1. FC Union – Sieg in Helsinki

Der 1. FC Union Berlin besiegt Kuopion PS im Olympiastadion Helsinki mit 4:0 und erarbeitet sich somit eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Gruppenphase der UEFA Europa Conference League. Taiwo Awoniyi bringt die Köpenicker in der siebten Minute mit 1:0 in Führung, nach einer knappen halben Stunde schrauben Max Kruse und erneut Awoniyi das Ergebnis auf 3:0 (29., 31.). Nach dem Seitenwechsel werden die Gastgeber zwar aktiver, schaffen es jedoch nicht, Andreas Luthe zu überwinden. In der Nachspielzeit bedient der eingewechselte Teuchert den ebenfalls neu in die Partie gekommenen Andreas Voglsammer, der den 4:0-Endstand besorgt. Im Rückspiel der Play-Off-Runde empfangen die Köpenicker am Donnerstag, dem 26.08.2021, Kuopion PS im Olympiastadion Berlin. Der Anpfiff erfolgt um 20:15 Uhr.

Kuopion PS: Kreidl – Uzochukwu (46. Aspegren), Toivomäki, Paulo Ricardo, Carillo, Niba (46. Udoh) – Adjei-Boatengn (79. Haarala), Sebban, Popovitch – Väyrynen (46. Rangel), Ikaunieks (79. Vidjeskog)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Baumgartl, Puchacz (72. Gießelmann) – Öztunali (86. Teuchert), Khedira, Haraguchi (72. Ingvartsen) – Awoniyi (59. Becker), Kruse (59. Voglsammer)

Schiedsrichter: Ivan Bebek, Goran Patakim Bojan Zobenica, Igor Pajac

Tore: 0:1 Awoniyi (7.), 0:2 Kruse (29.), 0:3 Awoniyi (31.), 0:4 Voglsammer (90.+2)

Im Olympiastadion von Helsinki setzte Urs Fischer wie zuletzt gegen Bayer Leverkusen auf eine Dreier-/Fünferkette. Für Linksverteidiger Niko Gießelmann rückte Tymoteusz Puchacz in die Startelf, außerdem ersetzte Levin Öztunali Marcus Ingvartsen im Vergleich zur Partie gegen die Werkself.

Schon in den ersten Minuten entwickelte sich in Helsinki ein unterhaltsames Spiel zwischen Kuopion PS und Union. Während eine frühe Ecke von Christopher Trimmel noch ohne Ertrag blieb (2.), tauchten auch die Finnen bereits in der dritten Spielminute vor dem Tor Andreas Luthe auf. Robin Knoche wehrte den Flankenversuch von der rechten Seite zur Ecke ab (3.), den anschließenden Eckstoß parierte Luthe mit einer Faustabwehr (4.). Nur drei Minuten später ging Union in Führung. Tymoteusz Puchacz nutzte einen Doppelpass mit Max Kruse um an die linke Seite des Strafraums zu gelangen, am Fünfmeterraum verwertete Taiwo Awoniyi die maßgenaue Flanke des Polen zum 1:0 (7.). Die Hausherren zeigten sich davon nicht beeindruckt, sondern setzten direkt zum Gegenangriff an. Eine gut getretene Flanke von rechts fing Luthe im letzten Moment vor zwei herbeieilenden Finnen ab (8.), insgesamt zeigte Kuopion in den ersten zwanzig Minuten immer wieder aggressives Pressing und schnelle, zielstrebige Angriffe. Puchacz prüfte KuPS-Keeper Johannes Kreidl mit einem frechen Schuss auf die kurze Ecke (16.), in der 23. Spielminute setzte Levin Öztunali einen Schuss aus spitzem Winkel oben auf das Dach des Tornetzes. Wenig später schlugen die Eisernen gleich doppelt zu. Nach einem Ballverlust der Hausherren im Mittelfeld leitete Genki Haraguchi den schnellen Konter ein, Awoniyi bediente Kruse halbrechts im Strafraum, sodass sich der Angreifer nicht zweimal bitten ließ und die Kugel trocken im linken unteren Ecke versenkte (29.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später tauschten Awoniyi und Kruse die Rollen. Kruse bediente den Nigerianer, der mit dem Rücken zum Tor stand von der rechten Außenbahn, aus der Drehung besorgte Awoniyi den Treffer zum 3:0 (31.). Die Köpenicker dominierten nun das Geschehen auf dem Rasen, ließen den Ball gut laufen, erarbeiteten sich einige Standardsituationen, konnten aber keine der Möglichkeiten, nutzen um die Führung weiter auszubauen. Nach insgesamt 46 gespielten Minuten beendete der kroatische Unparteiische Ivan Bebek die erste Halbzeit.

