Bundesliga-Klassenerhalt! SV Reinickendorf bleibt erstklassig

Ü-30 Tennisherren des SV Reinickendorf feierten den Klassenerhalt© Foto: Sportick

Die Sektkorken knallten und ein lautes „Bundesliga, Bundesliga, hey, hey…“ schallte über die Tennisanlage im Norden Berlins. Der Center-Court wurde kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert und mittendrin: Die Herren-Ü 30-Mannschaft des SV-Reinickendorf, die sich gerade den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga gesichert hatte. Buchstäblich auf den letzten Drücker, in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Showdown.

Dabei hatte die erste Bundesliga-Saison der Reinickendorfer Vereinsgeschichte alles andere als gut begonnen. Gegen den vermeintlichen Abstiegskonkurrenten TTK Sachsenwald gab es im ersten Saisonspiel in Hamburg eine 4:5-Niederlage, wobei das entscheidende Doppel ganz knapp mit 5:10 im entscheidenden Tiebreak des dritten Satzes verloren ging.

Von diesem Rückschlag hat sich das Bundesliga-Team aus Tegel-Süd aber nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Die nächste Partie beim Uhlenhorster HC Hamburg ging nach großem Kampf mit 7:2 an die Reinickendorfer und damit stand die Tür zur Rettung wieder offen.

Im weiteren Saisonverlauf entwickelte sich dann der letzte Spieltag zum Tag der Entscheidung.

Die Ausgangslage war klar: Nur mit einem Heimsieg gegen den Dorstener TC konnten sich die Reinickendorfer ein weiteres Jahr Bundesliga-Tennis sichern.

Nach den ersten drei Einzeln stand es dann 1:2 und einmal mehr stand der SVR mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation zeigten die Berliner erneut, was Kämpferherz und Teamgeist bedeutet. Von den folgenden drei Einzel gingen zwei an den SV Reinickendorf. So stand es 3:3 stand vor den drei noch auszuspielenden Doppeln.

Hier schlug zum richtigen Zeitpunkt die stärkste Stunde des Teams. Alle drei Doppel konnten die Reinickendorfer für sich entscheiden. Die Timo Fleischfresser und Kristofer Stahlberg konnte ihre Partie sogar nach drei abgewehrten Matchbällen noch gewinnen. So stand letztlich ein 6:3 Sieg zu Buche. Die Bundesliga-Reise des SV Reinickendorf geht damit weiter.

Ein Verein, der zuvor noch nie in diesen Sphären Tennis gespielt hatte. Jetzt spielen die Ü-30 Herren aus Reinickendorf (namentlich: Marin Bradaric, Dacian Craciun, Timo Fleischfresser, Kristofer Stahlberg, Pilt Arnold, Tim Bauer, Daniel Gerlach, Richard Lieberenz und Florian Zschiedrich) tatsächlich ein weiteres Jahr in der höchsten Spielklasse, unter anderem gegen ehemalige Top-100-Spieler der Weltrangliste. Damit haben die SVR’ler nach dem sensationellen Aufstieg im letzten Jahr den nächsten (wohl noch wertvolleren) Meilenstein der Vereinsgeschichte erreicht.

All das passt zur Entwicklung der Reinickendorfer. In den letzten Jahren hat sich der Verein zu einem Leuchtturm im Berliner Tennis gemausert. Neben den Herren der Ü30-Bundesliga, stellt der Verein in diesem Jahr sowohl bei den Herren Ü40, als auch bei den Herren Ü55 jeweils den Ostdeutschen Meister und die 2. Herren Ü30, die Herren Ü50 und Ü60 haben sich jeweils den Titel des Berlin-Brandenburger Meisters gesichert.

Da darf sich der Center-Court auch schonmal in eine Tanzfläche verwandeln…

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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