Brandenburg-Berlin-Derby

Außenseiter Potsdam daheim ohne Chance – Füchse gewinnen 36:26

Auch in langen Beziehungen kann es mal etwas Neues geben. Auf den Handball übertragen: Seit Jahren treffen sich die Mannschaften des VfL Potsdam und der Füchse vor Saisonbeginn zum Freundschaftsspiel. Am 1. Advent am 1. Dezember 2024 ging es nun zum 1. Mal um Bundesliga-Punkte.

Die Rollen waren vor dem Anwurf klar verteilt. Hier der noch sieglose Aufsteiger- dort der Zweite der letzten Saison und aktuelle Champions-League-Teilnehmer. In der ausverkauften Potsdamer MBS-Arena gingen die Füchse das Spiel konzentriert an, hatten zunächst ihre Top-Leute Gidsel, Andersson und Marsenic auf dem Feld. Doch das junge Gastgeber-Team stürzte sich mutig in die schier unlösbare Aufgabe.

Zunächst auch mit Erfolg. Nach treffermäßig ausgeglichener Startphase konnten sich die Berliner doch mit zwei Toren absetzen – 6:8/15. Als sich dann Missverständnisse im Spielaufbau, Schwächen beim Abschluss gegen den guten Dejan Milosavljev (insgesamt zehn Paraden) und technische Fehler bei den Potsdamer häuften, schlugen die Gäste eiskalt zu. Keine zehn Minuten später hatten die Füchse durch ihr Tempospiel und das konsequente Nutzen der Chancen auf 16:8 gestellt. Neben den „üblichen Verdächtigen“ hatten sich auch Max Beneke und Mattes Langhoff als Tor-schützen ausgezeichnet. Beide U21-Weltmeister hatten ihre Karriere beim Füchse-Kooperations-Partner in der brandenburgischen Landeshauptstadt begonnen. Mit dem 21:12 zur Pause hatten die Füchse die Partie bereits entschieden.

Die „Adler“ steckten jedoch im zweiten Abschnitt keinesfalls auf. In der Abwehr griffen sie ihre prominenten Gegenspieler vom Hauptstadtklub etwas energischer an. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts. Berlins Trainer Jaron Siewert nutze das und wechselte angesichts der kommenden Aufgaben konsequent durch, verschaffte so allen Spielern Einsatzzeiten. „Wir haben das heute souverän gelöst. Von der Halbzeitführung konnte sich Potsdam nicht erholen. Wir sind froh, heute die Leistung auf die Platte bekommen zu haben.“

Für ihren engagierten Auftritt belohnten sich die Füchse mit dem höchsten Saisonsieg. Mit dem 36:26 im Rücken können sie die nächsten Aufgaben in der Champions League (Donnerstag, 5.12.2024 gegen Lissabon) und in der Bundesliga (Sonntag, 8.12.2024 gegen Magdeburg) selbstbewusst angehen.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (2), Štrlek (3), Andersson (5), Lichtlein (3), Gidsel (6), Freihöfer (5), Langhoff (2), Beneke (3), Herburger(2), av Teigum (3), Marsenic (2).

Herbert Schalling

Torlos, kein Scheibenglück – Eisbären verlieren gegen Ingolstadt

DEL

21. Spieltag

29.11.2024 Uber Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt Panther 0:4(0:1/0:1/0:2)

Nach der etwas unglücklichen Niederlage in Bremerhaven hatten sich die Eisbären gegen den Tabellenzweiten aus Ingolstadt einiges vorgenommen. Das Spiel verdiente sich über weite Strecken das Prädikat einer Spitzenbegnung.

Nach zwei gespielten Dritteln lagen die Eisbären mit 0:2 hinten. In Führung gingen die Gäste nach 16 Minuten durch einen Treffer von Philipp Krauss. Die Führung konnten die Panther in der 32. Minute ausbauen. Myles Powell verwandelte einen äußerst umstrittenen Penalty. Trotz allem, die Führung für die Gäste ging in Ordnung. Was sich bei den Eisbären in den letzten Spielen abzeichnete, viele Chancen und zu wenig Tore, setzte sich in diesem Spiel fort. Als sie das Schlussdrittel in Angriff nahmen, waren sie seit fast 90 effektiven Spielminuten ohne Torerfolg.

Im Schlussabschnitt mussten sie alles und noch ein bisschen mehr auf die eine, berühmte Karte setzen. Das sie hier deshalb hervorgehoben, weil der aktuelle Tabellenzweite das Spiel der Eisbären gut lesen konnte. Geschickt wurden die Passwege zugestellt und sich bietende Räume zum Kontern genutzt.

Die Torloszeit der Eisbären hielt, trotz einiger guter Torgelegenheiten weiter an. Es kam noch ärger, in der 48. Minute hatten die Gäste Glück, ein Schuss von Alex Breton landete im Tor und so langsam mussten sich die Eisbären auf die zweite Niederlage in Folge einstellen.

