV musste blechen. Als Trainer beerbte mich Gerd Achterberg, der prompt die letzten drei Spiele mit dem SSV verlor. Der Meistertitel wurde verspielt. Erfolgscouch Gerd Achterberg und ich blieben Freunde. Was aus Lothar Berger geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Der Autor, links im Bild, als Trainer von Union 06. Foto: Christian Zschiedrich

Man sieht sich im Leben oft zweimal. 1978 war ich in Heiligensee mit meinem Hausbau beschäftigt. So war es mir nicht möglich, mehrmals wöchentlich mit einem Oberligaverein zu trainieren. An Wochenenden war man ja ohnehin als Trainer immer sehr eingespannt. Der SC Heiligensee, quasi vor meiner Haustür, rannte mir die Bude ein. Nun, zweimal in der Woche mit einem C-Klassen-Verein zu arbeiten, das war zu schaffen. Es war ein angenehmes Arbeiten. Der Erfolg blieb erneut nicht aus. Wir schafften den Aufstieg! Unvergessen wurde wieder ein Pokalspiel. Uns wurde als C-Klassenvertreter im Berliner Pokal die Oberligamannschaft des Spandauer SV zugelost. Oberliga gegen C-Klasse am Elchdamm, wird ja wohl hoffentlich nicht zweistellig werden. Im Gegenteil, uns gelang die Sensation, der C-Klassenverein SC Heiligensee schoss den Oberligisten Spandauer SV aus dem Berlin-Pokal!

Es tut mir bis heute weh. Der 1894 gegründete Spandauer SV ist jetzt Geschichte und wurde 2016 aus dem Vereinregister gelöscht.

Christian Zschiedrich

Max Kruse wird ein Eiserner

Das erste Testspiel der Saison ging in Cottbus gegen den Regionalligisten FC Energie mit 3:1 zu Gunsten des Bundesligisten aus. Für die Cottbuser war es die Generalprobe für die bevorstehende Saison in der Regionalliga Nordost, während es für die Wuhlheider um eine erste Standortbestimmung ging. Nicht mit dabei war der kürzlich verpflichtete Max Kruse.

Der 1. FC Union hat mit dem Ex-Nationalspieler zweifellos einen Akteur verpflichtet, der die Mannschaft auf ein höheres Niveau hieven könnte. Nicht nur sportlich, auch in punkto mediale Wahrnehmung dürfte er für seinen neuen Verein einiges leisten können. Kruse ist einer, der unverblümt sagt was er denkt. Einer, so drängt sich der Eindruck von außen auf, immer eine gewisse Reibung braucht, um seine Leistung zu bringen. Bei seiner letzten Bundesligastation, er war Kapitän des SV Werder Bremen, ließ sein Trainer Florian Kohfeldt verlauten, dass er ein Spieler sei, der gern gegenüber seinen Vorgesetzten anspricht was nicht passt. Solche Querdenker sind ganz, ganz selten geworden. In Bremen hatten sie unterdessen gehofft, dass der verlorene Sohn wieder zurückkehrt. Seinen Weggang hätten sie an der Weser fast mit dem Abstieg bezahlt.

Ein bisschen darf gerätselt werden, warum er sich nach dem Abenteuer Istanbul ausgerechnet für die Köpenicker entschied. Unions Kaderplaner Oliver Ruhnert wird in der Pressemitteilung zu der Verpflichtung mit dem Satz zitiert: „Dass ein ablösefreier Spieler dieser Qualität viele Optionen hatte und sich trotz wirtschaftlich deutlich höher dotierter Angebote für Union entschieden hat, freut uns sehr und zeigt, dass Union als Club mit anderen Werten punkten kann.“

Das ist die eine Seite, eine andere wird sein, wie passt ein Max Kruse, der beim den Eisernen mit der Rückennummer 10 auflaufen wird, in das taktische Konzept. Bisher trug diese Rückennummer Sebastian Andersson, der wohl nicht in Berlin bleiben wird und wenn doch, wird er künftig mit der Nummer 9 auf dem Rücken spielen. Sebastian Andersson als klassischer Mittelstürmer und dahinter Max Kruse als hängende Spitze. Das könnte funktionieren, wenn die Eisernen ihr Spiel künftig auf mehr Ballbesitz ausrichten könnten. Trainer Christian Streich hat es in Freiburg vorgemacht, als Kruse dort in der Saison 2012/13 spielte. Die Saison endete für die Freiburger auf Platz 5 und der Qualifikation für die Europa-League. Es war dort vorrangig ein 4-4-2 System. Kruse spielte meist hinter dem Mittelstürmer. In Gladbach, unter Lucien Favre wurde er ähnlich eingesetzt.

