Packender und erfolgreicher Finalauftakt

Als Einige der Wenigen in Deutschland hatten die BR Volleys und der VfB Friedrichshafen am 01. Mai einen Arbeitstag – und nicht irgendeinen, denn im ersten Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft wollten beide Kontrahenten vorlegen. Dies gelang letztlich vor 6.892 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle dem Heimteam aus Berlin, das mit einem 3:1-Erfolg (25:21, 25:22, 28:30, 25:19) den ersten von drei nötigen Siegen zu Titelverteidigung einfuhr. Der MVP des Abends, Johannes Tille, reist mit seiner Mannschaft nun am Donnerstag (04. Mai um 20.00 Uhr) zu Spiel zwei an den Bodensee, bevor am Samstag (06. Mai um 20.00 Uhr) wieder im Volleyballtempel aufgeschlagen wird.

Die Vorfreude auf das zehnte Finalduell der beiden Dauerrivalen in Folge war große und bereits Spiel eins der “best of five“-Serie sollte halten, was es versprach. Friedrichshafen präsentierte sich vom Start weg selbstbewusst und im Block bestens auf die Berliner eingestellt. Belege waren der Dreierblock gegen Ruben Schott sowie der konsequent angegriffene zweite Ball von Nationalspieler Tim Peter (5:8). Schnell schaukelte sich das Match hoch und zwei Punkte in Folge von Anton Brehme besorgten den Ausgleich für die Berliner (10:10). Beide Mannschaften ließen es im Angriff ein ums andere Mal krachen und auch der BR Volleys Block war nun in Person von Johannes Tille zur Stelle (17:15). Per Ass legte Tille sogar noch einmal nach (19:17), dann meldete sich Friedrichshafen wiederum zurück (21:21), ehe Marek Sotola so richtig aufdrehte. Zwei Asse – die dank des Titelsponsors Berlin Recycling in den Finals jeweils 100 Euro in den Fördertopf der BR Crowd spülen – beendeten fulminant den Auftaktsatz (25:21).

Der amtierende Meister und Pokalsieger sammelte mehr direkte Punkte in Aufschlag (3 – 1) und Block (4 – 2). Auch die Annahme um den erneut bärenstarken Japaner Satoshi Tsuiki (86 % positiv) war stabiler. Dieses Bild setzte sich im zweiten Satz zunächst fort (9:5, 13:11). Als die Ballwechsel wieder länger und umkämpfter wurden, kam dies dem VfB zugute (14:15). Tille kippte aber mit seinem nächsten Highlight wieder das Momentum (18:15), bis Superlak per Aufschlagserie erneut auf 21:21 stellte. Als es darauf ankam, hatte jedoch wieder Sotola das ausschlaggebende Ass parat (25:22). Das Match blieb weiter eines Finals absolut würdig und Lebedew setzte nun auf die Qualitäten von Vojin Cacic anstelle von Tim Peter. Mit dem Montenegriner auf der Platte gewannen die Gäste an Sicherheit und die Berliner liefen hinterher (13:15). Nedeljkovics Griff ins Netz bescherte den Berliner den Ausgleich (18:18) und das insgesamt fünfte Ass des Tschechen Sotola sorgte kurze Zeit später für die Führung (20:19). Vier Matchbälle vergaben die Hausherren, dann entschied Friedrichshafen den Ballwechsel des Tages und anschließend den Satz für sich (28:30).

Den Rückschlag steckten Tille & Co aber weg. Gewiss hatte Sotola im Angriff nicht seinen besten Tag, aber im Aufschlag war er eine “Breakmaschine“. Die BR Volleys schüttelten den unnötigen Satzverlust dank seiner nächsten Asse ab (7:3) und auch Schott (12:7) sowie Timothée Carle konnten jeweils ihre ersten Asse an diesem Abend verbuchen (16:11). Ein zweites Mal ließen die Hausherren auch dank ihrer starken Mittelangreifer Anton Brehme und Nehemiah Mote nicht nach (22:15). Schließlich beendete ein Aufschlagfehler des eingewechselten Biernat ein Auftaktmatch, das Lust auf viel mehr von dieser Finalserie macht.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war ein richtig emotionales Spiel auf hohem Niveau. So macht es Spaß, Volleyball zu spielen. Ich hätte erwartet, dass wir schwerer ins Match finden, aber wir haben von Beginn an eine gute Leistung gezeigt. Im Aufschlag waren alle klasse – außer mir selbst. Dazu hat uns die Kulisse geholfen. Aber Friedrichshafen hat auch deutlich gemacht, dass das noch eine ganz harte und schwierige Finalserie wird.“

