Hurra, Hurra Hildebrand – Eisbären holen drei Punkte gegen Ingolstadt

DEL Saison 2025/26

8. Spieltag

05.10.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstädter Panther 3:0 (1:0/0:0/2:0)

Der Oktober wird, einer Tradition folgend, als pink in the rink Monat in einem Sondertrikot gespielt. Es geht dabei um mehr Aufmerksamkeit im Kampf gegen den Krebs und zudem sollen Spenden gesammelt werden.

Am Spieltag zuvor, am Nationalfeiertag, konnten die Eisbären in Augsburg endlich ihre Niederlagenserie beenden. Gegen die Ingolstädter Panther wollten sie in der heimischen Arena einen weiteren Sieg folgen lassen. Die Personaldecke ist nach wie vor recht dünn, wieder nur drei komplette Reihen konnte Serge Aubin aufbieten. Die Gäste von Trainer Mark French dagegen konnten eine vierte Sturmreihe aufbieten. Bei den Eisbären standen mit Manuel Wiederer und Matej Leden lediglich zwei zusätzliche Stürmer zur Verfügung.

Das Anfangsdrittel verlief mit Vorteilen für die Ingolstädter. Zwei Strafzeiten gegen Spieler der Eisbären wurden ausgesprochen. Mit Paraden von Jake Hildebrand und einigem Glück wurde ein Einschlag verhindert. Mehr Glück hatten die Eisbären, als Chris Jandric wegen eines Stockschlags auf der Strafbank saß, brauchten die Eisbären nur fünf Sekunden für ihren Treffer zum 1:0. Einen von der Plexiglasscheibe zurückspringenden Puck konnte Frederik Tiffels, neben dem Pfosten stehend, verwandeln. Eine Schrecksekunde gab es leider auch. Neuzugang Patrick Khodorenko verletzte sich und konnte das Spiel nicht fortsetzen. Angesichts der eingangs erwähnten dünnen Spielerdecke ist das keine gute Nachricht.

Sieben Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts bekam Leonard Pföderl einen Puck ins Gesicht und musste in der Kabine behandelt werden. Ein weiterer Treffer war bis dahin nicht gefallen. Die Gäste ließen ein Überzahlspiel ungenutzt. Der Mittelabschnitt verging torlos.

Den Schlussabschnitt begannen die Eisbären in Unterzahl. Manuel Wiederer kassierte zwei Sekunden vor dem Ende des Mittelabschnittes eine Strafe wegen Beinstellens. Als diese knapp fruchtlos verstrichen war, drückten die Eisbären auf den zweiten Treffer. Endlich, in der 45. Minute, führte ein Konter zum Erfolg. Andreas Eder spielte Wiederer zum genau richtigen Zeitpunkt an und sein Schuss konnte Devin Williams im Ingolstädter Tor endlich überwinden.

Nun ja, 2:0 Führungen, bei fast 11 Minuten Spielzeit auf der noch auf der Uhr. Das ist in dieser Saison bei den Hausherren bereits schiefgegangen. Eine Überzahl ab der 57. Minute ließen die Eisbären ungenutzt. Beide Torhüter hatten einen sehr guten Tag.

Die Ingolstädter zogen bei 2:36 Minuten den Torhüter und nahmen eine Auszeit. Die Sekunden können sich schrecklich dehnen in einer solchen Situation. Zweimal verpassten sie das leere Tor, beim dritten Mal war es vollbracht. Markus Vikinstad vollendete zum Dreier, 3:0 gewonnen und endlich mal wieder ein Sieg nach 60 effektiven Spielminuten. Bereits am Dienstag, 7. Oktober 2025, geht es an gleicher Stelle weiter. In der Champions Hockey League wird der schwedische Meister erwartet.

Ingolstadt Trainer konnte seiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen, ausschlaggebend waren die Spezialteams, da konnten wir keinen Treffer erzielen.

Serge Aubin lobte ausdrücklich das Unterzahlspiel und seinen Goalie Jake Hildebrand. Trotz kurzer Bank haben wir einen Weg gefunden dieses Spiel zu gewinnen.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller (C), Mik (A); Geibel, Reinke; Panocha, Smith – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Hördler, Khodorenko, Kirk; Bergmann, Vikingstad, Eder; Leden, Wiederer – Trainer: Serge Aubin       

ERC Ingolstadt: Williams (Pertuch) – Breton, Ellis; Jandric, Hüttl; Rosa-Preto, Tropmann; Hauf – Agostino, Powell, Sheen; Schmölz, Abbondonato, Barber; Keating, Pietta, P. Krauß; J. Krauß, Smallwood, Kharboutli – Trainer: Mark French

Tore
1:0 – 18:55 – Tiffels (Ronning, Pföderl) – PP1
2:0 – 44:33 – Wiederer (Eder) – EQ
3:0 – 59:04 – Vikingstad (Ronning) – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (4, 4, 0) Minuten – ERC Ingolstadt: 10 (4, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Christopher Schadewaldt (Kenneth Englisch, Wayne Gerth)

Zuschauer
13.812

Geplante Stadionkapazität scheitert am Verkehrskonzept – Baukörper bleibt

Es wird viel gebaut rund um den S-Bahnhof Köpenick. Der Bahnhof ist eine einzige Baustelle, die Union-Tanke musste einem Wohnbauprojekt weichen und weiter gehts im Slalom bis zum inzwischen legendären Waldweg, der an der Waldseite endet. Das Stadion, eingebettet zwischen der Wuhlheide und der Straße an der Wuhlheide, lässt nicht viel Platz. Hinter der Gegentribüne, wo vorher ein Trainingsplatz war, drehen sich drei Baukräne. Die Erdarbeiten sind im Gange. 

