Berliner Profifußball mit mauem Wochenende

Es war der 13. Spieltag und vielleicht lag es an dieser Zahl, dass den beiden Bundesligisten ein fast identisches Schicksal widerfuhr. Ein spätes, sogar sehr spätes Gegentor, Hertha ging so der Sieg durch die Lappen, während den Eisernen der Auswärtspunkt entglitt. Solange nicht abgepfiffen ist, können halt Tore fallen.

Hertha quälte sich, bei nasskaltem Wetter vor 14.523 Zuschauern in der Riesenschüssel im Olympiastadion gegen Augsburg. Es wäre ein glücklicher Sieg geworden. Zecke Neuendorf verlor nach dem Schlusspfiff die Nerven und attackierte verbal den vierten Offiziellen und sah dafür die Rote Karte. Es läuft einfach nicht bei der „Alten Dame“. Einziger Lichtblick war Marco Richter, der einen Abwehrschnitzer der Augsburger zur Führung nutzte. Ein weiters Hertha-Tor fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung.

Hochklassige Auftritte sind auch vom Rivalen aus Köpenick nicht zu erwarten. Sie spielen, was sie können, was der Kader eben hergibt. So ist man für fast jeden Gegner ekelig und sammelt fleißig Punkte. Das klappt halt nicht immer. So wurde in Frankfurt mit 1:2 verloren. Ein Elfmeter, sicher verwandelt von Max Kruse zum 1:1, reichte nicht.

Erwähnen wir noch kurz das dritte Berliner Profiteam. Viktoria verlor beim 1. FC Saarbrücken mit 0:2. Sie erwischten den besseren Start, trafen leider das Tor nicht und wurden durch zwei späte Gegentore bestraft. Viktoria muss aufpassen, jetzt nicht sacht nach hinten durchgereicht zu werden. Das letzte Heimspiel in Jahr 2021, am kommenden Samstag, 4.12. im Jahnsportpark gegen Türkgücü München.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren am 1. Advent

Die Partie zwischen Berlin und Nürnberg war der Abschluss des 26. Spieltages in der DEL. Aufgrund der gestiegenen Inzidenz-Zahlen in der Corona-Pandemie musste in der MB-Arena wieder durchgehend eine Maske getragen werden.

Das Anfangsdrittel bot einige Torszenen, ein Treffer fiel nicht. Die Gäste aus Nürnberg konnten zwei Überzahlsituationen nicht nutzen. Es sah gefällig aus, es fehlte schlicht der letzte Zug zum Tor. Die Eisbären hatten ähnliche Probleme. Der Puck zappelte in der 26. Minute im Eisbären-Tor. Es zählte nicht, bei der Schussabgabe durch Nürnbergs Daniel Schmölz war Mathias Niederberger regelwidrig behindert worden. Schmölz hatte in der 33. Minute mehr Glück, sein abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor und jetzt rannten die Eisbären einem Rückstand hinterher. Wenn es dir nicht gelingt ein Tor zu schießen, macht es halt der Gegner. Das 0:2 aus Sicht der Eisbären fiel in der 38. Minute durch Gregor MacLeod. Postwend schlugen die Eisbären durch Mark Zengerle zurück. Das Mitteldrittel mussten die Eisbären in Unterzahl beenden. Marcel Noebels musste wegen eines Stockchecks in die Kühlbox.

Das Schlußdrittel begann mit 23 Sekunden Überzahl für die Gäste. Die Nürnberger beförderten in der 42. Minute den Puck ins Tor und die Eisbären hatten erneut den Videobeweis auf ihrer Seite. Es war eine aktive Kickbewegung, die den Puck ins Tor beförderte und das ist im Eishockey nicht erlaubt. Die Eisbären verstärkten ihre Bemühungen, eine Niederlage war nicht vorgesehen. Niklas Treutle, der erfahrene Goalie im Nürnberger hielt alles. Den Eisbären schwanden die Kräfte. Auf der Uhr waren noch 2 Minuten und 30 Sekunden effektiver Spielzeit, Nürnberg nahm eine Auszeit und die Eisbären ihren Goalie vom Eis. Ein empty-neter entschied das Spiel in der 58. Minute als Patrick Reimer die Gunst der Stunde nutzte. Die Eisbären verlieren mit 1:3.

