Beide Berliner Proficlubs feierten am Wochenende Erfolge. Der 1. FC Union hatte die großen Bayern am Rande einer Niederlage und Hertha durfte sich über den vierten Liga-Sieg in Folge freuen. Beide Spiele hatten ein gemeinsames, erst Torjubel und dann die Ernüchterung, kein Tor wegen einer Abseitsstellung. Der Unterschied, Union ärgerte sich und Hertha freute sich. Beide Male ging um hauchzartes Abseits nach dem Einsatz der Hilfsmittel.
Unions Trainer Steffen Baumgart machte seinem Ärger gehörig Luft. „Da hat einer Lack gesoffen.“, so tickerte sein Zitat über die Agenturen. Ich bin ein ausdrücklicher Befürworter des Einsatzes der entsprechenden Hilfsmittel und da ist es egal, ob die Abseitsstellung fünf Millimeter oder fünf Meter betrug, es lässt sich eben objektiv überprüfen. Der Fußball, besser der Profifußball, wird dadurch gerechter. Zudem ist es in diesem Geschäft, etwas anderes ist der Profifußball nicht, bitter notwendig. Hertha profitierte von der Überprüfung, sonst wäre das Spiel unentschieden ausgegangen.
Eines muss allerdings auch gesagt werden, bei der Entscheidung Abseits oder nicht, hilft die Linie. Bei anderen Entscheidungen, nach Sichtung der Bilder, können Fehler nie ganz vermieden werden. Eine hundertprozentige Gerechtigkeit kann es nicht geben.
Die Eisernen erkämpften sich einen hochverdienten Punkt gegen die Bayern, der Ausgleich durch Harry Kane fiel erst in der Nachspielzeit. Der Alte Dame reichte ein goldenes Tor von Luca Schuler für den nächsten Dreier. Lauterns Treffer in der Nachspielzeit fand wegen der Hilfsmittel keine Anerkennung. Vielleicht profitieren demnächst die Baumgart-Schützlinge dann zu ihren Gunsten.
Das Datum hätte wohl besser nicht passen können. Der 9. November ist ein Schicksalstag in der neueren deutschen Geschichte, Ausrufung der ersten Republik, gescheiterter Hitlerputsch, Reichspogromnacht und zuletzt der Fall der Berliner Mauer. Der 9. November 1989 fiel auf einen Donnerstag, 36 Jahre später verzeichnete der Kalender einen Sonntag. Im Berliner Olympiastadion wurde das erste reguläre Spiel der National Football League ausgetragen. Die Indianapolis Colts trafen auf die Atlanta Falcons. Vor dem Spielbeginn wurden alle Stadionbesucher Teil einer Choreo. Jeder hielt ein Plastikteil in die Höhe oder wedelte mit einem Winkelement, so sah der TV-Zuschauer die amerikanischen und deutschen Farben, mittendrin das Logo der NFL, der wohl reichsten Sportliga der Welt.
Vier Stunden vor dem offiziellen Spielbeginn um 15:30 Uhr setzte sich ein bunter Haufen von Fans dieser Sportart in Bewegung. Teilweise wirkte das Ganze wie ein lebendes Merchandise Museum von Vereinen der NFL. Die Stadiontore öffneten vor dem angekündigten Einlassbeginn. Probleme waren nicht zu erwarten und das hatte einen einfachen Grund, hier mussten keinen Fangruppen isoliert werden oder Ultras extra überwacht werden. Die anwesende Polizei konnte sich auf allgemeine Sicherheitsaufgaben konzentrieren und hatte einen Infostand für Interessenten für den Polizeiberuf errichtet.
Nach dem Passieren der Sicherheitsschleusen und mehrmaligen Vorzeigen der astronomisch teuren Tickets (zwischen 83 und 375 EUR), die nur auf einem Smartphone geladen werden konnten, wurde die Zeit bis zum Spielbeginn nicht lang. Unzählige Stände mit Essen, Aktivitäten und Merchandise luden zum gucken oder kaufen ein. Die Preise waren den Tickets angemessen, für ein Bier von Anheuser-Busch war ein Literpreis von stolzen 16 EUR fällig. Wer etwas Hunger bekam, musste für Currywurst 14 EUR abdrücken. Bezahlt werden konnte nur bargeldlos, per EC- oder Kreditkarte, selbst die mobilen Bierverkäufer hatten ein Kartenlesegerät in der Hosentasche.