Mit einem Max Kruse machen nur lange vertikale Pässe in Richtung auf das gegnerische Tor nach Balleroberung wenig Sinn. In der vergangenen Saison war Union das Team mit den meisten langen Bällen pro Spiel (71, Ligaschnitt: 62) und der zweitschwächsten Passquote (76,1 Prozent, Ligaschnitt: 82,1 Prozent). Kruse ist vor allem ein Spielgestalter im klassischen Sinn, der Tore am liebsten vorbereitet und, das ist das Besondere, er hat auch Spaß daran selbst welche zu schießen. Der letzte dieser Art beim 1. FC Union war Torsten Mattuschka. Einer seiner Nachfolger hätte Marcel Hartel werden können. Sein Können brachte Arminia Bielefeld den Aufstieg in die Bundesliga.

Die Eisernen setzten mit Kruse weiter auf Erfahrung, der Nachwuchs hat es weiter schwer. Eine zweite Mannschaft gibt es nicht mehr, so müssen Talente wie Julius Kade und Lennard Maloney zunächst ihr Glück in der Fremde suchen. Das Ziel heißt Klassenerhalt. Sollte Max Kruse seine gewohnte Leistung für den 1. FC Union abrufen können, wird man ihm ab und zu einen kleinen Ausflug in die reichhaltige Berliner Kultur gönnen.

Hans-Peter Becker

Finalteilnehmer sind ermittelt

Die Teilnehmer am Berliner Pokalfinale sind ermittelt. Bei hochsommlicher Hitze und unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden am Samstag, 8. August die beiden Halbfinals nachgeholt. Standesgemäß setzte sich im Hubertus-Sportplatz der Regionlligist Viktoria Berlin gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Berliner SC mit 3:0 durch. Der Gastgeber aus der Berlin-Liga konnte in der ersten Halbzeit halbwegs mithalten und lag nur mit 0:1 hinten. In der zweiten Halbzeit setzte sich größere individuelle Klasse des aufstrebenden Regionaligisten mehr und mehr durch, so dass am Ende ein klares Ergebnis in das Protokoll geschrieben werden konnte. Für den FC Viktoria beginnt bereits in einer Woche, am 15. August die neue Saison. Der Trainingszustand war entsprechend besser, als beim Vertreter aus der Berlin-Liga. So musste der BSC auf seinen Stammtorwart verzichten, der noch im Urlaub weilte. An seinem Ersatzmann lag es nicht, dass die angestrebte Überraschung ausblieb, im Gegenteil, er verhinderte eine höhere Niederlage.

Im Jahnsportpark wurde in einem Regionalliga-Duell zwischen dem BFC Dynamo und der VSG Altglienicke der andere Finalteilnehmer ausgespielt. Erwartet wurde ein spannendes Spiel. Der BFC erwischte einen rabenschwarzen Tag. Kaum hatten sie den Platz betreten, da lagen sie bereits hinten. Es war noch nicht ganz eine Minute gespielt, da zappelte der Ball bereits im Netz. Die Schützlinge von Karsten Heine und Torsten Mattuschka schraubten das Ergebnis auf 5:0, ehe dem BFC, kurz vor dem Schlusspfiff, der Ehrentreffer gelang und das Ganze für die Dynamos mit 1:5 etwas freundlicher aussehen ließ.

Das Finale um den Berliner AOK Pokal tragen so die VSG Altglienicke und der FC Viktoria 1889 Berlin am 22. August im Jahnsportpark aus. Die Anstoßzeit ist für 16:45 Uhr festgelegt und wahrscheinlich wird wieder ohne Publikum gespielt werden müssen. Die ARD zeigt Ausschnitte der Partie im Rahmen des Finaltags der Amateure.

Hans-Peter Becker

Die „schillernde Pappfigur“ des Spandauer SV – Berliner Fußballgeschichte(n) Teil 1

Gemeinsam mit Westfalia Herne stieg der Spandauer SV 1975 in die 2. Liga Nord auf. Die Saison 75/76 nahm für die Berliner einen blamablen Verlauf. Am Sonntag, dem 13. Juni 1976 setzte es am letzten, dem 38. Spieltag, gegen Göttingen 05 eine 1:4-Niederlage. Mitaufsteiger Herne dagegen landete mit 40:36 Punkten und 60:57 Toren auf Platz 10, der SSV weit abgeschlagen auf Platz 20, kassierte in der Saison doppelt so viele Tore wie Herne. Meister wurde mit 54:22 Punkten und 86:43 Toren Tennis Borussia Berlin. Borussia Dortmund landete mit zwei Punkten weniger auf den 2. Rang.

Aufsteiger bringen erfahrungsgemäß oft im ersten Jahr, mit viel Energie und Euphorie in der oberen Liga, erstaunliche Leistungen zustande. Der Klassenerhalt, auch dafür gibt es unzählige Beispiele, fällt den Aufsteigern im zweiten Jahr erstaunlicherweise schwerer.

Der SSV fand zwar großen Zuschauer-Rückhalt und vor allem in Spandau großartige Unterstützung. Die Heimspiele im damaligen Stadion am Askanierring waren stets gut besucht. Der Spandauer SV konnte sich mit den kaum erwarteten guten Einnahmen – nun sagen wir – über Wasser halten. Trotz der Misserfolge hielt der Anhang dem Club die Treue. Man stelle sich vor, der SSV hätte die ersten 14 Liga-Pflichtspiele nicht sang und klanglos verloren, so gab es nichts mit Energie und Euphorie.