Satoshi Tsuiki. „Die Atmosphäre war eines Finals würdig und wir haben es vor allem gegen Ende der ersten zwei Sätze besonders gut gemacht. Den dritten noch zu verlieren, war ein Stück weit unnötig. Man muss klar sagen, dass Friedrichshafen stärker ist als in den letzten direkten Duellen. Vicentin ist wieder wichtig für sie und auch wenn das heute schon ein gutes Spiel war, wird das Niveau noch weiter steigen. Da bin ich sicher.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Saso Stalekar, Matheus Krauchuk

Topwerte
Sotola 22 Punkte, 7 Asse | Brehme 15 Punkte, 83 % Angriffsquote | Carle 15 Punkte, 2 Blocks

Playoff-Finaltermine
Spiel 2 | 04. Mai | Donnerstag | 20.00 Uhr | Bodensee-Airport Arena
Spiel 3 | 06. Mai | Samstag | 20.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Mögliches Spiel 4 | 11. Mai | Donnerstag | 20.30 Uhr | Bodensee-Airport Arena
Mögliches Spiel 5 | 14. Mai | Sonntag | 16.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

© Pressefoto Credit: Andreas/Lenny Gora

„Heiß und hungrig“ auf den Titel

© Pressefoto Credit: citypress/Pohl

Das Saisonfinale steht unmittelbar bevor und die BR Volleys streben in den Endspielen um die Meisterschaft 2023 die erneute Titelverteidigung an. Mit Blick auf das Auftaktmatch am 01. Mai in der Max-Schmeling-Halle spricht Geschäftsführer Kaweh Niroomand über die Ausgangslage vor der nun insgesamt 16. Finalserie mit dem VfB Friedrichshafen.

Kaweh, einmal mehr wartet das ewige Duell Berlin gegen Friedrichshafen auf die Volleyballfans in ganz Deutschland und darüber hinaus. Siehst Du ähnliche Vorzeichen wie bei den Finals der letzten Saison?
Kaweh: „Ich finde die Situation kaum vergleichbar. Die Friedrichshafener hatten einen schwierigen Weg durch die Runden zuvor und standen sogar am Rande des Ausscheidens, haben sich jedoch reingebissen und zurückgekämpft. Das schweißt zusammen und deshalb ist uns der VfB zum Start vielleicht einen kleinen Schritt voraus. Vor einem Jahr waren wir es, die gegen Frankfurt insgesamt vier Halbfinals absolvieren mussten. Anders betrachtet konnten wir uns diesmal häufiger ausruhen und mehr trainieren.“

Wie hast Du den Rivalen vom Bodensee in den letzten Wochen gesehen?
Kaweh: „In erster Linie mental stark, Friedrichshafen hat die Drucksituationen gut gelöst und daraus ganz sicher neue Energie und Zusammenhalt gezogen. Man sieht, dass erfahrene Persönlichkeiten auf dem Parkett stehen, die in solchen Momenten viel Verantwortung tragen. Dejan Vincic, Michal Superlak, Blair Bann – diese Spieler geben der Mannschaft wichtige Sicherheit, andere Spieler wie beispielsweise Luciano Vincentin sind wiedererstarkt. Allerdings wünscht man selbst seinem ärgsten Konkurrenten nicht das Personalpech, das den VfB jetzt im Saisonendspurt ereilte. Es ist vor allem für Spieler wie Ziga Stern sehr bitter, die während der gesamten Saison für das Finale gearbeitet haben. Aber der VfB hat inzwischen offenbar wieder etwas mehr Optionen, was es für uns natürlich keineswegs einfacher macht.“

Wie ist es um die Finalform des BR Volleys Teams nach der Serie gegen Düren bestellt?
Kaweh: „Zu den in diesem Jahr bereits gezeigten Topleistungen fehlt uns noch ein Stück. Es ist gut, dass wir eine junge Mannschaft haben. Das Team wirkt trotz der Erfolge in dieser Saison weiterhin heiß und hungrig, auch den letzten und wichtigsten Titel nach Berlin zu holen. Wir sind nun in der Situation, die volle Stärke des Kaders beisammen zuhaben. Unsere medizinische Abteilung hat dabei einmal mehr einen hervorragenden Job gemacht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir personell ebenfalls nicht von einer optimalen Saison sprechen können. Ich denke an die Verletzungspause von Kapitän Angel Trinidad oder unsere Engpässe im Mittelblock durch die Ausfälle von Nehemiah Mote und Saso Stalekar. Wir waren somit auch zu einer Nachverpflichtung gezwungen. Letztlich spricht es für unseren Kader, dass wir dies kompensieren konnten und ohne große Schwächephase in allen Wettbewerben erfolgreich waren. Diese Breite ist eine absolute Stärke und hat uns den wichtigen Vorteil gesichert, die Serie zu Hause zu beginnen.“

