Gute Abwehr reicht für den BBSC nicht aus

DSHS Snowtrex Köln – BBSC Berlin 3:0 (18, 20, 10)

Ein unerquickliches Ende eines Sonntagausflugs nach Köln musste der BBSC beim Ligavergleich mit dem Verein der Deutschen Sporthochschule, beim FC Junkersdorf 1946 konstatieren. Das Team des früheren Co-Trainers der Nationalmannschaft Jimmy Czimek dominierte vor allem in den Angriffsleistungen gegen die Berlinerinnen.

Die Gastmannschaft musste auch heute auf kranke und verletzte Athletinnen verzichten: Sowohl Kapitänin Katharina Kummer wie auch Marie Dreblow, Antonia Lutz und Leona Klamke standen nicht zur Verfügung. Die beiden Teams lieferten sich in der Abwehrarbeit einen heißen Kampf und brachten das Publikum in der Kölner Hochschulsporthalle so manches Mal zum Raunen („Großartige Abwehr, fast schon artistisch, und dann noch den Ball super kontrolliert!“). Doch waren die Kölner meist diejenigen, die ihre Angriffe nach den langen Ballwechseln auch erfolgreich zum Abschluss brachten. So sehr sich der BBSC auch streckte und kämpfte – immer wieder wurden die eigenen Angriffsbälle pariert und irgendwann im Gegenzug vom Gegner vollstreckt. So holte sich Köln verdient den Sieg, während die Berlinerinnen ohne Punkte auf die lange Heimreise mussten.

Berlins Trainer Jens Tietböhl war natürlich nicht zufrieden nach dem Punktverlust, bewertete aber das Ergebnis der jetzt abgeschlossenen 1. Halbserie sehr positiv. Immerhin steht die Mannschaft aktuell auf dem 3. Tabellenplatz. „Für die 2. Halbserie wünsche ich mir Stabilität in allen Elementen und variablere und mehr angepasste Angriffe. Wir wollen endlich in die Situation kommen, in unseren Angriffen die Bälle mehr auf den Boden zu zwingen.“

Die MVP Medaille für die Gastmannschaft ging an Libera Annika Kummer, die bereits ihre 5. Medaille in der Saison einsammelte.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Natalie Sabrowske, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Angelina Meyer, Alina Gottlebe-Fröhlich

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären warten weiter auf den nächsten Heim-Dreier

Trotz allem Bemühen, am Ende standen sie mit leeren Händen da. Es gelingt einfach nichts. Der letzte Heim-Dreier datiert vom 4. November 2022, ein 4:3 gegen Bremerhaven. Es waren noch nicht ganz zwei Minuten gespielt, da liefen die Eisbären wieder einem Rückstand hinterher. Sie kämpften sich wieder heran und boten den 9.879 Zuschauern am Freitagabend eine solide Leistung an. Innerhalb von fünf Minuten drehten sie das Spiel und gingen mit einer 2:1 Führung in die erste Pause.

Es folgte der fast schon obligate Einbruch, zu viele Fehler, trotz null Strafminuten im Mittelabschnitt, die Gäste holten sich die Führung zurück. Mit dem 2:3 Rückstand ging es in die letzte Drittelpause. Den Willen kann den Eisbären nicht abgesprochen werden. Woran liegt es denn? Die Antwort auf diese Frage haben die Eisbären immer noch nicht gefunden. Der amtierende Meister steht auf einem möglichen Abstiegsplatz.

Die Gäste machten in der Schlussminute alles klar und trafen zum 4:2 Sieg. Am vierten Adventssonntag müssen die Eisbären zum Kellerduell in Augsburg antreten.

Hans-Peter Becker

Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 2:4 (2:1, 0:2, 0:1)

  • 0:1 – 01:13 – Hungerecker (Tylor Spink, Tyson Spink) –EQ
  • 1:1 – 05:13 – Pföderl (Zerter-Gossage, Melchiori) – EQ
  • 2:1 – 10:32 – Clark (F. Hördler, Noebels) – PP1
  • 2:2 – 30:08 – Tylor Spink (Hungerecker, Olimb) – EQ
  • 2:3 – 39:30 – Indrasis (Huss, Karachun) – EQ
  • 2:4 – 59:19 – Tyson Spink (Tylor Spink, Karachun) – EN

Gipfeltreffen im deutschen Wasserball

Im Leistungsvergleich der Bundesligaführung zeigen sich die Spandauer im Vorteil. In ihren bisherigen nationalen Partien der Saison wirkte Spandau höchst souverän, wogegen Waspo einige Schwankungen aufwies und daheim gegen den ASC Duisburg sogar verlor.