Zur Pressekonferenz nach dem Spiel erschien Stefan Ustorf, der Sportdirektor der Nürnberg Ice Tigers. Er ist der Meinung, dass in Berlin die neun besten Stürmer der DEL spielen. Die Eisbären sind jederzeit in der Lage, Torchancen aus dem Nichts zu kreieren. Glücklicherweise ist ihnen das heute gegen uns nicht gelungen. Seine Mannschaft hat hart gearbeitet, was Serge Aubin von seiner Mannschaft auch sehen will.

Die Eisbären gingen leer aus, es wurde nur ein zwei Punkte Wochenende. Das Spiel in der MB-Arena sahen 5.614 Zuschauer.

Hans-Peter Becker

BBSC Berlin gegen Leverkusen

Wenn am Samstag, den 27. November 2021 um 18:00 Uhr in der Köpenicker Hämmerlinghalle das Spiel des BBSC gegen TSV Bayer Leverkusen angepfiffen wird, können sich die Berliner Fans auf nahezu erstklassigen Volleyball freuen. Leverkusen bestimmt schon viele Jahre das Niveau der 2. Liga. Welche Qualität die Gäste aus dem Rheinland auch in dieser Saison verkörpern, zeigt der Blick auf die aktuelle Tabelle: Leverkusen belegt mit doppelt so viel Siegen wie der BBSC erneut den 2. Platz. Seit Jahren stellt sich für den Verein auch die Frage, in welcher Liga er nach den Aufstiegsqualifikationen mit seiner Mannschaft antreten möchte.

Die Aufstiegsangebote der letzten Jahre hatte Leverkusen allerdings regelmäßig abgelehnt, zu groß war den Verantwortlichen der finanzielle Sprung in die 1. Bundesliga. Der Bayer-Konzern hatte die Förderung der Volleyballerinnen im Jahr 2009 deutlich reduziert. Lediglich in wenigen Spielen der Saison schwächelten die Rheinländerinnen – so ab dem 3. Satz im Pokalspiel gegen den BBSC vor 5 Wochen oder am vergangenen Wochenende gegen Lokalrivalen Köln, hier freilich ohne die beruflich verhinderte langjährig erstligaerfahrene Rebecca Schäperklaus.

Auch in dieser Saison verfügen die Rheinländerinnen über ein Team, das für die Liga Maßstäbe setzt. Mit Laura Broekstra (aus Emlichheim) oder der Niederländerin Laurine Finkesteijn (kam aus Belgien) sowie den erfolgreichen Beachern Sarah und Lena Overländer stehen Athletinnen auf dem Feld, von denen jede in der Lage ist, ein Spiel für ihr Team zu entscheiden. Insoweit hatte der Abgang der langjährigen Kapitänin Anna Hoja nach der letzten Saison keine negativen Auswirkungen. Trainerfuchs Tigin Yaglioglu wird seine Mannschaft für das Berliner Wochenende (am Sonntag geht es für die Gäste noch gegen den VC Olympia) gerade nach der Niederlage vom vergangenen Wochenende neu einstellen und heiß machen.

Für den BBSC geht es am Samstag darum, „einerseits an die Leistung des Teams im Pokalspiel gegen die Rheinländerinnen anzuknüpfen und andererseits weiter Spielpraxis und Spielsicherheit für die nachfolgenden Spiele in der 2. Liga zu trainieren“, wie Berlins Trainer Ole Schröter die Fahrtrichtung vorgibt. Immerhin geht es am Wochenende danach in Stralsund gegen den langjährigen Lieblingsrivalen, jetzt trainiert vom früheren BBSC-Coach Robert Hinz. „Die Favoritenstellung der Gäste aus Leverkusen ist anzuerkennen – wir wollen aber wie schon im Pokalspiel gegenhalten und kämpferisch unserem Publikum einen spannenden Kampf präsentieren. Immer wieder gilt es, sich in jedem einzelnen Spiel auch gegen nominell stärkere Teams in Position zu bringen und an den Aufgaben zu wachsen.“ Das BBSC-Team freut sich am Samstagabend unter 2G-Bedingungen (genesen oder geimpft) auf lautstarke Unterstützung von den Tribünen und einen spannenden Volleyballabend.

Quelle: BBSC Berlin/Burkhard Kroll

Yovel Zoosman zum Spiel gegen Maccabi Tel Aviv

Am Donnerstag, 25.11.2021 um 20.30 Uhr spielt ALBA BERLIN gegen Maccabi Tel Aviv. ALBA-Forward Yovel Zoosman begann seine Profikarriere 2017 bei Maccabi und war dort bis zum Sommer aktiv. Seit dieser Saison spielt er zusammen mit seinem Kumpel Tamir Blatt für Berlin. Jetzt geht es gegen seinen Heimatclub. Wie fühlt sich das an?

Yovel, Du hast sechs Jahre lang für Maccabi Tel Aviv gespielt. Worauf freust Du Dich am meisten, wenn ALBA jetzt gegen Dein altes Team antritt?

Das Ergebnis ist erstmal das Wichtigste. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Danach können wir dann über den ganzen anderen Kram reden. Natürlich habe ich viele Freunde in der anderen Mannschaft. Das macht das Ganze etwas merkwürdig, aber gleichzeitig extrem wichtig für mich.

Bist Du noch mit vielen Deiner alten Teamkollegen in Kontakt?

Ja, praktisch mit dem ganzen Team aus der letzten Saison. Ein paar Spieler haben mich auch schon gefragt, ob wir nach dem Spiel essen gehen.

Wie ist Maccabis Spielstil im Vergleich zu dem von ALBA?

Ich kenne ihren Coach, ich kenne ihr System. Für Maccabi ist es sehr wichtig, das physischere Team auf dem Platz zu sein. In Berlin spielen wir schneller und legen mehr Wert auf Ballbewegung.

Wie willst Du heute Deinen langjährigen Teamkollegen Scottie Wilbekin stoppen, der letzte Woche 37 Punkte gegen Monaco aufgelegt hat?

Das geht nur über die Team Defense. Scottie ist einer der besten Spieler Europas, wir müssen es ihm möglichst schwer machen. Das wird keine leichte Aufgabe.

Wer ist Dein liebster Maccabi-Spieler aller Zeiten?

Das kann ich unmöglich beantworten. Anthony Parker ist vermutlich der beste Spieler, der je für Maccabi gespielt hat, und jeder kennt Šaras [Šarūnas Jasikevičius, der aktuelle Headcoach des FC Barcelona]. Miki Berkovich ist eine Legende. Die Liste wird zu lang, ich kann mich nicht entscheiden. Die schnelle Wahl fällt auf Anthony Parker.

Was erzählst Du Deinen ehemaligen Teamkollegen über das Leben in Berlin?

Dass es bisher eine coole Erfahrung für mich ist. Alle sprechen Englisch, das erleichtert meinen Start hier enorm. Zurzeit verbringe ich leider nicht mehr so viel Zeit draußen, weil es so kalt wird, aber meine Familie ist diese Woche zu Besuch und ich freue mich drauf, mit ihr ein paar der historischen Orte Berlins anzuschauen.

Was vermisst Du am meisten, wenn Du an Tel Aviv denkst?

Manchmal höre ich israelische Musik, dann bekomme ich Gänsehaut und vermisse meine Freunde und meine Familie etwas. Mir fehlen die Leute, die Kultur und das Essen in Tel Aviv. Aber letztlich bin ich mit meiner Entscheidung, von Tel Aviv nach Berlin gegangen zu sein, hundertprozentig zufrieden. Wenn ich mich für eine Sache, die ich an Tel Aviv vermisse, entscheiden muss, dann sage ich das Essen meiner Mutter.

Wie ist es, mit Tamir, mit dem Du schon lange befreundet bist, gemeinsam hier in Berlin zu spielen?

Wir haben immer davon geträumt, einmal zusammenzuspielen. Das hat weder in Tel Aviv noch in Jerusalem geklappt und jetzt sind wir einfach beide in Berlin. Das ist ziemlich cool! Abgesehen davon ist er ein sehr, sehr guter Point Guard, der alles auf dem Court im Auge hat. Es macht einfach Spaß, mit einem Spieler wie ihm im selben Team zu sein.

Quelle: ALBA Berlin

Erinnern und niemals vergessen: Union-Delegation besucht Yad Vashem

 Vor dem heutigen UEFA Europa Conference League-Spiel gegen Maccabi Haifa hat eine Delegation des 1. FC Union Berlin um Präsident Dirk Zingler die Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht.

Eine Vertreterin der israelischen Botschaft in Berlin begleitete die Unioner auf ihrem geführten Rundgang durch die Gedenkstätte, in dessen Anschluss ein Kranz niedergelegt wurde.

„Es war uns ein tiefes Bedürfnis, unsere offizielle Reise nach Israel für den Besuch dieses besonderen Ortes zu nutzen und ich bin sehr dankbar, dass wir hier sein konnten“, äußerte sich Union-Präsident Dirk Zingler nach dem Besuch in Yad Vashem.

„Antisemitismus ist leider in unserer Gesellschaft immer noch gegenwärtig und wir alle sind gefordert, ihn konsequent zu bekämpfen. Ich bin davon überzeugt davon, dass der Fußball mit seiner kulturellen Vielfalt als Vorbild dienen kann, um für Toleranz zu werben und jeder Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung entgegenzutreten“, so Zingler weiter.

„Heute hier mit den Grausamkeiten Nazideutschlands gegenüber den Juden Europas so unmittelbar konfrontiert zu werden, macht uns fassungslos und traurig. Wir nehmen Eindrücke mit, die uns noch lange beschäftigen werden und die niemand von uns vergessen wird. Unsere Generation ist für diese Taten nicht verantwortlich. Aber wir müssen aus der Geschichte lernen und tragen heute und in Zukunft die Verantwortung dafür, dass sie sich nicht wiederholt.“
Quelle: 1. FC Union Berlin/Petra Mattuscheck

Georg Klein reaktiviert

Die BR Volleys reagieren auf den anhaltenden Personalengpass im Mittelblock und können einen neuen und zugleich alten Spieler in ihren Reihen begrüßen. Georg Klein springt – vorerst bis zum Jahresende – in die Bresche und unterstützt das BR Volleys Team nach dem Trainings- nun auch im Spielbetrieb. Der Deutsche Meister von 2018 und 2019 wird neben seinem Polizeistudium je nach Verfügbarkeit aushelfen.

Wohl dem, der solche fitgebliebenen Vereinsbotschafter hat. Nachdem in der vergangenen Corona-Saison Sebastian Kühner für einige Wochen reaktiviert wurde, tut es ihm nun sein früherer Teamkollege Georg Klein gleich. Der 30-Jährige, der nach der Spielzeit 19/20 seine Karriere beendet hatte, streift sich wieder das BR Volleys Trikot mit der Nummer sieben über. Erstmals wird Klein am Samstag beim Auswärtsspiel in Lüneburg im Kader stehen.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist froh, für die Sorgen im Mittelblock eine gewissermaßen „interne“ Lösung gefunden zu haben: „Wir sind glücklich, dass Georg uns in dieser Situation hilft. Er kann Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk im Training entlasten und im Ernstfall auch auf dem Spielfeld einspringen. Georg ist in einem guten körperlichen Zustand. Wir wollen Anton Brehme die Zeit geben, sich auszukurieren, und damit einem unserer größten Talente auch den Druck nehmen.“ Der 22-jährige Nationalspieler laboriert seit der Europameisterschaft an anhaltenden Knieproblemen und arbeitet zurzeit weiterhin hart an seinem Comeback. „Wir hatten den Markt auch nach einer Neuverpflichtung sondiert, sind allerdings nicht adäquat fündig geworden“, ergänzt Niroomand zu Kleins Reaktivierung.

Der Rückkehrer selbst fühlt sich nach den ersten Einheiten gut: „Es lief recht ordentlich. Mein Körper und speziell meine Knie haben die Belastung gut verkraftet. Ich kannte nahezu alle im Team bereits persönlich und somit war die Eingewöhnung kein Problem. Jetzt darf ich in der nächsten Woche sogar noch einmal im Volleyballtempel einlaufen. Das wird sicher ein ganz emotionaler Moment“, sagt Klein, dem aufgrund des Saisonabbruchs 2020 lediglich ein virtuelles Abschiedsspiel vergönnt blieb. Allerdings bleibt die Rückkehr definitiv eine auf Zeit – zunächst vorgesehen bis zum Ende des Jahres.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Foto:BR Volleys

Eisbären rupfen die Hähne

Der Dienstagabend ist kein bevorzugter Termin für das Eishockeyspielen. Der enge Terminplan der DEL muss hin und wieder den Fans eine englische Woche zumuten. Lediglich 5.322 Zuschauer sahen die Partie des 24. Spieltages zwischen den Iserlohn Roosters und den Eisbären. Sogar eine handvoll Fans aus dem Sauerland hatten den Weg in die MB-Arena gefunden. Sie durften in der 27. jubeln, als Brent Aubin traf. Allerdings hatten die Eisbären zuvor bereits dreimal getroffen. Giovanni Fiore eröffnete in der 6. Minute den Torreigen, Frank Hördler legte mit einem Kracher von der blauen Linie in der 11. Minute nach.

Das Spiel drohte etwas einseitig zu werden, als Frans Nielsen in der 25. Minute zum Zwischenstand von 3:0 einnetzte. Der eingangs erwähnte Treffer von Aubin beeindruckte die Eisbären nicht im geringsten, in der 28. Minute war es erneut Fiore, der einen Treffer erzielte. Kurz vor dem Ende des Mittelabschnitts verletzte sich Iserlohns Goalie Hannibal Weitzmann.

Foto: © Stephan Wenske

Den Schlussabschnitt begannen die Unterzahl. Hubert Labrie versetzte dem Doppeltorschützen Fiore einen Stockschlag, worauf eine kleine Rauferei zwischen den beiden begann. Labrie ging für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären verwalteten den Vorsprung und im Tor stand ein glänzend aufgelegter Mathias Niederberger.

Der Schlussabschnitt verging torlos. Für die Gäste war in Berlin nichts zu holen.

Hans-Peter Becker

Ein Fleißpunkt für jeden – Unentschieden im Jahnsportpark

Es war Totensonntag in Berlin und das Wetter tat alles, um sich dessen würdig zu erweisen. Der Spielbeginn der Drittliga-Partie zwischen Viktoria und den Würzburger Kickers war für 13:00 Uhr angesetzt. Trotz der mittäglichen Stunde strahlten die Flutlichter. Der Absteiger aus Franken muss aufpassen, nicht in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Der Saisonstart war ein Desaster. Der erste Saisonsieg gelang erst am 9. Spieltag, Sportdirektor und Trainer mussten gehen. Jetzt sind sie auch noch coronageschädigt.

So waren im Kader der Kickers einige Akteure, die erst drei Tage vor dem Spiel die häusliche Quarantäne beenden durften. Viktoria hatte zwar kein Problem mit der Pandemie, allerdings einige schmerzvolle Ausfälle zu verkraften. So waren Kapitän Christopher Menz und Innenverteidiger Patrick Kapp rot-gesperrt.