Eigentlich kaum vorstellbar, dass hier das Stadion mal auf 40.500 Zuschauer erweitert werden soll. Das Stadion in seinem aktuellen Zustand darf für die Bundesliga nur mit einer Ausnahmeregelung genutzt werden. Die DFL fordert eine Mindestanzahl von 8.000 Sitzplätzen, das ist an der Alten Försterei nicht erfüllt. Mit dem geplanten Stadionausbau sollte dieses Problem beseitigt sein. Allerdings tut sich sofort ein neues auf.  

Union Präsident Dirk Zingler hatte die Presse zu einem Gespräch eingeladen, nachdem Tags zuvor die Mitglieder des Vereins in einem Brief darüber informiert wurden, dass der geplante Ausbau, mit einer Kapazität von 40.500 Zuschauern, am vorgelegten Verkehrskonzept gescheitert ist.

Hinter der Gegentribüne drehen sich schon die Baukräne Foto: © Becker

Zum Spielbeginn wollen alle Eintrittskartenbesitzer pünktlich im Stadion sein und nachher ohne größere Umstände wieder die Heimreise antreten können. Wie ist das für alle möglichst bequem zu gestalten? Die Eisernen hatten dafür ein Konzept vorgelegt, das vorsah, Shuttle-Busse an den S-Bahnhöfen Karlshorst und Schöneweide einzusetzen. Der S-Bahnhof Köpenick soll entlastet werden. Solch ein Shuttleservice wurde in der Vergangenheit bereits praktiziert. Angesichts der mehr als verdoppelten Zuschauermenge setzte die für den Verkehr zuständige Senatsverwaltung ein Stoppzeichen. Das Konzept überzeugte nicht. Man möchte seitens des Landes Berlin, eine schienengebundene Lösung. Für Erhöhung des Taktes der S-Bahn in Richtung Köpenick fehlt es am nötigen Bahnstrom. Dafür wären Investitionen in Millionenhöhe nötig.

Dirk Zingler machte deutlich, dass er wegen der Ablehnung nicht etwa sauer sei, vielmehr sei sofort nach einer neuen Lösung bzw. Kompromiss gesucht worden. Keine Skandalisierung, bitte, so seine Äußerung dazu. Die Ablehnung erreichte die Verantwortlichen am 19. September 2025 und so sei entschieden worden, die geplante Kapazität von ursprünglich 40.500 Zuschauern auf 34.500 zu begrenzen. An dem Ziel, einmal 40.500 Zuschauer im Stadion begrüßen zu können, wird aber festgehalten. So werden bei der geplanten Eröffnung im Jahre 2027 18.800 Steh- und 15.700 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Fotos: © Hans-Peter Becker

Der Baukörper für die Erweiterung des Stadions wird wie geplant errichtet. Die vorbereitenden Arbeiten dafür wurden begonnen, man will im vorbereiteten Zeitplan bleiben. Mit dem Ende der Saison 2025/26 wird begonnen, die Tribünen zu erweitern. „Eine weitere Verzögerung können wir uns nicht leisten“: so Zingler. Gespielt wird dann im Olympiastadion. Daher ist es notwendig, dass bis dahin alle Verfahren abgeschlossen sind, denn auch die Betreiber des Olympiastadions brauchen Planungssicherheit.

Da es bei dem geplanten Baukörper bleibt, verzichtet der Verein durch die freiwillige Reduzierung von den geplanten 40.500 auf 34.500 Zuschauer auf Einnahmen. Das deckt zunächst nicht die geplanten Baukosten. Auf die Dauer wäre das nicht hinnehmbar. Das Land Berlin muss seinen Teil dazu leisten.

Hans-Peter Becker

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Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro: BBSC – da war der Wurm drin

BBSC Berlin – Neuseenland Volleys Markkleeberg          1:3 (-21, 20, -10, -20)

Von Anfang an präsentierten sich die Gäste als ein Team, das mit Geschlossenheit und wenig Fehlern ein starker Gegner in der Liga sein wird. Die Markkleeberger agierten souverän und klug im Angriff, hatten aber auch Block und Abwehrarbeit gut im Griff. Sie trafen auf eine BBSC-Mannschaft, die sich nach dem personellen Umbruch nach der letzten Saison deutlich schwerer tat, als es den Trainern lieb war. Im Mittelblock fehlte nach ihrer Verletzung leider noch die angriffstarke Emely Radügge und auf der Diagonalposition konnte der Verlust von Jovana Dordevic/Deborah Scholz noch nicht ausgeglichen werden. Die Angriffe aus dem Mittelblock und der Diagonalposition waren demzufolge von zu vielen Fehlversuchen begleitet. Für Markkleeberg war das Spiel leicht lesbar: richtig gefährliche Angriffe gab es meist nur über die Außenpositionen, und darauf konnte sich Markkleeberg ordentlich einstellen. Die meisten Berliner Punkte machte noch Annalena Grätz, die den Ball 18-mal auf den Boden brachte und mit ihrer Abgezocktheit eine Angriffsquote von 37 % erreichte. Ansonsten schaffte keine Berliner Athletin vergleichbare Erfolge.