Worauf wird es sportlich ankommen?
Kaweh: „Friedrichshafen hat während der gesamten Saison mit einem sehr starken Block geglänzt. Verwundbar ist der VfB möglicherweise in der Annahme. Wir haben in unserer Startaufstellung vier bis fünf Spieler, die mit dem Aufschlag entscheidend Druck machen können. Unser höchstes Niveau haben wir immer dann erreicht, wenn unser Aufschlag kam. Das werden wir gegen diesen Gegner unbedingt brauchen – insbesondere in dessen neuer Arena mit den schwierigen Lichtbedingungen. Gleichzeitig bin ich mit Blick auf unseren Annahmeriegel zuversichtlich, dass wir in diesem Element stabil bleiben. Ein solche  Finalserie wird am Ende jedoch vor allem im Kopf entschieden. Im letzten Jahr waren wir – auch aufgrund der Persönlichkeiten im Team – der eindeutige Favorit, diesmal ist es in meinen Augen ein wirklich offenes Rennen.“

Das Playoff-Finale im Überblick:
Spiel 1 | 01. Mai | Montag | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Spiel 2 | 04. Mai | Donnerstag | 20.00 Uhr | Bodensee-Airport Arena
Spiel 3 | 06. Mai | Samstag | 20.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Mögliches Spiel 4 | 11. Mai | Donnerstag | 20.30 Uhr | Bodensee-Airport Arena
Mögliches Spiel 5 | 14. Mai | Sonntag | 16.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC-Saisonabschluss mit überzeugendem Spiel

BBSC Berlin – DSHS Snowtrex Köln          3:0 (21, 32, 20)

Mit einem 3:0 Erfolg gegen den langjährigen Ligarivalen aus Köln in einem intensiven und hochspannenden Vergleich sicherte sich der BBSC Berlin den 4. Tabellenplatz zum Saisonende.

Nach dem emotionalen Heimspiel gegen Ligameister Stralsund konnten die Zuschauer des Samstagabends, 22.04.2023 erneut einen hoch spannenden Abend in der Hämmerlinghalle genießen – diesmal allerdings mit dem besseren Ende für die Berlinerinnen.

Von der 1. Minute an begannen die Gastgeberinnen mit einem starken Aufschlagspiel und setzten die Gäste damit unter Druck. Diese kamen erst Mitte des 1. Satzes in den eigenen Rhythmus – danach war es ein Spiel zweier nahezu gleich starker Teams. Beide Mannschaften schenkten sich nichts – in bester Manier wurden in der Abwehr die Bälle vom Boden gekratzt, geblockt und Angriffe gestartet. Das Publikum hatte sichtlich Spaß an dem intensiven Spiel und feuerte lautstark an. Zum Ende des 2. Abschnitts lieferten sich die Teams einen heißen Kampf um den Satzgewinn. Allein 10 Satzbälle wurden vergeben, den 11. verwandelte Antonia Heinze mit einem Ass im Aufschlag. Damit war eine kleine Vorentscheidung gefallen. Viel Kraft hatten die Mannschaften in der Verlängerung des 2. Satzes verbraucht, aber wer einen solchen Satzgewinn verbuchen kann, der schwimmt auch erst einmal auf einer Euphoriewelle. Die Moral auf Kölner Seite war jedoch nicht angeknackst, die Rheinländerinnen stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Aber der BBSC holte sich mit einer überzeugenden Teamleistung auch die 3 Punkte, für die Tabelle. Den entscheidenden Angriff verwandelte Angelina Meyer mit einem trockenen Schmetterschlag die Linie herunter – grenzenlose Freude auf dem Feld und beste Stimmung auf den Rängen.

Eine kleine Saisonbilanz zog Berlins Trainer Jens Tietböhl: „Wir freuen uns über den gelungenen Saisonabschluss mit dem 4. Platz in der Tabelle – wirklich eine gute Platzierung, weil wir uns in der 2. Saisonhälfte deutlich verbessert und sehr stabil gespielt haben. Wir hätten uns gerne in der nächsten Saison in der neuen 2. Liga Pro eingereiht, aktuell sieht es allerdings nicht danach aus.“ Aber wer weiß, wo die Reise der Liga in den nächsten Wochen noch hinführt? Voraussichtlich wird es Mitte September die nächsten Spiele geben, in welcher Liga auch immer.

Die MVP-Medaillen des Samstags erhielten Josepha Bock (BBSC) und Julia van den Berghen (Snowtrex).