„Für uns stand die Frage, wie lange wird die Kraft reichen?“ Es reichte nicht ganz. In der ersten Halbzeit versuchten die Gäste hoch zu verteidigen und Viktoria bereits im Spielaufbau zu stören. In der 8. Minute ließ sich Yannis Becker den Ball abluchsen und war passiert. Die Gäste führten. Mirnes Pepic hatte mit einem genau gezirkelten Schuss in den Dreiangel Viktorias Schlussmann überwunden. Er bekam dafür sogar ein Kompliment von Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato . „Julian Krahl auf diese Art und Weise zu überwinden, das schafft nicht jeder.“

In der ersten Halbzeit sah es nicht gut aus für die himmelblauen Berliner. „In den ersten 25 Minuten wollten wir es erzwingen und haben nicht unseren Matchplan verfolgt, die Bälle zu früh verloren. Das war nicht gut.“ So kommentierte der Trainer das Geschehen.

Es wurde besser in der zweiten Halbzeit. Kurz nach Wiederbeginn hatte Falcao die Riesenchance zum Ausgleich. Viktoria übernahm das Kommando und drängte auf den Ausgleich. Auf der Bank saß wieder Torjäger Tolgay Cigerci. In der 71. Minute betrat er das Spielfeld für Falcao und in der 75. Minute verwandelte er einen Foulelfmeter und in der Nachspielzeit sogar die Möglichkeit für den Siegtreffer.

Die Gäste waren nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. Sie freuten sich mehr den errungenen Punkt. Seit Danny Schwarz in Würzburg das Zepter übernommen hat, haben die Kickers noch nicht verloren.

„Wir hatten viele Ballbesitzphasen, wollten nach vorne spielen. Das ist unsere Philosophie. Mich nervt, dass wir nicht gewonnen haben. Dennoch nehmen wir den Punkt dankend mit, weil wir wissen, wo wir herkommen.“ In diesen Worten des Viktoria-Trainers schwang etwas Enttäuschung mit.

Hans-Peter Becker

3. Liga 16. Spieltag

21.11.2021 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 89 Berlin – Würzburger Kickers 1:1 (0:1)

Berlin: Krahl – Gunte, Lewald, Hahn – Pinckert, Jopek, Becker, Beyreuther – Küc (84. Seiffert), Lucas Falcao (71. Cigerci), Ogbaidze (63. Verkamp).

Würzburg: Bonmann – Waidner, Schneider, Kraulich, Lungwitz – Meisel, Pepic, Atmaca (70. Adigo), Kopacz, Heinrich (82. Nikolov) – Pourié (76. Strohdiek).

Tore: 0:1 Pepic (8.), 1:1 Cigerci (75., Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Meisel (70.), Kraulich (72.), Nikolov (88.)

Schiedsrichter: Kessel (Düsseldorf).

Zuschauer: 846

Verdienter Derbysieg für die Eisernen

Es war ein verdienter Sieg für die Eisernen. Leidenschaft schlug Beamtenfußball. Ein individueller Fehler und ein Sonntagsschuss entschieden das Spiel. Nach einer halben Stunde führten die Gastgeber in der ausverkauften „Alten Försterei“ mit 2:0. Diese Situation war wie gemalt für die Rot-Weißen. Hertha war gezwungen, das Spiel zu machen und darin lag, neben der wackligen Abwehr, genau das Problem.

Kurz vor der Halbzeitpause hatte Hertha Pech. Ein Treffer von Pekarik fand wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung keine Anerkennung. Der Kölner Keller griff ein, erst nach mehrminütiger Prüfung wurde das Tor zurückgenommen. Piatek stand hauchzart mit der Schulter im Abseits, der Assistent hatte die Fahne unten, Luthe wehrte ab, zu kurz und Pekarik traf. Allerdings ist hier fragen, resultierte daraus nicht eine neue Spielsituation? Es ist jetzt müßig darüber weiter nachzudenken, diese Szene hat das Spiel nicht entschieden. Nachdenken muss Hertha, warum bot die Mannschaft, ausgerechnet im Derby, so eine schlechte Leistung?

Für die zweite Halbzeit stellte Pal Dardai taktisch um. Die Doppelsechs wurde aufgelöst, für Tousart kam mit Beldofil ein zusätzlicher Stürmer. Aus dem 4-2-3-1 wurde ein 4-3-3, allerdings wurde nichts besser. Außer viel Ballbesitz konnte Hertha nichts bieten, die Eisernen kreierten dagegen einige gefährliche Kontersituationen. Der Sieg der Eisernen war nie ernsthaft gefährdet

Die Eisernen belegen bereits wieder einen internationalen Platz, während Hertha erneut nach unten blicken muss. Der Aufwärtstrend wurde gestoppt.

Hans-Peter Becker

Fußball-Bundesliga 12. Spieltag

20.11.2021 18:30 Uhr

1. FC Union Berlin – Hertha BSC 2:0 (2:0)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel (90.+1 Ryerson), Friedrich, Knoche, Baumgartl, Gießelmann – Haraguchi (82. Öztunali), Khedira, Prömel (71. Möhwald) – Kruse (90.+1 Voglsammer), Awoniyi (82. Becker) 5-3-2

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik (71. Jastrzembski), Stark, Dardai, Plattenhardt – Ascacibar, Tousart (46. Belfodil) – Richter (86. Selke), Serdar, Mittelstädt (61. Prince-Boateng) – Piatek (61. Ekkelenkamp) 4-2-3-1/4-3-3

Tore: 1:0 Awoniyi (8.), 2:0 Trimmel (30.) 

Zuschauerzahl: 22.012 

Eisbärensieg und Zuschauerrekord

Die Eisbären Berlin empfingen am 22. Spieltag der DEL die Adler aus Mannheim. Sie hatten etwas gut zu machen, die Hausherren der MB-Arena. Am 19. September ging das Spiel gegen den Rivalen aus der Quadrate-Stadt mit 0:3 verloren. Die Neuauflage stand unter einem anderen Stern. Der Corona-Virus hatte den Kader der Adler gewaltig dezimiert. Selbst Cheftrainer Pavel Gross konnte nur in der häuslichen Quarantäne zu schauen. Hinter Bande wurde er durch seinen Assistenz-Trainer Mike Pellegrims vertreten. Es traten 17 Spieler plus 2 Torhüter die Fahrt nach Berlin an. Das reichte für drei Spielreihen und je einen zusätzlichen Verteidiger und Stürmer. Die Eisbären boten 18 Spieler auf, vier komplette Sturmreihen.

Das Anfangsdrittel verlief torlos. Die Eisbären agierten etwas umständlich und Felix Brückmann im Mannheimer Tor ist schließlich keine Laufkundschaft. Dafür begann der Mittelabschnitt furios. Die Eisbären brachten einen Rest Powerplay aus dem 1. Drittel mit und nach 31 gespielten Sekunden stand es 1:0. Die Adler schlugen recht schnell zurück. In der 24. Minute besorgte Markus Eisenschmid den Ausgleich. Der Treffer im Powerplay. Für den nächsten Höhepunkt sorgte ein Faustkampf zwischen Lean Bergmann und Eisbär Simon Despres. Die Gewichtsklasse stimmte nicht ganz, als beide am Boden lagen, gingen die Schiedsrichter dazwischen. Die beiden Faustkämpfer sahen sich den herrlichen Treffer von Frans Nielsen von der Strafbank aus an. Es war eine hübsch anzusehende Einzelleistung des Dänen, der zwei Verteidiger ausspielte. In der 33. Minute setzte Zachary Boychuk noch einen drauf und erhöhte auf 3:1.

Im Schlussdrittel schwanden den Mannheimern zusehends die Kräfte, die Eisbären verpassten es allerdings den berühmten Sack endgültig zuzumachen. Sie trafen selbst das leere Tor nicht. Es blieb beim 3:1 vor 10.198 Zuschauern, es war nicht ausverkauft, aber erstmals fünfstellig in dieser Saison.

Hans-Peter Becker