Hertha 03 rückt bis auf einen Punkt an die Tabellenspitze heran

Der 10. und 11. Spieltag in der NOFV Oberliga Nord kann im Ergebnis kaum besser für Hertha 03 sein. Die Zweite von Hansa Rostock, derzeit immer noch Tabellenführer, schwächelt arg. Letzte Woche kamen die Rostocker bei Hertha 06 nicht über ein 1:1 hinaus und aktuell erzielte nun der SC Staaken im Heimspiel der Rostocker einen 3:1 Auswärtserfolg. Dagegen lauten die Ergebnisse von Hertha 03 letzte Woche 4:1 und in dieser Woche, der überzeugende Sieg mit 5:1 gegen Optik Rathenow, am 10. Spieltag, doch recht eindrucksvoll, ein 5:0 Sieg gegen MSV Pampow erzielte.

Christian Zschiedrich, Chefredakteur

Gegenüber Hansa Rostock II, 26 Punkte, hat Hertha 03, 25 Punkte, mit 28:8 das bessere Torverhältnis, bei nur einem Punkt Rückstand, eben Tabellen 2., und den Rostocker FC (jetzt Tabellen3.) überholte Hertha 03 aufgrund des besseren Torverhältnisses. Die Spitzenplätze sind eng umkämpft. Der Fan wünscht sich ja immer Spannung und die ist in der Oberliga unten und oben gegeben. Die Zehlendorfer möchten sich immer noch in den Hintern beißen, hätten sie doch bloß nicht ihr Heimspiel am 9. Spieltag gegen Dynamo Schwerin (jetzt 11.) 1:2 vergeigt. Am Sonntag, 6.11. ab 12.00 Uhr, kommt es im Mommsenstadion zum Berlin-Derby TuS Makkabi – FC Hertha 03. Makkabi ist mit 23 Punkten Tabellenvierter und hat vergleichsweise sogar seine letzten drei Spiele gewonnen. Da ist eine ganz interessante Begegnung zu erwarten.

Ebenfalls am Sonntag steht ab 13.30 Uhr in der Sömmeringstraße noch ein Derby an, CFC Hertha 06 (10.) empfängt den Tabellenfünften Blau-Weiß 90. Die Blau-Weißen stehen mit 23 Punkten wie Makkabi in der Spitzengruppe und sind vom Tabellenführer gerade mal drei Punkte und von Hertha 03 zwei Punkte entfernt. Ähnlich spannend geht es im Abstiegskampf zu, wenn nicht sogar noch spannender, weil vier Mannschaften absteigen. Das sind derzeit Mecklenburg Schwerin, SV Tasmania, MSV Pankow und Optik Rathenow. Der 13. und 14. muss in die Relegation. Die beiden punktgleichen Vereine, je 12 Punkte, sind die TSG Neustrelitz und Union Fürstenwalde. Das Ziel muss am Saisonanfang sein, gar nicht erst in die Zone der Gefährdeten zu kommen. Wünschen wir aus Berliner Sicht den im Mittelfeld rangierenden Clubs Eintracht Mahlsdorf, (7.) 16 Punkte, SC Staaken, (9.), 15 Punkte und Hertha 06, (10.), ebenfalls 15 Punkte, nicht außer Tritt zu geraten.

Christian Zschiedrich

Vorfreude auf ein neues Fußballmärchen zur EM 2024

51 Partien werden insgesamt zur Europameisterschaft 2024 ausgetragen. Ganz entscheidende im Berliner Olympiastadion. Drei Vorrundenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale und das Endspiel am 14. Juli 2024. Beste Voraussetzungen, unser Berlin als fröhliche, weltoffene Hauptstadt wieder strahlen zu sehen. Ob es abermals wie 2015 zum UEFA-Champions League-Finale begeisterte Besucher anlockt? Berlin ist für die Ausrichtung und Organisation der sechs EM-Spiele erfahren und prädestiniert. Planungen sind in vollem Gange. Damit das Bild unserer weltoffenen Stadt auch um die Welt geht, stellt der Senat 61,1 Millionen Euro zur Verfügung. 24,9 Mill. Euro sollen davon in Umbauten von Olympiastadion und Olympiapark investiert werden. Im Unterring und Oberring stehe bereits für 50.000 Zuschauer das installierte WLAN gleichzeitig zur Verfügung.

