Zwei Eisbären-Siege zum Weihnachtsfest

Am Vorabend zum Fest, am 23. Dezember gewannen die Eisbären gegen Schwenningen mit 4:3. Sie taten sich schwer gegen das als Tabellenletzter aus dem Schwarzwald angereiste Team. Drei Führungen konnten die gut spielenden und kämpfenden Schwenninger ausgleichen, am Ende stand die knappe Niederlage.

Drei Tage später durften erneut 2.500 Zuschauer in die Arena und sahen einen hart erkämpften, am Ende deutlichen Sieg gegen Bremerhaven. „Es ist eigenartig, in Berlin ist für uns nichts zu holen.“, Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch war nach dem Spiel enttäuscht. Seit die Fischtown Pinguins in der DEL spielen, konnten sie erst ein einziges Mal Punkte aus Berlin mitnehmen. Am 27. Dezember 2019 stand es am Ende 5:4 nach Overtime für das Team von Thomas Popiesch. Er konnte seiner Mannschaft kaum Vorwürfe machen. Die Eisbären erzielten ihre Tore zum genau richtigen Zeitpunkt und hatten einen großartig aufgelegten Mathias Niederberger im Tor. Kurz vor der ersten Drittelsirene erzielte Matt White das 1:0, Morgan Ellis erhöhte in der 29. Minute auf 2:0. Mit einem erfolgreich verwandelten Penalty brachte Ziga Jeglic die Gäste auf 1:2 heran. Eine reichliche Minute später stellte White mit einer tollen Einzelleistung den alten Abstand wieder her.

3facher Torschütze Matt White © Foto Hans-Peter Becker

Für die endgültige Entscheidung sorgten in der Schlussphase Marcel Noebels und der Spieler des Tages, Matthew White, der seinen dritten Treffer im Spiel erzielte. Beim letzten Treffer war das Tor verwaist. Mit diesem Sieg behaupteten die Eisbären ihre Tabellenführung. Sie verfügen jetzt nach 31 Spielen über 63 Punkte. Bereits am Dienstag, 28. Dezember geht es weiter. In Köln wartet das Team von Trainer Uwe Krupp auf die Eisbären.

Hans-Peter Becker

In eigener Sache

© Foto: Hans-Peter Becker

Alle Jahre wieder, der Kalender ist ausgedünnt, Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Ein Jahr geht zu Ende, in dem vieles anders war und wir hoffen, dass mit dem Wechsel der Jahreszahl sich vieles wieder zum Guten wenden wird.

Die Hoffnung, dass zum diesjährigen Weihnachtsfest die Corona-Pandemie weitgehend hinter uns liegen wird, hat sich leider nicht erfüllt. Bleiben wir trotzdem optimistisch.

Die Pandemie hinterlässt weiter ihre Spuren im Sport. Es drohen in den Profiligen wieder leeren Stadien und Hallen. Der Amateursport muss Hygienekonzepte beachten.

Wir wünschen unseren Lesern und Freunden, ein besinnliches Weihnachtsfest sowie Gesundheit und Glück im neuen Jahr 2022.

Im Namen der Mitarbeiter:

Christian Zschiedrich und Hans-Peter Becker

BR Volleys – Platz eins gesichert

Die BR Volleys gehen in der Saison 21/22 als bestplatziertes Team in die Zwischenrunde: Dieser Etappenerfolg ist dem Deutschen Meister nach dem 14. Sieg in der Volleyball Bundesliga nicht mehr zu nehmen. Im Berlin-Brandenburg-Derby gaben die Gastgeber zwar ihren ersten Satz der Saison in eigener Arena ab, doch – auch dank eines überragenden Georg Klein – entschieden die Hauptstädter das Duell gegen die Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee mit 3:1 (22:25, 25:18, 25:15, 25:19).