Es liefen bereits die letzten fünf Spielminuten und nichts tat auf dem Videowürfel, die Null stand unverrückbar auf der Seite der Eisbären. Freuen durfte sich lediglich der mitgereiste Anhang aus der Donaustadt. Kurz vor Schluss traf Powell erneut und demütigte die Hausherren endgültig. Die Eisbären müssen schnell wieder einen Weg finden, um die Torflaute zu überwinden. Ein Tag zum Vergessen aus Sicht der Eisbären. Die Tabellenführung ist zunächst dahin, allerdings wird erst nach 52 Spielen abgerechnet.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel drückte Eisbären Trainer Serge Aubin seine Enttäuschung dahin gehend aus, dass ab dem zweiten Drittel die Mannschaft einfach keine Lösung fand, die Torflaute zu überwinden. Die Saison ist aber noch lang und jede Mannschaft hat mal eine Schwächephase. Es sind auch nur Menschen, die die Spiele bestreiten.

Bereits am kommenden Mittwoch, 4.12.2024 geht es in der heimischen Arena weiter, im Hinspiel des Viertelfinales der CHL heißt der Gegner Zürich Lions. Zuvor, am ersten Adventssonntag, müssen die Eisbären nach Nürnberg reisen. Da könnte es einige Änderungen im line up geben.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Niemeläinen, Reinke; Müller, Wissmann (C); Geibel, Mik; Kaiser – Tiffels, Byron, Veilleux;  Ronning, Boychuk (A), Pföderl; Noebels (A), Fontaine, Kirk; Schäfer, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin          

ERC Ingolstadt: Williams (Pertuch) – Breton, Ellis; Bodie, Hüttl; Rosa-Preto, Wagner; Hübner – Agostino, Powell, Simpson; J. Krauss, Bertrand, Dunham; Keating, Pietta, P. Krauss; Sheen, Stachowiak, Schmölz – Trainer: Mark French

Tore
0:1 – 15:47 – P. Krauss (Keating) – EQ
0:2 – 31:05 – Powell – PS
0:3 – 47:05 – Breton (Betrand, Dunham) – EQ
0:4 – 59:02 – Powell (Agostino, Simpson) – EQ  

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (2, 2, 0) Minuten – ERC Ingolstadt: 6 (4, 2, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Roman Gofman (Vincent Brüggemann, Marcus Höfer)

Zuschauer
14.200    

Wasserballgipfel – Sieger wird Halbzeitmeister

Der inoffizielle Titel, um den es geht, hat keinen bleibenden Wert, aber er ist gleichwohl von immenser psychologischer Bedeutung fürs Selbstwertgefühl der beiden Dauerrivalen im deutschen Männer-Wasserball. Rekordchampion Spandau 04 (38x Meister) empfängt am 7. Spieltag der Bundesliga (A-Gruppe) am letzten Spieltag der Hinrunde in Schöneberg Titelverteidiger und Tabellenersten W98 Waspo Hannover zum Gipfel-Duell um den wie gesagt inoffiziellen Titel des „Halbzeit-Meisters“. Den hatten die Berliner in der Vorsaison inne, aber nach dem nach 2:0-Führung noch 2:3 verlorenen Best-of-Five-Finale war der nur noch Makulatur.

Im aktuellen DWL-Ranking sind Hannover und Spandau nach sechs Partien ohne Punktverlust (18:0) gleichauf, die Niedersachsen sind dank des etwas besseren Torverhältnisses gegenüber Spandau (+83 zu +70) auf der Pole-Position.
In der laufenden Saison sind die beiden Kontrahenten sich erst einmal im Schwimmbecken begegnet. Am 23. September holten die Hauptstädter beim in Magdeburg ausgetragenen Supercup mit 10:9 ihren 19. Sieg im zum 25. Mal absolvierten Wettbewerb.

Beide Vereine sind personell neu aufgestellt, vor allem Spandau hat einen Kader, zu dem kaum noch Akteure aus der letzten Saison gehören. Bei Hannover ist der Wechsel vom langjährigen Trainer Karsten Seehafer auf der Regie-Position am Beckenrand zu Ex-Spieler Aleksandar Radovic sicher der wichtigste. Sowohl bei Spandau als auch Hannover ist die bisherige Saison ähnlich, aber nicht optimal verlaufen: national ungefährdet, international aber nicht auf Augenhöhe.
Spandau schied in der CL-Qualifikation und im Euro Cup aus, Hannover hat in den bislang fünf Champions-League-Spielen noch keines gewinnen können.

Das aktuelle Match hat für die Niedersachsen wie jedes Duell mit Spandau seine besondere Bedeutung. Für das Heimteam von Trainer Vladimir Markovic ist das ganz genauso und häufig hat die Extra-Motivation die Berliner in ihren Auftritten gegen Hannover zu ihren besten Saisonleistungen getrieben. In der Vorsaison (2023/24) haben die Wasserfreunde die ersten vier der sieben bilateralen Vergleiche, darunter Supercup und Pokal, gewonnen, ehe im Meisterschaftsfinale (Best of 5) drei Niederlagen in Serie nebst Titelverlust die Bilanz verdarben.

