Berliner Fußball im Überblick

und anstehende Entscheidungen im Verband. Am Saisonanfang werden die Weichen gestellt. In der Eliteliga vertritt wohl in 2021/22 der 1. FC Union Berlin am besten sowohl international im Europacup, im DFB-Pokal. Nach dem Auswärtsspiel gegen Hoffenheim unbesiegt zum Bundesliga-Auftakt, 2 Punkte, während Hertha BSC das erste Heimspiel gegen Wolfsburg vergeigte und damit als Tabellenletzter einen kaum möglich gehaltenen Fehlstart hingelegt hat, der einzige Bundesligist noch ohne Punktgewinn.

In der 2. Bundesliga muss kein Berliner Verein um Punkte kämpfen und in der 3. Liga verlor Viktoria 89 am 4. Spieltag die Tabellenführung durch die 0:1-Niederlage gegen Hallescher FC; mit neun  Punkten. In der kommenden englischen Woche muss Viktoria bereits am Dienstag, 24.08. nach Zwickau (17.) und am Samstag, 28.08. zum 6. Spieltag kommt Waldhof Mannheim, Anstoß 14.00 Uhr, Jahn-Stadion.

In der Regionalliga Nordost teilen sich drei Berliner Vertreter die Tabellenplätze 2 – Berliner AK, 16 Punkte, nach 7 Spieltagen, Tabellenpl. 3 BFC Dynamo (nach 6 Spielen, 15 Punkte), 4. VSG Altglienicke  (6 Spieltage), 14 Punkte. Hertha BSC II (11., 8 Punkte) punktete noch am 5. Spieltag mit 1:0 gegen den Chemnitzer FC, verlor aber am 7. Spieltag das Heimspiel mit 0:1 gegen Chemie Leipzig.

Die Begegnung Tennis Borussia – Energie Cottbus fiel aus, im Auswärtsspiel beim Tabellenletzten FC Eilenburg 2 Punkte holten sich die Borussen drei Punkte, gewannen 2:0. Auf den gefährdeten Positionen stehen Aufsteiger SV Tasmania, Platz 15 mit 6 Punkten und dahinter Lichtenberg 47 mit aktuell 5 Punkten.

In der englischen Woche holte sich Lichtenberg 47 bei Chemie in Leipzig mit den 1:0-Sieg drei wichtige Punkte; das Heimspiel am 7. Spieltag gegen Luckenwalde wurde allerdings mit 0:3 deutlich verloren. Tasmania ging beim BFC Dynamo mit 0:6 baden, erholte sich aber im Heimspiel gegen Optik Rathenow, immerhin ein 3:3 und ein Zähler. Das Berlin-Derby BAK 07 – VSG Altglienicke endete 0:2. Der Berliner AK verpasste damit den Sprung an die Tabellenspitze. Altglienicke setzte die gute Leistung in Chemnitz fort, gewann 2:0 und drei Punkte. Auf dem Vormarsch scheint Energie Cottbus zu sein, 6:1 gegen Union Luckenwalde, während der BFC  Dynamo die erste Niederlage in Babelsberg, 1:2, kassierte.

Blick voraus auf den 8. Spieltag: Am Freitag, 27.08. steht das Lokalderby BFC Dynamo – Lichtenberg 47 an und Hertha BSC II muss in Luckenwalde bestehen. Am Samstag, 28.08. empfängt Tennis Borussia Germania Halberstadt. Tasmania beginnt zur selben Uhrzeit,13:00 Uhr in Jena. Am Sonntag, 29.08. kommt es ab 13:00 Uhr zum Top-Spiel im Poststadion, Berliner AK – Energie Cottbus und eine Stunde spielt im Amateurstadion die VSG Altglienicke – 1. FC Lok Leipzig. Die Volkssportler teilen sich ja das Amateurstadion mit Hertha II.