Für den BBSC am Samstag im Einsatz: Marie Dreblow, Natalie Sabrowske, Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Angelina Meyer

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Union schaut nach ganz oben und Hertha in den Abgrund

Auf diesem Portal war bei der Bewertung eines Hertha-Spiels von einem absoluten Tiefpunkt die Rede. Es ging noch schlechter. Das Debüt von Pal Dardai ging in die Hose. Ein Sieg gegen Werder Bremen wäre, angesichts der Ergebnisse der anderen Kellerkinder, goldwert gewesen. Im ausverkauften Olympiastadion stimmten nur die statistischen Werte, dafür gibt es keine Punkte. Es zählen nur Tore und da waren die Bremer besser. Herthas Abwehr war löchrig wie ein Schweizer Käse und dazu erwischte Torwart Oliver Christensen mal wieder keinen guten Tag. Es könnte klappen mit dem Abstieg, es sei denn, die restlichen fünf Spiele würden samt und sonders gewonnen werden. Das wäre die Hoffnung, sie stirbt zuletzt, aber sie stirbt. Hier ist die Quittung für jahrelange Misswirtschaft. Es sieht düster aus über dem Olympiastadion. Da ist wohl nichts mehr zu retten. Eine Fußballmannschaft ist stets mehr als nur die Summe der einzelnen Spieler. Was die individuelle Klasse betrifft, hätte Hertha eigentlich eine sorgenfreie Saison spielen müssen. Der Kader ist nicht austariert, es gibt keine zentrale Achse, keine Führungsspieler und zu viele Schwächen in der Verteidigung. Die notwendigen Verstärkungen konnten zur Winterpause nicht geholt werden. In diese Zeit fiel die Entlassung von Fredi Bobic.

Völlig anders ist die Situation bei den Köpenickern. In Gladbach konnte man sehen, was eine austarierte Mannschaft wert ist. Selbst wenn fußballerisch nur Mittelmaß geboten werden kann, reicht es oft für einen knappen Sieg. Ich zitiere gern Urs Fischer, er weiß, was seine Mannschaft kann und noch viel besser, was sie nicht kann. „Die jetzt 23 Auswärtspunkte sind eine tolle Statistik, aber mir geht es mehr darum, wie die Mannschaft gespielt hat. Das war sehr diszipliniert über die 90 Minuten, wir waren kompakt und meistens sehr gut organisiert. Hinten haben wir nicht viel zugelassen und nach vorne hatten wir spielerische Momente. So denke ich, dass der Sieg insgesamt verdient ist.“ Sollten die Eisernen nach dieser Saison die Champions-League erreicht haben, wäre in der nächsten Saison der Meistertitel fällig.

Hans-Peter Becker

Triumphaler Sieg – Füchse demontieren Rhein Neckar Löwen

Füchse Berlin – Rhein Neckar Löwen 38:24

Die Gäste aus Mannheim erhielten ihr Geschenk bereits vor dem Spiel. Füchse-Präsident Frank Steffel überreichten dem vor einer Woche gekrönten DHB-Pokal-sieger ( Finalsieg gegen den SC Magdeburg ) einen Berliner Bären. Es sollte das einzige Berliner Präsent an diesem Tag bleiben.

Die Gastgeber starteten, wie meist in ihren Heimspielen, furios. Die Kombinationen liefen flüssig und brachten immer wieder Füchse-Spieler in perfekte Wurfpositionen. Das nutzte vor allem Lasse Andersson. Der Däne warf vier der ersten sechs Berliner Tore – 6:2 (9.). Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wurde deutlich, dass die Löwen nicht an ihre Form vom Pokalturnier würden anknüpfen können. Zu fehlerhaft waren die Aktionen der Gäste, denen mit Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Olle Forsell Schefvert zwar zwei Leistungsträger fehlten, die jedoch mit Juri Knorr, Uwe Gensheimer und Albin Lagergren, um nur drei Namen zu nennen, über genügend erfahrene Bundesliga-Spieler verfügten. Das Duell Zweiter gegen Fünfter wurde zu einer ein-seitigen Angelegenheit.

Die Füchse nutzten die Schwächen der Rhein Neckar Löwen konsequent aus. Sie überzeugten mit einem durchdachten Angriffsspiel, bei dem sich nicht nur die Werfer aus dem Rückraum, sondern auch die Außen – Robert Weber und Tim Freihöfer – treffsicher zeigen. Nicht nur vorn, auch hinten stimmte es diesmal bei den Gastgebern. Eine konzentrierte Abwehrleistung war der zweite Baustein zum Erfolg. Dabei überragte Viktor Kireev im Kasten. Der russische Nationaltorhüter vertrat den verletzten Dejan Milosavljev. Am Ende standen für ihn 16 Paraden zu Buche. Nach einer nahezu fehlerfreien ersten Hälfte ging es mit acht Toren Vorsprung (20:12) in die Pause.

