BBSC knackt erwartet harte Nuss

BBSC Berlin – SC Potsdam II        3:0 (21, 18, 21)

Mit dem 3:0 Sieg am Samstagabend gegen die 2. Mannschaft des SC Potsdam sicherte sich die Köpenickerinnen den 3. Tabellenplatz vor der Weihnachtspause.

Ein hartes Stück Arbeit hatten die BBSC Damen auf der Agenda, ehe der Sieg gegen die Talente aus der brandenburgischen Landeshauptstadt feststand. Erwartungsgemäß hat das Gästeteam von Trainer Björn Matthes den Berlinerinnen alles abverlangt, ehe die 3 Punkte für die Tabelle gesichert waren. Der BBSC trat erstmals mit drei Youngstern in der starting Six an. Jovana Dordevic, Emely Radügge und Michaela Ligachewa machten ihre Sache gut und empfahlen sich für weitere Einsätze. Bestens bedient von der sehr gut aufgelegten Zuspielerin Roxana Vogel sammelten die Angreiferinnen der Heimmannschaft die Punkte – Potsdam hielt in der Abwehr voll dagegen und die Zuschauer konnten ein attraktives Zweitligaspiel genießen.

Berlins Trainer Jens Tietböhl lobte nicht nur die eigene Mannschaft, sondern auch die Gäste für ihr Auftreten. „Die Handschrift von Trainer Matthes, der seine Spielerinnen auf dem Weg zu Erstligaeinsätzen entwickelt, ist gut erkennbar. Potsdam ist mit Sicherheit das stabilste von den vielen Talente-Teams in der Liga.  Der Gegner hat sich in allen Abschnitten lange gewehrt und gut gespielt.“

MVP des Abends wurden die Zuspielerinnen Roxana Vogel und Noelani Maraea Kleiner.

Für die Teams ist jetzt erst einmal Weihnachtspause angesagt. Erst am 13. Januar 2024 geht es für den BBSC mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer Oythe wieder in der Liga weiter. Trainer Tietböhls Zwischenbilanz ist grundsätzlich positiv, er sieht aber noch viel Entwicklungspotential. „Mit Platz 3 in der Tabelle sind wir im Soll. Auch beim Heranführen der Jugend an das Spielniveau der 2. Liga sind wir auf dem richtigen Weg. Die 2:3 Niederlagen gegen Dingden und Hildesheim tun aber sehr weh. Und wir sollten in der Universalität der Spielerinnen Fortschritte erreichen, um bei Ausfällen auf den einzelnen Positionen noch besser reagieren zu können.“

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Angelina Meyer, Roxana Vogel, Stephanie Utz, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligacheva, Emely Radügge

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC

Günstige Gelegenheit verpasst

In Italien setzte es für die Berlin Recycling Volleys am dritten Spieltag der CEV Champions League die zweite Niederlage. Der Bundesliga-Tabellenführer verlor mit dem 1:3 (23:25, 22:25, 25:22, 19:25) bei Gas Sales Daiko Piacenza das zweite schwere Auswärtsspiel auf internationalem Parkett in Folge. Umso wichtiger wird es nun, nächste Woche (20. Dez. 2023 um 19.30 Uhr) vor heimischem Publikum im Volleyballtempel gegen Halkbank Ankara wieder zu punkten.

Das BR Volleys Team rechnete sich nach dem starken Auftritt in Ankara (2:3) in Piacenza durchaus etwas aus. Bei den Gastgebern fehlte mit Yoandy Leal ein Schlüsselspieler, aber die Berliner erwischten alles andere als einen guten Start im mäßig gefüllten Pala Banca. Die Hausherren entfachten sofort Druck mit dem Service und Nehemiah Mote musste den Block von Simon schlucken. Im BR Volleys Aufschlag ging wenig und auch die Annahme wackelte punktuell. Entsprechend zog Piacenza früh davon (2:7). Aber der Deutsche Meister arbeitete sich ins Match. Als Johannes Tille nach vielen guten Abwehrkontakten der Berliner selbst den Ball ins Feld nagelte, war es schon nur noch ein Punkt Rückstand (11:12). Kleine Fehler kosteten den Männern in Orange jedoch den Anschluss und damit den Satz (15:19). Einer von insgesamt sechs Berliner Aufschlagfehlern beendete den Auftaktdurchgang (23:25).

