Regionalliga Nordost im Überblick

Der 5. Spieltag begann am Freitagabend, 25.08.2023 mit zwei Heimspielen von Berliner Vertretern. In Lichterfelde sahen 647 Zahlende das Südberliner Derby zwischen Viktoria und der VSG Altglienicke. Tobias Gunte, gefühlt ein ewiger Viktorianer, es war noch ungewohnt, ihn im Stadion Lichterfelde im Trikot von Altglienicke spielen zu sehen, kehrte erstmals an seine einstige Wirkungsstätte zurück. Die Himmelblauen setzten ihren Minimalistenfußball fort. Das Team von Semih Keskin gewann gegen die VSG mit 1:0. Das einzige Tor des Abends erzielte der Brasilianer Lucas Falco, mit vollständigen Namen heißt er Bradley Lucas Falcão Cini, neben der brasilianischen besitzt er auch die italienische Staatsbürgerschaft. Es lief die 56. Minute, da segelte ein Eckball in den Strafraum der Gäste, zweimal zu kurz abgewehrt, dann war Falcao zur Stelle und erzielte das Tor des Abends. Viktoria hat nach fünf Spielen ein Torverhältnis von 4 zu 3 und dabei beachtliche 8 Punkte geholt. Altglienicke hatte Pech, Tolcay Cigeri traf nur den Pfosten und Schiedsrichter Tobias Hagemann übersah ein Foul mit Handspiel im Strafraum. Es hätte Elfmeter für die Gäste geben müssen. Altglienickes Co. Trainer Torsten Mattuschka war darüber so erbost und muss ein paar unflätige Worte in Richtung Schiedsrichter gerufen haben, sodass er für den Rest des Spieles auf die Tribüne musste.

Zeitgleich spielte im Berlin Osten, in Hohenschönhausen der BFC Dynamo gegen den FC Carl Zeiss Jena. Hier hatten sich beim Treffen ehemaliger DDR-Oberligisten 2.699 Zuschauer eingefunden, darunter ein beachtlicher Anhang der Thüringer. Jena, ähnlich ambitioniert wie der BFC, ging in der 31. Minute durch Joshua Endres in Führung. Der BFC brauchte anschließend nur acht Minuten, um das Spiel zu drehen. Doppeltorschütze, wer konnte es anderes sein, als Rufat Dadashov in der 33. und 37. Minute. Was hat der für einen Lauf? Mit sechs Toren nach fünf Spielen führt er zusammen mit Jorden Winter vom FSV Luckenwalde die Torschützenliste an.

Am Samstag gab es kein Spiel mit Berliner Beteiligung. In Cottbus kam Energie nicht über ein 1:1 gegen Chemie Leipzig hinaus. Den Punktverlust sahen im Stadion der Freundschaft 5.326 Zuschauer. Cottbus drückte, ein Festival der Chancen im Chemiestrafraum, sie versuchten alles, um die Führung der Chemiker, seit der 9. Minute durch Paul Horschig, wettzumachen. Mehr als der Ausgleich in der 71. Minute durch Tim Heike gelang nicht. Cottbus war klar die bessere Mannschaft, was nützt das, wenn der Ball nicht über die Linie geht.

Am Sonntag erkämpfte sich der BAK im Rostocker Ostsee-Stadion ein 1:1. Endlich gelang das erste Saisontor, erzielt von Ifran Brando, der vom Regionalliga-Absteiger Lichtenberg 47 zu den Athleten wechselte. Der Führungstreffer aus der 31. Minute hatte Bestand bis zur 64. Minute, da war Patrick Nkoa für den Rostocker Nachwuchs erfolgreich. Der BAK hatte Glück, nach dem Ausgleich wurde Hansa immer stärker. Der BAK wirkte trotzdem weiter Form-verbessert. Im nächsten Spiel empfangen sie keinen geringeren als Energie Cottbus.

Mit demselben Ergebnis trennten sich die Hertha Bubis vom ZFC Meuselwitz. Im Stadion am Wurfplatz bejubelten zunächst 1.015 Zuschauer die Herthaführung durch Derry Scherhant, der Ausgleich fiel noch vor der Pause. Florian Hansch traf für Meuselwitz. Es wurden die ersten Verlustpunkte für Hertha II. Mit 13 Punkten stehen sie aktuell mit zusammen mit Rot-Weiß Erfurt und dem Greifswalder FC an der Tabellenspitze.

Die Partie zwischen dem Chemnitzer FC und Babelsberg findet erst am Dienstag, 29.08.2023 statt.

Hans-Peter Becker

Eisbären Testspiel gegen Sparta Prag

Die Eisbären Berlin bestritten am Sonntag, 27.08.2023 einen Härtetest in der heimischen Arena am Ostbahnhof. Vor und nach dem Spiel wurde zusätzlich einiges für die treuen Eisbärenfans geboten. Das Spiel gegen den HC Sparta Prag wurde genutzt zur offiziellen Saisoneröffnung, im nächsten Spiel in der Arena geht es dann bereits um Punkte in der DEL. Das Spiel begann um 14:00 Uhr, los ging auf dem Vorplatz der Arena bereits ab 10:00 Uhr und nach dem Spiel standen die Spieler noch für Autogramme ihren Fans zur Verfügung.

