Berliner Proficlubs in Nachbarschaftshilfe

So langsam beginnt die crunch time der Bundesliga-Saison. Da drückt selbst der fanatischste Anhänger, wenn es sich ergibt, dem sonst ungeliebten Rivalen mal fest die Daumen. Das dürfte bei den Eisernen und Herthanern am 26. Spieltag der Saison 2022/23 der Fall gewesen sein. Bei den Blau-Weißen hat es mehr geholfen. Der 1. FC Union schickte den als Tabellenletzten angereisten VfB Stuttgart als solchen wieder zurück an den Neckar. Für die Stuttgarter ein böses Déjà-vu. Im Relegationsspiel 2019 wurde ihnen das vermeintliche Führungstor-Tor nach VAR-Einspruch aberkannt. Fast vier Jahre später passierte ihnen dasselbe. Eine mögliche 1:0 Führung fand nach Ansicht der TV-Bilder keine Anerkennung. So blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0.

Zeitgleich spielte Hertha, über 800 Autobahnkilometer entfernt, im schicken, neuen Freiburger Fußballstadion und auch dort stand es zur Halbzeit 0:0.

In Berlin-Köpenick änderte sich die Situation grundlegend. Stuttgart hatte mehr Ballbesitz, bemühte sich aber vergeblich. Die Eisernen liefen mal wieder den Gegner in Grund und Boden und erwiesen sich als Meister der Effizienz. Es klingelte dreimal im Stuttgarter Gehäuse. Bruno Labbadia und die Seinen waren restlos bedient. Union-Cheftrainer Urs Fischer im Nachgang zum Spiel: “Im ersten Durchgang haben wir alles vermissen lassen, das war ein Spiel ohne Schärfe und ohne Tempo. Und bei den Möglichkeiten von Stuttgart hatten wir dann auch noch Glück. Nach dem Seitenwechsel ist die Mannschaft so aufgetreten, wie es sein sollte. Da meine ich nicht unbedingt die Tore, sondern die generelle Einstellung.“

Die zweite Halbzeit brachte im ausverkauften Stadion in Freiburg ebenso die erhofften Tore. Erst trafen die für eine Heimmannschaft etwas indisponierten Streich Schützlinge, doch die „Alte Dame“ bewies auswärts endlich mal come back Qualitäten und kämpfte weiter. Es gelang der Ausgleich zum 1:1, es war sogar der Sieg möglich, der nicht unverdient gewesen wäre. Der Punkt könnte sich noch als wertvoll erweisen. Da neben Stuttgart auch Schalke verloren hat, machten die blau-weißen Berliner sogar etwas Boden im Abstiegskampf gut.

Hans-Peter Becker

Spielfreudig und torreich ins Viertelfinale – Füchse besiegen Skjern mit 38:32

70 Tore in einem einstündigen Spiel. Das hat die Anmutung von „völlig losgelöst“, von „Handball total“. Genau das erlebten die 4524 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle beim European-League-Rückspiel der Füchse gegen Skjern Handbold. Der Tabellenführer der Handball-Bundesliga – nach dem 28:23-Erfolg im Hinspiel – mit guter Ausgangsposition startete zielorientiert und mit Tempo. Besonders Lasse Andersson erwies sich nach auskurierter Schulterverletzung als Verstärkung für die Gastgeber. Mit sieben Treffern aus dem Spiel war er am Ende erfolgreichster Füchse-Werfer. Da sich auch die flinken Dänen – zur Zeit Vierter in der heimischen Liga – dem Spielgedanken mehr als der intensiven Abwehrarbeit verpflichtet fühlten, entwickelte sich schon in der ersten Hälfte ein munteres Spiel, in dem die Berliner ihren Gästen immer eine Nasenlänge – sprich ein paar Tore – voraus waren. Mit 21:18 ging es in die Pause.

Der Spielverlauf veränderte sich auch im zweiten Abschnitt nicht grundlegend. Beide Sturmformationen glänzten, beide Abwehrreihen fanden nicht immer den richtigen Zugriff auf ihre Gegenspieler. Auffälligster Gästespieler war Kreisläufer Emil Bergholt. Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung (42.) hatte es der 25jährige Kreisläufer auf elf (!!) Treffer gebracht. Da der Vertrag des Blondschopfs ausläuft, könnte er in der kommenden Saison durchaus in der Handball-Bundesliga auftauchen.

