Füchse Berlin: Arbeitssieg gegen Bergischen HC – 29:27

Große Nüsse knacken sich oft leichter als kleine. Während eine Walnuss durchaus mit einem kräftigen Faustschlag zu öffnen ist, kann das bei einer Haselnuss schon schwieriger sein.

Diese Erfahrung machten im übertragenen Sinn auch die Füchse auf dem Handball-Parkett. Während sie vor drei Wochen die „große Nuss“ THW Kiel deutlich mit 34:26 bezwangen, hatten sie mit der „Haselnuss“ Bergischer HC beim 29:27-Sieg mehr Schwierigkeiten.

Die Auftaktminuten vor 7695 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle im Spiel des Spitzenreiters gegen den Tabellen-15. ließen auf den erwarteten Spielverlauf hoffen. Die Berliner gingen schnell mit 4:2 in Führung, hatten ihr Pulver jedoch schnell verworfen. Schon nach elf Minuten – bei einem 4:6-Rückstand – nahm Füchse-Coach Jaron Siewert die erste Auszeit. Der Auftritt der Gastgeber ließ jedoch auch danach wenig Struktur erkennen. Im Angriff wurden reihenweise Chancen vergeben. Die Zu-spiele an den Kreis – fehlerhaft, die Würfe aus der zweiten Reihe – zu unplatziert, die Lücken in der Abwehr – unübersehbar. Die Defizite allein mit dem Fehlen von Matthias Gidsel und Fabian Wiede zu erklären, wäre zu einfach. Unterm Strich konnten sich die Füchse beim erneut überragenden Dejan Milosavljev im Tor (12 Paraden) bedanken, dass sie mit einem 14:14 in die Halbzeit-Pause gehen konnten und nicht mit einem Rückstand.

Nach starkem Beginn mit drei Toren des jetzt treffsicheren Jakob Holm – der Däne war am Ende auch erfolgreichster Werfer – schlich sich der gleiche Trott wieder ins Berliner Spiel ein. Den Füchsen fehlte es insgesamt am Tempo, um die stark auf-spielenden Gäste aus Wuppertal in Bedrängnis bringen zu können. So blieb es in der zweiten Hälfte eine ausgeglichene Partie, bei der die Gastgeber zwar meist in Führung lagen, jedoch keinen deutlichen Vorsprung herauswerfen konnten. Am Einsatz und Kampfwillen ließen es die Gastgeber jedoch nicht fehlen. Und so bekamen sie in der Endphase das Geschehen noch in den Griff, wobei sich besonders Nachwuchsmann Nils Lichtlein und Kapitän Paul Drux, der in der Woche erstmalig Vater geworden war, als treffsichere Schützen erwiesen. Mit dem 29:27-Sieg bewahrten die Füchse auch im fünften Spiel ihre weiße Heimweste und verteidigten die Tabellenführung in der Bundesliga.

Die Anforderungen werden in den nächsten Wochen noch zunehmen. Neben den Spielen in der Bundesliga (nächster Heimauftritt am 10. November gegen Hannover-Burgdorf) stehen jetzt auch die Spiele in der European League an.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 1, Holm 6, Andersson 3, Lichtlein 3, Lindberg 3/2, Freihöfer 3, Beneke 3, Marsenic 3, Drux 4

Herbert Schalling

Vorfreude auf ein neues Fußballmärchen zur EM 2024

51 Partien werden insgesamt zur Europameisterschaft 2024 ausgetragen. Ganz entscheidende im Berliner Olympiastadion. Drei Vorrundenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale und das Endspiel am 14. Juli 2024. Beste Voraussetzungen, unser Berlin als fröhliche, weltoffene Hauptstadt wieder strahlen zu sehen. Ob es abermals wie 2015 zum UEFA-Champions League-Finale begeisterte Besucher anlockt? Berlin ist für die Ausrichtung und Organisation der sechs EM-Spiele erfahren und prädestiniert. Planungen sind in vollem Gange. Damit das Bild unserer weltoffenen Stadt auch um die Welt geht, stellt der Senat 61,1 Millionen Euro zur Verfügung. 24,9 Mill. Euro sollen davon in Umbauten von Olympiastadion und Olympiapark investiert werden. Im Unterring und Oberring stehe bereits für 50.000 Zuschauer das installierte WLAN gleichzeitig zur Verfügung.

Die Straße des 17. Juni wird für einen Monat zu einer grünen Fanmeile und unser Wahrzeichen, das Brandenburger Tor steht im besonderen Fußball-Feeling mit dem größten Tor weltweit. Der Senatsauftrag ist für das Fan-Projekt für die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt an Moritz von Dülmen mit seiner Kulturprojekte GmbH vergeben. Vor dem Brandenburger Tor wird von der Yitzhak-Rabin-Straße Rasen ausgerollt und vor dem Reichstag, am Platz der Republik wird ein Football Village aufgebaut, unter anderem mit Spielübertragungen und sportlichen Aktivitäten. Bis zu sechs internationale Sender sollen auf dem Pariser Platz senden können. Die Sportsenatorin Iris Spranger misst den Übertragungen in die ganze Welt mit Bedacht besondere Bedeutung zu. Die Ideen umzusetzen, spielen zur EURO 2024 eine große Rolle. Wir freuen uns jetzt schon auf ein gutes Gelingen.

Christian Zschiedrich

BBSC Berlin mit Auswärtssieg im Schnelldurchlauf

Nach einem unerwartet klaren 3:0 Auswärtssieg beim VC Allbau Essen kehren die Berlinerinnen auf dem 3. Tabellenplatz in die Hauptstadt heim.

Vor dem Auswärtsspiel bei den selbsternannten Pottperlen holte sich Berlins Trainer Jens Tietböhl noch einen grippalen Infekt und musste vor dem heimischen PC bangen, wie sich sein Team gegen die Essener schlägt. Das Bangen dauerte freilich nicht lange – schon im 1. Satz führte der BBSC lange Zeit deutlich. Dann holten die Gastgeberinnen zum Satzende zwar noch einmal auf, doch die Berlinerinnen sicherten sich mit 31:29 die Satzführung. Souverän gestalteten die Köpenickerinnen – angeführt von Kapitänin und heutigem Quasi-Trainer Katharina Kummer – die Sätze 2 und 3. Sie ließen Essen nie richtig ins Spiel kommen, setzten mit konsequentem Aufschlagspiel deren Abwehr gehörig unter Druck und verwandelten ein um das andere Mal die eigenen abwechslungsreichen Angriffe. „Ich muss schon vor den Mädels den Hut ziehen, mit welcher Souveränität sie das Spiel nach Hause gebracht haben. Wir hatten zwar Kontakt über den Messenger eines Telefons auf der Auswechselbank, aber die Mädels haben auch von sich aus ausgesprochen klug gespielt und häufig die richtigen Entscheidungen von Taktik bis zu den Wechseln getroffen.

Es war ein Genuss zu sehen, wie das Team von der Routine der Erfahrenen profitierte.“ zeigte sich Jens Tietböhl begeistert. Immerhin ist Essen wahrlich kein Noname der 2. Bundesliga. Zwar fehlten mit Lena Werzinger (nach Mutterpause) und Sandra Ferger (Meisterschaftsvierte im Beach vor wenigen Wochen) noch zwei Aktivposten der vergangenen Jahre, doch verfügt das Team von Trainer Marcel Werzinger auch ansonsten über gute Durchschlagskraft. Zum MVP des heutigen Nachmittags wurde die Berlinerin Katharina Kummer gewählt. Der BBSC tritt am kommenden Mittwoch, 19. Oktober um 19:00 Uhr im Berliner Sportforum zum nächsten Auswärtsspiel beim VC Olympia an, ehe am kommenden Wochenende der Kampf um die Qualifikation für den DVV Pokal in Oythe im Mittelpunkt steht.

Für den BBSC im Einsatz: Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Tradition und Komplimente in der Regionalliga Nordost

Der Beweis für gute Leistungen: Die Zuschauer wissen es zu honorieren! 6.710 in Leipzig beim 3:0 von Lok gegen Chemie. Lok Leipzig, jetzt 17 Punkte, überholt damit am 9. Spieltag den Lokalrivalen, Chemie aktuell jetzt bei 16 Punkten. Chemie empfängt am 10. Spieltag, im Alfred-Kunze-Sportpark die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Hertha II kassierte mit 0:5 eine derbe Klatsche vor 1.342 Zuschauern zu Hause im Amateurstadion gegen Energie Cottbus, jetzt 17 Punkte und Platz drei in der Tabelle. Großes Erstaunen noch weiter oben in der Spitzengruppe auf Platz zwei und eins.

Babelsberg 03, wer hätte das prophezeit, nach dem 3:0-Heimerfolg, 2.191 Zuschauer waren gegen ZFC Meuselwitz dabei, ist mit 21 Punkten Tabellenzweiter. Muss jetzt ins Sportforum zum BFC Dynamo. Die Dynamos kommen schwer in die Gänge, vor 542 Zuschauer beim Greifswalder FC, gab es ein 1:1. Der BFC holte beim Tabellen 10. eine Punkteteilung. Umso mehr hat sich Dynamo gegen Babelsberg, in der wahrlich interessanten Partie vorgenommen.

Christian Zschiedrich Foto: Headlight Pictures

Sehr lobenswert, mit 24 Punkten und einem Torverhältnis von 20:3 ein Berliner Verein, Spielstätte Poststadion, der Berliner AK 07. Sie erzielten mit 6:0 den höchsten Sieg im Derby gegen Lichtenberg 47 vor 1.092 Zuschauern. Lichtenberg 47, nunmehr Tabellen 14., mit neun Punkten empfängt im „Zoschke“ den Chemnitzer FC, zuletzt siegreich vor 2.151 Zuschauern über FSV Luckenwalde mit 2:0. Chemnitz ist mit 12 Punkten Neunter.

Die VSG Altglienicke (Tabellen 7., 16 Punkte) erkämpfte sich in Jena bei Carl Zeiss ein 0:0, Jena bleibt Sechster, mit ebenfalls 16 Punkten. Keine leichte Aufgabe wartet auf Altglienicke im Amateurstadion. Es heißt, gegen den 1. FC Lok Leipzig zu bestehen. Vier Berliner Vereine nehmen die Plätze 11 bis 14 ein. Dreizehnter ist FC Viktoria 89 mit neun Punkten. Viktoria verlor leider 1:2 vor 771 Zuschauern gegen Rot-Weiß Erfurt, dem überraschenden Tabellen 4, mit 17 Punkten. Cottbus, Erfurt und Leipzig haben gemeinsam 17 Punkte.

Unseren sechsten Berliner Verein in der Regionalliga Nordost, Tennis Borussia, werden wir keineswegs vergessen. Dass die Saison für die Lila-Weißen nicht leicht werden würde, war voraus zu sehen. Deshalb erfreut uns eine Erfolgsmeldung: Vor 487 Zuschauern gewann TeBe im Mommsenstadion mit 4:3 gegen Germania Halberstadt, gab damit die rote Laterne an Halberstadt ab. Ob allerdings am in Erfurt, im Steigerwaldstadion, mehr als derzeit die vier Punkte herauskommen, da ist Daumendrücken und hoffen auf die nächste Leistungssteigerung angesagt.

Christian Zschiedrich

BR Volleys mit erfolgreichem Heimauftakt – 3:1 gegen den VfB Friedrichshafen

Meister gegen Pokalsieger. Berlin gegen Friedrichshafen. Der Classico des deutschen Volleyballs. Schon am zweiten Bundesliga-Spieltag kam es zum Duell der Giganten. Beide Teams hatten im Sommer einen personellen Umbruch vollzogen, der sich bei den Berlinern im ersten Satz auch bemerkbar machte. Nach einem 0:3-Start, spielten sich die Volleys nur mühsam in das Match. Technische Fehler bei der Annahme, Missverständnisse beim Zuspiel und leicht verschlagene Bälle ließen die Gastgeber nicht ihren gewohnten Rhythmus finden. Nach wechselnder Führung während des Satzes hatte Friedrichshafen mit 26:24 das bessere Ende für sich.