Bereits beim Verkünden der Startformation brannte im Volleyballtempel ein erstes Mal großer Jubel auf: Der reaktivierte Georg Klein durfte vor dem Berliner Publikum sein Starting-Six-Comeback geben und wie es ein guter Kapitän eben macht, bekam der Mittelblocker von Sergey Grankin direkt den erfolgreich verwandelten Pass (2:1). Die BR Volleys nahmen den Schwung aus dem Champions League unter der Woche zunächst mit (11:8), aber schnell hatten sich die Gäste mit der kürzesten Anreise aller Bundesligisten in das Match gearbeitet. Tomasz Wasilkowski zauberte im Diagonalangriff den jungen Max Schulz aus dem Hut und der trumpfte auf (13:13, 16:18). Während die Netzhoppers-Brust von Punkt zu Punkt breiter wurde, hakte es im Berliner Spiel (20:21). Schließlich legte der Mann mit den meisten Assen der Liga, Theo Timmermann, ein entscheidendes nach (22:25).

Im zweiten Spielabschnitt kam Sergey Grankin allmählich auf Touren und auch Samuel Tuia konnte sich mit gutem Service hervortun (14:8). Georg Klein fügte sich währenddessen weiter ein, als wäre er nie weg gewesen. Fünf von fünf Angriffen hatte der 30-Jährige Mitte des zweiten Satzes verwandelt und auch zum Schiedsrichter nahm er nach strittiger Situation bereits Kontakt auf (17:11). Sotola war erneut Berlins Punktemaschine und zügig war der erste Satzverlust in eigener Arena wettgemacht, als Klein krachend blockte (25:18). Nun hatten die Hauptstädter, bei denen weiterhin Anton Brehme und Cody Kessel fehlten, das Match unter Kontrolle und die nächsten Ausrufezeichen setzten wieder Klein und Carle per Block (14:9). Die wackeren Gäste aus Brandenburg mussten im Angriff federn lassen, auch weil der eingewechselte Adam Kowalski in der Abwehr zwischenzeitlich heiß lief (21:13) und wer blockte zum nächsten Satzgewinn? Natürlich Georg Klein (25:15).

Der Mittelblocker hatte in Satz vier sogar noch ein Ass für die 1.866 Zuschauer parat (2:0) und sein Nebenmann Nehemiah Mote wurde in der Folge von Jeffrey Jendryk entlastet. Unbeirrt gingen die BR Volleys ihren Weg und das Derby war in Durchgang vier frühzeitig entschieden (8:5, 16:10). Zum Matchball war Klein diesmal nicht auf dem Court um zu blocken und so machte ein Aufschlagfehler der Gäste den wettbewerbsübergreifend achten Heimsieg der Saison für die Berliner perfekt (25:19). Der Volleyballtempel ahnte, was kommen würde: Wasilkowski wählte Klein zum MVP, der vom Publikum entsprechend gefeiert wurde. 626 Tage nach dem abrupten Saisonabbruch 19/20 und seinem virtuellen Abschiedsspiel bekam der angehende Polizist damit noch einmal unverhofft seinen ganz großen Auftritt vor den eigenen Fans.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es war ein komisches Spiel, aber das war irgendwie auch erwartbar. Es ist nur menschlich, zwischen zwei so wichtigen Matches den Fokus nicht direkt zu finden. Am Mittwoch haben wir in Lissabon ein ganz wichtiges Spiel gewonnen und am kommenden Mittwoch geht es in Friedrichshafen um extrem viel. Da ist dieser erste Satz verkraftbar. Das Ergebnis ist am Ende zufriedenstellend, auch wenn wir heute auf manchen Positionen in der Annahme Probleme hatten. Für Georg freue ich mich einfach unheimlich. Dieser feine Kerl hat sich das einfach verdient.“

Georg Klein: „Ich glaube, nach dem guten Start haben wir vielleicht gedacht, es wird heute ein Selbstläufer. Aber so einfach ist das gegen die Netzhoppers nicht, die hier gut aufgetreten sind. Wir konnten uns zum Glück retten und der eine Satzverlust schärft die Sinne. Es war ein geiles Gefühl, mein Comeback in der Max-Schmeling-Halle zu geben und dem Team so helfen zu können. Mit meiner Performance kann ich dabei auch ganz zufrieden sein. Die Krönung des Tages war, dass ich das vor den Augen meiner Familie noch einmal so erleben durfte.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Timothée Carle (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Marek Sotola (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Ruben Schott, Matthew West

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Klein 12 Punkte, 4 Blocks, 80 % Angriffsquote | Tuia 12 Punkte, 2 Asse

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC Berlin holt 3 Punkte vor der Weihnachtspause

BBSC Berlin – VfL Oythe               3:1  (18,23, -23,19)

Vorgezogene Bescherung in der Köpenicker Hämmerlinghalle: Mit einem 3:1 Erfolg gegen Oythe geht der BBSC auf einem sicheren 7. Tabellenplatz in die kurze Winterpause.

