Eisbärensieg und Zuschauerrekord

Die Eisbären Berlin empfingen am 22. Spieltag der DEL die Adler aus Mannheim. Sie hatten etwas gut zu machen, die Hausherren der MB-Arena. Am 19. September ging das Spiel gegen den Rivalen aus der Quadrate-Stadt mit 0:3 verloren. Die Neuauflage stand unter einem anderen Stern. Der Corona-Virus hatte den Kader der Adler gewaltig dezimiert. Selbst Cheftrainer Pavel Gross konnte nur in der häuslichen Quarantäne zu schauen. Hinter Bande wurde er durch seinen Assistenz-Trainer Mike Pellegrims vertreten. Es traten 17 Spieler plus 2 Torhüter die Fahrt nach Berlin an. Das reichte für drei Spielreihen und je einen zusätzlichen Verteidiger und Stürmer. Die Eisbären boten 18 Spieler auf, vier komplette Sturmreihen.

Das Anfangsdrittel verlief torlos. Die Eisbären agierten etwas umständlich und Felix Brückmann im Mannheimer Tor ist schließlich keine Laufkundschaft. Dafür begann der Mittelabschnitt furios. Die Eisbären brachten einen Rest Powerplay aus dem 1. Drittel mit und nach 31 gespielten Sekunden stand es 1:0. Die Adler schlugen recht schnell zurück. In der 24. Minute besorgte Markus Eisenschmid den Ausgleich. Der Treffer im Powerplay. Für den nächsten Höhepunkt sorgte ein Faustkampf zwischen Lean Bergmann und Eisbär Simon Despres. Die Gewichtsklasse stimmte nicht ganz, als beide am Boden lagen, gingen die Schiedsrichter dazwischen. Die beiden Faustkämpfer sahen sich den herrlichen Treffer von Frans Nielsen von der Strafbank aus an. Es war eine hübsch anzusehende Einzelleistung des Dänen, der zwei Verteidiger ausspielte. In der 33. Minute setzte Zachary Boychuk noch einen drauf und erhöhte auf 3:1.

Im Schlussdrittel schwanden den Mannheimern zusehends die Kräfte, die Eisbären verpassten es allerdings den berühmten Sack endgültig zuzumachen. Sie trafen selbst das leere Tor nicht. Es blieb beim 3:1 vor 10.198 Zuschauern, es war nicht ausverkauft, aber erstmals fünfstellig in dieser Saison.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren gegen Mannheim – die Gunst des Powerplays

Die Creme der Liga stellte sich gleich zu Beginn der Saison bei den Eisbären vor. Zum ersten Heimspiel kam München und nun die Adler aus Mannheim. Im Kader der gab es viel Bewegung, 11 Neue sind integrieren. Bei den Eisbären fiel der Umbruch im Kader mit 6 Neuen nicht ganz so arg aus.

Im 1. Drittel hatten die Eisbären leichte Vorteile, doch die Führung gelang den Gästen. Sie nutzten ein Powerplay, erst 6 Sekunden vor Ablauf und dem einzigen Torschuss gingen sie in der 16. Minute in Führung. Tobias Ancicka im Eisbären-Tor prallte der Puck unglücklich vom Schoner über die Fanghand ins Tor. Den Schuss abgegeben hatte ein Neuzugang, Lean Bergmann, der Stürmer aus dem Nachwuchs der Adler hatte sich in der vergangenen Saison in Nordamerika versucht. Diese knappe Führung der Adler hielt über das gesamte 2. Drittel. Man könnte es überschreiben mit, die Eisbären gegen Mannheims Goalie Felix Brückmann. Er hielt und hielt, was er nicht selbst abwehrte, landete am Torgestänge. Die Eisbären waren der Verzweiflung nahe. Ein Blick in Spielstatistik, Brückmann hielt 39 Schüsse.

Im Schlussabschnitt schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis endlich der verdiente Ausgleich fallen sollte. Es kam anders. Die Adler nutzten wieder ein Powerplay, das Spiel schrieb die 48. Minute und Matthias Plachta stellte auf 2:0 für die Adler. Der Spielstand entsprach nicht dem Geschehen auf dem Eis. Das passiert im Sport.

Brückmann wurde weiter mit Schüssen eingedeckt und der Puck gelangte nicht hinter die Torlinie. Das Stöhnen der Verzweiflung in der nach Corona-Regeln ausverkauften Arena machte sich breit. Stadionsprecher Uwe Schumann verkündete die beiden letzten Spielminuten und der Videowürfel zeigte immer noch kein Tor für die Eisbären an. Die Höchststrafe kam in der Schlussminute. Die Adler erzielten noch einen empty-netter, erzielt vom NHL-Rückkehrer Korbinian Holzer.

Kurios, unverdient, unverschämtes Pech, jeder kann sich aus diesem Spiel was aussuchen. Pavel Gross, Mannheims Trainer, bescheinigte seiner Mannschaft: „Wir haben heute eine große Mannschaft geschlagen. Die Eisbären sind stärker, als in der letzten Saison. Den Unterschied machten heute die Spezial-Teams.“ Dieses Kompliment kann auch so gedeutet werden, wir hatten eine Menge Glück.

Eisbären-Kapitän Frank Hördler fand das Ergebnis ungerecht. So passiert es eben, wer kein Tor erzielt, kann nicht gewinnen.

Die nächste Partie bestreiten die Eisbären Berlin am kommenden Mittwoch, den 22. September. Dann treffen sie ausvvärts auf die Straubing Tigers. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr.


Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Mannheim hat gut und hart gespielt. Unser Einsatz hat mir heute nicht gefallen. Wir haben unser volles Potenzial heute nicht ausgespielt. lm ersten Drittel waren wir zu langsam, im Mitteldrittel wurde unser Spiel besser. Da haben wir uns einige Chancen erspielt, die wir aber nicht nutzen konnten. Am Ende des Tages haben die Special Teams den Unterschied gemacht. Ich entschuldige mich bei unseren Fans, in unserer Arena müssen wir besser auftreten.“

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin): „Mannheim hat heute schlau und sehr gut gespielt. Meiner Meinung nach wird das Resultat dem Spiel nicht gerecht. Wir hatten genug Chancen, aber die Adler waren effektiver. Das erste Drittel war von uns nicht gut. Die beiden anderen Spielabschnitte waren dann besser. In Straubing müssen wir am Mittwoch in der Defensive besser stehen und vorne unsere Torchancen wieder nutzen. Zudem müssen wir aufpassen, dass wir weniger Strafen bekommen.“

Hans-Peter Becker

DEL 4. Spieltag 19.09.2021 14:00 MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 0:3(0:1/0:0/0:2)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Ancicka (Hungerecker) – Jensen, Wissmann (A); Müller, Ellis (A); Hördler (C), Després; Mik – Noebels, Byron, Pfoderl; White, Boychuk, Fiore; Veilleux, Wiederer, Clark; Roßmy, Streu, Tuomie Trainer: Serge Aubin
Adler Mannheim: Brückmann (Mnich) – Akdag, Reul; Rosa-Preto, Larkin; Dziambor, Holzer-Krammer, Bast, Rendulic; Wohlgemuth, Desjardins, Plachta; Davves, Szvvarz, Bergmann; Tosto, Klos, Thiel- Trainer: Pavel Gross
Torfolge
0:1 -15:02 – Bergmann (Wohlgemuth, Larkin) – PP1
0:2 – 47:02 – Plachta (Larkin, Wohlgemuth) – PP1
0:3 – 59:38 – Holzer (Desjardins) – EN
Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2,4) Minuten – Adler Mannheim: 10 (2, 6, 2) Minuten
Schiedsrichter
Benjamin Hoppe, Marian Rohatsch (Wayne Gerth, Jonas Merten)
Zuschauer
6.450