Der Testspielgegner aus der Extra-Liga Tschechiens war der erwartete harte Prüfstein. Die zurückliegende Saison verlief für die Prager nicht ganz so zufriedenstellend. Es reichte zwar für die Playoffs, dort war dann bereits im Halbfinale Schluss. So gab es nicht nur einige Wechsel im Spielerkader, auch das Trainerteam wurde ausgetauscht. Neuer Chef hinter der Bande ist der in Berlin nicht ganz unbekannte Pavel Gross. Er sah zunächst, wie sein neues Team in einen Rückstand geriet. Die Eisbären zogen mit 2:0 davon. In der 7. Minute schloss Marco Nowak die erste gelungene Kombination mit einem erfolgreichen Torschuss ab. Sparta drängte auf den Ausgleich, ein weiteres Tor gelang allerdings denn Eisbären. Erneut war es ein Verteidiger, der Erfolg hatte. Der neue Kapitän der Eisbären, Kai Wissmann setzte in der 16. Minute den Puck in die Maschen. Der Eindruck, dass die Gäste immer stärker wurden, bestätigte sich nur zwei Minuten später, als Pavel Kousal einen zunächst von Eisbären-Goalie Jake Hildebrand abgewehrten Puck doch noch im Tor unterbringen konnte.

Der Mittelabschnitt gehörte weitgehend den Gästen. Sie drehten das Spiel. Zunächst stellte Jan Buchtele mit einem Flachschuss in der 30. Minute das Ergebnis pari. Das zweite Powerplay war erfolgreich, der Torschütze Josh Kestner, da waren 35 Minuten gespielt. Jetzt führten die Gäste mit 3:2, sehr zur Freude der etwa 50 aus Prag angereisten Schlachtenbummler. Mit der knappen Führung für die Gäste wurden dann nochmals die Seiten gewechselt.

Ein alter Bekannter hinter Bande der Gäste, Pavel Gross. © 2023 Foto: Hans-Peter Becker

Im Schlussabschnitt bekamen die Eisbären die sprichwörtliche zweite Luft und sie hatten mit Jake Hildebrand einen bestens aufgelegten Goalie. In der 53. Minute gelang der Ausgleich zum 3:3 und endlich ein Stürmertor durch Frederik Tiffels. Eine kleine Schrecksekunde gab es kurz vor dem Ende des Schlussdrittels, ein Linienschiedsrichter wurde unglücklich in die Bande befördert, konnte glücklicherweise nach einer kurzen Behandlung auf das Eis zurückkehren. Nach 60 effektiven Spielminuten stand es leistungsgerecht Unentschieden. Der Test lief nach den DEL-Regeln ab, so bekamen die 9.877 anwesenden Zuschauer noch das Spektakel einer Verlängerung geboten.

In der Verlängerung hatten beim 4 gegen 4 beide ihre Chancen das Spiel zu entscheiden. Die Größte hatten die Eisbären, in der 65. Minute vergab Blaine Byron einen Penalty. Im anschließenden Shootout traf keiner der Eisbären, ein klein wenig besser machten es die Gäste. Roman Horak konnte Jake Hildebrand überwinden und so gewannen die Gäste das Testspiel mit 4:3 nach Penalty.

Pavel Gross stand nach dem Spiel in der Mixed-Zone Rede und Antwort. Er war mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden und von den Eisbären hatte er den Eindruck, dass die Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison schneller geworden ist. In dieser Phase der Saisonvorbereitung läuft noch nicht alles rund. Da wird experimentiert, was die Zusammenstellung der Reihen betrifft und an den taktischen Systemen gefeilt.

Hans-Peter Becker

Hertha stürmt an die Tabellenspitze

Berlin, 24.08.2023

Im Nachholspiel des 2. Spieltages der Regionalliga Nordost schlug Hertha II am Mittwochabend, 23.08.2023, im Poststadion vor offiziell 2.079 Zuschauern, den BAK mit 1:0. Der siegbringende Treffer fiel erst in der 89. Minute, Torschütze war Abwehrspieler Joel Miguel Da Silva Kiala. Der Nachwuchs der Alten Dame ist aktuell die einzige Mannschaft, die bisher alle Spiele gewinnen konnte. Vor dem 5. Spieltag, da empfangen sie den ZFC Meuselwitz, grüßen die Schützlinge von Trainer Stephan Schmidt einsam von der Tabellenspitze. Der Trainer ist realistisch genug, sieht seine Mannschaft keineswegs als Favorit und spricht von einer schönen Momentaufnahme.

In der 1. Mannschaft werden die Sorgen eher größer. Der Kapitän ist von Bord gegangen, sie hatten gehofft bei der sportlichen Führung, dass er bleibt, bekam die Binde und viel Vertrauen. Die 50 zu 50 Chance ging zuungunsten der Hertha aus. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Fürth, an der neben Trainer Pal Dardai auch Sportdirektor Benjamin Weber teilnahm, war von dem kommenden Gegner nur in den einleitenden Worten der Pressesprecherin Vera Krings etwas zu hören. Die vielen Nebengeräusche unter Woche provozierten andere Fragen.

