ALBA holt sich in München den Meistertitel

Alba Berlin holte sich in München den entscheidenden dritten Sieg und verteidigte den Meistertitel. Zuletzt war den Albertrosen eine Titelverteidigung 2003 gelungen. Das Spiel endete mit 86 zu 79 und war bis in die Schlusssekunden irre spannend. Zur Halbzeit sah es mehr nach einer klaren Angelegenheit für Alba aus. Sie erwischten den besseren Start, nach 6 Minuten führten sie mit 13 zu 3 und zur Halbzeitpause stand es 38 zu 30 für die Berlin.

In der Halle in München waren 1.300 Zuschauer zugelassen, unter ihnen auch Uli Hoeneß, einem bekennenden Fan des Basketballs. In der zweiten Halbzeit stemmten sich die Basketballer des FC Bayern gegen die drohende Niederlage und das Saisonende. Bis auf einen Punkt waren sie herangekommen und fühlten sich durch eine Schiedsrichterentscheidung benachteiligt. Bayerns Topstar Vladimir Lucic verlor völlig die Nerven und handelte sich ein disqualifizierendes Foul ein. Die daraus folgenden vier Freiwürfe brachten die Entscheidung. Für Alba geht eine sehr intensive Saison mit 83 Pflichtspielen erfolgreich zu Ende.

In Berlin sind jetzt aller guten Dinge drei. Mit Eisbären, den BR Volleys und jetzt Alba kommen drei Meister aus der Hauptstadt.

Hans-Peter Becker

EM Notizen

Nun ist sie also losgegangen, mit einem Jahr Verspätung, die Europameisterschaft im Fußball. Mehr Mannschaften, mehr Spiele, mehr, mehr und mehr. Die Öffentlich-Rechtlichen zeigen nicht alle Spiele. Elf Spielorte und insgesamt 51 Begegnungen wird die verschobene EM umfassen. Der Bezahldienst Magenta bzw. die Telekom hält die Rechte und so werden zehn Gruppenspiele nur dort exklusiv zu sehen sein.

Das Eröffnungsspiel in Rom war ganz anständig. Es gewann tatsächlich die bessere Mannschaft. Italien schoss den türkischen Abwehrriegel geduldig sturmreif. Konnten die Türken in der ersten Halbzeit Gegentore verhindern, so kam es in der zweiten Hälfte umso schlimmer. Die Italiener schenkten ihnen drei Dinger ein. Nach dem ersten Einschlag, einem Eigentor, mussten sie zwangsläufig selbst was für das Spiel tun und so nahm das Unheil für die Türken seinen Lauf. Italiens Torwart Gianluigi Donnarumma hätte sich das Spiel auch von der Tribüne aus ansehen können. So richtig benötigt wurde er nicht. Ist es laut Regelwerk eigentlich erlaubt, statt eines Torhüters einen elften Feldspieler aufzubieten?

Ich will jetzt auch nicht näher auf die angebliche Geheimfavoritenstellung der Türkei eingehen. Da ging so ziemlich alles in die Hose. Gegen Wales und die Schweiz können sie sich rehabilitieren oder auch nicht. Bleibt als letzte Hoffnung schließlich noch die „Lucky Loser“ Regel.

Für den neutralen Zuschauer war es vor dem TV-Gerät ganz unterhaltsam. Allerdings versuchte der ARD-Kommentator Florian Naß die Gebührenzahler zu animieren, sich mal zu erkundigen, was es kosten würde, zur Alternative, dem Angebot der Telekom, zu wechseln. Sein erster großer Fußballeinsatz war nur Dummschwätzerei und frühestens nach dem dritten Bier zu ertragen. Bitte diesen Mann auswechseln, es gibt ja bald die Tour de France, da ist er besser aufgehoben. So wies er darauf hin, dass der linke Außenverteidiger der Türken Umut Meras sein Geld beim AC Le Havre in der 2. französischen Liga verdient. Somit ist er der einzige Zweitligaspieler auf dem Platz. Was war mit Kenan Karamann von Fortuna Düsseldorf? Sind die nicht letztes Jahr abgestiegen?

Wer übrigens das Spiel Schweiz gegen Wales sehen will, muss erst ein Abo abschließen. Bei den Öfi`s bleibt nur der Videotext.

Hans-Peter Becker

Lukas Reichel unterschreibt bei den Chicago Blackhawks

Bei der Eishockey-WM machte er eine gute Figur und bei den Eisbären war die Nummer 44 mit seinen zwölf Toren am Erringen des Meistertitels beteiligt.