Füchse-Coach Jaron Siewert nutzte den deutlichen Vorsprung, um allen Spielern Einsatzmöglichkeiten zu geben. So bekam Moritz Ende auf Rechtsaußen ebenso Spielminuten, wie Matthes Langhoff im Rückraum halblinks. Da sich Torhüter Dejan Milosavljev sichtbar steigerte, konnten die Berliner ihren Vorsprung ausbauen. Am Ende des munteren Spiels stand ein 38:32-Sieg der Füchse.

Im Viertelfinale der European League treffen die Berliner auf den 12fachen und auch aktuellen Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen, mit den ehemaligen Füchse-Spielern Torben Matzken, Robin Heins und Martin Ziemer. Die Spiele sind für 11.4 und 18.4.2023 in Berlin. Zuvor geht es in der Bundesliga weiter – am 6. April mit dem Auswärtsspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 4, Darj 1, Holm 4, Andersson 7, Lichtlein 1, Gidsel 4, Freihöfer 1, Langhoff 1, Vujovic 3, Weber 8/6, Marsenic 4

Herbert Schalling

Spandaus Männer wollen den Titel Nummer 86

Am Dienstag, 21.03.2023 wurden die Wasserball-Männer von Spandau 04 noch in der Champions League bei Ungarns Meister FTC (Ferencvaros) Budapest auf Herz und Nieren geprüft, nun steht wenige Tage später am Freitag und Samstag mit dem nationalen Final Four im DSV-Pokal – übrigens der Frauen und Männer – die nächste Nagelprobe an. Nach dem respektablen, aber letztlich 8:12 (2:5) verlorenen Auftritt bei FTC Budapest, treffen die Wasserfreunde nun im Düsseldorfer Rheinbad am Freitag im Pokalhalbfinale auf OSC Potsdam und im Falle eines Erfolges tags darauf im Endspiel auf den Sieger der Partie zwischen SV Ludwigsburg 08 und Waspo 98 Hannover. In dieser Begegnung gelten die Niedersachsen als Favorit.

Nach der aktuellen Saisonstatistik sind die Berliner national in 17 Spielen (Bundesliga, Pokal, Supercup) ungeschlagen, als auch in den bilateralen Vergleichen mit den beiden (möglichen) Pokal-Final 4-Kontrahenten. Gegen Potsdam hieß es in den beiden DWL-Spielen 23:5 und 20:5 für Spandau, gegen Hannover 12:9 und 15:9 in der Bundesliga sowie Mitte Dezember 2022 im Supercup ebenfalls 12:9. „Daraus vorschnell aber den erneuten Gewinn des ‚Pokals‘ abzuleiten, wäre allerdings leichtsinnig. Hannover hat sich auf diesen Wettbewerb fokussiert und gerade in Pokalpartien sind Tagesform, Einstellung und Motivation entscheidend. Wir sind gewappnet und werden uns voll einbringen“, sagt Trainer Athanasios Kechagias.

Im Champions-League-Spiel in Budapest zeigte sich Spandau gegen den Favoriten angriffslustig und offensiv, hatte statistisch mehr Torwürfe als der Gastgeber zu verzeichnen, machte daraus aber weniger Erfolgserlebnisse. Die Effektivität zu verbessern, ist also auf der Tagesordnung. Die Wasserfreunde Spandau 04 waren seit 2015 in sieben Pokalfinals nur einmal, 2020, Sieger, Hannover dagegen hat sich mit fünf Titeln zum Pokal-Heros gekürt. Dem soll nun ein Ende bereitet werden. Für Spandau wäre es das 86. Nationaler Championat seit 1979 (37x Meister, 31x Pokalsieger, 17x Supercupsieger).

Auch Spandaus Frauen wollen ihre Serie fortsetzen und gewinnen. Viermal in Folge (2019-2022) haben sie den Pokal geholt – 2020 übrigens gemeinsam mit den Männern. Es war damals ein Novum in der deutschen Wasserballgeschichte, dass sowohl Männer als auch Frauen eines Vereins den Pokalsieg holten. Das Team von Trainer Marko Stamm trifft im Halbfinale auf Blau-Weiß Bochum und bekäme es im Siegesfalle im Endspiel mit dem Sieger aus dem Duell zwischen Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Uerdingen und SSV Esslingen zu tun.

