Nicht nur Mehmet Uzuner, der mit sehenswertem Heber für den ersten Treffer sorgte, alle Spieler des S. D. Croatia hatten ihren Anteil am 2:1-Sieg gegen Tennis Borussia. Vor dem NOFV-Oberliga-Duell der beiden Hauptstadtteams am Sonntag war die berechtigte Frage: Kann überhaupt im Friedrich-Ebert-Stadion gespielt werden? Nach den vereinzelten Absagen wegen Glätte der Vortage – in verschiedenen Klassen Berlins und in anderen Regionen – kam den Verantwortlichen zunächst einer der beiden Kunstrasenplätze in den Sinn. Es blieb aber bei der Ansetzung auf dem durchaus bespielbaren Rasen.

Aufsteiger Croatia benötigte dringend einen weiteren Sieg, um nicht ebenso verzweifelt die hinteren Ränge zu zieren wie Traditionsklub FC Viktoria. Die „Veilchen“ hätten sich mit einem Sieg und drei Punkten sogar vor TuS Makkabi und Eintracht Mahlsdorf einordnen können (auf Rang drei). Bis auf wenige Phasen in Hälfte zwei dominierten die Hausherren das Spiel. Das 2:0 sieben Minuten vor Schluss durch Süleyman Durmus schien wie die Entscheidung. Die meisten TeBe-Anhänger wurden noch einmal laut, als kurz vor der Nachspielzeit doch noch das 2:1 fiel. Dem Anschlusstreffer von Tarek Iraki hatten die Lila-Weißen an diesem Tag aber nichts mehr hinzuzufügen. Croatia konnte jubeln. Die Vorstellung der Tennis Borussen war trotz geringer Steigerung im zweiten Abschnitt einfach zu blutleer. Vergeblich forderte TeBes Coach Umberto Weich seine Elf auf, „Fußball“ zu spielen. Ex-Croatia-Trainer Ayhan Bilek, der sich vor einigen Wochen selbst verabschiedet hatte, konstatierte: „Jetzt erst sind einige Spieler richtig fit und motiviert. Für diejenigen, die ich vor Saisonbeginn und nach dem Aufstieg noch zu Croatia locken konnte, freue ich mich besonders über die Steigerung.“


Fazit: Der Tabellenvorletzte S. D. Croatia hat sich in der Position nicht verbessert. Die Hoffnung auf Zählbares, ist nach diesem Dreier auch in den nächsten Partien durchaus berechtigt. Berliner AK und Dynamo Schwerin sind nur drei bzw. fünf Punkte vor – allerdings mit einem Spiel weniger. Croatia bleibt nach dreizehn Partien das Team mit den wenigsten erzielten Treffern (16). Tennis Borussia nutzte am dreizehnten Spieltag seine vermeintlich gute Chance zum Angriff auf die vorderen Plätze nicht. In einer Begegnung ohne große Probleme zeigte der Unparteiische Nicholas Köhler (Dresden) eine gute Leistung.
Text und Fotos: Frank Toebs












