Game over – Eisbären verlieren letztes Saisonspiel

Eine gesamte Saison im Eishockey kann für eine Mannschaft am letzten Spieltag zur Makulatur werden, Schuld daran hat das Playoff-System. Nur die besten Zehn dürfen weiterspielen. Der noch amtierende Meister aus Berlin zählte in der Hauptrunde, wo es um die Punkte geht, selten zu diesem Kreis der Auserwählten. Eine kleine Chance blieb am 60. Spieltag. Die Eisbären mussten ihr Spiel gegen Schwenningen gewinnen und Aufsteiger Frankfurt sollte verlieren und möglichst keinen Punkt mehr holen. Beide hatten Gegner vor der Brust, für die es um nichts mehr ging. In Berlin waren die Schwenninger mit Harold Kreis jenseits von Gut und Böse und in Frankfurt spielten die Augsburger, die wohl nach Lage der Dinge die Liga verlassen müssen.

Es galt nicht nur auf das Eis in der Berliner Arena zu schauen, genauso interessant war der Blick auf den Zwischenstand aus Frankfurt. Er wurde, wie üblich, pro Drittel einmal bekannt gegeben und es war zu beobachten, dass die Blicke der Eisbärenspieler sehr interessiert auf den Videowürfel gerichtet waren. In Berlin verging das erste Drittel torlos und in Frankfurt stand nach den ersten zwanzig effektiven Spielminuten ein 1:1 auf der Anzeigetafel. Die Eisbären bissen sich die Zähne am Schwenninger Goalie Joacim Eriksson aus.

Der Mittelabschnitt brachte die Arena zum Beben. Die Eisbären gingen in Führung und die Augsburger in Frankfurt ebenso. Matt White war der Torschütze, vorbereitet von Alexandre Grenier, der einen kapitalen Fehler vom Schwenninger Verteidiger William Weber ausnutzte. Nur eine Minute später traf Yannick Veilleux zum 2:0. Seinen Schuss konnte Eriksson zunächst abwehren, den Abpraller verwandelte er artistisch im Liegen. In Frankfurt ging Augsburg in Führung, kurz vor dem Drittel-Ende glichen die Frankfurter aus und die Eisbären kassierten in Unterzahl in der 37. Minute das 1:2. Die Spink Brüder hatten für Schwenningen zugeschlagen. Tylor legte auf Tyson.

Vor dem letzten Drittel war immer noch nichts entschieden, es wurde ein Wechselbad der Gefühle. Der Partycrusher kam in der 48. Minute, der Ausgleich für Schwennigen durch Carl Neill. In Frankfurt und in Berlin stand es 2:2. Das Momentum kippte in den verbleibenden zehn Spielminuten etwas mehr auf die Seite der Schwenninger und sie erzielten in einer empty net Situation den Treffer zum 3:2. Den Eisbären gelang nur 10 Sekunden später das 3:3 und auch in Frankfurt stand es 3:3 zu diesem Zeitpunkt.

Das Spiel ging die Verlängerung und damit war das Aus für diese Saison für die Eisbären besiegelt. Zwei Punkte wären zu wenig gewesen. Erstmals seit 2001 sind sie nicht in den Playoffs vertreten. So ganz überraschend kommt das frühe Aus nicht, zu instabil präsentierten sich die Eisbären. Marcel Noebels fand gewohnt deutliche Worte nach dem Spiel. So ließ er durchblicken, dass die Arbeitsmoral wohl nicht immer gestimmt habe. Die Enttäuschung ist jetzt groß.

Die ausverkaufte Arena feierte trotzdem und schließlich ist nach der Saison ja immer vor der Saison. Und auf ihre Fans können sich die Eisbären verlassen, wenn sie jetzt auch über 6 Monate auf das nächste DEL-Spiel warten müssen.

Hans-Peter Becker

Alles ist klar vor Spandaus vorletztem Hauptrundenmatch

Im Bundesliga-Wasserball der Männer sind zwei Wochen vor Abschluss der Hauptrunde fast alle Messen für den Fortgang bereits gelesen. Spandau ist die Führung sicher, denn mit 12 souveränen Siegen in 12 Partien hat das Team keinen Punkt verloren.

Die noch offenen Begegnungen muss der Spitzenreiter selbstverständlich dennoch absolvieren.