Bei 5:4 im zweiten Satz lagen die BR Volleys dann erstmals kurzzeitig in Führung, ließen sich aber im Aufschlag weiterhin deutlich Luft nach oben (10:12). Mit Kapitän Ruben Schott an der Linie gelangen zwei der seltenen Breaks (13:12), doch insgesamt waren die Berliner beinahe durchgängig hintendran. Das erste Ass durch Hannes Tille (19:20) machte zwar Hoffnung, aber das Team von Joel Banks nutzte seine Chancen einfach nicht. Folgerichtig stellte Lucarelli auf 0:2 (20:23, 22:25). Es brauchte mehr Energie auf dem Court und Banks versuchte es nun mit Saso Stalekar für Timo Tammemaa und Cody Kessel für Timothée Carle. Die Zuversicht war zurück, weil der Tabellendritte aus Italien längst nicht fehlerfrei spielte (10:8). Kessel fügte sich zwar gut ein, aber im Mittelblock gab es den schnellen Rückwechsel. Der Este Tammemaa wurde dann zum Faktor, denn seine Breaks per Angriff und Block waren auf dem Weg zum Satzgewinn entscheidend (21:24). Schließlich durften die mitgereisten Fans des „7. Mann“ jubeln (22:25).

Marek Sotola war zwar Topscorer des Spiels, stieß aber im Block auf erheblichen Widerstand. Dennoch besorgte der junge Tscheche noch einmal den Ausgleich in Satz vier (10:10). Schnell schlug dank Lucarelli und vor allem Simon das Pendel aber wieder zugunsten der Italiener aus (10:13, 13:17). Das Berliner Spiel war letztlich zu fehlerhaft, um an diesem Abend zumindest einen Punkt mitzunehmen. Spannung kam im vierten Durchgang dadurch nicht mehr auf (19:25). In der Tabelle zog Piacenza (6 Punkte) damit an den BR Volleys (4) vorbei. Wie zuvor prognostiziert, sind die Berliner nun in ihren Heimspielen gefordert, wenn der Einzug in die K.o.-Phase gelingen soll. Die erste Chance auf wichtige Zähler bietet sich in einer Woche zu Hause gegen Ankara.

Stimme zum Spiel
Joel Banks: „Drei Sätze lang waren wir gut im Spiel, nur am Ende des vierten Satzes mussten wir abreißen lassen. Wir hatten mit dem 2:7 einen wirklich schwierigen Start, haben uns aber ins Match gearbeitet. Ich denke, wir haben vieles gut gemacht, aber unsere Achillesferse war heute der Aufschlag. Normalerweise ist dieses Element eine unserer größten Stärken, doch wir haben ihn vergeblich gesucht und teilweise wilde Fehler gemacht. Nichtsdestotrotz haben wir gekämpft wie die Löwen. Piacenza war im Rhythmus, spielte zu Hause und war eben das Quäntchen besser. Wir sind natürlich enttäuscht, aber müssen trotzdem das Positive sehen und uns für die nächsten drei Spiele bis Weihnachten gut vorbereiten.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Timo Tammemaa (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Daniel Malescha, Saso Stalekar

Topwerte
Sotola 17 Punkte | Tammemaa 11 Punkte, 91 % Angriffsquote | Carle 9 Punkte, 2 Bloc

Nächste Heimspiele
BR Volleys vs. Baden Volleys SSC Karlsruhe | 17. Dez | 16.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle
BR Volleys vs. Halkbank Ankara | 20. Dez | 19.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Nur Siege im Berliner Profi-Fußball

Das hat es lange nicht mehr gegeben, beide Berliner Profi-Mannschaften fuhren einen Dreier ein. Am Samstag, 9. Dezember 2023 war erst Hertha dran und gewann auf dem Betzenberg mit 2:1. Nach dem erfolgreichen Pokalspiel gegen den HSV fielen sie nicht in ein mentales Loch und drehten, nach einem 0:1 Rückstand, das Spiel vor 45.308 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion zu Kaiserslautern. Sehenswert war der Ausgleichstreffer durch Florian Niederlechner. Mit seinem Fallrückzieher sollte er es in die engere Wahl zum Tor des Monats geschafft haben.

