Hoffnung auf bessere Zeiten bei Hertha BSC ?

Herthas neues Präsidium (von links): Ingmar Pering,, Hans-Joachim Bläsing, Vize Fabian Drescher, Präsident Kay Bernstein, Anne Jüngermann, Peer Mock-Stürmer, Tim Kauermann Foto: © City Press

In meinem letzten Kommentar schrieb ich unmittelbar nach der Wahl von Kay Bernstein, als feststand, dass Frank Steffel  – Urberliner, in Hermsdorf geboren, immerhin seit 2010 Herthaner – mindestens 390 Stimmen bei der Wahl im City Cube auf dem Messegelände fehlten. Er unterlag dem im Erzgebirge geborenen, aber in Berlin aufgewachsenen Ex-Ultra und laut eines Berliner Boulevard Blattes insgesamt 3 Mal mit Stadionverbot belegten Kay Bernstein. Das war eine faustdicke Überraschung.

Es wurde ja nicht nur ein neuer Präsident gewählt. Das gesamte Präsidium musste neu bestimmt werden. Nicht ganz unbedeutend war die Wahl des Vizepräsidenten, das hat ja auch seinen Stellenwert. Vorgesehen war hier Ingmar Pering, seit 2008 Mitglied im Hertha-Präsidium. Als feststand, dass Steffel durchgefallen war, zog Pering seine Kandidatur zurück. Er bleibt allerdings weiter einfaches Präsidiumsmitglied. Für mich nachvollziehbar. Ein bisschen schade ist es trotzdem. Warum?

Pering galt vielen als ein Präsidiumsmitglied mit großem Sachverstand und vor allem Rückgrat. Einer, der dem Präsidenten Werner Gegenbauer auch mal, wenn es notwendig war, Paroli geboten haben soll. Keine einfache Situation, Gegenbauer wurde nachgesagt, nach dem Motto zu handeln, wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Als Rechtsanwalt fiel er im Gremium nicht so in Ungnade wie beispielsweise einst der Unternehmer Christian Wolter (Präsidiumsmitglied bis 2020). Obwohl Gegenbauer ja in Torsten Manske, einen von ihm auserkorenen Rechtsanwalt, als Mitläufer hatte. Wenn es also zu Zeiten der Präsidentschaft unter Gegenbauer, immerhin 14 Jahre lang, keine offene Auseinandersetzung, erst recht nicht mit Michael Preetz, gab, die Stimmung war schlecht. Das wiederum soll der Grund gewesen sein, weshalb der Groß-Sponsor Lars Windhorst die Abwahl von Werner Gegenbauer gefordert hatte. Dieses Ergebnis wurde erreicht.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Aber wie geht es nun weiter? Nach Perings Verzicht wurde Fabian Drescher mit großer Zustimmung der neue Vize. Entscheidend dürfte jetzt das Verhältnis von Bernstein zu Windhorst sein. Bernstein soll nicht unbedingt der erhoffte Präsident des Sponsors gewesen sein, bisher sind die 375 Millionen Euro verpufft. Steffels Netzwerk wäre, was den angestrebten Erfolgskurs betrifft, wohl vielversprechender gewesen. Es bleibt abzuwarten, was der neue Präsident hier anzubieten hat.

Windhorst selbst war gut beraten, keinen eigenen Kandidaten in die Wahlschlacht zu schicken. Frank Steffel beabsichtigte, wohl um seine Glaubwürdigkeit zu behalten, als Präsident der Füchse zurückzutreten. Das wiederum hat das Präsidium der Füchse inzwischen abgelehnt.

Ein Gespräch zwischen dem Sportdirektor Fredi Bobic und Kay Bernstein soll es bereits gegeben haben. Der Präsident hat bisher noch nicht mit Windhorst gesprochen. Franz Beckenbauer würde aktuell sagen: Schau’n war mal!

Christian Zschiedrich   

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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