Während Urs Fischer sein Team ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen schickte, nutzte Kuopios Trainer Simo Valakari die Pause für drei Wechsel. Aniekpeno Udoh, Felipe Aspegren und Lucas Rangel ersetzten Niba, Väyrynen und Uzochukwu. Der gut aufgelegte Kruse sorgte auch im zweiten Abschnitt für Gefahr und setzte Ötzunali in der 55. Minute mit einem feinen Pass in die Spitze in Szene. Am Strafraum angekommen, legte der Mittelfeldspieler für den mitgelaufenen Awoniyi quer, der Stürmer traf die Kugel diesmal jedoch nicht richtig, sodass der Ball im Toraus landete. Vier Minuten später war der Arbeitstag der beiden Torschützen beendet. Kruse und Awoniyi verließen den Rasen, Andreas Voglsammer und Sheraldo Becker ersetzten die beiden Offensivkräfte (59.). Kuopion PS wurde nun wieder mutiger, spielte sich immer wieder bis ins Angriffsdrittel vor, scheiterte dann jedoch an der Abwehr der Köpenicker und an Schlussmann Andreas Luthe. Der eingewechselte Sheraldo Becker versuchte sein Glück in der 66. Spielminute mit einem Schlenzer aus 18 Metern, setzte die Kugel aber knapp über den Querbalken. Kurz darauf war auch für Genki Haraguchi und Tymoteusz Puchacz Schluss, Marcus Ingvartsen und Niko Gießelmann übernahmen positionsgetreu (72.). Die Finnen sorgten eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Freistoß von der Außenbahn für Gefahr, Rangel kam zwar im Rücken der Union-Abwehr an den Ball, konnte die Kugel aber nicht aufs Tor bringen (75.). Nach einem Ballverlust der Eisernen im Aufbauspiel konterten die Gastgeber mit Jänis Ikaunieks über die rechte Seite, der Abschluss des Finnen stellte Luthe aber erneut vor keine größeren Probleme (78.). In der Schlussphase blieb KuPS weiter aktiver und nutze nun einfache Ballverluste der Unioner aus, trotzdem schafften es die Finnen nicht, die letzte Entschlossenheit vor dem Tor von Andreas Luthe zu zeigen. Der schnelle Becker prüfte auf der Gegenseite Johannes Kreidl mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der Schlussmann konnte jedoch abwehren (84.). Drei Minuten vor dem Ende tauchte Andreas Voglsammer nach Vorlage von Becker gefährlich vor dem Kasten der Finnen auf, sein Schuss aus der Drehung rauschte jedoch Zentimeter über die Querlatte hinweg (87.). Doch auch Kuopion PS wurde nochmals gefährlich. Luthe reagierte mit einer starken Parade und parierte einen Abschluss des völlig freistehenden Rangel (89.), bei der anschließenden Ecke bewahrte die Querlatte die Köpenicker vor dem Anschlusstreffer (90.). In der dreiminütigen Nachspielzeit leitete der spät eingewechselte Cedric Teuchert einen schnellen Konter ein und hatte das Auge für den mitgelaufenen Andreas Voglsammer, der die Kugel zum 4:0-Endstand über die Linie drücken konnte (90.+2.).

Cheftrainer Urs Fischer zeigte sich nach der Partie zufrieden mit seinem Team: „Wir haben eine sehr gute erste Hälfe gespielt, waren sehr aggressiv, haben uns die Räume erlaufen und haben eine gute Bewegung mit dem Ball gezeigt. Mit dem Treffer zum 1:0 haben wir KuPS etwas überrascht. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, weiter dran zu bleiben und nicht nachzulassen. KuPS war nach der Pause dominanter, es passte aber zum Spiel, dass wir nochmal mit einem Tor nachlegen konnten“.

Am kommenden Sonntag tritt der 1. FC Union Berlin am zweiten Spieltag der Bundesliga zum Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Der Anpfiff in der Sinsheimer PreZero-Arena erfolgt um 15:30 Uhr

Überraschungen in der Berlin-Liga, die Füchse führen

Die neun Spiele am 2. Spieltag teilten sich in vier Heimpleiten und vier Siege, mit einem Remis 1:1 zwischen Makkabi – Spandauer Kickers. Bei den vier Heimpleiten verlor der SCC am deutlichsten, 0:4 gegen Wilmersdorf. Bezeichnend auch das 2:5 von Sparta Lichtenberg gegen den Berliner SC. Rudow verlor zu Hause 1:2 gegen Stern Marienfelde und durch das 0:2 der Frohnauer am Poloplatz gegen den SV Empor, rutschte der Frohnauer SC gleich auf einen Abstiegsplatz. Selbst Makkabi ließ zu Hause beim 1:1 gegen die Spandauer Kickers unerwartet Federn.