Lukas Reichel wird einen Vertrag bei den Chicago Blackhawks aus der National Hockey League (NHL) unterschreiben. Der Stürmer der Eisbären Berlin unterzeichnet beim sechsmaligen Stanley Cup Sieger einen Einstiegsvertrag über drei Jahre . Der bisherige Kontrakt zwischen den Eisbären Berlin und Reichel wird dementsprechend aufgelöst.„Ich freue mich auf meine Zeit bei den Chicago Blackhawks und auf die NHL. Es war von Anfang an mein Ziel, es bis in die stärkste Eishockeyliga der Welt zu schaffen“, sagt Lukas Reichel. „Dass ich nun einen Vertrag bei meinem Lieblingsverein unterschreibe, macht mich besonders glücklich. Vor mir liegt aber noch ein langer Weg und ich muss weiter hart arbeiten. Ich bin den Eisbären Berlin und den Eisbären Juniors für die vergangenen Jahre und ihre Unterstützung in dieser Zeit sehr dankbar. Ein besonderer Dank geht an meine Mannschaftskollegen und Trainer, ohne sie hätte ich es nicht so weit geschafft. Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft war der perfekte Abschluss. “Der 19-jährige Offensivspieler wurde von Chicago im NHL Draft2020 an Position 17 ausgewählt. Der gebürtige Nürnberger ist somit der erste aktive Spieler der Eisbären, der in der ersten Runde des Drafts gezogen wurde. Reichel wechselte zur Saison 2018/19 nach Berlin und verbrachte seine erste Spielzeit in der Hauptstadt bei den Eisbären Juniors Berlin. Die letzten beiden Saisons lief er für die Eisbären in der PENNY DEL auf und gewann mit den Berlinern in der abgelaufenen Spielzeit die Deutsche Meisterschaft. In insgesamt 89 DEL-Partien verbuchte der Linksschütze 24 Treffer sowie 32 Torvorlagen.

Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer: „Wir sind sehr stolz auf Lukas. Er hat sich diesen Vertrag hart erarbeitet und absolut verdient. Ich bin davon überzeugt, dass wir ihn in naher Zukunft im Trikot der Blackhawks in der NHL spielen sehen werden. Er war in den letzten Jahren, unabhängig seines jungen Alters, eine Stütze unserer Mannschaft und hatte einen großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft. Es ist für uns eine große Ehre und Anerkennung, dass ein Spieler unseres Vereins in die NHL wechselt.

Quelle: EHC Eisbären Berlin

Frischer Wind im Zuspiel

Der amerikanische Einfluss wird bei den BR Volleys zur Saison 2021/2022 wieder zunehmen, denn der in Seattle geborene Zuspieler Matthew West erweitert die Riege an US-Boys beim Hauptstadtclub. Bereits 2015/2016 war der heute 27-Jährige ein Jahr lang in der Volleyball Bundesliga aktiv und tourte seitdem quer durch Europa, zuletzt mit Halt in der Türkei. In Berlin freut er sich nun auf „bekannte Gesichter“ und „sehr hohes Niveau“.

„Die Bundesliga ist mir aus meiner Zeit in Düren vertraut. Es ist eine sehr professionelle, gute Liga. Deutschland hat einen Platz in meinem Herzen“, erzählt der nun vierte Amerikaner im BR Volleys-Bunde neben Cody Kessel, Jeffrey Jendryk und Benjamin Patch. Fachkenner des deutschen Volleyballs werden sich erinnern: Matt West wechselte damals im Jahr 2015 von der Pepperdine University, wo er seine Hochschul- und Volleyball-Ausbildung genoss, nach Deutschland. Im Anschluss an sein erstes Profijahr bei den SWD powervolleys Düren zog es ihn in die Niederlande zu Abiant Lycurgus Groningen. Danach folgten Stationen in Tschechien und Finnland. Jeweils als erster Zuspieler stellte er zuletzt bei AS Cannes (FRA, 19/20), unter anderem für Kyle Russell, und bei Tokat Belediye Plevnespor (TUR, 20/21) die Bälle. Nun ist West in der Weltstadt Berlin angekommen: „Die BR Volleys sind der größte Verein in meiner bisherigen Karriere. Es ist unmöglich, nicht gern Teil dessen zu sein. Ich bin gespannt auf das Team und die Clubkultur“, so die Antrittsworte des Mannes, der beim elfmaligen Deutschen Meister für ein Jahr unterschrieben hat.