Die Straße des 17. Juni wird für einen Monat zu einer grünen Fanmeile und unser Wahrzeichen, das Brandenburger Tor steht im besonderen Fußball-Feeling mit dem größten Tor weltweit. Der Senatsauftrag ist für das Fan-Projekt für die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt an Moritz von Dülmen mit seiner Kulturprojekte GmbH vergeben. Vor dem Brandenburger Tor wird von der Yitzhak-Rabin-Straße Rasen ausgerollt und vor dem Reichstag, am Platz der Republik wird ein Football Village aufgebaut, unter anderem mit Spielübertragungen und sportlichen Aktivitäten. Bis zu sechs internationale Sender sollen auf dem Pariser Platz senden können. Die Sportsenatorin Iris Spranger misst den Übertragungen in die ganze Welt mit Bedacht besondere Bedeutung zu. Die Ideen umzusetzen, spielen zur EURO 2024 eine große Rolle. Wir freuen uns jetzt schon auf ein gutes Gelingen.

Christian Zschiedrich

Tradition und Komplimente in der Regionalliga Nordost

Der Beweis für gute Leistungen: Die Zuschauer wissen es zu honorieren! 6.710 in Leipzig beim 3:0 von Lok gegen Chemie. Lok Leipzig, jetzt 17 Punkte, überholt damit am 9. Spieltag den Lokalrivalen, Chemie aktuell jetzt bei 16 Punkten. Chemie empfängt am 10. Spieltag, im Alfred-Kunze-Sportpark die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Hertha II kassierte mit 0:5 eine derbe Klatsche vor 1.342 Zuschauern zu Hause im Amateurstadion gegen Energie Cottbus, jetzt 17 Punkte und Platz drei in der Tabelle. Großes Erstaunen noch weiter oben in der Spitzengruppe auf Platz zwei und eins.

Babelsberg 03, wer hätte das prophezeit, nach dem 3:0-Heimerfolg, 2.191 Zuschauer waren gegen ZFC Meuselwitz dabei, ist mit 21 Punkten Tabellenzweiter. Muss jetzt ins Sportforum zum BFC Dynamo. Die Dynamos kommen schwer in die Gänge, vor 542 Zuschauer beim Greifswalder FC, gab es ein 1:1. Der BFC holte beim Tabellen 10. eine Punkteteilung. Umso mehr hat sich Dynamo gegen Babelsberg, in der wahrlich interessanten Partie vorgenommen.

Christian Zschiedrich Foto: Headlight Pictures

Sehr lobenswert, mit 24 Punkten und einem Torverhältnis von 20:3 ein Berliner Verein, Spielstätte Poststadion, der Berliner AK 07. Sie erzielten mit 6:0 den höchsten Sieg im Derby gegen Lichtenberg 47 vor 1.092 Zuschauern. Lichtenberg 47, nunmehr Tabellen 14., mit neun Punkten empfängt im „Zoschke“ den Chemnitzer FC, zuletzt siegreich vor 2.151 Zuschauern über FSV Luckenwalde mit 2:0. Chemnitz ist mit 12 Punkten Neunter.

Die VSG Altglienicke (Tabellen 7., 16 Punkte) erkämpfte sich in Jena bei Carl Zeiss ein 0:0, Jena bleibt Sechster, mit ebenfalls 16 Punkten. Keine leichte Aufgabe wartet auf Altglienicke im Amateurstadion. Es heißt, gegen den 1. FC Lok Leipzig zu bestehen. Vier Berliner Vereine nehmen die Plätze 11 bis 14 ein. Dreizehnter ist FC Viktoria 89 mit neun Punkten. Viktoria verlor leider 1:2 vor 771 Zuschauern gegen Rot-Weiß Erfurt, dem überraschenden Tabellen 4, mit 17 Punkten. Cottbus, Erfurt und Leipzig haben gemeinsam 17 Punkte.