Die vier Siege, wie folgt auf: Dreimal gab es ein 3:1 für die Gastgeber. SD Croatia – Berlin Türkspor, Hilalspor – Brandenburg 03 und 1. FC Novi Pazar – Fortuna Biesdorf (Tabellenletzter). Wenn die Füchse Berlin weiterhin so angriffslustig Tore schießen, werden bestimmt mehr als die 176 Zuschauer am Freitagabend zu den Spielen kommen. 4:0 (1:0) fegten sie den 1. FC Wilmersdorf vom Wackerweg. Torschützen Haubitz, Nellesen und zweimal Özcin.

An kommenden Freitag, 20.08. 19.30 Uhr, sollen die auswärts siegreichen Sterne aus Marienfelde dran glauben.

In der 1. Hauptrunde des AOK-Pokals setzten sich die Favoriten durch, knapp und mit Mühe zwei Oberligisten Blau-Weiß 90 – SF Kladow 2:1 und SC Staaken – FC Amed. Am ersten September-Wochenende geht es mit der 2. Hauptrunde weiter. Das Los bescherte den Füchsen gleich einen Regionalligisten aus der Spitzengruppe. 11:4 Tore, 12 Punkte in vier Spielen. Das kann im Pokal gegen den Vertreter aus der Berlin-Liga heiter werden. Was soll’s sagt sich das Team des zwei Klassen tieferen um Trainer Ümit Ergirdi. Seltenheitswert hat wohl die Rote Karte gegen Kevin Gutsche (56.), als er einen Füchse-Freistoß in die Mauer setzte und anschließend Schimpfwörter gegen eigene Spieler abließ. Gutsche erfuhr, das ist eben auch eine Unsportlichkeit.

Christian Zschiedrich

Robert Andrich wechselt nach Leverkusen

Mittelfeldspieler Robert Andrich verlässt den 1. FC Union Berlin mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem Ligakonkurrenten Bayer 04 Leverkusen an. Darauf verständigten sich beide Vereine und der 26-Jährige am Montag, 16.08.2021.

Der gebürtige Brandenburger, der nach seiner Ausbildung bei Hertha BSC für die SG Dynamo Dresden, den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Heidenheim aktiv war, wechselte nach dem Aufstieg der Eisernen von Heidenheim nach Berlin-Köpenick und entwickelte sich im Team von Union-Trainer Urs Fischer zum Stammspieler. In zwei Jahren trug der Mittelfeldspieler maßgeblich zum Klassenerhalt und zur Qualifikation für die Play-Offs zur UEFA Euro Conference League bei. Er absolvierte insgesamt 66 Pflichtspiele für den 1. FC Union Berlin, dabei erzielte er neun Treffer und steuerte sechs Torvorlagen bei.

Auch wenn uns die Entscheidung als Verein nicht leichtfällt, den Spieler gehen zu lassen, haben wir gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Leverkusen eine Lösung gefunden, die für alle Parteien akzeptabel ist. Sportlich bedauern wir seinen Weggang, wünschen Robert aber auf seinem weiteren Weg alles Gute und bedanken uns für seine Leistungen im Trikot des 1. FC Union Berlin“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union Berlin.

Quelle: Hannes Hahn/1. FC Union Berlin

Berliner Fußball im Überblick, mal Daumen hoch und mal runter

Wir trösten uns für den Bundesliga-Auftakt, Daumen runter für Hertha BSC, mit der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln gestartet, es war ja nur das erste Spiel. In den nächsten Begegnungen kann das ja anders werden. Das sollte bereits im 2. Spiel daheim gegen den VfL Wolfsburg der Fall sein – Samstag, 21.08.2021 ab 15.30 Uhr, Olympiastadion. Der VfL hat gegen Aufsteiger Bochum mit dem 1:0 gleich drei Punkte eingefahren, muss also mit der richtigen Einstellung niedergekämpft werden.