Beim sportlichen Teil kamen die Anhänger dieses Spieles voll auf ihre Kosten. Es war spannend und erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung zugunsten der Colts aus Indianapolis. Nach der regulären Spielzeit stand es 25 zu 25. Ein Touchdown brachte die Entscheidung, so gewannen die Colts ihr Heimspiel in Berlin mit 31:25. Das Stadion leerte sich etwas langsamer. Viele wollten einfach die Atmosphäre noch ein bisschen länger genießen. Diese perfekte Mischung aus Sport und Show, das macht der NFL wohl keiner nach.
Berlin hat einiges investiert, um dieses Event möglich zu machen. So mussten neue Duschen eingebaut und die Mannschaftskabinen vergrößert werden. In einem Spieltagskader stehen 50 Aktive und hinzukommen ca.100 Offizielle, Trainer und medizinisches Personal. Es ist halt alles etwas größer in Übersee. Aus Sicht der Fans darf gerne eine Wiederholung folgen. Berlin hat alles dafür getan, in den Jahren 2027 und 2029 soll es wieder so weit sein.
In einem der beiden Hauptstadtduelle in der NOFV-Oberliga Nord gab es am Sonntag (9. November 2025) keinen Sieger. Dabei hätten beide Mannschaften aus dem unteren Drittel der Tabelle einen Sieg unbedingt nötig gehabt. Das 1:1 (1:0) im Kellerduell nutzt eher den Gästen vom Berliner Athletik Klub (BAK), während SD Croatia mit neuem Trainer Mario Jurcevic weiterhin auf dem vorletzten Platz die Stellung hält; knapp vor dem einstigen Drittligisten FC Viktoria 89.
Croatias neuer Coach Mario Jurcevic
Dass das Team vom Friedrich-Ebert-Stadion nach zwölf Partien die wenigsten Treffer von allen (14) erzielt hat, war der Elf durchgängig anzumerken. Großchancen durch Marouan Zghal und Kapitän sowie Croatia-Urgestein Amirreza Ohadi konnten nicht verwertet werden. BAK-Sturmspitze Ali Keles glich zwar die Führung Croatias durch Mehmet Uzuner zu Beginn der zweiten Hälfte aus, doch auch er brachte seine Mitspieler nach haarsträubend fahrlässig vergebenen Möglichkeiten zur Verzweiflung. Kurz nach Keles´ Tor (50.) waren die Gäste plötzlich nur noch zu zehn auf dem Feld. Der bereits verwarnte Oskar Wardau kickte den Ball weit nach der Unterbrechung des guten Unparteiischen Michael Bernowitz noch dreißig Meter weg. Die Folge: Gelb-Rot und beinahe eine Halbzeit mit neun Feldspielern. Läuferisch war das für die etwas reifer auftretenden Athleten kein Nachteil, denn die Hausherren waren zu behäbig – und ohne ligataugliche Mittel, den Vorteil auszunutzen.
Einsamer BAK-Anhänger mit Trommel.
Fazit: Diese zwei von neun Berliner Oberligisten in der Liga zeigten eine wenig aufmunternde Leistung. Besonders Oberliga-Neuling Croatia wird es nicht leicht haben, die Klasse zu halten. Allerdings fehlten im großen Kader der SD mehrere wichtige Spieler aus unterschiedlichen Gründen. Bis zum Beginn der Rückserie vom 5.- 7. Dezember 2025 (16. Spieltag) könnte sich bei vier ausstehenden Begegnungen in diesem Jahr noch mancher Punkt ergeben. Schließlich sind es vom 15. bis zum 11. Tabellenrang zurzeit gerade sechs Punkte Differenz. Am kommenden Wochenende geht es für beide Teams im Achtelfinale des Berliner Landespokals weiter. BAK tritt am Samstag beim FC Internationale (Spitzenreiter der Landesliga 1. Abt.) an. Croatia empfängt am Sonntag NOFV-Oberliga-Primus SV Tasmania. Am dritten Spieltag der Liga hatte sich Tasmania mit 5:2 durchgesetzt. Im Pokal seien den Akteuren ein wenig mehr an Zuschauern als die unter 70 zahlenden Besucher am Erinnerungstag des Mauerfalls gegönnt.
Erzielte den Führungstreffer für Croatia_Mehmet Uzuner (Mitte)
Den spannendsten Moment des Abends erlebten die 3.800 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle kurz nach Spielende. Die Auslosung der Viertelfinalpartien im DHB-Pokal. Die Füchse wurden dabei erneut mit einem Heimspiel beglückt. Der Gegner kurz vor Weihnachten wird der Titelverteidiger sein, der THW Kiel. Ein anderes Kaliber, als es das Team aus Eisenach war.