Ergebnistechnisch wird der Ausgang der Samstags-Partie noch keine Tiefenwirkung haben. Egal ob Sieg, Remis oder Niederlage ist jedes Resultat im Fortgang der Saison für beide Seiten reparabel.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

Männer

2024/2025

Gruppe A, 7. Spieltag

30. November 2024

Wasserfreunde Spandau 04 – W98 Waspo Hannover

Spielbeginn: Samstag, 16.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Was ist bloß mit Hertha los und der HSV entlässt den Trainer

Mit Blick auf die Zukunft sind die Berliner im Grunde zum Aufstieg verpflichtet. Erstaunlicherweise wurde dies auf der Mitgliederversammlung abgeschwächt formuliert. Hertha scheint gerade sportlich gesehen auch das Siegen verlernt zu haben. Vor allem zu Hause, nur zwei Siege im Olympiastadion und bereits vier Niederlagen, das ist bisher keine aussichtsreiche Bewerbung für den Aufstieg. Auswärts läuft es zum Glück ein bisschen besser. Nach dem 2:2 zu Hause gegen Ulm steht Hertha auf Platz 12, unmittelbar vor Schalke 04. Am 14. Spieltag müssen sie auswärts nach Magdeburg, gegen den Tabellen-Sechsten ran. Letzten Samstag, 23.11.2024, waren es noch 41.758 Zuschauen im Olympiastadion. Magdeburg ist nicht sehr weit weg. Die Blau-Weißen benötigen weiterhin Unterstützung. Es ist jedoch fraglich, ob sie bei anhaltendem Mittelmaß, mit Blick nach unten, noch lange gegeben sein wird. Hertha sollte wissen, die Stunde geschlagen hat.

Chefredakteur Christian Zschiedrich © Foto Sportick

2:2 spielte auch der HSV, nach einer 2:0-Führung – gegen Schalke in Hamburg. Die Konsequenz, mit 20 Punkten, Trainer Baumgart wurde einen Tag später entlassen. Ich hatte das Gefühl, so richtig wohlgefühlt hat er sich beim HSV, seinem selbsterklärten Herzensverein, nicht. Er muss bestimmt nicht lange auf einen neuen Club warten. Das war nach seiner Kölner Zeit, derzeit Fünfter, ganz anders. Die Tabelle führt der SC Paderborn (24 Punkte) und der Karlsruher SC (23 P.) an. Ganz erstaunlich auf Platz 3 steht der SV Elversberg mit 22 Punkten.

Blick in die Regionalliga Nordost

Schauen wir auf Herthas Zweite. Beim BFC Dynamo wurde 2:3 verloren, heißt: nach 16 Spieltagen, 24 Punkte, Platz 8, punktgleich mit der VSG Altglienicke und einen Zähler schlechter als Dynamo. Das ist zwar kein graues Mittelmaß, aber auch Mittelmaß. Immerhin besser als die andere, die kleine Hertha. Die 03er sind nach der Heimpleite gegen Halle, 2:3, jetzt schon, mit 16 Punkten, auf dem Relegationsplatz gelandet. Am Sonntag, 01.12.2024 ab 13.00 Uhr, steht das Berlin-Duell im Amateurstadion Hertha BSC II – FC Hertha 03 an. Abgeschlagen mit 9 Punkten rangiert FSV Luckenwalde und ganz oben und mit 39 Punkten, sogar 7 Punkte vor dem Halleschen FC, der 1. FC Lok Leipzig. In der Regionalliga kann bekanntlich jeder jeden schlagen. Das kommende Heimspiel des 1. FC Lok gegen RW Erfurt, wird nicht einfach zur Saison-Halbzeit.

Abschließend sei noch auf die kommenden Aufgaben der Berliner Vereine hingewiesen: BFC Dynamo (6.) muss am Freitag, 29.11.2024 nach Plauen (16.). Der FC Viktoria 89, in Greifswald fiel die letzte Begegnung aus, massive Schneefälle zur geplanten Flutlicht-Einweihung, erwartet am 1. Advent-Sonntag, 13.00 Uhr, den Chemnitzer FC (13.) im Stadion Lichterfelde.

Christian Zschiedrich

Wieder auf Kurs – Füchse gewinnen in der Champions League gegen Dinamo Bukarest

Machineseeker EHF Champions League

8. Spieltag

21.11.2024 Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – Dinamo Bucuresti 38:29(22:14)

Seit fünf Jahren ist Dejan Milosavljev ein Berliner. Wie jeder Handballer-Torhüter lebt der Serbe seine Emotionen während des Spiels voll aus. Nach gelungen Paraden reckt er oft eine Faust in die Höhe oder treibt das Publikum zu lautstarker Unterstützung an. Der 28-Jährige ist ein Publikums-Liebling. Im Spiel gegen Dinamo Bukarest schlüpfte er nach 46 Minuten in eine neue Rolle, die des Mahners. Lautstark redete er auf seine Mannschaftskameraden auf dem Feld und auf der Wechselbank ein und wies mit beiden Armen auf die Anzeigetafel unter der Hallendecke. Diese wies zwar ein 28:24 für die Füchse auf. „Milo“ jedoch beunruhigte, dass die Gastgeber drauf und dran waren ihre acht-Tore-Halbzeitführung zu verspielen – 22:14/30.

Im ersten Durchgang funktionierte das Spiel der Füchse nahezu perfekt. Das Tempo hoch, die Abwehr beweglich, der Angriff gefährlich von allen Positionen – sieben verschiedene Torschützen – und effektiv. Trainer Jaron Siewert war sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. „Die erste Halbzeit war fast ein perfektes Spiel von uns gegen einen wirklich guten Gegner. Wir hatten von Anfang an viele Emotionen, vor allem in der Verteidigung.“

Ein deutlicher Vorsprung war zuletzt jedoch weder in der Bundesliga (in Hamburg), noch im Pokal (bei den Rhein Neckar Löwen) ein Baustein für den Sieg. Die Füchse verspielten jeweils ihre komfortablen Ausgangspositionen. Auch gegen die körperlich starken Rumänen war diese „Wackelphase“ wieder zu erleben. Ein, zwei Fehlwürfe, dazu technische Fehler und ein etwas gedrosseltes Tempo und schon läuft der Spielmotor nicht mehr ganz rund. So konnte der rumänische Meister nach der Pause einen 10:6-Lauf starten …. Ehe der „Seismograph Milosavljev“ anschlug.