Das erste Aufeinandertreffen des Spieljahres der beiden personell weitgehend neu formierten Teams von Waspo und Spandau vor Wochenfrist im Supercup endete mit 12:9 für die Berliner.

In der Wochenmitte mussten beide Teams in der Champions-League-Hauptrunde antreten. Spandau konnte auswärts bei OSC Budapest mit 9:9 (6:4) einen Punkt mit nach Hause nehmen. Hannovers 5:20 (4:13) bei CN Barceloneta dagegen offenbarte eine Reihe von Defiziten.

Spandaus Budapest-Trip fehlte nach fast durchgängiger Führung im Match nur das Happy End eines Sieges. Erst 29 Sekunden vor Schluss glichen die Ungarn glücklich aus. Bester Schütze der Berliner war Dmitri Kholod, der gleich fünfmal traf.

Nach drei von 14 Spieltagen stehen die Wasserfreunde mit zwei Punkten gleichauf mit OSC Budapest auf Rang 5, Vierter ist Jug Dubrovnik mit vier Zählern (drei werden pro Sieg vergeben). Trotz eines bislang ausgebliebenen Sieges ist damit im Kampf um einen der vier Gruppenplätze zum Einzug ins CL-Final 8 im Juni in Belgrad damit noch alles offen für Spandau. Bei OSC zeigten sich die Berliner in vielen Spielkomponenten stark, variabel und kreativ. Auf jeden Fall dürfte das internationale Auftreten der Wasserfreunde eine mentale Auswirkung auf das Selbstbewusstsein im nationalen Spielbetrieb haben.

Hannover wird um eine Wiedergutmachung für die Ergebnisse im Supercup und in der Champions League bemüht sein, aber Spandau kann zurecht mit breiter Brust antreten.

Es bedarf allerdings von Berliner Seite höchster Konzentration für dieses Spiel. Waspo hat ein starkes Team, welches sich nach der Neuformierung noch in einer Entwicklungsphase befindet. Sie können sicher besser spielen als die aktuellen Ergebnisse widerspiegeln. Man darf gespannt sein, wie das Duell verläuft.

Peter Röhle

Wasserball Bundesliga

2022/2023

Gruppe A, 7. Spieltag

17. Dezember 2022

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover

Spielbeginn: 16.00 Uhr

Spielort: Sport- u. Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Knappe Füchse-Niederlage gegen SC Magdeburg – 31:32

Vor Spitzenspielen wird gern in die psychologische Trickkiste gegriffen, um die eigene Mannschaft und das Publikum richtig „heiß“ zu machen. Die Füchse setzten vor der Partie in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle gegen den SC Magdeburg auf Matthias Gidsel als „Medium“. Zum ersten Mal nach zweimonatiger Verletzungspause und früher als erwartet stand der Däne wieder im Aufgebot. Dazu wurde seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2028 verkündet. Der Wirbel um Gidsel schien die Gastgeber tatsächlich zu pushen. Zunächst noch ohne ihn – Gidsel kam nach 20 Minuten – starteten die Füchse konzentriert und behaupteten bis zur 14. Minute einen Zwei-Tore-Vorsprung. „In dieser Phase haben wir verpasst, auf drei Tore davonzuziehen“, analysierte Füchse-Coach Jaron Siewert im Anschluss. Die Magdeburger standen fortan in der Abwehr sicherer und bewiesen im Angriff zunehmend ihre Klasse. Nach ausgeglichenem Verlauf gelangen den Gästen in den fünf Minuten vor der Pause wichtige Treffer zur 15:13-Halbzeit-Führung.