Wenngleich der 2. Satz mit mehr Gästefehlern zu Gunsten der Berlinerinnen ausging, dominierte Markkleeberg in beeindruckender Art und Weise die restlichen Spielabschnitte: Zuspielerin Bianca Werner (auch letzte Saison schon 6 x mit der MVP Medaille geehrt und bereits 2021 im Erstligaaufgebot von Erfurt) verteilte klug die Bälle, Franziska Nitsche (mit Superausbildung beim VCO Dresden und einer Saison im Erstligaaufgebot des Dresdner SC) beschäftigte erfolgreich die BBSC-Abwehr und Libera Thora Bauer gab den Gästen in der Abwehr immer wieder Sicherheit. So holten sich die Gäste einen verdienten Auswärtserfolg in der Hauptstadt.

Bauer erhielt auch die goldene MVP Medaille auf Markkleeberger Seite. Beim BBSC wurde erneut Noelani Kleiner zur MVP gewählt.

Dem BBSC merkte man den Druck an, der auf der Mannschaft lastete. So manches Mal hatte man den Eindruck, dass sich das Team selbst im Weg steht und die Unsicherheit sich so vervielfacht. Das Trainerteam wird hart zu tun haben, die Mannschaft aufzurichten und Lösungen für die Knackpunkte des Berliner Spiels zu finden. Berlins Trainer Manuel Müller analysierte: „Es gelingt uns aktuell nicht, die eigene Nervosität abzulegen und die Basics konstant gutzumachen. Es gilt über die nächsten Wochen hier mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein zu gewinnen, um richtig in der Saison anzukommen.“

Am nächsten Samstag hat der BBSC gleich die harte Aufgabe, in Vilsbiburg bei der letztjährigen Spitzenmannschaft zu bestehen. Das nächste Heimspiel findet am 11. Oktober 2025 bereits 15:30 Uhr gegen den starken Aufsteiger TV Waldgirmes statt.

Für den BBSC im Einsatz: Helena Schmidt, Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Sarah nur Kayadibi, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Standesgemäßer Erfolg – Füchse gewinnen gegen ThSV Eisenach

DAKIN-Handball-Bundesliga

28.09.2025 18:00 Uhr Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – ThSV Eisenach 35:23 (19:13)

Die Füchse haben wieder Sicherheit in ihrem Spiel. Nach drei Siegen in einer Woche (Melsungen-Kielce-Eisenach) kann dies als Fazit gelten. Mit der „Waffe“ Tempospiel setzten die Gastgeber das Team aus der Wartburgstadt sofort unter Druck. Bereits nach zwölf Minuten war ein drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen – 7:4. „Es war gegen Eisenach mega wichtig, einen Vorsprung herauszuspielen. Wir hatten einen guten Flow“, bewertete Trainer Nicolej Krickau die Startphase.

Die Gäste mit den Ex-Füchsen Heinevetter, Ende und dem ausgeliehenen Max Beneke stellten zwar eine robuste Abwehr, konnten den Drang der Gidsel, Wiede und Co. jedoch nicht viel entgegensetzen. Weil die Abwehr der Hausherren sich zunehmen besser auf die Eisenacher eingestellte. Lasse Ludwig im Tor (11 Paraden) und Matthes Langhoff wurden dafür beispielgebend vom Coach genannt. „Wenn Matthes Langhoff auf dem Spielfeld war, waren wir in der Abwehr überragend, er war unser Schlüsselspieler Nummer eins“. Mit einem sicheren 19:13 ging es vor 8.509 Zuschauern in die Pause.

Mit Entschlossenheit und viel Einsatz kehrten die Thüringer aus der Kabine zurück, um „die Berliner zu stressen“, wie es ihr Trainer Sebastian Hinze ausdrückte. Für einen kurzen Moment geriet das Füchse-Spiel ins Stocken. Schnell jedoch fand man die Linie wieder und bestimmte zunehmend das Geschehen auf der Platte, woran Tobias Grøndahl als Spielmacher einen großen Anteil hatte. Der Norweger findet von Spiel zu Spiel besser in die Strukturen hinein. Angesichts des kontinuierlich wachsen-den Vorsprungs – 26:18/45. bekam auch Youngster Max Günther Spielzeit. Der 21-jährige, der mit Zweitspielrecht für Berlin, ansonsten in Potsdam aktiv ist, konnte sich mit einem Siebenmeter auch in die Torwerferliste eintragen, was diesmal allen eingesetzten Feldspielern gelang.

Das weitere Programm der Füchse: Mittwoch, 01.10.2025 – DHB-Pokal gegen Wetzlar (in Potsdam) und am Samstag, 04.10.2025 Bundesliga-Auswärtsspiel in Erlangen.

Für die Berliner erfolgreich: Wiede (3), Darj (2), Andersson (4), Ariño (2), Grøndahl (4/2), Gidsel (7), Freihöfer (4/3), Langhoff (3), av Teigum (4), Günther (1/1), Marsenić (1).