Unseren sechsten Berliner Verein in der Regionalliga Nordost, Tennis Borussia, werden wir keineswegs vergessen. Dass die Saison für die Lila-Weißen nicht leicht werden würde, war voraus zu sehen. Deshalb erfreut uns eine Erfolgsmeldung: Vor 487 Zuschauern gewann TeBe im Mommsenstadion mit 4:3 gegen Germania Halberstadt, gab damit die rote Laterne an Halberstadt ab. Ob allerdings am in Erfurt, im Steigerwaldstadion, mehr als derzeit die vier Punkte herauskommen, da ist Daumendrücken und hoffen auf die nächste Leistungssteigerung angesagt.

Christian Zschiedrich

Weiter in allen Ligen um Meisterschaftspunkte

In der Gruppe 3 der Nations League hat Deutschland vor dem letzten Spiel gegen England, heute am Montag, 26.09.2022, in London nur live bei RTL, nach der 0:1-Pleite gegen Ungarn keine Chance – (58 Tage vor dem WM-Auftakt gegen Japan) – aufs Weiterkommen. Großmütig schreiben die Kritiker als blamable Entschuldigung, wer nimmt die Nations League schon ernst? Doch da gäbe es ausführlich dokumentierte und damit bekannte Gründe dafür. Der Klassiker gegen England ist aktuell das Duell der Frustrierten! Unbedingt muss ein Sieg her. England steht im Panikmodus. Und die Deutschen? Krisengespräche sollen nach Flicks erster Niederlager (im 14. Spiel unter Flick) mit einer Stimmungs-Aufbesserung verstummen. Flick heizte den Konkurrenzkampf noch einmal an, kennt sich erfahrungsgemäß mit den Bayern bestens aus. Alle hoffen auf eine Formverbesserung, nicht nur der Bayern. Der letzte Test sollte dementsprechend wirklich ernst genommen werden!

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Am kommenden Wochenende geht es in allen Ligen nun weiter um Punkte. Geld- und Bewährungsstrafen, heißt es für den Bundesligisten Eintracht Frankfurt wegen der Ausschreitungen im Europapokal und der Champions-League, eine Geldstrafe von 45.000 Euro und die Schäden in Marseille sind von den Hessen zu begleichen. Der 1. FC Köln wurde härter wegen der Taten seiner „Fans“ in Nizza bestraft, muss seine beiden nächsten Auswärtsspiele in der Conference ohne mitreisende Fans (Ticketsperre) bestreiten. Dazu kommen 100.000 Euro Geldstrafe, verhängt von der UEFA.

Bereits am Freitagabend, 30.09. heißt es ab 20.30 Uhr, Bayern gegen Bayer. Ein Heimspiel der Münchener. Am Samstag, 01.10. 15.30 Uhr stehen fünf Begegnungen an. Besonders interessant wird es für den Tabellenführer 1. FC Union in Frankfurt und für den 1. FC Köln zu Hause gegen Borussia Dortmund. Am Sonntag, 02.10. 15.30 Uhr, geht es für Hertha BSC im Heimspiel gegen die in der Spitzengruppe rangierende TSG Hoffenheim, um am 8. Spieltag auf mehr als die enttäuschenden 6 Punkte zu kommen und um zu beweisen, in den letzten Sekunden wieder keinen Treffer vom Gegner zu kassieren. In der 2. Liga scheinen sich in dieser Saison der HSV und Paderborn zu behaupten. Ebenfalls ohne Berliner Beteiligung geht es in der 3. Liga zu Werke. Was die Regionalliga und Oberliga betrifft, die beobachten wir natürlich gesondert und nicht weniger als die Eliteliga mit dem 1. FC Union und Hertha BSC.

Christian Zschiedrich

Daumendrücken für Hertha in Mainz

Die Saison wird diesmal hoffentlich eine bessere für die Berliner, als die letzte, krisenhafte. Der Fan schaute voller Argwohn auf die Spiele und den meist abstiegsbedrohten Tabellenstand. Auch wenn es jetzt nach sechs Spielen keinen Anlass zur Freude gibt. Vielleicht ein bisschen beim 2:2 gegen Leverkusen wurde im Vergleich zur letzten Saison wenigstens Fußball gespielt. Insofern, es lohnt sich wieder ins Olympiastadion zu gehen. Am 7. Spieltag, zum Freitagabend gilt es in Mainz zu bestehen. Sollten sich da einige Spieler nicht mit der richtigen Einstellung auf das Feld begeben, könnte es ein Fiasko geben, zudem kehrt Hertha-Trainer Sandro Schwarz an seine einstige Wirkungsstätte zurück.