Nachgefragt wurde auch nach einem Artikel des Journalisten Robert Schreier von der Sport-Bild. „…überfordert äußern sich Spieler über die Situation, dass gleich drei Trainer-Söhne mit in der Kabine sitzen. Zwar wird Palko (24), Marton (21) und Bence Dardai (17) ein einwandfreier Charakter attestiert, und doch fühlen sich viele Hertha-Profis gehemmt, die Kabine als meinungsfreien Raum anzusehen, aus dem keine offen geführte Diskussion ans Trainerteam gelangt. Auch das sei ein Grund dafür, dass sich in Krisenzeiten im Team keine Dynamik mit klaren Worten entwickeln kann.“ Woher er seine Weisheit bleibt ungenannt, Pal Dadai nahm dazu ausführlich Stellung, da wollte wohl einer viel Klicks generieren. Gern kann er herkommen und sich vor Ort ein Bild machen. Trotz der Niederlagen, hat man nicht den Eindruck, dass die Mannschaft in Grüppchen zerfallen ist, wie in der Abstiegssaison. Mehrfach nahm Dardai das Wort Mobbing in den Mund, angesichts der schwierigen Situation sollte Fairness gelten.

Die aktuelle Situation macht sich zunehmend bei den geplanten Neuverpflichtungen bemerkbar. Man muss schon gute Nerven und viel Selbstvertrauen haben, wer sich jetzt auf ein Arbeitspapier bei Hertha BSC einlässt. Die Aussicht auf eine schnelle Rückkehr in die Bundesliga schwindet mehr und mehr, 4 bis Jahre könnte es dauern, wenn kein Wunder geschieht. Wunschkandidat Diego Demme hat wohl der Alten Dame, auch aus diesem Grund, einen Korb gegeben. Offiziell ist noch nichts.

Das Sportliche sollte im Vordergrund stehen, es müssen dringend Tore und Punkte her. Da ist es zielführender, den Trainer des kommenden Gegners Alexander Zorniger zu Wort kommen zu lassen. Die Startschwierigkeiten des Absteigers verwundern ihn überhaupt nicht. „Die 2. Liga ist einfach gut. Da kommt man nicht runter und sagt mit einer Truppe, die sich noch nicht gefunden hat: Wir holen jede Woche drei Punkte…“ Die 2. Liga ist kampfbetonter, die Gegenspieler sind zusätzlich motiviert, schließlich geht es gegen einen, zumindest gefühlt, großen Club. Trotzdem erwartet Zorniger „ein dickes Brett“, obwohl der Druck eindeutig bei der Hertha liegt.

Unter der Woche hat Dardai verstärkt Kombinationen und Torabschlüsse üben lassen. Mal sehen, ob es endlich für das erste Tor im Wettbewerb ausreicht. Und die zweite hat es vorgemacht, ein 1:0, möglichst kurz vor Schluss, reicht für einen Sieg. Für das Spiel am 26.08.2023 werden ca. 35.000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet.

Hans-Peter Becker

BR Volleys – neues Trainerteam bat zum Auftakt

Im ganz kleinen Kreis eröffneten die BR Volleys am Mittwoch (23. August 2023) ihre Saisonvorbereitung 2023/24. Während für viele der Berliner Nationalspieler die Europameisterschaft bevorsteht, nehmen vier Akteure von Beginn an das Training im Horst-Korber-Sportzentrum auf. Dabei trägt in den kommenden Wochen der neue Assistenztrainer Markus Steuerwald die Verantwortung, solange Headcoach Joel Banks bei der EM mit Finnland am Start ist.

Es ist wie oft in einem mit Länderspielen vollgepackten Volleyballsommer: Zum Vorbereitungsstart rund zwei Monate vor dem ersten Pflichtspiel ist die Trainingsgruppe der BR Volleys überschaubar. Adam Kowalski und Nehemiah Mote sowie die Neuzugänge Leon Dervisaj und Daniel Malescha fanden sich am Mittwochmittag im Horst-Korber-Sportzentrum ein. Zum Auftakt gab es lediglich ein lockeres Kennenlernen und eine Einweisung in die Abläufe, bevor ab Donnerstag im Kraftraum und der Volleyballhalle geschwitzt wird. Noch einige Zeit wird das Aufgebot dezimiert bleiben, denn gleich sieben Spieler aus dem Kader des Deutschen Meisters sind voraussichtlich ab dem 28. Aug bei der EM im Einsatz. Hannes Tille, Ruben Schott, Marek Sotola (CZE), Jiri Hänninen (FIN), Timo Carle (FRA), Saso Stalekar (SLO) und Timo Tammemaa (EST) dürfen in den nächsten Tagen mit ihrer offiziellen Nominierung rechnen. Neuzugang Hänninen wird dabei von Joel Banks betreut, der mit seinen Finnen in der Vorrunde unter anderem auf Stalekars Slowenen trifft. Außerdem befinden sich Cody Kessel (USA) und Satoshi Tsuiki (JAP) noch einige Wochen bei ihren Nationalkadern.

Aufgrund der Abwesenheit von Banks ist vor Ort in der Hauptstadt zunächst Markus Steuerwald am Ruder und der 34-Jährige, im Vorjahr noch Co-Trainer bei der Damenmannschaft des Dresdner SC, gewann einen sehr positiven ersten Eindruck: „Es wird Zeit, dass es losgeht, denn die Pause war wirklich lang. Unsere Gruppe ist klein, aber fein. Ich bin optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen gute Arbeit leisten und der Spaß auch nicht zu kurz kommt.“ Dem früheren Champions-League-Sieger stehen im Trainerstab zwei ebenfalls neue Gesichter zur Seite. Aaron Königsmann ist ab sofort Athletiktrainer beim 13-fachen Deutschen Meister. Der 26-Jährige betreibt selbst CrossFit als Leistungssport, war bereits für den Fitnesszustand der Bundesliga-Mannschaften des Berliner Hockey Clubs zuständig und ist Kollege seines Vorgängers Timo Kirchenberger bei „VIS Performance Coaching“. Der neue Fachmann für Spielanalyse kommt aus Brasilien und heißt Alexandre Leal. Zuletzt arbeitete „Alê“, so lautet sein Spitzname, in Saudi-Arabien mit Samuel Tuia zusammen. Auch Landsmänner und frühere Berliner wie Olympiasieger Eder begeisterten den hochmotivierten Scout für sein neues Engagement in Deutschland. Als Physiotherapeutin bleibt Sophia Fronicke dem Team erhalten.