Herbert Schalling

Foto: © Füchse Berlin

Eisbären verlieren gegen Schwenningen

DEL Saison 2025/26

6. Spieltag

28.09.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 1:2 (0:0/1:0/0:2)

Heimspielwochende Teil zwei, zwischen Sonntagsbraten und Nachmittagskaffee begann das Spiel der Eisbären gegen die wilden Schwäne aus dem Schwarzwald. Beide Teams hatten am Freitag zuvor ihre Spiele verloren. Die Gäste, trainiert von Eisbären-Legende Steve Walker unterlagen in Wolfsburg, während die Eisbären wenigstens eine Niederlage mit Punktgewinn verbuchen konnten.

Das Anfangsdrittel verging torlos und war den Spielanteilen nach ausgeglichen. Die Statistik weißt 10 zu 9 Torschüsse für die Eisbären aus. Es gab drei Riesenchancen für die Eisbären durch Tiffels, Vikinstad und Ronning. Auf der Gegenseite hatte Jonas Stettmer mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen. Strafminuten gab es keine.

Trotz vieler Torchancen vor beiden Toren mussten die Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Arena lange auf das erste Tor der Begegnung warten. Als die Kiss-Cam, überbrückt den ersten Werbe-Break im Mittelabschnitt, zum Einsatz kam, war immer noch nichts Zählbares herausgekommen. Es dauerte bis zur 35. Minute, da höhlte der stete Tropfen den Stein. Korbinian Geibel konnte Joacim Eriksson endlich überwinden und für das 1:0 sorgen. Die Vorlage kam von Eric Hördler.

Die knappe Führung hielt zehn Minuten. In der 45. Minute vollendeten die Gäste einen mit hohem Tempo vorgetragenen Angriff und stellten wieder den Gleichstand her. Torschütze war Tylor Spink nach Vorarbeit seines Zwillingsbruders Tyson Spink. In der 47. Minute verkündete Schiedsrichter Martin Frano die erste Strafzeit im Spiel. Schwenningens Kyle Platzer bekam zwei Minuten wegen Beinstellens aufgebrummt. Der Vorteil konnte von den Eisbären nicht genutzt werden, ebenso ein weiteres Überzahlspiel. So ging das Spiel mit einem 1:1 in die Schlussphase.

In der verbleibenden regulären Spielzeit wollten beide den Erfolg. Er gelang den Gästen, die 44 Sekunden vor dem Ende eine 3 auf 2 Überzahl im Angriff nutzen konnten. Kyle Platzer überwand mit seinem Schuss Jonas Stettmer und besiegelte die Niederlage der Eisbären.

Steve Walker sah ein gutes Eishockeyspiel. Berlin hatte eigentlich das Momentum auf seiner Seite. Der Schlüssel für unseren Erfolg war heute zweifellos unser Torhüter Eriksson.

Serge Aubin stimmte seinem Trainerkollegen zu. Die Leistung war in Ordnung, viele Torchancen wurden erarbeitet, über das Ergebnis sind wir natürlich enttäuscht.

Leider verletzte sich Verteidiger Markus Niemeläinen erneut und wurde ins Krankenhaus gebracht. Es sind jetzt sechs Spiele absolviert und die Bilanz ist ernüchternd, zwei Siege zum Auftakt und anschließend eine Serie von vier Niederlagen. Ein guter Start in die Saison sieht anders aus. Von Unruhe will im Lager trotzdem niemand etwas wissen. Es ist noch genug Eishockey zu spielen.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Müller (C), Mik (A); Geibel, Smith; Niemeläinen, Reinke; Panocha – Tiffels (A), Khodorenko, Ronning; Bergmann, Kirk, Pföderl; Hördler, Vikingstad, Eder; Wiederer, Leden – Trainer: Serge Aubin       

Schwenninger Wild Wings: Eriksson (Bitzer) – Martinsson, Larkin; Weber, Marshall; Bittner, Dziambor; Trivellato – Höfflin, Platzer, Senyshyn; Tys. Spink, Tyl. Spink, Feist; Hänelt, Szwarz, Karachun; Hungerecker, Bassen, Uvira – Trainer: Steve Walker

Tore
1:0 – 34:56 – Geibel (Eder, Hördler) – EQ
1:1 – 44:23 – Tyl. Spink (Tys. Spink, Larkin) – EQ
1:2 – 59:16 – Platzer (Martinsson) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 0 (0, 0, 0) Minuten – Schwenninger Wild Wings: 4 (0, 0, 4) Minuten 

Schiedsrichter

Martin Frano, Marc Iwert (Maksim Cepik, Kenneth Englisch)

Zuschauer
13.415

Bittere Niederlage für die Eisbären in der Verlängerung

DEL Saison 2025/26

5. Spieltag

26.09.2025 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:3 n.V (0:0/1:1/1:1/0:1)

Nach zwei deutlichen Auswärtsniederlagen wollten die Eisbären es im zweiten Heimspiel der noch jungen Spielzeit besser machen. Die Voraussetzungen dafür waren nicht schlecht, Ty Ronning und Markus Niemeläinen standen wieder im Kader, dazu Neuzugang Patrick Khodorenko, der gleich in der ersten Reihe ran durfte. Immerhin standen sieben Verteidiger und elf Stürmer in der Line-Up. Die Gäste aus Bayern konnten vier komplette Sturmreihen aufbieten.

Im Anfangsdrittel hagelte es Strafzeiten gegen die Eisbären, insgesamt acht Minuten waren sie dezimiert auf dem Eis. Ein gut aufgelegter Jonas Stettmer im Eisbärentor verhinderte den Einschlag. Einige Chancen hatten auch die Eisbären, anderthalb Überzahlspiele gestatteten die Gäste und die Chancen machte Florian Bugl zunichte.