Vor allem das isländische Rückraum-Duo Kristjansson und Magnusson bereitete den Berlinern große Probleme. Mit ihren insgesamt 16 Treffern waren sie für die Hälfte der Magdeburger Tore verantwortlich und sorgten gemeinsam mit agilen Saugstrup am Kreis (ebenfalls sechs Tore) dafür, dass die Führung der Gäste zeitweise auf vier Tore anwuchs. Den Füchsen fehlte es in dieser Phase nicht an Leidenschaft und Willen, jedoch waren die Probleme in der Abwehr nicht zu kaschieren. Auch im Tor erreichten Milosavljew und zeitweise Kireew nicht das Niveau ihres Gegenübers Nikola Portner. In der Summe zu viel, um im Spitzenspiel gegen den Deutschen Meister erfolgreich zu sein.

Bis zum Schluss imponierten die Füchse jedoch mit ihrem Kampfgeist. In der 55. Minute noch mit vier Toren zurück, gelang Kapitän Paul Drux in der 60. Minute das 31:32. In den restlichen Sekunden brachten die Magdeburger den Vorsprung clever über die Runden. Durch den Sieg des THW Kiel gegen die MT Melsungen mussten die Berliner die Tabellenführung an den deutschen Rekordmeister abgeben. Die nächste Herausforderung in der Bundesliga wartet am kommenden Sonntag, 18. Dezember in Gummersbach auf die Füchse.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 3, Holm 6, Andersson 7, Lindberg 6, Gidsel 3, Vujovic 1, Marsenic 4, Drux

Herbert Schalling

Die ewige Sieben – Frank Hördler im Club der Tausender

Die Nummer Sieben wird den Glückszahlen zugeordnet. Auf die Eishockeyfamilie Hördler trifft das auf jeden Fall zu. Mit der Sieben auf dem Trikot wurde Eisbärenkapitän zum Dauerläufer der DEL. Nur sieben Spieler übertreffen bisher seine Bilanz. Er wird der Achte, mit 1.000 Spielen in der DEL, werden.

Das Eishockey-ABC lernte „Frankie“ Hördler einst im bayerischen Selb. Dort hatte es die Familie nach der politischen Wende hingeführt. Vater Jochen bekam einen Vertrag beim ERC Selb. Seine Leidenschaft für das Eishockey übertrug er auf seine Söhne David und Frank.

Zusammen mit seinem älteren Bruder David spielte er zunächst für den Verein aus dem Fichtelgebirge, nahe der tschechischen Grenze. Sein Bruder, der im Sturm spielte, hat selbst über eintausend Einsätze als Eishockey-Profi absolviert. In Selb, wo er seine Karriere 2019 beendete, trug er, wie sein Bruder die Nummer 7, in Selb wird sie seitdem nicht mehr vergeben und man muss kein Prophet sein, bei den Eisbären wird es nicht anders sein. Es sei den, er übergibt sie nach dem Karriereende an seinen Sohn Eric. So ähnlich war es in Selb, wo Vater Jochen mit der 7 auf dem Rücken auflief.

In der Saison 2003/04 gehörte er erstmals zum Profi-Kader der Eisbären. Sein erstes Tor für die Eisbären erzielte in dieser Spielzeit, der dazugehörige Puck hat einen Ehrenplatz. Die Eisbären unterlagen in der Finalserie den Frankfurt Lions. Der nicht gerade beliebte Titel des Vizemeisters konnte ein Jahr später mit dem Gewinn der ersten Gesamtdeutschen Meisterschaft abgelegt werden. Es folgten noch weitere Titel und jeder einzelne ist für Hördler ein besonderer. Viel zu verdanken hat er seinem ersten Trainer bei den Profis Pierre Page. Er war ein besonderer Förderer des Nachwuchses. Später wurde vom goldenen Jahrgang 1985 gesprochen. Dazu gehören die Namen Florian Busch, Jens Baxmann und Andre Rankel, von dem er das Kapitänsamt übernahm.

Eintausend Spiele, 18 Jahre Profi-Eishockey, als Verteidiger hat er einiges erlebt. Befragt nach dem unangenehmsten Gegenspieler, nennt er seinen Mannschaftskameraden Kevin Clark. Die Duelle linker Verteidiger gegen rechter Flügelstürmer möglichst siegreich zu gestalten ist seine Aufgabe auf dem Eis, die er mit fast 38 Jahren nach wie vor zuverlässig erfüllt.