Quelle:Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Termine:

Deutscher Wasserball-Pokal

2022/2023

Halbfinale

24. März 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – Blau Weiß Bochum (Frauen)

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam (Männer)

Spielbeginn: 15:00 Uhr-Frauen

18:00 Uhr-Männer

Spielort: Rheinbad 50, Europaplatz 1, 40474 Düsseldorf

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25.März 2023

Frauen

Spiel um Platz 3 – 13:00 Uhr – Finale 14:30 Uhr

Männer

Spiel um Platz 3 – 16:15 Uhr – Finale 17:45 Uhr

Trainerwechsel zur neuen Saison

Vor dem Start der Playoffs 2023 ist bei den BR Volleys eine Personalentscheidung mit Tragweite für die Zukunft gefallen. Auf eigenen Wunsch wird der dreifache Meistertrainer Cedric Enard seinen ursprünglich bis zum Jahr 2024 laufenden Vertrag nicht erfüllen und sein Engagement als Headcoach nach der Saison beenden. Seine Nachfolge tritt zur Spielzeit 23/24 der Brite Joel Banks an.

Seit nunmehr fünf Jahren steht Cedric Enard als Trainer bei den BR Volleys an der Seitenlinie – und wird dies auch noch bis zum Ende dieser Spielzeit tun. Danach jedoch verlässt der Franzose den Hauptstadtclub und erklärt den Grund dafür: „Ich kann kaum in Worte fassen, wie schwer mir diese Entscheidung gefallen ist. Ich liebe diesen Verein und aus professioneller Sicht könnte ich hier wahrscheinlich bis zu meinem Karriereende bleiben. Aber es sind persönliche Faktoren, die mich zu diesem Schritt bewogen haben. Meine Familie konnte in dieser Saison nicht mit mir in Berlin sein, weil meine Töchter nach und nach aus der Schule kommen. Ich habe das Gefühl, die Zeit rennt und ich will so viel wie möglich davon mit ihnen verbringen. Noch mehr Einfluss hat aber, dass ich nach 15 Jahren durchgehender Tätigkeit als Vereinstrainer und bei Nationalmannschaften eine gewisse Müdigkeit spüre“, so der seit Montag 47-Jährige, der daraus die Konsequenz zieht: „Ich habe hier unglaublich viel Vertrauen bekommen und bin ein emotionaler Mensch, der alles mit voller Energie und Passion angehen möchte. Wenn ich das nicht mehr kann, ist es nur respektvoll, das dem Klub auch frühzeitig mitzuteilen.“

Die Vereinsführung hat dem Gesuch des Erfolgstrainers natürlich entsprochen, wie Geschäftsführer Kaweh Niroomand betont: „Bereits im Januar kam Cedric mit seinen Gedanken auf uns zu. Seine Beweggründe sind rein privater Natur und absolut nachvollziehbar. Er hat hier Großes geleistet und dafür sind wir ihm ausgesprochen dankbar. Es war stets eine sehr enge und gute Zusammenarbeit, deshalb wird Cedric auch in sportlich beratender Funktion für uns tätig bleiben. Wir haben uns bewusst für den jetzigen Zeitpunkt der Verkündung entschieden, damit jeder im Team die Situation für sich verarbeiten kann und wir anschließend gemeinsam in die entscheidenden Playoff-Wochen gehen.“ Enard wird im Sommer seinen laufenden Vertrag bei der kroatischen Nationalmannschaft noch erfüllen, danach zieht er einen Perspektivwechsel in Erwägung: „Was genau kommt, weiß ich nicht und löst Unsicherheit in mir aus. Aber das gehört eben zu einer konsequenten Entscheidung dazu. Bisher bin ich in meinem Leben damit auch meist gut gefahren. Ich möchte dem Sport in einer anderen Rolle, wahrscheinlich eher im Management, treu bleiben.“

Bereits nach dem Spiel in Perugia brach es auf dem Court aus Cedric Enard heraus. Er konnte seine Emotionen sichtbar nicht zurückhalten: „Das war mein letztes Champions-League-Match mit Berlin und ich war so unheimlich stolz auf die Mannschaft. Dass wir diesen Wettbewerb mit einem Sieg abschließen würden, war unwahrscheinlich und trotzdem hat es sich ein bisschen so angefühlt. Ich konnte in diesem Moment aber noch nicht über meine Situation sprechen. Jetzt ist die Motivation noch einmal riesig, dass die Meisterschale auch am Ende meines fünften Jahres hier in Berlin bleibt. Bisher ist unsere Saison gut verlaufen, doch nun warten in den kommenden Wochen starke Gegner und große Herausforderungen auf uns. Das Ziel ist für mich ganz eindeutig die Titelverteidigung.“

