Viktoria verpflichtet Abwehr-Talent Jonas Kühn

Jonas Kühn © Foto Viktoria Berlin

Regionalligist Viktoria Berlin verstärkt sich in der Abwehr kurz vor Ablauf der Transferperiode mit Linksverteidiger Jonas Kühn. Der 20-Jährige wechselt vom Drittligisten SG Dynamo Dresden zu Viktoria Berlin in die Hauptstadt. Bei den Berlinern wird er die Rückennummer 22 tragen.
 
Jonas Kühn sagt über seinen neuen Klub: „Viktoria Berlin ist ein großer Name, nicht zuletzt, weil der Verein letzte Saison in der 3. Liga auf sich aufmerksam gemacht hat. Der Trainer und die Verantwortlichen haben es mir leicht gemacht, mich mit der Idee und dem Weg, den man eingeschlagen hat, zu identifizieren. Ich möchte hier meinen Beitrag dazu leisten, dass Viktoria Berlin wieder in den Profifußball zurückkehren kann. Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben, möglichst viele Spiele zu machen und mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Die Stadt Berlin und der Fußball in der Regionalliga Nordost haben viel zu bieten. Darauf freue ich mich sehr.“
 
Cheftrainer Semih Keskin erklärt: „Wir haben Jonas gescoutet und erkannt, dass er perfekt in unser Profil passt. Er ist ein junger Spieler mit viel Potenzial, der sich bei uns weiterentwickeln kann. Für ihn spricht, dass er in der vergangenen Saison bei Großaspach sehr viele Spielminuten im Herrenbereich der Regionalliga sammeln konnte. Wir freuen uns riesig, mit Jonas einen soliden Linksverteidiger verpflichten zu können und hoffen, mit ihm Erfolge einzufahren und ihn bei seinen nächsten Schritten unterstützen zu können.“
 
„Aufgrund des Transfers von Jakob Lewald wurde die Idee der Verpflichtung von Jonas Kühn konkreter. Er wurde zuvor schon einmal von unserer Scoutingabteilung ins Gespräch gebracht. Jonas hat eine gute Ausbildung bei Dynamo Dresden genossen, dort frühzeitig einen Profivertrag erhalten und zuletzt Erfahrungen im Abstiegskampf in der Regionalliga gesammelt. Den Wettkampfmodus dieser Spielklasse kennt er also gut. Wir wollen ihm hier neue Möglichkeiten geben – entweder mit uns gemeinsam erfolgreich zu sein oder in der nächsthöheren Liga anzugreifen“, ergänzt Rocco Teichmann, Sportdirektor von Viktoria Berlin.
 
Jonas Kühn begann mit dem Fußballspielen bei der SpVgg Zobes. Von dort wechselte er für eine Saison in die U17 des VFC Plauen. Ab Juli 2018 spielte er in der U17 von Dynamo Dresden, durchlief dort auch die U19, ehe er 2021 seinen Profivertrag bei der SGD erhielt. In der vergangenen Saison sammelte Kühn, ausgeliehen an die SG Sonnenhof-Großaspach, Spielpraxis in der Regionalliga Südwest. Der Linksverteidiger kam dort auf 27 Einsätze.

Quelle: Viktoria Berlin

Champions Hockey League vor dem Saisonstart

Am 1. September startet die Champions Hockey League (CHL) in die neue Saison. Zur Eröffnungspressekonferenz wurde in diesem Jahr nach Berlin eingeladen. So trafen sich im UCI-Kino an der MB-Arena die Vertreter der teilnehmenden Clubs aus Deutschland. Qualifiziert hatten sich die vier besten der Hauptrunde. Neben den Eisbären aus Berlin, Red Bull München und den Grizzlys aus Wolfsburg, konnte mit den Straubing Tigers ein Liganeuling begrüßt werden.

Die CHL startet in ihr nunmehr 8. Saison, 2014 ging es los und bisher dominierten die Teams aus Schweden und Finnland. Die Mannschaft von Rögle Ängelholm konnte den Pokal bereits vier Mal gewinnen. Der aktuelle Titelträger kommt auch aus Schweden, das Team von Rögle Ängelholm. In seiner Ansprache brachte der Chef der Liga, der Schweizer Martin Baumann, den Wunsch an, dass auch mal ein Team aus Deutschland oder Schweiz auf dem Pokal verewigt werden sollte. Immerhin hatten es in der Saison 2018/19 die Münchner unter Don Jackson bis in das Finale geschafft. Sie unterlagen Göteborg mit 1:3.

