Die Nummer Sieben wird den Glückszahlen zugeordnet. Auf die Eishockeyfamilie Hördler trifft das auf jeden Fall zu. Mit der Sieben auf dem Trikot wurde Eisbärenkapitän zum Dauerläufer der DEL. Nur sieben Spieler übertreffen bisher seine Bilanz. Er wird der Achte, mit 1.000 Spielen in der DEL, werden.
Das Eishockey-ABC lernte „Frankie“ Hördler einst im bayerischen Selb. Dort hatte es die Familie nach der politischen Wende hingeführt. Vater Jochen bekam einen Vertrag beim ERC Selb. Seine Leidenschaft für das Eishockey übertrug er auf seine Söhne David und Frank.
Zusammen mit seinem älteren Bruder David spielte er zunächst für den Verein aus dem Fichtelgebirge, nahe der tschechischen Grenze. Sein Bruder, der im Sturm spielte, hat selbst über eintausend Einsätze als Eishockey-Profi absolviert. In Selb, wo er seine Karriere 2019 beendete, trug er, wie sein Bruder die Nummer 7, in Selb wird sie seitdem nicht mehr vergeben und man muss kein Prophet sein, bei den Eisbären wird es nicht anders sein. Es sei den, er übergibt sie nach dem Karriereende an seinen Sohn Eric. So ähnlich war es in Selb, wo Vater Jochen mit der 7 auf dem Rücken auflief.
In der Saison 2003/04 gehörte er erstmals zum Profi-Kader der Eisbären. Sein erstes Tor für die Eisbären erzielte in dieser Spielzeit, der dazugehörige Puck hat einen Ehrenplatz. Die Eisbären unterlagen in der Finalserie den Frankfurt Lions. Der nicht gerade beliebte Titel des Vizemeisters konnte ein Jahr später mit dem Gewinn der ersten Gesamtdeutschen Meisterschaft abgelegt werden. Es folgten noch weitere Titel und jeder einzelne ist für Hördler ein besonderer. Viel zu verdanken hat er seinem ersten Trainer bei den Profis Pierre Page. Er war ein besonderer Förderer des Nachwuchses. Später wurde vom goldenen Jahrgang 1985 gesprochen. Dazu gehören die Namen Florian Busch, Jens Baxmann und Andre Rankel, von dem er das Kapitänsamt übernahm.
Eintausend Spiele, 18 Jahre Profi-Eishockey, als Verteidiger hat er einiges erlebt. Befragt nach dem unangenehmsten Gegenspieler, nennt er seinen Mannschaftskameraden Kevin Clark. Die Duelle linker Verteidiger gegen rechter Flügelstürmer möglichst siegreich zu gestalten ist seine Aufgabe auf dem Eis, die er mit fast 38 Jahren nach wie vor zuverlässig erfüllt.
Sein ein-tausendstes Spiel fand am 11.Dezember 2022 statt, ein Heimspiel gegen Ingolstadt. Geschenke gab es vor dem Spiel, mit dem Eröffnungsbully war es damit sofort vorbei. Ingolstadt spielt ganz oben mit und die Eisbären aktuell ganz unten. In Führung gingen die Eisbären. Der erste Einsatz der 2. Reihe brachte gleich was zählbares, Marco Nowak war der Torschütze. Anschließend kam es, wie so oft in dieser Saison, verpasste Chancen und zu viele Strafen. Ingolstadt traf und drehte das Spiel noch im 1. Drittel. Die Torschützen war Charles Bertrand in der 6. und in der 12. Minute.
Die Gäste entschieden auch den Mittelabschnitt für sich. In den Ingolstädter Reihen spielte auch ein Rekordspieler. Daniel Pietta absolvierte sein 900. Spiel und markierte 15 Sekunden vor der letzten Drittelsirene den Treffer zum 3:1 für die Ingolstädter.
Kurz nach Beginn des Schlussdrittels gelang Leo Pföderl der Anschlusstreffer zum 2:3 und Kevin Clark konnte in der 56. Minute ausgleichen. Beide Tore fielen im Powerplay, wenigstens das funktioniert aktuell bei den Eisbären. Es wurde nur ein Punkt für die Eisbären und ihren Tausender-Kapitän. Die Entscheidung fiel in der zweiten Verlängerung, den entscheidenden Penalty verwandelte Daniel Pietta, das hatte was, in seinem 900 Spiel in der DEL.
Hans-Peter Becker