Vom Anwurf an präsentierten sich die Gastgeber hellwach und fokussiert. Tobias Grøndahl eröffnete den Torreigen, dem die Füchse innerhalb kürzester Zeit weitere Treffer folgen ließen. Erst nach acht Minuten beim Stand von 6:0 erzielten die Thüringer ihren ersten Treffer. Das Spielgeschehen blieb auch danach einseitig. Der Vorsprung der Berliner wuchs kontinuierlich an und erreichten zur Pause die 10er Marke – 22:12/30.
Die Gäste vom Fuße der Wartburg zeigten sich allerdings in keiner bundesligareifen Verfassung, was speziell ihre Wurfleistungen betraf. Die Füchse ließen auch im Angesicht des deutlichen Vorsprungs nicht eine Sekunde in ihrer Spielfreude nach, was Trainer Nicolej Krickau erfreute. „Unsere Reaktion nach der HSV-Niederlage war gut. Ich war sehr zufrieden mit unserem Fokus, den wir von Anfang an hatten“. So konnte er in der Endphase junge Spieler in großer Zahl einsetzen. Mit Max Günther, Lauro Pichiri, Tim Schröder und Gabriel Kofler standen vier Spieler aus dem Nachwuchs bzw. der zweiten Mannschaft auf der Platte und beteiligten sich auch am Torfestival, das mit einem 16-Tore-Vorsprung beim 38:22 ein umjubeltes Ende fand. Am Sonntag, 9. November 2025 geht es für die Mannschaft mit dem Spiel in Leipzig in der Bundesliga weiter.
Für die Füchse erfolgreich: Darj (1), Andersson (4), Grøndahl (6), Gidsel (6), Freihöfer (4/2), Pichiri (3/1), Langhoff (3), av Teigum (4), Günther, Gabriel Kofler (2), Schröder (2), Marsenić (3).
Ein Webinar des VDS fasste neue Erkenntnisse zusammen
Täve Schur, das DDR-Radfahrer-Idol, bleibt weiterhin kein geeigneter Kandidat für die Liste in der Hall of Fame (HoF) des deutschen Sports. Diese war von der Stiftung Deutsche Sporthilfe 2006 initiiert worden. Für eine solche Wissensvermittlung hätte es kein Webinar des Verbandes der Sportjournalisten (VDS) gebraucht. Schließlich sind bereits zwei Versuche – mit sportlich guten Gründen für eine Aufnahme der Radsport-Ikone – gescheitert. Für eine der Anmerkungen dieses einstündigen Online-Seminars Anfang November war seine Person aber eine geeignete Anschauung, welche Kriterien zukünftig wahrscheinlich gelten sollen.
Die Sporthilfe als Initiatorin der HoF hatte bereits Mitte September 2025 die Ergebnisse einer Expertenkommission vorgestellt. Da ging es in erster Linie um die Aufarbeitung und eine Diskussion, die die Historiker und andere Fachleute zu Mitgliedern aus der NS-Zeit geführt hatten. Damaliges Ergebnis nach kontroverser Einschätzung: Es soll keinen Ausschluss von Mitgliedern, die bereits in der Ehrenliste aufgeführt worden sind, geben. „Wenn man diese Personen aus der HoF ausschließt, würde das wie ein Purgatorium (Fegefeuer oder Läuterungsort, Anm. d. Verf.) wirken, bei dem der deutsche Sport sich im Nachhinein selbst reinigt und das politisch Verstrickte von sich abkapselt“, heißt es in der Stellungnahme der fünfköpfigen Kommission. Vielmehr seien durch Offenlegung und Kommentierung die Personen transparenter darzustellen.
Max Hartung, Sprecher des Sporthilfe-Vorstandes, fand im Webinar des VDS ähnliche Worte wie auf der Webseite des Verbandes: „Ich musste mich selbst erst in ein Thema einarbeiten, das nicht unbedingt als Spezialdisziplin vorhanden war…nun hilft die getätigte Arbeit der Kommission… die Botschaft der HoF und ihre Werte zu bewahren.“
Die Diskussion war nach einem Hinweis des Historikers und Filmemachers Armin Jäger ins Rollen gekommen. Sein Hinweis auf ungenügende Art und Weise der Darstellungen von einigen Mitglieder-Biografien weckte daraufhin so manchen. Ein Auftrag an den Historiker Erik Eggers, Dokumente und zugängliche Quellen zu sichten, folgte. Der sprach davon, dass die Hürden beim Sichten („im Maschinenraum des Historikers“) erstaunlich schnell übersprungen werden konnten. Ginge es nach ihm, hätte zum Beispiel die Reitlegende Hans-Günter Winkler (+2018) keine Aufnahme verdient. Das hätten seine Recherchen zur NS-Zeit zweifelsfrei belegt.