Sein ein-tausendstes Spiel fand am 11.Dezember 2022 statt, ein Heimspiel gegen Ingolstadt. Geschenke gab es vor dem Spiel, mit dem Eröffnungsbully war es damit sofort vorbei. Ingolstadt spielt ganz oben mit und die Eisbären aktuell ganz unten. In Führung gingen die Eisbären. Der erste Einsatz der 2. Reihe brachte gleich was zählbares, Marco Nowak war der Torschütze. Anschließend kam es, wie so oft in dieser Saison, verpasste Chancen und zu viele Strafen. Ingolstadt traf und drehte das Spiel noch im 1. Drittel. Die Torschützen war Charles Bertrand in der 6. und in der 12. Minute.

Die Gäste entschieden auch den Mittelabschnitt für sich. In den Ingolstädter Reihen spielte auch ein Rekordspieler. Daniel Pietta absolvierte sein 900. Spiel und markierte 15 Sekunden vor der letzten Drittelsirene den Treffer zum 3:1 für die Ingolstädter.

Kurz nach Beginn des Schlussdrittels gelang Leo Pföderl der Anschlusstreffer zum 2:3 und Kevin Clark konnte in der 56. Minute ausgleichen. Beide Tore fielen im Powerplay, wenigstens das funktioniert aktuell bei den Eisbären. Es wurde nur ein Punkt für die Eisbären und ihren Tausender-Kapitän. Die Entscheidung fiel in der zweiten Verlängerung, den entscheidenden Penalty verwandelte Daniel Pietta, das hatte was, in seinem 900 Spiel in der DEL.

Hans-Peter Becker

Fiore erlöst die Eisbären – zwei Punkte gegen Bremerhaven

Eisbären-Kapitän Frank Hördler bestritt sein 999 DEL-Spiel © Foto: Stephan Wenske

Die Partie des 28. Spieltages der DEL zwischen den Eisbären und den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven hatte etwas von einem Krisentreffen. Die Pinguine hatten dreimal in Folge verloren, es folgte der Rutsch aus den direkten Playoff-Plätzen und die Misere der Eisbären ist bekannt, der letzte Dreier liegt drei Spieltage zurück. Der letzte Auftritt, auswärts in Frankfurt, machte Hoffnung auf Besserung.

Serge Aubin hatte seine Reihen umgestellt. Der formschwache Leonard Pföderl rückte eine Reihe nach unten, zusammen mit Matt White und dem Center Lewis Zerter-Gossage, der nach seiner Verletzung zu seinem ersten Einsatz in der DEL kam.

Das erste Drittel gehörte den Eisbären, sie brauchten allerdings fast die gesamten effektiven Spielminuten für den Führungstreffer. Es waren nur noch 5 Sekunden auf der Spieluhr, da konnte Giovanni Fiore einnetzen. Es war ein Powerplay, Alexander Friesen saß auf der Strafbank.

Im Mittelabschnitt konnten die Eisbären ihre Führung ausbauen. In der 26. Minute ließ Morgan Ellis es von der blauen Linie krachen, die Vorlage kam von Marcel Noebels. Als Torschütze wurde später Kevin Clark eingetragen. Sein Schläger soll dem fulminanten one timer von Ellis noch eine kleine Richtungsänderung verpasst haben. Ein etwas beruhigender Vorsprung, der Hoffnung auf den langersehnten Dreier machen konnte. Der Vorsprung währte lediglich fünf Minuten, die Gäste verkürzten in der 31. Minute durch Skyler McKenzie. Den knappen Vorsprung nahmen sie mit in die letzte Drittelpause.

Im Schlussdrittel schmolz der Vorsprung dann endgültig dahin. Die Eisbären hatten Überzahl, aber Brendan Guhle vertändelte den Puck, zudem geriet ein Anspiel auf ihn zu kurz. Der Kapitän der Gäste, Alexander Friesen, hatte die Eisschnelllaufschuhe untergeschnallt und vollendete seinen Alleingang mit dem Ausgleichstreffer zum 2:2 in der 47. Minute.

