Eisbären siegen zum Jahresauftakt

DEL 34. Spieltag 02.01.2024 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 4:2 (2:1/0:0/2:1)

Das Spiel am 34. Spieltag zwischen der Düsseldorfer EG und den Eisbären begann mit einiger Verspätung. Die Bannerzeremonie für den ehemaligen Eisbären-Goalie Rob Zepp nahm doch etwas mehr Zeit als geplant in Anspruch. Ob es allerdings der Unmutsäußerungen der Düsseldorfer Fans bedurft hätte, na ja, Respekt ist in der heutigen Zeit keine allzu ausgeprägte Tugend mehr. Wenn das Herz voll ist, läuft das Maul über, sagt der Volksmund.

Rop Zepp beim Ehrenbully Fotos: Stephan Wenske

Der Energie der Spieler tat die Wartezeit keinen Abbruch, eher im Gegenteil, es war sofort rasant und gutes Eishockey von beiden Seiten und Rob Zepps Nachfolger konnten sich mehrfach auszeichnen. Den ersten Treffer im Spiel markierten die Eisbären. In der 8. Minute erzielte Eric Mik das 1:0. Die DEG konnte nur zwei Minuten später ausgleichen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Düsseldorfer haben in dieser Saison bisher eher enttäuscht und brauchen jeden Punkt, die Playoffs sind in Gefahr. In Führung gingen die Eisbären in der 15. Minute, sie konnten ein Powerplay nutzen. Der Torschütze war Patrice Cormier.

Der Mittelabschnitt verging torlos, trotz zahlreicher Möglichkeiten auf beiden Seiten. Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele, daran hielten sich beide. Die Düsseldorfer kamen straflos über den Mittelabschnitt, während die Eisbären eine Unterzahl verteidigen mussten. Das Überzahlspiel war an diesem Spieltag nicht unbedingt eine Domäne der Gäste. In der 43. Minute folgte der Auftritt Ty Ronning, erst stibitzte er den Puck und anschließend ließ er zwei Verteidiger ausstiegen. Gegen seinen Schuss hatte Henrik Haukeland keine Chance. Allein dieser Treffer war das Eintrittsgeld wert. Sein Tor erzielte er ohne einen Assistenten.

Die Düsseldorfer kämpften weiter, in dieser Phase der Saison tut jeder Punktverlust doppelt weh. In der 49. Minute bekamen sie erneut eine Chance im Powerplay. Die einzige Torchance in der Überzahl machte Jake Hildebrand mit einem Monstersafe zunichte. Das Spiel ging in die Crunchtime und erneut gab es eine Überzahl für die Gäste. Sie hatten es zuvor bereits dreimal probiert. Düsseldorfs Trainer nahm zusätzlich den Goalie vom Eis. Die Maßnahme hatte Erfolg, Philip Gogulla verkürzte auf 2:3 und es waren noch zwei Minuten und 16 Sekunden auf der Uhr. Sie ließen nichts mehr anbrennen, den Cormier traf in der Schlussminute ins leere Tor und das war das Game over in der ausverkauften Halle am Dienstagabend.

Düsseldorfs Trainer Thomas Dolak lobte die kämpferische Leistung seiner Mannschaft, während des Spiels musste er die Reihen komplett umstellen, weil die beiden Center der ersten und zweiten Sturmreihe, Phil Varone und Victor Svensson, das Spiel wegen Verletzungen nicht zu Ende bringen konnten. Sein Berliner Kollege Serge Aubin sprach von einem etwas komischen Spiel, zum Jahreswechsel hatten wohl einige Akteure etwas Rost angesetzt. Ausdrücklich lobte er seinen Torwart Jake Hildebrand.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten:

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Wissmann (C); Geibel, Finkelstein; Mik – Veilleux, Cormier, Eder; Noebels (A), Pföderl Descheneau; Tiffels, Boychuk, Ronning; Bartuli, Wiederer, Heim – Trainer: Serge Aubin    

Düsseldorfer EG: Haukeland (Hane) – Geitner, McCrea; Mebus, Akdag; Wirth, Ankert – Agostino, Varone, O’Donnell; Gogulla, Svensson, Ehl; Blank, Olischefski, Clark; Eham, Üffing, Borzecki – Trainer: Thomas Dolak

Tore
1:0 – 07:24 – Mik (Heim, Eder) – EQ
1:1 – 09:07 – Ehl (Gogulla) – EQ
2:1 – 14:17 – Cormier (Pföderl, Noebels) – PP1
3:1 – 42:37 – Ronning – EQ
3:2 – 57:44 – Gogulla (O’Donnell, Akdag) – EQ, EA
4:2 – 59:02 – Cormier (Pföderl) – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (2, 2, 6) Minuten – Düsseldorfer EG: 4 (2, 0, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Bastian Steingross, Gordon Schukies (Maksim Cepik, Kenneth Englisch)

Zuschauer
14.200

Ehrung für Rob Zepp

Langsam wird es eng unter dem Dach der Arena. Vor dem Spiel gegen die Düsseldorfer EG wird das nunmehr sechste Trikot hochgezogen werden. Am 2. Januar 2024 wird diese Ehre erstmals einem Torwart zuteilwerden. Dann wird die Nummer 72 einen Platz einnehmen. Insgesamt sieben Spielzeiten lang trug sie Robert Steffen Karl Zepp, so der vollständige Name, des bislang erfolgreichsten Goalies der jüngeren Eisbärengeschichte.