Der BBSC trat am gestrigen Sonntag erneut ohne Annika Kummer an. Auch Katharina Kummer sowie Marie Dreblow standen nicht zur Verfügung. Aus der 2. Mannschaft BBSC rückte die erfahrene Alina Gottlebe-Fröhlich mit in das Aufgebot. Trotz des Fehlens der drei Stammspielerinnen wurden die Gäste aus dem niedersächsischen Vechta im Wesentlichen kontrolliert. Gerade im 1. und 4. Satz setzten die Berlinerinnen die Duftmarken und zeigten ein gutes Volleyballspiel. Der 2. und 3. Satz ging etwas enger aus. Berlins Trainer Schröder bemängelte nach Spielende, dass mit etwas mehr Konzentration durchaus ein Sieg ohne Satzverlust möglich gewesen wäre, doch freue er sich über die drei Punkte vor Weihnachten. „Wir wollten heute unbedingt den Sieg in die kurze Weihnachtspause mitnehmen und das ist uns gelungen. Wenn wir auch nicht unser bestes Spiel abgeliefert haben, haben wir phasenweise richtig guten Volleyball präsentiert.“ Daran änderten auch die häufigen Reklamationen der Gäste beim Schiedsrichter nichts, zumal das fachkundige Publikum durchaus den Eindruck einer fairen Behandlung beider Teams durch die Schiedsrichter hatte.

Zum MVP des Spiels wählten die Trainer die Berlinerin Annalena Grätz sowie Marian Mischo (Oythe).

Die nächsten Ligaspiele folgen bereits am 15. und 16. Januar 2022 in Münster und Dingden, ehe das nächste Heimspiel am 22. Januar 2022 um 18:00 Uhr gegen Sorpesee angepfiffen wird.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbärensieg gegen Iserlohn

Die Partie der Eisbären gegen die Iserlohn Roosters war der Auftakt zu einem Marathon. Innerhalb der nächsten drei Wochen müssen sie acht Spiele absolvieren. Das bedeutet, alle drei Tage ein Spiel. Die Olympischen Spiele und die Aufstockung der Liga lassen keine andere Möglichkeit. Bleibt zu hoffen, dass die Pandemie die Planungen nicht durcheinander bringt.

Am vierten Adventssonntag spielten die Eisbären ein souveränes Anfangsdrittel, erzielten bereits in der 2. Spielminute das 1:0 und schafften es nicht, ein Tor nachzulegen. Giovanni Fiore stocherte erfolgreich nach. Das sollte sich rächen, den in der 36. Minute gelang den Gästen aus dem Sauerland der Ausgleich. Brent Radeke war der Torschütze.

So musste das Schlussdrittel eine Entscheidung bringen. Die Gäste, motiviert durch den Ausgleichstreffer, erzwangen nach schwachem Beginn ein ausgeglichenes Spiel. Nach den geltenden Corona-Regeln war das Spiel ausverkauft. Die Wenigen, die rein durften, sahen in der 51. Minute eine schöne Kombination, die Blaine Byron zum 2:1 vollendete. Die Vorarbeit leisteten Kevin Clark und Marcel Noebels, der sein 400. Spiel für die Eisbären absolvierte. Was war das für ein schräges Ding, Clarks Schuss wurde von Byrons Helm in Richtung Tor abgelenkt und vom Innenpfosten sprang der Puck hinter die Torlinie. Ein Kopfball, im Eishockey ein äußerst seltenes Ereignis. Immerhin ergab die Speedmessung 32 km/h. In der Pressekonferenz nach dem Spiel musste selbst Iserlohns Trainer Brad Tepper über die Entstehung des Tores lächeln.

Dem Center der Sturmreihe mit Marcel Noebels und Leo Pförderl war es vorbehalten, für die endgültige Entscheidung des Spiels zu sorgen. Zunächst musste er auf die Strafbank und kaum hatte sich die Tür geöffnet, fiel das zwischenzeitliche 3:1. Diesmal war es das übliche Arbeitsgerät, mit dem Byron den Treffer erzielte.

Die Gäste setzten alles auf eine Karte. Ohne Torwart gelang ihnen der Anschlusstreffer zum 2:3. Mehr ging dann nicht mehr. Die Spieluhr war abgelaufen und drei weitere Punkte für die Eisbären unter Dach und Fach.

Die Tabellenführung wurde verteidigt und eine Ehrenrunde in den goldenen Siegertrikots gedreht. Vor dem Weihnachtstag stehen noch zwei Spiele auf dem Programm. Am Dienstag wird in Wolfsburg gespielt und am Donnerstag, am 23. Dezember kommen die Schwenninger Wild Wings in die MB-Arena.

Fotocredit © Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga Damen: Tabellensechster Oythe zu Besuch beim BBSC

Als vorweihnachtliche Bescherung für das Berliner Publikum tritt am Sonntag den 19. Dezember 2021 um 15 Uhr der VfL Oythe in der Köpenicker Hämmerlinghalle gegen den BBSC Berlin an.

Der VfL Oythe erwies sich in dieser Saison ein wenig als Chamäleon. Die Mannschaft aus dem niedersächsischen Vechta erzielte Siege gegen vermeintlich stärkere Teams wie Emlichheim, Stralsund und Hamburg, kassierte aber auch einige überraschende Niederlagen, so zum Beispiel zum Saisonauftakt gegen den BBSC in eigener Halle 0:3.

Der letztjährige Trainer der Gäste, Ali Hobst, gab den Staffelstab an den Serben Zoran Nikolic weiter, der in den vergangenen 25 Jahren immer wieder als Trainer Deutscher Bundesligisten agierte. Neben dem Damen-Erstligisten Münster in der Saison 2001/2002 war er auch einige Jahre bei den früheren Männer-Erstligisten VV Leipzig und Eintracht Mendig, beim VC Dresden und in Bad Laer unter Vertrag. Der frühere jugoslawische Nationalspieler führt die in den vergangenen Jahren geänderte Philosophie des Vereins fort, eher auf regionale Spielerinnen zu setzen. Die Zeiten, in denen Oythe wesentlich auf Spielerinnen aus Übersee setzt, scheinen zunächst vorbei zu sein. So spielen bei Oythe wie in den vergangenen Jahren die erstligaerfahrene Paulina Brys (vormals in Suhl und Hamburg unter Vertrag) und viele Athletinnen, die schon einige Jahre für den Verein aktiv sind. Die noch in der vergangenen Saison bei Oythe den Außenangriff besetzende Christine Aulenbrock ist in den meisten Spielen nicht mehr dabei – der Beachstar (Halbfinale mit Partnerin Sandra Ferger bei der Deutschen Meisterschaft 2021!) will in dieser Saison auf die Hallenserie verzichten.

Für die Gastgeberinnen gilt es, an die kämpferische und auch spielerische Leistung des letzten Sonntags anzuknüpfen und zu einem attraktiven und konzentrierten Spiel zu finden. Wir freuen uns über lautstarke Anfeuerung und eine stimmungsvolle vorweihnachtliche Hämmerlinghalle.

Bitte beachtet, dass in der Halle die 2G++ Regel gilt! Die Zuschauer werden gebeten, den Nachweis über die Genesung oder die Impfung bereits am Eingang bereitzuhalten und darüber hinaus das negative Testergebnis eines aktuellen (nicht länger als 24 Stunden alten) Coronatests vorzuweisen und in der Halle eine Maske zu tragen.

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Volleys siegen in Lissabon

In überzeugender Manier sicherten sich die BR Volleys am Mittwochabend den ersten Auswärtssieg dieser Champions-League-Saison und damit drei weitere, wichtige Punkte. Im Duell des deutschen gegen den portugiesischen Meister gaben die Berliner in drei von vier Sätzen deutlich den Ton an und gewannen bei Benfica Lissabon mit 3:1 (25:19, 25:16, 15:25, 25:19). Punktgleich mit Zenit St. Petersburg führt der Bundesligist die Gruppe D somit weiter an, bevor es am 12. Januar 2022 im Volleyballtempel zum mit Spannung erwarteten, direkten Duell mit den Russen kommt.

Aufgrund der Ausfälle von Cody Kessel (Knöchel) und Anton Brehme (Knie) sowie des Fehlens von Georg Klein (privat), schlugen die Berliner in der „Sports Hall Benfica Lisboa“ zwar mit dezimiertem Kader aber dennoch mit ihrer aktuell stärksten Startformation auf. Nachdem Benjamin Patch seinen ersten Angriff eher Richtung Zuschauertribüne als des Gegners Feld jagte, legten die BR Volleys ihre Anfangsnervosität zügig ab. Timothée Carle (Block und Aufschlag) und Jeffrey Jendryk (Angriff und Block) drückten der Startphase ihren Stempel auf (9:6). Über weite Strecken begleiteten euphorische Fangesänge des Heimpublikums das Spielgeschehen, aber die 18 weitgereisten Berliner Fans hielten lautstark dagegen. Das leidenschaftliche Aufbäumen der Hausherren wehrten die BR Volleys mit Ruhe und Klasse im längsten Ballwechsel des Abends entscheidend zum 18:14-Zwischenstand ab. Tim Carle zeigte auf internationaler Bühne sein gesamtes Repertoire im Angriff (23:18) und schlug auch das Ass beim Satzball (25:19).

Die Berliner spielten zwar nicht fehlerfrei, waren aber klar tonangebend. Der verdiente Lohn war eine erneut deutliche Führung in Durchgang zwei nach einer Aufschlagserie von Nehemia Mote (7:2). Die Präsenz des Deutschen Meisters beim portugiesischen Pendant belegte ein „Einerblock“ von Kapitän Segrey Grankin (10:4) und auch in der Folge kamen die Hausherren kaum an den Berliner Blockhänden vorbei (18:8). Die BR Volleys zeigten dem neunmaligen Titelträger Portugals in dieser Phase die Grenzen auf und so nutzte Ruben Schott per Hinterfeld-Angriff die Chance, auf 2:0 nach Sätzen zu stellen (25:16).

Im dritten Durchgang gelang es den „Adlern“ dann die Berliner Annahme um Libero Santiago Danani stärker unter Druck zu setzen, allen voran durch den Österreicher Wohlfahrtstätter, und plötzlich geriet die Mannschaft von Cedric Enard ins Hintertreffen (8:13). Hatten Grankin & Co die Arena zwischenzeitlich etwas abgekühlt, war die Atmosphäre vom Spielbeginn nun zurück. Die Linie im eigenen Service ging völlig verloren und als die BR Volleys gar mit 12:17 ins Hintertreffen gerieten, gab Enard Patch, Grankin und Carle eine Verschnaufpause. Satz drei ging deutlich an die Gastgeber (15:25). In ursprünglicher Besetzung konnte die Leistungsdelle aber schnell ausgeglichen werden und mit starken Angriffsquoten gewannen die Gäste wieder die Kontrolle (4:1, 9:5). Der Aufschlag war zurück im Berliner Spiel und mit ihm auch die erfolgreiche Block-Abwehr-Arbeit (15:11, 23:17). „Berlin! Berlin!“ schallte es von den Rängen, als der “7. Mann“ wie die Männer auf dem Court die Oberhand zurückgewannen. 2.300 Kilometer fern der Heimat konnten die Berliner schließlich mit ihren Fans den zweiten, wichtigen Sieg in dieser Champions-League-Saison bejubeln (25:19). Nun kommt es für die BR Volleys um den MVP des Abends, Tim Carle, am 12. Januar in der Max-Schmeling-Halle zum Gipfeltreffen mit St. Petersburg, die parallel in Novi Sad noch deutlicher gewannen (25:22, 25:13, 25:20).