Die Oberliga handeln wir gemeinsam mit der Berlin-Liga gesondert ab. Ein Hinweis darf hier nicht fehlen: Interessant für alle Berliner Fußballvereine, vor allem im Amateurbereich, ist der 28.08.2021, da wird ein neues Präsidium im Rahmen des Verbandstages gewählt. Präsident Bernd Schultz möchte mit seiner langjährigen Erfahrung für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt werden. Doch Gaby Papenburg als Gegenkandidatin will künftig den Frauenanteil in den Gremien und Führungspositionen im BFV (bisher nur 12 Prozent) steigern. Der BFV sei, wie der DFB, eine patriarchische Organisation und dagegen will sie was tun. Zudem fordert sie kurze Entscheidungswege und mehr Transparenz. Bald wissen wir mehr.    

Christian Zschiedrich

Ihr enttäuscht uns Berliner seit Jahren immer wieder

Wer könnte, wer ist gemeint? Hertha BSC mit zwei Pleiten zum Bundesligastart, jetzt Tabellenletzter, muss die Realität vorgehalten werden. Kommt mir bloß nicht mit der Ausrede, es seien ja noch viele Spiele zu bestreiten. Im Heimspiel gegen Wolfsburg bekam Hertha die Grenzen ihrer Spielweise (kaum Torschüsse) vom Gast beim 1:2 aufgezeigt und Lars Windhorst wird sich im stillen Kämmerlein fragen, wie konnte ich meine Millionen nur so verpulvern? Im Vergleich zu den Leistungen in den Jahren davor hat sich bis zum heutigen Tage kaum etwas geändert. Heißt, die Anhänger von Hertha BSC müssen weiterhin Geduld haben. Der Trainer und die Verantwortlichen in der Führungsetage können den Fehlstart nicht schönreden.

In dieser Verfassung geht es zum 3. Spieltag ausgerechnet nach München zu den Bayern.

Der 1. FC Union und die Bayern machen heute, am Sonntag, 22.08., den 2. Spieltag komplett. Union spielt in Hoffenheim und Bayern München empfängt den 1. FC Köln.  Union dürfte in Hoffenheim anders zu Werke gehen als Hertha, nach dem 4:0-Auswärtssieg in Helsinki (Play-off Hinspiel in der neu geschaffenen Europa Conference League) das nötige Selbstvertrauen entwickelt haben. Die Tore im Spiel, in Finnland erzielten Taiwo Awoniyi, Max Kruse und Andreas Voglsammer. Bereits am Donnerstag, 26.08., kommt es im Olympiastadion zum Rückspiel, dem Einzug in die Gruppenphase sollte, bei allem Respekt für die Mannschaft aus Finnland, kein Zweifel bestehen. Noch ein Wort zu Max Kruse, bei der Abreise zum Auswärtsspiel war nicht dabei. Statt in den Mannschaftsbus stieg er in seinen privaten PKW, so jedenfalls vermeldet von einem Berliner Radiosender. Mal sehen, ob er in Sinsheim dabei ist? Offiziell ist bisher nichts zu erfahren.

Christian Zschiedrich

SV Reinickendorf schafft Bundesliga-Aufstieg

Ein Berliner Tennis-Verein in der Bundesliga ist eine Seltenheit in Tennis-Deutschland. Jetzt ist aber ein Klub aus dem Berliner Norden erstklassig geworden. Die Sportliche Vereinigung Reinickendorf hat den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft.

Das Herren-30-Team der Reinickendorfer hat in der Regionalliga die Spitzenposition belegt und sich so als Aufsteiger fürs Tennis-Oberhaus qualifiziert. Ungeschlagen haben die Reinickendorfer ihre Saison beendet und im entscheidenden Spiel haben sie auch dem größten Aufstiegskonkurrenten aus Hamburg keine Chance gelassen. Gegen den THC von Horn und Hamm hat die SVR nach den sechs Einzeln und drei Doppeln souverän mit 7:2 gewonnen. Damit ist die SV der erst vierte Tennisverein aus Berlin, der eine 1. Bundesliga-Mannschaft stellt (nach LTTC Rot-Weiß, TC 1899 Blau Weiß und TC SCC Berlin).

