Auf diesem Portal war bei der Bewertung eines Hertha-Spiels von einem absoluten Tiefpunkt die Rede. Es ging noch schlechter. Das Debüt von Pal Dardai ging in die Hose. Ein Sieg gegen Werder Bremen wäre, angesichts der Ergebnisse der anderen Kellerkinder, goldwert gewesen. Im ausverkauften Olympiastadion stimmten nur die statistischen Werte, dafür gibt es keine Punkte. Es zählen nur Tore und da waren die Bremer besser. Herthas Abwehr war löchrig wie ein Schweizer Käse und dazu erwischte Torwart Oliver Christensen mal wieder keinen guten Tag. Es könnte klappen mit dem Abstieg, es sei denn, die restlichen fünf Spiele würden samt und sonders gewonnen werden. Das wäre die Hoffnung, sie stirbt zuletzt, aber sie stirbt. Hier ist die Quittung für jahrelange Misswirtschaft. Es sieht düster aus über dem Olympiastadion. Da ist wohl nichts mehr zu retten. Eine Fußballmannschaft ist stets mehr als nur die Summe der einzelnen Spieler. Was die individuelle Klasse betrifft, hätte Hertha eigentlich eine sorgenfreie Saison spielen müssen. Der Kader ist nicht austariert, es gibt keine zentrale Achse, keine Führungsspieler und zu viele Schwächen in der Verteidigung. Die notwendigen Verstärkungen konnten zur Winterpause nicht geholt werden. In diese Zeit fiel die Entlassung von Fredi Bobic.
Völlig anders ist die Situation bei den Köpenickern. In Gladbach konnte man sehen, was eine austarierte Mannschaft wert ist. Selbst wenn fußballerisch nur Mittelmaß geboten werden kann, reicht es oft für einen knappen Sieg. Ich zitiere gern Urs Fischer, er weiß, was seine Mannschaft kann und noch viel besser, was sie nicht kann. „Die jetzt 23 Auswärtspunkte sind eine tolle Statistik, aber mir geht es mehr darum, wie die Mannschaft gespielt hat. Das war sehr diszipliniert über die 90 Minuten, wir waren kompakt und meistens sehr gut organisiert. Hinten haben wir nicht viel zugelassen und nach vorne hatten wir spielerische Momente. So denke ich, dass der Sieg insgesamt verdient ist.“ Sollten die Eisernen nach dieser Saison die Champions-League erreicht haben, wäre in der nächsten Saison der Meistertitel fällig.
Hans-Peter Becker
