VSG Altglienicke und BFC Dynamo von allen guten Geistern verlassen

Christian Zschiedrich  Foto: Hans-Peter Becker

Die Regionalliga Nordost bestreitet nach 18 Spieltagen bereits die zweite Halbzeit der Saison. In der hat Hertha BSC in der Bundesliga, so jahrelang im Vergleich zur Hinrunde geschwächelt. Nach dem 2:0-Auswärtssieg in Hannover bleibt zu hoffen, dass es in dieser Saison anders, hoffentlich besser ist. Allerdings sind dort erst 13 Spieltage absolviert.

Aktuell scheint es in der Regionalliga Nordost VSG Altglienicke und den BFC Dynamo zu treffen. Noch steht der BFC kurz über dem Strich der abstiegsgefährdeten Mannschaften. Es ist aber nur ein winziges Pünktchen. Altglienicke dagegen ist bereits unter den Strich gerutscht und muss eine 1:7-Packung vom Auswärtsspiel in Erfurt verkraften. Der BFC Dynamo verlor sogar sein Heimspiel gegen den VfB Auerbach mit 0:3 und muss am Samstag, 8.12. ins Friedensstadion zum Mitkonkurrenten Germania Halberstadt.

Die Halberstädter verloren 1:3 in Babelsberg. Nicht wegen der Niederlage, sondern infolge schwerwiegender Vorwürfe einer versuchten Spielmanipulation brennt bei Germania die Luft. Sportdirektor Andreas Petersen steht dabei im Mittelpunkt. Er soll sich an zwei Ex-Germanen gewandt zu haben, um den Ausgang des Spieles zu beeinflussen. Man darf gespannt sein, ob die beiden jetzt Babelsberger Akteure bei ihren Vorwürfen bleiben. Wie die Potsdamer Neusten Nachrichten meldeten, „sollen es insgesamt 12.000 Euro gewesen sein, die als Angebot genannt wurde. Petersen hatte die Kontaktaufnahme zu den beiden ehemaligen Germania-Kickern eingeräumt. Die Vorwürfe eines versuchten Spielbetrugs bezeichnete er aber als „Riesen-Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen“. Auf der Vereinshompage ist zu lesen: „Germania Halberstadt ist auch nach der Umstrukturierung im Sommer überhaupt nicht in der Lage, Gelder für solche Machenschaften zweckentfremden zu können. Der ganze Sachverhalt erscheint mir sehr untypisch. ..Fakt ist, der SV Babelsberg meldete den „Vorgang“ dem NOFV und schaltete eine Anzeige. Tags darauf machten in diversen Medien drei Namen die Runde, nämlich die der Ex-Spieler des VfB Germania, Tom Nattermann und Manuel Hoffmann, sowie des Sportchefs der Halberstädter Regionalliga-Mannschaft, Andreas Petersen, der die Vorwürfe von sich wies und nun seinerseits mit anwaltlicher Hilfe gegen die „Schmutzkampagne“ vorgehen will.“

Die VSG Altglienicke (14.) muss am Samstag,8.12. um 13.30 Uhr, ins Berliner Amateurstadion zum Tabellenvierten Hertha BSC II zum Derby. Die Mannschaft von Ante Covic besiegte Wacker Nordhausen (jetzt 6.) mit 2:1 (Blumberg und Siakam trafen) und Hertha hat gleich wieder den Heimvorteil. Ein weiteres Lob geht an Viktoria 89 (5.) und den beständigen BAK 07. Der BAK gewann auswärts 3:0 in Bischofswerder (10.), Viktoria 89 bezwang Budissa Bautzen mit 1:0 durch den Treffer einen von Sliskovic verwandelten Foulelfmeter. Es war der vierte Sieg in Folge ohne ein Gegentor. Leider sahen nur 203 Zuschauer im Stadion Lichterfelde das Spiel, trotz des anhaltenden Aufwärtstrends. Ins Amateurstadion zu Hertha wagten sich 225 Zuschauer gegen Nordhausen.