Stimmen zum Spiel
Timothée Carle: „Das war kein leichtes Spiel für uns, aber wir haben auch nichts anderes erwartet. Wir sind unheimlich fokussiert in dieses Match gegangenen und hatten einen perfekten Start. Im dritten Satz hat Benfica deutlich besser aufgeschlagen und stark abgewehrt, aber wir konnten antworten und haben im vierten Durchgang die nötige Reaktion gezeigt. Wir möchten in diesem Wettbewerb so weit wie möglich kommen und da waren das heute drei sehr wichtige Punkte für uns.“

Benjamin Patch: „Das war ein gutes Spiel, in dem beide Mannschaften hart gekämpft haben. Wenn du im Volleyball ein wenig die Energie verlierst, ist es schwierig, diese wiederzufinden. An diesem Punkt hat Benfica uns mit starken Aufschlägen erwischt. Wir haben aber erneut bewiesen, wie wir als Team zusammenstehen und zurückkommen können. Ende des dritten Satzes hatte ich leichte körperliche Probleme, bin aber umso glücklicher, dass ich im vierten Satz wieder meinen Beitrag zu diesem Sieg leisten konnte. Die sechs Punkte aus zwei Spielen sind der Start, den wir uns gewünscht und erarbeitet haben.“

BR Volleys Formation
Ruben Schott und Timothée Carle (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Matthew West, Marek Sotola, Samuel Tuia

Topwerte
Carle 18 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks, 76 % Angriffsquote | Patch 14 Punkte | Schott 11 Punkte, 77 % Angriffsquote | Danani 90 % positive Annahme

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Fotocredit: CEV

Wasserfreunde in der LEN Champions League

Im fünften CL-Spiel muss der erste Sieg her!

Drei Spiele haben die Wasserfreunde Spandau 04 – vorausgesetzt die Pandemie greift in die Abläufe nicht ein – in diesem Jahr noch zu spielen. Das erste und vielleicht auch wichtigste Match steht am Mittwoch in der Schöneberger Schwimmhalle (19 Uhr), am fünften Spieltag der Hauptrunde der Gruppe B in der Champions League, auf der Agenda. Gegner ist der bisher punktlose Achte und Letzte Steaua Bukarest. Für beide Kontrahenten zählt nur ein Sieg (und damit drei Punkte), um die letzte Chance auf einen der vier Top-Ränge und das Erreichen des Final 8 im Juni 2022 in Belgrad angesichts der starken Mitbewerber in der Achter-Gruppe wachzuhalten.

Im Anschluss folgt für die Berliner am 18. Dezember das Bundesliga-Heimmatch gegen die White Sharks Hannover und zwei Tage vor Heiligabend am 22. Dezember schließlich der Jahres-Kehraus wiederum in der Champions League bei den immens verstärkten Franzosen von CN Marseille.

Das Spielergebnis gegen Bukarest wird die Frankreich-Reise atmosphärisch bestimmen. Im Königswettbewerb waren der deutsche und der rumänische Rekordmeister bereits 2017/18 Hauptrunden-Gegner, damals gewann Spandau beide Partien. Damals gewannen die Berliner in Bukarest am 13. Januar 2018 durch einen Treffer des damals für Spandau aktiven rumänischen Nationalspielers Tiberiu Negrean in der Schlusssekunde zum 6:5 und das Rückspiel am 28. Februar 2018 in Berlin mit 11:9 (2 Tore Negrean). Tiberiu Negrean, der als Familienvater hauptsächlich aufgrund der coronabedingten Probleme in die Heimat zurückkehrte, trägt nun die Kappe von Steaua und wird am Mittwoch als Gast an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Spandau ist in diesem Duell leichter Favorit. Der eine Punkt der Berliner resultiert aus dem Heim-11:11 gegen Hannover, Steauas beste Partie war das 8:10-Heimmatch gegen Jug Dubrovnik. Im Unterschied zu früheren Jahren besteht das Bukarester Team nahezu ausschließlich aus rumänischen Top-Akteuren, vornweg der Mittdreißiger Alexandru-Andrei Ghiban, der der wichtigste Torschütze seines Teams ist. Spandau setzt mit seinem jungen Kader der Erfahrung Steauas laut Trainer Petar Kovacevic „Inspiration, Kompaktheit, Kreativität und Durchsetzungskraft“ entgegen. „Im fünften Champions-League-Spiel kann es nur heißen: Der erste Sieg muss her!“

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2021 / 2022

Spiel 5 – Gruppe B

Wasserfreunde Spandau 04 – Steaua Bukarest

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Spielbeginn: Mittwoch, 15.12.2021, 19:00 Uhr

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC Berlin mit 6 Punkte-Wochenende

BBSC Berlin – Fortuna Bonn        3:0 (23,21, 23)

Der BBSC hat sich am Samstagabend drei Punkte zum Doppelspieltags-Auftakt gegen die Fortuna aus Bonn gesichert.

Beide Mannschaften begannen mit einem untypischen Spiel. Von Beginn an bestimmten lange Ballwechsel das Geschehen. Keine Mannschaft vermochte es so recht, mit entsprechendem Nachdruck die Angriffsaktionen durch Punkte zu veredeln. Stattdessen bestimmte die gute Abwehrarbeit beider Seiten den Ablauf. Dabei hatten die Gäste zunächst Vorteile: Gerade im 1. Satz kämpfen sie um jeden Punkt, präsentierten gute Feldabwehr und lagen von Anfang an deutlich gegen die Berlinerinnen vorn. Erst mit dem 20:21 mussten sie akzeptieren, dass die Gastgeberinnen vorbeiziehen und den Satz holen. Berlin tat sich schwer, strahlte gerade in den Angriffsaktionen einige Unsicherheit aus und bekam den Ball nur mühsam auf den Boden.

Ähnliches Bild auch in den Folgesätzen, wenngleich sich Details änderten: Zu Anfang des 2. Satzes nutzte der BBSC eine Schwächephase des Gegners zu Satzbeginn und führte von Anfang an – der Satzgewinn ging nach Berlin. Eine Variation gab es auch im 3. Satz, da dieser von einer zu hohen Fehlerquote auf beiden Seiten geprägt war.

Rainer Schröter war nicht begeistert: „Wir hätten viel souveräner auftreten können, weil wir durchaus die Qualität haben. Obwohl wir nicht unser ganzes Können gezeigt haben, nehmen wir 3 Punkte für die Tabelle mit“

Die MVP Medaille auf Berliner Seite wurde Paula Morgenroth verliehen.

BBSC Berlin – VC Olympia Münster        3:0 (10, 22,7)

Mit einer Galavorstellung und dem zweiten 3:0 des Wochenendes schickten die Damen des BBSC die Talente aus dem Münsterland auf die Heimreise.

Von Anfang an diktierten die Berlinerinnen das Spiel. In jedem Aspekt waren sie besser als die Gäste. Trainer Schröter war schwer von seiner Mannschaft begeistert, da seine Mädels sowohl Spaß hatten, als Team ausgesprochen gut funktionierten wie auch jede einzelne Athletin auf das Spiel fokussiert war.

Von Münster war leider nichts die Stärke zu sehen, die Emlichheim oder Dingden Niederlagen beigebracht hatte. Die Westfälinnen erwischten einen rabenschwarzen Tag und hatten vor allem in Annahme und  Abwehr deutliche Defizite.

Nach dem Sonntag-Spiel sprach Trainer Schröter von einem zeitweise grandiosen Spiel: „Es ist sehr angenehm, dass wir die 6 Punkte dieses Wochenendes mitgenommen haben. Das tat uns sehr gut, nachdem wir ein paar Spiele verloren haben. Wir können es also noch. Das sollte uns auch Selbstvertrauen für die Partie gegen Oythe am kommenden Sonntag geben.“

Das nächste Spiel findet bereits am 19.12.21  in der Hämmerlinghalle statt. Um 15:00 Uhr wird gegen die Gäste aus Vechta angepfiffen.

Die MVP-Medaille des heutigen Sonntags wurde Zuspielerin Katharina Kummer verliehen.