Pal Dardai verschaffte einigen Pokalhelden eine kleine Verschnaufpause. Nach der ersten Halbzeit sah es eher nach einem gelungenen Einstand für Lauterns neuen Trainer Dimitrios Grammozis aus. In der zweiten Halbzeit ergab sich ein völlig neues Bild. Dardai wechselte gleich auf drei Positionen und Lautern schwächte sich in der 59. Minute, als Afeez Aremu vom Schiedsrichter nach Ansicht der Videobilder glatt Rot zu sehen bekam. Der Hertha spielte das zusätzlich in die Karten.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel bemängelte Dardai die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Spielhälfte. Es war nur ein Torschuss und nicht einmal ein Eckball sprang heraus. Der Ersatzanzug passt noch nicht richtig.

Beide Mannschaften sind ja noch im DFB-Pokal vertreten und das Losglück bescherte ein erneutes Wiedersehen im Viertelfinale. Ausgespielt wird die Partie Ende Januar 2024 im Berliner Olympiastadion. Sollte es Pal Dardai erneut gelingen, Hertha ins Halbfinale zu führen?

Während sich die Hertha-Profis auf den Heimweg machten, gelang dem Bundesligisten aus Köpenick endlich der so lange ersehnte dritte Saisonsieg. Es durfte wieder gejubelt werden in der Alten Försterei. Gladbach hatte unter Woche Wolfsburg aus dem Pokal geworfen und den Sieg nach Verlängerung wohl nicht ganz verdaut. Ein gewisser Kräfteverschleiß sowie mentale Abnutzung waren bei den Gästen zu bemerken. Die Eisernen gewannen verdient mit 3:1 und bescherten dem neuen Trainer Nenad Bjelica einen Traumeinstand. Die Zwangspause aufgrund des Winterbruchs in München hatten sie, ganz im Gegensatz zum amtierenden Meister aus München, gut verkraftet. In der Tabelle sieht es jetzt wieder ein wenig freundlicher aus. Die rote Laterne spendet jetzt ihr Licht beim Aufsteiger in Darmstadt.

Jetzt heißt das Motto für den (Noch) Teilnehmer an der Champions-League, mit „Aller Gewalt Klassenerhalt“. Zwei Spiele sind bis zum Weihnachtsfest zu absolvieren, die es in sich haben, zunächst auswärts in Bochum und vier Tage vor dem Fest kommt Steffen Baumgart mit dem FC aus Köln in die AF. Da kann das Ziel nur lauten, mit 16 Punkten Weihnachten feiern.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Sieg verschenkt – Füchse verpassen Spitzenplatz

nur 29:29 gegen Göppingen

Manchmal sind die kleinen Schritte, die schwersten. Diese Erfahrung machten die Füchse Berlin in ihrem sonntäglichen Bundesliga-Spiel. Spitzenreiter Magdeburg hatte am frühen Nachmittag nur Remis gespielt. Ein Heimsieg gegen den Tabellen-zwölften Göppingen hätte für die Tabellenführung gereicht.

Schon der Start misslang den Füchsen total. Unplatzierte Würfe, Zuspielfehler und auch Pech beim Abschluss waren die Gründe für den frühen Rückstand gegen die selbstbewusst auftretenden Gäste – 1:4 (5.). Dennoch gab es in der Startphase einen Grund zum Jubeln. Mit einem verwandelten Siebenmeter zum 3:5 konnte Hans Lindberg das 3.000. Tor seiner Karriere feiern. Der Aufbruch-Impuls erlosch jedoch rasch, weil Berlins Kreisspieler Mijajlo Marsenic in der 9. Minute die (berechtigte) rote Karte sah. Angetrieben von Mathias Gidsel und Lasse Andersson kämpften sich die Füchse allmählich zurück und gingen mit dem 11:10 (20.) zum ersten Mal, zumindest kurzzeitig, in Führung. Da die Gastgeber jedoch weiterhin Chancenwucher betrieben, konnten die schwäbischen Gäste mit knapper Führung in die Pause gehen – 14:15.