Spitzenreiter Chemnitzer FC  gewann in Fürstenwalde (11.) 4:2. Das Punktverhältnis nach 18 von 34 Spielen steht 48 zu 38 zugunsten der Chemnitzer. Die Saison ist Der Tabellenführer empfängt am Samstag, 8.12. Babelsberg 03 und BAK 07 empfängt am Sonntag, 9.12. ab 13.30 Uhr im Poststadion Union Fürstenwalde. Eine nicht ganz leicht zu lösende Aufgabe steht Viktoria 89 beim 1.FC Lok Leipzig (8.) im Bruno-Plache-Stadion bevor. Drei Berliner Clubs stehen recht ordentlich da: BAK 07 Zweiter, Hertha BSC Vierter, Viktoria 89 Fünfter – die Ausnahmen, der BFC Dynamo und die VSG Altglienicke mit Problemen.

Christian Zschiedrich

Halbzeit in der NOFV Oberliga Nord

Vollendet sind 15 Spieltage der 16 Vereinen in der NOFV Oberliga Nord mit sechs Berliner Clubs. Drei davon stehen an der Spitze. Unbeirrt Lichtenberg 47 (39 Punkte), Zweiter ist Tennis Borussia (36 Punkte) und Dritter Hertha 03 (33 Punkte), von der Fußball-Woche „Huke 0:3“ getauft. Sebastian Huke schoss beim 3:2 in Neustrelitz alle drei Tore für die Zehlendorfer. Aus dem Rahmen fallend, das 7:0 von TeBe gegen Schlusslicht Malchower SV und meiner Meinung nach von noch größerer Bedeutung das 5:0 von Aufsteiger Blau-Weiß 90 auswärts beim 1.FC Lok Stendal. Damit gelang Blau-Weiß der Sprung auf Tabellenplatz 10, auf einen Rang über der Abstiegszone, während der SC Staaken durch die Heimniederlage, 1:3 gegen den Greifswalder FC auf den  Rang 12 unter den Strich, ins Souterrain abrutschte. Es könnten insgesamt 5 Absteiger aus der Oberliga sein.

Lichtenberg 47 gewann das Berlin-Derby mit 3:0 bei Hertha 06. Wir gratulieren Uwe Lehmann und seinen Mannschaft zur inoffiziellen Herbstmeisterschaft. Noch ein Spieltag, dann geht es in die Winterpause.

Der SC Staaken muss am Sonntag,9.10. ab 13.00 Uhr, zum 1. FC Lok Stendal. Macht es Blau-Weiß 90 einfach nach. Dass die Staakener in Schwierigkeiten kommen würden, war nicht unbedingt abzusehen. Im vorigen Jahr spielten sie als Aufsteiger so eine gute Saison. Es scheint sich wieder mal zu bewahrheiten, dass für Aufsteiger das erste Jahr leichter ist als das Zweite. Ansonsten muss einfach gesagt werden, die ersten drei Plätze für Berliner Vereine und Hertha 06 trotz Niederlage auf den sechsten Platz, das lässt sich sehen.

Bereits Freitagabend, 7.12. im Mommsenstadion wird sich Aufsteiger Blau-Weiß 90 gegen die Borussen, anb19.30 Uhr, ordentlich ins Zeug legen, um das 0:1 zum Oberligastart im Hinspiel vergessen zu machen. Lichtenberg 47 muss am Samstag, 8.12. ab 13.00 Uhr, zum Tabellenneunten Torgelower FC Greif. Hertha 06 hat Pause, weil die Begegnung des 16. Spieltages gegen Anker Wismar vorgezogen wurde und bereits 2:0 erfolgreich für die 06er absolviert wurde. Bleibt das Auswärtsspiel von Hertha 03 in Rostock bei Hansa II, dem Tabellenfünften. Lieber Sebastian Huke, nur mit links ist da bestimmt nichts zu holen. Sollte ein weiterer Sieg folgen, freut es mich.

Christian Zschiedrich

Champions League in Berlin

Champions League 2018/2019
Spieltag 4 in Berlin
05. Dezember 2018

Wasserfreunde Spandau 04 – Szolnoki VSK (Ungarn)

Spielbeginn: 19:00 Uhr,  Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Kann Szolnok wieder der Weichensteller sein?

