Keine Punkte für die Eisernen

Die großen Bayern waren da und fast keiner durfte direkt dabei sein. Im Fernsehen wirkte das Spiel wie eine Umarmung unter Vollschutz. Rund um das Stadion an der Wuhlheide wurden 400 Polizisten aufgeboten. Ein paar Unentwegte waren gekommen, um wenigstens einen kleinen Blick auf das Stadion zu erhaschen. Zwei besonders Mutige waren auf einen Baum geklettert und wurden von den Sicherheitskräften per Platzverweis am weiteren zuschauen gehindert. Der Rest fotografierte artig durch den Zaun und ging wieder nach Hause oder fand noch einen Platz einer Kneipe mit Sky-Empfang.

Im Stadion war es ruhig. Man konnte das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes hören. Wer es in normalen Zeiten nicht bekommen hatte, erstaunlich, was sich die Spieler alles so zurufen. Mit deutscher Gründlichkeit wurde das Konzept zur Hygiene umgesetzt, teilweise bis zur Albernheit. Es erschließt sich nicht, dass die Sky-Reporter vor der Kamera, an der frischen Luft, Masken trugen.

Zum sportlichen dieser Veranstaltung: Die Eisernen hielten das Spiel lange offen, waren trotzdem gegen die Bayern auf verlorenem Posten. Müßig, darüber zu spekulieren ob es mit ihrem lautstarken Publikum im Rücken viel anders gekommen wäre. Markus Hoffmann vertrat seinen Chef Urs Fischer, der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie, die Mannschaftsquarantäne verlassen hatte.

Im Sturm durfte Anthony Ujah für Sebastian Andersson starten und in der Abwehr ersetzte Keven Schlotterbeck, den gelb-gesperrten Marvin Friedrich. Im Mittelfeld bekam Grischa Prömel den Vorzug, so dass Christian Gentner zunächst mit vorschriftsmäßigen Mundschutz von der Bank aus zusah.

Die erste Halbzeit verlief ereignisarm. Die Führung in der 40. Minute fiel nach einer unglücklichen Aktion des erfahrenen Neven Sobotic, der im Strafraum gleichzeitig Ball und Gegner traf. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Robert Lewandowski sicher. Die Eisernen liefen mit enormen Aufwand die Räume zu, konnten aber kaum etwas für den eigenen Spielaufbau tun. Es sprangen lediglich 9 Torschüsse und 2 gute Chancen heraus. Die Bayern brauchten 80. Minuten um den Sack zuzubinden. Benjamin Pavard beförderte einen Eckball per Kopf ins Tor.

Die Bayern waren auf das Spiel der Eisernen gut vorbereitet. Die Versuche der Hausherren mit langen Pässen zum Erfolg zu kommen wurde von den Bayern erfolgreich unterbunden. In der Feinabstimmung müssen beide weiter zulegen, die erzwungene Spiel- und Trainingspause war deutlich zu bemerken. Bayern-Trainer Hansi Flick sprach nach dem Spiel von einem Arbeitssieg.

Mit dieser Niederlage bleiben die Köpenicker in der Tabelle einen Punkt hinter dem Rivalen aus Berlin-Charlottenburg. Am kommenden Freitag, 22.05. 2020 ist es wieder soweit, Derbytime unter Corona-Bedingungen.

Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Hübner. Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Andrich (70. Gentner), Prömel (85. Kroos), Lenz – Ingvartsen (81. Mees), Ujah (70. Andersson), Bülter (85. Ryerson)

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka (71. Coman), Thiago – Müller (90. Cuisance), Lewandowski, Gnabry (85. Perisic)

Tore: 0:1 Lewandowski (40. FE), 0:2 Pavard (80.)

Grischa Prömel bleibt eisern

Während sich die Mannschaft auf den Wiederbeginn der Bundesliga vorbereitet, läuft die Zukunftsplanung der Lizenzspielerabteilung des 1. FC Union Berlin auf Hochtouren. Geschäftsführer Oliver Ruhnert einigte sich mit Grischa Prömel auf eine Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Vertrages, somit zählt der 25-Jährige auch künftig zum Aufgebot von Chef-Trainer Urs Fischer.