Seine Mitspieler reagierten auf die Warnungen des 1,95-Mannes, der mit insgesamt elf Paraden wieder eine überzeugende Leistung bot, und zogen wieder an. Temporeicher und konzentrierter und mit Kampfgeist fanden die Gastgeber in die Spur zurück und bauten ihren Vorsprung wieder aus – zu einem deutlichen und verdienten 38:29-Sieg, zu dem auch Linksaußen Tim Freihöfer sechs Tore beisteuerte. „Wir haben in der zweiten Halbzeit einige Chancen ausgelassen, aber nicht aufgegeben. Wir haben für die Punkte gekämpft und sie uns verdient“. Nach acht (von 14) Spieltagen belegen die Füchse in ihrer Gruppe den fünften Platz. Nach dem Auswärtsspiel in Paris (28.11.) ist Sporting Lissabon (5.12.) der nächste internationale Gegner. In der Bundesliga geht es bereits am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den TVB Stuttgart weiter.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (3), Andersson (6), Lichtlein (3), Gidsel (7), Freihöfer (6), Langhoff (4), Reichmann (4), Marsenic (5).


Arbeitssieg gegen Vorletzten – Füchse gewinnen 33:29 gegen TVB Stuttgart

Die gute Nachricht: Die Füchse können zweite Halbzeit. Daran war nach den Spielen in Hamburg (Bundesliga) und bei den Rhein Neckar Löwen (Pokal) Zweifel aufgekommen, als klare Pausenführungen noch aus der Hand gegeben wurden. Die weniger gute Nachricht: Dafür war der erste Durchgang im Spiel gegen Stuttgart nur Durchschnitt.

Einem guten, temporeichen Start – 5:2/5. ließen die Berliner eine 0:5-Serie folgen. Einige Paraden des Torhüters und eine sehr agile Gästedeckung reichten aus, um die Gastgeber vom bis dahin erfolgreichen Kurs abzubringen. Dazu leisteten sie sich zu viele technische Mängel im Spielaufbau und verwarfen in aussichtsreicher Position. Auch die dänischen Weltmeister Gidsel und Andersson agierten nicht fehlerfrei. Dazu hatte Torhüter Milosavljev nicht den besten Tag erwischt und wurde nach 20 Minuten durch Lasse Ludwig ersetzt. In der Folge erlebten die 8622 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel bis zur Pause – 15:15/30.

Die Stuttgarter, die nach nur einem Sieg in der bisherigen Saison den Trainer gewechselt und sich durch neue Spieler – darunter der Ex-Füchse-Nachwuchsmann Torben Matzken – verstärkt hatten, hielten auch zu Beginn des zweiten Abschnitts mit. Besonders bei Kontern blieben sie höchst gefährlich. Die Gastgeber agierten jetzt jedoch zielstrebiger und konzentrierter und bekamen die Partie in den Griff. Gidsel und Marsenic, der in der ersten Hälfte nur in der Abwehr gespielt hatte, fanden jetzt die Lücken in der Stuttgarter Deckung. Aus dem Pausen-Remis wurde Stück für Stück ein wachsender Vorsprung. Mit der Leistungssteigerung zeigte sich auch Trainer Jaron Siewert zufrieden. „Zum Start der zweiten Halbzeit konnten wir uns stetig absetzen, hinten raus haben wir es kontrolliert. Gratulation an meine Mannschaft.“ Der 33:29-Sieg war am Ende hart erarbeitet, aber durchaus verdient. Am nächsten Sonntag, 01.12.2024, steht für die Füchse das Berlin-Brandenburg-Derby beim VfL Potsdam an.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Darj (2), Štrlek (2), Andersson (3), Lichtlein (2), Gidsel (8), Freihöfer (5/3), Langhoff (1), av Teigum (4), Reichmann (2), Marsenic (3).

Herbert Schalling

Pressefoto:© Füchse Berlin

Eisbären rupfen die Roosters – Ty Ronning trifft dreifach

DEL

19. Spieltag

24.11.2024 14:00 Uhr Uber Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters (1:0/3:1/2:2)

Nach dem Auswärtssieg beim Tabellenletzten in Düsseldorf empfingen die Eisbären nun den Vorletzten aus Iserlohn. Diese Spiele, wo eine Mannschaft klar favorisiert ist, verlaufen manchmal anders als gedacht. Das Anfangsdrittel gehörte den Eisbären. Sie erspielten sich Chance auf Chance, nur wollte der Puck einfach nicht über die Linie. Entweder war der Iserlohner Goalie Andreas Jenike zur Stelle, ein Verteidiger-Schläger zur Stelle oder es fehlten entscheidende Zentimeter. Der Erfolg stellte sich erst knapp zwei Minuten vor der ersten Drittelsirene ein. Endlich, endlich, ein Schuss, abgefeuert von Ty Ronning zappelte im Netz. Großer Aufwand und zu wenig Ertrag, trotz eines guten Auftritts.

Im Mittelabschnitt konnten sich die Eisbären für ihren beherzten Auftritt entsprechend belohnen. Sie erzielten drei Tore und mussten nur einen Gegentreffer hinnehmen. In der 26. Minute traf Liam Kirk zum 2:0 und postwendend antworteten die Gäste mit dem Anschlusstreffer durch Brandon Troock. Bereits zwei Minuten später stellte Ty Ronning mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her. Zur weiteren Beruhigung sorgte dann Gabriel Fontaine mit dem 4:1 nach 31 Minuten. Anschließend spielten fast nur noch die Eisbären. Jenike hatte Schwerstarbeit zu verrichten. Das Spiel der Eisbären hatte das Potenzial für ein zweistelliges Ergebnis. Es stand mit Beginn des Schlussabschnitts nur 4:1. Und Ty Ronning mahnte im Halleninterview: „Das Spiel ist noch nicht zu Ende.“

So wurde der Schlussabschnitt unnötig spannend. Die Gäste trafen in Unterzahl. Shane Gersich konnte zweimal entwischen. Den ersten Alleingang konnte Jake Hildebrand entschärfen, beim zweiten war er machtlos. So waren die Gäste wieder im Spiel. In der 49. und 50. Minute schien, als würden die Eisbären mit einem Doppelschlag die Hähne vorentscheidend auf den Hühnerhof zurückschicken können. Doch die in der Abwehr kopflosen Roosters erzielten ihren dritten Treffer und der Vorsprung war wieder etwas geschmolzen. Es war wieder Iserlohn Nummer 9, Shane Gersich, der den Puck über die Linie drückte. Der dritte Iserlohner Treffer fiel in der 51. Minute und die Zeit reichte für die Gäste nicht mehr, um aus Berlin was Zählbares mitnehmen zu können. Die beiden letzten Spielminuten wurden, von der erneut ausverkauften Arena, mit stehenden Ovationen herunter geklatscht.

Dough Shedden, der Iserlohner Coach meinte nach dem Spiel, wir wussten, dass die Eisbären ein Top-Team sind und viele Chancen kreieren können, trotzdem waren im 1. Drittel nicht so schlecht. Den ersten Treffer haben wir den Eisbären durch einen schlechten Wechsel gestattet. Wichtig war, dass im fünf gegen fünf wir Tore erzielen konnten. Serge Aubin war mit dem Ergebnis zufrieden, bemängelte die zugelassenen Turnovers. Ein überragendes Spiel machte Ty Ronning und Doug Shedden spielte einst gegen seinen Vater. Er war auch ein Torjäger.

Hans-Peter Becker

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Fotos: ©Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Reinke; Geibel, Mik; Kaiser – Ronning, Boychuk (A), Pföderl; Noebels (A), Fontaine, Kirk; Tiffels, Byron, Bergmann; Hördler, Wiederer, Veilleux – Trainer: Serge Aubin          

Iserlohn Roosters: Jenike (Hane) – Gormley, Ugbekile; Labrie, Huss; Dietz, Jobke; Quaas – Dal Colle, Cornel, Boland; Ziegler, Gersich, Troock; Virtanen, Burke, Jentzsch; Saffran, Nieleck, Bussmann – Trainer: Doug Shedden

Tore
1:0 – 18:10 – Ronning (Wissmann, Müller) – EQ
2:0 – 25:25 – Kirk (Noebels, Geibel) – EQ
2:1 – 26:06 – Trook (Dal Colle) – EQ
3:1 – 28:41 – Ronning (Mik) – EQ
4:1 – 30:53 – Fontaine (Noebels, Kirk) – EQ
4:2 – 41:34 – Gersich – SH1
5:2 – 48:17 – Ronning (Wissmann, Pföderl) – EQ
6:2 – 49:11 – Noebels (Fontaine, Kirk) – EQ
6:3 – 50:22- Gersich (Troock, Ziegler) – EQ  

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (0, 0, 6) Minuten – Iserlohn Roosters: 10 (2, 2, 6) Minuten 

Schiedsrichter

Martin Frano, David Cespiva (Wayne Gerth, David Tanko)

Zuschauer
14.200

Premiere im Volleyballtempel: Doppelspieltag mit BBSC und BR Volleys

Es ist ein Novum in der Vereinsgeschichte der Berlin Recycling Volleys und in der Historie der Max-Schmeling-Halle: Am 11. Jan 2025 steigt der erste Doppelspieltag im Volleyballtempel – mit dem Match des Deutschen Meisters gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe (16.30 Uhr) und direkt im Anschluss der Begegnung des Berlin Brandenburger Sportclubs (BBSC) gegen den VfL Oythe (19.00 Uhr). Das gemeinsame Event ist DER bisherige Höhepunkt der Kooperation mit dem Frauenclub aus Köpenick.

„Ich denke, für die Berliner Volleyballfans ist das eine coole Sache und wieder einmal etwas ganz Besonderes. Sie bekommen an diesem Tag zwei Spiele zum Preis von einem. Ich kann mir vorstellen, dass die Mädels ziemlich aufgeregt sein werden. Das erste Mal in diese Arena einzulaufen, sorgt für Gänsehaut“, sagt BR Volleys Kapitän Ruben Schott, der längst eine dreistellige Anzahl an Auftritten im Volleyballtempel erleben durfte.