Es war eins positiv anzumerken, der Mittelabschnitt begann mit null Toren auf beiden Seiten. Das sollte sich schnell ändern. In der 22. Minute gelang den Gästen durch Tim Fleischer der erste Treffer im Spiel. Die Antwort der Eisbären gelang fast postwendend. Ty Ronning nutzte einen Fehler im Spielaufbau der Gäste. Die Situation hatte Neuzugang und Sturmpartner Khodorenko erkannt und einen mustergültigen Pass auf Ronning gespielt, der dann einnetzen konnte. Zwischen den beiden Toren lagen nur anderthalb Minuten.

Es folgte, eingeleitet durch ein Powerplay in der 28. Minute, eine Druckphase der Eisbären. Ein erneutes Überzahlspiel brachte keinen Erfolg, die anfangs etwas verunsichert wirkenden Eisbären hatten sich in das Spiel gekämpft. Ersparten sich Strafzeiten, leider blieb ihnen ein weiterer Torerfolg verwehrt. So endete der Mittelabschnitt ebenso unentschieden.

Für einen eventuellen zweiten Heimsieg musste im Schlussabschnitt noch harte Arbeit verrichtet werden. Nach Berliner Zeit 21:10 Uhr ließ der 1. Schiedsrichter Andre Schrader den Puck zum Eröffnungsbully des Schlussabschnittes fallen. Das Bully gewannen die Gäste und gleich war Eisbärengoalie Stettmer gefragt. Die ersten fünf Minuten des Schlussabschnittes gehörten den Gästen. Die Eisbären kämpften und verdienten sich den Führungstreffer in der 46. Minute durch Leo Pföderl. Er stand direkt am Pfosten und konnte die schwarze Scheibe im Tor unterbringen.

Aus dem ersten Drittel hatten beide gelernt, Strafzeiten sind zu vermeiden, im fünf gegen fünf spielt es sich besser. Alle drei Tore waren bis dahin mit einem EQ versehen. Die Tigers gaben sich nicht geschlagen und verstärkten in der Schlussphase vor über 13.000 Zuschauern ihre Angriffsbemühungen. Die Eisbären hatten einige Mühe, Entlastungsangriffe zu fahren. Beide Goalies waren gut aufgelegt. Bei einer knappen Führung dehnen sich die Sekunden zu Minuten. Knapp drei Minuten vor dem Ende nahm Craig Woodcroft Bugl vom Eis und die Eisbären verpassten zweimal das leere Tor. Das sollte sich rächen, 14 Sekunden vor dem Ende war es erneut Tim Fleischer, sein Tor stellte das Spiel auf 2:2.

Immerhin ein Punkt war zunächst gerettet. Die Entscheidung fiel zwei Minuten und 10 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung durch Nicolas Halloran. Jonas Müller verlor den Puck und Halloran ließ sich nicht zweimal bitten. Eine bittere Niederlage für die Eisbären. Immerhin ein Pünktchen sprang ja dabei heraus, ein ganz schwacher Trost für die Eisbären.

Straubings Trainer gratulierte den Eisbären zur Meisterschaft. Es war aus seiner Sicht ein enges Spiel, ab dem zweiten Drittel haben die Eisbären ihre Qualitäten gezeigt und sind in Führung gegangen. Mit dem sechsten Feldspieler haben wir die Entscheidung erzwungen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin gefiel das Spiel seiner Mannschaft im ersten Drittel überhaupt nicht. Erst ab dem zweiten Drittel haben wir das Eisbären-Eishockey gezeigt. Zu loben ist Jonas Stettmer. Wir haben es nicht geschafft, im empty net das Tor zu treffen. Wir werden aus diesem Spiel lernen.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand, Neiße) – Müller (C), Mik (A); Geibel, Smith; Niemeläinen, Reinke; Panocha – Kirk, Khodorenko, Ronning; Tiffels (A), Vikingstad, Pföderl; Bergmann, Eder, Wiederer; Hördler, Leden – Trainer: Serge Aubin       

Straubing Tigers: Bugl (Haukeland, Wieber) – Brandt, Daschner; Zimmermann, Beaudin; Klein, Green; Connolly – Hede, Loibl, Halloran; Melnick, Madden, Leonhardt; McKenzie, Scott, Brandl; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer – Trainer: Craig Woodcroft

Tore
0:1 – 21:11 – Daschner (Varejcka) – EQ
1:1 – 22:31 – Ronning (Khodorenko) – EQ  
2:1 – 45:17 – Pföderl (Mik, Tiffels) – EQ
2:2 – 59:46 – Fleischer (Leonhardt, Brandt) – 6-5
2:3 – 62:50 – Halloran – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (8, 0, 0, 0) Minuten – Straubing Tigers: 8 (4, 4, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Bastain Steingross (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
13.883

Heimaufgabe gelöst – Füchse schlagen MT Melsungen 30:24 

Zum Schluss tönte wieder Mickie Krauses Partyschlager „Oh wie schön …“ durch die Max-Schmeling-Halle. Also Ende gut – alles gut? Nach den zwei Niederlagen gegen Magdeburg und in Gummersbach ist zumindest der Negativ-Lauf in der Bundesliga gestoppt. Es bleibt jedoch noch viel Arbeit, um wieder den Füchse-Handball der letzten Saison zelebrieren zu können.