Am 4. Spieltag der Champions-League-Hauptrunde (Gruppe B) trifft das Team der Wasserfreunde Spandau 04 auf eine gut bekannte gegnerische Mannschaft. Zum vierten Male seit 2014/2015 begegnen sich beide Klubs in der Hauptrunde des Königswettbewerbs der besten Männerwasserball-Vereine Europas.Bislang waren die Kräfte ziemlich eindeutig verteilt, zumindest wenn man nur die Spielergebnisse betrachtet. Fünf der bislang sechs absolvierten Partien gewann Szolnok. Aber 2017/18 gab es zwei knappe Resultate auf Augenhöhe: zunächst das umjubelte Heim-10:9 am 29. November 2017 im Schöneberger Schwimmbad, dann am 18. April 2018 ein knappes 8:9 bei den Magyaren. Beide Teams qualifizierten sich als Gruppen-Dritter und -Vierter für das Final 8 in Genua und belegten dort die Ränge 5 und 8.

Beide Kader sind aktuell kaum verändert. Aber auf beiden Seiten gibt es Probleme, den richtigen Spiel-Rhythmus und die Bestform zu finden. Szolnok, Champions-League-Gewinner 2017 hat nach drei Partien als Gruppen-Fünfter gerade einmal drei Punkte auf dem Konto und nach Niederlagen gegen Jug Dubrovnik (7:8) und Italiens CL-Neuling Busto Arsizio (5:7) nur einen Zittersieg gegen Jadran Split auf der Habenseite. Und das Berliner Team befindet sich nach zwei knappen Niederlagen (6:7/H gegen Dubrovnik und 7:9/A gegen Mladost Zagreb) sowie der Klatsche gegen 2018-CL-Sieger Olympiakos Piräus (4:11/A) sogar ohne Punkte gemeinsam mit Split am Ende des Achter-Feldes.

Beide Teams stehen daher bereits mächtig unter Druck, sollen in Sachen Endrunde nicht schon frühzeitig alle Felle davonschwimmen. Denn es muss ein Platz unter den ersten Drei erzielt werden, da Gruppengegner Waspo 98 Hannover (aktuell Sechster mit 2 Punkten) als Gastgeber des Final 8 fix qualifiziert ist. Das Ranking nach drei Hauptrunden-Spieltagen ist – von Dubrovnik abgesehen – ein durchaus überraschendes, denn gemeinsam mit den Kroaten führt Busto Arsizio (je 9 P.) die Gruppe vor Mladost Zagreb (7) und Piräus (4) an.

Für die Wasserfreunde wird die Begegnung am Mittwochabend auch deshalb eine besondere Zerreißprobe, weil mit dem verletzten Marko Stamm der Kapitän und Antreiber erneut fehlen wird. Dass die Mannschaft in der Lage ist, diesen Ausfall zu kompensieren, zeigte das Team am vergangenen Samstag während des DWL-Spitzenspiels gegen Waspo Hannover.

Nach einer 3:0-Führung und einer über lange Zeit exzellenten Defensivleistung verloren die Berliner dann doch durchaus unverdient mit 5:6 gegen die Hannoveraner, aber mental war der Auftritt des Teams von Petar Kovacevic dennoch ein gefühlter Erfolg. „Mental haben wir auf jeden Fall etwas mitgenommen für das Schlüsselspiel gegen Szolnok. Wenn wir denselben Einsatz zeigen und unsere unbedingte Willensstärke beweisen, können wir die Ungarn, die selbst noch auf der Suche nach ihrer einstigen Topform sind, absolut ins Wackeln bringen und gefährden“, gibt 04-Trainer Petar Kovacevic für den Mittwochabend in Schöneberg die Richtung vor.

Peter Röhle

Spreefüxxe entführen Punkte aus Zwickau

Die Spreefüxxe Berlin sichern sich die nächste Auswärtspunkte. Beim BSV Sachsen Zwickau setzen sich die Berlinerinnen am Ende mit 30:32 durch. Schlüssel zum Erfolg war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Damit stehen die Hauptstädterinnen nach zehn Partien auf dem 6. Tabellenplatz.

Die Spreefüxxe waren dabei von Beginn an hellwach. Während der ersten 20 Minuten hielt man die Gastgeberinnen stets auf ein bis zwei Treffer Abstand. Dann zeigten die Berlinerinnen eine kurze Schwächephase, welche Zwickau zunächst zum 8:8-Ausgleich nutzte und kurze Zeit später sogar zur 10:8-Führung ausbaute. Die Spreefüxxe fingen sich schnell, konnten ebenfalls einen 3:0-Lauf starten und gingen direkt mit 10:11 wieder in Führung. Kurz darauf hing es mit einem 11:12 in die Halbzeit.