Eigentlich stünden noch drei Begegnungen an (Esslingen, ASC Duisburg, Waspo Hannover). Doch die Berliner haben die Partei gegen Duisburg per vorgezogenen Termin bereits erfolgreich hinter sich gebracht (23:5).

In Esslingen ist die David kontra Goliath-Konstellation die denkbar größte. Der A-Gruppen-Achte mit einem Pünktchen auf der Habenseite nach dem 11:11-Heimremis gegen den OC Potsdam und zuvor zehn Niederlagen (Torbilanz 80:147) empfängt die Wasserfreunde (24:0 P. / Torbilanz 271:66). Dass Spandau die Partie als lockeren Betriebsausflug gen Süden nimmt, kann nicht erwartet werden, aber nach den jüngsten Herausforderungen darf man die Aussage „Wir wollen Tore schießen und Spaß haben“ durchaus für bare Münze nehmen.

Nach dem Gastspiel in Esslingen an diesem Samstag steht dann nur noch das zwar bedeutungsfreie, aber psychologisch hochbrisante Prestigeduell am 18. März (16 Uhr) bei Titelverteidiger Waspo Hannover an.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Sapndau 04

Wasserball Bundesliga

2022/2023

Gruppe A, 12. Spieltag

04. März 2023

SSV Esslingen – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 16.00 Uhr

Spielort: Sportpark Neckarpark, Leonore-Volz-Str. 2, 70372 Stuttgart

Spandau will auch den Spitzenreiter wanken lassen

Der 9. Spieltag der Champions-League-Hauptrunde ist für die Wasserfreunde Spandau 04 einer im Zeichen der Bestätigung neuer Stärke. Am 17. Februar haben die Berliner das Kunststück vollbracht, bei Jug Dubrovnik mit 13:11 zu gewinnen und sich wieder ins Rechenspiel um die vier Final 8-Plätze zu bringen. Schade nur, dass im Königswettbewerb nun gleich eine womöglich noch härtere Nummer folgt. Wiederum auswärts ist am Dienstag (20.30 Uhr) in der Lombardei mit AN Brescia der Spitzenreiter des Oktetts der Gegner, dessen Bilanz mit sieben Siegen und nur einer Niederlage gegen Vorjahres-CL-Vize Novi Beograd für 21 Zähler reicht. Spandau ist mit acht Punkten Fünfter und liegt drei Zähler hinter Dubrovnik (11). In der Champions League werden Siege mit drei Punkten honoriert.

Brescia absolvierte die Hinrunde souverän und geriet kaum einmal ins Wanken. Allerdings war das beim Auftakt der Rückrunde anders. Während Spandau bei Dubrovnik sensationell siegte, mühte sich Brescia im Heimbecken zum 15:13 gegen Tabellen-Schlusslicht CN Marseille. Das Momentum, könnte man meinen, spricht damit nicht unbedingt gegen die Gäste. Vor allem haben sich die Wasserfreunde über die Reihe von respektablen (wenn auch zunächst noch knapp verlorenen) Auftritten ein neues Selbstwertgefühl erarbeitet. Für die Auseinandersetzung mit dem Spitzenreiter kann das eine wichtige Rolle spielen.

Gestern absolvierten die Spandauer noch eine Trainingseinheit und ein Spiel vor der Abreise in die Lombardei.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League, Hauptrunde Gruppe B

28. Februar 2023

AN Brescia – Wasserfreunde Spandau 04

Spiel 9

Spielbeginn: 20.30 Uhr

Spielort: Centro Natatorio Mompiano, 25133 Brescia, Italien

Bundesliga

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam 19:4 (4:1, 7:0, 4:1, 4:2)