Neben Schott wird auch Annika Völker am 11. Januar eine Heimmannschaft auf das Spielfeld führen. Für das Zweitligateam des BBSC wird das ein noch nie da gewesener Moment. „In der Max-Schmeling-Halle zu spielen, ist für den Verein und vor allem für uns Spielerinnen ein absolutes Highlight. Wir fiebern dem Spieltag bereits heute entgegen und freuen uns riesig auf die Atmosphäre“, so Völker, deren Mannschaft ihre Heimspiele sonst in der Sporthalle Hämmerlingstraße in Berlin-Köpenick austrägt. Die BBSC-Damen sind zum Saisonbeginn in die 2. Bundesliga Pro aufgestiegen und belegen dort derzeit einen ordentlichen Mittelfeldplatz. Die Gegnerinnen aus dem niedersächsischen Oythe zählen zu den Topteams der Liga.

Mit dem Match gegen Karlsruhe starten die BR Volleys ins neue Jahr, haben zuvor eine lange Pause und werden von Cheftrainer Joel Banks sicher einige Tage Urlaub bekommen. Geschäftsführer Kaweh Niroomand sagt über den Tag der Rückkehr in den Volleyballtempel: „Wir können den Zuschauern wieder einmal etwas Neues bieten. Es braucht solche Events, um den Frauenvolleyball und den BBSC in der Stadt populärer zu machen. Im Rahmen unserer Kooperation ist dieser Doppelspieltag ein zentrales Element. Ich bin überzeugt, dass die Idee auch von unseren Fans gut angenommen wird und viele bleiben, um sich auch das zweite Spiel des Abends anzuschauen.“

Für die Max-Schmeling-Halle ist der „Volleyballtag“ ebenfalls keine alltägliche Veranstaltung. „Unser Team der Velomax freut sich auf den ersten Doppelspieltag der BR Volleys und des BBSC. Wir begrüßen das Engagement der BR Volleys im Frauensport sehr. Der Doppelspieltag wird zeigen, dass es in Berlin sehr guten Frauenvolleyball gibt“, sagt die Geschäftsführung der Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH mit Sybil Franke und Sebastian Rüß.

Der BBSC erhofft sich von dem großen Aufschlag einen neuen Impuls, erklärt Geschäftsführer Andreas Tamm: „Für uns ist das eine großartige Gelegenheit, die Sichtbarkeit des Frauenvolleyballs zu erhöhen. Gleichzeitig sehen wir darin einen wichtigen Schritt in unserer Weiterentwicklung. Wir möchten wachsen und professionelle Strukturen aufbauen. Dieses Spiel ist für uns ein weiterer Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Das Highlight wäre ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Förderer und Partner nicht möglich. Deshalb bedankt sich der BBSC ganz herzlich bei allen Unterstützern, die zur Realisierung dieses besonderen Spiels beitragen.“

Christof Bernier

Pressefotocredit: © Andreas Gora

Eisbären ziehen ins Viertelfinale ein

CHL Champions Hockey League Achtelfinale

19.11.2024 19:30 Uhr Wellblechpalast

EHC Eisbären Berlin – Sheffield Steelers 4:2(0:1/2:0/2:1)

Zum Rückspiel im Achtelfinale der Eishockey Champions League (CHL) erwarteten die Eisbären den amtierenden Meister aus Großbritannien. In der Elite Ice Hockey League spielen insgesamt 10 Mannschaften. Eishockey hat im Fußball- und Rugbyland sicherlich nicht den Stellenwert wie in Deutschland. Um so erstaunlicher die Reisefreude der britischen Eishockeyfreunde. Der Gästeblock im guten alten Wellblechpalast war prall gefüllt. Etwa 500 waren es, die den Weg von der Insel auf sich genommen hatten. Sie brachten britische Sangesfreude mit, so hob sich bei „Good save the Queen“ leicht das Hallendach.

Das Spiel begann für die Steelers aus Sheffield zunächst unglücklich. Bereits in der ersten Spielminute verletzte sich ihr Goalie Matthew Greenfield nach einem Zusammenprall mit Eisbär Gabriel Fontaine. Fontaine kassierte zwei Minuten und für Greenfield war das Spiel nach fünf Minuten bereits beendet. Er saß auch nicht mehr auf der Bank. Für ihn kam Marco de Flippo, der in der Liga bisher nicht zum Einsatz kam.

Den ersten Treffer im Spiel erzielten die Gäste. Oliver Galipeau, in der DEL zuletzt als überzähliger Ausländer auf der Tribüne, kassierte zwei Minuten wegen Hakens und das nutzten die Gäste. Marc-Oliver Vallerand ballerte den Puck ins Gehäuse. Die Führung in der 13. Minute beflügelte die Gäste. Sie erspielten sich mehr Chancen als die Eisbären. Das erste Drittel ging an die Mannschaft von der Insel.

Im Mittelabschnitt drehten die Eisbären, angefeuert von einem ausverkauften Welli innerhalb von zwei Minuten das Spiel. Die Treffer in der 25. und 26. Minute erzielten Yannick Veilleux und Korbinian Geibel. Die Gäste blieben gefährlich, konnten allerdings kurz vor der letzten Drittelpause eine 5 zu 3 Überzahl nicht nutzen.