Der zweite Spielabschnitt bot dann ein „wildes Spiel“, wie Gäste-Coach Markus Baur, der 2007-Weltmeister, fand. Die Füchse, jetzt mit mehr Tempo und Leidenschaft und zunächst auch weniger Fehlern, besser im Spiel, gaben dabei meist die Richtung vor. Göppingen ließ sich jedoch nicht abschütteln, machte dem Vereinsnamen FrischAuf alle Ehre. Mit der erstmaligen vier-Tore-Führung (24:20/47.) schien der Widerstand jedoch gebrochen. Vier Minuten vor dem Ende hatten sich die Gäste jedoch wieder herangekämpft – 26:26. Was sich danach vor den 7.918 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle abspielte, wird auch viele Stunden später nur schwer zu erklären sein. Durch drei Treffer von Gidsel, Andersson und Kopljar innerhalb von 90 Sekunden schien die Tabellenführung zum Greifen nah – 29:26/57.

Was sich die Füchse, um einem bekannten Sprichwort zu folgen, mit ihren Händen mühsam aufgebaut hatten, rissen sie mit ihrem hinteren Körperteil buchstäblich wieder ein. In der Deckung im Gefühl des nahen Sieges inkonsequent gegen die bis zum Schluss kämpfenden Gäste, dazu ein vergebener Siebenmeter – und das Unglaubliche wurde Wirklichkeit. Göppingen machte den drei Tore Rückstand wett. Das 29:29 war der erste Punktverlust der Füchse in eigener Halle. Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Berlinern nicht. Am Dienstag wartet die Pokalaufgabe beim Spitzenreiter der 2. Liga in Bietigheim (trainiert von Ex-Fuchs Iker Romero) und am nächsten Samstag, 16.12.2023 geht es in der Bundesliga weiter – beim TBV Lemgo, der übrigens auch von einem 2007-Weltmeister trainiert wird, von Florian Kehrmann.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 2, Tollbring 5, Andersson 7, Lichtlein 1, Lindberg 3/1, Gidsel 9, Beneke 1, Kopljar 1

Herbert Schalling

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC-Sieg mit Verletzungssorgen

SV Energie Cottbus – BBSC Berlin             1:3  (20, -23, 19, 11)

Der BBSC brachte am Sonntagnachmittag (10.12.2023) aus der Lausitz einen verdienten Sieg mit, doch leisteten die Gastgeberinnen heftigen Widerstand.

Wie dicht gedrängt das Niveau der 2. Bundesliga Nord aktuell einzuschätzen ist, konnten die Zuschauer beim Vergleich der BBSC Damen mit Aufsteiger und Wildcard-Nutzer Energie Cottbus analysieren. Vor dem Saisonbeginn wäre wohl nicht jeder auf die Idee gekommen, dass der letztjährige Regionalligazweite in der 2. Bundesliga Nord mithalten kann – am Sonntag knöpften die Cottbuserinnen dem BBSC zumindest einen Satz ab. Die Berlinerinnen taten sich gegen kämpferisch starke Gastgeberinnen – unter anderen mit Ex Jugend-Nationalspielerin Juliane Stapel (vor ein paar Jahren auch für den BBSC auf dem Feld) zunächst recht schwer. Die Angriffe der Lausitzer liefen meist über die durchschlagkräftige Diagonale Juliane Stapel und Mittelblockerin Romy Crüger,

Trainer Jens Tietböhl konnte mit Spielschluss einen Arbeitssieg gegen gut aufgelegte Cottbusser konstatieren. „Ab dem 3. Satz waren wir doch etwas routinierter, abgezockter und haben das Spiel kontrolliert. Allerdings ist der Sieg teuer erkämpft. Die Verletzungen von Antonia Heinze (am Ohr) und Katharina Kummer (Oberschenkel) werden wohl dazu führen, dass die beiden erst im nächsten Jahr wieder angreifen können“.

Am nächsten Samstagabend (16.12.2023) geht es im Heimspiel um 18:00 Uhr gegen Potsdam II.

Die MVP-Medaille wurde Roxana Vogel verliehen.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Leni Kirchhoff, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligacheva, Emely Radügge

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären holen zwei Punkte gegen München

DEL 26. Spieltag

10.12.2023 15:15 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – RB München 2:1 n.P. (0:0/1:0/0:1/0:0)

Vor dem Spiel wurde der Ersatzkapitän der Eisbären Jonas Müller für sein 500. DEL-Spiel geehrt. Der gebürtige Berliner spielt seit 2008 für die Eisbären und hatte in der Saison 2013/14 seinen ersten Einsatz in der DEL. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Eishockeyspieler und nahm an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil.

Am Sonntagnachmittag standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die wieder in die Spur gefunden haben. Die Gäste aus bayerischen Landeshauptstadt, schlecht in Saison gestartet, sind seit vier Spielen ungeschlagen und die Eisbären haben sich die Tabellenführung zurückerobert. Von Beginn entwickelte sich ein Spiel, indem beide sich gegenseitig das Siegen schwer machen wollten. Es wurde diszipliniert verteidigt, Passwege zugestellt und lediglich offene Torschüsse zugelassen, die eine Beute der Goalies wurden. Die größte Chance für einen Treffer ergab sich für Austin Ortega in der 17. Spielminute. Seinen Alleingang entschärfte Jake Hildebrand. Ohne Torerfolg ging es für beide in die erste Drittelpause.

Der Mittelabschnitt begann für die Gäste in Unterzahl. Daraus wurde kein Kapital geschlagen. Es blieb ein enges Spiel. In der 27. Minute durften die Eisbären jubeln. Ty Ronning wurde von Eric Hördler angespielt und tanzte Münchens Verteidiger Jakob Weber aus, wartete zudem die Reaktion von Goalie Mathias Niederberger ab und netzte ein. Mit der knappen Führung von 1:0 ging es in die letzte Drittelpause.

Im Schlussabschnitt hatten beide ihre Möglichkeiten, so scheiterte sieben Minuten vor dem Ende Konrad Abeltshauser mit einem Alleingang. Die Eisbären trafen zweimal nur das Gehäuse. Dass sie den berühmten Sack nicht zubinden konnten, sollte sich rächen. Er fiel spät, aber er fiel, in der 57. Minute setzte Yasin Ehliz den Puck in die Maschen.

Es blieb bei dem 1:1 und zunächst einen Punkt für jeden. In der ausverkauften Arena am Ostbahnhof ging mit dem Spiel drei Stürmer auf jeder Seiten gegen den Goalie. In diesem Spiel in der Overtime ist viel können eine Portion Glück gefragt. Die Verlängerung neigte sich dem Ende zu und nichts Zählbares.

Die Verlängerung der Verlängerung entschieden die Eisbären für sich. Von den Schützen traf lediglich Ty Ronning und der brachte die Eisbären bereits mit 1:0 in Führung. So wurden es zwei Punkte am zweiten Advent für die Eisbären. Besonders gefeiert wurden Ty Ronning und Goalie Jake Hildebrand.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Melchiori, Ellis (A); Müller (C), Finkelstein; Geibel, Nowak; Mik – Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Tiffels, T. Eder, Ronning; Veilleux, Cormier, Descheneau; Hördler, Wiederer, Heim – Trainer: Serge Aubin  

EHC Red Bull München: Niederberger (Allavena) – MacWilliam, Bittner; Almquist, McKiernan; Abeltshauser, Weber; Fischer – Krämmer, Hager, Kastner; Eisenschmid, A. Eder, Parkes; Ehliz, Smith, Ortega; Varejcka, Heigl, Oswald – Trainer: Toni Söderholm

Tore
1:0 – 26:38 – Ronning (Hördler, Müller) – EQ
1:1 – 56:49 – Ehliz (McKiernan, Ortega) – EQ
2:1 – 65:00 – Ronning – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (2, 2, 0, 0, 0) Minuten – EHC Red Bull München: 10 (4, 4, 2, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andris Ansons, Sean MacFarlane (Vincent Brüggemann, Wayne Gerth)

Zuschauer
14.200

Hertha kämpft sich ins Viertelfinale

Siegen oder (raus)fliegen, nur einer kann gewinnen, in einem Pokalspiel muss vor allem der Kampf angenommen werden. Im Berliner Olympiastadion war bereits die letzte Stunde des Tages angebrochen und die fröstelnden 58.496 Zuschauer bekamen nach regulärer Spielzeit plus Verlängerung, als krönenden Abschluss noch das Elfmeterschießen geboten. Es stand nach über 120 Spielminuten 3:3 und die Nerven der Fans wurden auf eine harte Probe gestellt. Bangen und Hoffen, die Verlängerung und das Elfmeterschießen erzwang die Hertha buchstäblich erst im letzten Augenblick und der Held des Abends hieß Fabian Reese. Der Kicker gab ihm eine glatte Eins und da kann noch ein plus davorgesetzt werden. Den Treffer zum 2:2 Ausgleich erzielte er selbst und in der Verlängerung bereitet er das 3:3 durch Kenny vor. Beide Treffer buchstäblich im letzten Augenblick, der Schiedsrichter hatte bereits auf die Uhr geblickt. Schließlich setzte der Spieler mit der Nummer 11 den Schlusspunkt auf den denkwürdigen Fußballabend und verwandelte den entscheidenden Elfer.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel geriet Pal Dardai ins Schwärmen und versprach, den Reese zum Nationalspieler zu machen. Warum auch nicht?

Durch den furiosen Auftritt von Reese ging eine zumindest kleine Cinderella-Story etwas unter. In der 80. Spielminute wurde Nader El-Jindaoui eingewechselt. Der 27-jährige Deutsch-Palästinenser, gebürtiger Berliner, erlernte das Fußballspielen bei der SV Nord Wedding und ist vom Talent eher im Regionalliga-Niveau anzusiedeln, bekam seinen Auftritt und durfte den dritten Elfer schießen. Sein sonstiger Arbeitsplatz ist die Mannschaft von Hertha II, als ein Anführer für die Talente. (https://sportick.eu/regionalliga-nordost-spannender-titelkampf)

Der HSV konnte einem schon ein bisschen leid tun. Sie hatten bereits mehr als den großen Zeh im Viertelfinale und dreimal bekamen sie die Tür vor der Nase zugeschlagen. Hertha hat sich enorm entwickelt, am 3. Spieltag der 2. Liga hatten sie in Hamburg bei der 0:3 Niederlage keine Chance.

Abgesehen von den zusätzlichen Einnahmen, sind solche Erfolgserlebnisse für die junge Hertha-Mannschaft wichtig. Und wenn man dazu bedenkt, wer alles bereits ausgeschieden ist. Hertha überwintert jetzt im Pokal und hofft auf ein erneutes Heimspiel dann im Viertelfinale. Es gibt ja da den großen Traum vom Finale daheim. Die Hertha-Bubis haben es ja 1993 vorgemacht und im Fußball ist ja vieles möglich.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Mit Jugendpower zum souveränen Sieg

Füchse schlagen HC Izvidac 34:23

Was tun, wenn in einem europäischen Wettbewerb – European League – bereits vor dem letzten Vorrundenspiel das Weiterkommen sicher ist? Füchse-Trainer Jaron Siewert beantwortete diese Frage mit dem Motto: Gib der Jugend eine Chance. Der jüngste Trainer der Bundesliga gab gegen den krassen Außenseiter HC Izvidac Ljubuski aus Bosnien-Herzogowina sieben Spielern aus der zweiten Mannschaft bzw. vom Kooperations-Partner 1.VfL Potsdam eine Chance – der Jüngste: der 17-jährige William Reichardt.

Angeführt von den Routiniers Max Darj, Marko Kopljar, U21-Weltmeister Nils Lichtlein und Viktor Kirrev im Tor legten die Jung-Füchse selbstbewusst los – 5:1/7. Zwar waren dem Übereifer und der nicht eingespielten Formation in der Folgezeit einige Fehlpässe und überhastete Torwürfe geschuldet, was den Gästen ermöglichte, Mitte der ersten Hälfte das Spiel ausgeglichen zu gestalten – 10:10/21. Mit einem Zwischenspurt gewannen die Gastgeber wieder die Kontrolle über das Spiel. Bis zur Pause (16:15) warfen die jungen Spieler die Hälfte der Füchse-Treffer.

Furios begann der zweite Spielabschnitt. Mit einem 10:1-Lauf fegte das Nachwuchs-Team die Gäste förmlich von der Platte – 27:16/46. – und riss die 3922 Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin, was auch Trainer Siewert registrierte. „In die zweite Hälfte kommen wir super, Abwehr stand besser, das Tempo war deutlich besser. Und mich freut es für unsere Nachwuchskräfte, dass sie sich vor so einer großen Kulisse präsentieren konnten.“ Mit einem 34:23-Sieg krönte das „Jugendkollektiv“ seine Leistung. Als einzige der 16 für die Hauptrunde qualifizierten Teams konnten die Berliner alle sechs Vorrundenspiele gewinnen. Im europäischen Wettbewerb geht es ab Februar weiter. Die Gegner in der Hauptrundengruppe heißen dann Sporting Lissabon und HC Constanta. Der nächste Bundesliga-Auftritt für den Tabellen-Zweiten ist am kommenden Sonntag, 10.12.2023 gegen Frisch Auf Göppingen.