Anschließend hatte beide die Möglichkeit, den Siegtreffer zu setzen. Es war nichts für schwache Nerven. Das sind die Besucher der MB-Arena gewohnt, 9.197 hatten sich am Freitagabend eingefunden. Sie kamen nicht pünktlich zu ihrer Heimfahrt. Im Nachsitzen fiel die Entscheidung über den Zusatzpunkt zugunsten der Eisbären. Die beiden auffälligsten Spieler der Eisbären sorgten für die Entscheidung, Giovanni Fiore erlöste die Eisbären-Fans, na wenigstens zwei Punkte. Bereits am Sonntag geht es weiter, der Gegner heißt Ingolstadt.

Hans-Peter Becker

DEL 28. Spieltag

09.12.2022 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 3:2 n.V. (1:0, 1:1, 0:1, 1:0)

Aufstellungen
Fischtown Pinguins Bremerhaven: Franzreb (Svedberg) – Samuelsson, Alber; Kreutzer, Eminger; Wirth, Bruggisser; Aichinger – Tyrväinen, Vikingstad, Mauermann; Uher, Friesen, Andersen;McKenzie, Verlic, Kinder; Lutz, Wejse, Saakyan – Trainer: Thomas Popiesch

Eisbären Berlin: Ancicka (Hufsky) – Guhle, Hördler (C); Nowak, Müller; Ellis, Melchiori; Bettahar –Fiore, Grenier, Veilleux; Clark, Boychuk, Noebels; Pföderl, Zerter-Gossage, White; Wiederer, Roßmy, Heim – Trainer: Serge Aubin

Tore
1:0 – 19:56 – Fiore (Clark, Boychuk) – PP1

2:0 – 24:03 – Clark (Ellis, Noebels) – EQ2:1 – 30:03 – McKenzie (Wejse) – EQ
2:2 – 46:54 – Friesen – SH1
3:2 – 60:54 – Fiore (Müller, Boychuk) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4, 0) Minuten

Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (4, 2, 4,0) Minuten

Schiedsrichter
Andris Ansons, Sean MacFarlane (Dävis Zunde, Denis Menz)
Zuschauer: 9.197

Füchse: Nach Sieg gegen Aarhus – folgt jetzt das Duell gegen Magdeburg

Stresstest für die Füchse. Innerhalb von fünf Tagen hält der Terminkalender zwei Spitzenspiele bereit. Die erste Aufgabe wurde bravourös gemeistert. In der European League schlugen sie Skanderborg Aarhus mit 30:24. Die Dänen hatten wie die Berliner die ersten vier Gruppenspiele in diesem Wettbewerb gewonnen.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich bei wechselnder Führung ein ausgeglichenes Spiel zwischen dem Bundesliga-Spitzenreiter und dem Fünften der ersten dänischen Division. Bei den Gastgebern setzte zunächst Mijajlo Marsenic die Akzente. Drei der ersten vier Treffer konnte der 2,03 große Kreisriese erzielen, der zuletzt in der Bundesliga nicht so erfolgreich gewesen war. Andere hatten nicht so ein „glückliches Händchen. Hans Lindberg und Milos Vujovic vergaben jeweils vom Sieben-Meter-Punkt.

Mit der Einwechslung von Paul Drux kamen dann Druck und Kreativität ins Spiel. Der Mannschaftskapitän warf auch den ersten zwei-Tore-Vorsprung heraus – 10:8 (20.) Dieses Plus verteidigten die Berliner auch bis zur Pause (15:13). Auch in der zweiten Hälfte schenkten sich beide Teams nichts. Bei den Gästen stand Rechtsaußen Hákun West im Blickpunkt. Der 20-jährige Färinger, eines der größten Talente des europäischen Handballs, wird im nächsten Jahr zu den Füchsen wechseln. Diesmal warf er noch vier Tore gegen seinen künftigen Verein. Die für Skanderborg jedoch ebenso wenig zum Sieg reichten, wie die zehn Treffer seines Teamkollegen Morten Balling Christensen. Der 35-Jährige war damit der erfolgreichsten Werfer des Abends. Dank eines starken Schlussspurts in den letzten zehn Minuten gewannen die Gastgeber mit 30:24 und verteidigten somit ihre Tabellenführung in der European League. Am nächsten Dienstag steht das Rückspiel in Aarhus an. Zuvor am Sonntag, 11. Dezember (14 Uhr) empfangen die Füchse in der Bundesliga den Deutschen Meister SC Magdeburg zum Duell.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 2, Darj 2, Holm 5, Lindberg 1, Lichtlein 3, Ende 1, Vujovic 7, Marsenic 6, Drux 3