Kommentar Christian Zschiedrich © Foto: Sportick

Hertha steht dem Punktestand nach mit Wolfsburg und Stuttgart, jeweils fünf, auf dem Relegationsplatz. Hat sich Hertha, wäre wünschenswert, mit annehmbaren Ergebnissen gefestigt? Können wir mit konstanteren Leistungen, Spiel für Spiel, rechnen? Wenn nicht, ein Blick auf die Tabelle, hätte Hertha in Augsburg nicht gewonnen oder etwa gegen Leverkusen verloren, wo stünde Hertha vor dem 7. Spieltag? Die Krisenstimmung konnte vermieden werden. Das geht in der Bundesliga eben wirklich sehr schnell. Fast jeder kann jeden schlagen. Es ist sehr ausgeglichen, man schaue sich nur mal die Tabellenspitze an.

Das Selbstvertrauen kann bereits in nur einem Spiel wieder verloren gehen und reicht allein keineswegs. Wer glaubt, gegen Mainz ist es einfacher als gegen Leverkusen zu spielen, überall hängen die Trauben hoch. Mainz geht mit mannschaftlicher Geschlossenheit und großem Einsatz zu Werke. Sie geben bis zum Schluss nicht auf, gegen Augsburg gelang ihnen der Siegtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit. Gegen Mainz ist ein Erfolg möglich. Im Falle eines Sieges sähe, mit acht Punkten, die Welt gleich wieder viel freundlicher aus. Bis zum nächsten Heimspiel vergehen 2 Wochen, erst am 2. 10. kommt Hoffenheim ins Olympiastadion. Im Falle eines Erfolges in Mainz traue ich Hertha sogar die Punkte gegen Hoffenheim zu. Die TSG steht ja mit oben, will wieder ins internationale Geschäft. Jetzt erst einmal Mainz, das nächste Spiel ist ja immer das schwerste. Also haut euch ordentlich rein ins Match am Freitagabend.

Zu einer Vorschau aus Berliner Sicht gehört natürlich auch der 1. FC Union, bisher wurde der Tabellenführer in der Eliteliga noch gar nicht erwähnt. Der spielt zu Hause gegen Niko Kovac mit dem VfL Wolfsburg, in der Alten Försterei, am Sonntag, um 15.30 Uhr. Ein Sieg wird nicht einfach. Sollten die Wölfe in der Wuhlheide verlieren, wird die Luft für Kovac noch dünner.

Warum sind sie Spitzenreiter? Die mannschaftliche Geschlossenheit beeindruckt, wenn es auch international nicht so gut läuft. Mal sehen, wie es nach dem Spieltag aussehen wird.

Christian Zschiedrich

125 Jahre Berliner Fußball-Verband

Der Berliner Fußball-Verband beging am 11. September im Roten Rathaus mit einem Festakt ein stolzes Jubiläum, seinen 125. Geburtstag. Für den „roten Faden“ zur bewegten Geschichte des organisierten Fußballs sorgte Moderator Florian Zschiedrich vor zahlreichen Gästen aus den Mitgliedsvereinen, dem Berliner Sport, der Wirtschaft und Politik. Bei der Vielzahl der anwesenden Prominenz können hier nicht alle erwähnt werden. Zu Beginn sei zunächst DFB-Präsident Bernd Neuendorf genannt.

Der Berliner Fußball-Verband ist der älteste Landesverband Deutschlands. Der BFV ist sogar älter als der DFB. In Berlin wurde halt schon immer guter Fußball gespielt.

Seit fast 18 Jahren führt Bernd Schultz den Berliner Fußball Verband. Im Dachverband organisiert sind über 3.500 Mannschaften, mit mehr als 170.000 Mitgliedern, in 382 Vereinen. Es ist der größte Sportfachverband in der Bundeshauptstadt. Trotz der Pandemie stieg die Mitgliederzahl des BFV weiter an. Besonders sei auf die Erfolge im Berliner Jugend-Fußball verwiesen.