Neben Kapitän Sergey Grankin suchten die BR Volleys einen neuen Zuspieler, der frischen Wind und großen Ehrgeiz mitbringt. Geschäftsführer Kaweh Niroomand sieht in Matt West für dieses Anforderungsprofil die richtige Besetzung: „Unserem Team tat die amerikanische Mentalität in den vergangenen Jahren stets sehr gut. Die Trainings- und Wettkampfeinstellung der Jungs aus den Staaten ist immer hervorragend. Das trifft auch auf Matthew zu. Er ist äußerst diszipliniert und motiviert. Wir hatten ihn in den letzten Jahren bereits auf dem Radar.“ Zukünftig wird der US-Amerikaner gemeinsam mit Olympiasieger Grankin die Zuspielfäden in der Hand halten, womit Niroomand die Mannschaft auf dieser Position gut aufgestellt sieht: „Matthew wird Sergey mit seiner Qualität definitiv entlasten können. Außerdem ist er für einen Zuspieler relativ groß, was uns auch im Doppelwechsel neue Optionen bietet.“

1.98 Meter misst der Neuzugang. Seine Freundin Madison Bugg ist mit 1.82 Meter nur unwesentlich kleiner. Auch sie hat sich dem Volleyball professionell verschrieben, sogar ebenfalls als Zuspielerin, und ging in der Vergangenheit schon für den Dresdner SC (17/18) und Allianz MTV Stuttgart (18/19) in der Bundesliga ans Netz. In der nächsten Saison steht Bugg in Rom (ITA) unter Vertrag, doch an ihre Volleyball-Fernbeziehung sind beide gewohnt: „Für uns ist es der Normalzustand, aber die Situation fällt uns auch von Jahr zu Jahr schwerer. Gleichzeitig sind wir uns einig, dass wie beide das Beste aus unserem Leben machen wollen, solange wir jung sind. Wir sind stolz aufeinander und stehen natürlich im ständigen Kontakt.“ Und sollte eine Nachricht von Matt mal auf sich warten lassen, so kann Madison ihrem Freund dennoch stundenlang lauschen, denn West ist auch Podcaster. „I Think We`re Good Here“ heißt sein Format, das er selbst wie folgt beschreibt: „Die Idee ist gemeinsam mit meinem früheren Collegecoach Marv Duphy geboren. Wir haben uns oft stundenlang über das Leben und Volleyball unterhalten. Ich habe dabei mehr über unseren Sport gelernt als während des Trainings. Darauf basiert auch der Podcast. Wir lassen Menschen ihre Lebens- und Volleyballgeschichten erzählen. Bei uns sollen sie sich wohlfühlen, wie bei einem Kaffee unter Freunden und nicht in einer klassischen Interview-Situation.“

Auch über seinen Podcast hinaus befasst West sich viel mit Volleyball-Philosophie und Lebenseinstellungen: „Ich möchte selbst einfach der beste Sportler werden, der ich sein kann, und zugleich meinen Mitspielern genau dabei helfen. So will ich mich in die Mannschaft einbringen.“ Das kann er ab August direkt tun, wenn die Saisonvorbereitung bei den Hauptstädtern startet und für ihn ein neues Volleyball-Kapitel beginnt.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BFV-Präsident begrüßt Übergangslösung für Jahnstadion

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat entschieden, das Stadion im Jahnsportpark als Spielstätte für den FC Viktoria 1889 nutzbar zu machen. Dazu soll das Jahnstadion temporär ertüchtigt werden. Damit wird dem Mitgliedsverein des BFV, dem FC Viktoria 1889, die Möglichkeit geschaffen, die geplanten Spiele der Saison 2021/22 in der dritten Liga im Jahnstadion auszutragen. Die Sportmetropole Berlin schafft damit zugleich für weitere zwei Jahre die Möglichkeit, das Stadion auch für weitere Sportveranstaltungen zu nutzen, insbesondere für den organisierten Fußball wie DFB-Pokalspiele unserer Vereine oder den AOK-Landespokal.