Auch der Start in Hälfte zwei gehörte Berlin. Die an diesem Tag starke Tina Wagenlader am Kreis netzte zum 12:14, Paulina Momot erhöhte auf 12:15. Zwickau wehrte sich ebenfalls kämpferisch, allen voran Urgestein Jenny Choinowski. Doch eine Phase mit 3 Treffern durch Vanessa Magg bescherte den Spreefüxxen die ersten beiden 4-Tore Führungen (14:18/15:19). Ähnlich wie in Halbzeit eins hielt man den Abstand knapp 20 Minuten, bevor Zwickau der
erneute Ausgleich gelang (22:22), kurz darauf sogar die 23:22-Führung. Die Partie war nun völlig offen. Zwickau gelang bis zur 54. Minute stets die Führung, welche die Spreefüxxe postwendend wieder ausglichen. Auch wie in Halbzeit eins gelang den Berlinerinnen nun ein 3:0-Lauf durch Laura Kirchhoff-Madsen, Tina Wagenlader und Natalie Schwarz. Beim 28:30 nahm BSV-Coach Rüdiger Bones die Auszeit. Doch die Spreefüxxe ließen sich nicht mehr abbringen. Ein Doppelpack von Anna Blödorn, die ihre beste Saisonleistung zeigte, besiegelt die Partie und den Auswärtserfolg für die Spreefüxxe.

Trainer Goncalo Miranda und Managerin Britta Lorenz waren sehr stolz auf ihre Mannschaft. „Wir sind ohne Simona und Fabienne noch ein Stück enger zusammengerückt und haben eine unfassbare Moral und Kampfgeist an den Tag gelegt. Fabienne Humer hat trotz extremer Magenprobleme die Zähne zusammengebissen und einen tollen Job gemacht. In den entscheidenden Phasen waren wir präsenter und somit kann ich meiner Mannschaft nur zu
zwei verdienten Punkte gratulieren.“ so Lorenz.

Auf die Spreefüxxe warten zum Jahresende drei echte Brocken. In den drei letzten Spielen trifft auf Tabellenplatz 1,2 und 4. So erwartet man zunächst zu Hause Rosengarten, dann geht es nach Mainz und anschließend kommen die Kurpfalz Bären in die Hauptstadt.
Quelle: Spreefüxxe Berlin/Anna Eber

Spreefüxxe Berlin:
Faßold, Krüger; Ansorge, Krakat (2), Momot (1), Humer, Blödorn (10/3), Kirchhoff-Madsen
(2), Wagenlader (6), Schwarz (2), Förster (4), Magg (5)
Zeitstrafen: Krakat, Wagenlader

BSV Sachsen Zwickau:
Zenner, Szott; Müller, Rösike, Kracht (3), Herr (1), Pavlovic (3), Bolze (5), Hopp (1), Nagy
(5), Choinowski (12/5), Pester
Zeitstrafen: Rösike, Pavlovic, Pester (3)

Die Füchse feiern ersten Advent mit zwei Punkten gegen den Bergischen HC

Mit 26:22 (10:8) gewinnen die Füchse Berlin ihr Heimspiel gegen den Bergischen HC. In einem über weite Strecken engen Spiel, holt sich der Hauptstadtclub vor 8680 Zuschauern zwei Punkte im Bundesliga-Heimspiel. Der starke Defensivverbund war ausschlaggebend für den Erfolg. Jacob Holm war mit sieben Treffern bester Werfer der Partie.

Von Beginn an zeichnete sich eine enge und vom Kampf betonte Begegnung ab. In der 5. Spielminute konnte Fabian Wiede per Tempogegenstoß das 2:1 für die Hausherren erzielen. Doch das Team von Velimir Petkovic konnte sich nicht absetzen, da man in der Anfangsviertelstunde immer wieder am gegnerischen Torhüter Rudeck scheiterte. Doch auch die Defensive der Füchse machte im Zusammenspiel mit Silvio Heinevetter im Tor einen guten Job.

Es dauerte bis zur 24. Spielminute, ehe Jacob Holm beim 8:6 zur ersten zwei-Tore-Führung ins leere Tor der Gäste verwandeln konnte. Diesen Vorsprung konnte der EHF-Cup-Sieger bis zur Pause halten. Mit einem 10:8 ging es schließlich in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn konnte der Aufsteiger zunächst auf 10:9 verkürzen.

Doch dann legten die Füchse Berlin einen Zwischenspurt ein. Sie zogen durch Treffer von Frederik Simak, Mijajlo Marsenic und Jacob Holm auf 15:11 davon. Allerdings machte der in dieser Saison so starke BHC keine Anstalten nachzulassen. Den Gästen gelang es beim 16:14 wieder auf zwei Treffer heranzukommen.

Nun war das Spiel wieder völlig offen. Der Hauptstadtclub spielte geduldig und fand dadurch immer wieder Lücken in der kompakten Deckung der Gäste. Bis zum 19:17 änderte sich nichts am Abstand.  Kurz vor Beginn der letzten zehn Spielminuten lag, nach dem Anschlusstreffer von Linus Arnesson zum 19:18, eine gehörige Portion Spannung in der Luft.

Allerdings peitschte der volle Fuchsbau die Hausherren wieder nach vorne und die Füchse stellten durch einen Doppelschlag auf 21:18. Somit sah sich Gästetrainer Sebastian Hinze in der 52. Spielminute zu seiner dritten Auszeit gezwungen. Doch Silvio Heinevetter war nun immer wieder zur Stelle, sodass der BHC das Blatt nicht mehr wenden konnte. Am Ende gewinnen die Füchse Berlin in einer engen Partie mit 26:22 und bleiben somit auf Tabellenplatz sechs.

Füchse Berlin – Bergischer HC 26:22 (10:8) Heinevetter, Genz; Wiede 3, Elisson 1, Matzken 1, Holm 7, Gojun, Genty, Lindberg 2/1, Simak 4/4, Schmidt 1, Matthes, Koch 4, Marsenic 2, Gliese 1

Velimir Petkovic (Trainer Füchse Berlin):
Der BHC hat bis jetzt eine tolle Leistung gezeigt. Ich erwarte, dass ein, zwei Spieler bei uns nächste Woche wieder ins Training einsteigen und hoffe, dass wir diese schwierige Situation jetzt hinter uns haben. Ich war heute ziemlich nervös. Das war nicht besonders gut von uns vorne.

Hinten haben wir wieder gekämpft. Wir haben wieder wie jede Woche Moral bewiesen. Ich muss ein riesen Lob an Heine richten. Er ist mit seiner Leistung gegen Aalborg und heute zurückgekommen. Ich hoffe, dass wir weiter so mit ihm rechnen können. Simak hat die ganze Woche nicht trainiert, da er sich gegen Aalborg verletzt hat.

Bob hat uns heute ein Geschenk gegeben mit Torben. Er ist 18 Jahre alt und spielt 45 Minuten. Ich bin überglücklich, dass wir ihn heute hatten. Man hat gesehen, dass wir mit den Kräften am Ende gewesen sind, haben uns aber einen Vorsprung erarbeitet. Ich muss sagen, ich bin überglücklich mit diesem Sieg.

Bob Hanning (Geschäftsführer Füchse Berlin):
Wir sind glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind so gut, wie der Gegner das zulässt. Der BHC und wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so konsequent an die Deckungsleistung anschließen können.

Du hast einfach gemerkt, dass Jacob Holm immer durchspielt. Es ist sein erstes Jahr in der Bundesliga und im Ausland. Da bin ich mit seiner Leistung sehr zufrieden. Torben hat ein sehr schnelles Eins-gegen-Eins und er kann sich weiterentwickeln, wenn er die nächsten Jahre dabeibleibt und weiter an Körper zulegt.

Quelle: Füchse Berlin Handball

Sklavenhandel: „Grausamkeiten im Namen des Fußballs“

„Der hemmungslose Handel betrifft nicht nur den Profifußball, sondern ebenso den Amateurfußball. Die Methoden sogenannter Agenten sind ungeheuerlich und gehören auf das Schärfste verurteilt sowie verboten. Beispielsweise werden in Brasilien junge Fußballtalente unter falschen Versprechungen von zwielichtigen Agenten zuerst getäuscht, danach ausgebeutet und in Staaten wie Indien, Vietnam oder China verkauft.

Das Leid der betroffenen Kinder ist anschließend immens. Den jungen Nachwuchsfußballspielern werden nach ihrer Ankunft am Zielort sämtliche Dokumente weggenommen. Sie werden erniedrigt, eingeschüchtert und durch Gewalt zum Schweigen gebracht.

Die hoffnungsvollen Talente werden mit Knebelverträgen an die undurchsichtigen Fußballagenten gefesselt (3). Eine Flucht scheint kaum möglich. Mit falschen Versprechungen – das heißt: durch Täuschung – werden junge Menschen faktisch
versklavt. Ihnen wird jegliche Würde genommen.

Diese Grausamkeiten im Namen des Fußballs passieren weltweit und sind kein Einzelphänomen. Das Geschäft mit den Menschen läuft von den europäischen Schaltzentralen und deren Vertretern auf dem afrikanischen Kontinent äußerst
vielversprechend.

Europäische Fußballklubs werben mithilfe von Talentsuchern junge, talentierte Nachwuchsspieler auf dem afrikanischen Kontinent an und versprechen ihnen ein hohes monatliches Einkommen sowie einen Vertrag bei einem Profiverein. Doch
schon bei der Ankunft der Nachwuchstalente in Europa hat der Talentsucher bereits einen Großteil des versprochenen Monatsgehalts abgegriffen.

Wenn sie die hohen Erwartungen des Proficlubs nicht erfüllen, entlassen die Fußballvereine die jungen Spieler. Getäuscht, gedemütigt, perspektivlos und ohne Geld müssen sich die Nachwuchsspieler nun in einem fremden Land durchschlagen (4). Der große Traum einer ruhmreichen Profikarriere entwickelt sich schnell zum Albtraum. Der würdelose Handel mit Menschen ist im Fußball für die Sklaventreiber ein Riesengeschäft, um große Gewinne zu machen.

Die Grundlage für diesen Menschenhandel bieten Fußball-Akademien in Afrika. Die Schweizer Zeitschrift Beobachter schreibt dazu: „Verschiedene europäische Klubs haben in Afrika regelrechte ‚Fussball-Plantagen’ eingerichtet, etwa Ajax Amsterdam im südafrikanischen Cape Town oder der französische Verein SC Bastia in Senegal. Afrikanische Klubs und Akademien wiederum sind Partnerschaften mit europäischen Vereinen eingegangen, etwa mit solchen aus Belgien, wo die Einwanderungsbestimmungen für Fussballer [sic!] lockerer gehandhabt werden als in anderen Ländern“ (4).

So ist es möglich, junge Nachwuchstalente preiswert einzukaufen und bei hervorragender fußballerischer Entwicklung zu hohen Preisen weiterzuverkaufen. Keine Frage: Das ist und bleibt Menschenhandel im großen Stil.“

Quelle: Aus www.rubikon.news  Ergänzend dokumentiert im Nachgang zum Bericht „Menschenhandel im Fußball“

Christian Zschiedrich

Hertha ließ zu viele Chancen liegen

A-Jugend-Tabellenführer St. Pauli sehr effizient

In einer Partie gleichwertiger Mannschaften hatte St. Paulis U19 beim 0:1-Auswärtssieg etwas Glück und konnte so drei Punkte mit an die Elbe nehmen. In einer Umgebung mit zwei guten „Miniaturstadien“ auf dem Sportforum hinter dem Olympiastadion musste der Beobachter am Sonnabend leider unpassende Platzverhältnisse bemängeln. Ein Bundeligaspiel auf einem Nebenplatz anschauen, muss das sein? Rasenschonung wofür, wenn anschließend länger der Spielbetrieb durch die Winterpause ohnehin ruht?

Der durch eine Tändelei des an diesem Tage indisponierten Offensivmannes Miralem Ramic eingeleitete Führungstreffer der Hamburger blieb das einzige Tor des Tages. Bei den Gästen sprach Trainer Timo Schultz von einem Jahrgang, den es so schon länger nicht mehr gegeben habe. Zwar hätten 4 Spieler in der nahen Vergangenheit derartig auf andere Klubs gewirkt, dass sie bereits weggeholt wurden. „Die Verbliebenen kennen sich zum größten Teil aber seit der U12, so dass immer eine echte Einheit auf dem Platz steht“, meinte Schultz. Da scheint was dran, der St.-Pauli-Nachwuchs bleibt sogar Tabellenführer der A-Jugend-Bundesliga. Vor Wolfsburg und RB Leipzig!
Die Herthaner waren keineswegs schlecht, kamen auch zu guten Gelegenheiten. Der Ball wollte aber nicht ins Tor. Hertha Trainer Michael Hartmann hätte sich nur eine etwas kreativere Art gewünscht, wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen. Sonst sah er auch „eine beträchtliche Menge von guten Spielzügen“. Der Teamassistent der Gäste, Dieter Schiller, unterhielt sich am Spielfeldrand angeregt mit früher bekannteren Fachleuten und Aktiven. Darunter der ehemalige Berliner Verbandstrainer, Adolf Remy, der aktuelle HFV-Verbandssportlehrer Uwe Jahn aus Hamburg und Gino Ferrin, früher Spieler bei TeBe und St. Pauli.

Schade, diese Klassepartie hatte mehr als die etwa 80 Zuschauer- darunter viele Spielereltern- verdient. Für Herthas A-Junioren scheint nach der (deutschen) Meisterschaft in der Vorsaison diesmal mit nun bereits 10 Punkten Rückstand auf den Ersten eine Wiederholung des Triumphes sehr unwahrscheinlich.
Frank Toebs

BBSC Berlin entführt einen Punkt aus Bad Laer

Mit einem hart erkämpften Auswärtspunkt beim Tabellenvierten Bad Laer kehrte das Team des BBSC Berlin vom Sonntagspflichtausflug in den Landkreis Osnabrück zurück. Ein schöner Erfolg, doch relativiert sich dieser durch die gleichzeitigen Punktgewinne der Mitkonkurrenten gegen den Abstieg, Aligse und Hamburg. Alle drei Teams holten je einen Punkt gegen nominell stärker besetzte Mannschaften. Der BBSC verharrt vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz.

In dezimierter Besetzung – ohne die verletzten Antonia Klamke und Marie Holstein – holten sich die Berlinerinnen die ersten beiden Sätze jeweils mit einem Spurt zum Satzende. Auch der dritte Satz war lange Zeit ausgeglichen – beide Teams fighteten auf hohem Niveau, doch dann belohnten sich die Gästespielerinnen nicht für ihre bis dahin gezeigte sehr couragierte Leistung. Ein paar verschenkte Bälle, Bad Laer bekam Oberwasser und die Mädels aus der Stadt des Soleheilbades drehten nachfolgend auf. „Während im dritten Satz noch die Eigenfehler der Gäste  den 3:0 Sieg gekostet haben, waren die beiden Folgesätze vom hohen Druck der Gastgeberinnen gerade bei den Aufschlägen gekennzeichnet. Bei gleichzeitig nachlassender Berliner Kreativität im Angriff und fehlenden Wechselmöglichkeiten, überzeugte Bad Laer mit einem um vier Spielerinnen größeren Kader und erfolgreichen zeitweisen Umstellungen auf dem Feld“ konstatierte Berlins Trainer Robert Pultke. Dem hatte der BBSC bis zum Spielende nichts mehr entgegenzusetzen. Somit konnten die Berlinerinnen nach den ersten beiden gewonnenen Sätzen leider nicht nachlegen. Ein Punkt gewonnen – doch zwei Punkte mehr wären mit ein bisschen mehr Abgezocktheit zum entscheidenden Zeitpunkt vielleicht drin gewesen.

Am nächsten Wochenende geht es mit einem Doppelspieltag in der Hämmerling-Halle gegen Dingden (Samstag 19:00 Uhr) und Stralsund (Sonntag 15:00 Uhr) erneut gegen Teams, die um Anschluss zur Tabellenspitze ringen. Der BBSC könnte sich mit Punktgewinnen vom Abstiegsplatz verabschieden.

Burkhard Kroll

Handelfmeter und falsche Entscheidungen

Christian Zschiedrich  Foto: Hans-Peter Becker

Es wird höchste Zeit, von den fatalen Entscheidungen bei Handelfmetern wegzukommen. Hier möchte ich nicht etwa eine Diskussion verstanden wissen, ob Schiedsrichter, die selbst kaum Fußball gespielt haben, auch gute Unparteiische werden können. In welcher Beziehung, wo auch immer, scheint mir der- oder diejenige benachteiligt, wo praktische Erfahrung fehlt. Aber selbst in der Theorie müsste Allen daran gelegen sein, Klarheit bei Handspiel in seinen Entscheidungen zu haben, statt immer wieder strittige, irrige Situationen und viel Unbehagen – wie auch beim letzten aktuellen Spieltag – herbei zu “pfeifen“. Um ganz natürliche Vorgänge beurteilen zu können, sollte man alle Referees einfach einen Sprint ohne Armeinsatz machen lassen. Ich wette, alle noch so ehrgeizigen SR werden, um schnell laufen zu können, ihren Körpereinsatz, ihre Körperfläche  mittels kräftigen Arm-einsatz vergrößern. Wer den Sprint mit angelegtem Armeinsatz praktiziert, das ist dann die Lachnummer der Nation. Wie kommt der voran? Also, was soll bei natürlichem Armeinsatz der Quatsch mit der Vergrößerung der Körperfläche. Vielmehr sollten sich die Unparteiischen immer wieder Spielszenen vor Augen führen, bei den zu entscheiden ist, liegt Absicht oder nicht vor, den Ball mit der Hand zu spielen. Das allein muss das Kriterium dann auch für die oft spielentscheidenden Handelfmeter und auch per Freistoß im Feld sein. Übrigens, ebenso ist es mit den Kopfball-Zweikampfbeurteilungen und mit angeblichen Ellenbogeneinsatz. Da muss das Auge schon geschult werden. Und wenn mir ein SR erzählen will, er springt ohne Armeinsatz ordentlich hoch, den würd ich in der Praxis immer wieder zum Hochsprung antreten lassen.

Christian Zschiedrich

Menschenhandel im Fußball

So allmählich kommt das schockierende Thema Menschenhandel im Fußball mehr und mehr ans Tageslicht.  Es wurde bisher gar nicht so diskutiert und behandelt, ist demzufolge der breiten Öffentlichkeit gar nicht so zugänglich und geläufig. Diesmal kam es auf der Fachtagung des Berliner Fußballverbandes zur Sprache. Vielleicht auch deshalb, weil der Landessportbund Berlin (LSB) sowie die dem Fußball gegenüber unterstützungsfreudige Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Mitausrichter waren, dazu im Podium prominente Persönlichkeiten wie der Staatssekretär für Sport in Berlin Aleksander Dzembritzki und der seit vergangenem Wochenende gewählte Präsident des LSB Thomas Härtel. Von der Sportjugend brachte sich Iris Jensen engagiert ein. Der BFV war durch Vizepräsident Gerd Liesegang vertreten.

Mit Spannung erhofften sich die Besucher, Näheres über aktuelle Vorgänge bei Manipulationen und Erschleichung der Spielerlaubnis beim Berliner Fußballverband zu erfahren. Der Traum ausländischer junger Fußballer verspricht ein Leben in Wohlstand in Europa zu führen. Bekanntlich haben es etliche afrikanische Profis bereits geschafft. Die Verlockung ist also groß und gegenwärtig, insbesondere 14-, 15-jährige Brasilianer seien mit falschen Anmeldungen und ohne Schutz in Privatwohnungen mit dem Ziel untergebracht, um bei der später erhofften Vermittlung großes Geld zu kassieren. Bei den Flüchtlingen sind es die Schlepper und die Bezeichnung für dieses gierige Tun findet hier noch gar keinen Namen.  Gerd Liesegang berichtete, dass seit eineinhalb Jahren diesbezüglich Strafverfahren anstünden. Wegen des Verzichtes auf Namen konnte bisher die Wahrheit in vollem Ausmaß nicht bekannt gemacht werden. Die Dunkelziffer sei entsprechend hoch.

Der Referent für Afrika und Mitorganisator der 1. Straßenfußball-WM 2006, Ian Mengel und der sach- und fachkundige Gerd Liesegang berichteten zum Thema Menschenhandel im Fußball, dass die Erwartungen erdrückend seien. Wenn hier bald ein Durchbruch erzielt werden könnte, werde man auch Ross und Reiter nennen. Warum bloß wurde das Thema bisher nur unterm Tisch behandelt?

Christian Zschiedrich