Der CHL-Pokal © Foto: Hans-Peter Becker

Die Eisbären Berlin haben als Gründungsmitglied bisher fünfmal teilgenommen. Sie beginnen am 1. September gegen Grenoble in Frankreich ihre sechste Teilnahme. Finanziell lohnt sich die Teilnahme für Mannschaften. Trotz Corona haben sich die Preisgelder weiter nach oben entwickelt. Insgesamt werden 3,47 Mill. EUR ausgeschüttet werden. In der vergangenen Saison waren es 3,31 Mill.

Die 32 Mannschaften kommen aus 13 verschiedenen Ligen und 2 Länder sind neu dabei. Aus Ungarn erstmals dabei ist Fehervar AV 19 und die slowenische Mannschaft Olimpija Ljubljana, die eine Wild Card bekommen hat.

Die Spiele der Vorrunde werden in acht Gruppen zu vier Mannschaften ausgetragen, insgesamt 96 Spiele. Die Begegnungen mit deutscher Beteiligung werden teilweise im Free-TV vom Sender Sport1 übertragen. Für die Freunde des Kufensports eine gute Gelegenheit, mal internationales Eishockey zu genießen.

Hans-Peter Becker

Viktorias Kapitän wechselt nach Dresden

Jakob Lewald spielt ab sofort für Dynamo Dresden © Foto: Viktoria Berlin

Der Abstieg von Dynamo Dresden aus der zweiten Liga wird von den Verantwortlichen der gelb-schwarzen als Betriebsunfall gesehen, der möglichst schnell repariert werden soll. Gefühlt gehört der Verein in die 2. Liga. Aus der 3. Liga, bei begrenzten finanziellen Möglichkeiten, wieder hochzukommen ist kein leichtes Unterfangen. Der 1. FC Magdeburg oder FC Kaiserslautern seien hier als Beispiele genannt. Der Start unter Trainer Markus Anfang war mäßig. Nach fünf Spieltagen haben die Dresdener zwei Siege und drei Niederlagen auf dem Konto. Zuletzt verloren sie im eignen Stadion gegen den Aufsteiger SV Elversberg. Neun Gegentore waren zudem zu viel, man sah sich zu Handeln gezwungen und verpflichtete Innenverteidiger und Viktoria-Kapitän Jakob Lewald. Er stand bereits im Spiel gegen Hertha II nicht mehr im Kader. Die Kapitänsbinde trug Mladen Cvjetinovic. Die Dresdner zahlen eine Ablöse. Der Medizincheck war erfolgreich.

„Kuba hat es sich verdient, weiterhin in der 3. Liga zu spielen. Sicherlich fällt es uns nicht leicht, einen Spieler mit einer solchen Mentalität und Erfahrung gehen zu lassen. Nichtsdestotrotz ist das ein maßgeblicher Teil unserer Vereinsphilosophie. Wir wollen eine Plattform für Spieler sein, die mit uns erfolgreich sind, aber nach entsprechender Entwicklung auch in eine höhere Liga wechseln sollen. Das ist bei Kuba der Fall. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg privat wie beruflich alles Gute und viel Erfolg“, sagt Viktorias Sportdirektor Rocco Teichmann über den Transfer von Jakob Lewald.

Jakob Lewald erklärt: „Ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich bei Viktoria Berlin hatte. Die letzten zwei Jahre waren besondere Jahre in meiner Fußballkarriere, mit vielen prägenden Momenten. Ich konnte mich weiterentwickeln und wichtige Erfahrungen sammeln. Der Verein hat uns bestmögliche Bedingungen geboten. Ich freue mich sehr, jetzt in die 3. Liga zurückkehren zu dürfen. Den Verantwortlichen von Viktoria Berlin danke ich für die erfolgreiche Zusammenarbeit und dem Verein wünsche ich nur das Beste für die Zukunft.“

Auf der HP von Dynamo Dresden wird Geschäftsführer Ralf Becker dazu mit folgenden Worten zitiert: „Jakob Lewald wird unsere Innenverteidigung komplettieren und bringt mit seiner Art Fußball zu spielen sowie seiner Größe und Kopfballstärke noch einmal ein anderes Profil mit, von dem wir uns zusätzliche taktische Möglichkeiten und eine größere defensive Stabilität in der Kaderbreite versprechen“.

Lewald wurde beim SV Werder Bremen ausgebildet, durchlief dort alle Jugendmannschaften, ehe er 2018 zum BSV Schwarz-Weiß Rehden wechselte. Der Innenverteidiger kam im Sommer 2020 schließlich zu Viktoria Berlin und war maßgeblich am Aufstieg in die 3. Liga beteiligt. Dort absolvierte er 35 Partien für die Berliner und erzielte zwei Tore. Jakob Lewald war Viktorias Spieler mit den meisten Spielminuten in der vergangenen Drittliga-Saison.

Quelle: Viktoria Berlin/Hans-Peter Becker

Berliner Vereine in der Bundesliga

Den Spieltag eröffneten Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC. Der Auftritt bis zur 34. Minute machte Hoffnung, dass etwas Zählbares mit nach Berlin genommen werden kann. Ja, wenn sich die Wackler in der Abwehr in Grenzen halten könnten. Die Rechnung ging auf, vorn nicht getroffen und hinten mal wieder versagt. Was war das für eine blöde Abwehraktion von Maximilian Mittelstädt? Sie ermöglichte den als andere als überzeugend aufspielenden Gladbachern das goldene Tor. Hertha war im Sturm zu harmlos und wackelte weiter in der Abwehr. Wer hat bloß Filip Uremovic eingestellt? Sein Innenverteidiger Kollege Marc Oliver Kempf, zwar noch mit der besten Kickernote von allen Hertha-Verteidigern bedacht, konnten ebenso nicht überzeugen. Zwei Elfmeter, ehrlich mal, mit dieser Abwehr wird das ganz schwer. Der nächste Spieltag beschert uns Dortmund im Olympiastadion, die haben sich gegen Bremen ein echtes Ding geleistet. Not gegen Elend ist angesagt.

Was nützt es, halbwegs passabel zu spielen und am Ende mit leeren Händen dazustehen? Alte Tante, mach es wie die Eisernen, scheis.. spielen, vorne einen Leichtathleten aufbieten, gnadenlos effizient rein die Dinger, mindestens 10 Kilometer mehr als der Gegner laufen und auf einen schlechten Schiedsrichter hoffen. Lassen wir die Ironie, Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.

“Bereitschaft, Kompaktheit und gutes Umschalten, da war die Mannschaft heute sehr präzise und gut. Die Jungs haben unheimlich gut gegen den Ball gearbeitet. Vielleicht hätte ich mir den einen oder anderen besseren Konter gewünscht, aber auch so bin ich sehr zufrieden”, fasste Union-Trainer Urs Fischer die Begegnung zusammen.

Trotzdem muss mir einer erklären, wie so ein Foul von Christopher Trimmel an Timo Werner übersehen werden kann, bei mindestens 12 Kameras im Stadion. Der Videoschiedsrichter musste wohl dringend auf die Toilette.

Der 2:1 Sieg geht in Ordnung. RB war schwach und hatte in der Anfangsphase Pech. Leipzig ist in den Startlöchern hängen geblieben, während in der Wuhlheide bereits 7 von 9 möglichen Punkten geholt wurden. Union spielt am nächsten Spieltag auf Schalke.

Hans-Peter Becker

Regionalliga Nordost – Berliner Vereine mit Licht und Schatten

Für Spannung ist in der Regionalliga Nordost auf jeden Fall gesorgt. Die Leistungsunterschiede sind geringer als in der Bundesliga. Wie in alten Zeiten, die Tagesform entscheidet über Sieg und Niederlage. Der 3. Spieltag wurde am Freitag, 19. August, mit drei Partien eröffnet. In Luckenwalde trennten sich der dort ansässige Fußballsport Verein und Chemie Leipzig 2:2. In Chemnitz musste der BFC Dynamo antreten und unterlag mit 0:1. Der holprige Start der Dynamos setzt sich fort. Das Ziel Aufstieg steht nach wie vor. Die besser gestartete Volkssportgemeinschaft aus Altglienicke entging bei den erstaunlich stark aufspielenden Babelsbergern nur knapp einer Niederlage. Torwart Leon Bätge rette mit seinem Treffer in der 6. Minute der Nachspielzeit wenigstens einen Punkt vor 2.106 zahlenden Zuschauern im Karli.

Am Samstag trafen mit Hertha II und Absteiger Viktoria die beiden jüngsten Teams der Liga aufeinander. Im Amateurstadion auf dem Olympiagelände sahen 866 Zuschauer eine torreiche erste Halbzeit. Zweimal gingen die Himmelblauen in Führung, zur Pause führte Hertha 3:2 und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Ab der 75. Minute musste Hertha mit einem Spieler weniger auskommen. Verteidiger Julian Eitschberger sah nach wiederholtem Foulspiel gelb-rot.

Chancenlos war Tennis Borussia in Leipzig. Im Bruno Plache Stadion hielt die Abwehr bis zur ersten Minute der Nachspielzeit. In der zweiten Halbzeit legte Lok noch drei Treffer nach und so mussten die Veilchen eine 0:4 Niederlage quittieren. TeBe bleibt weiterhin punktlos und empfängt am nächsten Spieltag Hertha II. Sie müssen dringend personell nachlegen. Für das Mittelfeld und die Verteidigung wurde der in Berlin nicht ganz Unbekannte Eke Uzoma (ehemals BAK, zuletzt in Ungarn aktiv) verpflichtet.

Am Sonntag schlug der BAK Germania Halberstadt, mit ähnlichen Problemen wie TeBe behaftet, im Poststadion mit 2:0. Der BAK führt als einziges Team noch verlustpunktfrei die Tabelle an. Mal sehen, ob das so bleibt, am nächsten Spieltag müssen sie zum Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt reisen, die mit jetzt sieben Punkten einen passablen Start hingelegt haben.

Wie hoch die Trauben in der Regionalliga hängen, musste Energie erfahren. Die 47er trotzten im Zoschke der Truppe von Pele Wollitz ein 0:0 ab.

Hans-Peter Becker

Berliner Bundesligisten spielen Unentschieden

Eine durchwachsene Bilanz lieferten unsere beiden Erstligisten am 2. Spieltag der neuen Saison ab. Am Samstag holte Hertha den ersten Punkt der Saison und dafür war der erste Saisontreffer ausreichend. Knapp 45.000 Zuschauer im Oly konnten bereits nach drei Minuten ein Herta-Tor bejubeln und sahen zumindest eine passable Leistung der „Alten Dame“. Am Ende hatten sie Glück und können sich bei Rafael Foltyn bedanken. Er war im Kölner Keller der Meinung, dass Schiedsrichter Frank Willenborg sich die Videobilder anschauen sollte. Er nahm daraufhin seine Entscheidung zurück. Eine klare Fehlentscheidung wäre der Strafstoß nicht gewesen. Der Hertha-Keeper berührte Frankfurts Borré schon leicht am Fuß. Der Winkel für einen möglichen Abschluss war bereits sehr spitz und dazu fiel er zu spektakulär. Reichte das für einen Strafstoß? Wie gesagt, Glück gehabt, Hertha. Ansonsten präsentierte sich die Mannschaft formverbessert. Das Glas ist halbvoll oder leer, jetzt entscheiden sie selbst. Jetzt wartet Borussia Mönchengladbach.

24 Stunden später versuchten sich die Eisernen in Mainz am ersten Auswärtssieg. Die Bemühungen verdampften in der Hitze der Mainzer Arena. Urs Fischer meinte, dass das bestimmt nicht schön anzusehen war. Beide neutralisierten sich perfekt. Die Eisernen liefen fast fünf Kilometer mehr, als die Mainzer, das brachte auch nichts. Kaum Torchancen, nur eine Gelbe Karte für den Mainzer Karim Onisiwo, das war wenig. Für jeden einen Punkt, das ist ja auch etwas. Union empfängt am nächsten Spieltag zum Abendspiel die Roten Bullen aus Leipzig.

Hans-Peter Becker

Viktoria weiter ungeschlagen

Die Sonne war fast hinter der Gegentribüne des Jahnstadions verschwunden und malte ihr Abendrot in den Himmel über Berlin. Nach kurzer Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Florian Markhoff die Regionalliga Partie zwischen Viktoria Berlin und Lok Leipzig. Das Spiel auf hohem Niveau für Vierligaverhältnisse sahen leider nur 965 zahlende Zuschauer, darunter geschätzte 200 Anhänger der „Loksche“ aus Leipzig.

Beide Trainer waren nach dem Schlusspfiff nicht unzufrieden. Das Endergebnis von 2 : 2 entsprach dem Spielverlauf. Die Saison ist zwar erst zwei Spieltage alt und beide Mannschaften bleiben ungeschlagen. Lok Leipzig war mit einem Sieg über Hertha II gestartet und die neu-formierte Viktoria-Truppe hatte in Jena einen Punkt erkämpft. Leipzigs Trainer Almedin Civa stellte die Taktik etwas um. Gegen Hertha II ließ er mit einer Doppelsechs spielen. Gegen Viktoria stellte er mit Farid Abderrahmane nur einen Abräumer vor der Abwehr auf. Es war ein flexibles 4-1-3-2 und situationsbedingt auch mal 4-4-2 System. Sein Kollege Semih Keskin versuchte es sogar mit drei Sturmspitzen, bei eigenem Ballbesitz war es ein 3-4-3, entsprechend verteidigt wurde mit 5-3-2.

Das Spiel begann optimal für die himmelblauen Viktoria. Leipzig war noch halb im Bus, in der 5. Minute schiebt Berk Inaler (Neuzugang von Altglienicke) nach einem Steckpass in den Strafraum den Ball seelenruhig am Keeper vorbei ins Tor. Postwendend wäre den Gästen im Gegenzug fast der Ausgleich gelungen. Doch Leipzigs Dribbelkünstler Theo Ogbidi trifft im Viktoria-Strafraum die falsche Entscheidung und sucht, zum Glück für Viktoria, nicht selbst den Abschluss. In der 11. Minute hat Christopher Theisen die Chance, auf 2 : 0 zu erhöhen. Sein Flugkopfball, nach einer nicht so genauen Flanke, streicht nur knapp am Tor vorbei.

Die Gäste mussten sich kurz schütteln. Sie drängten energisch auf den Ausgleich. In der 13. Minute prasselte eine Serie von Eckbällen auf die Viktoria-Abwehr ein. In der 25. Minute war es so weit. Diesmal war das Dribbling von Ogbidi eine verwertbare Vorarbeit. Den Zweikampf mit Viktorias Fatih Baca (Neuzugang vom BAK) kann erfolgreich führen, Querpass in den Strafraum und Osman Atilgan kann einschieben. Leipzig war jetzt in der Vorhand. Viktoria kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen. In der 34. Minute überrumpelt die Loksche mit einem zunächst harmlosen Freistoß aus dem Mittelfeld die Berliner. Innenverteidiger Luca Sirch führt kurz aus, Doppelpass und er läuft mit dem Ball am Fuß zentral an die Strafraumgrenze. Sein Abspiel landet genau bei Leipzigs Torjäger Djamal Ziane und Lok hatte das Spiel gedreht. Darüber ärgerte sich Viktorias Trainer noch Pressekonferenz. Diese Freistoßvariante war uns nicht unbekannt, ebenso, dass Sirch dabei versucht in den Strafraum vorzudringen. Die Zuschauer hatten eine unterhaltsame Halbzeit gesehen.

Über weite Strecken der zweiten Halbzeit wirkte es so, als hätten die Gäste alles im Griff. Es dauerte bis zur 65. Minute, da hatte Nachwuchsmann Ünal Durmushan den Ausgleich auf dem Fuss. Er bekam in aussichtsreicher Postion zu viel Rücklage, sein Schuss ging weit über die Querlatte. Zwei Minuten später war es dann soweit, Christopher Theisen, einer der wenigen, die aus dem Drittliga-Kader übrig geblieben sind, setzte einen wuchtigen Kopfstoß in die Maschen. Die Flanke kam von rechts. Anschließend waren beide bemüht. Ein Siegtreffer wäre glücklich gewesen. Die Schlussphase gehörte Viktoria. Sie hatten konditionell einen Tropfen mehr im Tank.

Zeitgleich an diesem Freitagabend unterlag Herthas Nachwuchs dem SV Babelsberg 03 mit 0 : 1.

Hans-Peter Becker

Fußball Regionalliga Nordost

2. Spieltag

12.08.2022 19:00 Uhr Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

FC Viktoria 1889 Berlin – 1. FC Lok Leipzig 2:2(1:2)

Mannschaftsaufstellungen

FC Viktoria 1889 Berlin

Köstenbauer – Touglo (60. Yilmaz), Baca, Lewald – Inaler – Cvjetinovic, Emghames (60. Maric), Durmushan, Günay – Seiffert (89. Mattmüller), Theisen

1. FC Lok Leipzig

Dogan – Voufack (46. Salewski), Sirch, Heynke, Zimmer – Abderrahmane, Weigel (85. Urban) – Ogbidi (74. Rangelov), Pfeffer (90. Eglseder), Atilgan (74. Dombrowa) – Ziane

Torfolge

1:0 Inaler (5.)
1:1 Atilgan (25.)
1:2 Ziane (34.)
2:2 Theisen (65.)

Gelbe Karten

Inaler, Theisen (alle, Viktoria);
Atilgan (Lok)

Angreifen ist die beste Verteidigung

Berlin hat – sehr erfreulich – sogar zwei Bundesligamannschaften in der Nummer 1 Sportart Fußball. Die sind ganz unterschiedlich in die neue Saison gestartet. Bei Union werden seit dem Aufstieg vor drei Jahren namhafte Abgänge scheinbar immer wieder mühelos kompensiert. Als aktuelles Beispiel sei hier Taiwo Awoniyi genannt. So etwas möchte Hertha auch gern schaffen, leider scheint, das der Alten Dame nicht zu gelingen. Dabei ruhten einige Hoffnungen auf einem gelungenen Saisonstart. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Chancenlos“ berichtete Hans-Peter Becker aus der Alten Försterei. Und die Kommentare in Bild und Ton fallen drastischer denn je aus.

Jetzt, wo Michael Preetz und Werner Gegenbauer weg sind, möchte ich persönlich gern etwas Positives schreiben. Sagt mir bitte, was ? Worüber soll konstruktiv geurteilt werden(?) – galt ich doch als ein Kritiker mit besonderer klarer Wortwahl. Was in dieser Woche über Hertha zu lesen und zu hören sein wird, muss den Herthanern ordentlich in den Ohren klingen. Wie soll sich sonst etwas ändern. Natürlich können Auftaktspiele auch verloren gehen. Es fragt sich nur, wie? Das Wie macht mich besonders nachdenklich.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto: Sportick

Angriff ist die beste Verteidigung. Sagt mir bitte nicht, dann hätte Hertha ja noch höher verloren. Was ist das für ein Fußball, wenn nach 36 Spielminuten das erste Mal (per Standard) auf das gegnerische Union-Tor geschossen wird! Solche Spiele möchte ich weder vor Ort, geschweige denn am Fernseher sehen. Erst recht nicht im Olympiastadion. Wer von den Hertha-Spielern kann einen gelungenen Pass, wie beispielsweise Mario Götze, in die Tiefe spielen? Wer das nicht kann, spielt eben quer und ganz viel zurück. War es die fehlende Einstellung oder gar Unfähigkeit?

Fredi Bobic und Neu-Trainer Sandro Schwarz, wussten die wirklich nicht, was sie sich mit Hertha angetan haben? Nico Kovac wusste es und sagte ab. Ob er sich aber mit dem VfL Wolfsburg eine viel bessere Wahl getroffen hat, sei dahingestellt. Ich habe immer noch die sauren Minen von Bobic und Schwarz beim 1.FC Union in Erinnerung. Die deuteten in Richtung Unfähigkeit. Wie soll das bloß enden, wie soll es nur weitergehen?

Der Blick voraus verheißt nichts Gutes! Am 2. Spieltag kommt Eintracht Frankfurt ins Olympiastadion, als Tabellenletzter. Bayern München hat die Frankfurter im eigenen Stadion total auseinander genommen. Heißt jetzt, Wiedergutmachung spielt gegen Wiedergutmachung. Aus Sicht der Hertha sollte gewonnen werden, danach hat Hertha bei Borussia Mönchengladbach zu bestehen. Noch problematischer wird es eine Woche darauf. Borussia Dortmund kommt nach Berlin. Ich kenne da einen Statistiker, seine Darlegung: „Aus ehemals 12 möglichen Punkten, das ist nicht mehr möglich, können es aber noch null werden“! Es bleibt das Prinzip Hoffnung, auf den Fußball-Gott.

Christian Zschiedrich

Hertha chancenlos in der Wuhlheide

Es war, sollten Sie es mit der „Alten Dame“ halten, fürchterlich anzuschauen. Gegen die solide aufspielenden Köpenicker fehlten gänzlich die Mittel. Der Blick von Hertha Trainer Sandro Schwarz sprach Bände. Leer und ohne Hoffnung, so muss man das wohl werten. Es mag zutreffen, dass bei den Blauen sich der eine oder andere etwas bessere Individualist am Ballgeschiebe beteiligte. Siehe den Ehrentreffer für die Hertha in der 85. Minute, es war Ergebniskosmetik, nicht mal ein Hoffnungsschimmer. Bis dahin hatten die Eisernen bereits drei Tore erzielt. Der Treffer von Dodi Lukebakio war eine feine Einzelleistung, ganze zwei Torchancen zuvor für den Gast, mehr war nicht in die Notizbücher gekommen.

Der 1. FC Union ist am Beginn seiner nunmehr vierten Bundesliga-Saison dem Ortsrivalen in allen Belangen überlegen. Dass es sich so deutlich zeigt, war nicht zu erwarten. Hertha ist im Pokal raus, mit einer 1:3 Niederlage in die Saison gestartet und ein Blick auf nächsten Spiele lässt erschaudern. Das Wort vom Abstiegskandidaten ist wohl nicht zu hoch gegriffen. Ein Thema bei der Hertha ist Dedryck Boyata. Der Ex-Kapitän wurde für das Derby aus dem Kader gestrichen, soll er gehen? Sehr stabil wirkte Herthas Abwehr jedenfalls nicht.

Die Köpenicker dagegen, können einfach weiter genießen. Die Neuen im Kader haben sofort funktioniert. Und Union macht einfach weiter, immer weiter ganz nach vorn. Was wird aus der Hertha?

Hans-Peter Becker

Regionalliga Nordost – spannender Titelkampf

Die Regionalliga Nordost startet am 5. August in die Saison 2022/23. Es werden insgesamt 18 Mannschaften den Kampf aufnehmen. Das Eröffnungsspiel wird am Freitagabend, 5. August 2022 um 18:00 in Luckenwalde angepfiffen. Der ansässige FSV empfängt den Rückkehrer FC Rot-Weiß Erfurt zum Kampf um die ersten Punkte. Eine Stunde später werden dann in Berlin die ersten Spiele beginnen, im „Zoschke“ wartet Lichtenberg 47 auf Halberstadt und die VSG Altglienicke bekommt es am Wurfplatz, auf dem Gelände des Olympiastadions, mit Energie Cottbus zu tun. Da treffen gleich zwei Teams aufeinander, die von den Experten als Favoriten auf die vorderen Plätze, sogar als heiße Meisterschaft-Anwärter gehandelt werden. Altglienicke hat sich mit Tolcay Cigerci, Philip Fontein, Charmaine Häusl (beide Berliner AK), Aleksandrs Guzlajevs (VfB Auerbach) und Gordon Büch (RFCU Luxemburg) wohl am namhaftesten verstärken können.

Insgesamt spielen sieben Mannschaften aus Berlin in der Nordost Liga. Die Reisekosten bleiben moderat. Am Stadtrand spielen die Babelsberger und Cottbus und Luckenwalde sind nicht allzu weit entfernt. Die längsten Anreisen aus Berliner Sicht sind Jena, Erfurt, Chemnitz und Greifswald. Die Spielorte liegen alle weniger als 300 km entfernt.

Am Samstag, jeweils um 13:00 Uhr müssen drei Berliner Vertreter auswärts zeigen, wie gut die Vorbereitung war. Der Absteiger aus der 3. Liga Viktoria Berlin, hat gleich in Jena eine harte Nuss zu knacken. Der FC Carl-Zeiss wird weit vorn erwartet, liebäugelt mit der Meisterschaft, während die Himmelblauen nicht unbedingt den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen dürften. Sie gehen ein doppeltes Wagnis ein, sie schicken eine junge Mannschaft ins Rennen und vertrauen, mit Semih Keskin, übernahm das Amt von Farat Toku, auf ihren bisherigen U 19 Trainer. Für den 33-jährigen Keskin ist es die erste Stelle als Cheftrainer im Männerbereich. Es sind nur wenige Spieler aus dem Drittliga-Kader verblieben. Wie stabil ist die junge Mannschaft des FC Viktoria? Es müssen 17 Neue integriert werden. In der Abwehr fällt, mit Tobias Gunte, eine wichtige Säule in der Verteidigung, nach Vereinsangaben voraussichtlich bis November aus. Am Ende der Saison wollen die Himmelblauen möglichst weit oben stehen. Das Ziel bleibt die Rückkehr in den Profifußball.

TeBe muss am Samstag in Chemnitz antreten. An der Gellertstraße zu bestehen, ist keine leichte Aufgabe. Chemnitz wird von Christian Tiffert trainiert, bei TeBe kein Unbekannter. Die Zielvorgaben könnten nicht unterschiedlicher sein, die Veilchen mit ihrem neuen Trainer Abu Njie (kam von Tasmania aus der Oberliga) hoffen auf eine halbwegs sorgenfreie Saison und den Klassenerhalt. Kurz vor dem Saisonbeginn wurden noch drei Neuzugänge vermeldet. Malik Ceesay, Mustafa Karaman und Emincan Tekin wechseln an den Eichkamp. Tekin wechselt von Hertha II und hat immerhin Erfahrung in der Regionalliga. Das Gros der Neuzugänge kommt aus unterklassigen Ligen. Mit jetzt 23 Spielern bleibt die Kaderstärke trotzdem relativ klein. Der sportliche Leiter Claudio Offenberg hatte zudem überraschend im Juli sein Amt niedergelegt.

Nicht ganz so weit wie die Viktoria muss der am Aufstieg gescheiterte BFC Dynamo auf Reisen gehen. Die Autobahn A9 kann der Mannschaft-Bus der Weinroten bereits an der Abfahrt Weißenfels verlassen, weiter geht es in Richtung Zeitz bis nach Meuselwitz, dort wartet in der Bluechip-Arena der Zipsendorfer Fußballclub. Neuer, alter Trainer in Meuselwitz ist Heiko Weber, zuvor Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Carl-Zeiss, der zudem einige Spieler aus Jena mitgebracht hat. Der BFC hat mit Heiner Backhaus auch einen Neuen auf dem Trainerstuhl und nimmt einen neuen Anlauf in Richtung Aufstieg. Zuvor trainierte er Rot-Weiß Koblenz in der Regionalliga Südwest und mit ihm wechselten Dominic Duncan und Arthur Ekalle, zwei Defensivkräfte, ins Sportforum nach Hohenschönhausen. Der BFC hat mit Matthias Hamrol einen neuen Torwart verpflichtet. Für ihn ist es ein schnelles Wiedersehen mit seiner alten Fußballheimat. Er hielt in der letzten Saison für Meuselwitz den Kasten sauber.

Der Sonntag hält dann für die Fußballinteressierten in Berlin und Umgebung, jeweils ab 13:00 Uhr, die Partien BAK 07 gegen Aufsteiger Greifswalder FC und Babelsberg gegen Chemie Leipzig parat. Der Aufsteiger Greifwalder FC hat aufgerüstet und gilt als Geheimtipp für die neue Saison. So wurde unter anderem Stürmer Abu Bakarr Kargbo verpflichtet, der in der letzten Saison im Dress der Athleten neun Tore erzielte. Ihm zur Seite stehen wird mit Guido Kocer ein zweitligaerfahrener Akteur.

Die zweite Mannschaft von Hertha BSC reist nach Leipzig und trifft im Bruno-Plache Stadion auf den „die Locksche“ genannten Verein Lok Leipzig. Verstärkt hat sich die Mannschaft mit Nader El-Jindaoui, er dürfte als Influencer bekannter sein. Der 25-jährige Stürmer erzielte in der Saison 2021/22 in 35 Spielen für den BAK 14 Tore und gab 10 Vorlagen. Er soll jetzt gewissermaßen als Routinier die Hertha-Bubis an den Männerfußball heranführen. Von Viktoria wechselte Torwart Philip Sprint zurück zu seinem einstigen Ausbildungsverein, ein weiterer erfahrener Spieler für den Hertha-Nachwuchs. Trainer Ante Covic hegt mit den Hertha Bubis keinerlei Meisterschaftsambitionen. Pro Saison sollen wenigstens drei Nachwuchskräfte an die Profimannschaft herangeführt werden und dazu in der Regionalliga frei von Abstiegssorgen gespielt werden.

Eine interessante Liga beginnt wieder mit ihrem Spielbetrieb. Der Meister steigt erneut nicht direkt auf, er muss die Relegation mit dem Meister aus Bayern.

Hans-Peter Becker