Eisbären-Kapitän Frank Hördler bestritt sein 999 DEL-Spiel © Foto: Stephan Wenske
Die Partie des 28. Spieltages der DEL zwischen den Eisbären und den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven hatte etwas von einem Krisentreffen. Die Pinguine hatten dreimal in Folge verloren, es folgte der Rutsch aus den direkten Playoff-Plätzen und die Misere der Eisbären ist bekannt, der letzte Dreier liegt drei Spieltage zurück. Der letzte Auftritt, auswärts in Frankfurt, machte Hoffnung auf Besserung.
Serge Aubin hatte seine Reihen umgestellt. Der formschwache Leonard Pföderl rückte eine Reihe nach unten, zusammen mit Matt White und dem Center Lewis Zerter-Gossage, der nach seiner Verletzung zu seinem ersten Einsatz in der DEL kam.
Das erste Drittel gehörte den Eisbären, sie brauchten allerdings fast die gesamten effektiven Spielminuten für den Führungstreffer. Es waren nur noch 5 Sekunden auf der Spieluhr, da konnte Giovanni Fiore einnetzen. Es war ein Powerplay, Alexander Friesen saß auf der Strafbank.
Im Mittelabschnitt konnten die Eisbären ihre Führung ausbauen. In der 26. Minute ließ Morgan Ellis es von der blauen Linie krachen, die Vorlage kam von Marcel Noebels. Als Torschütze wurde später Kevin Clark eingetragen. Sein Schläger soll dem fulminanten one timer von Ellis noch eine kleine Richtungsänderung verpasst haben. Ein etwas beruhigender Vorsprung, der Hoffnung auf den langersehnten Dreier machen konnte. Der Vorsprung währte lediglich fünf Minuten, die Gäste verkürzten in der 31. Minute durch Skyler McKenzie. Den knappen Vorsprung nahmen sie mit in die letzte Drittelpause.
Im Schlussdrittel schmolz der Vorsprung dann endgültig dahin. Die Eisbären hatten Überzahl, aber Brendan Guhle vertändelte den Puck, zudem geriet ein Anspiel auf ihn zu kurz. Der Kapitän der Gäste, Alexander Friesen, hatte die Eisschnelllaufschuhe untergeschnallt und vollendete seinen Alleingang mit dem Ausgleichstreffer zum 2:2 in der 47. Minute.
Anschließend hatte beide die Möglichkeit, den Siegtreffer zu setzen. Es war nichts für schwache Nerven. Das sind die Besucher der MB-Arena gewohnt, 9.197 hatten sich am Freitagabend eingefunden. Sie kamen nicht pünktlich zu ihrer Heimfahrt. Im Nachsitzen fiel die Entscheidung über den Zusatzpunkt zugunsten der Eisbären. Die beiden auffälligsten Spieler der Eisbären sorgten für die Entscheidung, Giovanni Fiore erlöste die Eisbären-Fans, na wenigstens zwei Punkte. Bereits am Sonntag geht es weiter, der Gegner heißt Ingolstadt.
Hans-Peter Becker
DEL 28. Spieltag
09.12.2022 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 3:2 n.V. (1:0, 1:1, 0:1, 1:0)
Aufstellungen
Fischtown Pinguins Bremerhaven: Franzreb (Svedberg) – Samuelsson, Alber; Kreutzer, Eminger; Wirth, Bruggisser; Aichinger – Tyrväinen, Vikingstad, Mauermann; Uher, Friesen, Andersen;McKenzie, Verlic, Kinder; Lutz, Wejse, Saakyan – Trainer: Thomas Popiesch
Eisbären Berlin: Ancicka (Hufsky) – Guhle, Hördler (C); Nowak, Müller; Ellis, Melchiori; Bettahar –Fiore, Grenier, Veilleux; Clark, Boychuk, Noebels; Pföderl, Zerter-Gossage, White; Wiederer, Roßmy, Heim – Trainer: Serge Aubin
Tore
1:0 – 19:56 – Fiore (Clark, Boychuk) – PP1
2:0 – 24:03 – Clark (Ellis, Noebels) – EQ2:1 – 30:03 – McKenzie (Wejse) – EQ
2:2 – 46:54 – Friesen – SH1
3:2 – 60:54 – Fiore (Müller, Boychuk) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4, 0) Minuten
Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (4, 2, 4,0) Minuten
Schiedsrichter
Andris Ansons, Sean MacFarlane (Dävis Zunde, Denis Menz)
Zuschauer: 9.197