Sieg und Niederlage im Berliner Profifußball

Spieltage, an denen die Eisernen verlieren und Hertha gewinnt, sind selten in dieser Saison. Erst zweimal in dieser Spielzeit war das der Fall, am 15. Spieltag und eben am gerade absolvierten 22. Spieltag. Die „Alte Dame“ verschaffte sich etwas Luft im Abstiegskampf und wiederholte das Hinspielergebnis. Mit einer 0:2 Niederlage wurde der FC Augsburg nach Bayern zurückgeschickt. Über die Qualität des Geschehens auf dem Rasen, vor allem in der ersten Halbzeit, legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Nach der Pause fielen die so wichtigen Tore durch Marco Richter und Dodi Lukebakio. Die über 40.000 Zuschauer wurden alles andere als mit Fußballkunst verwöhnt, schlussendlich wurden sie mit dem Sieg entschädigt. Hertha verlässt damit die Abstiegsränge. Wie bitter nötig dieser Sieg war, zeigt ein Blick in den Tabellenkeller. Der Tabellenletzte ist nur mit vier Punkten Rückstand entfernt, die Entscheidung, wer bleiben darf oder gehen fällt wohl erst an den drei letzten Spieltagen. Spätestens am 27. Mai gibt Gewissheit, bis dahin müssen weiter fleißig Punkte gesammelt werden.

Die Eisernen reisten zum Spitzenspiel nach München, waren mit den Bayern punktgleich und bekamen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Chef-Trainer Urs Fischer: “Das war deutlich und ich glaube auch in der Höhe verdient. Bayern war heute zwei bis drei Klassen besser. Besonders die Tore zum 0:2 und 0:3 ärgern mich ein wenig, da waren wir nicht zwingend genug. Ansonsten gehen wir mit einem 0:1 in die Pause und können nach dem Seitenwechsel vielleicht etwas holen. Durchgang zwei konnten wir zumindest ausgeglichen gestalten. Meine Jungs haben in den letzten Wochen viel Gutes geleistet, da kann man jetzt auch mal eine Niederlage akzeptieren.” Alles andere, als diese deutliche Niederlage wäre überraschend gewesen. Man spielt auch mal über seinen Möglichkeiten und es ist nicht alle Tage Sonntag. Wenn es am Ende wieder ein Platz unter den ersten Sechs der Tabelle wird, haben sie viel erreicht. Zudem sind sie ja noch zwei weiteren Wettbewerben vertreten und haben im Gegensatz zum Stadtrivalen den Klassenerhalt längst gesichert.

Hans-Peter Becker

Der Pokal geht nach Berlin

Die Berlin Recycling Volleys sind zum sechsten Mal DVV-Pokalsieger! Nach dem Bounce House Cup konnte der amtierende Deutsche Meister den zweiten Titel der Saison einfahren und gewann dabei vor 9.175 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena mit 3:1 (22:25, 25:17, 25:15, 25:18) gegen die SWD powervolleys Düren. Nach einem Fehlstart bewiesen die Berliner große Moral sowie mentale Stärke und konnten das Match noch umbiegen.

Fokussiert und energiegeladen starteten die BR Volleys zunächst in das Endspiel von Mannheim. Saso Stalekar konnte sich zwar nur das Libero-Trikot überstreifen (Wadenzerrung), aber auch auf Dürener Seite war mit Erik Röhrs ein wichtiger Akteur nicht einsatzfähig. Stattdessen erzielte Anton Brehme den ersten Punkt des DVV-Pokalfinals 2023 und die Powervolleys hatten offensichtlich länger mit der Anfangsnervosität zu kämpfen (6:2). Jedoch arbeiteten sich die Rheinländer ins Spiel und konnten das Match zügig ausgeglichen gestalten (8:8). Sebastian Gevert glänzte mit einer Aufschlagserie und erstmals gerieten die Berliner an diesem Abend unter Druck (9:12). Hannes Tille hatte seinerseits zunächst die passende Antwort parat (12:12), aber insgesamt sorgten die Dürener mit ihrem Service für mehr Gefahr (13:17). Auch die Wechselspiele liefen im ersten Satz zugunsten der Dürener und so servierte Eric Burggräf das Ass auf Cody Kessel (17:21). Zu viele Berliner Fehler sorgten schließlich für den ersten Satzgewinn des Bundesligadritten (22:25).

Tille blieb auch in Durchgang zwei Derjenige, nach dessen Aufschlägen die BR Volleys Breaks  sammeln konnten (5:0). Erneut hatten die Männer in Orange Probleme, ihren Vorsprung zu verteidigen (11:10), doch die Hauptstädter wurden vor allem in Annahme und Angriff sicherer (17:12). Düren bekam die Bälle nicht mehr auf den Boden und Kessel war wieder in der “Crunchtime“ auf der Platte. Der US-Amerikaner stopfte den Ball zum Satzausgleich in des Gegners Hälfte (25:17). Nun waren die BR Volleys endgültig in Mannheim angekommen. Die Berliner wurden immer präsenter im Block, sowohl Brehme (11:8) als auch Mote (17:12) griffen sich die Dürener Angriffe im dritten Satz. Nach einer Schrecksekunde um die Wade von Libero Satoshi Tsuiki wurde es kurzzeitig still in der großen Arena, der Japaner plagte sich aber “nur“ mit einem Krampf. Dem Australier Mote gelang in der Folge alles in Angriff und Block (22:14) und längst war auch Marek Sotola voll auf Betriebstemperatur. Während Tsuiki in der Auswechselzone weiter behandelt wurde, stand Mote am Service und wieder vollstreckte Kessel zum nächsten Satzgewinn (25:15). Den Powervolleys war nun ein Stück weit der Zahn gezogen.

Tsuiki biss deutlich sichtbar auf die Zähne und stand damit stellvertretend für den unbedingten Willen der Berliner, den Pokal zum sechsten Mal an die Spree zu holen. Die Schnellangreifer sammelten weiter Punkt um Punkt (8:4). Außerdem sah Co-Trainer Lucio Oro den Dürener Übertritt und ließ sich anschließend für die erfolgreiche Video-Challenge zu Recht feiern (15:11). Angetrieben vom lautstarken orangen Fanblock und mehr als 300 Fans ließen die Berliner nichts mehr anbrennen (19:15).  Sotola beendete zum wiederholten Mal in dieser Saison ein Match per Ass und der Jubel kannte anschließend keine Grenzen.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben im ersten Satz so viele Fehler gemacht, dass ich fest daran geglaubt habe, das Spiel noch zu drehen, wenn wir diese abstellen. Das ist uns gelungen. Wir mussten erst den Druck abschütteln. Ich bin stolz auf dieses junge Team, wie es diese Situation gemeistert hat. Das war ein großer Schritt in der Entwicklung der Mannschaft. Nehemiah Mote war einer der überragenden Akteure heute, aber alle haben ihren Job gemacht. Jetzt darf gefeiert werden!“

Kaweh Niroomand: „Wir haben im Sommer viele wichtige Spieler verloren und es ist einfach großartig, wie diese Mannschaft sich neu gefunden und das kompensiert hat. Die flachen Hierarchien machen dieses Team stark und jeder wächst in seine Verantwortung rein. Die Entwicklung ist überaus positiv und dieser Tag ein toller Erfolg. Das mit unseren Fans nun gemeinsam genießen zu können, ist großartig.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Adam Kowalski, Antti Ronkainen

Topwerte
Sotola 22 Punkte, 3 Blocks | Carle 17 Punkte | Mote 15 Punkte, 3 Blocks | Tsuiki 80 % Annahme

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Souveräner Auftritt – Füchse besiegen MT Melsungen 35:25

Die Füchse bleiben auch im dritten Bundesliga-Spiel nach der WM-Pause auf Kurs. Nach den Partien beim Aufsteiger Hamm-Westfalen und gegen die abstiegsbedrohte HSG Wetzlar sollte die MT Melsungen der erste wichtige Prüfstein für die Berliner werden. Die nahmen die Aufgabe gegen den Tabellen-7. hoch konzentriert in Angriff. Nach zehn Minuten war eine zwei-Tore-Führung herausgeworfen, die im Laufe der ersten Hälfte ausgebaut wurde – 10:6/15.

Besonders Paul Drux konnte sich dabei mit seiner Körperlichkeit gegen die kompakte Abwehr der Melsunger mehrfach gut in Szene setzen. Drei seiner vier Tore erzielte der Kapitän in der ersten Viertelstunde der Partie. Die Gäste wehrten sich nach Kräften, konnten jedoch das Fehlen eines Linkshänders im rechten Rückraum nicht kompensieren. Auch den Nationalspielern Timo Kastening und Julius Kühn merkte man die nach langer Verletzungspause fehlende Spielpraxis deutlich an.

Nachdem die MT ( Melsunger Turngemeinde ) auf einen Treffer verkürzt hatte – 11:10/22., reagierten die Füchse. Fabian Wiede und vor allem Milos Vujovic wurden eingewechselt und brachten neuen Schwung ins Spiel. Mit 17:13 ging es in die Pause. Danach versuchte die Gäste aus Hessen, mit einer offensiveren Deckung mehr Zugriff auf das Spiel zu gewinnen. Dies scheiterte jedoch an den aufmerksamen Gastgebern, bei denen besonders Linksaußen Vujovic zu großer Form auflief. Mit zehn Toren war der Montenegriner erfolgreichster Füchse-Werfer. Nach diesem Auftritt könnte sich sein Abschied zum Saisonende noch als echter Verlust erweisen. Eigengewächs Tim Freihöfer wusste nämlich auch gegen Melsungen nicht zu über-zeugen.

Da die Gäste im Verlauf der zweiten Spielhälfte stark abbauten, konnten die Berliner das Spiel nach Belieben dominieren. Den Gastgeber gelangen zum Teil spektakuläre Zuspiele und sehenswerte Tore. Dabei zeichneten sich Weltmeister Mathias Gidsel und auch die Kreisläufer Mijajlo Marsenic und Max Darj aus. Auch beide Füchse- Torhüter (Milosavljew/Kireew) überzeugten mit ihren Paraden. Einzig Rechtsaußen Robert Weber dürfte etwas hadern. Der Neuzugang scheiterte einige Male aus dem Spiel heraus und auch einmal vom Sieben-Meter-Punkt. Das fiel jedoch nicht inms Gewicht. Am Ende stand mit dem 35:25 ein deutlicher Sieg nach überzeugendem Auftritt. Die Füchse scheinen gerüstet für das Spiel gegen den Deutschen Meister. Am nächsten Sonntag, 5. März 2023 steigt die Partie beim SC Magdeburg.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 2, Darj 3, Holm 2, Gidsel 4, Freihöfer 1, Vujovic 10, Weber 2/1, Marsenic 7, Drux 4,

Herbert Schalling

Eisbären besiegen Ingolstadt – Playoff Chancen bleiben intakt

Mit dem späten Wintereinbruch kam auch das Erfolgseishockey des amtierenden Meisters zurück. Zum Ende der Hauptrunde müssen die Eisbären bereits in den Playoff-Modus schalten, um nicht die Saison nicht nur als Zaungast der selbigen zu beenden. Die Arena am Ostbahnhof war am letzten Sonntag im Februar ausverkauft und die Eisbären ließen keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie die Restchance nutzen wollten. Die Eisbären bestritten das letzte Spiel des Tages und die Ergebnisse der anderen Partien gaben Hoffnung. Mit einem Sieg gegen den aktuellen Tabellenzweiten würden sie bis auf 3 Punkte an den zehnten Platz in der Tabelle heran rutschen.

Das 1. Drittel entschieden die Eisbären mit 2:0 für sich. Der erste Treffer der Partie war ein schräges Ding. Der Schuss von Leonard Pföderl auf die kurze Torwartecke rutschte dem Ingolstädter Goalie Kevin Reich durch den Schoner. So geschehen das Ganze in der 12. Spielminute. In der 18. Minute erhöhten die Bären auf 2:0, Marcel Noebels verwandelte einen Penalty. Im Eishockey muss ja der gefoulte Spieler selbst die Ausführung übernehmen. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause.

Die Ingolstädter waren nicht angereist, um hier brav die Punkte abzuliefern. In der 25. Minute nutzten sie einen Fehlpass der Eisbären für den Anschlusstreffer. Der Spieler mit der Nummer 67 im Ingolstädter Trikot, Marko Friedrich war der Profiteur, gegen seinen Alleingang konnte der Eisbären-Goalie Tobias Ancicka nichts ausrichten. Zum Glück konnten nur zwei Minuten später die Eisbären den alten Abstand wieder herstellen. Manuel Wiederer fälschte einen Schuss Marco Nowak unhaltbar für den Goalie ab. Im Mittelabschnitt mussten die Eisbären eine fast vierminütige Unterzahl überstehen. Goalie Ancicka steigerte sich von Minute zu Minute, seine ansteigende Formkurve kommt zur rechten Zeit. Das Goalie-Experiment wurde im Zusammenhang mit der Saisonbilanz vielfach kritisiert.

Im Schlussabschnitt sorgte ein weiterer Eisbärentreffer für Beruhigung. Ein Treffer von Zachary Boychuk stellte in der 44. Minute das Ergebnis auf 4:1. Alle Eisbärentreffer fielen bis dahin bei voller Besetzung. Eine Powerplay-Chance konnte sie nicht nutzen. Dafür konnten sie ab der 54. Minute ihr Unterzahlspiel trainieren. Ingolstadts Trainer Mark French nahm den Goalie vom Eis. In der dieser Phase musste Eisbären-Kapitän Frank Hördler verletzt das Eis verlassen. Den Sieg endgültig in Sack und Tüten brachte in der 56. Minute Yannick Veilleux. Sein Schuss, abgegeben von der Höhe des eigenen Tores, fand den weiten Weg in das verwaiste gegnerische Tor. Das 5:1 war dann auch das Endergebnis. Die 12.992 Zuschauer in der Arena feierten anschließend ihre Mannschaft gebührend.

Bereits am Dienstag, 28.02.2023 geht es für die Eisbären in Bremerhaven weiter. Die Hoffnung lebt weiter.

Pokalfinale: Ein neues Kapitel

Nach der erfolgreichen Verteidigung der Tabellenführung in der Volleyball Bundesliga beginnt für die BR Volleys am heutigen Montag die einwöchige Vorbereitung auf das große DVV-Pokalfinale (26. Feb um 14.00 Uhr). Vor dem nunmehr vierten Auftritt in Mannheim ist die Bilanz der Berliner positiv: Zwei glanzvollen Siegen steht eine bittere Niederlage in der SAP Arena gegenüber. Am Sonntag wird die Pokalgeschichte nach dem Match gegen die SWD powervolleys Düren um ein weiteres Kapitel reicher sein.

Dass sich die SCC Volleyballer/BR Volleys viele Jahre lang mit dem DVV-Pokal schwer taten, ist kein Geheimnis. Nach drei Titeln (1994, 1996 und 2000) erlebten die Berliner und ihre Fans eine lange Durststrecke, bis bei der Premiere in Mannheim im Jahr 2016 die begehrte Trophäe endlich wieder in die Hauptstadt geholt werden konnte. Zuvor war Halle (Westfalen) von 2006 bis 2015 das „Pokal-Mekka“, dann trat die SAP Arena an die Stelle des Gerry Weber Stadions. Beim ersten Aufschlag vor sieben Jahren pilgerten direkt 12.000 Volleyballfans nach Mannheim und die legendäre Triplesieger-Mannschaft um Kapitän Robert Kromm spielte stark auf. Nehemiah Mote musste, damals noch im Trikot des TV Ingersoll Bühl, die Überlegenheit des Kontrahenten anerkennen. Das BR Volleys Team siegte mit 3:0 bei lediglich 47 gegnerischen Punkten und brach damit den zuvor 16 Jahre dauernden Bann. Damals durfte auch Ruben Schott mitjubeln, auf den nun seine dritte Finalteilnahme wartet.

Ein Jahr später liefen die Berlin Recycling Volleys erneut in der SAP Arena auf, diesmal gegen den Rekordpokalsieger aus Friedrichshafen. Das VfB-Team von Coach Vital Heynen war in jener Saison 2016/2017 bis zum Playoff-Finale das Maß der Dinge und auch Ende Januar im Pokalfinale noch zu stark für die Hauptstädter. In einem hochklassigen Endspiel mit drei Satzverlängerungen zogen die Männer von der Spree letztlich mit 1:3 den Kürzeren.

Nachdem man anschließend zweimal ebenso vorzeitig wie bitter ausgeschieden war, ging im Jahr 2020, in der zweiten Saison mit Trainer Cedric Enard der Traum vom Finaleinzug wieder in Erfüllung. Erneut waren mehr als 10.000 Zuschauer live dabei, als die BR Volleys in eindrucksvoller Manier die SWD powervolleys Düren mit 3:0 besiegten. Benjamin Patch, Sergey Grankin und Samuel Tuia liefen in Mannheim zur Höchstform auf und boten auf großer Bühne eine ebenso große Show.

Bei der nun bevorstehenden Neuauflage sind neben dem Trainerteam nur noch Adam Kowalski und Cody Kessel im BR Volleys Kader übriggeblieben. Auf Dürener Seite können insgesamt sieben Spieler von damals einiges an Motivation für die Revanche ziehen. Headcoach Enard schwelgt zwar auch gern in Erinnerungen, denkt jedoch im Hier und Jetzt: „2020 war für uns alle ein großartiges Erlebnis, aber für das Duell in diesem Jahr zählt das nichts. Wir haben jetzt eine komplett andere Mannschaft, die ihren eigenen Sieges- und Erfolgshunger entwickelt hat. Das wollen wir in Mannheim beweisen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Sebastian Wells

Tabellenführung klar behauptet

Die BR Volleys haben ihre Spitzenposition in der Zwischenrunde der Volleyball Bundesliga wieder gefestigt. Gegen einen personell geschwächten VfB Friedrichshafen brachten die Berliner eine starke Leistung auf den Court und siegten ohne Umwege 3:0 (25:19, 25:20, 25:20). 5.284 Zuschauer wollten sich das Duell der frischgebackenen Champions-League-Viertelfinalisten in der Max-Schmeling-Halle nicht entgehen lassen und sahen, wie MVP Johannes Tille dem Match seinen Stempel aufdrückte.

Zwei Veränderungen nahm Headcoach Cedric Enard gegenüber dem Marathonmatch am Mittwoch gegen Ankara vor – eine notgedrungen, eine gezielt. Nehemiah Mote bekam im Mittelblock die Chance, sich zu beweisen, und anstelle von Ruben Schott (Kniereizung) nahm Cody Kessel für den Deutschen Meister an. Mit dem US-Amerikaner starteten die BR Volleys schwungvoll und Kessel selbst konnte sich im Angriff gleich mehrfach durchsetzen (8:4). Friedrichshafen zeigte mehr Verschleißerscheinungen, standen die Häfler doch vier Tage zuvor ebenfalls fünf Sätze in der Königsklasse gegen Tours VB auf der Platte.  So konnte Kessel mit einem Ass glänzen (10:4) und der Deutsche Meister schlug durch die Bank bärenstark auf (15:6, 19:10). Beide Mannschaften hielten auch lange Ballwechsel für das Publikum im Volleyballtempel bereit, doch das bessere Ende hatten meist die Berliner (25:19).

Mit Tille am Aufschlag und einem 5:0-Lauf eröffnete das Heimteam auch den zweiten Satz mit einem Statement. Anschließend sah sich Mark Lebedew gezwungen zu reagieren und setzte auf Tim Peter anstelle des glücklosen Luciano Vicentin. Die Häfler bekamen ihre berüchtigte Blockstärke an diesem Abend allerdings nicht auf die Platte, stattdessen blockte Anton Brehme krachend gegen Nedeljkovic (15:9). Die Männer in Orange kontrollierten auch diesen Durchgang (21:16) und Timothée Carle durfte ihn aus dem Hinterfeld beenden (25:20).

Acht zu null Asse zugunsten der BR Volleys standen nach zwei Sätzen zu Buche und auch im Block lag Berlin vorn (4 – 1). Aber Friedrichshafen fand noch einmal neue Energie und konnte Druck aufbauen (8:10). Dann zog sich Peter eine wohl schwerere Verletzung am rechten Sprunggelenk zu. Damit mussten die Gäste, die bereits ohne Cacic, Böhme und Pekovic angereist waren, den nächsten bitteren Rückschlag verkraften. Weil Marek Sotola im Angriff rollte, gelang den Hauptstädtern der Ausgleich (13:13) und pünktlich zur “Crunchtime“ auch der Führungswechsel (21:19). Dabei profitierten die Hausherren von zwei Fehlern von Ziga Stern und einem Block von Kessel (23:19). Standesgemäß beendete Sotola das Match mit einem Ass (25:20) und Tille wurde mit der MVP Medaille dafür belohnt, dass er den Tschechen und seine Nebenmänner so stark in Szene setzte.

Durch den Heimerfolg konnte der Vorsprung der Berliner (14) auf Friedrichshafen (9) auf fünf Punkte ausgebaut werden. Bei nur noch drei verbleibenden Spielen bis zum Playoff-Start ist dies ein wertvoller Puffer für Tille & Co.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Nur weil ein 3:0 auf der Anzeigetafel steht, war es kein einfacher Sieg für uns. Ruben hat in den letzten Wochen viel Verantwortung übernommen und deshalb war das schon eine veränderte Situation für die Mannschaft heute. Jeder hat dafür etwas mehr gegeben und unser Orchester hat harmoniert. Außerdem war unser Aufschlag einfach wieder stark. Man hat gesehen, wir haben aus dem Erfolg gegen Ankara wichtiges Selbstvertrauen mitgenommen, dass uns heute geholfen hat. Wir wünschen natürlich Tim Peter gute Besserung, das sah leider gar nicht gut aus bei ihm.“

Marek Sotola: „Wir waren heute sehr fokussiert, weil wir nach der Niederlage in Lüneburg wussten, was hier auf dem Spiel steht. Platz eins wollten wir unbedingt verteidigen und das ist uns gelungen. Jetzt konnten wir uns wieder einen wichtigen Vorsprung erspielen, den wir bis zu den Playoffs verteidigen wollen. Man spürt, dass gegen Friedrichshafen immer dieser Schuss Extramotivation im Team ist.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Cody Kessel (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Matheus Krauchuk, Antti Ronkainen, Adam Kowalski

Topwerte
Sotola 20 Punkte, 4 Asse | Kessel 11 Punkte, 2 Blocks | Carle 11 Punkte, 2 Blocks | Tille 4 Asse

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Maria Butze

BBSC mit Déjà-vu vom Auswärtsspiel

Volleyball 2. Bundesliga Damen

BBSC Berlin  Schweriner SC II  2:3  (-25, 29, 23, -10, -13 )

Hängende Schultern am Samstagabend in der Köpenicker Hämmerlinghalle: Die Damen des BBSC unterlagen nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit den Talenten des Schweriner SC verdient wie beim Hinspiel mit 2:3.

Das hatten sich die Berlinerinnen anders vorgestellt, doch in einem absolut ähnlich laufendem Spiel wie vor ein paar Wochen in der mecklenburgischen Landeshauptstadt fanden die Mädels aus Berlin keine Mittel, um gegen die hochgewachsenen Spielerinnen aus dem Norden zu bestehen. Die Gäste kämpften vorzüglich und boten eines ihrer besten Spiele der Saison. Mit unbändigem Kampfgeist und taktischer Zuverlässigkeit schafften sie es immer wieder, die BBSC-Angriffe zu entschärfen. Die Gastgeberinnen scheiterten reihenweise an einer sehr gut arbeitenden Block- und Feldabwehr, die wie eine Gummiwand immer wieder die Berliner Angriffe zurückwarf. Die ersten 3 engen Sätze waren nach langen Ballwechseln erst nach 100(!) Minuten gespielt. Das Anrennen zermürbte den Willen der Gastgeberinnen. Der 4. Satz ging nachfolgend sogar mit 10:25 aus Berliner Sicht verloren (10 Punkte in Folge für die Gäste bei einer Aufschlagserie von Paulina Ströh). Zum Tiebreak fing sich das Hauptstadt-Team wieder und ging sogar mit 9:4 in Führung. Doch erneut drehten die Gäste auf, glichen aus und sicherten sich den verdienten Sieg in Köpenick. (Mit dem nächsten 3:2 Erfolg der Schwerinerinnen am Sonntagnachmittag – diesmal beim VC Olympia – holten sich die Talente den 3. Sieg in Folge)

Berlins Trainer Jens Tietböhl richtete seine Gedanken bereits auf die kurze Erholungsphase und die nächsten Spiele: „Die 14 Tage bis zum nächsten Auswärtsspiel in Hamburg können wir gut gebrauchen, um nach 3 Niederlagen in den letzten 4 Spielen den Kopf der Spielerinnen wieder frei zu kriegen und die Mannschaft neu auszurichten“.

Das nächste Heimspiel findet erst am 11. März 2023 um 18:00 Uhr gegen den VC Olympia statt.

MVP des Abends wurden Josepha Bock (BBSC) sowie Betty Lange (Schwerin).

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabell Böttcher, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Stephanie Utz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin