Eisbären rupfen die Hähne

Der Dienstagabend ist kein bevorzugter Termin für das Eishockeyspielen. Der enge Terminplan der DEL muss hin und wieder den Fans eine englische Woche zumuten. Lediglich 5.322 Zuschauer sahen die Partie des 24. Spieltages zwischen den Iserlohn Roosters und den Eisbären. Sogar eine handvoll Fans aus dem Sauerland hatten den Weg in die MB-Arena gefunden. Sie durften in der 27. jubeln, als Brent Aubin traf. Allerdings hatten die Eisbären zuvor bereits dreimal getroffen. Giovanni Fiore eröffnete in der 6. Minute den Torreigen, Frank Hördler legte mit einem Kracher von der blauen Linie in der 11. Minute nach.

Das Spiel drohte etwas einseitig zu werden, als Frans Nielsen in der 25. Minute zum Zwischenstand von 3:0 einnetzte. Der eingangs erwähnte Treffer von Aubin beeindruckte die Eisbären nicht im geringsten, in der 28. Minute war es erneut Fiore, der einen Treffer erzielte. Kurz vor dem Ende des Mittelabschnitts verletzte sich Iserlohns Goalie Hannibal Weitzmann.

Foto: © Stephan Wenske

Den Schlussabschnitt begannen die Unterzahl. Hubert Labrie versetzte dem Doppeltorschützen Fiore einen Stockschlag, worauf eine kleine Rauferei zwischen den beiden begann. Labrie ging für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären verwalteten den Vorsprung und im Tor stand ein glänzend aufgelegter Mathias Niederberger.

Der Schlussabschnitt verging torlos. Für die Gäste war in Berlin nichts zu holen.

Hans-Peter Becker

Auftaktsieg für die Eisbären

© Foto: Stephan Wenske

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hartmut Nickel. Auf dem Videowürfel wurden die Stationen seines Eishockeylebens gezeigt. Die Seite mit den Stehplätzen heißt ab sofort Hartmut-Nickel-Kurve, was mit einem in weinrot gehaltenen Banner optisch bei jedem Heimspiel sichtbar ist.

Die Eisbären erwischten gleich zum Start in die neue Saison einen Sahnetag. In der mit knapp über 12.000 Zuschauern gefüllten Arena am Ostbahnhof konnten die Gäste aus Wolfsburg nur im 1. Drittel halbwegs mithalten. Das Premierentor der neuen Saison gelang Marcel Noebels in der 9. Spielminute. Ein Doppelschlag gleich zu Beginn des Mittelabschnitts war für die Gäste der Ko-Schlag. Sean Backman in der 22. Minute und Neuzugang Pierre-Cedric Labrie in der 24. sorgten für den Vorsprung von drei Toren.

Das 3:0 für die Eisbären ist gefallen, Torschütze die Nummer 23 PC. Labrie © Foto: Stephan Wenske

In der 29. Minute waren die Eisbären in Unterzahl und konnten trotzdem die Führung weiter ausbauen. Dem erfahrenen Wolfsburger Stürmer Brent Aubin unterlief ein folgenschwerer Puckverlust und ermöglichte, dass sich ein weiterer Eisbären-Neuzugang als Torschütze auszeichnen konnte. Der NHL erfahrene (694 Einsätze)und mit einem enormen Antritt ausgestattete Maxim Lapierre ließ mit einem satten Schuss dem Wolfsburger Goalie keine Chance. Angesichts des klaren Vorsprungs schalteten die Eisbären einen Gang runter. Daraus konnten die Gäste in der verbleibenden Spielzeit nur wenig Kapital schlagen. Ihr Spielaufbau war viel zu behäbig und ungenau. Ihnen gelang zwar im Schlussdrittel, in der 54. Minute der Anschlusstreffer zum 1:4, dabei nutzten sie eine Überzahl, doch da war die Messe längst gesungen. Der Schuss von Brent Aubin war durchaus haltbar. Der neue Eisbären-Goalie Sebastian Dahms, der sonst einen soliden Einstand hatte, griff mit seiner Fanghand ins Leere. Ein Shutout gleich zum Einstand, das wäre doch was gewesen. Egal, auch so konnten sich die Eisbären zu Recht feiern lassen und über einen gelungenen Saisoneinstand freuen.

Sebastian Dahm, der neue Eisbären-Goalie mit gelungenem Einstand. © Foto: Stephan Wenske

Spieler des Tages bei den Eisbären wurde die neue Nummer 40, der bereits erwähnte Maxim Lapierre, der erstaunlicherweise, weil Andre Rankel wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, als Kapitän auflief. Ebenso nicht dabei waren Kai Wissman (Virusinfektion) und Florian Busch, der sich noch im Aufbautraining befindet. Am nächsten Spieltag müssen die Eisbären in Bremerhaven antreten, die haben ihr Auftaktspiel mit 1:0 in Düsseldorf gewonnen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 1. Spieltag

13.09.2019 19:30 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 4:1 (1:0/3:0/0:1)

Strafen:

Eisbären 8

Wolfsburg 8

Torfolge:

1:0 (9. Min.) EQ Torschütze Marcel Noebels (Florian Kettemer/James Sheppard)

2:0 (22. Min.) EQ Torschütze James Sheppard (Sean Backman/Marcel Noebels)

3:0 (24. Min.) EQ Torschütze Pierre-Cedric Labrie (Constantin Braun/Florian Kettemer)

4:0 (29. Min.) SH1 Torschütze Maxim Lapierre

1:4 (54. Min.) PP1 Torschütze Brent Aubin (Ryan Button/Mathis Olimb)

Sieg nach Penalty im Bärenduell

Nach zehn Spielminuten hatten beide Teams ihr Zielwasser aufgebraucht. Auf dem Würfel stand der Spielstand, angegeben mit 2:2. Auf die Eisbärenführung in der 3. Spielminute durch Marcel Noebels folgte nur 28 Sekunden später der Ausgleich durch die Grizzlys aus Wolfsburg, Torschütze war Alexander Karachun. Die erneute Führung gelang den Eisbären durch Charlie Jahnke. Nach dem Spiel gab er diesen Treffer an Martin Buchwieser weiter, der wohl seinen Schuss noch entscheidend abfälschte. Für den erneuten Ausgleich sorgte Alexander Weiss.

Bis zur Schlusssirene sahen die 11.292 Zuschauer ein temporeiches Eishockeyspiel, viele Torchancen, nur Puck landete nicht mehr im Tor. Die Entscheidung fiel auch nicht in der Verlängerung, erst das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung. Während Florian Kettemer und Brandon Ranford für die Eisbären trafen, scheiterten Gerrit Fauser und Brent Aubin am wieder glänzend aufgelegten Kevin Poulin.

Die Wolfsburger waren am Ende froh, wenigstens einen Punkt aus Berlin mitnehmen zu können. Sie hatten am letzten Sonntag eine herbe 0:6 Klatsche in Augsburg kassiert. Bisher läuft es für die Wolfsburger alles andere als gut. Man bleibt Tabellenvorletzter mit jetzt 9 Punkten aus 12 Spielen. Die Eisbären konnten sich durch den Sieg mit 2 Punkten um einen Platz in der Tabelle verbessern und reisen zum nächsten Spiel, kommenden Sonntag, 21. Oktober auswärts bei den Haien in Köln, als Tabellenachter an. Lang ist nach wie vor die Liste der verletzten Spieler. Gegen Wolfsburg fehlten insgesamt sechs Profis.

Hans-Peter Becker

Eisbären besser als die Grizzlys

Das Bärenduell in Bildern

Die Eisbären wollten den Schwung vom Auswärtssieg am 2. Spieltag in Bremerhaven mitnehmen in das Heimspielwochenende. Teil 1 gegen die Grizzlys aus Wolfsburg gestaltete sich schwerer als erwartet. Die Gäste gingen bereits nach 54. Sekunden in Führung. Brent Aubin war der Torschütze. Bei diesem Treffer sah Petri Vehanen nicht glücklich aus. Er ließ den Puck fallen und es war passiert. Diesem Rückstand liefen sie bis zur 44. Minute hinterher. Es war spannend vor 9.431 Zuschauern am Freitagabend in der Arena am Ostbahnhof. Tore wollten im Mittelabschnitt nicht fallen. Es gab gute Möglichkeiten auf beiden Seiten und die Torhüter hatten Schwerstarbeit zu leisten. Bis zur besagten 44. Minute hielt Vehanen die Eisbären im Spiel. Unter anderem entschärfte er bis dahin 3 Alleingänge der Niedersachsen. Die Wolfsburger, der amtierende Vizemeister, hatten sich einiges vorgenommen, die Startbilanz mit zwei Niederlagen sollte verbessert werden. Dieses Unterfangen mißlang, weil die Eisbären sich steigerten und Kapitän Andre Rankel zweimal traf. Der Ausgleich fiel in Überzahl, Nick Petersen legte perfekt auf und Gerald Kuhn im Wolfsburger Gehäuse war endlich bezwungen. Es wurde gleich nachgelegt, wieder war es der Eisbären-Kapitän, der vollendete. Die Vorlage kam von Thomas Oppenheimer. Mit seinem Tor brachte er nicht nur den Sieg und drei weitere Punkte auf die Habenseite, der Siegtreffer zum 2 : 1 stellte sein persönliches Punktekonto auf 450 (218 Tore und 232 Vorlagen).
Für die Eisbären geht es am Sonntag erneut mit einem Heimspiel weiter. Ab 14:00 Uhr wird gegen die Straubing Tigers gespielt.
Hans-Peter Becker

DEL Saison 2017/18 3. Spieltag
EHC Eisbären – Grizzlys Wolfsburg 2:1(0:1/0:0/2:0)
MB Arena Berlin
Zuschauer: 9.431
Strafen: Eisbären Berlin: 29 (27, 0, 2)
Grizzlys Wolfsburg: 18 (4, 12, 2)
Torfolge:
0:1 Aubin, Brent (Weiß, Alexander, Voakes, Mark) , EQ, 00:54
1:1 Rankel, André (Petersen, Nick, Richmond, Daniel) , PP1, 43:58
2:1 Rankel, André (Oppenheimer, Thomas, Hördler, Frank) , EQ, 45:46

Mannschaftaufstellungen
Eisbären Berlin

1. Reihe Petersen, Nick – Aubry, Louis-Marc – Noebels, Marcel – Wissmann, Kai – Hördler, Frank
2. Reihe Oppenheimer, Thomas – Busch, Florian – Buchwieser, Martin – Parlett, Blake – Richmond, Daniel
3. Reihe Fischbuch, Daniel – Olver, Mark – Rankel, André – DuPont, Micki – Müller, Jonas
4. Reihe Backman, Sean – Sheppard, James – MacQueen, Jamie – Baxmann, Jens
Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin

Grizzlys Wolfsburg
1. Reihe Höhenleitner, Christoph – Dixon, Stephen – Foucault, Kris – Krupp, Björn – Ankert, Torsten
2. Reihe Pfohl, Fabio – Mulock, Tyson – Karachun, Alexander – Wurm, Armin – Likens, Jeffrey
3. Reihe Furchner, Sebastian – Fauser, Gerrit – Riefers, Philip – Dehner, Jeremy – Roach, Alex
4. Weiß, Alexander – Voakes, Mark – Aubin, Brent
Tor Kuhn, Gerald – Brückmann, Felix