Das Kämpferische wird bei den Eisernen von Union in dieser Saison dominieren. Immerhin punkteten die Köpenicker beim 1:1 gegen Leverkusen. Wenigstens ein Berliner Bundesligateam punktete. Zum nächsten geht es nach Sinsheim. Die TSG Hoffenheim siegte unerwartet hoch in Augsburg mit 4:0. Unions Abwehr schätzen wir stärker ein und vorn wird für ein Tor reichen.

Was ist denn in der 3. Liga los? Daumen hoch für Aufsteiger Viktoria 89. Unser Redakteur Hans-Peter Becker war vor Ort und hat hautnah berichtet. Nach drei Spielen führt Viktoria 89 die Tabelle an mit sagenhaften 10:1 Toren, drei gewonnene Spiele, 9 Punkte. In Halle steigt heute das Montag-Spiel gegen Braunschweig, derzeit ist der Absteiger mit nur einem Punkt gemeinsam mit Viktoria Köln und dem 1. FC Kaiserslautern, Aufsteiger Havelse sogar 0 Punkte, auf den Abstiegsplätzen.

Am Freitag, 20.08. 19.00 Uhr, kommt der Tabellen achte Hallescher FC ins Jahnstadion. Viele Traditionsvereine machen das Geschehen in Liga Drei attraktiv und spannend. So schlägt der 1. FC Saarbrücken den MSV Duisburg 2:0, dreimal endete ein Spiel mit 1:1. Waldhof Mannheim  – Würzburger Kickers, FSV Zwickau – SV Meppen und 1860 München – Türkgücü München. Beim 4:0 für Viktoria Berlin verletzte sich Felix Götze, Kaiserslautern, der Bruder von Mario Götze schwer. Wir wünschen ihm baldige Genesung. Als Dirigent wird er dem 1. FC leider längere Zeit fehlen.

In der Regionalliga Nordost dominiert Berlin. Der Berliner AK hat nach 5 Spielen 13 Punkte und rangiert auf Platz 2 der Tabelle, punktgleich mit dem Spitzenreiter, dem FSV Luckenwalde, gefolgt auf Platz 3 vom BFC Dynamo mit 12 Punkten, aber mit einem Spiel weniger. Abgesagt wurde die Partie 1. FC Lok Leipzig – Tennis Borussia. Aufsteiger Tasmania triumphierte am fünften Spieltag mit 4:0 über den bisherigenn Tabellenführer FSV Luckenwalde. Den höchsten Sieg fuhr Energie Cottbus mit 5:0 über VfB Auerbach ein. Cottbus ist jetzt Achter während Auerbach am tabellenende bleibt. Das Berlin-Derby Lichtenberg 47 – Hertha BSC II endete torlos. Ebenfalls remis mit 3:3 VSG Altglienicke gegen Union Fürstenwalde.

Bereits am Dienstag, 17.8., geht es mit einer englischen Woche, dem 6. Spieltag, weiter. Am Mittwoch,18.08. stehen zwei Berlin-Derbys an: Berliner AK – VSG Altglienicke und BFC Dynamo – SV Tasmania. Hertha BSC empfängt im Amateurstadion den Chemnitzer FC. Am 7. Spieltag, am Freitag, 20.08. spielt Lichtenberg 47 gegen den FSV Luckenwalde im Stadion Lichterfelde. .

In der NOFV Oberliga Nord führt ein Berliner Verein die Tabelle an: Hertha 03 Zehlendorf, 6 Punkte und 6:0 Tore. Diesmal scheinen es die Zehlendorfer wirklich wissen zu wollen. Englische Woche auch in der Oberliga. Am Mittwoch, 18.08. sind sämtliche Spiele des 3. Spieltags angesetzt.

Im Volkspark Mariendorf heißt es um 18:30 Uhr Blau-Weiß 90 – Hertha 03. Das 6:1 von Hertha 06 gegen den FC Lok Stendal spricht eine deutliche Sprache. In der Tabelle oben vertreten sind die Berliner vom SC Staaken Platz 4 mit 4 Punkten, dahinter Hertha 06 mit 3 Punkten und Eintracht Mahlsdorf mit ebenfalls 3 Punkten. Stern 1900 ist Tabellen elfter. So früh in der Saison hat die Tabelle wenig Aussagekraft.

Es folgt der 4. Spieltag mit zwei Berlin-Derbys am Sonntag, 22,08., SC Staaken – Stern 1900 und Hertha 03 – Eintracht Mahlsdorf. Hertha 06 erwartet an der Sömmeringstraße den MSV Pampow aus Mecklenburg-Vorpommern.

Christian Zschiedrich  

Viktoria siegt weiter

Es ist alles noch immer ein bisschen neu bei Viktoria. Am 3. Spieltag war große bundesdeutsche Fußballtradition zu Gast im Jahn-Sportpark. Die „Roten Teufel“ parkten ihren Mannschaftsbus vor der inzwischen über dreißigjährigen Haupttribüne. Hier gab es heiße Duelle in der DDR-Oberliga. Daran müssen sich die über 3.000 Fans des 1. FC Kaiserslautern erinnert haben, als in der 24. Minute tatsächlich „ihr seid Scheiße, wie der BFC“ riefen. Oder hatten sie unangenehme Erinnerungen an ein Pokalspiel. Zu diesem Zeitpunkt führte Viktoria mit 1:0. Björn Jopek hatte die Jungs in Himmelblau bereits nach drei Minuten in Führung gebracht. Erste Chance und erster Eckball, kurz ausgeführt von Jopek und der trifft im Fallen oder im Liegen, jedenfalls war es die Führung. Es entwickelte sich das typische Viktoria-Fußball, eine Blaupause zum letzten Auftritt in Braunschweig. Wir werden kaum einen Gegner dominieren können, also versuchen wir es mit frühem stören und nutzen die Fehler des Gegners aus. Das funktionierte in der Nachspielzeit vor der Halbzeitpause.

Fußball wieder mit Zuschauern im Stadion © Foto: Hans-Peter Becker

Lauterns Felix Götze, einer der beiden 6er, geriet unter Druck, verlor den Ball und Tolcay Cigerci war allein durch und vollendete zum 2:0. Es lief nicht gut für die Lauterer, die sich eigentlich vorgenommen haben, eine stabilere als die letzte Saison zu spielen. Sie wurden mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet. Sie spielten fahrig, bekamen kein Tempo in ihre Aktionen. Folgerichtig wechselte der Gäste-Trainer bereits zur Halbzeit. Er nahm Julian Niehues, einen der beiden Sechser und die Sturmspitze Daniel Hanslik aus dem Spiel. Es wurde nicht besser und sie liefen dem Neuling ins offene Messer. Zwei Konter führten zum Erfolg. Lucas Falcao in der 52. und Erhan Yilmaz in der 84. schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Den Gästen aus der Pfalz gelang nicht einmal der Ehrentreffer, es wäre zudem das erste Saisontor überhaupt geworden.

Bedröppelte Gäste und feiernde Gastgeber, an dieses Bild könnte man sich im Jahnsportpark gewöhnen. Ein Ereignis ist noch zu erwähnen. In der 71. Minute verletzte sich Felix Götze bei einem Kopfballduell an der Schläfe, blieb benommen liegen und musste ins Krankenhaus gefahren werden. Es bleibt zu hoffen, dass nicht schlimmes passiert ist.

Das Spiel verfolgten 4.221 Zuschauer offiziell. Bereits am kommenden Freitag, 20. August geht es für Viktoria weiter. Ab 19:00 Uhr kommt es zu einem Berlin Sachsen-Anhalt Derby, der Hallesche FC gibt seine Visitenkarte ab.

Hans-Peter Becker

Viktoria Berlin – 1. FC Kaiserslautern 4:0 (2:0)
Berlin: Krahl – Kapp, Menz, Lewald – Pinckert, Jopek (90. Heimur), Theisen (87. Kayo), Becker – Küc (87. Benyamina) –Falcao (69. Seiffert) , Cigerciv(69. Yilmaz)
FCK: Raab – Tomiak, Götze (74. Winkler), Senger – Niehues (46. Sessa) – Hercher, Zimmer (60. Gözütok), Wunderlich, Zuck (60. Gibs) – Kleinsorge, Hanslik (46. Kiprit)
Tore: 1:0 Jopek (3.), 2:0 Cigerci (45.+2), 3:0 Falcao (51.), 4:0 Yilmaz (84.)
Gelbe Karten: Jopek, Lewald / Zuck, Tomiak
Schiedsrichter: Konrad Oldhafer
Zuschauer: 4.221

Sportfreunde Kladow spielten gegen Blau Weiß 90

Im Berliner Amateurfußball beginnt die jede Saison traditionell mit der 1. Runde im AOK-Pokal. Die „Kleinen“ versuchen die „Großen“ zu ärgern. 64 Spiele werden zu Eröffnung ausgetragen. Teilnahmeberechtigt sind alle Mannschaften bis zur Regionalliga. Im BFV sind mehr als 128 Mannschaften organisiert, sodass vor der 1. Runde, eine Qualifikation ausgespielt werden muss.

Aus den 64 Spielen haben wir uns die Partie der Sportfreunden Kladow gegen Blau Weiß 90 herausgepickt. Ein Bezirksligist (aus der 8. Liga) empfingt den Oberligisten (5. Liga). Von 2013 bis 2015 spielten beide zusammen in der Landesliga. Bei bestem Fußball-Wetter sahen 250 Zuschauer einen typischen Pokalfight. Dem von Blau Weiß 90 zu erwartenden Ballbesitz von 80 % wurde eine gestaffelte Defensive der Kladower gegenübergestellt. Klare Torchancen ergaben für den unterklassigen Gastgeber selten. Meist wurden sie in die eigene Hälfte gedrängt. Auszeichnen konnten sich die beiden Kladower Innenverteidiger Yannik Schmidt und Jan Sieper. Ein Sonderlob verdiente sich Torwart Daniel Stiel, der mehrere gute Chancen der Blau Weißen, die in roter Spielkleidung antraten, zunichtemachte. Ein 0:0 zur Pause war der verdiente Lohn für die Blau-Gelben.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit machte der Oberligist dann ernst. Zwei sehenswerte Fernschüsse von Tobias Göth (47. und 55 Minute) sorgten für einen 0:2 Rückstand. In der 84. Minute gelang den Kladowern durch den kurz zuvor eingewechselten Domenic Henkel der Anschlusstreffer. Es kam nochmal richtig Stimmung auf, doch ein zweites Tor und somit das Erzwingen der Verlängerung gelang nicht mehr.

Am Ende zollte der Gegner und der Hauptvorstand des Vereins der Mannschaft von den Sportfreunden Kladow Anerkennung für die gezeigte Leistung. Die Fans wurden nicht enttäuscht und es zeigte sich wieder einmal, das im Pokal fast alles möglich ist.

Es war ein faires Spiel und eine Geste des Siegers soll hier nicht unerwähnt bleiben. Normalerweise werden die Einnahmen eines Pokalspiels geteilt, Blau Weiß 90 überließ seinen Anteil den Gastgebern. Die Gelder sollen für die Jugendabteilung der SF Kladow verwendet werden.

Wie bei solch einem besonderen Spiel üblich waren auch einige Ehrengäste zugegen. So wurde u. a. der ehemalige Trainer und heutige Sportjournalist Christian Zschiedrich herzlich begrüßt.

Am kommenden Wochenende, Sonntag, 15. August starten die Sportfreunde in die neue Saison in der Bezirksliga Staffel 1 und sie müssen auswärts beim FC Liria antreten. Der FC Liria hat sein Pokalspiel beim SC Union 06 mit 1:4 nach Verlängerung verloren.

Hans-Peter Becker

Trainingsauftakt beim Deutschen Meister

Am Montag (09. Aug) kehrte wieder Leben in die Trainingshalle der Berlin Recycling Volleys im Horst-Korber-Sportzentrum ein. Gut drei Monate nach dem Gewinn der elften Deutschen Meisterschaft begann für Sergey Grankin & Co die Saisonvorbereitung 2021/2022. Cheftrainer Cedric Enard begrüßte sechs Spieler seines 13-köpfigen Kaders zum Auftakt, darunter mit dem Tschechen Marek Sotola auch einen von insgesamt sechs Neuzugängen.

Nach ersten Medienterminen bat Cedric Enard am Montag pünktlich um 15.00 Uhr für eineinhalb Stunden zum lockeren Anschwitzen. Dies stand für Sergey Grankin, Samuel Tuia, Timothée Carle, Cody Kessel, Adam Kowalski und Marek Sotola auf dem Programm, denn diese Gruppe kann die gesamte Vorbereitung in Berlin absolvieren. Die übrigen Akteure werden im Laufe der nächsten Wochen, also im Anschluss an die Aufgaben mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften, zum BR Volleys Team stoßen.

Der Coach selbst muss die Hauptstadt bereits am Dienstag wieder verlassen, um als Nationaltrainer Estland auf die Heim-Europameisterschaft im September vorzubereiten. Das Training wird in seiner Abwesenheit von nun sein Assistent Lucio Oro leiten. Für den Brasilianer ist die Chefrolle keine neue, denn bereits in der Vorbereitung 2019 vertrat er Enard temporär. Unter der Führung des 44-Jährigen wird der Fokus zunächst auf der Arbeit an den körperlichen Grundlagen und auf der Ballgewöhnung liegen. Ihm zur Seite steht dabei das unveränderte Assistenzteam mit Scout Rafal Zajac und Athletiktrainer Timo Kirchenberger.

Erste Testspiele gegen nationale und internationale Gegner sind ab September vorgesehen, wenn der Kader angewachsen ist. Benjamin Patch und Jeff Jendryk werden im August die ersten Nachzügler sein. Der vierte US-Amerikaner im Bunde, Zuspieler Matt West, darf sich aktuell noch bei den Tryouts für die Nordamerika-Meisterschaft empfehlen. Libero Santiago Danani ist bei Argentinien nach Olympia auch für die Südamerika-Meisterschaft eingeplant. Anton Brehme sowie Ruben Schott werden wahrscheinlich im EM-Aufgebot von Bundestrainer Andrea Giani stehen. Als letzter Spieler wird Nehemiah Mote nach der Asien-Meisterschaft Ende September in Berlin erwartet. Das erste Bundesligaspiel bestreiten die vollzähligen Hauptstädter dann am 06. Oktober in der Max-Schmeling-Halle gegen die Helios Grizzlys Giesen.

Stimmen zum Trainingsauftakt:

Cheftrainer Cedric Enard: „Einen Luxuszustand wie im vergangenen Jahr, als der Kader früh vollzählig war, kann es natürlich nicht immer geben. In der ersten Woche wird unser Fokus auf dem physischen Zustand unserer Spieler liegen. Anschließend werden wir Schritt für Schritt mehr Volleyball ins Training einbauen. Ich habe volles Vertrauen in Lucio, dass er die Mannschaft bis zu meiner Rückkehr in einen guten Zustand bringt und wir ab Mitte September gemeinsam voll angreifen können.“

Sergey Grankin: „Es fühlt sich sehr gut an, wieder mit dem Team in der Halle zu stehen, auch wenn die Trainingsgruppe noch klein ist. Die Motivation ist nach der für einige langen Sommerpause groß. Richtig Spannung wird natürlich erst aufgebaut, wenn die Gruppe wächst und die ersten Matches anstehen. Jetzt freuen wir uns einfach, dass es wieder losgeht.“

Christof Bernier/BR Volleys

Hertha BSC verpflichtet Marco Richter

Fredi Bobic / Marco Richter / Arne Friedrich Hertha BSC Fotocredit: herthabsc/city-press

Der Offensivspieler kommt vom FC Augsburg und erhält einen Vertrag bis 2025. Im Gegenzug verleiht unser Hauptstadtclub Arne Maier an die Fuggerstädter.

Neuzugang Nummer vier für die Spielzeit 2021/22 ist unter Dach und Fach: Unser Hauptstadtclub hat am Montag Marco Richter verpflichtet. Der vielseitig einsetzbare Offensivmann kommt vom FC Augsburg zu unserer ‘Alten Dame‘ und wird für die Blau-Weißen mit der Rückennummer 23 auflaufen. „Dynamik, Vielseitigkeit, Zug zum Tor, Mentalität – Marco bringt viele Dinge mit. Er hat sich mit seinen 23 Jahren bereits über mehrere Jahre in der Bundesliga bewiesen. Daher freuen wir uns sehr, dass er sich für den Wechsel nach Berlin entschieden hat“, kommentiert Fredi Bobic die Personalie. „Ich wollte nach guten Jahren beim FCA eine neue Herausforderung annehmen und freue mich deshalb, zu Hertha zu kommen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt und ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Spielstil gut in die Mannschaft passe“, sagt Marco Richter. Im Gegenzug verleihen unsere Blau-Weißen Arne Maier an die Fuggerstädter. „Wir haben ein großes Angebot im zentralen Mittelfeld, deswegen haben wir Arnes Wunsch nach einer Veränderung entsprochen“, erläutert unser Geschäftsführer Sport diese Entscheidung. Arne Maier stammt aus unserer eigenen Jugend und avancierte mit der Fahne auf der Brust zum Bundesliga-Spieler. Insgesamt bestritt der Blondschopf 66 Partien für unsere Farben. Bereits im Vorjahr schnürte er seine Fußballschuhe leihweise für Arminia Bielefeld.

Der deutsche U21-Nationalspieler Richter spielte im Jugendbereich für den SV Ried und den FC Bayern München, ehe der Offensivakteur bei den bayrischen Schwaben den Sprung zum Profi schaffte. Für den FCA lief der Rechtsfuß in 102 Pflichtspielen in Bundesliga und DFB-Pokal auf. Dabei gelangen Richter jeweils 13 Tore und 13 Vorlagen. Für die U-Mannschaften des DFB sammelte der gebürtige Friedberger auch bereits Erfahrungen auf internationalem Parkett. Neun Mal trug der 1,76-Meter-Mann für die U21 und U20 den Bundesadler auf der Brust. Darüber hinaus gehörte Richter in diesem Sommer gemeinsam mit Maier, Jordan Torunarigha sowie dem nach Bochum ausgeliehenen Eduard Löwen auch zum deutschen Olympiaaufgebot und kam in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz. Mit Maier, Löwen und Maximilian Mittelstädt kämpfte Richter 2019 auch mit der deutschen U21 bei der Europameisterschaft um den Sieg. Drei Tore und zwei Vorlagen unseres Neuzugangs reichten letztlich zum Vize-Titel.

Quelle: Hertha BSC

Wasserfreunde holen einen Olympiasieger

Nikola Dedovic gewann mit Serbien Gold im Wasserball in Tokio

Zwar hatten Deutschlands Wasserball-Männer mit diversen Spandau-Akteuren im Auswahlaufgebot die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio verpasst, aber einer aus den Reihen des deutschen Rekordmeisters Spandau 04 machte diese Absenz auf die denkbar beste Weise wett. Der Serbe Nikola Dedovic, seit der Saison 2016/17 Führungsspieler bei den Berlinern, holte mit seinem Nationalteam Gold und damit hat Spandau 04 einen Olympiasieger in seinen Reihen. Am Schlusstag der Spiele in Tokio besiegte Serbien, bereits Rio-Sieger 2016 und damit Titelverteidiger, in der letzten der 339 Entscheidungen Überraschungsfinalist Griechenland in einem engen Finalmatch mit 13:10 (6:3,2:4,2:2,3:1).

Im Team des Gold-Gewinners war der 29-jährigen Olympia-Debütant Nikola Dedovic einer der Leistungsträger und hatte auch in seinem achten Turniermatch für Serbien trotz zwei früher Wasserverweise im ersten Viertel eine lange Einsatzzeit für seine Mannschaft. Er war rund 65 Prozent der Turnier-Gesamtspielzeit im Becken – und erzielte auch fünf Tore für sein Team. Nikola Dedovic, 1,89 m groß und 89 kg schwer, war bereits zu Karrierebeginn mit Serbien Junioren-Welt- und Europameister und ist seit zwei, drei Jahren fester Bestandteil des A-Nationalteams. Er kam im Sommer 2016 von Primorje Rijeka zu Spandau 04 und geht 2021/22 in seine sechste Saison in Berlin.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Beide Berliner Bundesligisten eine Runde weiter

Am Samstag war der BFC dran, am Sonntag absolvierten die beiden Berliner Bundesligisten ihre erste Pflichtspiellaufgabe der neuen Saison. Zur Halbzeit der für 15:30 Uhr angesetzten Spiele führte nur ein Bundesligist gegen das unterklassige Team. Es war der 1. FC Union. Max Kruse erzielte den Treffer für die Eisernen in der 23. Minute. Er nutzte dabei einen Fehler des Drittligisten im Spielaufbau. Es blieb bei dem knappen Sieg in München. Routiniert brachten die Wuhlheider vor 2.841 Zuschauern im „Stadion An der Grünwalder Straße“ das Ganze über die Zeit. Die statistischen Daten weisen auf ein ausgeglichenes Spiel hin. Ende gut, Alles gut.

Während die Eisernen im Süden bei Türkgücü München die erste Visitenkarte der Saison abgaben, musste der Lokalrivale aus Charlottenburg in den hohen Norden ins Emsland reisen. Der Gegner war auch hier ein Vertreter aus Liga 3. In der Hänsch-Arena zu Meppen waren 5.813 Zuschauer zugelassen, darunter einige Fans der Hertha.

Nach gutem Beginn tat sich die Alte Dame immer schwerer und geriet in der zweiten Halbzeit sogar einige Male in arge Bedrängnis. Es war Davie Selke, der in der ersten Minute der Nachspielzeit einen von Marvin Plattenhardt getretenen Eckball aus Nahdistanz in die Maschen köpfte. Am Ende war es auch hier egal, wie der Sieg zustande gekommen ist, in einer Woche spätestens interessiert es keinen mehr.

Hans-Peter Becker