Für die Füchse erfolgreich: Freihöfer 6, Jacobs 5, Orlov 4, Darj 3, Lichtlein 3, Mart 2, Nowak 2, Reichardt 2, Fuhrmann 2, Kopljar 2, Tollbring 1/1, Mohr 1

Herbert Schalling

Spandaus Champions-League Viertelfinalchance

Do or Die! Dieses Motto allein beschreibt die Aufgabe der Wasserfreunde Spandau 04 vor ihrem letzten Hauptrunden-Spiel der Gruppe D in der Champions League am Dienstagabend beim griechischen Vizemeister Vouliagmeni NC in Athen noch nicht. Denn neben einem Sieg des deutschen Rekordmeisters auf der malerischen Halbinsel Mikro Kavouri, wo Jackie Onassis und Brigitte Bardot residierten, muss im parallelen Vergleich auch CN Marseille daheim gegen den bis dato ungeschlagenen Gruppenprimus CN Athletic Barceloneta verlieren, um das Ranking punktgleich mit den dann Wasserfreunden zu beenden. Damit käme der direkte Vergleich zwischen den beiden Aspiranten zur Geltung und in dem hat die Mannschaft von Neu-Trainer Vladimir Markovic nach dem 13:10-Heimsieg am 7. Oktober und der 11:13-Niederlage am 21. November am Mittelmeer knapp die Nase vorn.

Aber wie gesagt: Wert gewinnt dieses Rechenspiel nur im Falle eines eigenen Sieges gegen die Griechen, die sich nicht aus dem Königswettbewerb ohne ein Erfolgserlebnis verabschieden wollen. In seinen bisherigen fünf Partien hat der CL-Endrunden-Vierte zweimal mit nur einem Tor verloren – daheim gegen Barceloneta und bei Spandau, gegen Marseille einmal mit zwei und einmal mit drei Treffern und nur auswärts bei CNAB deutlich mit 10:16. Das ergibt ein Torverhältnis von 56:69, mit dem man knapp besser als Spandaus trotz zweier Siege mit 50:65 dasteht. Gegen den fast durchweg griechisch besetzten jungen Gastgeber, der nur zwei „Legionäre“ im Stammkader aufbietet, können die Wasserfreunde keineswegs darauf setzten, dass es für das Heimteam sportlich um nichts mehr geht.

Für den unverminderten Ehrgeiz steht allein schon der Trainer als Qualitätszeichen. Vladimir Vujasinovic (50) galt zu seinen Aktivenzeiten, in denen er mit Serbien Titel und Medaillen bei Olympia, WM, EM und in diversen internationalen Auswahl- und Klubwettbewerben sammelte, als weltbester Centerverteidiger. Bis zur Vorsaison trainierte er VK Novi Beograd, zuletzt zweimal in Serie CL-Finalist. Sein Anspruch ist entsprechend hoch. Im laufenden Wettbewerb konnte er ihn nicht auf gleichem Niveau bestätigen – umso mehr wünscht er sich ein Happy End. Allerdings will ihm sein Landsmann und (Vor-) Namensvetter Vladimir Markovic ein solches nicht gönnen. Spandau geht gezielt, gerüstet, ehrgeizig und motiviert in das Match mit Endspielcharakter.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2023 / 2024

05. Dezember 2023

Vouliagmeni CN – Wasserfreunde Spandau 04

Spieltag 6

Spielbeginn: 16:00 Uhr

Spielort: Varis Swimmingpool Vouliagmeni

Mit Improvisation zum nächsten Sieg

In ungewöhnlicher Formation feierten die BR Volleys am siebten Bundesliga-Spieltag (02.12.2023) ihren siebten Sieg. Mit Aushilfsmittelblocker und MVP Cody Kessel siegten die Berliner 3:0 (25:19, 25:16, 25:22) gegen den ASV Dachau. Damit gelang dem Tabellenführer der Bundesliga die Generalprobe für das wichtige Pokal-Halbfinale am Mittwoch (06.12. 2023 um 19.30 Uhr) zu Hause gegen die SVG Lüneburg.

Joel Banks musste gegen die junge, bayerische Mannschaft, die sich erst am Spieltag durch den Wintereinbruch in Süddeutschland nach Berlin kämpfte, improvisieren. Mit Nehemiah Mote (familiäre Gründe), Timo Tammemaa (leichte Wadenprobleme) und Tobias Krick (Folgen der Gehirnerschütterung) fehlten gleich drei der vier etatmäßigen Mittelblocker, sodass neben Saso Stalekar Cody Kessel positionsfremd aufgeboten wurde. Und der US-Amerikaner war direkt mittendrin. Erst wurde sein Block angeschlagen, im Anschluss blockte er zum Ausgleich und erzielte wenig später sogar seinen ersten Punkt per Schnellangriff (4:2). Dann spielte sich der nächste von insgesamt fünf Neuen in der Startaufstellung gegenüber der 2:3-Niederlage in Ankara in den Fokus. Daniel Malescha verbuchte das erste Ass des Tages (7:5), aber die Dachauer hielten dagegen (9:9). Teils konfus ging es auf dem Court zu, aber weil wieder Kessel im Angriff und Block punktete, setzte sich der Deutsche Meister ab (18:12). Dachau verbuchte noch zwei Asse und Blocks, bis Robert Täht dem bunten Treiben im ersten Satz ein Ende setzte (25:19).

Im zweiten Durchgang übernahm Adam Kowalski die Libero-Position von Satoshi Tsuiki und in der Mitte des Satzes ersetzte Timothée Carle auch Kapitän Ruben Schott. Bis dahin hatten sich die BR Volleys erneut abgesetzt. Täht stellte ein ums andere Mal seine Schlaghärte unter Beweis und Leon Dervisaj setzte zweimal in Folge Saso Stalekar über Kopf gekonnt in Szene (16:12). Kessel arbeitete weiter an seiner MVP-Performance und verwandelte den Satzball zur 2:0-Führung (25:16). Der frühere SCCer Patrick Steuerwald auf der Dachauer Trainerbank sah, wie seine Schützlinge weiter nach Kräften dagegenhielten und den dritten Satz lange offen gestalteten (6:6). Der Tabellenachte verzeichnete noch einmal eine Führung (11:12), bevor die Berliner mit den aufdrehenden Carle und Täht das Blatt noch rechtzeitig wendeten (16:13, 22:20). Die beiden Berliner Außenangreifer beendeten in Co-Produktion auch das Match (25:22). Vor 3.317 Zuschauern im Volleyballtempel wurde Cody Kessel MVP des Abends und Täht mit 13 Punkten Topscorer der Berliner, die damit auch nach sieben Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze stehen.

Stimmen zum Spiel
Cody Kessel: „Ich bin offenbar der fünfte Mittelbocker in unserem Kader, weil vier nicht genug sind. Der Coach und das Team haben mich gebraucht und natürlich habe ich mein Bestes gegeben. Das letzte Mal habe ich diese Position mit 17 gespielt, aber die Mannschaft hat mir heute geholfen. Die Aufsteiger versuchen uns vor allem mit Float-Aufschlägen in Bedrängnis zu bringen, aber wir haben das heute passabel gemanagt.“

Daniel Malescha: „Ich würde sagen, wir haben unseren Job erledigt. Es war teilweise etwas fahrig, aber am Ende haben wir nach der Niederlage am Mittwoch wieder gewonnen und das zählt. Einige haben hier zu Hause noch nicht so viel Spielzeit bekommen, auch deshalb mussten wir uns ins Match arbeiten. Mich freut die Auszeichnung für Cody, der dem Team heute echt geholfen hat.“

BR Volleys Formation
Robert Täht + Ruben Schott (AA), Cody Kessel + Saso Stalekar (MB), Leon Dervisaj (Z), Daniel Malescha (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Timothée Carle

Topwerte
Täht 13 Punkte, 2 Asse | Malescha 12 Punkte | Carle 11 Punkte, 3 Asse | Kessel 9 Punkte, 3 Blocks

Christof Bernier/BR Volleys

© Pressefoto Credit: Andreas Gora