Grischa Prömel, der im Sommer 2017 vom Karlsruher SC nach Köpenick wechselte, bestritt bisher 67 Pflichtspiele für den 1. FC Union Berlin, dabei gelangen dem gebürtigen Stuttgarter acht Treffer, sowie sieben Vorlagen. Nach dem Gewinn der deutschen A-Jungend Meisterschafft (2013/14) mit der TSG Hoffenheim und dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio folgte im Sommer 2019 mit dem Aufstieg in die Bundesliga ein weiteres Highlight in der Karriere des Mittelfeldspielers.

„Natürlich habe ich mir vor meiner Vertragsverlängerung viele Gedanken gemacht, wie mein weiterer Weg aussehen soll. Ich habe mich aber bei Union vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt und mit dem Aufstieg in die Bundesliga im vergangenen Sommer habe ich mir einen persönlichen Traum erfüllt. Durch diese Erlebnisse ist mir Entscheidung beim Verein zu bleiben nicht schwergefallen. Ich sehe hier die optimalen Bedingungen um mich auch in Zukunft bestmöglich zu entwickeln“, so Grischa Prömel nach seiner Unterschrift.

Grischa Prömel © Foto: Hans-Peter Becker

„Grischa Prömel ist hier bei Union zum Führungsspieler gereift, der einen wichtigen Beitrag zum Aufstieg in die Bundesliga geleistet hat. Sowohl auf als auch neben dem Platz ist Grischa ein wichtiger Leistungsträger unseres Kaders, auch wenn ihn die Verletzung in dieser Saison viele Spiele gekostet hat. Wir sind von Grischas Qualität überzeugt und sind der Meinung, dass er auch in Zukunft eine wichtige Rolle in unserem Team einnehmen wird. Deshalb freuen wir uns mit ihm auch in Zukunft als wichtigem Baustein unseres Kaders planen zu können“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, das neue Arbeitspapier des 25-Jährigen.

Grischa Prömel erhält beim 1. FC Union Berlin einen neuen Vertrag, gültig für die Bundesliga und die 2. Bundesliga.

Quelle: 1. FC Union Berlin

Der Nächste, bitte !

Zum dritten Bundesliga-Heimspiel erwartet der 1. FC Union den SV Werder Bremen. Es ist fast genau 10 Jahre her, da spielten beide Teams in der 1. Pokalrunde gegeneinander. Im aktuellen Kader stehen sogar noch zwei Spieler, die damals dabei waren. Auf seiten der Eisernen spielte Michael Parensen und auf Bremerseite wirkte Philipp Bargfrede (wurde in der 60. Minute für Mesut Özil eingewechselt) mit. Da Bargfrede nach einer Knie OP weiter pausieren muss, könnte Parensen wenigstens auf der Union-Bank sitzen. Damals waren die Eisernen als frischgebackener Zweitligist dem Pokalverteidiger hoffnungslos unterlegen und verloren mit 0:5.

So eindeutig wie damals sind die Rollen nicht verteilt. Den SV Werder mit Trainer Florian Kohfeldt plagen Verletzungssorgen, daraus erklärt sich größtenteils der schwache Start mit zwei Niederlagen und acht Gegentoren nach drei Spieltagen. Vor dem Spiel in der Wuhlheide fehlen dem Bremer Trainer allein acht Spieler wegen diverser Verletzungen. Vor allem ist die Abwehr von personellen Umstellungen betroffen.

Für Urs Fischer ist die Situation entspannter. Keven Schlotterbeck ist für diese Begegnung weiter gesperrt und wegen Verletzungen ausfallen werden Florian Hübner, Marcus Ingvartsen und Grischa Prömel. Hinter einem Einsatz von Sheraldo Becker steht ein kleines Fragezeichen.

Es könnte wieder torreicheres Heimspiel werden mit einer ähnlichen taktischen Grundausrichtung wie zuletzt gegen Dortmund. Bei der Verteilung der Tore hofft die ausverkaufte „Alte Försterei“ wieder auf ein siegbringendes Verhältnis. „Es gilt, die Leistung gegen Dortmund zu bestätigen. Da haben wir viele Dinge gut gelöst, die müssen wir auch am Sonnabend wieder gut machen. Das wird ein schwieriges Spiel, aber auch eine interessante Aufgabe, der wir uns stellen müssen.“ so Urs Fischer auf der Pressekonferenz zum Spieltag.

Das Spiel am Samstag, 14.09. beginnt um 15:30 Uhr und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Tobias Welz stehen. Die Eisernen dürften eher angenehme Erinnerungen an diesen Schiedsrichter haben. Er pfiff in diesem Jahr, am 31.01. das Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Union und den 1. FC Köln in der Alten Försterei. Mit nur 29% Ballbesitz gewannen die Hausherren mit 2:0 durch Tore von Florian Hübner und Marcel Hartel.

Hans-Peter Becker

Generalprobe missglückt

Urs Fischer hatte über 60 Minuten ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen, in der ersten Hälfte sogar ein sehr gutes, das erklärte nach dem Spiel gegen Celta de Vigo der verdutzten Journalistenschar. Die Generalprobe für bevorstehende Saison in der Bundesliga gründlich in die Hose gegangen. Mit 0:3 vor 11.032 Zuschauern zogen die Eisernen gegen Real Club Celta de Vigo, aus der ersten spanischen Liga den kürzeren. Bei der Beurteilung müssen Maßstäbe für einen Bundesligisten angelegt werden. Dem wurden die Eisernen nicht gerecht. Die beiden ersten Gegentore fielen nach Fehlern im Spielaufbau. In der 22. Minute brachte Brais Mendez die Gäste in Führung, die durch Santi Mina in der 57. Minute ausgebaut wurde. Beide Gegentreffer waren ein Vorgeschmack für die Spiele um Punkte in der Bundesliga. Was in Liga Zwei noch ausgebügelt werden kann, bedeutet in der neuen Spielklasse unweigerlich ins Hintertreffen zu geraten. Die technisch versierten Gäste warteten förmlich auf die Fehler der Eisernen.

Hoffnung gibt, dass die Eisernen sich durchaus Chancen erspielten. Die dickste Möglichkeit resultierte aus einem Eckball in der 36. Minute. Der Ball sprang von der Torlatte ins Feld zurück. Auf dem Spielberichtsbogen stand zwar „Freundschaftsspiel“, doch beide schenkten sich nichts. In der 16. Minute foulte Grischa Prömel den Kapitän der Gäste Iago Aspas, der daraufhin das Feld verlassen musste. Er kassierte wenig später auch die einzige gelbe Karte im Spiel.Bis zur 67. Minute spielten die Unioner in dem zuletzt erfolgreich praktizierten 4-2-3-1 System. Es wurde umgestellt durch die Hereinnahme von drei neuen Spielern zu einem 4-4-2, ohne dass etwas zählbares heraussprang. In der Schlussphase verstolperte Akaki Gogia den Ball, das hätte wenigstens der Ehrentreffer sein können. Den 3:0 Endstand für die Gäste besorgte Jorge Saenz nach einem Eckball.

Es gab einige nicht einsatzfähige Akteure bei den Eisernen zu vermelden. Felix Kroos, Florian Hübner und Neven Sobotic hoffen rechtzeitig wieder fit zu werden. Inwiefern die Startelf gegen Celta Vigo Rückschlüsse auf die Startelf für den Saisonstart zu lässt, ist wegen der unterschiedlichen Aufgaben, Pokal gegen den Regionalligisten Halberstadt, dann die Bundesliga-Premiere gegen RB Leipzig schwer zu sagen. Einen sicheren Stammplatz dürften aktuell nur Torwart Rafal Giekewicz und Kapitän Christopher Trimmel haben. Es gibt noch einiges zu tun für die sportliche Leitung.

Hans-Peter Becker

FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel, Rapp, Schlotterbeck (80. Parensen), Reichel (67. Lenz) – Gentner (80. Schmiedebach), Prömel (80. Kade) – Becker (61. Gogia), Ingvartsen (67. Ujah), Bülter (61. Flecker) – Andersson (67. Polter) 4-2-3-1/4-4-2

Celta Vigo:
Blanco (60. Villar) – Vasquez (86. Carreira), Aidoo (61. Araujo), Costas (61. Beltran), Olazo – Olaza (80. De Leon), Lobotka (80. Junca), Saenz (86. Bermejo), Suarez – Mina (80. Molina), Aspas (19. Losada) 4-4-2

1. FC Union testet gegen Wolfsburg und behielt in Aue die weiße Weste

Es hing am seidenen Faden, die erste Niederlage in der Saisonvorbereitung drohte. Das Testspiel in Aue endete mit einem Unentschieden. Die erste Halbzeit ging an den Neu-Bundesligisten und die Zweite an den ehemaligen Liga-Kollegen. Es hatte sich eine beachtliche Anzahl von Anhängern der Rot-Weißen im Erzgebirgsstadion eingefunden. Fußballerisch bekamen sie nicht allzuviel geboten. Diese Testspiele sind eher was für Fachleute.

Für Erzgebirge Aue war es wohl eine gelungene Generalprobe vor dem Ligastart am 28.07. in Fürth. Sie blieben gegen den zweiten Berliner Bundesligisten unbesiegt. Der MDR und RBB übertrugen dieses Spiel sogar live, mal ehrlich, da hätte ein Live-Stream genügt.

In der ersten Halbzeit deutete sich an, was die Eisernen in der ersten Liga vorhaben. Viel Gegenpressing und mit langen Bällen das Mittelfeld überbrücken. Die Doppelsechs mit Neuzugang Christian Gentner und Grischa Prömel sah schon ganz gut aus. Neben einer stabilen Abwehr wird es in der kommenden Saison auf die Spieleröffnung aus dem defensiven Mittelfeld heraus ankommen. Die Eisernen werden nicht die Mannschaft sein, die viel Ballbesitz haben wird. Insofern wird die Effektivität nach Balleroberung eine große Rolle spielen.

Den Treffer für Union erzielte Anthony Ujah im Anschluss an einen Eckball in der 17. Minute. Der Ausgleich für Erzgebirgler fiel in der 85. Minute.

1. FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel (73. Dietz), Friedrich, Schlotterbeck, Lenz (60. Reichel) – Prömel (60. Schmiedebach), Gentner (46. Andrich) – Becker (46. Flecker), Ingvartsen (60. Gogia), Bülter (60. Mees) – Ujah (60. Polter)

FC Erzgebirge Aue:
Männel – Rizzuto (46. Kalig), Gonther, Kusic – Fandrich, Hochscheidt, Baumgart (46. Nazarov), Riese (69. Krüger), Wydra (36. Mihojevic) – Zulechner (69. Daferner), Testroet

Zuschauer: 3.743

Tore: Ujah (17.), Daferner (85.)

Der nächste Testgegner kommt aus der Bundesliga. Am 27.07.2019 messen sich die Eisernen mit dem VfL Wolfsburg. Da die sich Wölfe zu diesem Zeitpunkt noch im Trainingslager in Österreich befinden, wird die Partie im dortigen Maximarkt-Sportpark in Anif (bei Salzburg) ausgetragen. Der Anstoß der Partie erfolgt um 15:00 Uhr. 

Hans-Peter Becker

Der 1. FC Union blickt durch die Tür zur Bundesliga

Ist es nur noch ein Spiel oder muss die Saison für die Eisernen durch die Relegation verlängert werden ? Die Relegation ist bereits sicher, das Restrisiko, dass der HSV nach Punkten zwar gleichziehen kann, ist bei dem Torverhältnis zu vernachlässigen. Der Grundstein wurde mit einem überzeugenden 3:0 Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gelegt.

In der seit Wochen ausverkauften „Alten Försterei“ brachte Grischa Prömel mit seinem artistischen Treffer zur 1:0 Führung nach 8 Minuten früh auf die Siegerstraße. Magdeburg hatte nichts zu bieten, es waren von den abgegebenen 12 Torschüssen, lediglich ganze zwei darunter, die die Qualität eines möglichen Torerfolges in sich trugen. Diese mangelnde Durchschlagskraft, nur 34 Tore in der laufenden Spielzeit, der schlechteste Wert aller Zweitligisten, war mit dafür verantwortlich, dass die Magdeburger wieder runter müssen.

Nach dem Schlusspfiff des sehr großzügig leitenden Schiedsrichters Robert Schröder aus Hannover sanken die Spieler in Blau-Weiß zu Boden und einige fingen an zu weinen. Während die Rot-Weißen feierten, sie hatten getan was notwendig war. Die erreichten 56 Punkte und der damit so gut wie sichere Tabellenplatz Drei sind der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte seit der deutschen Vereinigung. Gratulationen wollte man im Lager der Eisernen dafür nicht entgegenehmen. Verständlich, den der Fahrstuhl nach oben ist noch nicht betreten worden und im ungünstigen Fall geht die Tür wieder zu.

Es war zudem Respekt, den Urs Fischer gegenüber seinem Kollegen Michael Oenning bekundete: „Es ist heute nicht einfach: auf der einen Seite ein Trainer, der noch etwas gewinnen kann, auf der anderen Seite ein Coach, der gerade abgestiegen ist.“

Leider gab es zum Ende des Spiels Szenen, die keiner in einem Stadion sehen will. Magdeburger Fans versuchten die Plexiglasscheiben, die den Gästeblock abgrenzen, einzutreten. Vereinzelt wurden Metallteile in Richtung Spielfeld und Zuschauer geworfen. Einsatzkräfte der Polzei mussten vorübergehend für Ordnung sorgen. Das Spiel war unterbrochen. Im Block an der Waldseite, dort wo die Ultras des 1. FC Union stehen, wurden ein Banner und Fan-Utensilien des 1. FC Magdeburg gezeigt. Sebastian Polter begab sich an den Zaun, darauf verschwanden die Sachen aus dem Sichtfeld.

Es ist müssig darüber zu spekulieren wer angefangen hat, im Stadion sind auch Zuschauer, die sich einfach am Fußball erfreuen wollen und denen Ultra-Rituale gänzlich egal sind. Auf jeden Fall sind Strafen seitens des DFB zu erwarten.

Hans-Peter Becker

Aussichtsreich im Aufstiegskampf

Der 1. FC Union Berlin bleibt weiter im Aufstiegsrennen. Obwohl der Vierte gegen den Zweiten der Tabelle spielte war die Rede von einem Krisengipfel. Beiden Teams war gemeinsam, dass sie seit dem fünf Spielen auf einen Sieg warten. Nach dem 31. Spieltag steht eins fest, der HSV muss weiter warten und der 1. FC Union hat die Sieglosserie beendet.

Als Schiedsrichter Sascha Stegemann den letzten Pfiff der Partie tätigte kannte der Jubel keine Grenzen. Mit 2:0 wurde der HSV geschlagen und die Aussichten im Aufstiegskampf verbessert. Zur Stärkung des Mannschaftsgeistes wurde ein Kurztrainingslager in Kienbaum mit abschließenden Grillabend angesetzt. Ein voller Erfolg, die Mannschaft war bereit. Der HSV wurde niedergekämpft. Ging die erste Halbzeit noch torlos vorüber, führten zwei katastrophale Abwehrfehler in der 46. und 84. Minute zu den Toren. Erst vertändelte Gideon Jung den Ball vor dem eigenen Strafraum und ermöglichte Zulj den Führungstreffer, so war es ähnlich in der Schlussphase, als ein individueller Fehler, Grischa Prömel seinen Sonntagsschuss ermöglichte.

Beim HSV muss man sich Sorgen machen, reicht das Vermögen, um sofort wieder aufzusteigen oder muss eine weitere Runde in der 2. Liga gedreht werden ? Hinzukommen einige Baustellen im Kader. So wird Lewis Holtby nicht mehr für den HSV spielen. Nachdem ihm mitgeteilt wurde, dass es keine Zukunft mehr in Hamburg hat, wollte er auch nicht mehr mit Berlin fahren. HSV Trainer Hannes Wolf konnte seine Enttäuschung in der Pressekonferenz kaum verbergen und Kapitän Aaron Hunt hatte Mühe, die richtigen Worte zu finden. In der zweiten Halbzeit fand der HSV nicht statt.

Die Quittung ist jetzt der aktuelle Platz 4 der Tabelle, punktgleich mit dem 1. FC Union, der über das bessere Torverhältnis verfügt. Überraschend auf Platz zwei ist aktuell der SC Paderborn und die spielen noch gegen den HSV.

Bei den Verantwortlichen des 1. FC Union konnten sie sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Es sind noch 9 Punkte zu vergeben, bei maximaler Ausbeute wäre der Relegationsplatz gesichert. Für das Selbstvertrauen war der Sieg förderlich.

Hans-Peter Becker

Auswärts in Heidenheim

Es beginnt der Endspurt in der 2. Liga, neun Spiele und somit 27 Punkte sind noch zu vergeben. Vor dem Gang in die Stadt an der Brenz, einem Nebenfluss der Donau, gab sich Unions Übungsleiter Urs Fischer gewohnt zurückhaltend. Im bisherigen Saisonverlauf gab es eigentlich keinen Durchhänger. Ungeschlagen absolvierten sie die 17 Spiele der ersten Halbserie, erst am 18. Spieltag verloren sie erstmals, auswärts in Aue.

Seitdem ist nur eine weitere Niederlage, die beim FC St. Pauli, dazugekommen. Es klang ein bisschen so, als würde Urs Fischer warnen, dass es die Eisernen bald erwischen könnte, mit einem Durchhänger. Er käme jetzt sehr ungelegen. Die Tabelle hat sich weiter begradigt. Der HSV und der 1. FC Köln konnten sich leicht absetzen, während die Unioner den Platz drei festigen konnten.

Auswärts in Heidenheim, nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte, es gelang nur ein Sieg und dreimal fuhr man als Verlierer heim. Wie sieht es für den kommenden Spieltag aus. Im defensiven Mitteld sind Grischa Prömel und Nicolai Rapp gelb gesperrt. So wäre es eine Option, mal die taktische Grundordnung zu ändern. Sicherlich wird Fischer über ein 4-1-4-1 nachdenken. Verletzt ausfallen wird weiterhin Sebastian Polter, Fragezeichen stehen hinter den Personalien Carlos Mane und Michael Parensen.

Größere Verletzungssorgen hat sein Gegenüber Frank Schmidt nicht. Verzichten muss er auf seinen Mittelfeldspieler Robert Andrich, der zuletzt mit rot-gelb vom Platz flog. Es machten Schlagzeilen von einer Grippewelle in der Heidenheimer Mannschaft die Runde. Das haben sie wohl im Griff. Gegen den 1. FC Union wollen sie erneut ihre Heimstärke unter Beweis stellen.

Das Spiel am Freitag, 15. März beginnt um 18:30 Uhr in der Voith-Arena Heidenheim und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Sascha Stegemann stehen. Nach Aussage von Unions Pressesprecher Christian Arbeit werden etwa 1.000 Schlachtenbummler zur Unterstützung der Eisernen in Heidenheim erwartet. Wer von Berlin aus die 580 Autobahnkilometer auf sich nehmen will, es sind wären noch Eintrittskarten vorhanden.

Ostderby in Magdeburg – Spiel mit hoher „Aufregungsklasse“

In der DDR Oberliga hat es diese Partie in Magdeburg 19 Mal gegeben. Nach der Wende trafen beide in der Regionalliga aufeinander, letztmals in Magdeburg am 10. November 2007, es endete mit 1:1. Der 1. FCM ist Aufsteiger und Neuling in der 2. Fußballbundesliga. Die Erwartungen an der Elbe sind entsprechend groß. Es soll an die Erfolge aus alten Zeiten angeknüpft werden, Voraussetzung dafür ist zunächst der Klassenerhalt. Ein schweres Unterfangen, es läuft nicht gut in Magdeburg.  Es gelang erst ein Sieg in 15 Ligaspielen und der wurde auswärts am 8. Spieltag in Sandhausen erzielt. In der heimischen MDCC-Arena warten sie weiter auf den ersten Heimsieg. Das er gegen den 1. FC Union gelingen kann, ist nicht sehr wahrscheinlich. Dabei wäre ein Erfolgserlebnis sehr wichtig, die nächsten Gegner der Magdeburger sind der 1. FC Köln und St. Pauli, jeweils auswärts

Unions Trainer Urs Fischer übte sich in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Vorsicht. „Die beiden letzten Spiele hätten für Magdeburg auch anders ausgehen können.“ In Fürth hatte Magdeburg unglücklich verloren und am letzten Spieltag ging es im Heimspiel gegen Bochum torlos aus. Wichtig ist für meine Mannschaft, die richtige Einstellung zu finden.

Der neue Trainer Michael Oenning hat taktisch etwas umgestellt. Der Erfolg hat zwar noch nicht eingestellt, im Ostderby, mit dem ausverkauften Stadion im Rücken soll der der erste Heimdreier gelingen. Sie waren zuletzt nah dran, den zweiten Saisonsieg einzufahren.

Beide Trainer haben wenig Personalsorgen. Die Eisernen werden auf den Einsatz von Grischa Prömel verzichten müssen. Marc Torrejon ist langzeitverletzt. Im letzten Spiel gegen Darmstadt bekam Sebastian Andersson den Vorzug vor Sebastian Polter. Wer wird in Magdeburg beim Anpfiff auf dem Rasen stehen ? Zu einer Doppelspitze wird sich Urs Fischer wohl nicht durchringen oder vielleicht doch ?

Für das Spiel am Sonntag, 9.12. ab 13:30 Uhr ist Dr. Felix Brych als Schiedsrichter nomminiert. Unter den Zuschauern werden 2.400 Anhänger des 1. FC Union sein und auf einen ähnlich guten Ausgang, wie zuletzt in Hamburg hoffen oder darf es etwas mehr sein ? Was die Aufregungsklasse angeht, hitzig sollte es nur auf dem Rasen zugehen.

Hans-Peter Becker

 

Wird die Serie der Unentschieden durchbrochen ?

Sie sind in der Liga als einziges Team noch ungeschlagen und die Unentschieden-Könige. Von den bisher absolvierten zwölf Ligaspielen wurden vier gewonnen und sage und schreibe acht mit einem Remis beendet. Gegen den nächsten Gegner im Heimspiel am kommenden Sonntag, 11. November soll mal wieder ein Sieg her. Es ist aber kein Muss, wie Trainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel betonte. Mit der Spielvereinigung Greuther Fürth kommt ein Kontrahent in die „Alte Försterei“, der bislang genauso viele Punkte sammeln konnte wie die Eisernen. Erwartet wird ein Spiel auf Augenhöhe, hart umkämpft und es könnte sein, dass eine Entscheidung erst in den Schlussminuten gelingt.

Die Vorbereitung lief gut, die Mannschaft hat  sich im Training voll reingehängt. Mit der Serie an sieglosen Spielen sind  die Profis unzufrieden. Zumal die Chancen auf den Sieg, wie zuletzt in Regensburg, größer waren, als eine Niederlage zu kassieren. Die Voraussetzungen für den fünften Saisonsieg sind nicht schlecht. Sollte es gelingen, wäre es nicht unbedingt ein Sprungbrett nach oben, dafür ist die Liga zu ausgeglichen.

Personell sieht es gut aus, Urs Fischer hat bis Marc Torrejon keine verletzten Spieler zu beklagen. Ein Fragezeichen steht bei Felix Kroos. Hier wird sich erst am Samstag entscheiden, ob er einsatzfähig ist. Gesperrt ist Grischa Prömel, er sah in Regensburg die Ampelkarte. Ein Spieler, der im defensiven Mittelfeld gesetzt war. Für ihn könnte Michael Parensen in die Startelf rücken. Taktisch könnte Urs Fischer seiner Mannschaft ein 4-4-2 System verordnen, mit einer Doppelspitze aus den beiden Sebastians, Andersson und Polter.

Für das Spiel werden etwa 21.500 Zuschauer erwartet. Ein Teil des Gästeblocks wird für die Fans der Eisernen verfügbar sein, da aus Franken nur ca. 350 Anhänger erwartet werden. Für Kurzentschlossene bietet also die Gelegenheit zum Stadionbesuch. Die Anreise dürfte sich beschwerlich gestalten. Die S-Bahn Linie 3 fährt nicht. Es gibt lediglich einen Schienenersatzverkehr.

Das Spiel beginnt um 13:30 Uhr und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Daniel Schlager stehen. Er leitete bereits die Partie des 2. Spieltages, als der 1. FC Union beim Absteiger in Köln ein 1:1 holte. Dieses Ergebnis sollte am Sonntag nicht unbedingt am der seines Schlusspfiffes stehen.

Hans-Peter Becker