Eine Lösung für seine Nachfolge wurde bereits gefunden: Der 47-jährige Joel Banks wird die Rolle des Cheftrainers zur Saison 2023/24 übernehmen. Gleichzeitig ist der Brite der Coach der finnischen Nationalmannschaft, wo er im Sommer unter anderem Antti Ronkainen betreut. „Joel passt genau in unser Anforderungsprofil. Wir haben keine Übergangslösung, sondern einen Trainer gesucht, der weder am Anfang noch am Ende seiner Karriere steht. Mit seiner Verpflichtung bleiben wir unserer Linie treu. Er ist ein Mann, der gewisse Erfahrung und Erfolge aufweisen kann, sich selbst aber noch weiterentwickeln will. So jemanden mit Motivation und Ehrgeiz brauchen wir für unser dynamisches Projekt“, sagt Niroomand über die Wahl des neuen Trainers.

Joel Banks übernimmt die BR Volleys Pressefoto Banks Credit: CEV

Banks führte Greenyard Maaseik zu zwei Meistertiteln (2018 und 2019) und spielte mit den Belgiern in der CL-Saison 18/19 bereits in der Max-Schmeling-Halle gegen Cedric Enard und das BR Volleys Team. In der laufenden Spielzeit war sein Engagement beim polnischen Traditionsverein PGE Skra Belchatow weniger erfolgreich, der Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. In seiner aktiven Zeit agierte Banks als Zuspieler in Belgien und Großbritannien. Seine zukünftige Aufgabe in Berlin löst bei dem zweifachen Familienvater große Freude aus: „Ich hatte gute Gespräche mit Kaweh und Cedric, die mich für den Klub begeistert haben. Die BR Volleys sind ein Verein mit einer ganz besonderen Kultur und Erfolgsgeschichte. Diese in Zukunft fortzuschreiben, ist das Ziel. Ich spüre große Motivation und Ambition.“ Die Worte seines Vorgängers Enard dürften ihn darin bestärken: „Dieses Team in der Max-Schmeling-Halle mit der Unterstützung und Liebe von den Rängen zu coachen, ist ein Geschenk und werde ich für den Rest meines Lebens vermissen.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Enard Credit: Andreas Gora

Regionalliga Nordost – VSG Altglienicke mit Rekord

Altglienicke bleibt weiter in der Erfolgsspur, aktuell Tabellendritter. Trainer Karsten Heine: „1:0 ist auch gewonnen..“ – zudem beim heimstarken Chemnitzer FC vor 2.892 Zuschauern an der Gellertstraße. Breitkreuz war der Schütze des goldenen Tores in der 89. Minute. Die Siegesserie hielt und kann am Dienstag, 21.03.2023 im Nachholspiel gegen Babelsberg im heimischen Jahnsportpark weiter ausgebaut werden. Bisher holte die VSG 45 Punkte und würde im Falle eines weiteren Sieges dem Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt bis auf 3 Punkte weiter auf die Pelle rücken. Wer ganz oben mitmischen will, da sollte öfter eben die Null stehen. Können sie gegen Babelsberg, dann mit dem achten Sieg Folge, ihren Rekord weiter ausbauen?

Aufsteiger und Spitzenreiter Erfurt bestand mit 1:0 in Berlin gegen Herthas Zweite, unter Flutlicht vor 1.235 Zuschauern. Osawe, der prominente Winterzugang, erzielte in der 74. Minute das goldene Tor. Herthas Zweite, trainiert von Ante Covic, rutschte in der Tabelle weiter ab und ist nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Am 1. April 2023 müssen sie in Cottbus, beim Tabellenzweiten, antreten, die ihre Aufstiegspläne längst nicht aufgegeben haben. Cottbus siegte zuletzt mit 2:0 in Leipzig beim 1. FC Lok.

Die Erfurter haben einen Lauf, erzielten in den letzten vier Spielen ein Ergebnis mit Null Gegentoren. Nach der Länderspielpause bekommen es die Erfurter zu Hause mit Viktoria 89 zu tun. Viktoria hat, wie Altglienicke, ein Nachholspiel vor der Brust, parallel zur Partie Altglienicke gegen Babelsberg, müssen sie am 21.03.2023 beim BFC Dynamo antreten.

Mit einem Sieg kehrte der FC Carl-Zeiss Jena aus Leipzig zurück, 2:0 gewannen sie im Georg-Schwarz Sportpark gegen Chemie. Das Berliner Derby TeBe gegen den BFC Dynamo entschieden die Hohenschönhauser mit 3:0 für sich. Anschließend beschwerten sie sich über die harte Gangart der Veilchen. Aufseiten der Dynamos waren zwei verletzte Spieler zu beklagen. Enttäuschend war der Auftritt des BAK im heimischen Poststadion gegen Luckenwalde, 304 Zuschauer sahen die 0:1 Niederlage. Viktoria holte in Lichterfelde ein 2:2 gegen Germania Halberstadt.

Erfreulich aus Berliner Sicht war der Auswärtssieg im Abstiegskampf von Lichtenberg 47 in Meuselwitz.Mit dieser Einstellung könnte es gelingen, die Klasse zu halten. Die bevorstehende Länderspielpause ermöglicht die ausgefallenen Spiele nachzuholen und so die Tabelle weiter zu begradigen. Für die Berliner Vereine heißen die Spiele unter Woche: TeBe spielt in Greifswald, Hertha II in Halberstadt.

Christian Zschiedrich

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC mit bester Saisonleistung im Spitzenspiel

BBSC Berlin – Stralsunder Wildcats         1:3 (-20, 19, -20, -21)

Mit der besten Saisonleistung überzeugte der BBSC Berlin trotz der Niederlage gegen die favorisierten Wildcats sein Publikum – diesem wurde eine überzeugende Leistung geboten.

Richtig intensiven Applaus gab es nach dem Spiel von den Zuschauerrängen für beide Mannschaften, die dem Publikum ein wirklich gutes und attraktives Zweitligaspiel geboten hatten. Beide Teams traten krankheitsbedingt nicht mit voller Besetzung an. Beim BBSC fielen mit Katharina Haferkamp und Josepha Bock 2 wichtige Mittelblockerinnen aus. Auch Stralsund musste auf 3 Spielerinnen des Aufgebots verzichteten.

Stralsund startete in das Spiel mit erfolgreichen Angriffen, doch der BBSC hielt von Anfang an dagegen. Es entwickelte sich ein Vergleich, der von der 1. Minute an mit extremer Intensität geführt wurde – Zeugnis waren schon allein die vielen langen Ballwechsel, die bereits ab dem ersten Durchgang vom Publikum genossen und gefeiert wurden. Wenn wir jetzt von bei langen Ballwechseln reden, dann sind solche gemeint, die mit vollem Einsatz und mit druckvollen Angriffen geführt wurden – Alibiangriffe gab es faktisch nicht. Volleyballherz – was willst Du mehr? Den 1. Satz holten sich die Gäste, den 2. Satz die Gastgeberinnen. Schon nach den ersten beiden Sätzen ging ob des dauerhaft hohen Einsatzes auf dem Spielfeld das geflügelte Wort von dem notwendigen Sauerstoffzelt für die Athletinnen durch das Publikum in der Halle.

Klar: Ein solch intensives Spiel kostet Kraft und entsprechend kam zunächst Stralsund im 3. Satz nicht so schnell in den notwendigen Rhythmus. Der BBSC startete schnell wieder auf Betriebstemperatur und holte sich einen Vorsprung. „Der Knackpunkt war Mitte des dritten Satzes, als wir eine komfortable Führung mit zu viel Angriffsrisiko verspielt hatten. Diese Einladung nahm der Gegner dankend und schonungslos an und brachte die Stralsunder auch mental wieder auf die Siegerstraße“ analysierte Berlins Trainer Jens Tietböhl. Einen großen Beitrag leisteten die beiden 39-jährigen Ausnahmeathletinnen auf Stralsunder Seite. Die Zuspiele der früheren Nationalmannschaftsstellerin Kathleen Weiß waren in ihrer Variabilität und Genauigkeit ein einziger Genuss für den Volleyballfan. Und die Qualitäten der Diagonalen Anne Krohn in Spielverständnis, Technik und Übersicht haben schon viele Spielberichte geschmückt.

Beide Teams boten ein technisch-taktisch sehr gutes Zweitligaspiel, in dem der BBSC nicht nur mit Kampfkraft, sondern auch mit Spielfreude und guter Umsetzung der Taktik überzeugte. Ab Mitte des 3. Satzes freilich stehend KO – dass trotzdem bis Spielende noch mit den favorisierten Gästen vom Strelasund gut mitgehalten wurde, spricht für die absolute Willensleistung der gesamten Mannschaft. Der Tabellenzweite holte sich die Sätze 3 und 4 – sein Sieg ging in Ordnung.

Berlins Trainer Jens Tietböhl konnte trotz der Niederlage mit einem Lächeln den Sieg gegen den BBSC-Trainer der letzten Jahre (Robert Hinz) verbuchen: „Alles reingehauen, überragend verteidigt. Vielleicht unsere beste Saisonleistung! Wir haben aber nicht gewonnen, weil uns der Gegner im Angriff überlegen war.“

Die MVP-Medaille bei den Gästen wurde Anne Krohn verliehen. Auf Berliner Seite erhielt Außenangreiferin Annalena Grätz für ihre starken Leistungen in Angriff und Abwehr die silberne MVP-Medaille.

Für den BBSC folgt nur noch ein Heimspiel in der Saison: Am 22. April wird gegen Köln aufgeschlagen.

In einer Satzpause ehrte Bezirksstadtrat Marco Brauchmann die frischgebackenen Berliner Meister des BBSC: In den Altersklassen U20w und U14w errangen die BBSC-Mannschaften den Meistertitel, zwei weitere Teams belegten den 3. Platz bei der Berliner Meisterschaft.

Für den BBSC am Samstag im Einsatz: Marie Dreblow, Isabell Böttcher, Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Angelina Meyer, Stephanie Utz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Hertha verliert in Sinsheim

Das Adverb „noch“ wird in den noch ausstehenden neun Bundesligaspielen für Hertha BSC arg strapaziert werden. Da spielt ein „Noch-Bundesligist“ oder „noch sind wir abgestiegen“. Die Frage, ob Hertha bald nur noch zweitklassig ist, wird wohl erst am 27. Mai 2023 beantwortet sein. Vielleicht auch erst am 5. Juni, da ist das Rückspiel in der Relegation angesetzt.

In Sinsheim war nichts zu holen. Außer einer passablen Anfangsphase hatte die „Alte Dame“ nichts zu bieten. Es war ein sogenanntes „6 Punkte Spiel“ und die Berliner versuchten sich mit einem Mannschaftsabend auf das Spiel einzustimmen. Die eklatante Auswärtsschwäche blieb der Hertha treu. Nur ganze vier magere Punkte wurden bisher auf des Gegners Platz geholt. Der letzte Auswärtspunktgewinn datiert vom 7. September des vorigen Jahres, ein 1:1 in Mainz.

Von einem Unentschieden waren sie am 25. Spieltag weit entfernt. Das Unheil nahm seinen Lauf in der 24. Spielminute, Cigerci verursachte einen Handelfmeter und in der 36. Minute foulte Uremovic im eigenen Strafraum. Come-Back Qualitäten sind bei der Hertha nicht sonderlich ausgeprägt und so hätten sie eigentlich zur zweiten Halbzeit nicht mehr anzutreten brauchen.

Sandro Schwarz brachte frische Kräfte für den Sturm und wer weiß, hätte Lukebakio in der 49. Minute getroffen, stattdessen wurden sie im Gegenzug brutal ausgekontert und es stand 3:0 für zuletzt arg gebeutelte TSG. Hertha ließ sich zwar nicht hängen, durfte sogar zwanzig Minuten in Überzahl agieren, mehr als der Ehrentreffer kam dabei nicht heraus.

Bleibt als Fazit, Hertha füllt auch weiter sportlich die Schlagzeilen und braucht dringend Punkte und nicht nur Pointen, wie es in einem Kommentar des Fachmagazins Kicker so treffend hieß. Die Planungen für die 2. Liga bleiben aktuell.