Den Start in den zweiten Abschnitt vollzogen die Füchse genauso konzentriert. Kein Nachlassen war zu spüren. Im Gegenteil, die Berliner spielten sich in der mit 9000 Zuschauer ausverkauften Halle in einen Rausch und bauten ihre Führung auf zehn Tore aus – 28:18(42.) Es war just der Moment, als Rechtsaußen Hans Lindberg nach seiner Handverletzungs-Pause sein Comeback gab. Bereits beim Einlauf war der Däne umjubelt worden, weil die Füchse den Vertrag des 41-Jährigen nun doch um ein Jahr verlängert haben. Matthias Gidsel, Jacob Hol, Fabian Wiede, Nils Lichtlein – wer immer auf der Platte stand – im Spiel der Gastgeber war kein Bruch zu bemerken. Kapitän Paul Drux setzte schließlich den Schlusspunkt zum 38:24-Erfolg, dem höchsten Saisonsieg der Füchse (+14). Punktgleich mit Tabellenführer THW Kiel stehen die Berliner weiter auf dem zweiten Tabellenplatz. Nach dem Auswärtsspiel in Stuttgart (3. Mai) steht am 7. Mai gegen die SG Flensburg-Handewitt das nächste Top-Spiel auf dem Programm.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 4, Darj 1, Holm 4, Andersson 7, Lichtlein 1, Gidsel 6, Freihöfer 4, Weber 6, Marsenic 4, Drux 1

Herbert Schalling

Wer ist bissiger als „Haie“?

Das Best-of-Three-Viertelfinale zwischen dem Hauptrunden-Primus Spandau 04 und dem A-Gruppen-Aufsteiger SV Krefeld 72 war am Wochenende (15./16.03.2023) in den beiden in der Schöneberger Schwimmhalle ausgetragenen Begegnungen die erwartet eindeutige Angelegenheit, sodass man sich die formale Eventualität einer dritten Partie am Montag in Uerdingen ersparen konnte. 25:5 am späten Samstagabend und 21:6 am Sonntagmittag hieß es gegen die Westdeutschen, die nach ihrem A-Gruppen-Gastspiel 2016/17 in der kommenden Saison erneut in der Gruppe A antreten werden.

Zwischen dem SV Ludwigsburg 08, Vierter der Hauptrunde, und den White Sharks Hannover, Fünfter der Hauptrunde, wurde Spandaus Gegner für die Halbfinalspiele ermittelt. Die Kontrahenten gingen am vergangenen Sonntag zum dritten Mal gegeneinander ins Becken, nachdem die Niedersachsen den Auftakt mit 17:12 und die Schwaben im Samstag-Nachschlag glücklich mit 12:11 nach Fünfmeter-Werfen jeweils einmal gesiegt hatten. Spiel 3 allerdings war dann in Ludwigsburg eine klare Angelegenheit für die Gäste, die nach ausgeglichener erster Hälfte mit 16:7 deutlich vorn waren.

Gegner der Wasserfreunde im Halbfinale werden daher die White Sharks sein, die allerdings in den zwei oder evtl. drei Begegnungen der klare Außenseiter sind. Dreimal standen sich die Spandauer und die White Sharks in dieser Saison bereits gegenüber, dreimal zeigte das Team von Trainer Athanasios Kechagias deutlich mehr Biss als die eher zahnlos wirkenden „Haie“. 21:6 gewannen die Wasserfreunde daheim im Pokal-Achtelfinale, 22:2 (H) und 24:7 (A) in der DWL-Hauptrunde.

Spandau wird am Samstag beim Serienauftakt zeigen wollen, dass man sich keine Nachlässigkeiten erlauben wird und konzentriert und motiviert zu Werke geht. Coach Kechagias sagt, “Wir befinden uns in der entscheidenden Phase der Saison, es geht um die Meisterschaft und um den Einzug ins Final 8 der Champions League. Ich erwarte von meinem Team in jedem Spiel höchste Konzentration.“

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC mit Saisonfinale in der Hämmerlinghalle

Aufgemerkt: Samstag, den 22.04.2023 um 17.00 Uhr sollte sich jeder noch einmal im Kalender dick markieren: Der BBSC Berlin empfängt im letzten Saisonspiel die Gäste von DSHS Snowtrex Köln.

Die bei der Deutschen Sporthochschule angesiedelte Mannschaft aus dem Rheinland hat seit vielen Jahren das Niveau in der Liga mitbestimmt. Vorteil ist die Bindung an die Hochschule – es gibt es immer wieder Athletinnen, die dort ihr Studium absolvieren und dies mit Zweitliga-Volleyball verbinden. Ganz langjähriger Trainer ist Jimmy Czimek – als früherer Co-Nationaltrainer und Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln leitet er u.a. die A-Trainerausbildung beim Volleyballverband (so auch für die früheren BBSC-Trainer Robert Hinz und Robert Pultke). In Köln wird man sich kaum noch an Zeiten erinnern können, in denen Jimmy Czimek nicht Trainer war – bereits 2012 begleitete er den Aufstieg des unter dem Dach des FC Junkersdorf spielenden Teams von der Regionalliga in die 2. Bundesliga.