Die Träger Deutscher Olympischer Sportbund, Sporthilfe und VDS wollen die Erkenntnisse nutzen, um nun auch das aktuelle Leitbild der HoF zu überprüfen. Die virtuelle Ruhmeshalle mit im Moment 131 Persönlichkeiten wird in Zukunft vermutlich nicht so rasch mit neuen Mitgliedern ergänzt werden. Die Erfüllung von sportlichen Kriterien allein ist nicht ausreichend. Die diffizile Betrachtung der Vergangenheit ist für VDS-Vorstand André Keil ein Grund, sich ein wenig zurückzulehnen: „Wo gibt es das sonst in der Welt, nicht nur NS-Vergangenheit zu prüfen, sondern auch nach Staatsdoping in beiden deutschen Staaten zu fragen?“, merkte er an. Man sei froh über die Leitlinien, die immer angepasst werden müssten.
Täve Schur habe sich nie von früheren Äußerungen und Verhalten distanziert. Ähnlich sei der Fall auch bei einer Spitzensportlerin wie Kristin Otto, der bisher erfolgreichsten deutschen Schwimmerin, gelagert. Hier stehen die nicht ausreichend kommentierten Dopingvorwürfe und überhaupt neuzeitliche Stellungnahmen dazu weiterhin aus. Die Leitlinien für eine Auswahl in die HoF gelten seit 2017. Welche angepassten Leitlinien ab wann demnächst auf der Liste stehen sollen, ist noch nicht konkret ausgemacht. Die Gründung der Ehrenhalle habe Geburtsfehler gehabt, Nominierungen waren nicht gut nachzuvollziehen. So hieß es einvernehmlich beim Webinar des VDS. Eggers: „Es war leichtfertig, das Thema so anzugehen.“
Aktuell sind es, durch sechs Neuaufnahmen am 6. November 2025, nun 137 Persönlichkeiten des Sports in der Hall of Fame.
Greta Blunck (Hockey) / Kathrin Boron (Rudern) / Britta Heidemann (Fechten) / Philipp Lahm (Fußball) / Dirk Nowitzki (Basketball) / Maria Riesch (Ski Alpin)
Yasin Baki vom Tabellenführer musste die Zähne zusammenbeißen. Der Torwart der Zweitvertretung des kürzlich von BSV Al-Dersimspor in BSV Dersim 1993 umbenannten Vereins holte sich kurz vor dem Abpfiff eine schwere Muskelverletzung. Seinen Kasten konnten die Vorderleute aber in der Nachspielzeit mit vereinten Kräften sauber halten. Es blieb beim 1:1.
Max Kruse nach seinem Ausgleichstreffer
In diesem Topspiel der Berliner Bezirksliga (Staffel 3) zwischen dem Verfolger SV Adler und Dersimspor 1993 II gab es am ersten Novembersonntag (1.11.2025) keinen Sieger. Eine Wiedergutmachung für das unerwartete 1:4 der vorletzten Woche – bei TuS Makkabi II – war das leistungsgerechte Unentschieden für den Tabellenführer vom Anhalter Bahnhof dagegen schon. Die Präsenz und Schusstechnik von Max Kruse, ihrem Kapitän und Ex-Nationalspieler, aber auch die stabile Leistung aller Akteure bei Freund und Feind gaben nach Abpfiff zwar auf keiner Seite zu besonders großem Jubel Anlass. Nach diesem 1:1 bleibt der in den Fußball-Foren immer noch Al-Dersimspor genannte Klub vom Lilli-Henoch-Sportplatz mit seiner zweiten Mannschaft nun weiter auf Tabellenplatz eins. Der Rollentausch war dem Herausforderer SV Adler nicht gelungen.