Moderator Florian Zschiedrich schlug einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Zukunft. „In einer gespaltenen und später wiedervereinigten Stadt hat insbesondere der Fußball in diesen 125 Jahren ganz viel erlebt und durchgemacht. 125 Jahre voller Hoch- und Tiefpunkten. Umso erfreulicher der heutige Tag, der Festakt „125 Jahre BFV“ hier im Roten Rathaus“!

„Genau genommen feiern wir heute sogar Geburtstag. Denn auf den Tag genau am 11. September wurde vor 125 Jahren, 1897, der Vorgänger des heutigen BFV gegründet, der Verband Deutscher Ballspielvereine (VDB). Konkret: Von sieben Berliner Vereinen im „düsteren Keller, der Vereinskneipe des BFC Preussen, im heutigen Kreuzberg in der Bergmannstraße. Es war eine Versammlung im geselligen Rahmen, mit Menschen, die respektvoll und freundschaftlich miteinander umgegangen sind – genauso wie wir heute hier zusammenkommen“.

Die Historiker Daniel Küchenmeister und Thomas Schneider haben geforscht und an der Ausstellung sowie der Festschrift mitgewirkt. Sie haben, was die Rolle des BFV während der Zeit des Nationalsozialismus betrifft, noch viele offene Fragen gefunden. Warum hat der Verband, die Zeit der NS-Diktatur nicht durch eine historische Studie aufarbeiten lassen?

Der Berliner Fußball-Verband als Nachfolger des Verbandes Berliner Ballspielvereine (VBB) bekennt sich dazu, dass während der Zeit des Nationalsozialismus im Berliner Fußball, in den Vereinen und im Verband Unrecht geschehen ist. Er erklärt, dass die Geschehnisse, insbesondere den Ausschluss der jüdischen Mitglieder im Jahr 1933 kritisch hinterfragen sowie seine Rolle während der NS-Diktatur durch eine historische Studie aufarbeiten lassen will.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf ging in seinem Beitrag speziell auf den Frauenfußball ein. „Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass viele Mädchen in die Vereine eintreten wollen. Wir müssen dafür die Infrastruktur schaffen. Das ist auch ein aktuelles Thema“.

Fotos: © 2022 Frank Toebs

Als Gäste konnten unter anderen, Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; Thomas Härtel, Präsident des LSB Berlin; Otto Höhne, BFV-Ehrenpräsident und aktiver Präsident von 1990 bis 2004, jetzt im Alter von 96 Jahren, mit einem Sonderapplaus bedacht und Luise „Lu“ Pfannenschmidt, mit 99 Jahren ältestes Mitglied des BFV, begrüßt werden. Luise Pfannenschmidt war viele Jahre Jahrzehnte aktiv beim FC Viktoria 1889, sogar im Alter von 73 Jahren Präsidentin des Vereins. Unter den Gästen war auch Uwe Hammer. Ihm gebührt das Verdienst, als BFV-Präsident von 1982 bis 1989, nach dem Fall der Berliner Mauer, die Pokalendspiele nach Berlin geholt zu haben. Herzlich begrüßt wurde der ehemalige Schiedsrichter Peter Gabor. Er leitete 158 Bundesliga-Spiele und 1987 das DFB-Pokalendspiel zwischen dem HSV und den Stuttgarter Kickers. Bis heute wurde das Pokalfinale 44 Mal im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Christian Zschiedrich

Angreifen ist die beste Verteidigung

Berlin hat – sehr erfreulich – sogar zwei Bundesligamannschaften in der Nummer 1 Sportart Fußball. Die sind ganz unterschiedlich in die neue Saison gestartet. Bei Union werden seit dem Aufstieg vor drei Jahren namhafte Abgänge scheinbar immer wieder mühelos kompensiert. Als aktuelles Beispiel sei hier Taiwo Awoniyi genannt. So etwas möchte Hertha auch gern schaffen, leider scheint, das der Alten Dame nicht zu gelingen. Dabei ruhten einige Hoffnungen auf einem gelungenen Saisonstart. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Chancenlos“ berichtete Hans-Peter Becker aus der Alten Försterei. Und die Kommentare in Bild und Ton fallen drastischer denn je aus.

Jetzt, wo Michael Preetz und Werner Gegenbauer weg sind, möchte ich persönlich gern etwas Positives schreiben. Sagt mir bitte, was ? Worüber soll konstruktiv geurteilt werden(?) – galt ich doch als ein Kritiker mit besonderer klarer Wortwahl. Was in dieser Woche über Hertha zu lesen und zu hören sein wird, muss den Herthanern ordentlich in den Ohren klingen. Wie soll sich sonst etwas ändern. Natürlich können Auftaktspiele auch verloren gehen. Es fragt sich nur, wie? Das Wie macht mich besonders nachdenklich.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto: Sportick

Angriff ist die beste Verteidigung. Sagt mir bitte nicht, dann hätte Hertha ja noch höher verloren. Was ist das für ein Fußball, wenn nach 36 Spielminuten das erste Mal (per Standard) auf das gegnerische Union-Tor geschossen wird! Solche Spiele möchte ich weder vor Ort, geschweige denn am Fernseher sehen. Erst recht nicht im Olympiastadion. Wer von den Hertha-Spielern kann einen gelungenen Pass, wie beispielsweise Mario Götze, in die Tiefe spielen? Wer das nicht kann, spielt eben quer und ganz viel zurück. War es die fehlende Einstellung oder gar Unfähigkeit?

Fredi Bobic und Neu-Trainer Sandro Schwarz, wussten die wirklich nicht, was sie sich mit Hertha angetan haben? Nico Kovac wusste es und sagte ab. Ob er sich aber mit dem VfL Wolfsburg eine viel bessere Wahl getroffen hat, sei dahingestellt. Ich habe immer noch die sauren Minen von Bobic und Schwarz beim 1.FC Union in Erinnerung. Die deuteten in Richtung Unfähigkeit. Wie soll das bloß enden, wie soll es nur weitergehen?

Der Blick voraus verheißt nichts Gutes! Am 2. Spieltag kommt Eintracht Frankfurt ins Olympiastadion, als Tabellenletzter. Bayern München hat die Frankfurter im eigenen Stadion total auseinander genommen. Heißt jetzt, Wiedergutmachung spielt gegen Wiedergutmachung. Aus Sicht der Hertha sollte gewonnen werden, danach hat Hertha bei Borussia Mönchengladbach zu bestehen. Noch problematischer wird es eine Woche darauf. Borussia Dortmund kommt nach Berlin. Ich kenne da einen Statistiker, seine Darlegung: „Aus ehemals 12 möglichen Punkten, das ist nicht mehr möglich, können es aber noch null werden“! Es bleibt das Prinzip Hoffnung, auf den Fußball-Gott.

Christian Zschiedrich

Bundesliga-Klassenerhalt! SV Reinickendorf bleibt erstklassig

Ü-30 Tennisherren des SV Reinickendorf feierten den Klassenerhalt© Foto: Sportick

Die Sektkorken knallten und ein lautes „Bundesliga, Bundesliga, hey, hey…“ schallte über die Tennisanlage im Norden Berlins. Der Center-Court wurde kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert und mittendrin: Die Herren-Ü 30-Mannschaft des SV-Reinickendorf, die sich gerade den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga gesichert hatte. Buchstäblich auf den letzten Drücker, in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Showdown.

Dabei hatte die erste Bundesliga-Saison der Reinickendorfer Vereinsgeschichte alles andere als gut begonnen. Gegen den vermeintlichen Abstiegskonkurrenten TTK Sachsenwald gab es im ersten Saisonspiel in Hamburg eine 4:5-Niederlage, wobei das entscheidende Doppel ganz knapp mit 5:10 im entscheidenden Tiebreak des dritten Satzes verloren ging.

Von diesem Rückschlag hat sich das Bundesliga-Team aus Tegel-Süd aber nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Die nächste Partie beim Uhlenhorster HC Hamburg ging nach großem Kampf mit 7:2 an die Reinickendorfer und damit stand die Tür zur Rettung wieder offen.

Im weiteren Saisonverlauf entwickelte sich dann der letzte Spieltag zum Tag der Entscheidung.

Die Ausgangslage war klar: Nur mit einem Heimsieg gegen den Dorstener TC konnten sich die Reinickendorfer ein weiteres Jahr Bundesliga-Tennis sichern.