Vor der Saison hegte Köln doch recht große Erwartungen: Nach dem Verfehlen der Meistertitel in den vergangenen 2 Jahren wollte man wieder oben mitmischen – aktuell steht aber nur der 8. Tabellenplatz auf der Habenseite der Domstädter. Trainer Czimek wird mit Sicherheit vor der neuen Saison zu tun haben, seine Mannschaft durch Zugänge zu verstärken und neu zu strukturieren.

Trotz der nicht erfüllten Erwartungen ist Köln auch in dieser Saison immer wieder für starke Spiele bekannt. Der BBSC durfte damit anlässlich der klaren 3:0 Auswärtsniederlage im Dezember ausgiebig Bekanntschaft schließen.

Gegen einen solchen Gegner wie Köln hat der BBSC nichts zu verlieren, erneut kann das Team befreit aufspielen. Mit einer echten Mannschaftsleistung wollen die Berlinerinnen den Gästen die Stirn bieten und den Kampf aufnehmen. Die positive Entwicklung in den letzten Wochen sollte genügend Selbstvertrauen geben, sich auf das eigene Spiel zu fokussieren. Trainer Tietböhl hofft zudem, dass ihm am Samstag im Vergleich zum Dingden-Spiel ein paar mehr Athletinnen aus dem Zweitliga- Aufgebot zur Verfügung stehen. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Zwölfter Finaleinzug in Serie perfekt

Die Berlin Recycling Volleys sind ihrer Mission Titelverteidigung einen großen Schritt nähergekommen. Mit dem dritten 3:1-Erfolg (25:22, 25:19, 16:25, 25:13) gegen die SWD powervolleys Düren spielte sich der amtierende Deutsche Meister ins Playoff-Finale. Das erste von maximal fünf Endspielen für den MVP des Abends Timothée Carle und seine Teamkollegen steigt am 01. Mai um 18.00 Uhr im Berliner Volleyballtempel. Der Gegner wird zwischen Lüneburg und Friedrichshafen (1:2 in der Serie) noch gesucht.

Timothée Carle sprang in diesem dritten Spiel der Serie vor 3.914 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wieder in die Bresche, weil Cody Kessel mit einem grippalen Effekt kurzfristig ausfiel. Cedric Enards Gegenüber, Trainer Björn-Arne Alber bot ebenfalls mit Röhrs und John zwei neue Kräfte auf. Das Match begann direkt auf hohem Niveau und beide Mannschaften zeigten sich äußerst effizient im Side-out (12:12). Als das erste Mal die Annahme wackelte, gerieten die Berliner in Rückstand (15:17). Aber eine von vielen genialen Rettungen von Satoshi Tsuiki und der anschließende Punkt von Carle leiteten wie Wende im Auftaktdurchgang ein (19:17). Nach zwei starken Aktionen von Tomas Kocian gegen den Franzosen (Angriff und Block) brach es emotional aus dem Dürener Zuspieler in seinem letzten Spiel der Karriere heraus (21:21). Doch Carle gab die Antwort mit zwei starken Aufschlägen, davon das abschließende Ass zum ersten Satzgewinn (25:22).

Auch den schwächeren Start in Satz zwei konnten die BR Volleys überwinden (4:6). Mehrfach packte der Doppel- oder Dreierblock der Berliner um Nehemiah Mote zu (12:10, 15:12). Außenangreifer Carle ließ im Service nicht locker und auch das Dürener Wechselspiele half nichts (21:13). In seinem ebenfalls letzten Karriereauftritt wurde Björn Andraes Einwechslung und seine direkt folgende Aufschlagserie vom eigenen Andrae-Fanblock frenetisch gefeiert (21:17). Antti Ronkainen, Adam Kowalski und Saso Stalekar kamen gegen Satzende zum Einsatz, den letzten Punkt erzielte aber Marek Sotola (25:19).