In dieser Aufstellung steigen die BR Volleys nun in das Training ein und Steuerwald beschreibt die kurzfristigen Ziele so: „Der Fokus liegt jetzt auf dem Screening und der Entwicklung des körperlichen Zustandes. Wir wollen Grundlagen schaffen, verletzungsfrei bleiben und die Jungs in Form bringen. Ansonsten können wir nicht viel mehr machen, als individuell an technischen Details zu arbeiten, bis die Gruppe allmählich wächst. Jedem ist klar, dass uns eine hochintensive Saison bevorsteht. Um Spannung aufzubauen, wollen wir von Anfang an keine Langeweile aufkommen lassen.“

Christof Bernier/BR Volleys

© 2023 Pressefoto Credit: BR Volleys

Berliner Vereine in der Regionalliga

Die Regionalliga Nordost hat bereits vier Spieltage absolviert. Die Vereine haben eine englische Woche hinter sich Unter der Woche gab es ein Berlin-Derby. Der FC Viktoria empfing in Lichterfelde den Berliner AK und am Ende waren die Schützlinge von Jeffrey Seitz, den ersten Punkt der Saison erobert zu haben. Für den BAK war es ja erst das zweite Spiel der Saison, die Partie des 2. Spieltages gegen Hertha II wurde verlegt. Am vierten Spieltag setzte im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt im Poststadion eine deutliche 0:4 Niederlage, trotzdem sieht Trainer Seitz seine Mannschaft auf dem richtigen Weg.

Am Dienstagabend, 15.08.2023, sorgte Herthas Zweite für eine Überraschung. Unter Flutlicht wurde im Stadion am Wurfplatz, auch bekannt als Amateur-Stadion, vor der dort eher seltenen Kulisse von 1.680 Zuschauern der Drittligaabsteiger FSV Zwickau in einem turbulenten Spiel mit 4:3 geschlagen. Erst mit 2:0 geführt, Ausgleich 2:2, wieder geführt mit 3:2, als sich das 3:3 als Endergebnis andeutete, schlug Gustav Christensen zu und machte in der 88. Minute den Sieg perfekt. Offenbar beflügelt von diesem Erfolg, wurde am Freitag, 18.08. im Jahnsportpark die VSG Altglienicke regelrecht vernascht. Die Hertha-Bubis führten bereits mit 5:0, ehe Altglienicke zum ersten Treffer kam. Beim Abpfiff stand ein 6:2 für die Nachwuchsprofis der Hertha auf der Anzeigetafel. Überragend im Hertha-Dress war Sturmjuwel Derry Scherhant, zwei Tore erzielt und eins vorbereitet. Die Volkssportler von Trainer Karsten Heyne schwächeln, im Berliner Pokal nach Elfmeterschießen gegen Lichtenberg 47 raus, allerdings gewannen sie anschließend ihr Punktspiel in Luckenwalde mit 4:1, sechs Punkte aus vier Spielen sind nicht die allerschlechteste Ausbeute und die Saison ist noch lang.

Am 4. Spieltag wiederholte Viktoria das Ergebnis vom Spieltag zuvor. Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit hieß es 1:1. In einem ausgeglichenen Spiel gingen die Westsachsen in der 83. Minute in Führung, Fatih Baca konnte in der vierten Minute der Nachspielzeit noch ausgleichen.

Etwas holprig verläuft die Startphase für den BFC Dynamo. Am 3. Spieltag reichte es unter Woche nur zu einem 1:1 gegen den ZFC Meuselwitz und am 4. Spieltag taten sie sich schwer mit dem Pflichtsieg beim Aufsteiger Eilenburg. Sie gestatteten dem FC Eilenburg zunächst in Führung zu gehen, der BFC hat Rufat Dadashov. Er drehte mit seinen Treffern in der 44. und 74. Spielminute die Begegnung anschließend drückte der Aufsteiger vehement auf den erneuten Ausgleich. In der Nachspielzeit machte Erlind Zogjani alles klar und stellte auf das Endergebnis von 3:1.

Eine optimale Punkteausbeute von 12 Zählern kann kein Team vorweisen. An der Tabellenspitze rangieren mit je 10 Punkten der FC Rot-Weiß Erfurt und der Greifswalder FC, ungeschlagen sind noch drei Mannschaften, zu den beiden Spitzenreitern gesellt sich Herthas Zweite, allerdings erst mit drei ausgetragenen Spielen. Energie Cottbus hat sieben Zähler und Babelsberg hat deren neun.

Am 5. Spieltag gibt es gleich am Freitagabend, in Lichterfelde das Berlin-Derby Viktoria gegen Altglienicke und zeitgleich steigt im Sportforum ein kleiner Krisengipfel, der BFC Dynamo empfängt Carl Zeiss Jena, am 25. August 2023 beginnen beide Spiele um 19:00 Uhr. Hertha II spielt am Sonntag in Meuselwitz und der BAK muss im Ostsee-Stadion gegen Hansa Rostock II bestehen.

