Knappe Füchse-Niederlage gegen SC Magdeburg – 31:32

Vor Spitzenspielen wird gern in die psychologische Trickkiste gegriffen, um die eigene Mannschaft und das Publikum richtig „heiß“ zu machen. Die Füchse setzten vor der Partie in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle gegen den SC Magdeburg auf Matthias Gidsel als „Medium“. Zum ersten Mal nach zweimonatiger Verletzungspause und früher als erwartet stand der Däne wieder im Aufgebot. Dazu wurde seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2028 verkündet. Der Wirbel um Gidsel schien die Gastgeber tatsächlich zu pushen. Zunächst noch ohne ihn – Gidsel kam nach 20 Minuten – starteten die Füchse konzentriert und behaupteten bis zur 14. Minute einen Zwei-Tore-Vorsprung. „In dieser Phase haben wir verpasst, auf drei Tore davonzuziehen“, analysierte Füchse-Coach Jaron Siewert im Anschluss. Die Magdeburger standen fortan in der Abwehr sicherer und bewiesen im Angriff zunehmend ihre Klasse. Nach ausgeglichenem Verlauf gelangen den Gästen in den fünf Minuten vor der Pause wichtige Treffer zur 15:13-Halbzeit-Führung.

Vor allem das isländische Rückraum-Duo Kristjansson und Magnusson bereitete den Berlinern große Probleme. Mit ihren insgesamt 16 Treffern waren sie für die Hälfte der Magdeburger Tore verantwortlich und sorgten gemeinsam mit agilen Saugstrup am Kreis (ebenfalls sechs Tore) dafür, dass die Führung der Gäste zeitweise auf vier Tore anwuchs. Den Füchsen fehlte es in dieser Phase nicht an Leidenschaft und Willen, jedoch waren die Probleme in der Abwehr nicht zu kaschieren. Auch im Tor erreichten Milosavljew und zeitweise Kireew nicht das Niveau ihres Gegenübers Nikola Portner. In der Summe zu viel, um im Spitzenspiel gegen den Deutschen Meister erfolgreich zu sein.

Bis zum Schluss imponierten die Füchse jedoch mit ihrem Kampfgeist. In der 55. Minute noch mit vier Toren zurück, gelang Kapitän Paul Drux in der 60. Minute das 31:32. In den restlichen Sekunden brachten die Magdeburger den Vorsprung clever über die Runden. Durch den Sieg des THW Kiel gegen die MT Melsungen mussten die Berliner die Tabellenführung an den deutschen Rekordmeister abgeben. Die nächste Herausforderung in der Bundesliga wartet am kommenden Sonntag, 18. Dezember in Gummersbach auf die Füchse.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 3, Holm 6, Andersson 7, Lindberg 6, Gidsel 3, Vujovic 1, Marsenic 4, Drux

Herbert Schalling

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