Berliner Mannschaften im kommenden DFB-Pokal

In diesem Jahr ist alles anders. Es stehen zwar noch nicht alle Teilnehmer an der 1. DFB-Pokal Runde fest, der Pokaltag der Amateure fiel der ersten Corona-Welle zum Opfer und soll im August irgendwie nachgeholt werden, gelost wurde trotzdem. So kamen halt Platzhalter zum Einsatz und vor der Auslosung wurde gezeigt, wie es mal war, in vollbesetzten Stadien, auf überfüllten Sportplätzen in der Provinz, als die Behelfstribünen wackelten, wenn Favoritenstürze bejubelt werden konnten.

Die beiden Berliner Proficlubs hatten nicht unbedingt das, was als Losglück bezeichnet werden kann. Hertha BSC hat wenigstens keine lange Anreise und muss beim Zweitligaaufsteiger oder besser Rückkehrer Eintracht Braunschweig ran. Die Braunschweiger hatten zuvor ihre weitere Teilnahme am Pokal des Niedersächsischen Verbandes abgesagt. „Wir möchten so den Weg frei machen, um den drei Regionalligisten TSV Havelse, VfB Oldenburg und BSV Rehden einen sportlich fairen Wettbewerb um die Teilnahme am DFB-Pokal zu ermöglichen“, erläutert Peter Vollmann, Sportdirektor von Eintracht Braunschweig.“ Hertha ist in Braunschweig als Pokalgegner kein Unbekannter. Bereits drei Mal waren sie an der Hamburger Straße zu Gast. So lautete der erste Kommentar aus dem Hertha-Lager. „Wieder nach Braunschweig. – Es wird auch dieses Mal ein hartes Stück Arbeit, solche Duelle haben immer eine gewisse Brisanz. Aber natürlich kann unser Ziel nur lauten, weiterzukommen“, kommentierte Michael Preetz die Paarung, die es so schon vor zwei Jahren gab. Damals gewannen die Spreeathener nach Toren von Marvin Plattenhardt und Vedad Ibisevic mit 2:1.“ Davor allerdings, 2004 und 1974 wurde verloren.

Der 1. FC Union muss etwas weiter anreisen. Gegner ist ein alter Bekannter aus der 2. Bundesliga, der aktuelle Zweitligist Karlsruher SC. Weitere Worte zum Gegner waren bisher aus der Alten Försterei nicht zu hören. Im Pokal ist diese Begegnung eine Premiere, als Zweitligisten spielten sie 20 Mal gegeneinander. Die Bilanz ist recht ausgeglichen, 7 Siege, 7 Niederlagen und 6 Unentschieden stehen zu Buche.

Geplant ist, dass die Spiele zwischen dem 11. und dem 14. September 2020 stattfinden. Der dritte Teilnehmer aus Berlin wird noch ermittelt, sportlich oder vielleicht per Los ? Der Gegner steht bereits fest. Es wird, wie 2018, der 1. FC Köln sein, damals ein Zweitligist, es war ein deutlicher Sieg gegen den BFC Dynamo. Diese Partie könnte eine erneute Auflage erfahren. Der BFC steht im noch nicht ausgetragenen Halbfinale.

Geplant ist: „Am 22. August 2020 wollen sich am Finaltag der Amateure weitere unterklassige Mannschaften qualifizieren. Über 90 Vereine kämpfen dann noch um die 23 freien Plätze in der erste Pokalrunde. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar: Alle Amateurclubs müssen bis Mitte August eine Heimspielstätte benennen und vor allem ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Hygienekonzept vorlegen.“

Hans-Peter Becker

Ein Neuer aus Japan für Union

Verstärkung aus der J-League: Union verpflichtet Nationalspieler Keita Endo

 Der 1. FC Union Berlin verstärkt seine Offensive für die kommende Saison und verpflichtet Flügelstürmer Keita Endo vom japanischen Erstligisten Yokohama F. Marinos.

​Der 175 cm große Offensivspieler, der in Japans höchster Spielklasse vorwiegend auf der linken Außenbahn zum Einsatz kam, entstammt der Nachwuchsabteilung der Yokohama F. Marions und absolvierte bisher insgesamt 141 Partien in Liga, Pokal und der Asiatischen Champions League. Dabei gelangen dem 22-Jährigen 16 Treffer, sowie 22 Vorlagen. Nachdem Endo die japanischen Nachwuchsnationalmannschaften durchlief feierte der Linksaußen im Dezember 2019 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Japans für die er mittlerweile zwei Spiele bestritt. 

„Ich bin sehr stolz den Schritt in die Bundesliga gehen zu können und mein Können in einer der besten Ligen der Welt zeigen zu dürfen. Ich habe sehr viel Gutes vom Verein und der Stadt gehört und bin froh schon bald im Stadion An der Alten Försterei aufzulaufen“, freute sich Keita Endo nach seiner Unterschrift.

„Wir haben Keita Endo lange beobachtet und freuen uns, dass er sich für den Schritt nach Köpenick entschieden hat. Keita ist ein sehr interessanter Spieler mit tollen Anlagen, der uns mit seiner Schnelligkeit und Technik weiterhelfen kann. Jetzt gilt es ihn so schnell wie möglich zu integrieren und ihm das Ankommen in Deutschland so gut wie möglich zu gestalten, damit er sein volles Potenzial in der Bundesliga unter Beweis stellen kann“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, den Transfer.

Der 1. FC Union Berlin leiht Keita Endo bis zum 30.06.2021 von den Yokohama F. Marinos, eine Kaufoption wurde vereinbart.
Quelle: 1. FC Union Berlin

Personalplanungen bei ALBA – Vertragsverlängerung mit Tim Schneider

Power Forward Tim Schneider verlängert seinen Vertrag mit ALBA BERLIN. Der 22-jährige war der erste Spieler aus dem ALBA-Nachwuchs, der über die Kooperation mit Lok Bernau zum ALBA-Profi geworden ist. Im Sommer 2017 erhielt er im Alter von 19 Jahren seinen ersten Profivertrag für drei Saisons. In den drei Jahren hat der gebürtige Berliner sich eine feste Rolle in der Rotation von Coach Aito und im November 2018 sein erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft erarbeitet. Nun wurde sein Vertrag um zwei weitere Saisons verlängert.

LBA verlassen werden hingegen Kenneth Ogbe und Tyler Cavanaugh. Ogbe schließt sich Brose Bamberg an, während das Ziel von Cavanaugh noch nicht bekannt ist. Der deutsche Guard/Forward stand in zwei Jahren bei den Albatrossen 99 Mal auf dem Parkett und erzielte dabei 326 Punkte. In der abgelaufenen Spielzeit hat er im Schnitt 4,4 Punkte und 2,0 Rebounds in der Bundesliga und 2,4 Punkte und 1,2 Rebounds in der EuroLeague markiert. US-Power Forward Cavanaugh war eine Saison für ALBA aktiv und erzielte in der Zeit insgesamt 240 Zähler. In der BBL hat er 9,2 Punkte und 4,1 Rebounds sowie in der EuroLeague 6,4 Punkte und 3,3 Rebounds pro Partie aufgelegt. ALBA BERLIN bedankt sich herzlich bei beiden für ihren tadellosen Einsatz und ihre guten Leistungen und wünscht alles Gute für den weiteren Weg.

LBA verlassen werden hingegen Kenneth Ogbe und Tyler Cavanaugh. Ogbe schließt sich Brose Bamberg an, während das Ziel von Cavanaugh noch nicht bekannt ist. Der deutsche Guard/Forward stand in zwei Jahren bei den Albatrossen 99 Mal auf dem Parkett und erzielte dabei 326 Punkte. In der abgelaufenen Spielzeit hat er im Schnitt 4,4 Punkte und 2,0 Rebounds in der Bundesliga und 2,4 Punkte und 1,2 Rebounds in der EuroLeague markiert. US-Power Forward Cavanaugh war eine Saison für ALBA aktiv und erzielte in der Zeit insgesamt 240 Zähler. In der BBL hat er 9,2 Punkte und 4,1 Rebounds sowie in der EuroLeague 6,4 Punkte und 3,3 Rebounds pro Partie aufgelegt. ALBA BERLIN bedankt sich herzlich bei beiden für ihren tadellosen Einsatz und ihre guten Leistungen und wünscht alles Gute für den weiteren Weg.

Tim Schneider: „Ich wollte gerne bei ALBA bleiben und der Klub wollte mich halten, so dass die Verlängerung eine logische Entscheidung war. Ich fühle mich sehr wohl im ALBA-Programm, mag das Team sehr und bin froh bei Familie und Freunden in meiner Heimat Berlin zu sein. Dazu habe ich hier die Möglichkeit, mich im besten Wettbewerb Europas weiterzuentwickeln und dabei von Spielern wie Luke Sikma zu lernen. Ich arbeite täglich an meiner Physis, um nie wieder von langfristigen Verletzungen zurückgeworfen zu werden.“

Am 1. September 1997 in Berlin-Schöneberg geboren, wuchs Tim Schneider in Teltow auf und begann als Neunjähriger bei Eintracht Stahnsdorf mit dem Basketballspielen. 2011 wechselte er zu ALBA BERLIN und besuchte fortan das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin, wo der Forward den schulischen und sportlichen Alltag optimal miteinander verbinden konnte. Über die U16-Auswahl in der JBBL arbeitete er sich in das U19-Team der Albatrosse und gewann 2014 die NBBL-Meisterschaft.

In der Saison 2016/2017 sammelte der 2,08 Meter große Forward für Lok Bernau in der ProB bei 23 Minuten pro Partie wertvolle Erfahrungen und kam zusätzlich zu ersten kurzen Einsätzen in der BBL sowie im EuroCup mit den ALBA-Profis. In den Spielzeiten 2017/2018, 2018/2019 und 2019/2020 war Tim fester Bestandteil des Kaders von Coach Aito Garcia Reneses. In der abgelaufenen Saison erzielte er in der BBL 5,0 Punkte und 2,7 Rebounds in 13,0 Minuten pro Partie und in der EuroLeague 3,8 Punkte, 1,3 Rebounds in 13,8 Minuten. Aufgrund eines mittlerweile überstandenen Bandscheibenvorfalls konnte er den Pokalsieg im Februar und die Meisterschaft in München nicht aktiv auf dem Feld miterleben.

Tim Schneider spielte für U20-Nationalmannschaft bei der EM in Heraklion 2017 und für die A2-Herren bei der Universiade 2019 in Neapel. Am 30. November 2018 stand er beim WM-Qualfikationsspiel gegen Griechenland erstmals im Kader der A-Nationalmannschaft.

Quelle: ALBA Berlin

Licht am Ende des Wasserball-Tunnels und ein starker 04-Neuzugang

Nach wochenlanger Coronavirus-bedingter Wettkampfpause haben sich die Topvereine des Deutschen Schwimmverbandes auf eine mögliche Wiederaufnahme der noch offenen nationalen Wettbewerbe (Meisterschaft, Pokal) verständigt.

Die Liga soll in Halbfinals (1 vs. 4, 2 vs. 3) und Playoff-Endspielen den Meister ermitteln. Die Wasserfreunde werden trotz des Hinspiel-Auswärtserfolgs in Hannover und der damit verbundenen Zwei-Punkte-Führung beim Saisonabbruch im März diesen Jahres zunächst Ende August (wahrscheinlich am 29.8.20) in einer eigens angesetzten Partie gegen W98 Hannover um den ersten Platz in der Tabelle spielen. Der Gewinner dieses Spiels hat dann den Heimvorteil im Playoff-Finale (Best of Five). Weiterhin haben sich die Wasserfreunde Spandau 04 um die Austragung des Pokal-Final Four in Berlin (26.9. -27.9.2020) beworben, in dem neben den Berlinern und W98 Hannover außerdem ASC Duisburg und OSC Potsdam vertreten sind.

Zudem vermeldet der Rekordmeister aus der Hauptstadt auch eine personelle News: Für die im Herbst startende Saison 2020/21 wurde der 26-jährige Kroate Marino Cagalj (geb. 23.6.1994) verpflichtet. Marino Cagalj spielt auf der Position des Centerverteidigers. Der ursprünglich von Morna Split kommende Cagalj spielte in der vergangenen Saison für Montenegros Meister Jadran Herceg Novi (Spandau-Gegner in der Champions League-Hauptrunde) und davor für Mladost Zagreb (2018/19 CL-Gegner von Spandau). In Herceg Novi hatte er einen Zweijahresvertrag, aus dem ihn die Montenegriner, die nach vier Abgängen von Top-Spielern um die Präsenz in der „Königsklasse“ fürchten müssen, nun wegen der finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig entließen. Er erhielt bei Spandau einen Zweijahresvertrag. Cagalj holte mit Kroatien bei der Junioren-EM 2011 Gold, gewann bei der U20-EM 2012 Bronze und der U20-WM 2013 Silber. Für Kroatien bestritt er knapp 20 Länderspiele. Die Balkan-Presse vermeldete den Wechsel nach Berlin unter der Überschrift „Er verließ Montenegro und fand das Glück in Deutschland“. Spandaus Trainer Petar Kovacevic kommentierte: „Mit Centerverteidiger Marino Cagalj hoffen wir eine gelungene Verstärkung für unser Team gefunden zu haben, die uns weiterhilft und stärker macht.“

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau

US-Center Ben Lammers wird ein Albatros

Neuzugang bei ALBA BERLIN auf den großen Positionen: Centerspieler Ben Lammers wechselt von Bilbao Basket in die deutsche Hauptstadt und hat dort einen Vertrag über drei Jahre erhalten. Der 24 Jahre alte und 2,08 Meter große US-Amerikaner erzielte in der abgelaufenen Saison in Bilbao 7,8 Punkte und 4,8 Rebounds im Schnitt und war der beste Shotblocker der ACB mit 1,9 Blocks pro Partie.

ALBA-Sportdirektor Himar Ojeda: „Ben Lammers hat in der letzten Saison in der ACB schon eindrucksvoll seine Athletik und seine Shotblocking- und Dunking-Qualitäten unter Beweis gestellt. Aber wir sind überzeugt, dass noch mehr in ihm steckt und dass er ein kompletter EuroLeague-Spieler werden kann. Er ist noch jung und wir glauben an sein Potenzial. Ben ist eine tolle Verpflichtung für uns, weil er perfekt zur ALBA-Philosphie passt, junge Spieler mit Entwicklungspotenzial auf das nächste Level zu bringen.“

Ben Lammers: „Ich freue mich über die Chance nach Berlin zu kommen, denn ALBA ist ein sehr renommierter Klub and spielt im besten Wettbewerb Europas. ALBAs Trainerstab ist dafür bekannt, Spieler gut zu entwickeln und ich hoffe dadurch in den kommenden Jahren ein besserer Spieler zu werden.“

Benjamin William Lammers wurde am 12. November 1995 in Houston, Texas geboren. Er besuchte die Alamo Heights High School in San Antonio und entschied sich dann für die Georgia Tech Universität, wo er neben seiner Basketball-Laufbahn auch einen Abschluss als Maschinenbau-Ingenieur machte. In den ersten beiden Saisons für die „Yellow Jackets“ 2014/2015 und 2015/2016 hatte er noch Anlaufschwierigkeiten, aber in seinem Junior- und Senior-Jahr steigerte er sich umso mehr. In der Saison 2017/2018, in der er für Georgia Tech 14,2 Punkte, 9,2 Rebounds und 3,4 Blocks auflegte, wurde er als Defensive Player of the Year der All-Atlantic Coast Conference ausgezeichnet.

Seine Profi-Karriere begann Lammers vor zwei Jahren in Spanien. Er schloss sich zur Spielzeit 2018/2019 dem zuvor überraschend in die zweite Liga abgestiegenen Traditionsclub Bilbao Basket an und führte diesen als Toprebounder (6,6) und zweibester Scorer (10,2) direkt wieder zurück in die „Liga Endesa“. In der abgelaufenen Saison 2019/2020 bestätigte er seine Leistungen bei Bilbao auch in der stärksten Liga Europas mit 7,8 Punkten, 4,8 Rebounds und 1,9 Blocks pro Spiel und machte mit vielen spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam. Lammers wurde bester Shotblocker der ACB noch vor Real Madrids Hünen und dem erfolgreichsten Shotblocker der EuroLeague Walter Tavares (1,7).

Quelle: ALBA Berlin

Zwei Neue für den 1. FC Union

Zum Saisonende wurden 8 Profis aus dem Kader verabschiedet. Zwei Planstellen konnten bereits neu besetzt werden. Nachdem Sebastian Griesbeck, bisher FC Heidenheim, als erster Neuzugang gemeldet wurde, folgte nur einen Tag später Niko Gießelmann von Fortuna Düsseldorf. Beides sind Spieler für die Defensive. Griesbeck könnte in der kommenden Saison zusammen mit Robert Andrich im defensiven Mittelfeld spielen. Gießelmann, der erst wenige Tage vorher mit Fortuna Düsseldorf an der Alten Försterei abgestiegen war, ist ein Linksverteidiger. Auf dieser Postion musste Ersatz für Ken Reichel geschaffen werden. Er wird sich mit Christopher Lenz um den Platz in der Stammelf bewerben.

„Ich kehre schneller an die Alte Försterei zurück als gedacht und freue mich darauf. Der Abstieg mit der Fortuna war ein sehr schmerzhafter Moment. Dass ich nun die Chance bekomme, mich weiterhin in der Bundesliga zu beweisen, ist ein riesen Ansporn für mich. Ich bin überzeugt davon, dass ich der Aufgabe gewachsen bin und werde alles dafür geben, mit meinen neuen Kollegen die Ziele des Vereins zu erreichen“, so Niko Gießelmann nach seiner Unterschrift.

Der 1. FC Union setzt mit den Verpflichtungen auf Erfahrung. Beide sind mit 28 und 29 Jahren im erfahrenen Fußballeralter. Die neue Veträge gelten sowohl für die erste und die zweite Bundesliga.

„Wir hatten Sebastian Griesbeck schon länger im Visier und sind überzeugt, dass er unseren Kader verstärken kann. Er ist robust, kopfballstark und verfügt über eine enorme Erfahrung. Seine Qualitäten werden uns in der Bundesliga helfen, daher freuen wir uns, dass wir Sebastian von unserem Weg überzeugen konnten“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, nach der Verpflichtung.

„Wir haben mit Niko einen sehr flexiblen, bundesligaerfahrenen Spieler ablösefrei unter Vertrag nehmen können und sind von seinen Qualitäten überzeugt. Ich bin sicher, dass er sich schnell bei uns zurechtfinden und seine Erfahrungen einbringen wird“, so sein Kommentar nach der Vertragsunterschrift von Niko Gießelmann.

Hans-Peter Becker

Erfolgreicher Saisonabschluss für den 1. FC Union

In einen Interview äußerte kürzlich der ehemalige DDR Nationaltrainer Bernd Stange, „vor dem 1. FC Union ziehe ich meinen Hut“. Eine Meinung, der man sich anschließen muss. In einem Spiel, wo es für die Eisernen um nichts mehr ging, dafür für den Gegner buchstäblich um alles, fuhren sie einen überraschend klaren Sieg ein. Das 3:0 gegen die Düsseldorfer Fortuna schraubte in der Endabrechnung den Punktestand auf sehr beachtliche 41 Zähler, übrigens der Lokalrivale aus Charlottenburg kann auch nicht mehr vorweisen. An der Wuhlheide haben sie aus wenig viel gemacht. Der Star war immer die Mannschaft. Einer ackerte für den Anderen, das sorgte bis zur Coronakrise in der stimmungsvollen Alten Försterei für einige Favoritenstürze. Hertha BSC, Dortmund und Gladbach haben die Auswärtsspiele in Köpenick in keiner guten Erinnerung.

Im letzten Saisonspiel schubsten sie Fortuna Düsseldorf direkt in die 2. Liga. Als hätten sie vor dem Spiel die Rollen getauscht, den Sommerfußball in der schwül-heißen Wuhlheide lieferten die Gäste aus Düsseldorf ab. Dabei hatten sie im Abstiegsduell gegenüber Werder Bremen die bessere Ausgangsposition. Ein Unentschieden hätte reichen können. Köln ließ sich in Bremen versenken. Gibt es da nicht eine rheinische Rivalität, ein Schelm, der böses denkt.

Die Eisernen wurmte die Niederlage am vorletzten Spieltag in Hoffenheim. Das war zusätzliches Pech für die Fortuna. Bis auf die Anfangsphase hatten die Wuhlheider das Spiel im Griff. Urs Fischer zog aus der Hoffenheim-Pleite insgesamt fünf personelle Konsequenzen. Torhüter Gikiewicz, der sein letztes Spiel für die Eisernen bestritt, kehrte zwischen die Pfosten zurück und ersetzte Nicolas (Innenbandanriss). Andrich (nicht im Kader) Subotic Malli (beide Bank) und der gesperrte Andersson (5. Gelbe Karte) wurden durch Kroos, Gentner, Mees und Bülter ersetzt.

Das Führungstor in der 26. Minute durch Anthony Ujah war bereits ein Wirkungstreffer. Die Düsseldorfer wollten zwar, konnten aber nicht. Die Eisernen blieben konzentriert und nutzten die Fehler im Spielaufbau der Gäste eiskalt aus.

Nach dem Spiel äußerte sich Urs Fischer: „Wir wollten in erster Linie auf uns schauen. Wir sind nicht für die Situationen anderer Vereine verantwortlich. Meine Mannschaft hat heute nochmal bewiesen, dass sie Charakter hat. Nach dem Spiel gegen Hoffenheim waren wir unzufrieden und die Jungs sind selbstkritisch genug, um zu sehen, dass solche Leistungen nicht ausreichen. Wir haben uns heute näher am Limit bewegt, auch wenn es spielerisch nicht gut war. Wir waren präsent, laufstark und aggressiv in den Zweikämpfen.“

Hans-Peter Becker

1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Reichel – Prömel (66. Becker), Gentner, Kroos (61. Schmiedebach) – Bülter (81. Parensen) , Ujah (61. Abdullahi), Mees (61. Malli)


Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier – Ayhan, Zanka (29. Hoffmann), Gießelmann (61. Suttner) – M. Zimmermann, Stöger, Bodzek (61. Morales), Thommy – Skryzbski (61. Kownacki), Hennings, Karaman (73. Zimmer)

Tore: 1:0 Ujah (26.), 2:0 Gentner (54.), 3:0 Abdullahi (90.)

Hertha trudelt aus und Union ist fast am Ziel

Die Saison wird für beide Berliner Proficlubs ein verhältnismäßig gutes Ende nehmen. Die Hauptstadt wird in der kommenden Saison als einzige Bundesligastandort mit zwei Vereinen vertreten. Vor dem 32. Spieltag mag beim 1. FC Union noch ein kleines Fragezeichen stehen, die Restzweifel sollten recht schnell beseitigt sein. Ohne überheblich zu werden, ein Sieg gegen die faktisch abgestiegenen Paderborner ist Pflicht. Im Falle einer großen Überraschung, einer Niederlage gegen Paderborn, könnte die Partie am letzten Spieltag daheim gegen Düsseldorf nicht nur für die Gäste große Bedeutung erlangen. Von Austrudeln kann in Köpenick nicht die Rede sein, ganz im Gegensatz zum Ortsrivalen.

Jetzt hat es auch Hertha erwischt, gegen Frankfurt war nichts zu holen. Die Blau-Weißen liefen förmlich auf der Felge. Die komplette Halbzeit zwei mussten mit 10 Mann absolviert werden. Boyata sah in der Nachspielzeit glatt rot, für ein geschicktes Foul im Strafraum. Da musste schon die Lupe bemüht werden. Jetzt hoffen sie bei der Hertha nach der 1:4 Klatsche wenigstens auf eine milde Bestrafung des Rotsünders. Zum letzten Heimspiel kommt Leverkusen ins Olympiastadion, gewissermaßen zur Generalprobe für das Pokalfinale. Die Bayer-Elf will in die Champions-League und hat nichts zu verschenken. Zum nächsten Spieltag muss die Alte Dame weit reisen, bis in den Schwarzwald. Das Spiel beim SC Freiburg hat lediglich Bedeutung für die Geldtabelle.

Die Eisernen besannen sich in Köln auf ihre alten Tugenden. Sie wollten einfach den Sieg etwas mehr als der Mitaufsteiger. Spielerisch lief auf beiden Seiten nicht viel zusammen, zum Glück gibt es Eckbälle, hochgewachsenen Innenverteidiger und den ausgebufften Christian Gentner. Sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 war nicht nur sehenswert, es zu 99,8 % der Klassenerhalt und ein Empfehlungsschreiben für ein weiteres Jahr im Trikot der Eisernen. Oliver Ruhnert darf sich über seinen Schachzug freuen. Zu Beginn der Saison hatte die Verpflichtung des Ex-Stuttgarters für Verwunderung gesorgt. Mit dem VfB hatte er vor einem Jahr die bitteren Minuten des Abstiegs erleben müssen, stand vom Anpfiff bis Ende auf dem Rasen der Alten Försterei und stellte sich im Anschluss in der Mixed-Zone noch den Fragen der Journalisten. In seiner fußballerischen Heimat wollten sie ihn nicht mehr – so griffen die Eisernen zu. Er würde gern noch weiter spielen, am liebsten in Berlin.

Hans-Peter Becker

Hertha ist durch und Union braucht noch Punkte

Fußball gespielt wird in der laufenden Saison lediglich in den ersten drei Ligen. Ab der Regionalliga ist die Saison beendet. Mal sehen, wie es hier im Herbst weitergeht. Die beiden Berliner Bundesligisten haben sich am 30. Spieltag nicht gerade mit Ruhm bekleckert. In Dortmund riss Herthas Siegesserie. Das 0:1 war die erste Niederlage unter dem neuen Hertha-Trainer Bruno Labbadia. Ein kleiner Fehler zu viel, ansonsten war die Alte Dame mit dem Meisterschaftsanwärter auf Augenhöhe. Ein Auswärtspunkt wäre nicht unverdient gewesen. Die Niederlage tut nicht weiter weh, nach der Corona-Siegesserie ist Hertha jenseits von gut und böse. In der nächsten Saison, wann immer sie auch beginnen wird, die blau-weißen aus Charlottenburg werden weiter erstklassig dabei sein. Die 10 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei 12 noch zu vergebenden Punkten sollten reichen.

Beim zweiten Berliner Vertreter sieht die Sache leider anders aus. Das Gröbste ist geschafft, die Ausgangslage könnte schlechter sein. Fakt ist, die bisher erreichten 32 Punkte werden nicht reichen. Die Knochenmühle Relegation wollen sich die Eisernen ersparen. Das Heimspiel gegen den FC Schalke 04, war – mal abgesehen von den ersten zwanzig Minuten – sportliche Not gegen das Elend der Umstände. Es sah bis zur 28. Minute so aus, als würden die rot-weißen aus dem Berliner Osten endlich mal einen ungefährdeten Heimsieg einfahren können. Robert Andrich hatte mit seinem ersten Bundesligatreffer nach nur 11 Minuten für die Führung gesorgt und der zweite Treffer schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Es kam anders, die Knappen glichen aus, mit einem Tor aus dem berühmten Nichts. Robert Andrich ist bei den Eisernen etwas mehr für das Verhindern von Toren zuständig. Der gebürtige Potsdamer, aus dem Hertha-Nachwuchs stammend und zu Beginn der Saison aus Heidenheim gewechselt, hat sich bei Urs Fischer einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erspielt. Für eine filigrane Spielweise ist er nicht bekannt. Gerade von einer gelb-rot Sperre zurückgekehrt, kassierte er gegen Schalke die zehnte Gelbe der Saison. Schalkes Torschütze Jonjoe Kenny, Leihgabe vom Premier-Ligisten FC Everton, wie Andrich mit 28 Saisoneinsätzen, bringt es erst auf vier gelbe Karten. Seine ausgefeilte Schusstechnik beendete die Hoffnung der Eisernen auf den ersten Sieg in der Corona-Runde. Gegen die ersatzgeschwächten Schalker, sie konnten nur mit 16 Spielern nach Berlin reisen, fanden die Gastgeber in der Alten Försterei keine spielerischen Mittel, um die kriselnden Schalker ernsthaft gefährden zu können.

Die Heimspiel ohne Zuschauer sind für den Aufsteiger bisher eher ein Fluch. Es stehen in der Wuhlheide deren zwei noch auf dem Plan. Der zukünftige Zweitligist Paderborn mit Trainer Steffen Baumgart und zum Saisonabschluss kommen die Düsseldorfer mit Steven Skrzybski. Da sollte doch was gehen.

Hans-Peter Becker

Nordostdeutscher Fußball-Verband bricht die Saison ab

Die Anzeichen hatten sich zuletzt mehr und mehr verdichtet. Die Saison in der Regionalliga Nordost wird nicht auf sportlichen Weg entschieden. Das Präsidium beschloss am Freitag, 05.06.2020 in einer digitalen Sitzung, dass die durch Corona unterbrochene Spielzeit nicht fortgesetzt wird. Die Abstimmung darüber wurde einstimmig gefällt. Aus Berliner Sicht besonders bitter, Tabellenführer Altglienicke hat nicht die Chance aufzusteigen. Angewendet wurde zur Ermittlung des Meisters die sogenannte Quotientenregel. Dabei werden die Punkte durch die absolvierten Spiele geteilt. Demnach ist nicht Tabellenführer VSG Altglienicke Meister der Regionalliga Nordost, sondern Lok Leipzig. Die Sachsen stehen zwar mit 47 Zählern punktgleich hinter den Berlinern auf Rang zwei, haben aber ein Spiel weniger absolviert. Dadurch ergab sich für Lok Leipzig ein Quotient von 2,14, für Altglienicke einer von 2,04. „Es ist nicht schön, aber wir müssen das jetzt so hinnehmen, wie es ist“, kommentierte Altglienickes Geschäftsführer Marco Schröder die Entscheidung gegenüber dem rbb.

Lok Leipzig steht nun vor zwei Aufstiegsspielen in die 3. Liga gegen den Vertreter der Regionalliga West. Im Westen ist noch keine Entscheidung über Wertung und/oder Abbruch der Saison getroffen. Allerdings gilt hier der SC Verl als Favorit. Die konkreten Termine für die Aufstiegsspiele stehen noch nicht genau fest. Die Spiele sollen aber noch im Juni stattfinden.

Schade, nicht nur für die VSG Altglienicke, auch Energie Cottbus hatte noch gehofft. „Wir bedauern diese Entscheidung des NOFV, die Saison auf diese Art und Weise zu beenden“, sagte Präsident Matthias Auth im Interview mit dem rbb. „Nach reiflicher Überlegung und Abstimmung mit den Gremien unseres Vereins sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir keine weiteren Schritte unternehmen werden“, so Auth weiter.

Die Anträge von Altgglienicke, den Meister in einem Finalspiel zu ermitteln, sowie vom Drittplatzierten Energie Cottbus, den Titelträger in einem Turnier auszuspielen, wurden nicht angenommen. Absteiger wird es nicht geben, lediglich Rot-Weiß Erfurt muss die Liga aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Mit maximal vier Absteigern aus der 3. Liga, zwei Aufsteigern aus der Oberliga und beim Nicht-Aufstieg von Lok könnte die Regionalliga Nordost in der kommenden Saison auf 23 Teams anwachsen.

Während für Altglienicke und Cottbus die Aufstiegsträume enden, profitieren andere Vereine von der Entscheidung des NOFV. Der SV Babelsberg 03, der sich auf Rang 16 in akuter Abstiegsnot befand, bleibt dank des Beschlusses etwa in der Regionalliga. Auch Optik Rathenow, das sich sportlich ebenfalls noch im Abstiegskampf befand, bleibt Viertligist.

Aus Berliner und Brandenburger Sicht noch erfreulich, Tennis Borussia aus der Oberliga Nord und der FSV Luckenwalde aus der Oberliga Süd werden in die Regionalliga aufsteigen.

Hans-Peter Becker