Das Hinspiel hatten die Eisbären mit zwei Toren Unterschied gewonnen. Im Schlussabschnitt musste wenigstens ein Unentschieden gehalten werden, um erstmals in der Vereinsgeschichte in ein Viertelfinale der Champions League einziehen zu können. Die Gäste blieben gefährlich, Jake Hildebrand im Eisbärentor hatte einiges zu tun. Das Tor zum Viertelfinale stieß in 49. Minute Ty Ronning weit auf. Die Steelers wurden ausgekontert, bis dahin hatten sie die Eisbären herausgefordert. Fünf Minuten vor dem Ende kassierte der Schütze zum 3:1 eine Strafe. In der CHL bedeutet dies volle zwei Minuten in Unterzahl, ein Tor hebt die Strafe nicht auf. Die Strafe überstanden sie, aber der Anschlusstreffer fiel, exakt drei Minuten vor dem regulären Ende. Ein empty net Treffer in der 58. Minute machte alles klar. Anschließend gab es bange Minuten im Welli, der Spieler der Steelers mit der Nummer 14, Patrick Watling musste mit einer Trage vom Eis gebracht werden. Nach einem fairen Check war er unglücklich mit einem Mannschaftskameraden zusammengeprallt und mit dem Kopf vor an in der Bande gelandet. Er gab von der Trage aus ein Handzeichen und es bleibt zu hoffen, dass er bald wieder spielen kann.

Die Steelers hatten den Eisbären alles abverlangt und wurden von ihren Fans gebührend verabschiedet. Den Beifall im Welli hatten sie sich verdient.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Reinke; Geibel, Mik; Kaiser, Galipeau – Tiffels, Fontaine, Kirk; Ronning, Boychuk (A), Pföderl; Noebels (A), Byron, Bergmann; Hördler, Wiederer, Veilleux – Trainer: Serge Aubin         

Sheffield Steelers: Greenfield (ab 4. Spielminute: De Filippo) – Cormier, Tansey; Huttula, Diffley; Guimond, Vainio; Ulrick – Balmas, Simpson, Watling; Ciampini, Dowd, Vallerand; Juusola, Whistle, Golod; Shudra, Tremblay, Leavens – Trainer: Aaron Fox

Tore
0:1 – 12:05 – Vallerand (Guimond, Ciampini) – EQ
1:1 – 24:18 – Veilleux (Hördler) – EQ
2:1 – 25:48 – Geibel (Boychuk, Pföderl) – EQ
3:1 – 48:53 – Ronning (Pföderl, Reinke) – EQ
3:2 – 57:00 – Balmas (Watling, Simpson) – EQ
4:2 – 57:46 – Byron – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 12 (4, 4, 4) Minuten – Sheffield Steelers: 4 (4, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Adam Kika, Robin Sir (Yannik Koziol, Tom Giesen)

Zuschauer
4.227

Hertha hat gewählt

Die Länderspielpause nutzte der Berliner Zweitligist zur turnusmäßigen Wahl des neuen Präsidiums. Vom den 57.582 Mitgliedern hatte sich der harte Kern von etwa 4.000 im City Cube der Messe Berlin eingefunden. Die Abstimmung zur Wahl des neuen Hertha-Präsidenten brachte, anders als 2022, keine Überraschung hervor. Der bisherige Vize und kommissarisch amtierende Rechtsanwalt Fabian Drescher wurde mit überwältigender Mehrheit (81,7 %) im Amt bestätigt. Der von dem im Januar 2024 verstorbenen Präsidenten Kay Bernstein vorgegebene „Berliner Weg“ soll fortgesetzt werden. Gescheitert mit seiner Kandidatur war somit der Unternehmer Uwe Dinnebier. Im Vorfeld hatte er angekündigt, im Falle seiner Wahl, neue Investoren beschaffen zu können. Er erzielte mit 582 Stimmen zwar das zweitbeste Ergebnis, konnte allerdings die Mitglieder nicht überzeugen. Selbst im Falle seiner Nichtwahl, so ließ er vor einigen Tagen in einem Podcast mit der Journalistin Inga Böddeling durchblicken, würde er die Gespräche mit potenziellen Investoren weiterführen.

Die angetretenen Gegenkandidaten hatten einen schweren Stand und konnten letztendlich die anwesenden Mitglieder nicht überzeugen. Die Frage, ob das Ergebnis für die weitere Entwicklung gut oder weniger gut ist, lässt sich so einfach nicht beantworten. Fakt ist, nach wie vorträgt der Verein schwer an der Last der vergangenen Jahre. Geschäftsführer Thomas E. Herrich präsentierte den Geschäftsbericht der Kommanditgesellschaft auf Aktien, darin ist die Profiabteilung ausgegliedert, mit einem Jahresergebnis von minus 33,3 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist es eine Verbesserung von 65,8 Millionen Euro. Diese Zahlen sind ernüchternd. „Man sieht klar die positiven Entwicklungen des eingeschlagenen Sanierungsprozesses“, so Herrich. Allerdings musste er auch einräumen, dass es das Ziel war, 9 Millionen mehr vom Minus herunterzunehmen. Die Gründe dafür lagen unter anderem in ausbleibenden Zahlungen des Investors 777 und der vorzeitigen Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Ärmelsponsor CG Elementum.