Herbert Schalling

Zwei Punkte zum zweiten Advent

BBSC Berlin – SC Union Emlichheim  3:2 (23, 23, -14, -21, 18)

Schweres hatten die Damen des BBSC in der 2. Volleyball Bundesliga Nord im Gepäck, als sie am gestrigen Sonntag im heimischen Köpenick den SC Union Emlichheim empfingen. In der Vorwoche hatten die Berlinerinnen um Trainer Jens Tietböhl in Stralsund nicht glänzen können, teilweise desolate Leistung gezeigt. Zu Hause sollten nun wieder Punkte her. Punkten wollte der BBSC beim eigenen Publikum und natürlich auch für die Tabelle.

Die ersten zwei Sätze des Spieles dominierten die Berlinerinnen als aktuelle Tabellendritte dann auch. Am Ende beider Sätze stand mit 25:23 ein knappes Ergebnis, die gezeigten Leistungen auf dem Feld konnten aber überzeugen und nichts deutete ernsthaft darauf hin, dass die Gäste aus Emlichheim um Kapitänin Lona Volkers hier nochmal ernsthaft ins Spiel kommen könnten. Genau das taten diese aber dann eben genauso überzeugend. Das Köpenicker Publikum musste sich – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – die Augen reiben und miterleben, wie die heimische Mannschaft den dritten Satz mit 14:25 hergab. Aufschlagfehler, Abstimmungsschwierigkeiten und immer wieder Probleme im Abschluss sorgten also dafür, dass der Nachmittag länger und die Gäste selbstbewusster wurden.

Nach dem aus Berliner Sicht unnötigen dritten Satz witterten die mitgereisten Emlichheimer Fans Morgenluft und durften langsam wieder glauben, dass eventuell eben doch ihr Team hier heute zumindest zwei Punkte für die Tabelle mit nach Hause nehmen würde. Denn auch den vierten Satz entschieden die Gäste für sich (21:25) und konnten den BBSC damit in den ungeliebten Tiebreak zwingen. Beide Mannschaften lieferten sich einen spannenden Entscheidungssatz und wer bis dato sicher war, dass beim Volleyball im Tiebreak bei 15 Punkten Schluss sei, sah sich belehrt. Wehrten sich die Gäste ab 14:13 gegen zwei Matchbälle, überließen sie diese Rolle bei 15:16 dann der Heimmannschaft. Und da hielt es eben keinen in der Halle mehr auf seinem Sitzplatz. Erst bei 20:18 konnten die Berliner Mädels um Kapitänin Katharina Kummer endlich befreit jubeln. Platt waren sie. Aber glücklich. Über ein begeisterndes, spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für sie und über zwei Punkte für die Tabelle, die dafür sorgten, dass der BBSC seinen dritten Platz in der 2. Bundesliga verteidigen konnte.

Berlins Trainer Jens Tietböhl zollte seiner Mannschaft ein Kompliment: „Das Spiel hat unserer Mannschaft kämpferisch und emotional alles abverlangt, und dem Team ist es gut gelungen, sich nach den verlorenen Sätzen wieder in das Spiel zu beamen – und das gegen eine wirklich gute Emlichheimer Mannschaft.“

Als MVP des Spieles wurden Malin Arens auf Seiten Emlichheims und Annika Kummer auf der Siegerseite ausgezeichnet.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Natalie Sabrowske, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Angelina Meyer, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche

Burkhard Kroll

Eisbärenkrise spitzt sich zu – Heimniederlage gegen Straubing

Für die Eisbären, für den amtierenden Meister, läuft es in der aktuellen Saison überhaupt nicht. Zuletzt kassierten sie eine derbe Schlappe in Schwenningen. Nur 48 Stunden später traten sie in der heimischen Arena gegen die Straubing Tigers an. Es war das insgesamt 35 Heimspiel gegen Straubing, von denen bisher lediglich 10 verloren gingen. Ein Lieblingsgegner der Eisbären könnte man sagen, zumindest bis hierhin.

Das Anfangsdrittel war seitens der Eisbären mit Vorsicht gezeichnet. Bloß nicht als erster ein Tor kassieren. So verging das erste Drittel, in dem die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten. Etwas Zählbares kam nicht zustande, die Strafbänke blieben leer.