Seit Sonntag prangt nun ein großes Bundesliga-Banner mit den Konterfeis aller Spieler dieser erfolgreichen Mannschaft über dem Center-Court in Tegel-Süd. Unweit des Flughafensees gibt es bei der SV Reinickendorf im kommenden Jahr also Erstliga-Tennis zu sehen.

Christian Zschiedrich

Neuer Vertrag für Dedryk Boyata

Unser Kapitän, der seit 2019 für Hertha BSC spielt, bleibt an Bord und verlängert sein Arbeitspapier bis 2024.

Erfreuliche Nachrichten noch vor dem Bundesliga-Auftakt: Neuer Vertrag für Dedryk Boyata bleibt Herthaner ! Unser Hauptstadtclub verlängerte am Donnerstag den Vertrag mit unserem Kapitän bis 2024. „Dedryck ist eine wichtige Führungspersönlichkeit für uns und spielt in unseren Planungen eine zentrale Rolle. Daher sind wir froh, diesen Vertragsabschluss frühzeitig vollzogen zu haben. Mit seiner Qualität und seiner Erfahrung ist er ein entscheidender Baustein für die nächsten Jahre“, kommentiert unser Geschäftsführer Sport Fredi Bobic die Personalie. Boyata blickt mit einem guten Gefühl auf die nächsten Jahre bei unserer ‘Alten Dame‘. „Ich habe das Vertrauen der Verantwortlichen immer gespürt, auch in den Phasen, in denen ich verletzt war. Davon möchte ich in den nächsten Jahren etwas zurückgeben. Dieser Verein hat großes Potenzial und gemeinsam wollen wir die Basis für sportlichen Erfolg legen.“

Der 30-Jährige, der künftig die Nummer 4 tragen wird, schloss sich unserem Club 2019 an und bestritt seitdem 48 Pflichtspiele (fünf Tore, eine Vorlage) mit der Fahne auf der Brust. Seit der vergangenen Spielzeit führt der Innenverteidiger unsere Spreeathener als Kapitän auf den Rasen. Für die belgische Nationalmannschaft bestritt der Rechtsfuß 25 Länderspiele, davon zwei bei der EM 2021 und drei bei der WM 2018. Vor seiner Zeit in Berlin schnürte der kopfballstarke Defensivspieler vier Jahre die Fußballschuhe für Celtic Glasgow. In Schottland gewann er vier Mal die Meisterschaft und je drei Mal den Pokal bzw. Ligapokal. 2007 war der gebürtige Brüsseler aus seiner Heimatstadt zu Manchester City gewechselt, bei den ‚Skyblues‘ erhielt er 2009 seinen ersten Profivertrag, debütierte 2010 in der Premier League und bestritt bis zu seinem Wechsel nach Glasgow insgesamt 35 Pflichtspiele für den amtierenden englischen Champion. In seiner Vita tauchen damit auch der Gewinn der englischen Meisterschaft und des Ligapokals 2014 sowie der des FA-Cups 2011 auf. Bei Ausleihen zu den Bolton Wanderers und in die Niederlande zu Twente Enschede sammelte der 1,88-Mann weitere wichtige Erfahrungen auf nationalem wie internationalem Parkett.

Quelle: Hertha BSC

Die Fußballer Berlins mausern sich

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Headlight Pictures

Diese Feststellung könnte zwar schon am WOCHENENDE (7./8. August) Lügen gestraft werden, wen beispielsweise am Sonntag Hertha BSC, wie so oft im DFB-Pokal, diesmal in Meppen verlieren sollte oder gar der 1. FC Union in München beim Drittligisten Türkgücü. Damit ist jedoch kaum zu rechnen. Union schloss die Vorbereitung mit dem 2:1-Sieg gegen den spanischen Erstligisten Athletic Bilbao, einem 1:1 gegen Dynamo Kiew  und 2:0 gegen OGC Nizza ungeschlagen ab. Hertha BSC, ebenfalls gut vorbereitet, sogar Liverpool bezwungen, wird aus den Lehren der Vergangenheit gelernt haben. Letztendlich muss sich der VfB Stuttgart in Berlin gegen den BFC  Dynamo warm anziehen. Nicht nur der zwei Corona-Fälle im VfB-Lager, sondern infolge der Dynamo-Spielstärke. Im Berlin-Pokal haben sie BAK und auch Viktoria rausgeworfen und aktuell, man höre und staune, sind sie mit 9 Punkten nach dem 3. Spieltag Tabellenführer. Gewannen zuletzt auswärts beim FC Eilenburg 2:0, schlugen Energie Cottbus 2:1 und den 1. FC Lok in Leipzig 4:1. Spätestens am Sonntag, 8. August wissen wir mehr.

Sind es in der Regionalliga Nordost immerhin sieben Berliner Vereine, die nicht nur zahlenmäßig das Regionalhaus dominieren, der Berliner AK ist mit neun  Punkten Tabellenzweiter, Altglienicke mit 7 Punkten Tabellenvierter, sogar Aufsteiger SV Tasmania schlägt sich prächtig – in der Oberliga sind es „nur“ sechs Berliner Clubs, die am kommenden Wochenende ihr Programm aufnehmen. Am Freitag, 6. August steht das Derby SC Staaken gegen Blau Weiß 90 im Sportpark Staaken, 19.30 Uhr, an. In Fachkreisen werden die Ostseeclubs Greifswald und Rostocker FC als Aufstiegsfavoriten gehandelt. Bei den sechs Vereinen, die als abstiegsgefährdet eingestuft werden, wird kein einziger Berliner genannt. Die Fußball-Woche titelt: „Ostseeklubs fordern Berlin heraus“.

Zu den Oberliga-Vertretern SC Staaken und Blau Weiß 90 zählen weiter Hertha 03 Zehlendorf, CFC Hertha 06, SFC Stern 1900 und Aufsteiger Eintracht Mahlsdorf. Ungewohnt für uns Berliner ist es noch höher, in die 3. Liga zu schauen. Wir finden namhafte Vereine mit großer Vergangenheit in dieser und wieder einen Berliner Vertreter, den zweiten nach dem 1. FC Union. Wer führt die Tabelle nach dem 2. Spieltag an: Aufsteiger FC Viktoria 89 mit 6 Punkten und 6:1 Toren! Am Sonntag, 15.8., 13 Uhr, Jahn-Stadion, heißt die Partie FC Viktoria 89 – 1. FC Kaiserslautern.

Christian Zschiedrich  

1. Spieltag in der Berlin-Liga

Im Auftaktmatch an der Dorfkirche sah es am Freitag zwischen Stern Marienfelde und Al-Dersimspor lange nach einer torlosen Punkteteilung aus, bis zur Schlussminute. Sahin erzielte in der 89. Minute das 1:0 für die Gäste.

Erwartet gewannen die Füchse Berlin an der Sömmeringstraße gegen Gastgeber Brandenburg 03 mit 3:1. Die Platzherren starteten mit der für Berlin-Liga Verhältnisse spektakulären Trainerverpflichtung Edson David Reynal Landaveri in die Saison, der Bolivianer, der zuletzt die B-Jugend von Rayo Vallecano in Madrid trainierte, die UEFA-Pro-Lizenz besitzt (seit Oktober 2020) und damit eigentlich für diese Spielklasse überqualifiziert ist. Die UEFA-Pro-Lizenz ist dem Fußballlehrer gleich gestellt. Er könnte mit dieser Ausbildung auch Profimannschaften bis zur Champions-League trainieren. Die auch von uns als ein Meisterschaftsfavorit eingestuften Füchse ließen sich davon nicht beeindrucken, gingen durch Rüdiger bereits in der 4. Minute in Führung. Nahmen allerdings nach genau einer halben Stunde den 1:1-Ausgleich durch Bushay hin und schlugen noch vor der Halbzeit, in Minute 44, durch Haubitz zurück. Die 03er waren in Gedanken mit dem Unentschieden bereits in der Kabine. Im 2. Durchgang traf Werbelow (54.) zum 3:1 für die Füchse.

Sechs Tore gab es in Biesdorf, eins für Aufsteiger Fortuna, allerdings erst als Sparta Lichtenberg bereits mit 5:0 führte. Zur Pause hieß es 0:3 am Grabensprung für die Gastgeber. Lang verwandelte in der 41. einen Elfer zum dritten Treffer für Sparta, Hänisch (65.) und Cicek (85.) erhöhten auf 4:0 und 5:0. Lindemann gelang in der 87. Minute der bereits erwähnte Ehrentreffer zum Endstand 1:5. Sparta Lichtenberg ist der Auftakt-Tabellenführer.

Ein Tor mehr erlebten die Zuschauer beim 4:3 der Spandauer Kickers über den TSV Rudow. Gempf brachte den TSV in der 10. Minute in Führung. Die Spandauer ließen sich jedoch die Butter nicht vom Brot nehmen, Tastan verwandelte in der 19. Minute einen Strafstoß zum 1:1 Ausgleich und Saleh legte in der 32. Minute zur 2:1-Führung nach. Saleh erhöhte in der 45. Minute auf 3:1. Nach dem Wechsel verkürzten die Rudower durch Dräsel auf 3:2 (63.), doch abermals Tastan verwandelte den nächsten Elfmeter zum 4:2 (85.). Günther brachte mit seinem Treffer in der Schlussminute Spandau wieder auf ein Tor heran – doch die Zeit reichte nicht mehr für einen weiteren Gästetreffer.

Der 1. FC Wilmersdorf besiegte SD Croatia 3:2, führte durch Ohadi (3.) und Bahceci (26.) bereits mit 2:0, um schließlich das 1:2 (28.) Schedlinski und das 2:2 (73.) Runge hinnehmen zu müssen. Die Gäste waren sogar dem Siegtor nahe, das aber erzielte Agyei-Yeboah (90 + 2) zum 3:2 Heimsieg in der Nachspielzeit.  Am Freitag, 6. August muss der 1.FC Wilmersdorf zu den Füchsen an den Wackerweg, wo in dieser Saison die Trauben hoch hängen sollen.

1:1 Unentschieden trennten sich der Berliner SC und der SC Charlottenburg. Die Torfolge: 1:0 (7.) Hoffmann, 1:1 (29.) Horchert.

Bleibt, die Partie Türkiyemspor – SV Empor, ein knapper 0:1-Auswärtssieg des SV Empor durch eine verwandelten Elfmeter von Kempter in der 60. Minute.

Ein überraschendes Resultat gab es beim Aufeinandertreffen des 1.FC Novi Pazar aus Neukölln gegen Berlin Hilalspor 1987. Die Gäste entführten mit dem 2:0 die drei Punkte am grünen Tisch, ohne gespielt zu haben. Novi wollte wegen eines Corona-Verdachtsfalls nicht antreten. Der BFV sagte laut Staffelleiter Frank Godau: „Ein Verdachtsfall reicht nicht aus“ und wertete die Partie mit zwei Toren für Hilalspor.

Die ausgefallene Partie TuS Makkabi – Berlin Türkspor wurde neu angesetzt und wird am 11. August, 18 Uhr, Julius-Hirsch-Sportanlage nachgeholt.

Christian Zschiedrich

Saisonstart in der Berlin-Liga

Die Zeit der Testspiele geht zu Ende. Die Landes-, Bezirksligen und Kreisklassen beginnen am 15. August mit den Meisterschaftsspielen zur neuen Saison. In der Berlin-Liga rollt am kommenden Wochenende, ab 30. Juli der Ball wieder. Im Vorjahr ging es erst am 23. August los. Traditionell kommt es an einem Freitag, dem 30.07., zu einem Eröffnungsspiel. Dieses Mal an der Dorfkirche, Stern Marienfelde emfängt den BSV Al-Dersimspor. Es folgen die beiden Samstagspiele ab 14 Uhr: Fortuna Biesdorf spielt gegen Sparta Lichtenberg (am Grabensprung) und an der Sömmeringstraße empfängt Brandenburg 03 die Füchse Berlin. Zum Auftakt stehen weitere Sonntagspiele an:

12 Uhr, Julius-Hirsch-Anlage, TuS Makkabi – Berlin Türkspor

12.30 Uhr, Staaken West, Brunsbütteler Damm, Spandauer Kickers – TSV Rudow

13.00 Uhr, Hubertusallee, Berliner SC – SC Charlottenburg

14.00 Uhr, Willi-Kressmann-Stadion, Türkiyemspor – SV Empor

15.00 Uhr, Koloniestraße, 1. FC Wilmersdorf – SD Croatia

In den Vereinen der obersten Berliner Spielklasse gibt es zur neuen Saison einige personelle Veränderungen. In Wilmersdorf debütiert ein Ex-Profi, Karim Benyamina, auf dem Trainerstuhl, unterstützt von seinen Co-Trainern Kwasi Boachie und Timo Szumnarski, dem Sportvorstand.

Blicken wir doch zunächst auf die Nordberliner, die Füchse Berlin und den spielfreien SC Frohnau. Wie die Spieler der Berlin-Liga aus der achtmonatigen Pause kommen werden, ist schwer zu beurteilen. Kann zudem das Impfen eine komplette Spielzeit ermöglichen?

Die Füchse Berlin gehören mit Trainer Ümit Ergirdi in dieser Saison zu den Meisterschaftsfavoriten. Steven Haubitz, der beste Stürmer der vergangenen Jahre,  hat aufgehört. Die Füchse sind trotzdem frohen Mutes, können das wohl kompensieren. Mit Caner Özcin wurde als Ersatz ein Stürmer geholt, der bereits über 200 Regionalligaspiele absolvierte und mit 27 Jahren keineswegs seinen Zenit überschritten hat und bei den Füchsen seine Laufbahn beenden will. Die Erwartungen sind nicht unbegründet. Überhaupt waren einige Füchse-Spieler bereits höherklassig aktiv. Erfahrung ist gut, für Geschlossenheit und Zusammenwirken müssen die Trainer sorgen. Der Kader kann sich sehen lassen. Ob’s passt? Wir wünschen es den Füchsen.

Spielfrei hat zum Auftakt der Frohnauer SC. Bei 19 Mannschaften muss immer eine pausieren. Am 15. August haben die Frohnauer zum Auftakt ein Heimspiel, gegen den SV Empor. Als neuer Trainer fungiert Guido Perschk. Mit Talenten aus dem eigenen Nachwuchs konnten sich die Frohnauer in der Berlin-Liga etablieren. Sie müssenn zwei wichtige Spieler ersetzen, Abwehrchef Marcel Miesner und Torwart Emil Bunzel. Das soll in der Abwehr mit Tobias Hampel von den Füchsen kompensiert werden. Perschk meint, Hampel sei sogar flexibler einsetzbar. Interessant, die Mannschaft wird von einem Trainer-Trio geführt, Perschk zusammen Andreas Weiner und Olaf Jahn.

Christian Zschiedrich.

Kurz und Knapp – Meldungen vom Berliner Fußball

Hertha BSC im Trainingslager in Leogang

Zell am See:  Ursprünglich sollte am Mittwoch, 28.07., im Rahmen des Trainingslagers ein Testspiel  gegen den FC Villarreal stattfinden. Doch die Spanier sagten wegen mehrerer positiver Coronatest im Team ab. Dennoch wird gespielt. Am Donnerstag, 29.07 gegen den FC Liverpool und am Freitag, 30.07. gegen Al-Hilal Riad aus Saudi Arabien.

Weitere Termine der Hertha im August:

So, 8.8., 15.30 Uhr, DFB-Pokal SV Meppen – Hertha BSC

So, 15.8., 17.30, BL 1. Spieltag 1.FC Köln – Hertha BSC

So, 21.8., 15.30, BL 2. Spieltag Hertha BSC – VfL Wolfsburg

Sa, 28.8.,18.30 Uhr, BL 3. Spieltag Bayern München – Hertha BSC

Weniger gewaltbereite Fußball-Fans

Die Zahlen der gewaltbereiten Fans bei den Berliner Clubs Hertha BSC, 1. FC Union und BFC Dynamo gehen weiter zurück. Mit Stand vom 9. Juli 2021 wurden insgesamt 1.088 Anhänger der drei Vereine  als gewaltbereit eingeordnet. 2020 waren 10 mehr, im Jahr 2019 wurden 1.169 gezählt. Die meisten gewaltbereiten Fans sind im Umfeld von Hertha BSC mit immerhin 463 registriert.  

Ergebnisse der Berliner Mannschaften 2. Spieltag der Regionalliga Nordost

FC Carl Zeiss Jena – VSG Altglienicke 1:2

Auerbach – BAK 1:3

TeBe – Union Fürstenwalde 3:1

Babelsberg – Chemnitzer FC 2:1

Bravo zum Saisonstart der Berliner Fußball-Vereine

Hans Peter Becker hat sich ja im Vorfeld und zum Auftakt von Viktoria 89 in der 3. Liga sehr schlau gemacht und mir obendrauf voller Begeisterung vom 1:1 Ausgleichstor von Yannis Becker gegen Viktoria Köln berichtet. Er schwärmte am Telefon weit mehr vom volley aus gut 20 Metern erzielten Ausgleich in den Torwinkel, als in seinem hier abgedruckten Bericht von Viktorias geglückter Premiere. Ein Traumtor und nur eine Minute später per Doppelschlag das 2:1 (38.) durch Lukas Falcao, klassisch her ausgespielt. Das Spiel hatte mehr als die 1.112 Zuschauer im Jahn-Stadion verdient. Das Auftakt-Match innerhalb von einer Minute zu  drehen  beeindruckte sogar Gästetrainer Olaf Janßen und Viktorias Coach Benedetto Muzzicato lobte, wie sein Team auf den frühen Rückstand reagiert hat.

So erfreulich es ist, einen Berliner Vertreter in der 3.Liga zu haben, in der Regionalliga Nordost sind es sieben Berliner Vereine – drei gewannen, drei verloren und Altglienicke spielte 1:1 gegen Optik Rathenow. Erfreulich der 4:1-Sieg von BFC Dynamo in Leipzig beim 1.FC Lok. Aufsteiger Tasmania  bezwang Babelsberg 03 2:0. 1:0 gewann der Berliner AK gegen Carl Zeiss Jena. Als Verlierer vom Feld gingen: Hertha BSC II deutlich 0:4 in Halberstadt, Tennis Borussia 1:3 in Chemnitz und Lichtenberg 47 0:1 in Meuselwitz.

Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Gleich zum Start wird eine englische Woche gespielt. Bereits am Dienstag, 27.07. muss Altglienicke nach Jena, der BAK fährt nach Auerbach und Tennis Borussia empfängt im Mommsenstadion Union Fürstenwalde. Am Mittwoch, 28.07. folgt im Poststadion die Partie Lichtenberg 47 – Tasmania, ein Berlin-Derby. Der BFC Dynamo spielt gegen Energie Cottbus Pele Wollitz, wieder Trainer in Cottbus, kommt zum alten DDR-Klassiker ins Sportforum. Hertha BSC II empfängt im Amateurstadion ZFC Meuselwitz.

Hier noch die Paarungen des 3. Spieltages für die Berliner: Samstag, 31.07.2021, 13 Uhr, Poststadion BAK – Tennis Borussia, Babelsberg 03 –Lichtenberg 47, SV Tasmania spielt im Mommsenstadion gegen Hertha BSC und am Sonntag, 01.08. ebenfalls ab 13 Uhr, VSG Altglienicke – VfB Auerbach, und Neuling FC Eilenburg empfängt den BFC Dynamo. Da sage mir noch einer, die Regionalliga sei nicht interessant genug. Bloß nicht die 3. Liga vergessen: Viktoria 89 muss am Sonntag, 01.08. ab 14 Uhr, bei der Eintracht in Braunschweig antreten und empfängt zum 3. Spieltag im Heimspiel im Jahn-Stadion den 1. FC Kaiserslautern.

Christian Zschiedrich

Die Wahl des BFV-Präsidiums verspricht Hochspannung

Am 28. August 2021 ist es so weit – im Palais am Funkturm. Der amtierende Präsident Bernd Schultz möchte gern wiedergewählt werden. Zum ersten Mal kandidiert eine Frau gegen den Amtsinhaber. Es ist keine geringere als die bekannte Fernsehmoderatorin Gaby Papenburg.

Ihr Wahlprogramm klingt radikal schon in den ersten Sätzen.

„Der Berliner Fußball-Verband braucht einen Neustart, 17 Jahre Verwaltung, Sprachlosigkeit und intransparente Führung sind genug. Die 170.000 Mitglieder haben einen modernen, effizienten und demokratischen Verband verdient, der sich in erster Linie als Dienstleister für seine Mitglieder versteht, ihre Wünsche und Bedürfnisse kennt, nachhaltige Entscheidungen trifft und zügig umsetzt.“

Sie fordert Ideen und Lösungen für eine zeitgemäße Verbandsarbeit. Was auffällt, dass die Probleme, die auch durch die Corona-Pandemie verursacht worden sind, im Programm des Teams Papenburg keine Rolle zu spielen scheinen. Es wird in dem Text nicht einmal explizit erwähnt.

Das Wahlprogramm des amtierenden Präsidenten eröffnet dagegen mit dem Satz: „Wir spielen wieder. Der Ball rollt. Mit den ggf. erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen, aber ohne Einschränkungen des Spielbetriebs.“

Elf Punkte nennt sein Programm zur Stärkung und Entwicklung der Berliner Fußballvereine. So werden „Organisatorische Überlegungen zum Spielbetrieb (Staffelgrößen, neue Formen wie
Play-Off oder Play-Down Spielrunden, neue Spielformen ohne Staffeln und
Punktwertung, Einführung von Walking Football, Einführung eines gemischten
Spielbetriebes)“ genannt.

„Ein wichtiger Punkt ist, für mehr Gendergerechtigkeit im Berliner Fußball und in der Gesellschaft zu sorgen. Anlässlich des Verbandstages soll für alle Gremien eine Quote von jeweils 30 % Frauen und Männer festgelegt werden.“ Dieser Satz findet sich im Programm des Teams Schultz und selbst nach mehrmaligen lesen bleibt er unverständlich.

In Ihren personellen Vorschlägen für das Präsidium benennen beide Teams jeweils zwei Frauen.

Ob Bernd Schultz die Vorstandsquerelen der letzten Monate bei der Wahl schaden werden, sei dahingestellt. Er gilt als ein Kämpfertyp und hält mit seinem Wahlprogramm, dargelegt in 10 Punkten dagegen. Da steckt Erfahrung drin und Wünsche an die Politik sind benannt.

Der Verbandstag wurde für den 28. August 2021 terminiert. Zweifellos hat Bernd Schultz sich um den Berliner Fußball verdient gemacht. Es ist aber auch Kritik laut geworden. Die Stimmen wurden lauter, die sich künftig eine Frau an der Spitze des größten Berliner Sportverbandes vorstellen können. Der ewige Bernd Schultz, seit 2004 im Amt, länger als Angela Merkel und sein Vorgänger Otto Höhne, könnte nach nun mehr 17 Jahren abgewählt werden.

Christian Zschiedrich