Kein guter Jahresabschluss

Vor der Halle zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße waren wieder Schilder zu sehen mit der Aufschrift „Suche Karte“. Das Spiel des 34. Spieltages zwischen den Eisbären Berlin und den Panthern aus Ingolstadt war ausverkauft. Der günstige Termin, der Mehrzahl der Besucher standen zwei freie Tage bevor und die eine oder andere Eintrittskarte wird ein Weihnachtsgeschenk gewesen sein. Der sportlich Wert lag im Kampf um den Tabellenplatz sechs, der die direkte Qualifikation für das Viertelfinale bedeutet.

Während die Ingolstädter gemessen an ihren Saisonzielen durchaus im Soll liegen, laufen die Eisbären mehr den eigenen Ansprüchen hinterher. Auswärts beim Punktgewinn in München und beim letzten Heimsieg am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bremerhaven war ein Aufwärtstrend erkennbar. Er setzte sich gegen Ingolstadt nicht fort. Die Eisbären verloren mit 2:4.

In der 10. Spielminute jubelten die Eisbären, Marcel Noebels war im Nachfassen erfolgreich. Timo Pielmeier schnappte sich den Puck. War er bereits im vollen Umfang hinter der Linie ? Die einen werden nach Ansicht der Videobilder so sagen und die anderen…. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor. Ein Puck ist kein Ball, sondern eine Scheibe und kann auch hochgestellt die Linie überschreiten. Er hat die Maße 1 Zoll (2,54 cm) in der Höhe und einen Durchmesser von 2 Zoll (7,62 cm). Die Bilder lieferte die über dem Tor angebrachte Kamera, dort war es nicht ganz eindeutig zu sehen. Die Bilder der anderen Kameras lieferten eine andere mögliche Sicht und die wurden nach der Entscheidung über den Videowürfel gezeigt. Die Schiedsrichter hatten es sich mit dem Berliner Publikum gründlich verscherzt. Vielleicht sollten die Verantwortlichen der Eisbären die Kamera über dem Tor auf der Seite der Stehplatzkurver neu arretieren lassen. Manchmal täuscht die Perspektive.

Eine Minute nach dem nicht gegebenen Treffer waren die Gäste erfolgreich. Florian Busch brummte wegen Haltens auf der Strafbank und so erzielten die Gäste ihren ersten von insgesamt drei Treffern in Überzahl. Die Eisbären konnten in der 22. Minute ausgleichen durch Jamison MacQueen. Die Eisbären gewannen lediglich den Mittelabschnitt. In der 22. Minute erzielte Sean Backman die zwischenzeitliche 2:1 Führung, die hatte Bestand bis zur 51. Minute.

In der Schlussphase machten die Oberbayern alles klar. In der 51. und 56. Minute schlugen sie im Powerplay zu und erhöhten auf 3:2. Die Eisbären mühten sich redlich und scheiterten. Ingolstadt störte mit einer 1-3-1 Taktik die Eisbären bereits im eigenen Spieldrittel. Zudem kassierten die Eisbären ihre Strafminuten zur Unzeit und wurden dafür bitter bestraft. Bis in die letzte Spielminute hielten sie die Begegnung offen und bekamen in der Schlussminute durch Michael Collins in einer empty net Situation den Ko für diese Begegnung verpasst. Die Eisbären verlieren in dieser Saison erneut ihr Heimspiel gegen Ingolstadt, am 14. Oktober hieß es 1:3.

Weiter geht es im neuen Jahr, bereits am 2. Januar steht das nächste Heimspiel an, Gegner sind die Iserlohn Roosters.
Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga DEL
34. Spieltag 30.12.2018 16:30 Uhr
MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt 2:4 (1:1/1:0/0:3)

Torfolge
11. Min. 0:1 Michael Collins (Ville Kostinen) PP1
17. Min. 1:1 Jamie MacQueen (Jens Baxmann/Andre Rankel) EQ
22. Min. 2:1 Sean Backman (Micky DuPont/Marcel Noebels) EQ
51. Min. 2:2 Brett Olson (Patrick Cannone/Ville Kostinen) PP1
56. Min. 2:3 Darin Olver PP1
60. Min. 2:4 Michael Collins (Jerry D’Amigo/Fabio Wagner) empty net

Strafminuten
Eisbären 10
Ingolstadt 6

Albatrosse zu Gast bei den Eisbären Bremerhaven

Der 13. Spieltag der easyCredit BBL schickt die Basketballer von ALBA BERLIN kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal auf eine große Busreise. Am Samstag (29. Dezember, 20:30 Uhr) werden die Berliner an der Nordsee von den Eisbären Bremerhaven erwartet, die als Tabellensechzehnter um den Klassenerhalt kämpfen. Ein Sieg würde nicht nur für einen guten Jahresabschluss sorgen, sondern wäre für die Berliner auch im Kampf um die vorderen Tabellenplätze sehr hilfreich.

Stimmen
Aito Garcia Reneses (Cheftrainer ALBA BERLIN): „Wir spielen gerade sehr viel Spiele hintereinander und müssen viel reisen, was nicht ganz einfach ist. Auch, weil es bei so vielen Spielen nicht immer einfach ist die Konzentration dauerhaft hochzuhalten. Bremerhaven hingegen wird gegen uns sehr motiviert und gut vorbereitet sein. Hinzukommt, dass sie gerade den Trainer gewechselt haben und so noch schwerer auszurechnen sind.“

Johannes Thiemann (Spieler ALBA BERLIN): „Bremerhaven ist ein Team, das wir auf keinen Fall unterschätzen dürfen, auch wenn es erst drei Spiele gewonnen hat. Sie sind immer für einen Überraschungssieg gut, weswegen wir uns gründlich vorbereiten werden. So können wir dann hoffentlich ein erfolgreiches Spiel abliefern morgen.“

Infos
Nachdem die Albatrosse am Donnerstagabend in eigener Halle mit Gießen ein Team mit Play-off-Ambitionen besiegte (108:96), erwartet sie am Samstag in Bremerhaven eine Mannschaft, die sich für die laufende Spielzeit mehr als das derzeit Erreichte erhofft hatte. Nachdem die Eisbären im Sommer eine Partnerschaft mit der US-amerikanischen DME SportsAgency eingegangen sind, waren die Ambitionen groß. Vor allem der Name von Dan Panaggio, der die Academy zusammen mit seinem Bruder Mike in Daytona Beach/Florida betreibt und 2009 und 2010 als Assistenztrainer mit den LA Lakers zweimal NBA-Champion wurde, weckte an der Wesermündung große Hoffnungen.

Aber die Ideen des neuen Beraters aus den USA und auch die Spieler, die Panaggio über seine Agentur nach Bremerhaven lotste, brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg, was darin mündete, dass Eisbären-Trainers Arne Woltmann, vor zwei Wochen wegen ausbleibender Siege entlassen wurde. Mitgesellschafter und Sportdirektor Dan Panaggio fungiert seitdem in Bremerhaven auch als Headcoach.

Die ersten beiden Spiele unter der neuen Führung gegen Braunschweig und in Frankfurt gingen zwar auch verloren, aber in Bremerhaven setzt man darauf, dass der frische Wind und einige Nachjustierungen am Kader helfen, das Steuer herumzureißen. Mit Gilbert Brown wurde ein neuer US-Forward verpflichtet und die Suche nach einem Ersatz für den von Panaggio vor einer Woche entlassenen Shooting Guard Jordan Brangers läuft auf Hochtouren.

Als Leistungsträger im Eisbären-Team haben sich neben dem routinierten US-amerikanischen Guard-Duo Chris Warren und Elston Turner vor allem der kräftige US-Center Keith Benson und Power Forward Darnell Jackson herauskristallisiert. Der vielseitige Jackson wurde 2008 mit Kansas NCAA-Champion, spielte von 2008 bis 2011 in drei Jahren 138 Spiele in der NBA und kam im Sommer von PAOK Saloniki nach Bremerhaven.

Eisbären Bremerhaven: Resultate der letzten vier Wochen
26.12. Frankfurt – Bremerhaven (easyCredit BBL) 84:77 (N) Jackson 19
15.12. Bremerhaven – Braunschweig (easyCredit BBL) 69:87 (N) Turner 20
09.12. Bremerhaven – Würzburg (easyCredit BBL) 85:87 (N) Watten 23

ALBA-Bilanz gegen Bremerhaven
29 Siege – 8 Niederlagen (in BHV/Bremen 16:3)
Bundesliga 20:6 / Pokal 3:1 / Playoffs 6:1
Höchster Sieg: 97:54 am 14. Februar 2016 in Bremen
Höchste Niederlage: 69:80 am 29. November 2015 in Berlin
Quelle: ALBA Berlin Pressestelle

1. FC Union – Testspiel beim FC Basel nicht genehmigt

Das für den 26.01.2019 um 14:30 angesetzte Testspiel des 1. FC Union Berlin gegen den FC Basel kann nicht wie geplant im Basler St. Jakob-Park stattfinden. Die Austragung der Partie wurde dem FC Basel von Seiten der Basler Behörden nicht gestattet. Beide Vereine sind derzeit in Gesprächen über die Austragung der Partie in Berlin.

Der geplante Sonderzug des Eisernen V.I.R.U.S. nach Basel entfällt damit ebenfalls.
Quelle: Hannes Hahn/1. FC Union Berlin

BR Volleys – Jahresabschluss im Tollhaus

© Foto: Eckhard Herfet

Zwei freie Festtage hatte das BR Volleys Team, um nach dem Volleyball-Thriller gegen die SVG Lüneburg im Kreis der Liebsten einmal kräftig durchzupusten. Schon am zweiten Weihnachtsfeiertag bat Cheftrainer Cedric Enard seine Spieler wieder in die Trainingshalle, um sich auf den am morgigen Samstag (29. Dez um 19.30 Uhr) steigenden Jahresabschluss beim TV Rottenburg vorzubereiten.

„Der Sieg war psychologisch wichtig. Aber es gibt in allen Bereichen noch zahlreiche Herausforderungen“, bewertete BR Volleys Manager Kaweh Niroomand das Erfolgserlebnis im letzten Heimspiel des Jahres. Auch wenn die Hauptstädter sich tabellarisch vor der Weihnachtspause nicht mehr verbessern konnten, war das Comeback gegen die SVG Lüneburg (3:2) ein Schritt in die richtige Richtung. Trainer Enard gab den Spielern aus der bisher zweiten Reihe die Möglichkeit zur Bewährung und nach Anlaufschwierigkeiten konnten diese ihre Chance nutzen. Sebastian Kühner schlüpfte in die Führungsrolle, Kyle Russell schulterte die Angriffslast und Moritz Reichert konnte nach seiner Verletzung erstmals die mit ihm verbundenen Hoffnungen erfüllen. Georg Klein, noch ein Reservist, der gegen die „LüneHünen“ zu überzeugen wusste, will in Tübingen genau daran anknüpfen: „Wir haben den von uns eingeforderten Kampfgeist gezeigt. In unserer Situation auf diese Weise zurückzukommen, gibt uns Kraft. Aber gegen Rottenburg wollen wir den Gegner bestenfalls gar nicht erst vorlegen lassen!“

Aus dem Impuls des Sieges soll nun ein Schub werden, der die BR Volleys erfolgreich in das neue Jahr bringt. Ohne Nicolas Rossard, der mit einer Fraktur an der rechten Hand weiterhin ausfällt, wollen die Berliner am Neckar drei Punkte einsammeln. Für die Gastgeber vom TVR kam die Weihnachtspause sicher zur rechten Zeit, um sich neu zu sortieren. Das direkte Duell im Abstiegskampf verloren die Rottenburger zwei Tage vor Heiligabend in Hildesheim bei den Grizzlys mit 0:3. Mit bislang drei Punkten und einem 4:21-Satzverhältnis rangiert die Mannschaft derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Im „Tollhaus der Liga“ erwartet die BR Volleys eine äußerst junge Mannschaft, in der die insgesamt sieben deutschen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Beispielsweise reift in Tim Grozer, dem kleinen Bruder von „Hammerschorsch“ Georg Grozer, ein hochtalentierter Außenangreifer unter den Fittichen von Trainer Müller-Angstenberger heran. Dazu sind die Legionäre Alex Duncan-Thibault (Diagonal) und der 40-jährige Idner Faustino Lima Martins (Außen-Annahme) wichtige Stützen des TVR-Teams. Dem Kontrahenten sowie der stimmungsvollen Atmosphäre in der Paul-Horn-Arena wollen die Hauptstädter von Beginn an den Zahn ziehen „Wenn es uns gelingt, den Schwung und die Energie mitzunehmen, sollten wir gute Karten haben“, vermutet Klein und möchte keinesfalls ein Negativerlebnis zum Ende des Jahres: „Drei Punkte sind das Ziel, um gemeinsam mit unseren Fans guten Mutes in ein neues Jahr starten zu können.“
Christof Bernier

Sieg am Weihnachtsfeiertag – Eisbären beenden Serie der Heimpleiten

Harte Arbeit und eine gehörige Portion Matchglück führten dazu, dass die Eisbären ihren Fans am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Heimsieg auf den Gabentisch legen konnten. In der 59. Spielminute traf Louis-Marc Aubry nach einem genialen Zuspiel von Marcel Noebels ins leere Tor zum 5:3 Endstand. Nach zuletzt fünf Heimpleiten in Folge wurde wieder eine Ehrenrunde gedreht und die Fans sangen oh wie ist das schön. Das hatten sie ja wirklich lange nicht mehr gesehen in der heimischen Arena.

Es begann nach Maß für die Eisbären. Nach 15 Minuten führten sie bereits mit 3:0 durch Treffer von Florian Busch, James Sheppard und Jonas Müller. Im Tor der Gäste erwischte Tomas Pöpperle einen rabenschwarzen Tag und machte nach dem Treffer von Jonas Müller seinen Platz frei für Jaroslav Hübl. Die Gäste von der Nordsee-Küste steckten nicht auf und kamen noch im Anfangsdrittel zum verdienten 1:3 Anschlusstreffer durch Chad Nehring. Er überwand in der 17. Spielminute Maximilian Franzreb im Eisbärentor. Er bekam den Vorzug, dafür saß Kevin Poulin auf der Bank. Franzreb zeigte gute Leistungen im Training und es wurde Zeit für eine Pause des Stammtorhüters, so begründete Stephane Richer diese Maßnahme. Franzreb zeigte eine solide Leistung und musste insgesamt drei Mal hintersich greifen. So nutzten die Gäste in der 28. Minute ein Powerplay und verkürzten den Rückstand auf 2:3.

Im Schlussabschnitt war es ein Blitzstart der Eisbären, die Spieluhr war gerade einmal 19 Sekunden runtergelaufen, da konnte Sean Backman abstauben und den vierten Treffer für die Eisbären erzielen. Vorsichtshalber zogen die Schiedsrichter den Videobeweis zu rate, es war alles regelkonform, das Tor zählte. Es war noch nicht vorbei, die richtig gut aufspielenden Gäste gaben sich nicht so schnell geschlagen und schafften es in der 44. Minute den Puck durch Mark Zengerle im Tor unterzubringen. Im Spiel ging es jetzt rauf und runter. Der Ausgleich für die Gäste lag in der Luft.

Das Matchglück bleib auf Seiten der Eisbären und am Ende stand ein 5:3 Sieg in der regulären Spielzeit. Die unheilvolle Serie von fünf hintereinander verloren Heimspiele wurde beendet. Während des Spiels musste Kapitän Andre Rankel aufgeben. Das Kapitänsamt übernahm Marcel Noebels. Es soll sich um eine Verletzung des Oberkörpers handeln, weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Eisbären sind aktuell mit 49 Punkten auf Platz 8 der Tabelle. Am Freitag, 28.12. steht der schwere Gang zum amtierenden Meister nach München an.

Hans-Peter Becker

DEL
32. Spieltag 26.12.2018 19:00 Uhr MB-Arena Berlin
Zuschauer 13.412

EHC Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 5:3 (3:1/0:1/2:1)

Torfolge:
1:0 6.Min. Florian Busch (Collin Smith) EQ
2:0 12.Min. James Sheppard (Daniel Fischbuch/Martin Buchwieser) EQ
3:0 15.Min. Jonas Müller (Louis-Marc Aubry/Collin Smith) PP1
3:1 17.Min. Chad Nehring (Alexander Friesen/Justin Feser)EQ
3:2 28.Min. Carson McMillan (Mike Hoeffel/Maxine Fortunus) PP1
4:2 41.Min. Sean Backman (Louis-Marc Aubry/Michael DuPont) EQ
4:3 44.Min. Mark Zengerle (Alexander Friesen/Justin Feser)EQ
5:3 59.Min. Louis Marc Aubry (Marcel Noebels/Frank Hördler) empty net

Strafminuten:
Eisbären 8
Bremerhaven 6

Mit großer Moral zum Tiebreak-Sieg

Foto: Eckhard Herfet

5.892 Zuschauer wollten die BR Volleys am Sonntag im letzten Heimspiel des Jahres noch einmal siegen sehen. Nach großen Anlaufschwierigkeiten erfüllten Kapitän Sebastian Kühner & Co. ihren Fans diesen Wunsch auch und feierten nach 0:2-Satzrückstand einen viel umjubelten Tiebreak-Erfolg gegen die SVG Lüneburg (20:25, 26:28, 25:21, 25:22, 15:10).

Kühner und Georg Klein durften in diesem letzten Heimspiel 2018 von Beginn an ran. Mit ihnen gemeinsam standen Nicolas Le Goff, Benjamin Patch, Samuel Tuia, Adam White und Libero Dustin Watten am Netz. Nicolas Rossard fehlte dem Deutschen Meister mit gebrochenem Finger. Verkehrte Welt im ersten Satz: Die BR Volleys schlugen aus ihrer sicheren Annahme (71 % positiv) kein Kapital, während die Gäste aus Lüneburg aus ihrer wiederum schwachen Annahme (29 %) nahezu alle Angriffe in Punkte verwandelten (89 %). Dazu bissen sich die Berliner am bestens eingestellten „LüneBlock“ häufig die Zähne aus (4:5, 8:12, 9:16). Mit den Einwechslungen von Kyle Russell und Moritz Reichert verbesserte sich das Spiel der Gastgeber (20:24) und so durften beide nach verlorenem ersten Satz dennoch weiterhin ran (20:25).

Das BR Volleys Team nahm den Kampf nun an. Russell ließ im „Drückduell“ am Netz die Muskeln spielen (6:5) und Kühner holte gleich zweimal seine gefürchtete „linke Klebe“ heraus (10:9). Auch wenn der Mittelblock kaum ein Mittel gegen Schnellangreifer Baxpöhler fand, wusste Klein zumindest Schlien krachend zu stoppen (14:13). Als es wichtig wurde, patzten erst Reichert und dann Watten in der Annahme und das Momentum kippte (19:21). Nach einem Missverständnis zwischen Kühner und Le Goff hatte Lüneburg Satzball (23:24). Beide Teams hatten in der Folge Chancen, den Durchgang für sich zu entscheiden. Das Glück war nach einem Netzroller-Aufschlag von Sclater aber mit den Gästen (26:28).

Vieles sprach für einen kurzen Volleyballabend, als die „LüneHünen“ im dritten Durchgang zunächst davonzogen (7:9, 13:16). Dann brachte Kühner mit starkem Service die Wende. Der Kapitän verhalf seinem Team zum Ausgleich (16:16) und angetrieben von fast 6.000 Zuschauern drehte Whites Aufschlagsserie das Zwischenresultat (19:17). Der Australier bescherte seinem Team dann auch drei Satzbälle. Sclaters Angriff war zu lang und die Berliner verkürzten auf 1:2 (21:25).

Licht und Schatten wechselten sich im Spiel der BR Volleys weiter ab. Sinnbildlich dafür Russell, der den Ball erst ins Aus legte, dann das Ass schlug und im Anschluss von Kessel geblockt wurde (5:7). Kühner konnte mit einem weiteren Ass erneut ausgleichen und viel Last lag im Angriff nun auf den Schultern von Russell (12:12, 15:15). Mit Hilfe der Netzkante gelang dem Amerikaner ein weiterer Servicewinner (19:18) und das nächste Break gelang dem Heimteam nach einem Scalter-Fehler (23:21). Der Satzausgleich war folgerichtig (25:22)

Den Tiebreak eröffnete Russell mit einem Block und nachdem auch White zupackte, schlug der mittlerweile eingewechselte Jeffrey Jendryk ebenfalls ein Ass (6:4). Kühner schickte sich mit seinem neunten (!) Punkt selbst an die Aufschlaglinie und sorgte für die Vorentscheidung (9:5). Anders als noch im Pokalspiel, gab man das Zepter dieses Mal nicht mehr aus der Hand und Topscorer Russell (25 Punkte) stellte die Weichen endgültig auf Sieg (12:6). Der ebenfalls gute Reichert durfte das Match dann unter stehenden Ovationen des Volleyballtempels beenden (15:10).

„Das war eine gute Reaktion und ein gutes Signal für unser Team. Dieses Resultat stärkt die Mannschaft. Wir hatten ein paar Spiele, bei denen wir am Anfang hinten lagen und uns dann aufgegeben haben. Heute haben wir genau das Gegenteil gemacht und uns aufgebäumt. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und diese positive Energie in die nächsten Spiele mitnehmen“, lobte Reichert die Moral seines Teams. Gleiches betonte Geschäftsführer Kaweh Niroomand: „Es ist gut, dass wir auch so ein Spiel mal gedreht und gewonnen haben, aber es ist trotzdem in allen Bereichen noch reichlich Luft nach oben. Sebastian Kühner hat uns heute viel Energie gegeben und das Team angeführt, das war sehr wichtig.“ Hinzu kam ein letztes Mal im Jahr 2018 die großartige Unterstützung der Fans, die ihrem Team nun beim letzten Spiel des Jahres in Rottenburg (29. Dez. um 19.30 Uhr) weiter die Daumen drücken werden.

Christof Bernier

Niederlage in Aue

Es war nicht der Tag des 1. FC Union. Einen Tag vor dem Heiligen Abend kehrte die Mannschaft mit der ersten Saisonniederlage aus dem Erzgebirge zurück. Das traditionelle Weihnachtssingen wurde wegen der Ansetzung des Spiels extra auf 19:00 Uhr verschoben. Schiedsrichter Sven Jablonski pfiff die Partie pünktlich nach 90 Minuten ab. Eine Nachspielzeit gab es nicht. Die Eisernen hatten verloren, drei Gegentore kassiert, nicht ein einziges selbst geschossen.

Der FC Erzgebirge Aue bot eine taktische Meisterleistung. Daniel Meyer, seit Saisonbeginn Trainer bei den Veilchen aus dem Erzgebirge muss hellseherische Fähigkeiten haben. Er schien zu wissen was sein Kollege Urs Fischer vor hatte. Der 1. FC Köln hatte am Freitag überraschend im eigenen Stadion gegen Bochum verloren. Zeitgleich spielte der HSV in Kiel, warum sollte der dort nicht Federn lassen. Mit einem Dreier im Erzgebirge wäre der Start in die Rückrunde optimal gewesen. Es kam anders und das Spiel könnte zukünftig als Lehrfilm für die Taktikausbildung angehender Fußball-Lehrer dienen.

Urs Fischer wollte mit seiner Aufstellung überraschen. Er brachte zwei Stürmer (Polter und Anderson), auf den offensiven Außenbahnen begannen Hartel und Mees, unterstüzt von Schmiedebach und Zulj auf 6er Position. Taktisch sortiert zu einer 4-4-2 Aufstellung. Es hätte funktionieren können, wenn die Erzgebirgler mit ihrer 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr operiert hätten. Stattdessen setzten sie auf ein 4-3-3 als taktische Antwort. Union sollte das Spiel machen und Aue wollte auf die Kontergelegenheiten lauern.

Bereits nach 6. Minuten begann die Rechnung von Trainer Meyer aufzugehen. Für erfolgreiche Konter braucht es schnelle Spieler. Aues Stürmer Iyoha würde wahrscheinlich auch bei Laufwettbewerben über die 100 m eine gute Figur abgeben. Er war mit dem Ball schneller, als der gewiss nicht langsame Hartel ohne das Spielobjekt. Er lief vom eigenen Strafraum bis zum gegnerischen und brachte den Ball zu Testroet. Ein frühes Gegentor, das war nicht Bestandteil des Matchplans der Eisernen. Angriff auf Angriff rollte auf das Auer Tor zu. Es war ein bisschen Pech dabei, knapp daneben oder ein Verteidiger war zu Stelle, Aue hielt den Kasten sauber.

Das Unheil nahm seinen Lauf als in der 30. Minute Mees im Strafraum einen Blackout hatte, den Ellbogen ausfuhr und die Richtung des Balls änderte. Die Regel mit der Vergrößerung der Körperfläche kam zur Anwendung und eine aktive Bewegung soll auch erkennbar gewesen sein. Es gab Proteste der Berliner. Den fälligen Strafstoß verwandelte Testroet. Da mussten sie im Lager der Eisernen tief durchatmen. Solch eine Situation war neu in dieser Saison. Aue hielt den Vorsprung bis zur Pause.

Die 13.800 Zuschauer sahen ein hochinteressantes Fußballspiel. Für Feinschmecker, die sich Gedanken machen über Raumaufteilung, Stellungspiel und Laufwege bot sich ein erlesenes Taktikmenü. Bereits an der Mittellinie wurden die Unioner von den drei Auer Stürmern angelaufen. Es war Schwerstarbeit für die Eisernen, dazu belastet mit dem Rückstand von zwei Toren.

Nach der Halbzeitpause stellte Aue taktisch um und spielte jetzt mit einem 4-4-2 System. Union bekam noch größere Probleme. Bereits nach einer Stunde hatte Urs Fischer von Mees und Zulj genug gesehen und nahm einen Doppelwechsel vor. Die Zeit lief ihnen davon. In der 70. Minute kam Gogia für Hartel, vielleicht ein Dribbling im Strafraum, eine Einzelaktion die zu einem Tor führt. Stattdessen beschenkte Testroet die Zuschauer mit einem Tor der besonderen Art. Mit einem sehenswerten Seitfallzieher sorgte er in der 74. Minute für Entscheidung.

Mit der ersten Saisonniederlage rutschen die Eisernen auf Platz vier der Tabelle ab. Schade, da auch der HSV in Kiel verlor, hätten sie den Abstand verkürzen können.

Weiter geht es am Donnerstag, 31.01.2019, es kommt der 1. FC Köln in die „Alte Försterei“.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

  1. Fußball-Bundesliga 18. Spieltag 23.12.2018 13:30 Uhr

FC Erzgebirge Aue:
Männel – Rizzuto, Cacutalua, Breitkreuz, Kusic – Fandrich, Hochscheidt, Riese – Krüger (75. Wydra), Testroet (80. Baumbart), Iyoha (90. Herrmann)

1. FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Hübner, Reichel – Schmiedebach, Zulj (61. Kroos) – Hartel (70. Gogia), Andersson, Mees (61. Abdullahi) – Polter

Schiedsrichter: Sven Jablonski, Jan Seidel, Jan Neitzel-Petersen, Tim Skorczyk

Zuschauer: 13 800

Tore: 1:0 Testroet (6.), 2:0 Testroet (30. FE), 3:0 Testroet (74.)

 

Alle Jahre wieder – in eigener Sache

Foto: © Hans-Peter Becker

Das Jahr 2018 ist dabei sich zu verabschieden. Das letzte Türchen des Adventskalenders wird bald geöffnet werden und die Weihnachtsruhe kehrt ein. Hinter unserer Redaktion liegt ein ereignisreiches Sportjahr. Wir haben für unsere Leser berichtet und kommentiert, wobei das Sportgeschehen in Berlin im Vordergrund stand. Im kommenden Jahr werden wir selbstverständlich wieder auf den Sportplätzen und -hallen unterwegs sein, um möglichst authentisch berichten zu können.

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit den Berliner Vereinen, hoffen, dass es so bleibt. Für unsere Eigenberichterstattung ist es uns sehr wichtig, eigene Korrespondenten vor Ort zu haben.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünschen wir unseren Lesern und Partnern ein paar besinnliche Tage und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie uns gewogen und vor allem bleiben sie gesund. Dazu ein Tipp vom Chefredakteur: Selber Sport treiben hilft dabei ! Es ist ja wieder die Zeit der guten Vorsätze.

Christian Zschiedrich
Chefredakteur

Hans-Peter Becker
Redakteur

Hertha enttäuschte und blieb in Leverkusen zu passiv

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto: Hans-Peter Becker

Wenn man den Worten vor der Partie hätte trauen wollen, Hertha schien recht siegessicher zu sein. Das kann aber auch nach hinten losgehen, nur Erwartungen zu wecken. Selbstvertrauen ist ja gut und schön, wenn Taten folgen. Stattdessen aber konnten die Leverkusener mit dem durchaus verdienten und leistungsgerechten 3:1-Erfolg mit den Berlinern in der Tabelle Platz 8 und 9 gleichziehen. Hertha BSC bleibt in der Tat eine Mannschaft fürs Mittelmaß und das Gefühl, mit einer Niederlage in die Winterpause zu gehen, ist keinesfalls erhebend, sowohl für das Team als auch oder gerade für die Anhänger. Oh wie Recht hat doch mein Nachbar: „Hertha zeigt gegen kleine und Gegner im Mittelfeld nie wirklich eine große Leistung. Schade, sonst wär viel drin in dieser Saison (gewesen)“!

Pal Dardai vertraute folgender Startelf: Jarstein – Lazaro, Lustenberger, Torunarigha, Plattenhard – Darida, Maier – Leckie, Duda, Mittelstädt – Selke. Die Wechsel: Pekarik (54.) für Leckie, Köpke (70.) für Mittelstädt und Ibisevic (75.) für Darida. Der Hertha-Coach stellte also seine Grundausrichtung von 4-4-2 mit Mittelfeldraute auf 4-2-3-1 um. Bis zur verletzungsbedingten, ersten Auswechslung ließ Hertha knapp sieben Minuten verstreichen – und diese Überzahl nutzte Leverkusen. Ein Desaster.

Die Torfolge:  1:0 (6.) Volland, 2:0 (23.) Havertz, 2:1 (26.) Torunarigha, 3:1 (49.) Havertz.

Hertha wurde zu Beginn beider Spielhälften kalt erwischt. Beim zweiten Tor konnte Jarstein einen unglücklich aufsetzenden Rückpass von Torunarigha nicht kontrollieren. Hertha wachte in beiden Durchgängen zu spät auf. Brandt verpasste bei einem Konter die vorzeitige Entscheidung (63.). Der eingewechselte Köpke setzte in der 73. Minute den Ball nur um Zentimeter am Pfosten vorbei.  Hradecky verhinderte mit einer starken Parade im Eins-gegen-eins gegen den durchgebrochenen Selke den Anschluss. Auf der Gegenseite vereitelte Lustenberger (81.) im Anschluss an eine Ecke mit einer spektakulären Rettungstat auf der Linie das mögliche 4:1 (80.) durch Dragovic.

Die Hertha hat am 19. Januar 2019 den 1. FC Nürnberg zu Gast.

Christian Zschiedrich

Zum Jahresabschluss nach Aue

Das Erzgebirge gilt als das Weihnachtsland und im Erzgebigsstadion zu Aue werden die Eisernen das Fußballjahr beenden. Das Kartenkontingent für den Gästeblock dürfte ausgeschöpft sein. Teil eins des vierten Adventssontag ist das Spiel zum Beginn der Rückrunde. Das Hinspiel zum Saisonauftakt gewannen die Eisernen durch einen Lastminute-Freistoßtreffer von Felix Kroos glücklich mit 1:0. Eine Wiederholung dürfte gern folgen. Es wird nicht einfach werden. Der FC Erzgebirge ist seit drei Spieltagen in Folge ungeschlagen und ließ aufhorchen durch einen 5:0 Auswärtserfolg in Fürth. An Selbstbewußtsein wird es den Erzgebirglern nicht mangeln. Mit 19 Punkten haben sie die Hinrunde abgeschlossen, damit liegen sie in ihrem Saisonfahrplan.

Beim 1. FC Union ist es genauso, der vorgegebene Plan wurde eingehalten, keine Niederlage wurde in der Hinrunde kassiert. Der Jahresabschluss kann spannender nicht sein. Beide Trainer haben wenig Personalsorgen. Urs Fischer hat wieder die Qual der Wahl und muss wieder Profis zu Hause lassen, die in anderen Vereinen kaum Probleme hätten, in der Startelf zu stehn. Den kompletten Kader bei Laune zu halten ist bei sportlichem Erfolg keine leichte Aufgabe. Ein Spieler hat sich dann doch geäußert, das er nicht zufrieden ist. Die Rede ist von Simon Hedlund, der in der vergangenen Saison in 31 Spielen eingesetzt wurde. In der aktuellen Saison stand er elf Mal im Kader. Wird es in Aue sein zwölfter Einsatz. Es soll Gerüchte geben, dass er seinem ehemaligen Trainer Jens Keller nach Ingolstadt folgen könnte.

Die Eisernen müssen ein Rezept finden, die Auer 5er Kette in der Abwehr zu knacken. Die Veilchen werden zudem den Berlinern viel Ballbesitz gestatten und auf Umschaltsituationen hoffen. Welches Team legt seinen Anhängern am Tag vor Weihnachten einen Sieg auf den Gabentisch? Nach dem Spiel werden sich Akteure und Schlachtenbummler beeilen, schnell nach Berlin zurückzukommen. Um 19:00 Uhr wird in der Wuhlheide die Mutter aller Weihnachtssingen beginnen. Das Spiel in Aue beginnt um 13:30 Uhr und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Sven Jablonski stehen. Er ist in dieser Saison fast so etwas wie ein Stammschiedsrichter, er pfiff bereits die Partien gegen St. Pauli und Dynamo Dresden.

Hans-Peter Becker