An dieser Stelle noch was anderes, am 17. März feierte der Ex-Herthaner Patrick Ebert seinen 36. Geburtstag, ob dem gebürtigen Potsdamer die Ergebnisse seines Jugendvereins und der weitere Saisonverlauf sonderlich interessieren darf bezweifelt werden. Unmittelbar nach seiner Zeit bei Hertha BSC wechselte er nach Spanien und er ist immer noch als Profi unterwegs. Spielt für Instanbulpsor der 1. türkischen Liga.

Am kommenden Wochenende pausiert die Bundesliga. Hertha trägt am Freitag, 24. März 2023 ein Benefiz-Spiel zugunsten der Erdbebenopfer in der Türkei gegen den BAK aus.

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga: BBSC mit Kontrolle über den Gegner

BBSC Berlin – VC Olympia Berlin                              3:0 (21, 17, 14)

Der BBSC ließ sich in eigener Halle am Samstagabend überhaupt nicht die Butter vom Brot nehmen. Mit einem klaren 3:0-Erfolg gegen die Youngster des VC Olympia sicherten die Köpenickerinnen den 4. Tabellenplatz.

Welches VC Olympia würde am Abend auf den BBSC treffen? Der kampfstarke VC Olympia, der mit jugendlicher Frische, Einsatz und Spielverständnis nahezu jeden Zweitligagegner überrollen kann – oder der an sich selbst zweifelnde VC Olympia, der mit individuellen Fehlern sich immer wieder selbst in die Defensive bringt? Die Zuschauer warteten gespannt auf das Lokalderby und die Eigendarstellung der beiden Teams. Die Antwort gaben beide Mannschaften in überraschender Deutlichkeit: Nur im 1. Satz tat sich der BBSC gegen die Youngster schwer, kriegte aber noch rechtzeitig die Kurve. Danach spielten die Gastgeberinnen äußerst souverän auf – das Spiel wurde durchgängig kontrolliert. Dagegen taten sich die Gäste immer wieder schwer, die Punkte zu machen und stellten sich mit individuellen Fehlern gern selbst ein Bein. VCO-Trainer Manuel Hartmann dürfte nicht unbedingt erfreut gewesen sein, da seine Mädels das schon deutlich besser gezeigt haben.

BBSC Trainer Jens Tietböhl war dagegen sehr angetan von der Leistung seiner Mannschaft: „Wir entwickeln uns im Angriffsspiel sehr gut weiter. Inzwischen spielen wir mit mehr Tempo, Dynamik und auch mit guter individueller Variabilität. Das mit 3:1 gewonnene Hinspiel im Oktober letzten Jahres war deutlich schwerer für uns“.

Zum MVP des Abends wählten die Trainer VCO-Libera Greta Schlichter sowie Außenangreiferin Annalena Grätz (BBSC).

Im vorletzten Heimspiel der Saison und gleichzeitig Spitzenspiel der Liga geht es für den BBSC am Samstagabend um 19:00 Uhr in der Hämmerlinghalle gegen den Tabellenzweiten und langjährigen Lieblingsgegner Stralsunder Wildcats.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabell Böttcher, Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Angelina Meyer

Quelle: Burkhard Kroll

Unentschieden im Berliner Profifußball

Schiedlich-friedlich trennten sich Berlins Fußballbundesligisten von ihren Kontrahenten. Hertha verschenkte zwei Punkte an Mainz 05, immerhin wurde nicht verloren und schließlich ist ein Punkt besser als kein Punkt. Vor dem Spiel am 11.03.2023 gab es eine gute Nachricht für den Verein, der ja nicht nur sportlich, sondern auch finanziell zu kämpfen hat. Das Spiel begann zur traditionellen Bundesligazeit um 15:30 Uhr und bereits um 11:45 wurde per Pressemitteilung Vollzug gemeldet.

Die private Investorengruppe aus den USA übernimmt die Anteile von der Peil Investment B.V. – einer Tochter der Tennor Holding B.V. Die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA hat mit 777 Partners einen neuen Aktionär.

777 Partners, eine private Investmentfirma mit Sitz in Miami, hat schnell ein globales Multi-Club-Netzwerk aufgebaut, das mit Genua C.F.C. in Italien, Vasco da Gama in Brasilien, Standard Lüttich in Belgien, Red Star FC in Frankreich, FC Sevilla in Spanien und Melbourne Victory FC in Australien einige traditionsreiche Fußballclubs in der Welt umfasst.