Konzentrierter traten die Volleys – unterstützt von 5238 Zuschauern – im zweiten Durchgang auf. Jetzt hatten die Aktionen mehr Zuschnitt und vor allem Marek Sotola fand immer wieder Lücken in Friedrichshafens Abwehr und machte so wichtige Punkte. Der 2,08 große tschechische Diagonalspieler, der in der letzten Saison wenig Einsatzzeiten hatte, blüht nach dem Ausscheiden von Benjamin Patch regelrecht auf. Auch Ruben Schott und Zuspieler Angel Trinidad verliehen dem Berliner Spiel nun mehr Präzision. Die Gäste vom Bodensee, vom ehemaligen Berliner Coach Mark Lebedew trainiert, hielt jedoch dagegen. In der entscheidenden Phase des Satzes hatten die Süddeutschen ihre Nerven aber nicht im Griff und vergaben mehrere Satzbälle. Kapitän Trinidad verwandelte dann den dritten Berliner Satzball zum 30:28.

Der Knacks im Spiel der Gäste war danach unübersehbar. Mit 7:2 starteten die Volleys im dritten Satz. Ihre Angriffsaktionen liefen nun besser, die Feldabwehr hatte sich gefunden. Johannes Tille und Rückkehrer Anton Brehme glänzten mit Assen beim Aufschlag. Nach nur 24 Minuten war dieser Satz gewonnen, als Mittelblocker Nehemiah Moté den Ball zum 25:16 über das Netz drosch.

Das Momentum war danach klar auf Berliner Seite. Der anfangs stotternde „Spielmotor“, den Manager Kaweeh Niroomand befürchtet hatte, lief nun rund. Friedrichshafen gab sich im vierten Satz aber keineswegs geschlagen. Allerdings merkte man den Gästen an, dass die neuen Spieler noch nicht zu 100 Prozent integriert sind. Die Berliner scheinen da im Moment einen Schritt voraus zu sein. Mit 25:22 gewannen sie auch den vierten Satz und verließen nach fast zwei Stunden Spielzeit als 3:1-Sieger das Parkett. Auf der Leistung kann Trainer Cedric Enard in den nächsten Wochen aufbauen. Erfolgreichste Spieler waren Marek Sotola (19 Punkte) und Ruben Schott (17).

Das nächste Heimspiel findet am 22. Oktober gegen die Volleys Herrsching statt.

Herbert Schalling

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Angel Trinidad (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 4 Asse | Schott 17 Punkte, 3 Asse | Mote 14 Punkte, 3 Blocks

Pressefoto Credit: Jürgen Engler

Viktoria kassiert Heimniederlage

Am 9. Spieltag der Regionalliga Nordost empfing der Absteiger einen Aufsteiger. Die neu formierte Mannschaft von Viktoria 89 traf im heimischen Jahnsportpark auf den FC Rot-Weiß Erfurt. Der Klassenerhalt ist das gemeinsame Saisonziel. Für einen Aufsteiger, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, kann es um mehr nicht gehen. Die Himmelblauen stehen in dieser Hinsicht sicherlich etwas besser da, versuchen sportlich einen anderen Weg zu gehen und wollen mit einer „Viktoria U 23“ durch Saison kommen. Die Erfurter reisten mit 17 Punkten als Tabellenvierter nach Berlin. Übrigens in mehreren Kleinbussen, ein Mannschaftsbus stand nicht zur Verfügung. Darauf wies Trainer Fabian Gerber in der Pressekonferenz nach dem Spiel hin. Die auch nicht gerade bequeme Rückreise konnten sich die Erfurter durch einen 2 : 1 Auswärtssieg versüßen.

In einem niveauarmen Spiel vor 741 Zuschauern erwischten die Gastgeber den etwas besseren Start, Erfurt fand in den ersten dreißig Spielminuten praktisch nicht statt. Viktoria-Keeper Marcel Köstenbauer machte in der 26. Minute erstmals ernsthafte Bekanntschaft mit dem Spielball. So kam die Führung für die Gäste aus Thüringens Hauptstadt in der 34. Minute doch etwas überraschend. Innenverteidiger Amougou Nkoa hielt bei einem scharf in den Strafraum getretenen Freistoß den Fuß hin und der Ball zappelte im Netz. Das 1 : 0 hielt bis zur Pause und Viktoria hatte Glück, ein weiterer Gegentreffer lag durchaus im Bereich des Möglichen.

Semih Keskin reagierte zur Halbzeitpause auf den Rückstand, Innenverteidiger Nikell Touglo blieb für einen zusätzlichen Stürmer in der Kabine. Gelungene Angriffe und Tormöglichkeiten blieben Mangelware und für Viktoria kam es noch schlimmer. Erfurt erhöhte in der 53. Minute auf 2 : 0, es war ein sehenswerter Angriff, vollendet von Artur Mergel.

Die Himmelblauen bemühten sich, es gelang nicht viel. Es fehlte die Leidenschaft. Dass es trotzdem bis zum Schlusspfiff spannend blieb, lag an der Chancenverwertung der Gäste. Sie versäumten es, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden und gestatteten in der 67. Minute einen Gegentreffer. Gewühl im Strafraum, der Ball flipperte zwischen mehreren Abwehrbeinen und Fatih Baca kann den Ball versenken. Viktoria warf jetzt alles nach vorn, es blieb Stückwerk, verheißungsvolle Strafraumszenen sprangen dabei nicht heraus.

Es blieb bei dem knappen, insgesamt verdienten Sieg für Rot-Weiß Erfurt. Die Truppe von Semih Keskin muss sich gewaltig steigern, sonst gerät der Klassenerhalt in Gefahr. „Wir haben mit viel Ballbesitz angefangen, haben dann jedoch die Konzentration verloren und sehr fahrig gespielt. In dieser Phase fällt dann das 0:1. Wir hatten anschließend Schwierigkeiten, in die Partie hineinzufinden. Das ist uns erst nach dem Anschlusstreffer gelungen. Wenn wir drei Punkte holen möchten, müssen wir über 90 Minuten konsequent Fußball spielen. Wir haben uns das Leben heute mit vielen komplizierten Aktionen leider selbst schwer gemacht. Erfurt war weitaus effizienter, hat sauber verteidigt und hatte viel Tempo in den Umschaltmomenten. Wir müssen unsere Lehren aus dem heutigen Spiel ziehen und werden unsere junge Mannschaft weiter bestmöglich fördern“, resümierte Cheftrainer Semih Keskin nach der Heimniederlage.

In der Tabelle stehen sie nur knapp vor Abstiegszone. Die nächsten Aufgaben lauten Energie Cottbus (auswärts) und Chemie Leipzig daheim.

Hans-Peter Becker

Fußball Regionalliga Nordost

9. Spieltag

15.10.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

Viktoria Berlin -FC Rot-Weiß Erfurt 1:2(0:1)

Aufstellung Viktoria

Köstenbauer – Mladen C. – Baca – Touglo (46. Harres) – Kühn – Inaler (75. Werbelow) – Theisen – Maric (86. Milos C.) – Seiffert – Yilmaz (56. Emghames) – Mattmüller (56. Ogbaidze)

Fotonachweis:© 2022 Hans-Peter Becker

Eisbären holen noch zwei Punkte

Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist, eine Tautologie, die allerdings das Spiel der Eisbären gegen die Ice-Tigers aus Nürnberg treffend beschreibt. Als Hallensprecher Uwe Schumann bekannt gab, dass im Spiel die letzten zwei Spielminuten begonnen haben, hatte sich wohl die meisten unter 10.069 Zuschauern mit einer Niederlage der Eisbären abgefunden. Mit 0:2 lagen sie hinten.

Als die Spieluhr bei 58:18 stehen blieb, war der Puck im Tor von Phil Hungerecker. Die Zeit reichte für den Ausgleich durch Giovanni Fiore. In der Verlängerung trafen die Eisbären erneut und holten sich den Zusatzpunkt.

„Es war ein schwieriges Spiel. Unsere Kraftreserven sind aktuell aufgebraucht, das hat man von Beginn an gesehen. Nürnberg hat gut gespielt und uns heute das Leben schwergemacht. Im Powerplay kurz vor Spielende haben wir den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler gezogen. Der Anschlusstreffer hat uns dann wieder Leben eingehaucht. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie einen Weg gefunden hat, diese Partie noch zu gewinnen. Wir müssen uns jetzt sammeln und unsere Kraftreserven für das nächste Spiel am Mittwoch wieder aufladen.“ Serge Aubin

„Es war kein schönes Spiel. Wir haben aber nicht aufgegeben und schlussendlich einen Weg gefunden, die Partie noch zu gewinnen. Das ist das Wichtigste. Bis zum Anschlusstreffer war es ein frustrierendes Spiel für uns. Wir haben aber weiter an uns geglaubt und nicht aufgegeben. In der Overtime konnten wir die Partie dann zum Glück für uns entscheiden.“ Giovanni Fiore, zweifacher Torschütze

Das nächste Pflichtspiel bestreiten die Eisbären Berlin am Mittwoch, den 12. Oktober um 17:30 Uhr. Zum Abschluss der Champions-Hockey-League-Gruppenphase gastieren die Berliner bei Mountfield HK in Tschechien. In der PENNY DEL ist der Hauptstadtclub wieder am Freitag, den 14. Oktober im Einsatz. Dann sind die Bietigheim Steelers zu Gast in der Mercedes-Benz Arena. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr.

Quelle: Eisbären Berlin/Hans-Peter Becker

DEL 9. Spieltag 2.10.2022 14:00 MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 3:2 n. V. (0:0, 0:1, 2:1, 1:0)

Aufstellungen

  • Eisbären Berlin: Ancicka (Markkanen) – Melchiori, Mauer; Geibel, Ellis (A); F. Hördler (C), Mik – Fiore, White, Barinka; Noebels, Boychuk, Clark; Heim, Roßmy, Wiederer; Nijenhuis, Handschuh, Baßler – Trainer: Serge Aubin
  • Nürnberg Ice Tigers: Hungerecker (Meier) – Mebus, Weber; Shaw, Karrer; Fleischer – Schmölz, Stoa, Reimer; Fox, MacLeod, Sheehy; Hede, Leonhardt, Ustorf; Ribarik, Kechter, Lobach – Trainer: Tom Rowe

Tore

  • 0:1 – 27:10 – Stoa (Schmölz, Karrer) – EQ
  • 0:2 – 47:42 – Schmölz (Fleischer, MacLeod) – EQ
  • 1:2 – 58:18 – Clark (Boychuk, White) – PP1 (6-4)
  • 2:2 – 59:13 – Fiore (Boychuk, White) – 6-5
  • 3:2 – 63:11 – Fiore (White) – EQ

Strafen

  • Eisbären Berlin: 6 (0, 4, 0, 2) Minuten
  • Nürnberg Ice Tigers: 14 (2, 6, 4, 2) Minuten

Schiedsrichter

  • Benjamin Hoppe, Gordon Schukies (Jonas Merten, Vincent Brüggemann

Regionalliga Nordost – BAK verteidigt Tabellenführung

Der BAK 07 verteidigte auch am 8. Spieltag die Tabellenführung, die sie jetzt seit der 3. Spielrunde innehaben. Sieben Siege und bisher eine Niederlage, 21 Punkte von 24 möglichen, das ist die beeindruckende Bilanz der Mannschaft aus dem Poststadion. In Luckenwalde reichte der Treffer von Abwehrspieler Ben Meyer in der 34. Minute für den knappen Sieg. Der ärgste Verfolger, Babelsberg 03, bleibt ihnen auf den Fersen und brachte aus Greifswald einen 2:0 Sieg mit.

Erfolgreich gestalteten den Spieltag zudem drei andere Berliner Vertreter. Im Berliner Derby empfing im Sportforum der BFC Dynamo die Veilchen aus dem Mommsenstadion. Vor 1.418 zahlenden Zuschauern war TeBe chancenlos. Bereits zur Halbzeit machten die Weinroten alles klar und deklassierten die Mannschaft von Trainer Abu Njie mit 4:0. In der zweiten Hälfte ließen es die Weinroten etwas gemächlicher angehen und gestatteten TeBe den Ehrentreffer. Ein ernüchterndes Resultat, TeBe bleibt weiter Schlusslicht der Tabelle zusammen mit Germania Halberstadt. Dort war Viktoria Berlin zu Gast und gewann im Friedensstadion mit 1:0, Erleichterung im Lager der Himmelblauen. Batikan Yilmaz erzielte in der 21. Minute das Tor des Tages. Am nächsten Spieltag erwartet Viktoria den erstaunlich stark aufspielenden Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt im heimischen Jahnsportpark. Die Erfurter reisen mit der Empfehlung eines 2:1 Sieges gegen Hertha II nach Berlin.

Die VSG Altglienicke trennte sich auf dem Hertha-Gelände 3:3 im Spiel gegen den Chemnitzer FC. Sie konnten einen 0:2 Rückstand drehen, leider unterlief dem Altglienicker John Liebelt in 72. Minute ein Eigentor zum Ausgleich. Bliebe noch Lichtenberg 47 zu erwähnen. Am Sonntag, 2.10. hatten sich 636 Zuschauer im Zoschke eingefunden und gingen zufrieden nach Hause. Es wurde ein 2:1 gegen die Gäste aus Meuselwitz. Bis auf das Sorgenkind TeBe können die Berliner Vertreter mit dem Spieltag zufrieden sein.

Hans-Peter Becker

Holpriger, aber erfolgreicher Start

Mit einem Arbeitssieg sind die BR Volleys in die Bundesliga-Spielzeit 22/23 gestartet. Beim TSV Haching München setzte sich der Bounce House Cup Gewinner am Sonntag mit 3:0 (25:21, 25:15, 28:26) durch. Gegen gut aufgelegte Gastgeber stachen MVP Anton Brehme und Antti Ronkainen aus dem Berliner Team heraus, das nun am nächsten Sonntag (16. Okt um 16.00 Uhr) den VfB Friedrichshafen zum ersten Heimspiel der Saison empfängt.

Coach Cedric Enard baute seine Mannschaft gegenüber dem Finale des Bounce House Cups eine Woche zuvor komplett um. Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille, Krauchuk, Anton Brehme, Nehemiah Mote und Libero Adam Kowalski durften in der Bayernwerk Sportarena von Beginn an auf das Parkett. Die Berliner konnten im Aufschlag zunächst nicht an ihre starke Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und mühten sich im ersten Satz gegen den Außenseiter. Zwar zeigten sich Ronkainen und vor allem Brehme – eingesetzt von Tille – sehr effektiv, aber Haching hielt Schritt (8:7, 16:15). Letztlich machte die Tiefe der Berliner Bank den Unterschied, denn der Doppelwechsel mit Marek Sotola und Angel Trinidad fruchtete zum Satzende. Der Tscheche packte im Block zu (21:20) und servierte auch das abschließende Ass zum 25:21-Satzgewinn.

Auch im zweiten Durchgang hielten die jungen Hachinger Schritt mit dem Deutschen Meister. Ein Block gegen Ronkainen bedeutete das 8:7, aber Tille brachte die BR Volleys von der Servicelinie wieder auf Kurs (17:12). Nun hielten die Hauptstädter den Druck kontinuierlich hoch und provozierten Fehler der Hausherren (23:14). Kessel schlug den Satzball kompromisslos über den Hachinger Dreierblock (25:15).

Zu Beginn von Satz drei musste Zuspieler Tille Meter machen, denn die „Local Heroes“ drückten nun ihrerseits in der heimischen Halle auf das Gaspedal. Probleme in der Annahme und leichte Fehler ließen die Berliner mit 7:10 ins Hintertreffen geraten. Der Schweizer Quentin Zeller konnte sich immer wieder gegen den BR Volleys Block durchsetzen, aber die Männer in ihren schwarzen Auswärtstrikots kämpften sich wieder heran (19:19). In der Crunchtime standen erneut Sotola und Trinidad sowie Ruben Schott auf dem Court. Einen Satzball der Hachinger hatten die Berliner abzuwehren und konnten dann das Blatt doch noch wenden. Schließlich war es wieder Cody Kessel, der den entscheidenden Satz- und Matchball verwandelte (28:26).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben unseren Job erledigt. Insgesamt waren wir in Breaksituationen aber nicht konsequent genug, um dominanter aufzutreten. Dafür hat in Block und Aufschlag ein bisschen was gefehlt. So haben die Hachinger Selbstbewusstsein getankt und es uns nicht leicht gemacht. Wenn mit Anton ein Mittelblocker Topscorer wird, spricht das natürlich zum einen für unsere Annahme und zum anderen für die Verbindung mit Johannes. Allerdings zeigt es auch, dass wir auf den anderen Angriffspositionen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorstellen. Mit diesem Sieg im Rücken blicken wir nun natürlich mit großer Vorfreude dem ersten Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle entgegen, wo ein starker Gegner auf uns wartet.“

Anton Brehme: „Ich habe mich heute gut gefühlt und hatte mit Johannes eine sehr gute Verbindung auf dem Feld. Wir haben den ersten Satz mit vielen Fehlern im Aufschlag begonnen und daran hatten wir mental zu knabbern. Dann sind wir im zweiten Satz bewusst weniger Risiko gegangen, was auch gut funktioniert hat. Am Ende sind wir wieder in das gleiche Muster verfallen. Daran müssen wir arbeiten, aber insgesamt haben wir die Aufgabe hier souverän gelöst.“


BR Volleys Formation
Antti Ronkainen + Cody Kessel (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Johannes Tille (Z), Krauchuk (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Angel Trinidad, Ruben Schott

Topwerte
Brehme 14 Punkte, 4 Blocks, 82 % Angriffsquote | Ronkainen 13 Punkte, 2 Asse, 79 % Angriffsquote | Kessel 11 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

Union siegt etwas glücklich und Hertha bleibt unentschieden

Schade muss man wohl in doppelter Hinsicht sagen, was die Beurteilung der Leistung der „Alten Dame“ am 9. Spieltag betrifft. Es hätte durchaus klappen können mit dem ersten Heimsieg der Saison. Vor 40.481 Zuschauern im Olympiastadion bot Hertha eine ansprechende Leistung auf mittelmäßigem Bundesliganiveau. Die Querelen um den Investor sind bisher nicht auf die Mannschaft durchgeschlagen, bleibt zu hoffen, dass das so bleibt.

Hertha brachte mal wieder eine Führung nicht über die Ziellinie. Schade, genauer gesagt der eingewechselte Kevin Schade traf in der 78. Minute zum 2:2 Ausgleich, was den Endstand markierte. Der 20-jährige Schade ist gebürtiger Potsdamer und einst in Babelsberg das Kicken gelernt. Als Siebzehnjähriger wechselte er nach Freiburg, wo er zunächst in der 2. Mannschaft in der Regionalliga Südwest zu Einsatz kam. Von 2014 bis 2018 spielte er im Nachwuchs von Energie Cottbus und wurde von der U 18 bis zur U 21 in die DFB-Auswahlmannschaften berufen. Bei seinem Tor kam tatkräftige Unterstützung von Herthas Keeper hinzu, der einen Freistoß nicht festhalten konnte. Ein Punkt ist immer noch besser als gar keiner.

Hertha im Pech und die Eisernen bei ihrem Auftritt in Stuttgart weiter im Glück. Der VfB wartet als einziges Team der Bundesliga weiter auf den ersten Sieg. Gegen Union waren sie nah dran. Wer gewinnen will, muss wenigstens einmal vorne treffen und das taten die Eisernen. Ecke, Kopfball und Tor hieß es in der 78. Minute. Der Treffer von Paul Jaeckel blieb der Goldene der Partie. Die Freiburger hatten ja nach ihrem Unentschieden aus Berlin, kurzzeitig die Tabellenführung übernommen und bekommen nur zwei Stunden später wieder von den Eisernen abgenommen. Union war der lachende Dritte, weil sich Dortmund und Bayern nur Unentschieden trennten. Die Tabellenführung konnte sogar ausgebaut werden.

Die kommenden Aufgaben sehen für die Berliner Bundesligisten so aus, Union spielt zu Hause gegen Dortmund und sie blieben selbst im Falle einer Niederlage Tabellenführer. Allerdings nur in dem Fall sollten die Freiburgen bei den Bayern nicht gewinnen.

Hertha reist nach Leipzig und trifft aus RB. Ob es dort einen Dreier gibt? Mal sehen, Überraschungen kommen öfter vor.

Hans-Peter Becker