Aufstiegstrainer Lothar Berger überstand die Niederlagenserie, trotz einsetzender Kritik an der Spielweise. So war der Abstieg aus taktischen Gründen angeblich vorprogrammiert. In der Regel überstehen viele Trainer eine Niederlagenserie von mehr als fünf Spielen nicht. Dass es in Spandau, mit dem SSV jedoch so schlimm kommen würde, am Ende standen 33:115 Tore und 8:68 Punkte zu Buche. Selbst Laien sagten sich, wer 115 Tore in einer Saison kassiert, da kann was nicht stimmen. In damaliger Zweier-Punktewertung bedeuteten 68 Minuspunkte 34 verlorene Spiele. Bis heute nimmt der SSV in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga von 127 Vereinen den letzten Platz ein.

Dem Vorstand wurde zugutegehalten, grundsolide gewirtschaftet zu haben, auch wenn die Verpflichtung von Helmut Kosmehl, dem Handball-Nationalspieler aus Gummersbach, von Insidern mit Kopfschütteln registriert wurde. Auf wessen Konto das ging, sei einmal dahingestellt. Lothar Berger klammerte sich an einen Strohhalm. Chef im Ring, mit großen Verdiensten war Präsident Heinz Balzer. Ohne die Mittel aus seinem Unternehmen am Spandauer Lindenufer wären die Erfolge bis zum Aufstieg in die Zweite Liga wohl kaum denkbar gewesen. Zwei Spieler stachen leistungsmäßig hervor: Der Torwart Ulli Bechem (am 11. Juli 2020 leider verstorben) und Allrounder Frank Marczewski. Er schoss das erste Zweitligator beim 2:7 (0:4) gegen Union Solingen. Erwähnenswert, Berger hatte nicht die gültige Trainerlizenz für die Liga. Ein Staakener Sportlehrer half, jedoch nur namentlich auf dem Papier.

So ein bitterer Abstieg hat mitunter drastische Folgen für Mannschaft und Verein. Heinz Balzer holte Christian Zschiedrich als Trainer für die neue Saison 76/77. Fortsetzung folgt…..

Restrukturierung bei den Eisbären – der langjährige Pressesprecher muss gehen

Die Corona-Epedemie hinterlässt immer deutlicher ihre unangenehmen Spuren. Der Blick in die Wirtschaftsnachrichten verheißt nichts gutes. Dem Sport geht es schlecht. Wettkämpfe können nicht stattfinden und die Sponsoren haben nicht mehr soviel Geld übrig. Die Eisbären Berlin haben ihren langjährigen Pressesprecher Daniel Goldstein entlassen. „Ich bin noch etwas schockiert und leicht sprachlos“, sagte Goldstein dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. „Nach über 20 Jahren Arbeit für meine Eisbären und über 30 Jahren Fansein werde ich sicher eine Weile brauchen, um das zu verdauen.“ Der Geschäftsführer der Eisbären Peter John Lee sprach gegenüber der derselben Zeitung von einer schweren Entscheidung „aber es sei eben im Rahmen der „Restrukturierungen alles nicht einfach“. Mein Gott, der Daniel sei so lange im Klub wie er, sagte Lee. Logisch, sei das bitter. „Aber so ist die Situation.“

Daniel Goldstein am 6.9.2013 zusammen mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki Foto © Hans-Peter Becker

Seit 2007 war er der Verantwortliche für die Pressearbeit und davor arbeitet er als Assistent von Moritz Hillebrand, den er auf der Position des Pressesprechers ablöste. Jedes Jahr zum Saisonbeginn erhielt unsere Redaktion die Akkreditierungen. Wir sagen an dieser Stelle Danke für langjährige gute Zusammenarbeit.

Höhepunkt zur Eröffnung der Arena am Ostbahnhof 2008, nach dem Spiel der Eisbären gegen Tampa Bay Lightning, Pressekonferenz mit Olaf Koelzig Foto ©Hans-Peter Becker

Was hat das zu bedeuten ? Der Geldgeber der Eisbären, die Anschutz Entertainment AG hat den Rotstift angesetzt. Nicht nur der Profi-Sport auch die Unterhaltungsbranche ist schwer von der Pandemie betroffen. In die Kassen von Anschutz fließt weniger Geld. Die Eisbären machen Verluste und sind auf eine Patronatserklärung der Anschutz Entertainment AG angewiesen.

Wie geht es weiter mit dem Eisbären ? Die nächste Saison in der DEL soll im November starten. Das erste Spiel in der Hockey Champions League ist für den 6. Oktober 2020 vorgesehen. Für den Saisonstart werden Geisterspiele zumindest in Erwägung gezogen. Dem Sender Info-Radio gab Peter John Lee ein Interview: „Ja, wir können vielleicht ein bisschen besser überleben als andere Klubs. Es gibt immer ein oder zwei Mannschaften, die ein bisschen einen Vorteil haben. Aber ich glaube, das trifft uns alle.“

Hans-Peter Becker