Dazu sagt Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes: „Die lange Suche nach einem drittligatauglichen Stadion in Berlin hat gezeigt, dass der Umbau des Jahnstadions für den organisierten Sport und insbesondere dem Fußball alternativlos ist. Daher ist es nur konsequent und richtig, dass das Jahnstadion nochmal für zwei Jahre ertüchtigt wird. Ich freue mich für den FC Viktoria 1889 und die weiteren möglichen Nutzer des Jahnstadions. Im Berliner Fußball-Verband gibt es viele ambitionierte Vereine, die fernab des Berliner Olympiastadions und der Alten Försterei eine professionelle Spielstätte benötigen. Ich danke daher dem Sportsenator Geisel und seiner Sportverwaltung mit der Stadionertüchtigung für das wichtige Signal für die Sportmetropole Berlin. Mein Dank gilt auch dem Engagement vom FC Viktoria 1889. Neben dem zweijährigen Betrieb muss gleichzeitig seitens der Politik dafür Sorge getragen werden, dass der Umbau des Jahnstadion zu einem inklusiven Stadion so schnell wie möglich umgesetzt wird.“

Für die zeitlich befristete Nutzung wird die Gesamtkapazität der Zuschauenden auf 50 %, also ca. 10.000, reduziert. Das Haupttribünengebäude bleibt gesperrt. Als Ersatz für notwendige Räume werden zwei Containeranlagen vor dem Stadion bzw. auf dem Tribünenwall errichtet. Im Stadioninnenraum wird eine Flutlichtanlage mit den für die 3. Liga geforderten 800 Lux aufgestellt. Diese wird nur das Spielfeld beleuchten, nicht die Laufbahn und die Sprunganlagen. Erforderliche (Bau-)Genehmigungen werden befristet für 2 Jahre beantragt.

Sportsenator Andreas Geisel sagte dazu: „Wir hatten dem FC Viktoria Unterstützung bei der Stadionsuche zugesagt und unser Versprechen gehalten. Als Sportmetropole sind wir stolz auf den erfolgreichen Aufstieg von Viktoria und nutzen alle Möglichkeiten, unsere Vereine – ob im Profi- oder Amateursport – zu unterstützen. Nun ist es uns gelungen, für Viktoria eine Lösung zu finden, die die Anforderungen des DFB erfüllt und die für einen Drittligisten wirtschaftlich zu stemmen ist.“

Die Kosten für den temporären Betrieb belaufen sich auf 1,5 Mio Euro. Im Gegenzug wird das Stadion mietkostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Land Berlin wird die Anlage in Betrieb halten. Berlin erhält dafür die Möglichkeit, das Stadion auch für weitere Sportveranstaltungen wie den DFB-Pokal oder den Landespokal zu nutzen. Möglich ist diese Lösung auch, da sich der Baubeginn für den inklusiven Jahn-Sport-Park auf 2023 verschoben hat. Somit eröffnete sich ein Zeitfenster über zwei Saisons.

„Wir haben schnell gehandelt und somit eine Behelfslösung geschaffen. Neben dem Olympiastadion und der Alten Försterei hat Berlin kein Fußballstadion, das die Anforderungen der 3. Liga ohne erhebliche Umbaumaßnahmen erfüllen kann. Der Fall Viktoria zeigt, dass Berlin ein neues Stadion braucht und der Jahn-Sportpark dringend zum Inklusionssportpark mit eigenem Stadion umgebaut werden muss. Einen weiteren zeitlichen Verzug dürfen wir uns dort nicht leisten. Die sportlichen Erfolge der Berliner Vereine sollten Anlass zur Freude sein – und nicht zur Sorge, weil wir keine entsprechenden Spielstätten haben“, so Sportsenator Geisel.

Der Investor von Viktoria und Thunder, die SEH Sports & Entertainment Holding, hat in einem Letter of Intent mit der Sportverwaltung bestätigt, dass er die zur Sicherstellung des temporären Betriebs notwendigen Kosten tragen wird. Neben Fußball der 3. Liga sollen dort auch American Football Spiele stattfinden.

Quellen: Berliner Fußballverband/Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Rückkaufoption für Julius Kade gezogen

Julius Kade beim Training des 1. FC Union 2019
Foto: © Hans-Peter Becker

Seine ersten Schritte im Fußball machte er einst bei den Sportfreunden Kladow. 2008 wechselte er in das Nachwuchsleistungszentrum von Hertha BSC. Dort unterschrieb er auch seinen ersten Profivertrag. Sein Bundesligadebüt gab er am 5. April 2017 bei der 0:1 Auswärtsniederlage der Hertha in Mönchengladbach. Trainer Pal Dardai wechselte ihn in der Schlussphase, in der 81. Minute für Salomon Kalou ein. Er war nach Lennart Hartmann der bisher zweitjüngste Bundesligaspieler bei Hertha BSC. So richtig gings es für ihn bei der Alten Dame nicht weiter, sodass er 2019 zum Bundesligaaufsteiger und Lokalrivalen 1. FC Union wechselte. Mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet kam er zu keinem Pflichtspieleinsatz bei den Eisernen. Mit Beginn der Saison 2020/21 wechselte er zum Drittliga-Absteiger Dynamo Dresden. Dort avancierte er zum Stammspieler und war wesentlich mit seinen Leistungen am sofortigen Wiederaufstieg der Dresdener beteiligt.