Als der damals 26-jährige 2007 aus Finnland zu den Eisbären wechselte, spielten die Eisbären ihre letzte Saison im Welli. Bereits in seiner ersten Saison wurde er Meister mit den Eisbären. Es sollten noch vier weitere Meisterschaften folgen. Seine Titelsammlung vervollständigte er 2009 mit dem Gewinn des DEB-Pokals. Zudem trug er 38 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft, erstmals berufen vom damaligen Nationaltrainer Uwe Krupp. Seine Vorfahren stammten aus Deutschland, sein Vater verließ mit seinen Eltern als dreijähriges Kind den Heimatort Kitzingen und wanderte nach Kanada aus. So konnte er einen deutschen Pass beantragen.

Der jetzt 42-Jährige lebt heute mit seiner Familie in Bradford/Ontario wieder in Canada. Er ist Vater von drei Kindern, die älteste Tochter ist eine waschechte Berlinerin (geboren im Krankenhaus Friedrichshain). Inzwischen arbeitet er für die nordamerikanische Spielergewerkschaft NHLPA und hat ein Programm initiiert, das Profis dabei helfen soll, ein Berufsleben neben und nach der Zeit auf dem Eis aufzubauen. Er selbst machte während seiner Zeit als Profi in Berlin einen Universitätsabschluss.

Der langjährige Kapitän der Eisbären und aktuelle Co-Trainer Andre Rankel, den bis heute eine Freundschaft mit Rob Zepp verbindet, war bei den großen Karrieremomenten des Goalies stets an dessen Seite. Da wäre beispielsweise das Finalspiel in der Saison 2007/08, an das sich Zepp gerne erinnert, als Florian Busch in der Verlängerung das entscheidende Tor bei den Kölner Haien machte: „Das war die erste Meisterschaft, die ich gewonnen habe, seit ich sieben Jahre alt war. Es ist schwer, dieses Gefühl zu wiederholen.“ Oder die gedrehte Meisterschaft in der Saison 2011/12: „Ein ähnliches Gefühl hatte ich in Mannheim, als wir im vierten Finalspiel dabei waren, 2:5 zu verlieren und noch acht Minuten auf der Uhr hatten. Und dann haben wir das Spiel gedreht und sind in Berlin Meister geworden.“

Bei der Ehrung war selbstverständlich Rob Zepp persönlich anwesend und die Fans aus der Hartmut Nickel Kurve hatten ein dem Anlass angemessenen Choreo geboten.

Fotos: © Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

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Jahresabschluss zum Genießen

20 Heimspiele, 19 Siege – der Volleyballtempel Max-Schmeling-Halle war im Jahr 2023 für die nationalen wie internationalen Gegner nahezu uneinnehmbar. Ein letztes Mal vor dem Jahreswechsel wollen die BR Volleys am Samstagabend (30. Dez. 2023 um 20.00 Uhr) ihre Heimarena verteidigen, diesmal gegen die SWD powervolleys Düren beim 87. Bundesligaduell der beiden Traditionsvereine.

Insgesamt 102.799 Besucher strömten in den vergangenen zwölf Monaten in den Berliner Volleyballtempel und sahen dabei das BR Volleys Team bis auf ein einziges Mal den Court stets als Sieger verlassen. Am 08.2023 März fügte der damalige Klubweltmeister aus Perugia (ITA) den Berlinern vor fast ausverkauftem Haus eine Heimniederlage zu. Seitdem waren die Hauptstädter in ihrer Max-Schmeling-Halle nicht mehr zu schlagen. Dazu der Gewinn der Meisterschaft zu Hause, der Pokalerfolg in Mannheim und die Titelverteidigung beim Bounce House Cup – das Jahr 2023 hielt viele schöne und erfolgreiche Momente für die BR Volleys und ihre Anhänger bereit. Doch das war es eben noch nicht, denn am Samstagabend folgt ein letztes Spektakel gegen die SWD powervolleys Düren vor einem erneut geöffnetem Oberrang der Arena.

„Dieses Jahr bot so viel Gutes für uns. Wir freuen uns sehr, es nun mit unseren Fans zu Hause beenden zu dürfen, besonders mit einem solch attraktiven Gegner wie Düren“, sagt Timothée Carle, der mit seinem Team zumindest eine dreitägige Weihnachtspause genießen konnte, bevor sich die Mannschaft am 27. Dez. 2023 wieder in Berlin zum Training traf. „Ich nutzte diese Gelegenheit, um Weihnachten bei meinen Eltern in Südfrankreich zu verbringen. Wir veranstalten immer ein großes Abendessen für Familie und Freunde bei uns zu Hause. Ich bin superglücklich, dass ich diesmal dabei sein konnte. Auch wenn die Zeit nur sehr kurz war, gab mir diese Kraft für die nächsten Wochen“, erzählt der 28-jährige Außenangreifer und spricht damit vielen seiner Mitspieler aus der Seele. Vor dem Weihnachtsfest erkämpfte sich das Team von Coach Joel Banks mit den letzten Reserven ein 3:2 (17:15 im Tiebreak) im Bundesliga-Spitzenspiel bei der SVG Lüneburg.