Für den BBSC am Samstag im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel,  Anna Leweling, Annalena Grätz, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Hertha gewinnt, Union ermöglicht einen historischen Sieg und Viktoria schwächelt

Am Samstag, 11. Dezember, zur regulären Anstoßzeit empfing Hertha Arminia Bielefeld zum Kellerduell. So trostlos wie die Szenerie im Olympiastadion, nur 5.000 durften rein, war auch die Darbietung der beiden Bundesligisten. Es war nicht vergnügungssteuerpflichtig. Es setzte sich die talentierte Mannschaft durch oder manchmal schießt Geld eben doch Tore. Der Kicker titelte „Ohne Glanz, aber hochverdient“, es wurden drei wichtige Punkte. Die Abstiegszone ist nicht näher gerückt. Bis Weihnachten warten noch zwei harte Nüsse im Rahmen einer englischen Woche, erst auswärts in Mainz und anschließend Borussia Dortmund. Irgendwie durchkommen heißt die Devise.

Einen Tag später musste Drittligist Viktoria im Emsland-Stadion (seit 2014 Hänsch-Arena) beim SV Meppen antreten. Der Abwärtstrend konnte leider nicht gestoppt werden. Es begann zudem unglücklich für die Himmelblauen. In der 15. Spielminute sah Abwehrspieler Lukas Pinckert gelb-rot. Das machte die Aufgabe gegen die bestens aufgelegten Emsländer unlösbar. Der SV Meppen war in der vergangenen Saison sportlich abgestiegen, blieb nur drin, weil der KFC Uerdingen sich zurückzog, jetzt sorgen sie für Fuore und liefern die beste Hinrunde als Drittligist ab. Viktoria unterlag mit 0:3 und es hätte durchaus schlimmer kommen können. Der junge Torwart Julian Krahl verhinderte schlimmeres. Es war der letzte Spieltag der Hinrunde in Liga 3. Insgesamt sieht die Bilanz für den Liganeuling aus Berlin trotzdem nicht so schlecht aus. Es sind 6 Siege, 5 Unentschieden und 8 Niederlagen zu bilanzieren. Tabellenplatz 12 und 23 Punkte nach der Hinrunde, vor der Saison hätten sie das sofort unterschrieben, man sollte nicht vergessen, wo die Mannschaft herkommt. Die Rückrunde beginnt allerdings bereits am 4. Advent. Bevor die kurzen Weihnachtsferien beginnen, reisen die Viktorianer nach Köln zum Namensvetter in den Sportpark Höhenberg auf der rechten Rheinseite. Das Hinspiel, ihre Drittliga-Premiere, konnte Viktoria im Sommer mit 2:1 siegreich gestalten.

Eine Auswärtsniederlage holte sich ebenso der 1. FC Union ab. Für den Gegner Greuther Fürth war es ein historischer Sieg, der erste seit dem Aufstieg und zudem im umgebauten Ronhof-Sportpark. Zuschauer gab es keine, in Bayern wurden wieder Geisterspiele angeordnet. Die Eisernen wirkten kraftlos. Es war eines der wenigen Spiele bisher, wo sie weniger liefen als der Gegner. Was bedeuten schon 63 % Ballbesitz, wenn das Tor nicht getroffen wird und nicht einmal die bessere Zweikampfquote hilft. Sie ließen nur 3 Eckbälle der Fürther zu. Einer davon brachte den historischen Sieg für die Kleeblätter. Im Anschluss an einen Eckball war es der Norweger Havard Nielsen der den Ball in die Maschen drückte. Hatte er sich vorher gegen seinen Gegenspieler Kevin Behrens mit unerlaubten Mitteln Platz verschafft? Der Schiedsrichter ließ es durchgehen. Nach mehrmaliger Ansicht der Zeitlupe, es war eine fiffty-fiffty Entscheidung. Für Urs Fischer war es eine Fehlentscheidung, sein Kapitän in Fürth, Grischa Prömel, selbst kein Kind von Traurigkeit, sah das entspannter: „Das muss man nicht pfeiffen.“ Insgesamt taten sich die Eisernen schwer, gegen sehr tief stehende und aufopferungsvoll verteidigende Fürther das Spiel zu machen. So wurde es die vierte Saisonniederlage für den 1. FC Union.

Hans-Peter Becker