Die Eisernen zogen jetzt die vereinbarte Rückkaufoption für den zentralen und offensiven Mittelfeldspielers. „Julius hat sich in Dresden hervorragend entwickelt und kam in 30 von 38 möglichen Partien in der 3. Liga zum Einsatz. Er hat sich bei einem ambitionierten Verein mit dem klaren Ziel, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen, durchgesetzt und mit seinen Leistungen dazu beigetragen, dieses Ziel zu erreichen. Er hat nun die Chance, sich für unseren Bundesliga-Kader der kommenden Saison zu empfehlen“, kommentiert Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, die Rückkehr von Julius Kade. Auf Einsätze bei den Eisernen in der Bundesliga zu kommen wird schwierig. Der Rückkauf ist ein deutliches Zeichen, dass die Eisernen mehr Tiefe im Kader benötigen. Die Saison beginnt schließlich mit einer dreifachen Belastung.

Hans-Peter Becker

Hertha scheint gelernt zu haben?

Für mich ist es auch, wie auf der virtuellen Mitgliederversammlung verkündet, ein Sieg der Vernunft, dass Trainer Pal Dardai mit seinem Team Andreas „Zecke“ Neuendorf und Admir Hamzagic, bis 2022 weitermachen darf. Es hätte wohl kaum ein Berliner und erst recht kein Hertha-Fan verstanden, wenn der Cheftrainer wieder ins hintere Glied zurückgemusst hätte. Letztendlich ist Hertha BSC mit Glück dem Abstieg entgangen und was der Trainer, unter widrigen Bedingungen geleistet hat, war bewundernswert.

Nochmals zur Erinnerung, Ngankam erzielte in der 73. Minute den Siegtreffer für Hertha auf Schalke. Wäre es nur Unentschieden ausgegangen, wer weiß ? Vielleicht hätte Hertha statt Köln durch die Mühle der Relegation gemusst. So war das Spiel in Hoffenheim nur Makulatur. War das eine miserable Saison!

Kommentar Christian Zschiedrich. Foto: Becker

Anerkennenswert, was Arne Friedrich leistete. Die Zusammenarbeit zwischen Sportdirektor und Cheftrainer passte. Die Zusammensetzung des Kaders passte nicht, das hatten beide nicht zu verantworten. Für die neue Saison wird Hertha hoffentlich ein besseres Händchen in der Kaderplanung haben. Nach dem Klassenerhalt hatte Pal Dardai darauf hingewiesen, dass es bei seinem Amtsantritt vorne und hinten nicht passte. Einige Profis hatten Probleme einfachste Regeln der taktischen Disziplin einzuhalten.

Pal Dardai ist Herthaner durch und durch. Für einen anderen Verein will er nicht arbeiten. Die Ansprüche bleiben bei Hertha BSC hochgesteckt. Der Trainer muss dem gerecht werden und die Mannschaft weiter entwickeln. Der bloße Klassenerhalt wird nicht das Saisonziel sein.

Präsident Werner Gegenbauer ist im Verein nicht unumstritten. Seine Sympathiewerte sind gesunken. Bei seiner Wiederwahl im Oktober 2020 hatte er lediglich einen Zuspruch von 56 Prozent. Selbstkritik ist angebracht. Hertha hat aktuell 38.407 Mitglieder. Sie freuen sich darüber, in Berlin wieder zahlenmäßig vor Union (37.464 Mitglieder) zu liegen. An der digital ausgetragenen Mitgliederversammlung nahmen 2.422 stimmberechtigte Mitglieder teil. Präsident Werner Gegenbauer überstand einen von Mario Pfeifer eingebrachten Antrag auf Abberufung – Ergebnis: 982 Stimmen für Gegenbauer, 622 für seine Abwahl, bei 95 Enthaltungen. Trotzdem, Hut ab vor Gegenbauer, der sich immerhin seit 2008 in der Führung behauptet. Es folgten nach dem gescheiterten Abwahlantrag erzürnte Kommentare: So ohne jegliche Alternative stürzt man keinen Präsidenten.

Die Zeichen für Verbesserungen wurden verbal gegeben. Gegenbauer wird sich über Versäumnisse und Fehler seine Gedanken machen. Kein vorzeitiges Ende also, hoffentlich eine gute Perspektive für die Zukunft. Am 1. Juni 2021 trat Fredi Bobic sein Amt an. Wir bleiben am Ball und werden in Kürze über das Wirken von Carsten Schmidt, sein Einvernehmen mit Investor Lars Windhorst berichten und darüber hinaus, was es neues gibt vom Sportdirektor und Kaderplaner.

Was wurde zur neuen Saison noch verkündet? Es gibt es wohl keine Dauerkarten. Der Bier-Partner Berliner Kindl verlängert um weitere drei Jahre, Ärmelsponsor Hyundai verlängert bis 2022 und das neue Trikot soll Anfang Juli in den Handel kommen.

Christian Zschiedrich

Der BFC Dynamo gewinnt das Pokalfinale

Die Freude war groß nach dem Schlusspfiff im Mommsenstadion. Der BFC Dynamo gewann das hart umkämpfte Finale gegen den Liga-Konkurrenten BAK 07 mit 2:1. Es war vor den Halbfinals mehr mit einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels gerechnet worden. Drittligaaufsteiger Viktoria nahm wohl den BFC nicht so richtig ernst und der BAK konnte die ambitionierten Alt-Glienicker ausschalten. Der BAK ließ über weite Strecken des Spiels erkennen, dass sie zurecht in dieses Finale eingezogen waren.

Die erste Halbzeit ging torlos vorüber. Die fehlende Spielpraxis machte sich bei beiden Teams bemerkbar. Es schlichen sich einige Ungenauigkeiten im Spielaufbau ein. Der BFC Trainer schickte seine Mannschaft in einem 4-4-2 System auf den Rasen, sein Kollege aus dem Poststadion setzte ein 3-4-3 dagegen. In der 43. Minute musste Mittelfeldspieler Tezel mit gelb-rot vom Platz. Bis dahin waren packende Torszenen Mangelware. Der BAK wirkte in der Spielanlage etwas reifer und hatte dadurch leichte Vorteile.

Die zweite Halbzeit mussten sie dezimiert bestreiten und bekamen gleich eine zusätzliche Hypothek aufgebürdet. In der 48. Minute landete ein Freistoß, getreten von Kleihs, direkt auf dem Kopf vom BFC Kapitän Pollasch. BAK Torwart Kühn hatte keine Chance der Abwehr. Der BAK nahm den Kampf auf und drängte auf den Ausgleich. Dass sie einen Spieler weniger auf Platz hatten, war nicht zu bemerken. Der BFC lauerte auf Konter. Die Abwehrkette des BAK stand, vor allem Häusel verdiente sich Bestnoten. Er gewann nicht nur alle Zweikämpfe in der gefährlichen Zone, seine Pässe aus der Abwehr leiteten einige gefährliche Angriffe ein. Der BFC Keeper bekam einiges zu tun.

Der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Es kam anders. In der 88. Minute nutzte Steinborn ein Missverständnis in der BAK Abwehr zur 2:0 Führung. Der BAK gab sich weiter nicht geschlagen. Sie wurden fast noch belohnt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit verkürzte El-Jindaoui per Foulelfmeter auf 1:2 und im Lager des BFC musste gezittert werden. Viel hätte nicht gefehlt und kurz vor dem Schlusspfiff hätte der BAK den Ausgleich erzielen können.

Groß war die Freude beim BFC Dynamo, so richtig hatte nach all den Widrigkeiten der Saison keiner diese Mannschaft auf dem Zettel. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass der Sieg für den BFC Dynamo auf Dauer Bestand haben wird. Wie bereits berichtet, der Oberligist Blau-Weiß 90 war zwar am Donnerstag, 27. Mai mit einem Einspruch gegen den wegen der Coronavirus-Pandemie geänderten Spielmodus – nur die Regionalligisten durften den Sieger ausspielen – vor dem Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes gescheitert. Die Verantwortlichen von Blau-Weiss ziehen jetzt eine Etage höher, vor das Verbandsgericht des BFV, so war es auch am Rande des Spiels zu erfahren.