Frische Energie wird nun nötig sein, denn die Berliner treffen morgen auf einen Kontrahenten, der dafür bekannt ist, emotionsgeladen Volleyball zu spielen. Allerdings konnten die im Sommer auf zahlreichen Positionen neu formierten Dürener diese Eigenschaft in dieser Saison nicht immer auf das Parkett bringen. Es setzte mehrere sportliche Enttäuschungen wie das Ausscheiden im DVV-Pokal gegen Herrsching (2:3) und das Ende der kurzen europäischen Reise im CEV-Cup gegen Athen (1:3, 3:2). Deshalb entschied man sich bei den Powervolleys für eine gravierende personelle Veränderung und verkündete am ersten Weihnachtstag die Trennung von Trainer Matti Alatalo. Ein zunehmend belastetes Verhältnis zwischen dem 28-jährigen Finnen und dem Team um Kapitän Michael Andrei wurde als Hauptgrund genannt. Die (Interims)Lösung ist eine interne. Nicht zum ersten Mal rückt Co-Trainer Björn-Arne Alber auf die Chefposition und wird dabei von Tomas Kocian-Falkenbach unterstützt. Der ehemalige Zuspieler ist neben seiner Funktion als Geschäftsführer nun also auch im sportlichen Tagesgeschäft wieder mittendrin.

Mit dem neuen Trainertandem gelang am 27. Dez. 2023 gleich ein ebenso überzeugender wie souveräner 3:0-Erfolg gegen den VC Bitterfeld-Wolfen. Daran hatte auch ein Ex-Berliner einen kleinen Anteil: Robin Baghdady ist nach einem Jahr in Belgien zurück in der Bundesliga und konnte sein enormes Potenzial bereits des Öfteren unter Beweis stellen. Leider hat der großgewachsene Außenangreifer weiterhin mit Verletzungen zu kämpfen. Sein ehemaliger Teamkollege Tim Carle weiß, wie gefährlich Baghdady & Co sein können: „Es ist immer schwer gegen Düren und ich bin mir sicher, es wird ein spannender Abend. Hoffentlich können wir den vielen Zuschauern noch einen letzten von vielen Heimsiegen im Jahr 2023 schenken.“

Pressefoto: © Kevin Mattig

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Sieg am zweiten Feiertag

DEL 31. Spieltag 26.12.2023 14:00 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 2:1 (0:0/2:1/0:0)

Am 2. Weihnachtsfeiertag hofften in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof erneut auf Punkte für ihre Eisbären, nach Möglichkeit auf einen Dreier. Ein ausgeglichenes Anfangsdrittel blieb torlos. Die Gäste waren zudem keineswegs gewillt, hier nur Weihnachtsgeschenke abzuliefern. Mit bis dato 15 Saisonsiegen und Platz 5 in der Tabelle sind die Niedersachsen voll im Plan.

Die ersehnten ersten Tore fielen endlich im Mittelabschnitt. Die Führung für die Eisbären in der 29. Minute erzielt durch Tobias Eder glichen die Gäste nur 59 Sekunden später aus. Dabei erzielten sie ihren Treffer bei eigener Unterzahl, einen Schuss Jean-Christophe Beaudin konnte Jake Hildebrand abwehren. Der Puck prallte aber direkt vor den Schläger von Gerrit Fauser und der konnte Hildebrand überwinden. Das Spiel war sehr ausgeglichen, hochkarätige Chancen auf beiden Seiten. In der 37. Minute ließ Jaedon Descheneau die Eisbären erneut jubeln. Er verwertete die Vorarbeit von Marcel Noebels.

Es blieb hart umkämpft bis in die Schlussphase. Beide Torhüter zeigten, dass sie zu den besten ihrer Zunft in der DEL zählen. Als die letzten beiden Spielminuten der regulären Spielzeit anbrachen, führten die Eisbären nach wie vor mit 2:1. Der Deckel ging nicht drauf, die Schlusssirene erlöste Fans und Mannschaft der Eisbären und der Dreier war auf dem Konto.

Hans-Peter Becker

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Foto: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Wissmann (C); Geibel, Finkelstein; Mik – Tiffels, Boychuk, Ronning; Noebels (A), Pföderl Descheneau; Veilleux, Cormier, Eder;  Bartuli, Wiederer, Heim – Trainer: Serge Aubin  

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier (Albrecht) – Krupp, O’Connor; Möser, Martinovic; Zajac, Ramage – Wilkie, Miele, Machacek; Archibald, Feser, Schinko; Dumont, Beaudin, Fauser; Braun, Pfohl, Ruckdäschel – Trainer: Mike Stewart

Tore
1:0 – 28:01 – Eder (Veilleux, Müller) – EQ
1:1 – 29:02 – Fauser (Beaudin, Zajac) – SH1
2:1 – 36:29 – Descheneau (Noebels, Melchiori) – EQ  

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (4, 0, 0) Minuten – Grizzlys Wolfsburg: 2 (0, 2, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Aleksander Polaczek, Andris Ansons (Wayne Gerth, Tobias Treitl)

Zuschauer
14.200

Per Kraftakt selbst beschenkt

Mit 3:2 (22:25, 21:25, 25:17, 25:21, 17:15) gewannen die BR Volleys am Samstagabend, 23.12.2023 bei der SVG Lüneburg auch ihr zehntes Bundesligaspiel der laufenden Saison und bescherten sich selbst ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. In der mit 3.200 Zuschauern ausverkauften LKH Arena mobilisierten die Berliner nach 0:2-Satzrückstand noch einmal alle Kräfte und schafften ein besonderes Comeback in einem extrem intensiven Match. Weiter ungeschlagen halten die Hauptstädter (28 Punkte) damit die Lüneburger (23 Pkt.) auf Distanz, wobei der ärgste Verfolger nun aus Giesen (24 Pkt.) kommt.

Ohne Robert Täht (Meniskus-OP), aber mit der identischen Aufstellung, die am Mittwoch die Sensation gegen Halkbank Ankara vollbrachte, gingen die BR Volleys in das letzte Spiel vor der Weihnachtspause. Das Heft des Handelns übernahm im Auftaktsatz aber zunächst Lüneburg und brachte direkt die Kulisse hinter sich. So liefen die Berliner erst einmal hinterher (6:9, 12:15). Johannes Tille gelang es zwar, seine Mittelblocker gut einzubinden, aber Lüneburg setzte die wichtigen Blocks. Knigge und Elgert griffen sich die Berliner jeweils im Einerblock und so verloren die BR Volleys den Anschluss (15:20). Ruben Schotts gutes Service reichte nicht zur Aufholjagd, weil die Hauptstädter sich einfach zu viele Fehler leisteten. So sicherte Röhrs den Hausherren den ersten Satz (22:25).

Der Start in Durchgang zwei lief aus Berliner Sicht besser. Timo Tammemaa setzte zwei wertvolle Blocks (3:1, 10:7), doch das BR Volleys Team tat sich im Angriff weiter schwer. Auch die Einwechslung von Cody Kessel änderte nichts daran, dass die “LüneHünen“ aus ihrer guten Block-Abwehr Kapital schlugen und das Blatt wendeten (17:18, 18:20). Die Männer in den schwarzen Auswärtstrikots wirkten zeitweise überspielt und fahrig. Anders die SVG, die als Champions-League-Teilnehmer die gleiche Spielfrequenz zu verarbeiten haben. Lüneburg zog die Energie aus der Atmosphäre und sicherte sich auch Satz zwei (21:25). Bis dahin machten die Berliner eine ähnlich leidvolle Erfahrung wie am Mittwoch noch Ankara in der Max-Schmeling-Halle.

Doch die BR Volleys fanden ihren Kampfgeist und belohnten die vielen mitgereisten Fans in der bis auf den letzten Platz gefüllten Arena mit einer Leistungssteigerung. Daniel Malescha und Tobias Krick kamen ins Match, Tim Carle kehrte für Kessel zurück. Es wurde umkämpfter und Lüneburg zeigte erste, kleine Schwächen (10:9). Carle hatte im Angriff Schwertarbeit zu leisten und fand wieder häufiger die richtige Lösung (15:11). Die Gästefans sahen ihre Mannschaft nun das Zepter übernehmen. Aufschlag und Block-Abwehr waren deutlich verbessert und Schott servierte variantenreich, bis Satz drei entschieden war (24:15, 25:17). Der Deutsche Meister blieb in Satz vier in seinem Flow und im Block präsent (5:0, 10:2), bis Lüneburg mit Röhrs am Aufschlag plötzlich wieder aufwachte (11:11). Nach einem Ass des auffälligen Ketrzynski (MVP und Topscorer) war Lüneburg vorn (16:17), aber das Berliner Team behielt die Nerven. Schott übernahm wieder Verantwortung und die BR Volleys schafften den Satzausgleich (25:21).

Zwei Blocks von Youngster Mohwinkel musste der Kapitän zum Start in den Tiebreak schlucken (0:4), doch auch diesen Rückschlag steckten die Schützlinge von Joel Banks weg. Mote (für Krick wieder auf der Platte) und Tammemaa hatten maßgeblichen Anteil am Ausgleich (5:5) und waren auch in der Folge die Punktelieferanten für die Berliner im Entscheidungssatz (11:11). Tille setzte konsequent auf die Schnellangreifer und so war es auch Mote, der den dritten Matchball für seine Farben nutzen konnte (17:15).

Der Tiebreak-Erfolg sorgt nun für eine positive Bilanz in Lüneburg. Bei 13 Auswärtsspielen stehen sieben Siege zu Buche. In der Tabelle untermauerten die Hauptstädter ihre Spitzenposition. Mit diesem großartigen Abschluss des ersten Saisondrittels gehen die BR Volleys in ihre dreitägige Weihnachtspause. Am 27. Dezember bittet Banks mit Blick auf das Heimspiel gegen die SWD powervolleys Düren (30. Dez) dann wieder zum Training.

Stimmen zum Spiel
Timothée Carle: „Es war das erwartet schwere Spiel. Wir wussten, dass Lüneburg hier mit dem eigenen Publikum alles reinwerfen wird. Wir haben trotz des schwierigen Beginns unser Energielevel gehalten und sogar noch ausgebaut. Beiden Mannschaften waren die Champions-League-Spiele unter der Woche anzumerken, aber bei uns konnte nahezu jeder etwas zum Sieg beitragen. Es war großartiges Teamwork und die Pause haben wir uns verdient.“

Joel Banks: „Es war die Mutter der Comebacks. Zunächst Glückwunsch und großen Respekt, was Lüneburg hier einen Tag vor Weihnachten für ein Event auf die Beine gestellt hat. Es herrschte eine fantastische Stimmung. Sportlich haben wir viele lange Rallys und ein umkämpftes Spiel gesehen. Wir waren nach der Champions League nicht fokussiert genug, um die ersten zwei Sätze zu gewinnen. Aber wir haben großen Charakter bewiesen und jeder Eingewechselte nahm eine wichtige Rolle ein. Das ist ein echter Teamerfolg und deshalb gehen wir mit einem absolut positiven Gefühl in die Weihnachtstage. Ungeschlagen in der Bundesliga – das ist eine tolle Leistung.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Timo Tammemaa (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Daniel Malescha, Cody Kessel, Tobias Krick, Saso Stalekar

Topwerte
Carle 20 Punkte | Tammemaa 16 Punkte, 6 Blocks | Mote 12 Punkte, 73 % Angriffsquote | Schott 4 Asse
Nächstes Heimspiel
BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren | 30. Dez | 20.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Aller guten Dinge waren nicht ganz Drei

DEL 30. Spieltag 23.12.2023 16:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 3:2 n.P. (2:0/0:1/0:1/0:0)

Am Vorabend zum Heiligen Fest waren die Nürnberg Ice Tigers in der Arena zu Gast. In der aktuellen Saison waren die Spiele gegen diesen Gegner stets eine klare Angelegenheit für die Eisbären. Zu Beginn des Spiels sah es ganz danach aus, als würden die Eisbären auch diesmal recht kurzen Prozess machen. Bereits nach 37 Sekunden klingelte es im Tor der Nürnberger. Patrice Cormier, diesmal Center der starting six, überwand Ex-Eisbär Leon Hungerecker, der das Nürnberger Tor hütete. Er musste knapp sieben Minuten später erneut hinter sich greifen. Diesmal traf Jaedon Descheneau. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichener, als es das Drittelergebnis von 2:0 für die Eisbären aussagte.

Dieser Eindruck wurde gleich zu Beginn des Mittelabschnitts bestätigt. Den Nürnbergern gelang in der 22. Minute der Anschlusstreffer, der Torschütze war Charlie Gerad. Das Spiel wogte hin und her. Es gab gute Möglichkeiten auf beiden Seiten. In der Torschussstatistik (14:17) nach zwei gespielten Dritteln führten die Gäste.

Der Schlussabschnitt war ausgeglichen und eine Vorentscheidung deutete sich lange nicht an. Ein Powerplay ab der 46. Minute ließen die Gäste ungenutzt. So ging der Fight weiter. In der 53. Minute nutzten die Gäste eine Unachtsamkeit, im Gewühl vor dem Eisbärentor behielt Daniel Schmölz die Übersicht und drückte den Puck zum 2:2 über die Linie. Das hatte sich angedeutet, zuvor hatten die Hausherren einfach zu viel liegen gelassen. In der 57. Minute hatten die Gäste erneut eine Überzahl. Zum Glück für die Eisbären hatten sie für diese Partie das Powerplay nicht erfunden.

In der Schlussminute hatte beide jeweils eine dicke Gelegenheit, drei Punkte einzufahren. So blieb es beim 2:2, dieser Stand nach 60 regulären Spielminuten bedeutet zunächst den Verlust der Tabellenführung für die Eisbären.

In der Verlängerung kassierten die Nürnberger eine Strafe und Serge Aubin nahm eine Auszeit. Es weiter mit vier gegen drei und ohne Torerfolg. Die Entscheidung im Penaltyschießen fiel zugunsten der Eisbären, auch hier brauchte es die Verlängerung. Den entscheidenden Penalty im 1 zu Duell für die Eisbären verwandelte Leonard Pföderl!!

Fotos: © Hans-Peter Becker

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Ellis (A); Geibel, Mik; Nowak – Veilleux, Cormier, Heim; Noebels (A), Pföderl Descheneau; Tiffels, Boychuk, Ronning; Bartuli, Wiederer, Eder – Trainer: Serge Aubin  

Nürnberg Ice Tigers: Hungerecker (Treutle) – Braun, Byström; Weber, Scheid; Mass, Dougherty – Kislinger, Maier, Hede; Schmölz, Fleischer, Stoa; Fox, Leonhardt, Gerard; Barratt, Ribarik, Böttner – Trainer: Tom Rowe

Tore
1:0 – 00:33 – Cormier (Veilleux, Melchiori) – EQ
2:0 – 06:40 – Descheneau (Noebels, Pföderl) – EQ
2:1 – 21:23 – Gerard (Weber, Scheid) – EQ
2:2 – 52:59 – Schmölz (Stoa, Braun) – EQ
3:2 – 65:00 – Pföderl – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (0, 2, 4, 0, 0) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 4 (2, 0, 0, 2, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Sirko Hunnius, Marian Rohatsch (Maksim Cepik, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
14.200

Füchse gewinnen Ostderby souverän

37:28-Sieg gegen DHfK Leipzig

Der Traditionsklub aus Leipzig ist in dieser Saison die Sphinx der Liga. Rekordmeister Kiel wurde geschlagen, dem Champions-League-Sieger Magdeburg ein Punkt abgeknöpft, gegen Göppingen, Wetzlar und Eisenach – allesamt in der unteren Tabellenhälfte zu Hause – verloren. In welcher Verfassung würde sich die DHfK beim Gastspiel in Berlin präsentieren?

Der Anfang geriet aus Leipziger Sicht selbstbewusst. Nach dreimaliger Gästeführung und postwendendem Ausgleich übernahmen die Hausherren das Kommando. Nach den etwas zögerlichen Heimauftritten gegen Göppingen und Stuttgart wirkten die Füchse diesmal bereits in der Startphase konzentriert und griffig. Dirigiert vom für den EM-Kader nominierten Nils Lichtlein erwiesen sich besonders Mathias Gidsel und Lasse Andersson in der ersten Halbzeit mit jeweils fünf Treffern als wurfstarke und zielsichere Schützen. Nach zwanzig Minuten lagen die Berliner erstmals mit neun Toren in Front – die sächsischen Gäste vermittelten in dieser Phase den Eindruck als wollten sie mit ihrer weißen Spielkleidung den Eindruck von Aufgabe und Kapitulation vermitteln. Eine instabile Abwehr und harmlose Würfe aufs Füchse-Tor – Leipzig taumelte am Abgrund. Einzig der norwegische Nationalkeeper Kristian Saeveras (insgesamt 12 Paraden) verhinderte Schlimmeres als die 18:9-Führung der Füchse zur Pause.

Auch im zweiten Spielabschnitt hielten die Gastgeber den Kurs. Die vor dem Spiel existierenden Bedenken von Sportvorstand Stefan Kretzschmar, „dass die Spieler eventuell schon mit ihren Gedanken woanders sind“, zerstreute das Team von Kapitän Paul Drux, der nach seiner Verletzung langsam wieder ans Top-Niveau herangeführt werden soll. Zwar spielten die Leipziger jetzt konzentrierter in Abwehr und Angriff, eine entscheidende Korrektur von Spielverlauf und Ergebnis gelang ihnen jedoch nicht -27:18 (45.) Auch in der Schlussphase, als einige Würfe an Latte und Pfosten des Leipziger Kastens endeten, behielten die Gastgeber die Übersicht. Hans Lindberg setzte mit einem Siebenmeter zum 37:28 in der 60. Minute nicht nur den Schlusspunkt unter dieses letzte Spiel im Jahr 2023, sondern auch unter eine nahezu optimale erste Saisonhälfte der Füchse – in der Bundesliga punktgleich Zweiter hinter dem SC Magdeburg, im DHB-Pokal im Viertelfinale, in der European League in der nächsten Runde und Zweiter beim Super-Globe-Weltturnier. Nach der Europameisterschaft geht es für Berlins Spitzen-Handball-Team im Februar weiter.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 2, Tollbring 2, Andersson 9, Lichtlein 2, Lindberg 3/3, Gidsel 9, Beneke 1, av Teigum 2, Marsenic 7

Herbert Schalling

Eisern im Abstiegskampf – ein Zwischenfazit

Das Weihnachtssingen fällt nach dem Sieg über den 1. FC Köln wohl nicht ganz so traurig aus. Über Weihnachten stehen die Eisernen nicht auf einem Abstiegsplatz. Aktuell wäre mit Platz 15 in der Bundesliga-Tabelle das Minimalziel für diese Saison erreicht. Gemessen an der vorigen Spielzeit fällt die Bilanz eher mau aus. Von den 15 absolvierten Spielen (eine Partie gegen die Bayern wird nachgeholt) wurden 13 Punkte geholt, im vorigen Jahr waren es 27. Nur so als kleiner Einschub, Hertha hatte damals eine Bilanz von 14 Zählern aufzuweisen.

Wie ist der doch recht tiefe Fall der Eisernen zu erklären? Erwies sich gar das Erreichen der Champions-League gar als Pyrrhussieg? Oliver Ruhnert hatte die Aufgabe eine Mannschaft zusammenzustellen, die in der höchsten europäischen Spielklasse nicht nur Kanonenfutter ist und in der Bundesliga den Schritt in die gehobene Mittelklasse vollziehen sollte. Finanziell konnte etwas höher ins Regal gegriffen werden. Prominentester Neuzugang war der 20zigfache deutsche Nationalspieler Robin Gosens, der laut Transfermarkt.de für 13 Millionen EUR aus der italienischen Liga geholt wurde, der Portugiese Diego Leite kostete 7,5 Mill. und Kevin Volland 4 Mill.. Der Gesamtmarktwert des Kaders stieg von 157,95 auf 167,15 Mill. EUR. Diese Zahlen haben sich bisher nicht auf die sportliche Qualität ausgewirkt.

Der Start war gelungen, dann folgte eine Serie von neun Niederlagen in Folge, vom 3. bis zum 11. Spieltag. Die Niederlage in Leverkusen war das Ende der Ära von Urs Fischer. Zum 14. Spieltag übernahm Nenad Bjelica das Traineramt und holte zwei Heimsiege, gegen Mönchengladbach und den 1. FC Köln. Gegen die Kölner wurde gewonnen, allerdings hatte das Spiel eine Qualität, die der Bundesliga nicht würdig ist. Ein herausragender Torwart und die individuelle Klasse eines David Datro Fofana machten diesen Grottenkick für die Anhänger der Eisernen erträglich. Dass die Niederlage der Kölner das Ende von Steffen Baumgart als Trainer der Domstädter bedeutete, gehört zur Ironie des Schicksals.

Im Kader soll nachgebessert werden, Oliver Ruhnert soll entsprechend auf der Suche sein. Es sind vor allem Mentalitätsspieler gefragt, wenn ein Gosens geklont werden könnte, wäre ein Problem in Mittelfeld und Abwehr gelöst. Der Kaderplaner leistete sich einige Fehlgriffe. Die namhaften Neuzugänge konnten bisher nicht die Qualität der Mannschaft heben, eher im Gegenteil.

Zwei Faktoren waren bislang für den kometenhaften Aufstieg in der Bundesliga verantwortlich, die mannschaftliche Geschlossenheit und ein dichter Abwehrriegel. In der gesamten Saison 2022/23 ließen sie 38 Gegentore zu, bislang haben sie bereits 31 kassiert. Das sind etwas mehr als zwei Gegentore pro Spiel. Lediglich im letzten Spiel in diesem Jahr gelang es der Abwehr, ohne Gegentor zu bleiben. Die Kölner stellen aktuell, mit nur zehn erzielten Treffern, den schwächsten Angriff der Liga.

Die Winterpause ist kurz, trotzdem braucht es an der Alten Försterei einen Neustart und Veränderungen im Kader. Nachgebessert werden soll im Mittelfeld. Hier fehlte es zu oft an der nötigen Kreativität. Die längere Rotsperre von Rani Khedira tat ihr Übriges. Das Angriffsspiel lebte von hohem Pressing und daraus resultierenden Umschaltmomenten.

Die Kadergröße von 28 Profis soll nicht weiter überschritten werden. Heftig spekuliert wird über einen möglichen Abgang von Sheraldo Becker bereits zur Winterpause. Im Sommer wäre er ablösefrei. Blöd nur, dass sein Marktwert auf der für ihn durchwachsenen Hinrunde gesunken ist.

Es ist ein Vorteil, dass sich die Unioner voll auf die Bundesliga konzentrieren können. Im Pokal sind sie bereits ausgeschieden. Es liegen noch 19 Spiele an, 57 Punkte sind zu vergeben.

Hans-Peter Becker

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Foto: © Hans-Peter Becker

Torreicher Donnerstagabend

DEL 29. Spieltag 21.12.2023 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären – Augsburger Panther 6:5 (2:1/3:2/1:2)

Der Donnerstag scheint nicht gerade besonders einladend zum Besuch eines Eishockeyspiels zu sein. Drei Tage vor dem Fest blieben in der Arena am Ostbahnhof doch einige Plätze leer. Der 29. Spieltag stand auf dem Programm, zu Gast waren die Augsburger Panther. Das Team von Trainer Christof Kreutzer hatte vor dem Spiel 26 Punkte weniger auf dem Konto als die Eisbären. Über die Favoritenrolle musste nicht viel spekuliert werden.

Die Anfangsphase gehörte den Eisbären, doch den Führungstreffer erzielen die Gäste in der 6. Minute durch Chris Collins. Das war ein Wirkungstreffer, die Eisbären wirkten verunsichert und benötigten einen game changer. Zwei Überzahlspiele konnten sie erfolgreich gestalten und so das Spiel noch vor der ersten Pausensirene drehen. Die Torschützen in der 16. und 17. Spielminute waren Marcel Noebels und Patrice Cormier.

Das Spiel schien im Sinne des Favoriten in die richtigen Bahnen zu kommen, als in der 30. Minute Jonas Müller den Vorsprung ausbauen konnte. Die erste Strafe für die Eisbären nutzten die Gäste und verkürzten in der 33. Minute auf 2:3 und nur zwei Minuten später glichen die Panther zum 3:3 aus. Jake Hildebrand ließ einen Puck nach vorn abprallen und Jere Karjalainen war zur Stelle und netzte ein. Den Eisbären gelang die prompte Antwort durch Zachary Boychuk und der schlug in der 39. Minute erneut zu. Ein torreicher Mittelabschnitt ging mit einer 5:3 Führung für die Eisbären zu Ende.

Zu Beginn des Schlussabschnitts musste zunächst ein beschädigtes Tor ausgetauscht werden, ob es an den drei Eisbärentreffern gelegen hat? Die Eisbären fanden weiter Gefallen am Toreschießen. In der 42. Minute stellte Jadon Descheneau auf 6:3. Die Vorlage lieferte Kai Wissmann, der Eisbären-Kapitän wirkte nach längerer Verletzungspause wieder mit und steuerte gleich zwei direkte Torvorlagen bei.

Die Hypothek eines Rückstandes von drei Toren erwies sich als zu groß. Sie gaben nicht auf. In der 55. Minute verkürzten die Panther auf 4:6. Jake Hildebrand konnte einen Schuss von Luka Tosto zunächst abwehren, im Nachfassen war Samuel Soramies erfolgreich und 61 Sekunden vor dem Ende fiel noch das 5:6 für die Gäste durch Tosto. Der letztlich knappe Sieg wurde über die Zeit gerettet. Die immerhin 11.128 Zuschauern sahen 11 Tore, mit der richtigen Verteilung für die Eisbären.

Der Gästetrainer Christof Kreutzer lobte die Einstellung seiner Mannschaft, trotzdem, wenn du fünf Tore in Berlin bei den Eisbären erzielst und am Ende mit leeren Händen da stehst, ist das einfach bitter. Zudem, ein Spiel mit elf Toren mag für die Zuschauer interessant sein, ein Trainer sieht das nicht gern.

Serge Aubin war mit dem Powerplay seiner Mannschaft zufrieden, kritisierte die Abwehrleistung im Schlussdrittel, da hatten sich die Eisbären unnötig in Bedrängnis gebracht.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Finkelstein; Geibel, Ellis (A); Mik – Noebels (A), Pföderl Descheneau; Tiffels, Boychuk, Ronning; Veilleux, Cormier, Heim; Bartuli, Wiederer, Eder – Trainer: Serge Aubin  

Augsburger Panther: Keller (Endras) – Southorn, Welsh; Schüle, Rantakari; Renner, Sezemsky – Puempel, Esposito, Andersen; Hakulinen, Collins, Karjalainen; Soramies, Mitchell, Tosto; Handschuh, Hanke – Trainer: Christof Kreutzer

Torfolge
0:1 – 05:57 – Collins (Hanke) – EQ
1:1 – 15:40 – Noebels (Wissmann) – PP1
2:1 – 16:45 – Cormier (Pföderl, Noebels) – PP1
3:1 – 29:29 – Müller (Wissmann) – EQ
3:2 – 32:43 – Collins (Southorn, Keller) – PP1
3:3 – 34:32 – Karjalainen (Collins) – EQ
4:3 – 35:11 – Boychuk (Eder, Ellis) – EQ
5:3 – 38:18 – Boychuk (Müller, Ronning) – EQ
6:3 – 41:24 – Descheneau (Wissmann, Noebels) – EQ
6:4 – 54:41 – Soramies (Tosto, Southorn) – EQ
6:5 – 58:59 – Tosto (Schüle, Mitchell) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 2 (0, 2, 0) Minuten – Augsburger Panther: 8 (6, 2, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, Eduards Odins (Marcus Höfer, Kenneth Englisch)

Zuschauer
11.128

Heimsieg erarbeitet – Füchse schlagen TVB Stuttgart

Füchse Berlin – TVB Stuttgart 32:27

Weihnachtsgeschenke werden in der Bundesliga nicht verteilt. Auch nicht von einem Abstiegskandidaten. Diese Erfahrung mussten die Füchse im Spiel gegen die Gäste aus der Schwabenmetropole machen. Nach dem Führungstreffer schien sich die Partie in die erwartete Richtung zu bewegen, doch nach fünf Minuten hatten die Stuttgarter das Ergebnis in eine 4:2-Führung gedreht. Zu wenig Tempo, keine Spielidee und jede Menge Abschlussfehler mit zwei verworfenen Siebenmetern als Tiefpunkt – die Mängelliste der Gastgeber war lang. Hinzu kam, dass Torhüter Viktor Kireev keinen Ball zu fassen bekam. Überraschenderweise verzichtete Trainer Jaron Siewert in dieser Phase auf eine Auszeit, setzte vielmehr auf die „Selbstheilungskräfte“ seiner Mannschaft. Die setzten erst nach rund 20 Minuten ein.

Im Tor machte jetzt Stammkeeper Milosavljev einen stabileren Eindruck als sein Vorgänger, glänzte mit insgesamt 12 Paraden. Nach 24 Minuten war endlich wieder Gleichstand hergestellt – 13:13. Mit einem knappen ein-Tor-Vorsprung (16:15) ging es in die Halbzeitpause. Mit mehr Schwung und ideenreicheren Aktionen begannen die Füchse den zweiten Spielabschnitt. Bis zur 45. Minute war ein fünf-Tore-Polster herausgeworfen. Neben dem insgesamt überragenden Lasse Andersson (14 Tore) erwies sich Jerry Tollbring mit fünf verwandelten Siebenmetern als sicherer Vollstrecker gegen Ex-Füchse-Torwart Silvio Heinevetter.

Vor den 7.811 Zuschauern gaben die Gastgeber ihren Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Innerhalb einer Partie eine Wende herbei zu führen, ist in dieser Saison eine Stärke der Füchse, wie auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar fand. „Ich sehe da einen großen Willen und ein Selbstvertrauen in unserer Mannschaft. Das hat sich die Mannschaft über die Saison erarbeitet und wir können uns darauf verlassen, dass immer ein gewisses Level da ist.“ Die Leistung der zweiten Hälfte wollen die Füchse auch ins letzte Spiel vor der Weihnachts- und EM-Pause mitnehmen. Am Freitag (22.12.23) kommt der SC DHfK zum Ostderby in den Fuchsbau.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 1, Tollbring 5/5, Andersson 14, Lichtlein 2, Lindberg 3, Gidsel 4, Freihöfer 1, Marsenic 2

Herbert Schalling