Schiedsrichter Andreas Meyer hat die Partie gut im Griff
Etwa 170 Zuschauer wohnten der Spitzenpartie bei freiem Eintritt bei. Ein Rätsel, warum nicht wie anderswo – zum Beispiel bei den Partien des Influencer-Klubs Delay Sports in der anderen Bezirksliga-Staffel – kassiert wird. Einen so hohen Unterhaltungswert wie bei dieser Begegnung auf dem Platz an der Körtingstraße in Mariendorf erlebt man auch in der Berlin-Liga eher selten. Neben Kapitän Kruse, der im ersten Abschnitt mit einem Volleyschuss sehenswert die Latte des Adler-Tores traf, gefiel auf Seiten Dersims Torwart Baki. Nur einmal war er in der ersten Hälfte ohne Chance: doch der ebenfalls sensationell gut agierende Unparteiische Andreas Meyer entschied auf Abseits. Bei den lautstarken Anhängern der Heimelf kam dieser Pfiff natürlich nicht gut an.
Dersim Torwart Yasin Baki hat trotz schwerer Verletzung noch Redebedarf
Die bereits im ersten Abschnitt ständig drängenden Hausherren kamen kaum zehn Minuten nach Wiederanpfiff zum nicht unerwarteten Führungstreffer durch ihren beweglichsten Angreifer. Der Mann mit dem brasilianisch anmutenden Namen Julio Cesar Yugar Koelle hämmerte die Kugel im zweiten Anlauf unter die Latte. Diesmal ohne Chance für Keeper Baki. Im Verlauf standen Pfosten und Latte bei beiden Teams weiterem Torjubel im Weg. Mehr Großchancen als beim selbst erarbeiteten Heber zum Ausgleichstreffer (60.) durch den Standardspezialisten Kruse gab es für ihn nur wenige. Doch völlig allein vor dem Tor vergab einer der eingewechselten Dersim-Stürmer in der Endphase der Partie aus acht Metern noch zentral vor dem Tor.
Spielführer Jonas Dorn von SV Adler lässt sich nach der Partie feiern
Für Torwart Baki ein zu teuer bezahlter Punkt im Spitzenspiel. Dem Team von Trainer Tarik Karaduman wird er nun vermutlich wochenlang fehlen. Ob sein Ausfall in den nächsten Partien dieses Jahres eine erhebliche Schwächung des Teams um Ex-Nationalspieler Max Kruse mit sich bringen wird, bleibt abzuwarten.
EHC Eisbären Berlin – Bremerhaven Pinguins 1:4 (0:2/1:1/0:1)
Die Gäste von der Nordsee brachten etwas überraschend einen guten Bekannten mit nach Berlin. Julius Hudacek stand im Tor, im ersten Saisonspiel hatte er für den DEL-Aufsteiger aus Dresden alles getan, um die Puckeinschläge zu verhindern. In der Finalserie der vergangenen Saison halfen seine Künste den Kölnern nichts. Er wurde gleich richtig warm, in der Anfangsphase des Spiels mussten sich die Pinguins zweimal eines Powerplays der Eisbären erwehren. Mit ihrem ersten Torschuss gingen die Gäste in Führung. Rayan Bettahar konnte mit einem für Jake Hildebrand verdeckten Schuss, die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung erzielen. Anschließend wurden sie mutiger, die Akteure vor Hudacek. Ein Powerplay kurz vor der Drittelpause besorgte das 0:2 aus Eisbärensicht. Alexander Friesen zog flach vor der blauen Linie ab und es schlug wieder ein.
Im Mittelabschnitt waren die Eisbären bemüht, es schlichen sich zu viele Ungenauigkeiten in das Angriffsspiel ein. Zudem agierten die Spieler mit dem Pinguin auf der Brust sehr flexibel in der Abwehr. Sie verteidigten zeitweise bereits in der neutralen Zone. In der 35. Minute hatten sie damit Erfolg, Puckverlust, dadurch Überzahl für den Gegner und der Rückstand vergrößerte sich auf drei Gegentore. Nicolas Krämmer vollendete den Konter. In der 37. Minute brach Blaine Byron endlich den Torbann der Eisbären.
Come back Qualitäten hatten die Eisbären in dieser Saison bereits nachgewiesen, in diesem Spiel blieb es beim bloßen wollen. Die Mannschaft von Alexander Sulzer verteidigte diszipliniert und den Rest erledigte Hudacek, der schon lange nicht mehr die Uber-Arena als Sieger verlassen durfte. Die Eisbären bemühten sich vergeblich, dafür machte Bennet Roßmy in der 57. Minute endgültig den Deckel drauf und stellte den Endstand von 1:4 aus Sicht der Eisbären her. Der Tank bei den Eisbären war leer, die Spiele mit kurzer Bank hatten ihren Tribut gefordert. Die jetzt anstehende Pause von zwei Wochen kommt gerade recht, um neue Kraft zu sammeln. Die Spieler der Eisbären, bis auf Markus Vikingstad, haben jetzt eine Woche Urlaub.