Hans-Peter Becker

Hertha Krise spitzt sich zu – Union mit Traumstart in die Saison

Berliner Profifußball im Überblick

Seit dem Abstieg der Alten Dame ist der Berliner Profifußball zweigeteilt und die weitere Entwicklung scheint genauso auseinanderzulaufen, wie einst zwischen Ost- und Westberlin.

Am 3. Spieltag der 2. Liga mühte sich Hertha in Hamburg beim einst ruhmreichen HSV ab. Nahtlos setzten sie ihre Bilanz des Schreckens fort, die Null steht weiterhin. Keine Punkte und nach drei Spielen lediglich Tore kassiert und selbst kein einziges erzielt. War es gegen Wehen-Wiesbaden unglücklich, in Hamburg hatten sie keine Chance und verließen als klare 0:3 Verlierer den Platz. Dabei reifte im Vorfeld etwas Optimismus, in der ersten Pokalrunde wurde Jena klar dominiert und unter Woche, nach Aussagen von Trainer Pal Dardai, gut trainiert. Es reichte trotzdem nicht annähernd. Stand jetzt, muss man und von mir aus auch Frau sich ernsthaft Sorgen machen. Es fehlt an Geld und als Konsequenz daraus fehlt es dann an Qualität. In Hamburg gelang es nicht einmal, sich eine verheißungsvolle Chance zu erarbeiten. Die Statistik verzeichnete 11 Torschüsse für die Hertha und die waren keine ernsthafte Gefahr.

Das Transferfenster ist noch bis zum 1. September 2023 geöffnet, für ein Problem. Erst dann steht endgültige Kader. Es fehlt das Geld, Spielerverkäufe, die die Kasse füllen könnten, Herthas Not ist bekannt, werden erst im letzten Augenblick getätigt werden. Diego Demme würde gerne kommen, für relativ kleines Geld, nicht einmal das kann sofort gezahlt werden. Jammern hilft nicht, weitermachen und auf ein bisschen Glück hoffen. Der HSV war eine Nummer zu groß.

Ganz anders stellt sich die Situation beim 1. FC Union dar, der Club, der eher das ist, was Hertha werden wollte. Der unaufhaltsame Aufstieg seit dem historischen Datum 27.05.2023 scheint immer weiterzugehen. Die Saisoneröffnung ist mehr als geglückt. Als Gegner hatte sich der FSV Mainz 05 in die „Alte Försterei“ bemüht. Der Mainzer Trainer Bo Svensson schien im Vorfeld eine böse Ahnung zu haben, er wurde zitiert mit den Worten, die Alte Försterei ist „das vielleicht schwierigste Stadion im Moment“. In der Bundesliga gab für seine Mannschaft bisher nichts zu holen. Da bleib auch so, am Sonntagnachmittag, 20. August 2023 wurde seine Mannschaft regelrecht versenkt. Kaum auf dem Platz lagen sie bereits hinten, bereits mit dem ersten Angriff waren die Eisernen erfolgreich. Kevin Behrens machte es per Kopf vor dem Gästeblock und nur acht Minuten später, erneut per Kopf, Behrens mit dem 2:0. Mainz war bemüht, viel Aufwand, aber kein Ertrag.

Die Eisernen hatten auch in der zweiten Halbzeit alles im Griff. Etwas Spannung hätte in der 61. Minute aufkommen können. Unions Neuzugang Diego Leite foulte im Strafraum und der Mainzer Mittelstürmer Ludovic Ajorque muss vor der Waldseite gegen Frederik Rönnow zum Elfer antreten. Es hat sich ganz geklappt mit der Verlade des Torhüters. Den ganz schwach getretenen Elfer kann Rönnow sogar festhalten, die Höchststrafe für den Schützen. So etwas kann dem besten Profi passieren, zumal es sein französischer Landsmann und Verteidiger Anthony Caci in der 64. Minute besser machte und einen abgewehrten Ball volley zurück auf das Tor schickte und Rönnow keine Chance der Abwehr ließ. Bei Eisernen stand Behrens auf dem Platz und der machte es zum dritten Mal nach dem Muster, Flanke, Kopfball Behrens und Tor. Die Mainzer hoben resignierend die Hände. In der 88. Minute trat Ajorque erneut zum Elfer an, hätte er besser nicht tun sollen, erneuter Versuch den Torwart zu verladen, diesmal in die andere Ecke und Rönnow hält wieder den Ball fest. Was war das denn? So mancher Amateur aus der Kreislage hätte das besser gekonnt. In der Nachspielzeit erhöhte Milos Pantovic auf 4:1 und erhöhte so weiter das Mainzer Frustlevel.

Stimmen nach dem Spiel des 1. FC Union

“Das war Wahnsinn und auch das erste Mal, dass ich in der Bundesliga überhaupt einen Elfmeter gehalten habe. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinen Paraden helfen konnte. Am Ende haben wir drei Punkte und das ist das Wichtigste”, freut sich Frederik Rönnow über zwei parierte Strafstöße.

„Es war heute überragend. Ich versuche immer, Vollgas zu geben und der Mannschaft zu helfen. Das ist mir heute ganz gut gelungen. In der vergangenen Woche haben wir uns im Pokal ein bisschen schwergetan, aber heute sind wir von Anfang an super ins Spiel reingekommen. Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für uns“, sagt Dreifach-Torschütze Kevin Behrens.

“In einer Phase, in der wir nicht gut waren, hält uns Freddy im Spiel. Das war wichtig. Auch der Rest war heute größtenteils sehr gut, ich denke da zum Beispiel daran, wie wir die Tore vorbereitet haben. Unsere Flanken kamen perfekt und dann hat Kevin einfach das Gespür für die Situationen. Wir wussten vor dem Spiel nicht genau, wo wir stehen. Vieles haben wir heute schon sehr gut gemacht, aber ich habe auch Dinge gesehen, die noch besser gehen”, lobt Cheftrainer Urs Fischer seine Mannschaft nach der Partie.

Hans-Peter Becker/1. FC Union Berlin

Eisbären Testspiel in Weißwasser

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes Testspiel im Rahmen der Vorbereitung auf die Saison in der Deutschen Eishockey Liga erfolgreich bestritten. In Weißwasser, beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse, hieß es am Ende 5:1 für die Eisbären. Draußen herrschten tropische Temperaturen, 2.732 Zuschauer waren in die 2012 errichtete „Eisarena“ gekommen. Die Lausitzer Füchse, die hier zu Hause sind, spielen in der DEL2 und sind der Kooperationspartner der Eisbären. So liefen Nikita Quapp, Rio Kaiser, Rayan Bettahar und Eric Hördler im Trikot der Füchse auf.

Nach dem ersten Drittel stand es 1:0 für die Eisbären, Yannik Veilleux überwand Nikita Quapp in der 10. Spielminute. Im Mittelabschnitt bauten die Eisbären ihren Vorsprung auf eine 4Tore-Führung aus. Sie benötigten dafür nur knapp vier Minuten. In der 35. Spielminute nutzten die Hausherren ein Überzahl für den Ehrentreffer. Den Endstand besorgte Michael Bartuli. Der Stürmer-Neuzugang vom EC Bad Nauheim feierte am Tag zuvor seinen 21. Geburtstag.

Stimmen zum Spiel

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Ich freue mich über den Sieg. Es ist immer schön zu gewinnen. Wir haben strukturiert gespielt und auf die Details geachtet. Ich habe alle Spieler genau beobachtet. Auch unsere Eisbären-Profis, die heute für Weißwasser gespielt haben. Wir haben einen tiefen Kader, den wir für die bevorstehende Saison brauchen werden. Alle Spieler haben mir gefallen. Die Atmosphäre im Stadion war herausragend.“


Tobias Eder (Stürmer Eisbären Berlin): „Im Großen und Ganzen können wir mit dem Spiel zufrieden sein. Wir hatten uns vorgenommen, in unserem System zu spielen. Zudem wollten wir bereits heute so viel wie möglich von dem umsetzen, was wir in den vergangenen zwei Wochen trainiert haben. Das ist uns über weite Strecken der Partie gut gelungen. Wir haben schöne Treffer erzielt und solide verteidigt. Das Zusammenspiel mit Yannick Veilleux und Michael Bartuli hat gut funktioniert. Ich freue mich über mein erstes Tor für die Eisbären. Unser Sieg ist mir aber wichtiger. Die Stimmung im Stadion war fantastisch.“

20.08.2023 Eisarena Weißwasser Eishockey Testspiel

Lausitzer Füchse – Eisbären Berlin 1:5 (0:1, 1:4, 0:0)

Aufstellungen
Lausitzer Füchse: Quapp (ab 41. Spielminute: Steffen) – Bettahar, Blumenschein; Wäser, Ruopp; Braun, Zauner; Kaiser, Fleischmann – Breitkreuz, Dove-McFalls, Scheidl; Anders, Valentin, Kiefersauer; Järveläinen, Coughler, Mäkitalo; Visner, Valasek, Hördler; Ziesche – Trainer: Petteri Väkiparta

Eisbären Berlin: Hildebrand (ab 29. Minute: Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Finkelstein; Mik, Ellis (A); Geibel, Nowak – Noebels (A), Byron, Pföderl; Tiffels, Boychuk, Ronning; Veilleux, Eder, Bartuli; Heim, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin

Tore
0:1 – 09:16 – Veilleux (Bartuli) – EQ
0:2 – 27:37 – Noebels (Pföderl, Ellis) – EQ
0:3 – 29:30 – Eder (Veilleux, Bartuli) – EQ
0:4 – 31:20 – Boychuk (Ronning, Tiffels) – EQ
1:4 – 34:28 – Blumenschein (Järveläinen, Coughler) – PP1
1:5 – 37:48 – Bartuli (Eder, Veilleux) – EQ

Strafen
Lausitzer Füchse: 6 (2, 2, 2) Minuten – Eisbären Berlin: 8 (0, 6, 2) Minuten

Schiedsrichter

Seedo Janssen, Lukas Pfriem (Kenneth Englisch, Bruce Becker)

Zuschauer
2.732

Hans-Peter Becker/Eisbären Berlin

TuS Makkabi im DFB-Pokal

Am 3. Juni 2023 gelang ihnen historisches, gemeint ist der TuS Makkabi mit Trainer Wolfgang Sandhowe. Sein Wunsch nach dem Sieg im Berliner Pokal, gegen Union oder Hertha antreten zu dürfen, erfüllte die Wunschfee leider nicht, immerhin wurde es ein Bundesligist.

Gut anderthalb Monate später dürfen seine Männer aus der Oberliga gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg ran. Für das Spiel am Sonntag, 13. August 2023 im altehrwürdigen Mommsen-Stadion, am selben Ort ihres Triumphs, werden rund 5.000 Zuschauer erwartet. Ein freudiges Wiedersehen dürfte es für den Makkabi Trainer mit den Kovacs Brüdern geben. Einst ebnete er für Robert Kovac (heute Co.-Trainer seines Bruders beim VfL Wolfsburg) den Weg in den Profifußball. Er holte Robert Kovac (damals 22 Jahre alt) von Hertha 03 Zehlendorf zum Zweitligisten 1.FC Nürnberg. Als Trainer der Reinickendorfer Füchse wollte er Nico Kovac verpflichten, der sich allerdings damals für Hertha BSC entschied. Egal, wie das Spiel am Sonntag ausgehen wird, anschließend werden die Kovacs Brüder und der Fußball-Lehrer sicherlich noch einige alte Geschichten aufwärmen.

Wolfgang Sandhowe nach dem Berliner Pokalsieg © 2023 Foto: Hans-Peter Becker

Was das bevorstehende Spiel betrifft, der Fünftligist ist der krasse Außenseiter. Der Trainer selbst äußerte in einem Interview: „Trotzdem wollen wir die klitzekleine Chance, die wir haben, ergreifen. Ich fasse unsere Hoffnungen mal so zusammen: Ich wünsche mir als Trainer für dieses Spiel einen Scheißplatz, der uneben ist und holprig. Wir haben vielleicht sogar das Glück, dass einen Tag vorher ein American-Football-Spiel im Mommsenstadion stattfindet. Ich hoffe somit, dass der Rasen fast unbespielbar ist und dass es dazu auch noch regnet wie Sau. Und ich hoffe, dass alle denken: Wer ist Makkabi? Die hauen wir mit links weg! Wir wollen als Amateurverein so auftreten, dass alle sagen: Mensch, es war doch gar nicht so einfach, gegen uns zu spielen! Wir wollen alles in die Waagschale werfen und mit Herz agieren, ….“ Die „Generalprobe“ ging knapp daneben. Am 1. Spieltag der Oberliga unterlagen die Sandhowe Schützlinge beim Regionalliga-Absteiger Lichtenberg 47 mit 1:2.

Die beiden Berliner Profi-Mannschaften haben aufgrund ihrer Ligazugehörigkeit automatisch ein Startrecht für die 1. Runde. Das Los bestimmte für Hertha und die Eisernen jeweils einen Regionalligisten. Die Rot-Weißen reisen zum FC Astoria Walldorf aus der Regionalliga Süd West und nicht ganz so weit, hat es Zweitligist Hertha BSC. In Jena wartet der FC Carl-Zeiss auf die Berliner und wird versuchen, wie im letzten Jahr, als der VfL Wolfsburg nur mit großer Mühe weiterkam, dem Höherklassigen ein Bein zu stellen.

Der DFB schüttet, mit insgesamt 69 Millionen Euro, soviel Prämien aus, wie noch nie in der Pokalgeschichte. So dürfen sich selbst die Verlierer der 1. Runde über 215.600 EUR Zuwachs für die Vereinskasse freuen.

Hans-Peter Becker

Trainingsauftakt der Eisbären

Sie reckten ihre Schläger zum Gruß in die Höhe, eine Stunde lang hatten sich gut eintausend Anhänger im Welli in Hohenschönhausen eingefunden, sie wollten die erste Trainingseinheit ihrer Lieblinge sehen. Als erster betrat kurz nach 18 Uhr am Montag, 7. August 2023 der Cheftrainer Serge Aubin das Eis, ihm folgten 26 Profis des aktuellen Kaders. Aktuell haben die Eisbären bisher 28 Spieler unter Vertrag, drei Torhüter, elf Verteidiger und 14 Stürmer. Krankheitsbedingt fehlten nur Rayan Bettahar und Nachwuchsspieler Norwin Panocha.

Mit dabei waren auch die Vize-Weltmeister aus den Reihen der Eisbären. Neben Jonas Müller, Nordamerika-Rückkehrer Kai Wissmann, Manuel Wiederer und Marcel Noebels, galt die Aufmerksamkeit natürlich dem Neuzugang Frederik Tiffels, der vom amtierenden Meister RB München nach Berlin wechselte. Er wurde ja auch Vize-Weltmeister 2023, mit seinem Tor in der Overtime im Halbfinale gegen die USA schoss er Deutschland ins Finale. Jetzt hoffen die Fans in Berlin auf möglichst viele Tiffels-Tore für die Eisbären. Berlin ist eine große Stadt und einen Lieblingsbezirk hat er bisher noch nicht ausmachen können. Zudem ist ja erst kurz in Berlin. Sein Vertrag bei den Eisbären läuft langfristig, die Rede ist von vier Jahren, genug Zeit für den gebürtigen Kölner Berlin zu erkunden. In einigen Berliner Eishallen hat er bereits als Nachwuchsspieler Erfahrungen sammeln können.

Froh, wieder in Berlin zu sein, ist Kai Wissmann. Mit der Nationalmannschaft fand die letzte Saison zu guter Letzt einen versöhnlichen Abschluss. Sein Jahr in Nordamerika sieht er als wichtige Erfahrung, wenn auch nicht alle Wünsche in Erfüllung gingen. Beim NHL-Team der Boston Bruins kam er nicht zum Einsatz, dafür absolvierte er 31 Spiele in der American Hockey League für das Farmteam.

Es war das erste Training, Fragen, wie die bevorstehende Saison ablaufen könnte, lassen sich noch nicht beantworten. Die bisher feststehende Kaderliste verspricht einiges und Serge Aubin gab sich optimistisch. Alle sind gesund und fit aus dem Urlaub gekommen. Nach den ersten Eindrücken aus dem Training stellte er bereits fest: „Wir sind schneller geworden.“ Jetzt stehen harte Wochen der Vorbereitung an, bevor es am 15. September mit dem ersten Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt wieder um Punkte geht.

Für Vorbereitungsphase haben die Eisbären insgesamt sechs Spiele vereinbart. Bereits am 20. August steht der erste Test bei den Lausitzer Füchsen. In Berlin wird nur einen Test geben, am 27. August empfangen die Eisbären in der heimischen Arena Sparta Prag. Weitere Testspiele wurden mit dem HC Hradec Kralove aus der tschechischen Extra-Liga und aus der DEL mit den Grizzlys Wolfsburg sowie den Fischtown Pinguins vereinbart.

Hans-Peter Becker

Blick in die Regionalliga – BFC Dynamo hadert mit dem Schiedsrichter

Im Spitzenspiel der Regionalliga Nordost ließ Favorit Energie Cottbus erneut Federn. Gegen Rot-Weiß reichte es im heimischen Stadion der Freundschaft nur zu einem Punktgewinn, man trennte 1:1. Pele Wollitz führte die Startschwierigkeiten seiner Truppe auf die kurze Vorbereitungszeit zurück. Zudem hätte das lange Warten auf die Relegation zur Folge gehabt, dass die Spieler nur zwei Wochen Urlaub machen konnten.

Einen Tag später empfing die VSG Altglienicke den BFC Dynamo im Jahnsportpark. Bei lausigem Sommerwetter hatten sich immerhin 1.296 Zahlende, größtenteils Fans der Weinroten, eingefunden. Altglienicke hat trotz einiger Widrigkeiten eine schlagkräftige Mannschaft zusammenbekommen. Unter Woche wurde noch Akaki Gogia verpflichtet. Er war 2017 der erste Millionen Transfer des 1. FC Union und 2022 wurde er Meister in der Schweiz mit dem FC Zürich. Kurz vor Halbzeitpause wurde er, für Ali Abu-Alfa, einem anderen Neuzugang, kam von Energie Cottbus, eingewechselt.

Da führten die Dynamos noch mit 1:0. Die Halbzeit mussten sie mit lediglich acht Feldspielern beenden. Im Brennpunkt des Geschehens stand Schiedsrichter Henry Müller, der Polizeibeamte aus Cottbus zeigt in der 26. Minute glatt rot für David Kamm Al-Azzawe, eine harte, aber vertretbare Entscheidung, mit etwas Fingerspitzengefühl hätte es eine gelbe auch getan. Geahndet wurde eine Notbremse an der Strafraumgrenze, allerdings befand sich ein weiterer BFC-Verteidiger auf gleicher Höhe und Vorsatz war ebenso nicht zu erkennen. Trotz Unterzahl ging der BFC in Führung durch, wie konnte es anders sein, Rufat Dadashov. Neuzugang Mc Moordy King Hüther (kam von Hertha II) stieg vor Freude auf den Zaun vor den BFC-Fans, verbotener Jubel und die Konsequenz war gelb und dann rot vom Schiri aus Cottbus. Mal ganz ehrlich, Herr Müller, in dieser Situation darf man mal wegschauen.

Zahlenmäßig so stark dezimiert, war der BFC in Halbzeit Zwei chancenlos. Sie wehrten sich, so gut es ging. Gogia in der 52. Minute erzielte den Ausgleich und Anthony Roczen, Neuzugang aus der Oberliga, spielte für den RSV Stahnsdorf, sowie der vom FC Bayern München ausgeliehene Nachwuchsmann Yousef Qashi sorgten für den 3:1 Sieg der Schützlinge von Trainer Karsten Heine. Der wusste natürlich das Ganze richtig einzuordnen, den Sieg nahmen sie trotzdem gerne mit. Insgesamt war es schade, dass der Schiedsrichter so im Mittelpunkt stand. Es wäre spannend gewesen, wie das Spiel sich weiter mit voller Mannschaftsstärke des BFC-Dynamo entwickelt hätte.

Zeitgleich wurde in Leipzig bei der BSG Chemie das Spiel gegen den FC Viktoria angepfiffen. Vor fast 4.000 Zuschauern im altehrwürdigen Alfred-Kunze Sportpark fehlte den Himmelblauen das Glück vor dem Tor. Der Treffer von Timo Mauer wurde zum goldenen Tor und so fuhren die Keskin Schützlingen mit leeren Händen zurück nach Berlin.

Mehr Glück hatten die Babelsberger, sie gewannen in Eilenburg mit 1:0.

Am nächsten Wochenende müssen Berlins Regionalligisten im Berlin-Pokal ran. Wir erinnern uns, der BFC und Viktoria waren ja im Halbfinale gescheitert, so dass dem Oberligisten TuS Makkabi, mit Trainer Wolfgang Sandhowe die Ehre zuteilwird, die Hauptstadt im DFB-Pokal zu vertreten.

In der ersten Runde des Berliner Pokals triff der BFC auf den Oberligisten Hertha 06, Viktoria bekommt es mit einem Berlin-Ligisten, dem Spandauer SC Teutonia 99 zu tun und Altglienicke muss gegen Regionalligaabsteiger Lichtenberg 47 im Zoschke ran. Hertha II tritt nicht im Pokal an, während der BAK gegen den Bezirksligisten Fortuna Pankow bestehen muss.

Hans-Peter Becker