„Nun liegt es am Verbandsgericht des BFV, dass vor Ende Juni über unsere Berufung entscheiden muss, welche Rechtsposition sich am Ende durchsetzen wird. Das Zustandekommen wie auch den Beschluss des BFV-Beirats selbst, die 27 teilnehmenden Vereine unterhalb der Regionalliga aus dem laufenden Wettbewerb auszuschließen, halten wir nach wie vor für die falscheste Entscheidung, die getroffen werden konnte.“, so nachzulesen auf der HP von Blau-Weiss.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale Saison 2020/21

29.05.2021 13:00 Uhr Mommsenstadion

BFC Dynamo – BAK 07 2:1(0:0)

Torfolge

48. min 1:0 Pollasch

88. min 2:0 Steinborn

90.+2 min 2:1 El-Jindaoui (11m)

AOK-Landespokalfinale wird planmäßig am 29. Mai gespielt

Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes und das Landgericht Berlin bestätigten unabhängig voneinander die Rechtsposition des Berliner Fußball-Verbandes zum modifizierten Spielmodus im AOK-Pokal der 1. Herren. Somit besteht nunmehr auch juristische Klarheit, dass das morgige Endspiel im AOK-Pokal zwischen dem BFC Dynamo und Berliner AK wie geplant um 13:00 Uhr angepfiffen wird.

Aufgrund der Corona-Pandemie und des im Land Berlin weiterhin nicht erlaubten Spielbetriebes war der Berliner Fußball-Verband gezwungen, mit den 32 im Wettbewerb verbliebenen Pokalmannschaften eine Lösung zur Beendigung der Pokalsaison 2020/21 zu finden. Nach zwei Gesprächsrunden entschied sich die Mehrheit der Pokalteilnehmer für eine sportliche Beendigung mit den fünf noch im Pokal befindlichen Regionalligisten, weil diese sich in einem genehmigten Trainingsbetrieb befanden. Gleichzeitig soll der Gewinner des AOK-Landespokals 50 Prozent der DFB-Ausschüttung zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde an die verbleibenden Teilnehmer ausschütten. Diesem Vorschlag folgten 30 von 32 Mannschaften und erklärten dieses dem Berliner Fußball-Verband mit einer schriftlichen Verzichtserklärung. Daraufhin hat der Beirat des BFV mit einer Dreiviertelmehrheit den Spielausschuss mit einer Änderung in der Spielordnung ermächtigt, den Pokalmodus aufgrund der Corona-Pandemie einmalig für die Saison 2020/21 anzupassen.

Ein Oberligist im AOK-Landespokal legte Einspruch beim Sportgericht gegen die Entscheidung des BFV-Beirats ein, nachdem der Verein, wie alle anderen Vereine unterhalb der Regionalliga, zuvor in drei verschiedenen Anträgen keine Spielerlaubnis von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport erhielt. Das Sportgericht folgte der Auffassung des Einspruchsführenden nicht und lehnte den Antrag des Oberligisten am Donnerstagabend, 27. Mai wegen Formfehlern ab. Darüber hinaus beantragte der Oberligist am Mittwoch, 26. Mai eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Berlin, der dem BFV das Austragen des Pokalfinals untersagen sollte. Die Kammer des Gerichts folgte den Argumenten des Berliner Oberligisten ebenfalls nicht und wies den Antrag am heutigen Freitag, 28. Mai ab.

Dazu sagt Joachim Gaertner, Präsidialmitglied Spielbetrieb: „Selbstverständlich ist es das legitime Recht jedes Vereins, die getroffene Modifizierung des AOK-Landespokals juristisch überprüfen zu lassen. Gleichzeitig ist es wichtig herauszustellen, dass der Spielausschuss mit der BFV-Geschäftsstelle zu jederzeit versucht hat, allen Interessen der 32 verbliebenen Pokalteilnehmern gerecht zu werden. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass Sachargumente und Mehrheitsbildungen im Berliner Fußball-Verband akzeptiert werden. Ich bin nunmehr froh, dass auch das Sport- und Landgericht der Rechtsauffassung des BFV gefolgt sind. Darüber hinaus hoffe ich im Interesse aller Vereine, dass der neue Pokalwettbewerb 2021/2022 im August beginnen kann und somit alle Vereine im Pokal neu angreifen können.“

Jan Schlüschen, Vizepräsident Recht im BFV, ergänzt: „Wie schon bei dem Saisonabbruch 2019/2020 bedauere ich aus sportlicher Sicht sehr, dass aufgrund der Pandemie und der behördlichen Vorgaben einige Vereine mehr Möglichkeiten oder Vorteile haben als andere. Mein Respekt gebührt daher ausdrücklich denen, die aufgrund der unleidigen künstlichen Eingriffe – wie die Anwendung der Quotientenregelung oder der jetzigen Pokalbeendigung – sportlich das Nachsehen hatten. Andererseits bin ich erleichtert, dass die Entscheidung des Beirats vom 4. Mai 2021 und die Vorbereitung des Spielausschusses sowie der hauptamtlichen Mitarbeiter:innen, als auch die deutliche mehrheitliche Zustimmung der noch im Pokal vertretenen Mannschaften zu der im Streit stehenden Beendigung des AOK-Landespokals der 1. Herren, bestätigt wurden. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier Joachim Gaertner sowie Norman Wiechert, Carsten Voss und Kevin Langner, die die Entscheidungen fachlich vorbereitet haben und dabei immer im Austausch mit den Vereinen standen. Ich betone dies deshalb auch, weil in dem einen Jahr meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den BFV die Arbeit des Verbandes fortwährend diskreditiert wird, oftmals mit Halb- und Unwahrheiten. Ich habe die Mitarbeiter:innen des Hauptamtes und Teile des ehrenamtlichen Präsidiums als auch der Ausschüsse als Menschen kennengelernt, die alles tun, um den Berliner Fußball zu fördern und zu stärken. Aus meiner Sicht auf einem sehr hohen Niveau. Für mich als Außenstehenden, der nun Einblick in den BFV hat, ist es unerträglich, wie Dritte fortwährend versuchen, diese Arbeit in Misskredit zu bringen. Dort, wo Fehltritte passiert sind, muss natürlich Verantwortung übernommen werden und wird es auch. Andererseits heiligt der Zweck aber auch nicht jedes Mittel; auch hier gilt es, sich rechtmäßig zu verhalten. Ich persönlich hoffe sehr, dass es bald wieder um das geht, was uns verbindet: Fußball. Ich wünsche dem BFC Dynamo und dem BAK 07 morgen viel Glück und hoffe auf ein tolles Fußballspiel, das zeigt, wie stark der Berliner Fußball ist.“

Der rbb zeigt das Pokalfinale am 29. Mai 2021 ab 12.50 Uhr live im Fernsehen.

Quelle: Berliner Fußballverband

Genki Haraguchi wird Unioner

Der 1. FC Union Berlin arbeitet weiter am Kader der Bundesligasaison 2021/22 und verstärkt sich mit dem 57-maligen japanischen Nationalspieler Genki Haraguchi. Der 30-Jährige, der zuletzt beim Zweitligisten Hannover 96 unter Vertrag stand, wechselt ablösefrei von der Leine nach Berlin-Köpenick.

Genki Haraguchi begann mit dem Fußballspielen bei Konan Minami Shonendan, bevor er sich der Nachwuchsabteilung der Uruwa Red Diamonds anschloss. Im Sommer 2008 schaffte der Offensivspieler den Sprung zu den Profis, 2014 wagte der Japaner den Schritt nach Deutschland, wo er einen Vertrag bei Hertha BSC unterschrieb. Zwei Jahre später streifte Haraguchi per Leihoption für eine Saison das Trikot von Fortuna Düsseldorf über. Statt im Anschluss zurück nach Berlin zu kehren, wechselte der 177 cm große Haraguchi zu Hannover 96. Für deutsche Vereine absolvierte der Japaner bislang 217 Pflichtspiele, in denen ihm 22 Treffer sowie 30 Assists gelangen. Dabei kam er sowohl in der Bundesliga, der 2. Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Europa League zum Einsatz. Nach dem Ablauf seines Vertrags in Hannover entschied sich Genki Haraguchi für den Wechsel zum 1. FC Union Berlin.

„Ich hatte eine tolle Zeit in Hannover. Jetzt freue ich mich aber, auch in der nächsten Saison wieder die Möglichkeit zu haben, in der Bundesliga spielen zu können. Union hat in den letzten Jahren bewiesen was möglich ist, wenn man hart und als Team arbeitet. Ich freue mich auf die Stadt und das Stadion An der Alten Försterei und bin überzeugt, dass ich der Mannschaft in der kommenden Saison helfen kann, erneut die Klasse zu halten“, freute sich Genki Haraguchi nach seiner Unterschrift.

„Genki Haraguchi ist ein Spieler, der den deutschen Fußball bereits seit vielen Jahren kennt und uns dabei mit seinen Leistungen überzeugt hat. Er ist ein technisch versierter, häufig torgefährlicher Fußballer, der uns Kreativität und Ballsicherheit bringen kann. Deshalb freuen wir uns, dass er sich für uns entschieden hat“, kommentierte Oliver Ruhnert, Union-Geschäftsführer Profifußball, die Verpflichtung.

Quelle: 1. FC Union Berlin/Hannes Hahn