Nach einer Niederlage wird zum Abgesang, als Trost die Friedrichshain Hymne der Wallerts gespielt, bleibt zu hoffen, dass sie zum nächsten Heimspiel am 16. November 2025 nicht erklingen muss. Hast du gestern noch in dein Kissen geweint. Lachst du heute schon im Friedrichshain.
Die Sparkassen-Arena in Hildesheim bleibt ein gutes Pflaster für die BR Volleys. Wie schon vor drei Wochen beim Ligacup zeigten die Berliner in Niedersachsen eine sehr gute Leistung und gewannen mit 3:0 (25:20, 25:20, 25:18) bei den Helios Grizzlys Giesen. Aufschlag, Block und Feld-Abwehr – bei den Hauptstädtern um MVP Nolan Flexen stimmte am Samstagabend (01.11.2025) vieles.
Mit einer erfolgreichen In-out-Challenge eröffnete Joel Banks den Volleyballabend in Hildesheim vor 2.470 Zuschauern (0:1). Aber im ersten Bruderduell der beiden Zuspieler Fedor und Ilja Ivanov erwischte der jüngere Bruder von den Grizzlys den besseren Start. Nach Ass des Polen Borkowski (3:5) und Punkt von Ilja Ivanov selbst lief der Rekordmeister den Hausherren zunächst hinterher (5:7). Jedoch knüpften die Berliner zügig an die gute Aufschlagleistung aus dem 3:0-Heimsieg gegen Warnemünde an. Die drei Amerikaner Jake Hanes (11:10), Matthew Knigge (14:12) und Nolan Flexen (19:14) servierten allesamt Asse. Mit der komfortablen Führung im Rücken setzte Fedor Ivanov alle seine fünf Angreifer gekonnt ein und als Satz eins gewonnen war, hatten die Berliner starke fünf Asse auf dem Statistikbogen (25:20).
Im zweiten Durchgang schraubten die BR Volleys auch noch ihre Blockpräsenz hoch. Moritz Reichert griff sich den Versuch von Ilja Ivanov (5:4), wenig später packten Flexen und Nehemiah Mote gegen Außenangreifer Gonzalez zu (10:7). Insgesamt leistete sich der Deutsche Meister weniger Fehler als die Gastgeber und so hatte man auch diesen Spielabschnitt unter Kontrolle (16:11). Der auffällige Mote packte noch einen Block obendrauf (18:12) und Ivanov spielte an alter Wirkungsstätte stark auf. Aufseiten der Gastgeber war Migge der Beste, aber die beiden Berliner Außenangreifer standen dem Schweizer in nichts nach. So machte Flexen mit seinem neunten Punkt den Haken hinter Satz zwei (25:20).
Der 23-Jährige mauserte sich zum Berliner Punktesammler Nr. 1, weil er die sich bietenden Breakchancen im dritten Satz sofort wieder eiskalt nutzte (7:4). Nachdem die Berliner Fans reichlich Grund zum Jubeln hatten (11:6), konnten die Grizzlys ihren Hexenkessel noch einmal kurzzeitig zum Kochen bringen (13:12). Die Einwechslungen von Rura und Ramos hatten frischen Wind gebracht, doch die Männer in Orange fanden ihre Souveränität wieder und kühlten die Atmosphäre runter. Knigge servierte herausragend, als die BR Volleys die Vorentscheidung im Match herbeiführen konnten (18:12). Auch der Aufschlagjoker Arthur Wehner stach (22:16) und nach 90 Minuten war der Auswärtssieg in trockenen Tüchern. Ivanov stopfte den zweiten Ball zum Matchgewinn ins Feld seines Ex-Vereins (25:18). Waren es im ersten Satz fünf Asse und im zweiten fünf Blocks, stach zum Abschluss wieder die Aufschlagleistung mit fünf Assen hervor. Insgesamt drei davon verbuchte der Topscorer und MVP Nolan Flexen. Vor dem US-Boy und seinem Team liegt nun eine ganze Trainingswoche bis zum Pokalspiel beim TSV Herrsching II am nächsten Wochenende.
Stimmen zum Spiel Fedor Ivanov: „Es war ein spezielles Match für mich, weil ich mich taktisch auf meinen Bruder vorbereiten musste. Mit so vielen bekannten Gesichtern um mich herum hatte es ein bisschen Heimspielcharakter und dann war es seltsam, als ich mich auf der anderen Seite warmgemacht habe. Insgesamt war es aber eine schöne Erfahrung und als das Spiel losging, war das auch vergessen. Ich bin glücklich, wie wir hier als Mannschaft aufgetreten sind und unsere Leistung abgerufen haben.“
Joel Banks: „Das war ein sehr schöner 3:0-Erfolg vor toller Kulisse und mit der starken Unterstützung unserer Auswärtsfans. Wir haben ein gutes Match gespielt und vor allem im Aufschlag und Angriff dominiert. Das waren unsere zwei Waffen heute. Wir haben ein Team in guter Form sehr solide in Schach gehalten und nehmen diese drei Punkte gern mit. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaftsleistung.“
BR Volleys Formation Moritz Reichert + Nolan Flexen (AA), Matthew Knigge + Nehemiah Mote (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Arthur Wehner
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 n.V. (1:2/0:1/2:0/1:0)
Das erste Aufeinandertreffen der Kontrahenten in der aktuellen Saison fand am 19. September in Mannheim statt. Die besonderen Vorkommnisse dieses Spiels sind bekannt, eine klare Niederlage und eine Lawine an Strafminuten, insgesamt waren es 73. Hinzu kam eine deutliche Niederlage für die Eisbären. Es liegt seit Jahren eine besondere Brisanz über den Spielen Adler gegen Eisbären und aktuell knistert es besonders. Eine Hoffnung begleitete das Eröffnungsbully, möge alles fair im Rahmen der Regeln des Eishockeys ausgetragen werden.
Bis zum ersten Powerbreak hatten die Zuschauer in der Uber-Arena bereits drei Tore gesehen, verteilt zugunsten der Gäste. Nach nur 35 Sekunden schlug es ein hinter Jake Hildebrand. Er konnte den Puck fangen, so landete er vor dem Schläger von Lukas Kälble, der aus kurzer Distanz einschieben konnte. Fast wäre im Gegenzug den Eisbären der Ausgleich gelungen, der Puck ging an den Pfosten. Grund zum Jubel dann endlich in der 10. Minute, als Markus Vikingstad erfolgreich war. Die Freude währte nicht lange, nur eine Minute später krachte der Puck an das hintere Torgestänge und das war Gegentor Nummer Zwei. Max Penkin hatte zum Schuss ausgeholt. Beide hatten ein Powerplay und konnten daraus kein Kapital schlagen. Das Anfangsdrittel ging an die Adler, die mit hohem Tempo das besser strukturierte Eishockey boten.
Eine Steigerung der Eisbären war nötig für ein positives Ende und sie kämpften, verstärkten ihre Angriffsbemühungen, die Anfangsphase des Mittelabschnitts gehörte ihnen. In der 19. Minute musste Jean-Sebastian Dea auf die Strafbank. Drei Sekunden vor Ablauf der Unterzahl war es doch geschehen, Antony Greco traf zum 3:1. Den Beobachter des Spiels beschlich die leise Ahnung nach einer Vorentscheidung für dieses Spiel. Eine Riesenchance ließen die Eisbären liegen und trafen nach einem Abwehrfehler der Adler nur den Pfosten. Der Unglücksrabe war Freddi Tiffels. Auch ein Powerplay konnten sie nicht nutzen.
Im Schlussabschnitt versuchten die Eisbären alles, die Begegnung nochmals spannend zu machen. Ihre Angriffsbemühungen wurden in der 48. Minute belohnt. Einen schönen Angriffszug schloss Leonard Pföderl mit dem Anschlusstreffer zum 2:3 ab.
Es gelang den Eisbären nur zwei Minuten später der Ausgleichstreffer. Es war eine Einzelleistung vom Vikinstad. Puckeroberung in der neutralen Zone und dann zwei Verteidiger und den Goalie düpiert und es stand pari. Dann kam es wie es kommen musste, Eric Mik und der Mannheimer Greco lieferten sich einen beherzten Faustkampf, den der Eisbär gewann.
Die Schlussminuten ließen den Blutdruck der anwesenden Fans in ungesunde Höhen schießen. Wer setzt den lucky punch? Beide Torhüter hatten einiges zu tun. Die Halle stand und wollte den Puck ins Tor brüllen. Es blieb beim 3:3 nach der regulären Spielzeit.
Die Eisbären hatten ein bemerkenswertes Schlussdrittel geboten. Es sind eben die Eisbären, die sich nicht so schnell von der Scholle schubsen lassen. Das Glück blieb ihnen bis zum Schluss hold. Bei 3:10 blieb die Spieluhr stehen. Erst scheiterten die Mannheimer knapp vor Jake Hildebrand und dann versenkte Ty Ronning den Puck im direkten Gegenzug. Es war ein denkwürdiger Eishockeyabend in Berlin.
Der Mannheimer Coach Dallas Eakins sah ein gutes Spiel seiner Mannschaft gegen einen starken Gegner. Bei dem Tor zum 3:3 Ausgleich haben wir unglücklich gewechselt. Die Verlängerung ist immer etwas Glücksache.
Der Eisbärentrainer Serge Aubin war mit dem ersten Drittel nicht zufrieden, da sind wir zu schüchtern aufgetreten. Mit zunehmender Spieldauer hat die Mannschaft besser in das Spiel gefunden, nach dem Rückstand Moral gezeigt und gut gekämpft. Wir konnten vor allem das Tempo hochfahren. Zudem hat unser Umschaltspiel besser funktioniert. Wir sind glücklich über die zwei Punkte.
Eisbärenstürmer Markus Vikinstad sorgte für das Tor des Tages, es hat das Zeug zum Tor der Saison. Während von den Eisbären kein deutscher Nationalspieler für den Deutschland-Cup von Harold Kreis nominiert wurde, Stichwort Belastungssteuerung, wird Eisbär Vikinstad zur norwegischen Nationalmannschaft reisen. Sein Urlaub wird etwas kürzer ausfallen.
Bis zur Pause wegen des Deutschland-Cups stehen allerdings noch zwei Spiele in der Liga aus. Am kommenden Freitag, 31. Oktober 2025, steht die Reise nach Schwenningen an und Sonntag, 2. November 2025, kommt es in der heimischen Arena zum Aufeinandertreffen mit Bremerhavener Penguins.
Spielort: Nationaler Sportkomplex Lia Manoliu, Belvedere Bukarest, Majoir Ion Coravu 34-36
Spielbeginn: 19:00 Uhr
Die Wasserfreunde Spandau 04 sind am Donnerstagabend im Euro Cup, beim rumänischen Vizemeister Steaua (was übersetzt „Stern“ heißt) Bukarest gefordert. Beide Teams sollten am 2. Spieltag der Vierergruppe D bereits punkten, wollen sie ihre Chancen auf die Top-Position der bis zum 12. Februar währenden Runde wahren. Nur dann wäre ihr Einzug in die Playoffs garantiert. Die Auftaktpartien beider Mannschaften, VK Sabac (Srb) – Steaua Bukarest (9:11) und Wfr Spandau – RN Savona (15:16) wurden knapp verloren.
Bukarest ist wasserballhistorisch ein willkommener Gegner für die Berliner, denn in den bisherigen vier internationalen Begegnungen in der Champions League 2017/18 und 2021/22 hat der deutsche Rekordmeister alle vier Duelle für sich entschieden. Einmal deutlich mit 16:5 (22.05.2022) und dreimal knapp mit 10:8 (15.12.2021), 11:9 (28.02.2018) und 6:5 (13.01.2018). Wobei der letzte Erfolg in Bukarest genau mit der Schlusssirene ausgerechnet durch Spandaus damaligen Spieler Tiberiu Negrean, ein rumänischer Staatsbürger, zustande kam.
Auf beiden Seiten stehen nur noch wenige Akteure aus den Teams der Saison 2017/18 in den heutigen Aufgeboten. Bei Steaua ist es Torwart Eduard-Mihai Dragusin (41), bei Spandau sind es Keeper Laszlo Baksa (39) und Marko Stamm (37). Doch nicht zu vergessen ist das Duo, das zwar nicht mehr „im“, sondern „am“ Becken eine Hauptrolle spielt: Marin Restovic als Neu-Trainer bei Spandau und Djordje Filipovic als Dauer-Coach bei Steaua.
Die Wasserfreunde Spandau 04 gehen mit einem jungen, auf internationaler Bühne weniger erfahrenen Team in Bukarest an den Start. Bukarest spielt mit vielen Spielern aus der aktuellen Nationalmannschaft, die sich bereits international beweisen konnten. Die Berliner werden hoch motiviert ins Spiel gehen. Bis zum Spielende bleibt die Frage nach dem aktuellen Kräfteverhältnis beider Teams spannend. Erst dann wissen beide, wie sich der weitere Verlauf des Euro Cups für sie entwickelt.