Sportlich läuft es aktuell eher mittelprächtig für die Hertha-Profis. Eigentlich ist die Mannschaft zum Aufstieg in die Bundesliga verdammt und noch ist nichts verloren. So richtig stabil präsentiert sich bisher keiner von den Aufstiegsaspiranten. Das Prinzip Hoffnung bestimmt so weiterhin die Geschicke bei der Alten Dame aus Charlottenburg. Zudem wird im kommenden Jahr 2025 die Rückzahlung der Anleihe fällig.

Hoffentlich ist dafür nicht soviel Sitzfleisch nötig, wie es die anwesenden Vereinsmitglieder im City Cube aufbringen mussten. Nach fast 10 Stunden war die Mitgliederversammlung erst Geschichte. Zur Vize-Präsidentin wurde erstmals eine Frau gewählt. Anne Noske, vielen Journalisten-Kollegen unter ihrem Geburtsnamen Gruber in Erinnerung, durfte sich über das Ergebnis von 2.292 Stimmen freuen. Beworben hatte sich u.a. auch der Ex-Profi Marco Pantelic.

In das Hertha-Präsidium wurden ´mit Ralf Thaeter, Knut Beyer, Saravanan Sundaram, Niklas Lohse und Ferhat Dogru fünf Personen gewählt.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Detlef Kretzschmann

Eisbären holen sich drei Punkte von den Frankfurter Löwen

DEL 17. Spieltag

17.11.2024 14:00 Uhr Uber Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Löwen Frankfurt 5:2(3:1/0:1/2:0)

Zum ersten DEL Punktspiel nach der Deutschland-Cup Pause, stellten sich die Löwen Frankfurt in der Arena am Ostbahnhof vor. Die Eisbären hatten ja unter Woche bereits ein Spiel in England im Rahmen der Champions-League. Ein bisschen ausgeruhter gingen also die Gäste aus Hessen in die Partie. Kaum hatten sie das Eis betreten, durften sie einem Rückstand hinterherlaufen. Die 2. Reihe der Eisbären war sogleich bei ihrem ersten Auftritt erfolgreich, so stand es nach nur 81 Sekunden 1:0 für die Eisbären. Es kam noch besser, gegen die im Anfangsdrittel schläfrig wirkende Gäste. Leonard Pföderl überwand mit einem Rückhandschuss den Frankfurter Goalie Juho Olkinuora. Das war sehenswert vom aktuellen Top-Scorer der Eisbären, sein achtes Saisontor. Dass die Gäste zum 1:2 Anschlusstreffer kamen hatte sie dem Ex-Frankfurter, Eisbären Goalie Jake Hildebrand zu verdanken. Ein als Befreiungsschlag gedachter Puck landete zentral beim Frankfurter Stürmer Julian Napravnik. Der bedankte sich für das Gastgeschenk und schickte den Puck zurück ins Tor. So wurde die Eisbärenführung in 15. Minute knapper. Einen hatten sie allerdings noch im Anfangsdrittel im petto. In der 18. nutzten die Eisbären ein Powerplay durch Marcel Noebels. Der ließ es mit Schlagschuss richtig krachen und platzierte den Puck am finnischen Weltmeister-Goalie vorbei ins Tor.

Der Mittelabschnitt begann unglücklich für die Eisbären. Ganze 31 Sekunden benötigten die Löwen für den erneuten Anschlusstreffer. Der Torschütze war Ex-Eisbär Dominik Bokk. Trotz zahlreicher Chancen, vor allem für die Eisbären, änderte sich nichts am Spielstand.

Mit der knappen Führung von 3:2 ging es in das Schlussdrittel. Die Gäste witterten Morgenluft. Sie hatten einige gute Möglichkeiten. In der 46. und 52. Minute machten die Eisbären die Sache klar und erzielten ihre Treffer Nummer 4 und 5. Ein verdienter und überzeugender Sieg, der mit einer kleinen Rauferei am Schluss zu Ende ging.

Frankfurts Trainer meinte nach dem Spiel, eigentlich haben wir drei gleichstarke Reihen und können gut durchrotieren, heute hat das leider nicht funktioniert. Berlin ist eine sehr talentierte Mannschaft, hat hart gekämpft und somit verdient gewonnen.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Reinke; Geibel, Mik; Kaiser – Tiffels, Kirk, Wiederer; Ronning, Boychuk (A), Pföderl; Noebels (A), Byron, Bergmann; Hördler, Fontaine, Veilleux – Trainer: Serge Aubin         

Löwen Frankfurt: Olkinuora (ab 52. Spielminute: Brenner) – Matushkin, Wirt; Maginot, McNeill; Bidoul, Burns; Schiemenz – Wilkie, Fröberg, Bokk; Schweiger, Pfaffengut, Brace; Brown, Rowney, Napravnik; Bicker, Proft, Lobach – Trainer: Tom Rowe

Torfolge
1:0 – 01:21 – Ronning (Niemeläinen, Reinke) – EQ
2:0 – 13:34 – Pföderl (Wissmann, Ronning) – EQ
2:1 – 14:25 – Napravnik – PP1
3:1 – 17:22 – Noebels (Reinke, Kirk) – PP1
3:2 – 20:29 – Bokk (Wilkie, Matushkin) – EQ
4:2 – 45:31 – Bergmann (Noebels, Byron) – EQ
5:2 – 51:15 – Tiffels (Fontaine, Niemeläinen) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (4, 2, 2) Minuten – Löwen Frankfurt: 8 (4, 2, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Zsombor Pálkövi, Kilian Hinterdobler (Maksim Cepik, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
14.200