Nach den ersten drei Einzeln stand es dann 1:2 und einmal mehr stand der SVR mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation zeigten die Berliner erneut, was Kämpferherz und Teamgeist bedeutet. Von den folgenden drei Einzel gingen zwei an den SV Reinickendorf. So stand es 3:3 stand vor den drei noch auszuspielenden Doppeln.

Hier schlug zum richtigen Zeitpunkt die stärkste Stunde des Teams. Alle drei Doppel konnten die Reinickendorfer für sich entscheiden. Die Timo Fleischfresser und Kristofer Stahlberg konnte ihre Partie sogar nach drei abgewehrten Matchbällen noch gewinnen. So stand letztlich ein 6:3 Sieg zu Buche. Die Bundesliga-Reise des SV Reinickendorf geht damit weiter.

Ein Verein, der zuvor noch nie in diesen Sphären Tennis gespielt hatte. Jetzt spielen die Ü-30 Herren aus Reinickendorf (namentlich: Marin Bradaric, Dacian Craciun, Timo Fleischfresser, Kristofer Stahlberg, Pilt Arnold, Tim Bauer, Daniel Gerlach, Richard Lieberenz und Florian Zschiedrich) tatsächlich ein weiteres Jahr in der höchsten Spielklasse, unter anderem gegen ehemalige Top-100-Spieler der Weltrangliste. Damit haben die SVR’ler nach dem sensationellen Aufstieg im letzten Jahr den nächsten (wohl noch wertvolleren) Meilenstein der Vereinsgeschichte erreicht.

All das passt zur Entwicklung der Reinickendorfer. In den letzten Jahren hat sich der Verein zu einem Leuchtturm im Berliner Tennis gemausert. Neben den Herren der Ü30-Bundesliga, stellt der Verein in diesem Jahr sowohl bei den Herren Ü40, als auch bei den Herren Ü55 jeweils den Ostdeutschen Meister und die 2. Herren Ü30, die Herren Ü50 und Ü60 haben sich jeweils den Titel des Berlin-Brandenburger Meisters gesichert.

Da darf sich der Center-Court auch schonmal in eine Tanzfläche verwandeln…

Christian Zschiedrich

Hoffnung auf bessere Zeiten bei Hertha BSC ?

Herthas neues Präsidium (von links): Ingmar Pering,, Hans-Joachim Bläsing, Vize Fabian Drescher, Präsident Kay Bernstein, Anne Jüngermann, Peer Mock-Stürmer, Tim Kauermann Foto: © City Press

In meinem letzten Kommentar schrieb ich unmittelbar nach der Wahl von Kay Bernstein, als feststand, dass Frank Steffel  – Urberliner, in Hermsdorf geboren, immerhin seit 2010 Herthaner – mindestens 390 Stimmen bei der Wahl im City Cube auf dem Messegelände fehlten. Er unterlag dem im Erzgebirge geborenen, aber in Berlin aufgewachsenen Ex-Ultra und laut eines Berliner Boulevard Blattes insgesamt 3 Mal mit Stadionverbot belegten Kay Bernstein. Das war eine faustdicke Überraschung.

Es wurde ja nicht nur ein neuer Präsident gewählt. Das gesamte Präsidium musste neu bestimmt werden. Nicht ganz unbedeutend war die Wahl des Vizepräsidenten, das hat ja auch seinen Stellenwert. Vorgesehen war hier Ingmar Pering, seit 2008 Mitglied im Hertha-Präsidium. Als feststand, dass Steffel durchgefallen war, zog Pering seine Kandidatur zurück. Er bleibt allerdings weiter einfaches Präsidiumsmitglied. Für mich nachvollziehbar. Ein bisschen schade ist es trotzdem. Warum?

Pering galt vielen als ein Präsidiumsmitglied mit großem Sachverstand und vor allem Rückgrat. Einer, der dem Präsidenten Werner Gegenbauer auch mal, wenn es notwendig war, Paroli geboten haben soll. Keine einfache Situation, Gegenbauer wurde nachgesagt, nach dem Motto zu handeln, wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Als Rechtsanwalt fiel er im Gremium nicht so in Ungnade wie beispielsweise einst der Unternehmer Christian Wolter (Präsidiumsmitglied bis 2020). Obwohl Gegenbauer ja in Torsten Manske, einen von ihm auserkorenen Rechtsanwalt, als Mitläufer hatte. Wenn es also zu Zeiten der Präsidentschaft unter Gegenbauer, immerhin 14 Jahre lang, keine offene Auseinandersetzung, erst recht nicht mit Michael Preetz, gab, die Stimmung war schlecht. Das wiederum soll der Grund gewesen sein, weshalb der Groß-Sponsor Lars Windhorst die Abwahl von Werner Gegenbauer gefordert hatte. Dieses Ergebnis wurde erreicht.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Aber wie geht es nun weiter? Nach Perings Verzicht wurde Fabian Drescher mit großer Zustimmung der neue Vize. Entscheidend dürfte jetzt das Verhältnis von Bernstein zu Windhorst sein. Bernstein soll nicht unbedingt der erhoffte Präsident des Sponsors gewesen sein, bisher sind die 375 Millionen Euro verpufft. Steffels Netzwerk wäre, was den angestrebten Erfolgskurs betrifft, wohl vielversprechender gewesen. Es bleibt abzuwarten, was der neue Präsident hier anzubieten hat.

Windhorst selbst war gut beraten, keinen eigenen Kandidaten in die Wahlschlacht zu schicken. Frank Steffel beabsichtigte, wohl um seine Glaubwürdigkeit zu behalten, als Präsident der Füchse zurückzutreten. Das wiederum hat das Präsidium der Füchse inzwischen abgelehnt.

Ein Gespräch zwischen dem Sportdirektor Fredi Bobic und Kay Bernstein soll es bereits gegeben haben. Der Präsident hat bisher noch nicht mit Windhorst gesprochen. Franz Beckenbauer würde aktuell sagen: Schau’n war mal!

Christian Zschiedrich   

Kay Bernstein neuer Hertha-Präsident

Mein Kommentar schließt Anerkennung und Glückwünsche für den Sieger Kay Bernstein und die Frage nach dem Optimalen für den Club ein, denn für die Herthaner galt der Ur-Berliner Frank Steffel als Favorit bei der Präsidentenwahl bei 2.950 wahlberechtigten Hertha-Berlinern. Das Ergebnis fiel mit 1.670 Stimmen für Bernstein und 1.289 für Steffel ganz anders und höher als erwartet aus. Eine Niederlage auch für Aufsichtsrat-Chef Klaus Brüggemann, der Steffel für die Kandidatur gewinnen konnte. Dazu eine Niederlage für die Präsidiumsmitglieder Peer Mock-Stürmer und Lutz Kirchhof, die sich im Vorfeld der Allianz Steffel/Pering angeschlossen hatten.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Frank Steffel kann also Füchse-Präsident bleiben. Vielleicht war ein Wechsel zu Hertha sogar ein kleines Hindernis. Dass Kay Bernstein völlig unerfahren und zudem als Ex-Ultra ins Rennen ging, empfanden die Herthaner wohl nicht negativ und als ausschlaggebend. Zu Wenige schätzten dagegen das Vitamin B des Frank Steffel als nutzbringend ein. Der Ex-CDU-Abgeordnete war immerhin von 2009 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort im Sportausschuss tätig. Er kennt Gott und die Welt, hat nach wie vor gute Beziehungen zu den Entscheidungsträgern und ist Herthaner seit 2010. Beste Voraussetzungen für das Amt.

In Kenntnis dessen, was Frank Steffel – auch als erfolgreicher Unternehmer – für den Sport geleistet hat, war ich überzeugt, dass er mit diesen Fakten, zudem als erfahrener, guter Redner, in der Mitgliederversammlung mit seinen Ideen die Hertha-Gemeinde überzeugen kann – Irrtum. Herthas Mitglieder ließen sich davon leiten, dass Bernstein, früher Ultra bei den Harlekins, Vorsänger in Ostkurve und später Gründer einer Kommunikations- und Veranstaltungsagentur, gerade die Fanszene und Fan-Organisation bisher unterstützte. Bekanntlich wollen viele Hertha-Fans einen totalen Neuanfang, ganz im Gegensatz zu dem, was bisher in der Führung geboten wurde.

Fredi Bobic wird sich wohl zurückhaltend, neutral dazu äußern und die Angestellten bei BSC Hertha werden sich kaum selbst demontieren, eher der Club selbst.

Christian Zschiedrich