 Der Weg zum Tagessieg war für den weiterhin dezimierten Füchse-Kader (neben dem schulteroperierten Prantner fehlten auch diesmal Herburger und Lichtlein) lang und schwierig. Das Bemühen war den Gastgebern nur drei Tage nach der CL-Partie gegen Aalborg nicht abzusprechen. In der Durchführung freilich wurde ein bunter Mix aus gelungenen Aktionen, technischen Fehlern, Missverständnissen und Fehlwürfen geboten. Der Vorjahres-Dritte aus Hessen agierte allerdings auch mit einer sehr variablen und robusten Abwehr. „Es war erwartet schwer gegen die taktisch gut eingestellte Abwehr der MT Melsungen“, fand Trainer Nicolej Krickau. Zusätzlich agierten die Gäste häufig mit 7 gegen 6 auf dem Feld. Die Füchse lagen zwar ab der vierten Minute vorn, konnten jedoch zweimal drei-Tore-Führungen – 7:4/8. bzw. 12:9/24.– nicht nutzen, um die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Ein glänzend aufgelegter Milosavljev im Kasten (insgesamt 14 Paraden und zwei gehaltene Siebenmeter) hielt den knappen ein Tore Vorsprung zur Pause fest – 14:13.

Das Geschehen änderte sich vor den 8.020 Zuschauern auch im zweiten Abschnitt zunächst nicht. Ihre markante Stärke, das Tempospiel konnte die Füchse weiterhin nur in Ansätzen zeigen. „Wir haben nicht das Momentum gefunden, um das Spiel frü-her zu entscheiden. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit unserer Präsenz und Energie“, sagte der in Doppelfunktion als Trainer und Sportvorstand arbeitende Krickau. Die angesprochene Energie demonstrierte seine Mannschaft allerdings in der Schlussphase. Als Tobias Grøndahl, der immer besser in die Mannschaft findet und diesmal auch als Siebenmeterwerfer erfolgreich war, wieder mal auf „+Drei“ stellte – 25:22/50. Da waren die Bremsen gelöst. Der trotz einiger Fehlwürfe und Ballverluste starke Mathias Gidsel und Linksaußen Aitor Arino bauten den Vorsprung sogar aus – zum 30:24-Endstand.

Durch den Erfolg klettern die Füchse auf Tabellenplatz sechs. Am nächsten Sonntag, 28.09.2025 kommt der ThSV Eisenach in den Fuchsbau. Zuvor steht für den deutscher Meister die CL-Partie in Kielce an.                              

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Andersson (5), Ariño (4), Grøndahl (6), Gidsel (9), av Teigum (2), Günther, Marsenić (3).

Herbert Schalling

Erfolgreicher Auftritt in der Champions League

Füchse gegen Aalborg 31:28

Vor der Partie hatte es für die Berliner keine guten Nachrichten gegeben. Erst die Schulter-OP bei Rechtsaußen Leo Prantner, dann die Rückenbeschwerden von Kreisläufer Lukas Herburger, die dem Österreicher eine längere Pause aufzwingen. Schließlich wurde auch noch Spielmacher Nils Lichtlein geschont, damit sich dessen Schulterprobleme nicht verschlimmern.

Ein gehöriger Rucksack also vor der CL-Heimpremiere in dieser Saison. Doch die Füchse schulterten diese Last mit Bravour. Sie brachten ihre Vorzüge – schnelles Tempospiel und konsequente Abwehr von Anbeginn auf die Platte. Der erneut über-ragende Mathias Gidsel, ein selbstbewusst agierender Matthes Langhoff und die bei-den Außen Hakun West und Tim Freihöfer (auch vom 7-Meter-Punkt wieder sehr sicher) hatten nach 15 Minuten erstmals für einen soliden Vorsprung gesorgt – 10:7    Trainer Nikolai Krickau war hoch zufrieden mit seinem Team.“ Wir wussten, dass es nach dem Gummersbach-Spiel mental schwierig werden könnte. Aber der größte Unterschied war, dass wir heute in wichtigen Momenten das Spiel an uns gerissen haben“. Der dänische Meister, bei dem Neuzugang Juri Knorr nur wenig Einsatzzeit bekam (ein Treffer), zeigte sich durchaus beeindruckt. Da sich auch Keeper Dejan Milosavljev in verbesserter Form zeigte, wuchs der Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf plus fünf an – 15:10/23.                                                                                                

Nach der Pause erlebten die 6.135 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ein ähnli-ches Spielgeschehen. Obwohl sich die Gäste an verschiedene Abwehrvarianten versuchten, fanden die Berliner immer wieder Lücken, um den Kontrahenten auf Distanz zu halten. Erst in der Schlussphase musste der „schmale“ Füchse-Kader dem Tempospiel etwas Tribut zollen. Aalborg verkürzte seinen sieben-Tore-Rückstand – 21:27/43 noch auf drei Tore. Am Ende war der 31:28-Sieg des deutschen Meisters aber hochverdient. Trainer Nikolai Krickau: „ Es hilft sehr, wenn du den besten Spieler der Welt in deinen Reihen hast. Und das war Mathias Gidsel heute definitiv. Aber auch, wenn du gute Torhüter hast.“                                                                                 

In ihrer Vorrundengruppe stehen die Füchse nach zwei Spieltagen gemeinsam mit dem ebenfalls ungeschlagenen Team von Sporting Lissabon an der Spitze. Das nächste Spiel steht am kommenden Donnerstag bei KS Vive Kielce in Polen an. Zuvor geht es in der Bundesliga weiter. Am Sonntag, 21.09.2025 kommt die MT Melsungen in den Fuchsbau.   

Für die Füchse erfolgreich: Wiede, Darj (1), Andersson (4), Grøndahl (2), Gidsel (8), Freihöfer (7/6), Langhoff (3), av Teigum (4), Marsenić (2).

Herbert Schalling

Eisbären verlieren nach Penalty

Champions Hockey League

4. Spieltag

07.09.2025 19:00 Berlin Wellblechpalast Hohenschönhausen

EHC Eisbären Berlin – Grenoble 4:5 n.P. (2:0/2:3/0:1/0:0)

Meisterduell am 4. Spieltag in der Eishockey Champions League. Der Deutsche Meister empfing den Titelträger aus Frankreich. Die Wölfe aus den französischen Alpen kamen mit der Empfehlung eines Auswärtssieges, am 3. Spieltag in Bremerhaven, in den Welli. Das Spiel in Bremerhaven war reich an Toren, acht an der Zahl, konnten die Wölfe erzielen. Sie waren entsprechend gewarnt, die Eisbären und sie legten gleich los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Eine Blitzstrafe, bereits nach 5 Sekunden hob sich der Arm des Referees, bescherte den Eisbären gleich ein Überzahlspiel. Die zweite Powerplay Formation sorgte für die 1:0 Führung nach 62 Sekunden. Der Torschütze war Liam Kirk nach einer Vorarbeit von Mitchell Reinke. Das 2:0 in der 8. Spielminute war erneut das Nutzen einer Gelegenheit im Powerplay. Der erfolgreiche Abschluss gelang Marcel Noebels, das entscheidende Zuspiel kam von Liam Kirk. In der 10. Minute scheiterte Lean Bergmann nach einem Alleingang am französischen Goalie. Die Eisbären blieben bis zur ersten Drittelpause Herren des Geschehens. Ein weiteres Tor fiel nicht im Anfangsdrittel.

Den Mittelabschnitt mussten die Gäste in Unterzahl beginnen und sofort schlugen die Eisbären zu. Die 21. Spielminute war noch nicht ganz beendet und da musste Matija Pintaric im Tor der Wölfe aus Grenoble wieder den Puck aus dem Tor holen. Das dritte Tor nach der dritten Überzahl, mehr geht kaum, selbst wenn das Powerplay in der CHL nach einem Treffer nicht beendet ist. Die 100 % Quote endete mit der vierten Strafzeit für die Gäste. Einen hohen Stock von Grenobles Nummer 16 werteten die Referees mit einer 2 plus 2-Minuten-Strafe und diese vier Minuten überstanden die Gäste ohne Gegentreffer.

Das gleiche Schicksal ereilte die Eisbären in der 33. Spielminute. Kapitän Jonas Müller musste wegen eines hohen Stocks, nach Videobeweis für 4 Minuten in die Kühlbox und diese Überzahl nutzten die Gäste für drei Tore. (33., 34. und 36. Minute). Das war echt verrückt, kurz vor dem Anschlusstreffer zum 1:3 scheiterte erneut Bergmann mit einem Alleingang.

In der 39. Minute kassierten die Gäste eine Bankstrafe wegen zuvielen Spielern auf dem Eis und wie konnte es anders sein? Die Eisbären holten sich kurz vor der Drittelsirene die Führung zurück. Das Tor erzielte Blaine Byron, der einen Schuss Reinke abfälschte. Auf der Anzeigetafel stand der Zwischenstand von 4:3 und alle Tore waren Powerplay Treffer. Das war ein verrücktes Spieldrittel.

Die Gäste waren wieder dran, nach einem 0:3 Rückstand. Das Schlussdrittel durften sie in Überzahl beginnen. Das Spiel wogte hin und her, eine Entscheidung zeichnete sich lange nicht ab. Beide Goalies hatten viel zu tun. Das Spiel war nicht ganz ausverkauft, offiziell waren es 3.543 Zahlende am Sonntagabend im Welli.

Beim letzten Powerbreak, 8 Minuten vor dem regulären Spielende, hielt der knappe Vorsprung. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert und in der 54. Minute landete ein schräges Ding im Eisbärentor. Erstaunlich, das Tor fiel ohne einen Anwesenden auf der Strafbank.

In der 58. Minute rückte Grenobles Nummer 16, Alexis Binner, wieder auf die Strafbank ein, zum dritten Mal in der Partie. Es blieb bei dem Unentschieden nach den regulären 60 Minuten. In der Verlängerung hatten beide im 3 gegen 3 beste Gelegenheiten, erst das Penaltyschießen brachte die Entscheidung. Für die Eisbären traf nur Ty Ronning, während die Gäste drei Duelle gegen den Torhüter für sich entscheiden konnten.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Geibel, Mik; Müller (C), Reinke; Panocha, Smith – Hördler, Byron, Bergmann; Kirk, Pföderl, Ronning; Tiffels (A), Vikingstad, Veilleux (A); Noebels (A), Eder, Wiederer – Trainer: Serge Aubin       