Kein Spiel in dieser Serie ohne Dürener Satzgewinn. Die Gäste stemmten sich gegen die Niederlage und nutzen im dritten Durchgang früh die vielen Fehler des BR Volleys Teams (3:9). Brand und der eingewechselte Gevert drehten auf (7:15) und trotz einiger Personalwechsel fanden die Gastgeber in diesen Satz nicht mehr zurück (16:25). Dafür gelang im Folgedurchgang wieder ein anderer Beginn. Sotolas spektakuläre Aufschlagserie und die starke Blockarbeit rissen die Zuschauer von den Sitzen (5:5, 13:5). Von diesem Nackenschlag erholten sich die Gäste nicht mehr und die Männer in Orange marschierten mit ihrem Service zum Heimsieg und Finaleinzug (21:10). Mote blockte den letzten Angriff der Powervolleys (25:13), die anschließend die Bronzemedaille verliehen bekamen. Während Kocian und Andrae würdig verabschiedet wurden, geht für die BR Volleys die Reise nun ins Finale weiter. Dieses beginnt am 01. Mai im Volleyballtempel und Friedrichshafen hat am Sonntag zu Hause gegen Lüneburg in Spiel vier die zweite Chance, den Berlinern zu folgen, nachdem die SVG im Parallelspiel per 3:0-Sieg auf 1:2 verkürzen konnte.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir sind glücklich, es bis hierhin geschafft zu haben, und irgendwie fühlt es sich wie ein Wimperschlag an, dass die Saison nun schon ihrem Ende zugeht. Wir arbeiten das ganze Jahr auf diese Finalspiele hin, die uns jetzt erwarten und dabei den Heimvorteil zu haben, weckt große Vorfreude. Wir haben dieses Match über weite Strecken im Griff gehabt und gut gespielt. Den schwachen Start zu Beginn von Satz drei konnten wir nicht mehr auffangen, weil Düren dann wieder wirklich stark aufgeschlagen hat. Sie haben es uns nochmal schwer gemacht. Ich freue mich heute sehr für Tim, dass er so zurückkam und der verdiente MVP wurde. Wir werden ihn im Finale brauchen, egal wie der Gegner heißen wird.“

Timothée Carle: „Düren war wieder der bekannt starke Gegner heute. Sie haben sich erneut mit allem gewehrt, was sie hatten, aber unser Aufschlag kann immer den Unterschied machen. Gemeinsam mit dem Publikum konnten wir nach der schwachen Phase dem Spiel wieder eine andere Richtung geben. Ich habe keinen Wunschgegner für das Finale, wir stellen uns der Herausforderung, die da kommt.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Adam Kowalski, Saso Stalekar, Angel Trinidad

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Füchse erreichen FINAL FOUR

30:24-Sieg gegen Schaffhausen

Geschafft. Die Füchse sind erneut ins Halbfinale der European League eingezogen. Das gelang dem hauptstädtischen Handball-Klub bereits zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren. Dem Erfolg ging allerdings ein bis zum Schluss spannendes zweites Viertelfinale gegen die Kadetten Schaffhausen voraus.

Der Schweizer Meister, mit einem vier-Tore-Polster aus dem Hinspiel vor einer Woche nach Berlin angereist, ging selbstbewusst und mit hohem Tempo in die Partie. Schaffhausen gelang es dabei immer wieder Lücken in der Füchse-Deckung zu finden. Besonders auf der linken Seite zeigten sich die Füchse verwundbar. Mit ihrer variablen Deckung – ständiger Wechsel von 6-0 auf 5-1 oder 4-2 – versuchten die Gäste dem Berliner Angriff den Schwung zu nehmen. Die Gastgeber nahmen den Fight an und blieben dran. Nach 19 Minuten gelang durch Kapitän Paul die erste Führung (10:9). Mit einem zwei-Tore-Vorsprung ging es auch in die Pause. Insbesondere Matthias Gidsel – auch erst nach 20 Minuten in die Partie gekommen – riss sein Team wieder mit und war ein sicherer Vollstrecker. Am Ende standen für ihn 10 Tore im Spielbericht.

In die zweite Hälfte starteten die Füchse gar nicht gut. Zwei Fehlwürfe und ein vergebener Siebenmeter – die Führung war dahin. Die Gastgeber ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Ein von Hans Lindberg in der 39. Minute verwandelter Strafwurf, schien dann der Impuls für noch mehr Kampfgeist, noch mehr Emotionalität zu sein. Die Deckung fand besseren Zugriff auf die Angriffsaktionen der Gäste, Dejan Milosavljev glänzte mit Paraden und im Angriff präsentierten sich Wiede, Andersson, Drux und immer wieder Gidsel vollkommen losgelöst und schraubten das Ergebnis erstmals auf den ersehnten, für das Weiterkommen nötigen fünf-Tore-Vorsprung- 28:23(54.).

Die 7.911 Zuschauer hatten da die Arena längst in ein Tollhaus verwandelt, verfolgten die letzten Minuten im Stehen. Wer geglaubt hatte, ein an dramatischen Momenten reiches Spiel hätte seinen Höhepunkt bereits erreicht, sah sich getäuscht. Nach einem Zusammenprall von Keeper Milosavljev mit einem Schweizer Spieler zeigten die nicht immer überzeugenden rumänischen Referees dem Füchse-Torhüter die Rote Karte. Schaffhausen verkürzte noch einmal auf vier Tore. Der dänische Weltmeister Matthias Gidsel und Tim Freihöfer sorgten in den letzten Minuten für den 30:24-Endstand und den Einzug ins Final Four.

Die Endrunde am 27./28. Mai erreichten außerdem Frisch Auf Göppingen, Montpellier HB und Fraikin Granollers (Spanien), die den Gastgeber des Turniers, die SG Flensburg-Handewitt, aus dem Wettbewerb warfen.

Herbert Schalling

BR Volleys – erste Chance nutzen

Am Mittwochabend (19. Apr. 2023 um 19.45 Uhr) haben die BR Volleys im dritten Playoff-Halbfinale gegen die SWD powervolleys Düren die Möglichkeit, ihr Ticket für das Finale um die Meisterschaft zu lösen. In den ersten beiden Partien konnten sich die Berliner jeweils mit 3:1 durchsetzen und zeigten dabei eine ansteigende Form. Jetzt kann in der Max-Schmeling-Halle die Entscheidung in der Serie herbeigeführt werden.

„Das war ein Schritt nach vorn“, konstatierte Geschäftsführer Kaweh Niroomand nach dem zweiten Erfolg gegen die Powervolleys am Samstag. Erneut kämpfte sich das BR Volleys Team im Bundesliga-Klassiker zum 3:1-Sieg. „Wir sind zurzeit nicht in dem Rhythmus, in dem wir in dieser Saison schon einmal waren. Aber man darf nicht vergessen, dass wir eine junge Mannschaft haben, in der einige Spieler das erste Mal in solchen Situationen viel Verantwortung tragen“, ordnet Niroomand ein und deshalb ist es für ihn auch wenig überraschend, dass sich die Berliner in dieser Serie noch an ihre im Saisonverlauf bereits gezeigten Leistungen heranarbeiten müssen: „Wir machen Fortschritte, aber eine Parallele zum letzten Jahr besteht. Nach den Höhepunkten in der Champions League und dem Ausscheiden in der Königsklasse ist ein Abfall im Sport nur allzu verständlich.“

Auf dem Court ist das für den Geschäftsführer „besonders im Angriff sichtbar, hier unterlaufen uns zu viele Fehler“. Die spielerische Leichtigkeit fehlt und deshalb sei es umso beruhigender, „dass wir in Annahme und Aufschlag aktuell die beste Leistung aller Halbfinalisten bringen“. Satoshi Tsuiki, Ruben Schott und Cody Kessel geben ihrem Zuspieler Johannes Tille meist eine gute Grundlage. Der „Bounce House Player of the week“ der ersten Halbfinalwoche weiß längst, wie er seine Mannschaft durch schwierige Duelle dirigiert und die Angriffslast je nach Verfassung seiner Mitspieler verteilt. Beispielsweise erhöhte der Regisseur zuletzt das Pensum für seine Mittelblocker Anton Brehme und Nehemiah Mote, die daraufhin in beiden Partien jeweils zweistellig punkteten.

Für Mote hielt das Match am Samstag in Düren ein Novum in seiner Bundesliga-Karriere bereit. Der Mittelblocker ließ sich aus der Emotion heraus auf der anderen Netzseite zu einem Schubser gegen Tomas Kocian hinreißen und sah erstmals überhaupt eine Rote Karte. „Damit habe ich die gelbe in meiner Laufbahn direkt übersprungen“, kann der inzwischen dreifache Vater über die Geschehnisse vom Wochenende bereits wieder schmunzeln. Niroomand möchte die hochkochenden Emotionen zwischen den befreundeten Klubs ebenfalls nicht überbewerten: „Ich war selbst vor Ort und bis auf diese eine Szene war es sogar ruhiger als üblich. In der Vergangenheit gab es hier schon wesentlich hitzigere Duelle. Wir haben eine Mannschaft, die nicht krakeelt und meist sehr konstruktiv mit dem Schiedsrichter spricht. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass wir wirklich aus der Haut gefahren sind, und wenn das ausgerechnet den zwei ruhigsten Spielern im Team passiert, muss schon etwas vorgefallen sein. Allerdings wurde diese Situation vor allem für den Auslöser zum Boomerang. Man sollte sich zunächst auf Volleyball konzentrieren und solche Dinge nur machen, wenn man danach auch dem Druck standhält.“

Der liegt aufgrund der Berliner 2:0-Führung nun endgültig bei den Dürenern, die versuchen werden, die „best of five“-Serie zu verlängern. Gleiches gilt im anderen Halbfinale für die SVG Lüneburg, die sich in eigener Arena einem 0:2-Rückstand gegen den VfB Friedrichshafen gegenübersieht. Auch auf die Gefahr hin, dass damit erneut eine längere Spielpause droht, macht Niroomand klar: „Natürlich will die Mannschaft diese Serie jetzt vor eigenem Publikum zum Abschluss bringen. Damit wollen wir auch unsere starke Heimbilanz verteidigen.“

Livestream:
Die beiden Halbfinals werden am Mittwoch sowohl als Konferenz (mit Lüneburg vs. Friedrichshafen ab 19.00 Uhr) auf www.twitch.tv/spontent, als auch als Einzelspiele übertragen. Das Match in Berlin wird auf www.twitch.tv/spontent_two zu sehen sein.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Andreas Gora