Im Mittelabschnitt änderte sich das Bild. Die Eisbären verstärkten ihre Angriffsbemühungen, riskierten etwas mehr. Trotzdem erzielten die Gäste den ersten Treffer im Spiel, erzielt von ihrer 4. Sturmreihe. Der Torschütze war Travis St. Denis. Die ersten Strafen im Spiel kassierten die Gäste und das kurz hintereinander. Fünf Eisbären erzielten gegen drei Straubinger den Ausgleich. Die Führung für Straubing hielt etwa Minuten. Kevin Clark war der Torschütze, vorbereitet hatten Matt White und Marcel Noebels.

Kurz vor der letzten Drittelsirene lieferten sich Eisbär Marco Nowak und Straubings Yannik Valenti einen Faustkampf, vorangegangen war ein Kniecheck von Nowak. Für ihn war das Spiel beendet, St. Denis durfte nach 7 Minuten in der Kühlbox wieder mitwirken.

Die Statistik nach zwei gespielten Dritteln sprach für die Gäste. Juho Markkanen, der junge Eisbären Goalie konnte 27 Schüsse halten, sein Gegenüber, Florian Bugl brauchte nur 17 zu halten.

Der Schlussabschnitt begann mit einem 4 gegen 4 und nach zwei Minuten waren die Gäste in Überzahl und gingen erneut in Führung durch Ex-Eisbär Parker Tuomie. Sie liefen wieder einem Rückstand hinterher. Der Blick zur Uhr wurde häufiger und banger. Die Crunchtime rückte näher und die Eisbären kämpften, lautstark gefordert von den 9.716 Fans am Freitagabend in der Arena. Die Spieluhr zählte bereits die letzten drei regulären Spielminuten herunter und der Ausgleich war immer noch nicht gefallen. Der Goalie ging vom Eis, Auszeit und nichts. Die Eisbären kassieren eine weitere Niederlage.

Straubing Trainer Tom Pokel sprach von der bisher besten Saisonleistung seiner Mannschaft, während Serge Aubin eine Niederlage zu erklären hatte. Mit der Defensivleistung seiner Mannschaft war er nicht unzufrieden. Er weiß natürlich, dass die Trainerdiskussion lauter werden wird. Aktuell steht er wohl nicht zur Disposition. Am zweiten Adventssonntag müssen die Eisbären beim Aufsteiger in Frankfurt ran. Begleitet werden sie von 1.500 Fans, die per Sonderzug anreisen werden.

Hans-Peter Becker

DEL 26. Spieltag

02.12.2022 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 1:2 (0:0/1:1/0:1)

Aus, Aus Deutschland ist raus!

Aus, Aus das Spiel ist aus – mit diesen Worten kommentierte Herbert Zimmermann 1954 den Gewinn des 1. Weltmeistertitels für Deutschland. Heute bedeuten diese Worte, dass Deutschland erneut, bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten wird. Es sah nach einer machbaren Gruppe aus. Nun gut, Spanien war leicht favorisiert, aber Japan und Costa Rica höchstens auf Augenhöhe.

Dass es wieder nicht funktioniert hat, wirft viele Fragen auf. Unser Chefredakteur sprach von Dummheit im ersten Spiel gegen Japan. Die Mannschaft geht in Führung und dann kommt unweigerlich ein Einbruch, eine Einladung an den Gegner, für euch ist noch was drin. Beides waren Kontrahenten, die zu packen waren. Costa Rica wurde ja geschlagen, trotzdem reichten vier Punkte nicht, weil Spanien seine Hausaufgaben besser löste und sattes Torepolster anlegte. Der zweite Treffer der Japaner war umstritten und wird wohl, wie einst das Wembley-Tor bis in alle Ewigkeiten diskutiert werden. Egal, jetzt muss schonungslos alles auf den Prüfstand. Welche Fehler wurden gemacht und welche Potenziale nicht ausgeschöpft? Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, da war keine Mannschaft auf dem Platz, jeder wollte nur für sich glänzen. Vielleicht, so meinte Christian Zschiedrich in einem Gespräch, hat die Nationalmannschaft bei den hoch bezahlten Profis nicht mehr den Stellenwert wie früher.

Hans-Peter Becker