Brûleurs de Loups de Grenoble: Pintaric (Stepánek) – Binner, Englund; Rautanen, Andersen; Prissaint, Crinon; Fertin – Mallet, Beauchemin, Boivin; Treille, Weigel, Dair; Raveaud, Bachelet, Leclerc; Grossetete, Gueurif, De Smitt – Trainer: Per Hanberg

Tore
1:0 – 01:58 – Kirk (Reinke, Noebels) – PP1
2:0 – 07:16 – Noebels (Kirk) – PP1  
3:0 – 20:46 – Ronning (Müller, Pföderl) – PP1
3:1 – 32:53 – Treille (Boivin) – PP1
3:2 – 33:36 – Beauchemin (Binner, Treille) – PP1
3:3 – 35:20 – Treille (Mallet) – PP1
4:3 – 38:22 – Byron (Reinke, Noebels) – PP1
4:4 – 53:55 – Grossetete – EQ
4:5 – 65:00 – Sacha Treille – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 6, 0, 0, 0) Minuten – Brûleurs de Loups de Grenoble: 14 (6, 6, 2, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, Cyril Debuche (Vincent Brüggemann, Kai Jürgens)

Zuschauer
3.543

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir die 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben haben. Wir sind gut ins Spiel gestartet und wirkten im ersten Spielabschnitt sehr frisch. Die Special Teams haben heute eine entscheidende Rolle eingenommen. Wir konnten vier eigene Treffer in Überzahl erzielen. Grenobles drei Überzahltore haben aber das Momentum auf die Seite der Franzosen wechseln lassen.“     


Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir hätten heute gewinnen müssen. Im Fünf-gegen-Fünf war es von uns heute ein besseres Spiel als am Freitag. Matija Pintaric hat für Grenoble sehr gut gehalten. Bei beiden Teams hat das Powerplay gut funktioniert. Wir müssen uns jetzt direkt auf das kommende Spiel am Dienstag gegen Dresden fokussieren. Das wird eine schwere Partie.“

Debakel für die Füchse

Handball-Bundesliga

3. Spieltag

06.09.2025 15:40 Uhr Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – SC Magdeburg 32:39 (13:22)

Bereits der 3. Spieltag bescherte dem Fuchsbau in Berlin das Aufeinandertreffen des amtierenden Meisters gegen den Vizemeister, das ewig junge Duell SC Magdeburg versus Füchse Berlin. Der Blick auf die Trainerbank der Füchse ergab ungewohntes Bild. Seit der Saison 2020/21 war Jaron Siewert der Trainer, zwei Tage vor dem Spiel wurde er zusammen mit Sportvorstand Stefan Kretzschmar freigestellt. Etwas überraschend, nach zwei Siegen zum Auftakt der neuen Spielzeit. Mit der Empfehlung von zwei Auftaktsiegen reisten auch die Magdeburger nach Berlin.

In der 15. Spielminute nahm ein Videobeweis einige Zeit in Anspruch. Es ging um ein eventuelles Foulspiel, verübt an Mathias Gidsel. Es war mehr ein unglücklicher Zusammenstoß, das Ergebnis war eine zwei Minutenstrafe gegen Magdeburgs Magnus Saugstrup. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gäste einen Vorsprung von vier Toren erspielt. Ihnen gehörte die Anfangsviertelstunde.

Die erste Auszeit im Spiel nahm Füchse-Trainer Nicolej Krickau, der bei dieser Gelegenheit den Torwart wechselte. Dank der Paraden von Lasse Ludwig kämpften sich die Füchse bis auf zwei Tore Rückstand wieder heran. Anschließend drehten die Magdeburger wieder auf, unterstützt von Torwart Sergey Hernandez Ferrer, der unglaubliche Szenen hatte. Den Treffer Nummer 20 für erzielte er selbst ins leere Füchse-Tor, zum Zwischenstand von 11:20. Gidsel bekam zwei Minuten für einen angeblichen Kopftreffer, der keiner war. Der Ball sprang von der Schulter an den Kopf, das wurde vom Schiedsrichter-Duo Ramesh und Suresh Thiyagarajah nicht per Video überprüft. Der Halbzeitstand von 22:13 für die Magdeburger war ernüchternd für die Füchse. Bob Hanning resümierte in der Halbzeit, in der Abwehr bekamen wir keinen Zugriff und Hernandez zeigte neun Paraden, da ging nichts für uns.

In der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft von Bennet Wiegert routiniert, ausgestattet mit einem beruhigenden Vorsprung im meist zweistelligen Bereich, die Partie herunter. Der Zwischenstand nach 40 Spielminuten 17:28, das Ding war gelaufen. Bob Hanning ahnte es bereits in der Halbzeitpause im TV. Mehr als Schadensbegrenzung ging für die Füchse nicht mehr. Der SCM blieb kompromisslos bis zum Schluss, die 38 Tore Marke hatten sie in 56. Minute erreicht, der Endstand lautete 32:39.

„Wir sind hier hergekommen, wo es an allen Ecken gebrannt hat und wir haben unseren Job gemacht.“ Bennet Wiegert Magdeburgs-Trainer

Die Diskussionen in Berlin werden weiter gehen. Die Mannschaft kann dies nur mit besseren Leistungen in den nächsten Spielen beantworten. Bereits am kommenden Donnerstag, 11. September 2025 geht es in Nantes in Frankreich in der Vorrunde der Champions League für die Füchse weiter.

Hans-Peter Becker