777 Partners übernimmt alle Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, die bisher im Besitz der Peil Investment B.V., einer Tochter der Tennor Holding B.V., waren (64,7 %).

Das Präsidium des Hertha BSC e. V., der als unverändert alleiniger Gesellschafter der Komplementärin die Geschäftsführung der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA stellt, hat diesem Schritt ebenso wie der Aufsichtsrat des Hertha BSC e. V. sowie der Beirat der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA zugestimmt.

777 Partners erhält im Zuge dessen zwei Plätze im Aufsichtsrat der Hertha BSC & Co, KGaA, der nunmehr aus insgesamt fünf Mitgliedern besteht. Des Weiteren übernimmt 777 Partners zwei Sitze im Beirat der Gesellschaft.

Am darauffolgenden Montag lud Hertha zu einer Pressekonferenz, auf dem Podium Präsident Kay Bernstein, Geschäftsführer Thomas Herrich sowie der Gründer und CEO von 777 Partners, Josh Wander. Das Label „Big City Club“ wurde ein für alle Mal beerdigt, so der Hertha-Präsident und vom „Größenwahn“ der vergangenen Jahre will er nichts mehr wissen.

Für den kommenden Mittwoch, 15. März 2023, erwartet die DFL die Lizenzierungsunterlagen der Klubs. Hertha hatte in dem jüngst vorgelegten Finanzbericht für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 44,6 Millionen Euro Verlust bilanziert, fürs Gesamtjahr rechnet der Klub mit einem Minus von 64 Millionen Euro.

Beim in Köpenick beheimateten Rivalen stehen die Zeichen ganz anders. Man kann hier in Ruhe arbeiten und schnuppert noch an einer Champions-League Teilnahme. Am Sonntag, 12.03. gab es zum Abschluss des 24. Spieltages ein 1:1 in Wolfsburg. Ein glücklicher Punkt, weil Wolfsburg einfach zu viele Chancen ausließ. Aus dem Spiel heraus ging wenig bei den Eisernen. Der Führungstreffer fiel nach einem ruhenden Ball (Foulelfmeter). Es war Treffer Nummer 16 für die Eisernen nach einem sogenannten Standard von bisher insgesamt 36 Toren.

Herthas Führung fiel ebenfalls nach einem Strafstoß, allerdings war der, im Gegensatz zum Elfer für Union, umstritten. Ein Hauch von Berührung mit der Hand und wohl alles andere als absichtlich, man muss eben auch mal Glück haben. Herthas Kampf um Klassenerhalt wird sich wohl bis zum letzten Spieltag hinziehen oder wieder erst in der Relegation entschieden.

Hans-Peter Becker

BBSC hält und bricht Serien

2. Volleyball-Bundesliga Damen

Eimsbütteler TV Hamburg – BBSC Berlin               1:3 (-21, 20, -23, -16)

Endlich den Auswärtsfluch besiegt: Erster Auswärtserfolg des BBSC nach dem 19. Oktober 2022, aber gleichzeitig sechster Sieg nacheinander gegen den Eimsbütteler TV in der 2. Liga – der Sonntag kann sich für den BBSC Berlin sehen lassen.

Beide Mannschaften starteten zunächst recht ausgeglichen und kamen über den Kampf zum Spiel, wobei der BBSC leichte Vorteile in Aufschlag/Annahmeverhalten hatte. Die großgewachsenen Hamburger Spielerinnen nutzten andererseits ihre physischen Vorteile immer wieder zu ihren Gunsten. Zum Knackpunkt entwickelte sich der dritte Satz, in dem sich beide Teams bei wechselnden Führungen keinen Zentimeter schenkten. Der BBSC holte sich letztlich mit leichten Vorteilen den Satzgewinn. Nachfolgend war die Luft auf Hamburger Seite raus und der BBSC sammelte konzentriert Punkt für Punkt für den Matchgewinn.

Berlins Trainer Jens Tietböhl lobte das kämpferische Spiel seines Teams „mit einer sehr gut aufgelegten Annalena Grätz, die mit ihren Angriffsschlägen immer wieder die Lücken auf der gegnerischen Seite nutzte.“

Berliner MVP des Sonntags wurde Roxana Vogel.

Der BBSC trifft im nächsten Ligaspiel am kommenden Samstag, 11.03.2023 um 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle auf den VC Olympia.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Marie Dreblow, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Angelina Meyer, Stephanie Utz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin