Füchse bleiben auf Kurs Champions League

29:26-Sieg gegen Gummersbach

Der Gedanke drängt sich förmlich auf, was wäre gewesen, hätten die Füchse nicht Hans Lindberg gehabt? Nicht nur, dass der 42-Jährige wieder mit der Präzision eines Uhrwerkes seine Siebenmeter verwandelte. Diesmal acht bei acht Versuchen, und dazu steuerte er noch zwei Tore von seiner Stammposition auf Rechtsaußen bei. Nein, es geht um die Phase Mitte der zweiten Hälfte, als den Gastgebern sage und schreibe zehn Minuten kein Treffer aus dem Spiel heraus gelang, den Gästen dagegen sieben. Hätte Lindberg da nicht dreimal eiskalt vom Punkt verwandelt, den Füchsen wäre die Partie wohl vollends entglitten.

Zwar waren die Verantwortlichen von einer schweren Aufgabe ausgegangen, schließlich spielen die Oberbergischen eine „überragende Saison“, wie Sportvorstand Stefan Kretzschmar bemerkte, aber dass ihr Team so kräftig durchgeschüttelt werden würde und der Erfolg auf des Messers Schneide stand, kam dann doch etwas überraschend.

Mit dem Rückenwind des Euro League Sieges in Nantes starteten die Gastgeber gut. Der Tabellen-Sechste aus Gummersbach zeigte sich beeindruckt und geriet nach ausgeglichener Startphase immer mehr ins Hintertreffen. Der „vier Tore Vorsprung zur Halbzeit war leistungsgerecht“, wie Trainer Jaron Siewert fand. Für das 16:12 hatten wieder mal die bekannten Namen gesorgt. Neben Hans Lindberg waren Matthias Gidsel, Lasse Andersson und Max Darj die Torschützen, während von Linksaußen durch Jerry Tollbring nichts gelang (Tim Freihöfer machte es in der zweiten Hälfte kaum besser).

In der zweiten Hälfte schien die Partie zunächst einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Gummersbach kämpfte mit seinem jungen Team bravourös, die Füchse hielten jedoch erstens dagegen und zweitens ihren Torvorsprung. Bis eben jene eingangs geschilderte Zitterphase begann, die in ihrem Tiefpunkt zur ersten und einmaligen, glücklicherweise auch nur kurzzeitigen Führung des VfL Gummersbach führte – 23:24/53.

Routiniert und clever und unterstützt durch zwei erstklassige Paraden von „Milo“ Milosavljev lösten sich die Füchse jedoch wieder und drehten unter dem Jubel der 8735 Zuschauer die Partie zum 29:26-Sieg. Drei Spieltage vor Schluss behaupteten die Berliner damit ihren Vorsprung auf Tabellenplatz zwei vor der SG Flensburg-Handewitt. Weil sich in der kommenden Woche die Nationalmannschaft trifft – Nils Lichtlein ist als einziger Füchse-Spieler dabei – geht es in der Bundesliga für die Füchse erst am 18. Mai mit dem Auswärtsspiel beim TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (2), Darj (3), Andersson (5), Lindberg (10/8), Gidsel (7), Freihöfer (1), Kopljar (1)

Herbert Schalling

Eisbären feierten ihren 10. Meistertitel

Im Spiel fünf der Finalserie, am Freitagabend, 26. April 2024 machten die Eisbären den 10. Meistertitel perfekt. Jede Serie, im Viertelfinale gegen Mannheim, im Halbfinale gegen Straubing endete im Spiel fünf. Lax formuliert, nach vier Spielen hatten sie sich den Gegner ausgeguckt und wussten, was zu tun ist. Die Kadertiefe, Trainingsplanung sowie die Spielvorbereitung taten ihr Übriges. Die Playoffs begannen am 17. März 2024 alles andere als optimal für die Eisbären. Eine 1 zu 7 Niederlage gegen den Erzkontrahenten Adler Mannheim verhieß nichts Gutes. Es folgten vier Siege, enge Spiele, am Ende siegten die Eisbären.

Im Halbfinale, Spiel Zwei lächelte der Eishockeygott. In dem bisher längsten Spiel in der Playoff-Historie der DEL erlöste ein Schuss von Ty Ronning, der von Lean Bergmann abgefälscht wurde, alle Beteiligten. Effektiv waren 110 Minuten und 40 Sekunden im Eisstadion Am Pulverturm gespielt. Es folgte ein 3:2 in Berlin, Straubing revanchierte sich mit einem Sieg Am Pulverturm und zwang in Spiel Fünf die Eisbären in die Overtime. Dieses Mal dauerte es nur exakt drei Minuten und wieder waren es Lean Bergmann als Vorbereiter und Ty Ronning als Vollstrecker, die für das Spielende sorgten. Das Finale war erreicht, eine enge Serie wurde gewonnen.

Am 8. März 2024 fand das letzte Spiel der Hauptrunde statt. Die Fischtown Piguins aus Bremerhaven gewannen 2:1 und sicherten sich den ersten Tabellenplatz und ließen die Eisbären hinter sich. In der Pressekonferenz nach dem Spiel verabschiedete sich der Trainer des Überraschungsteams der Saison mit den Worten: „Vielleicht sieht man sich in dieser Saison ja noch einmal wieder.“ Thomas Popiesch sollte recht behalten. Bremerhaven erreichte das Finale. Sein Traum, Bremerhaven zum Meister zu machen, erfüllte sich nicht. Seit 2016 trainierte er die Pinguins, jetzt wurde bekannt, dass er künftig in der DEL 2, in Krefeld arbeiten wird.

Am 1. Mai fuhren sie sonnenbebrillt im Cabriobus vor, im Feiern sind Eishockeyspieler genauso hart, wie auf dem Eis, jubelnd begrüßt von tausenden Fans auf dem Platz vor Arena. Der gerade henkellose Meisterpott war natürlich dabei. Er hatte bei den Feierlichkeiten seine Tragegriffe eingebüßt. Für fünf Eisbären (Leonard Pföderl, Frederik Tiffels, Tobias Eder, Kai Wissmann und Jonas Müller) geht zur Nationalmannschaft und auch Meistertrainer Serge Aubin wird direkt dabei sein. Zusammen mit Alexander Sulzer wird er den Bundestrainer Harold Keis bei der am 10. Mai 2024 beginnenden Weltmeisterschaft unterstützen.

Die Saison ist für die Fans des schnellen Kufensports noch nicht ganz vorbei. Das erste Gruppenspiel für die Auswahl des Deutschen Eishockeybundes ist für Freitag, 10. Mai 2024 angesetzt, erster Gegner ist die Auswahl der Slowakei.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Berliner Pokal – Viktoria und Makkabi schaffen es ins Finale

Bei hochsommerlichem Wetter wurden am 1. Mai 2024 die Halbfinalbegegnungen im Berliner Fußballpokal ausgetragen. Für Lichtenberg 47 zerplatzte der Traum vom Finale im eigenen Stadion und TuS Makkabi hat die Chance zur Titelverteidigung. Am 25. Mai 2024 findet das Endspiel im Hans Zoschke Stadion im Rahmen des Finaltags der Amateure statt.

Der einzig im Wettbewerb verbliebene Regionalligist Viktoria benötige die Verlängerung. In der 104. Spielminute erzielte Laurenz Dehl den erlösenden Treffer für die Himmelblauen. Die Gäste, der letztjährige Absteiger aus der Regionalliga, brachten alles auf den Platz, was irgendwie ging. Die Verlängerung hatten sie sich verdient. Am Ende fehlten die Kräfte und Viktoria rettete die knappe Führung ins Ziel.

Trainer Wolfgang Sandhowe (rechts) wird langsam Stammgast im Berliner Pokalfinale, hier 2018 mit dem BSC, unterlagen damals dem BFC Dynamo mit Trainer Rene Rydlewicz Foto: Christian Zschiedrich

Das Spiel in Lichterfelde hatte um 13 Uhr begonnen und eine Stunde später wurde an der Fischerstraße die Begegnung zwischen Sparta und TuS Makkabi angepfiffen. Kurios, erst vor drei Tagen am 28. April 2024 hatte es diese Paarung am selben Ort in der Oberliga gegeben. Das Oberligapunktspiel konnten die Spartaner mit 3:1 gewinnen. Im Halbfinale drehten die Schützlinge von Trainer Wolfgang Sandhowe den Spieß um und gewannen ihrerseits mit 3:1.

Das Spiel war heiß umkämpft. In der ersten Halbzeit gab es keine Tore. In der 56. Minute fiel das 1:0 für Makkabi, der Ausgleich dann in der 63., ein Doppelschlag in der 71. und 74. Minute brachte den Pokalverteidiger auf die Siegerstraße. Das Spiel war mehrfach unterbrochen und in der 83. Minute sah der Spartaner Max Michael Konrad die rote Karte. Der Liveticker vermerkte 14 Minuten Nachspielzeit.

Hans-Peter Becker

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Titelverteidigung mit Ausrufezeichen

Die Berlin Recycling Volleys sind zum 14. Mal Deutscher Meister. Mit einem eindrucksvollen letzten Sieg und einer der besten Saisonleistungen holten die Hauptstädter auch den dritten Sieg in der Playoff-Finalserie, um den Meistertitel gegen den VfB Friedrichshafen erneut zu verteidigen. Ein ausverkauftes Tollhaus Max-Schmeling-Halle sah die Berliner mit 3:0 (25:16, 25:16, 25:17) siegen. In seinem letzten Spiel für den neuen, alleinigen Rekordmeister wurde Timothée Carle umjubelter MVP.

Nach vier Spielen, 2:2 Siegen und 9:9 Sätzen gab es zwischen beiden Mannschaften nicht mehr viele Geheimnisse und so begegneten sich die Teams in unveränderten Formationen. Die BR Volleys saugten die Energie in der ausverkauften Arena direkt in sich auf und münzten diese in einen guten Start um. Die Lautstärke nach dem ersten Punkt wurde noch einmal übertroffen, als die Videochallenge Marek Sotolas Aufschlag auf der Linie zeigte (5:3). Wie in den letzten zwei Spielen waren die Berliner Mittelblocker Tobias Krick und Nehemiah Mote direkt auf Betriebstemperatur und punkteten fleißig (9:3, 14:10). Der Berliner Zug rollte im Auftaktdurchgang unaufhaltsam, Aufschlag und Block-Abwehr waren eine Wucht und Fornals Aufschlagfehler beendete den Spielabschnitt (22:12, 25:16).

In der Satzpause hielt sich der Pole die Ohren zu, während die Zuschauer 120 Dezibel auf das Messgerät brachten, wofür Sponsor Mazars 6.000 Euro an den Nachwuchs spenden wird. Das Bild auf dem Spielfeld blieb unverändert. Die BR Volleys diktierten auch den nächsten Satz früh und zwangen Lebedew zur Auszeit (6:1). Sotola war im Angriff kaum zu stoppen, dazu blockte auch Timothée Carle (13:9, 16:10). Lebedew wechselte nach dem Außenangreifer Peter auch Zuspieler Batak aus. Als Krick dann gegen Superlak blockte, ging auch dieser vom Feld (20:13). Aufseiten der Hauptstädter kam Cody Kessel und erzielte die letzten zwei Punkte zum nächsten Satzgewinn per Angriff und Block (25:16).

Mit einem Berliner Block wurde auch der dritte Durchgang eröffnet (3:0) und als Friedrichshafen sich noch einmal herankämpfte (10:9), drehte Tim Carle in seinem letzten Spiel für die Berlin Recycling Volleys noch einmal so richtig auf. Der Franzose blockte und griff spektakulär an (17:11). So war der Titelverteidiger auf dem Weg zur Rekordmeisterschaft nicht mehr zu stoppen. Ab dem 21. Berliner Punkt erhebten sich mehr als 8.500 Fans. Schließlich war es Tobi Krick, der den letzten Block der Saison setzte (25:17). Anschließend feierte der Volleyballtempel beide Mannschaften, den Deutschen Meister und Vizemeister absolut würdig.

Stimmen zum Spiel
Tobias Krick: „Wir haben nach dem 0:2 Widerstand geleistet und auch in Friedrichshafen das nötige Glück gehabt, um in dieser Serie zurückzukommen. Wir hatten eine großartige Teamchemie und jeder wurde gebraucht. Insgesamt war es eine konstante Saison von uns und wir konnten sie krönen. Es ist unglaublich, was hier heute los war. Das ist einzigartig im Volleyball. Zum Glück konnten wir unseren überragenden Fans heute zeigen, was wir können.“

Kaweh Niroomand: „Dieser Tag ist etwas ganz Besonderes. Wenn ich diese Bilder und Emotionen in der Arena hier sehe, erinnere ich mich, wie wir angefangen haben, das hier aufzubauen – vor 86 Zuschauern in Reinickendorf. Heute stehen wir hier und es sind fast 9.000 Menschen in der Halle und feiern diese Mannschaft. Das Team hat eine letzte, fantastische Leistung gebracht und dieser Moment der Rekordmeisterschaft ist unbeschreiblich.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Leon Dersivaj, Cody Kessel, Daniel Malescha

Bestwerte
Sotola 17 Punkte, 3 Blocks, 67 % Angriffsquote | Carle 15 Punkte, 2 Blocks | Tille 4 Asse | Schott 80 % Annahme- und Angriffsquote

Christof Bernier

Pressefoto / Credit: Justus Stegemann

Spiel fünf erzwungen! Showdown in Berlin

Die BR Volleys kehren für ein letztes Heimspiel in ihren Volleyballtempel zurück. Nachdem der Titelverteidiger in einem dramatischen vierten Playoff-Finale mit einem 3:2-Auswärtssieg (23:25, 25:15, 23:25, 25:19, 15:13) den Ausgleich gegen den VfB Friedrichshafen erzielte, kommt es am Sonntag (28. Apr 2024 um 16.00 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle zum Entscheidungsspiel. Die Mannschaft um MVP Nehemiah Mote konnte mit insgesamt 19 Blockpunkten nach 1:2-Satzrückstand noch einmal zurückkommen.

Das am Samstag erfolgreiche Berliner Team ging in unveränderter Formation in der bis auf den letzten (Steh)platz gefüllten SPACETECH ARENA zu Werke. Den ersten Punkt für die Hauptstädter erarbeitete Nehemiah Mote und knüpfte damit direkt an seine starke Angriffsleistung aus Spiel drei an. Nach gutem Start stoppte der Häfler Block um Masso zweimal Ruben Schott (8:9), aber Mote revanchierte sich für seinen Kapitän beim Kubaner (10:9). Auch Marek Sotola und Timothée Carle griffen sich die Häfler Angreifer am Netz (14:13). Doch der VfB fand in Person von Fornal immer wieder eine gute Lösung (17:19). Bis zum Satzende blieb das Friedrichshafener Sideout anschließend stabil (21:24). Zwei Satzbälle wehrten die BR Volleys ab, dann packten die Hausherren in Person von Superlak zu und waren vor ihrer Kulisse obenauf (23:25).

Nach mäßigem Start in den zweiten Durchgang ersetzte Cody Kessel Spielführer Schott und Satoshi Tsuiki konnte sich in der Abwehr mehrfach auszeichnen (7:7). Mote bot durchweg eine absolute MVP-Performance auf Berliner Seite und setzte zusammen mit Tille drei Blocks in Folge (12:8). Wie am Samstag stand Tobias Krick bei dieser wichtigen Aufschlagserie an der Linie (16:10). Der zehnte Berliner Block brachte Lebedew zum Wechsel, so kam Young für Fornal. Aber Punkte sammelte weiter die Hauptstädter (21:12) und den Satz durfte Kessel beenden (25:15).

Die “Blockparty“ ging zunächst weiter (Carle gegen Superlak 3:1), dann aber wackelte die Annahme gegen Peter ein erstes Mal gehörig (3:6). Aufseiten der Gastgeber war Fornal zurück und punktete wieder verlässlich (7:11), dazu setzte Savonsalmi den Männern in Schwarz einmal mehr mit seinem Service zu (9:14). Kessels Serie brachte die BR Volleys zurück ins Rennen um Satz drei (14:15) und Sotolas Ass besorgte sogar die Führung (17:16). Dann drehte der Meister von 2015 aber angetrieben vom Publikum wieder das Geschehen. Superlaks Ass und Sotolas Fehler gaben Friedrichshafen das Momentum zurück (19:21) und Masso beendete diesen Satz (23:25).

Der nächste Block von Mote gegen Masso zeigte schnell, dass das Pendel in Satz vier wieder in die andere Richtung ausschlagen sollte (6:2). Friedrichhafens Bester, Jan Fornal, servierte allerdings noch einmal bis zum Ausgleich (12:12). Dann nahmen die BR Volleys mit besserer Block-Abwehr das Heft des Handels endgültig wieder in die Hand (21:16). Wer anders als Mote besorgte den Tiebreak (25:19). So bekam das Volleyball-Drama seinen fünften Akt und die mitgereisten Fans sowie die Zuschauer beim Public Viewing in Berlin durfen weiter hoffen. Und das Duell Masso gegen Mote ging weiter. Diesmal griff der Kubaner wieder zu (3:4), aber nach einem Sotola-Ass waren die BR Volleys auf der Siegerstraße und wechselten mit 8:5 die Seiten. Ein Netzroller-Ass von Peter ließ noch einmal Hoffnung beim VfB aufkommen (11:12), doch nach zwei Friedrichshafener Aufschlagfehlern waren Tille & Co im Ziel (15:13).

Damit fügten die Berliner im entscheidenden Moment den Häflern die erste Heimniederlage seit Mitte November zu. Somit haben sich die Hauptstädter die Gelegenheit erarbeitet, das Kunststück von 2022 zu wiederholen und einen 0:2-Rückstand erneut wettzumachen. Nachdem der Volleyballtempel bereits zu Spiel drei ausverkauft war, ist der Ansturm auf die Tickets erneut riesig. Ruben Schott und seine Nebenmänner dürfen auf den maximalen Rückhalt hoffen.

Stimmen zum Spiel
Johannes Tille: „Es war ein Wechselbad der Gefühle. Die zwei verlorenen Sätze gehen zu 23 weg und auch da hatten wir Chancen. Im Gegensatz liefen unsere gewonnenen Sätze recht locker von der Hand. Daher war es schon spannend, was im fünften Satz passieren würde. Bis zu den zwei Aufschlagfehlern zum Abschluss war es ein gutes Hin-und-her. Ich hatte aber auch keine Zweifel, dass wir das noch schaffen. Jetzt freuen wir uns riesig auf Sonntag. Vielleicht können wir den Samstag noch einmal übertreffen und die Saison krönen.“

Joel Banks: „Zunächst möchte ich mich bei allen Fans und Unterstützern bedanken, die heute mit uns hier unten waren. Das war ein umkämpftes und nicht immer schönes Volleyballspiel von beiden Seiten. Das Team mit dem längeren Atem konnte sich durchsetzen. Mit etwas Abstand werden beide Mannschaften vielleicht sagen, dass sie dieses Match auch 3:1 oder 3:0 hätten gewinnen können. Aber aufgrund der klaren Sätze zwei und vier sah ich uns in Summe auch vorn. Vor allem bin ich stolz auf meine Mannschaft, mit welcher Einstellung sie in den fünften Satz gegangen ist.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Leon Dervisaj, Daniel Malescha, Cody Kessel

Bestwerte
Sotola 24 Punkte, 7 Blocks, 2 Asse | Mote 19 Punkte, 6 Blocks, 71 % Angriffsquote | Carle 14 Punkte, 3 Asse

Das letzte Playoff-Finale:
Spiel 5 | 28. Apr 2024 | Sonntag | 16.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Christof Bernier

Pressefoto / Credit: Alexander Hoth

European League – Schwächephase kostet Sieg

Füchse – HBC Nantes 33:33

Es hat wieder nicht gereicht. Rund 52 Stunden nach dem kräfteverschleißenden Unentschieden im Bundesliga-Spiel gegen den THW Kiel konnten die Füchse auch in der European League gegen das französische Spitzenteam aus Nantes nicht gewinnen.

Die Gäste kamen mit dem Rückenwind des Pokalsieges den Paris in die deutsche Hauptstadt und lieferten dem EL-Titelverteidiger von Anbeginn ein Spiel auf Augenhöhe. In der temporeichen Partie konnten sich die Gastgeber nach 15 Minuten zum ersten Mal freispielen und einen zwei-Tore-Vorsprung herauswerfen, der nach 20 Minuten sogar noch angewachsen war – 12:8/20. Die Füchse mussten in dieser Partie auf Spielmacher Nils Lichtlein verzichten, der sich am Sonntag verletzt hatte. Für ihn übernahm zumeist Fabian Wiede das Kommando im Rückraum.

Mit einem 17:15 und hoch motiviert, kamen die Berliner aus der Halbzeitpause zurück. Beide Mannschaften boten weiter Handball auf hohem Niveau, wobei sich am Spielverlauf und der Füchse-Führung zunächst nichts änderte. Im Gegenteil, nach 45 Minuten stand ein fünf Tore Plus – 27:22. Danach jedoch entglitt den Gastgeber die Spielkontrolle. Nantes-Torwart glänzte mit Paraden, die Füchse verloren einige Bälle im Spielaufbau und Hans Lindberg vergab einen Siebenmeter. Eins kam zum anderen. „Vielleicht waren wir ein wenig müde und haben dadurch einige Fehler gemacht. Eine Mannschaft wie Nantes mit ihrer Qualität nutzt diese Situation und bestraft uns“, analysierte Kreisspieler Mijajlo Marsenic. Offenbar fordern die lange Saison und die relativ dünne Spielerdecke ihren Tribut. Kurz vor Schluss lagen die französischen Gäste sogar in Führung. Mit letztem Einsatz gelang Tim Freihöfer Sekunden vor Schluss noch das 33:33. „Aber es ist noch nichts verloren. Dennoch wissen wir, wie schwer es ist, in Nantes zu spielen. Da hätte uns ein kleines Polster sicherlich gutgetan. Nichtsdestotrotz startet die Partie dort jetzt wieder von vorne“, fand Kapitän Paul Drux.

Das Rückspiel findet am nächsten Dienstag, 30.04.2024 in Nantes statt. Davor müssen die Füchse in der Bundesliga zur MT Melsungen reisen (27. April).

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (2), Andersson (7), Lindberg (2/2), Gidsel (9), Freihöfer (5), Teigum (2), Marsenic (4), Drux (2)

Herbert Schalling

Der dreifache Ty Ronning bringt den Erfolg – Eisbären holen dritten Sieg der Serie

DEL Playoff Finale Spiel 4

23.04.2024 19:30 Uhr Arena am Ostbahnhof

EHC Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 4:1(1:0/0:1/3:0)

Serienstand 3:1

Wie nicht anders zu erwarten, war das vierte Spiel der Finalserie lange Zeit eine enge Kiste. Das erste Drittel verlief mit leichten Vorteilen und einem Treffer für die Eisbären. Sie benötigten dafür ein Powerplay und fast 18 effektive Spielminuten. Das Torschussverhältnis von 9 zu 3 für die Eisbären unterstrich diesen Eindruck.

Im Mittelabschnitt wandelte sich das Bild. Es muss eine wirksame Kabinenpredigt von Thomas Popiesch gegeben haben. Sie kamen mit Macht und spielten alles oder nichts. Zwei Strafen für die Eisbären kamen ihnen zu Hilfe. Der Ausgleichstreffer fiel in der 32. Minute, da war allerdings die Strafbank leer. Die Unterzahl-Spezialteams der Eisbären machten einen guten Job. Gegen das Geschoss von Phillip Bruggisser von der blauen Linie war aber kein Kraut gewachsen. So gingen diese 20 effektiven Spielminuten an die Gäste. Die Eisbären schienen beeindruckt oder hatten sie bereits mehr Körner verbraucht als Bremerhaven? Nach dem Spiel sagte Eisbären-Kapitän Kai Wissmann, das erste Drittel war gut, das zweite gar nicht und im letzten Drittel haben wir gut verteidigt. Im Mittelabschnitt hatten wir Probleme beim Wechseln, wir konnten die Pucks nicht richtig rausbringen. Sie hatten dadurch die Möglichkeit der kurzen Wechsel und konnten schneller frische Kräfte bringen. Das kommende Spiel in Bremerhaven gehen wir jetzt so an, als wäre es das Spiel 7.

So begann mit dem Schlussabschnitt das Spiel praktisch wieder von vorn. In den Playoffs haben die Trainer so manch unerwarteten taktischen Kniff parat. Angefangen mit kürzeren Wechseln, Reihenumstellungen und dazu spezielle Extras im Angriffsspiel. In der 47. Spielminute hatten die Eisbären ihre zweite Chance im Powerplay und es klingelte erneut vor der Hartmut Nickel Kurve. Es war eine Kopie des ersten Treffers. Der Puck kreiselte zwischen Leo Pföderl, Kai Wissmann und dem Vollender Ty Ronning. Mit einer 2:1 Führung für die Eisbären ging das Spiel in die Schlussphase. Was hatte der Eishockeygott noch vor mit diesem Spiel?

Die Eisbären vergaben den Ko für dieses Spiel, als sie im 5 gegen 3 den Puck nicht unterbringen konnten. Kurz nach dem Ablauf der Strafe scheiterte ein Alleingang eines Bremerhaveners. Da hätte das Spiel auch kippen können. Warum einfach, wenn es auch komplizierter geht. In der 56. Minute erzielte Ty Ronning seinen dritten Treffer im Spiel. So etwas nennt man ein Playoff-Monster, nicht zu vergessen Leonard Pföderl, an allen Treffern war er mit einer Vorlage beteiligt. Es fiel noch ein viertes Tor. Endlich traf wieder Frederik Tiffels, der Speedy Gonzales, schneller als der Puck. Er durfte das Ding in das verwaiste Tor befördern, natürlich nach einem Sprint. Die Vorlage lieferte Pföderl, er war damit an allen Toren beteiligt. Die Eisbären stehen jetzt vor der Aufgabe des letzten entscheidenden Sieges und der wird nicht einfach.

„Es ist hart, nach so einem Spiel als Verlierer vom Eis zu gehen. Erst haben wir eine 3 auf 5 Unterzahl mit über zwei Minuten überstanden und dann entscheidet eine Einzelaktion das Spiel. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir in der Serie drin sind“, so die Sicht von Thomas Popiesch auf das Spiel.

Es ist noch nicht vorbei, ein Sieg, Bremerhaven ist ein gutes Hockeyteam und wird uns nichts schenken, am Freitag, 26. April 2024 geht es weiter. Ein Wort zu Ty Ronning, er ist ein Spieler mit einem großen Kämpferherz.

Hans-Peter Becker

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Photos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer; Quapp) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Mik, Ellis (A); Geibel – Ronning, Boychuk, Pföderl; Tiffels, Byron, Eder; Veilleux, Cormier (A), Hördler; Heim, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Gudlevskis (Franzreb; Graf) – Kreutzer, Eminger; Kälble, Bruggisser; Appendino, Jensen; Rosa-Preto – Urbas, Jeglic, Verlic; Mauermann, Vikingstad, Conrad; Uher, Friesen, Virtanen; Büsing, Wejse, Kinder – Trainer: Thomas Popiesch     

Tore
1:0 – 17:57 – Ronning (Wissmann, Pföderl) – PP1
1:1 – 31:41 – Bruggisser (Kälble, Vikingstad) – EQ
2:1 – 47:23 – Ronning (Pföderl, Wissmann) – PP1
3:1 – 55:17 – Ronning (Pföderl, Boychuk) – EQ
4:1 – 58:01 – Tiffels (Pföderl) – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (2, 4, 0) Minuten – Fischtown Pinguins Bremerhaven: 32 (2, 0, 30) Minuten 

Schiedsrichter

Reid Anderson, Andre Schrader (Marius Wölzmüller, Andreas Hofer)

Zuschauer
14.200

Gerechtes Remis

Füchse spielen 32:32 gegen THW Kiel

Die Einstimmung für die Partie hatten am Samstag, 20.04.2024 gewissermaßen die SG Flensburg-Handewitt und der SC Magdeburg geliefert. Durch den 32:29-Auswärtssieg der Elbestädter war klar, dass sie übers Wochenende hinaus Tabellenführer der HBL bleiben würden. Durch die Niederlage der Norddeutschen jedoch hatten sich die Chance der Füchse auf Platz 2 und die erstmalige Qualifikation zur Champions League weiter verbessert.

Getragen von dieser Konstellation starteten die Gastgeber mit einem 5:0-Lauf (8.) perfekt ins Spiel. Danach nahm THW-Coach Filip Jicha wohl die früheste Auszeit seiner Trainer-Karriere. Der Wachrüttler half den Kielern. Die Füchse verloren in Folge ein wenig die Kontrolle über das Geschehen, was auch der durch die Verletzung von Nils Lichtlein erzwungenen Umstellung geschuldet war. Trainer Jaron Siewert analysierte die Phase im Nachhinein. „Das Tempospiel und das Kreisläuferspiel des THW haben wir dann nicht mehr so gut in den Griff bekommen.“ Fünf Minuten gelang den Berlinern kein Tor, sodass Kiel herankommen und das Spiel ausgeglichen gestalten konnte.

Kurz vor der Halbzeit ging der Rekordmeister erstmals in Führung. Durch Fabian Wiedes Treffer ging es jedoch mit einem 18:18 in die Kabinen. Im zweiten Abschnitt lieferten sich der Zweite und der Vierte der Bundesliga weiter ein Spiel auf Augenhöhe. Die 9.000 Zuschauer in der rappelvollen Max-Schmeling-Halle kamen voll auf ihre Kosten und erlebten ein Spiel, dass alles bot, was den Handball kennzeichnet – Tempo, Einsatz, spektakuläre Tore und Torhüter-Paraden (Milosavljew mit 16 gehaltenen Bällen war der klare Sieger gegen Kiels Bellashene), diskutable Schiedsrichter-Entscheidungen. Mal lag Berlin in Führung – 26:25 (45.), dann wieder Kiel – 27:28 (48.). Treffend charakterisierte Sportvorstand Stefan Kretzschmar die Partei. „Dann war es in der zweiten Halbzeit einfach ein Kampf. Ich bin heute auch sehr stolz auf unsere Mannschaft. Sie hat das Spiel angenommen und alles gegeben. Da will und kann ich dem Team gar nichts vorwerfen.“

Berliner Fuchs gegen Kieler Zebra war am Ende im übertragenen Sinne ein tierisches Vergnügen und das 32:32 ein gerechtes Ergebnis, auch wenn die Gastgeber etwas haderten, hatten sie doch drei Minuten vor dem Abpfiff noch mit 32:30 geführt. Schon am Dienstag, 23.04.2024 geht es für das Berliner Team weiter. Zum Viertelfinal-Hinspiel in der European League kommt der HBC Nantes in den Fuchsbau.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (2), Darj (1), Tollbring (4), Andersson (4), Lichtlein (1), Lindberg (5/2), Gidsel (12), Freihöfer (1), Marsenic (2),

Herbert Schalling

Volleyball Damen 2. Bundesliga: BBSC mit Arbeitssieg gegen Cottbus

BBSC Berlin – SV Energie Cottbus 3:1 (10, 24, -19, 22)    

Das letzte Heimspiel der Saison 2023/24 in der 2. Bundesliga Nord konnte der BBSC mit 3:1 gewinnen, wenngleich sich der Gastgeberinnen zeitweise sehr schwer gegen die unermüdlich kämpfenden Gäste taten.

Der BBSC startete hoch konzentriert und voll motiviert, ließ so den Lausitzern schon mit aggressivem Aufschlagspiel kaum Spielraum und führte sicher mit 16:2, ehe die Gäste so langsam auf Betriebstemperatur kamen und in den Abwehrmodus übergingen. Berlins Trainer Jens Tietböhl setzte während des Spiels lange Zeit auf vier der Youngster im Stammsechser, darunter hatten mit Dordevic, Ligachewa und Birnbaum 16-17-Jährige lange Einsatzzeiten. Mit Beginn des 2. Satzes war das Spiel faktisch ausgeglichen. Cottbus kam immer besser ins Spiel, zumal den Berlinerinnen die anfangs gezeigte Konzentration immer mal wieder abhandenkam. Herrlichen Aktionen in Abwehr und Angriff folgten bald kleine, aber doch so wichtige Ungenauigkeiten – die Schlaggenauigkeit und damit die Durchsetzungsfähigkeit litt. Cottbus nutzte die zwischenzeitlichen Schwächen der Gastgeberinnen gern aus. Vor allem Romy Crüger (2018 in der 2. Mannschaft des BBSC noch einer der absoluten Aktivposten) verwertete wie ihre Mannschaftskolleginnen Juliane Stapel (BBSC als Heimatverein) und Dziyana Jafarava die intelligent gestellten Zuspiele von Sophia Schefner.

Im 4. Satz schickte Trainer Tietböhl mit Annalena Grätz Erfahrung auf das Parkett – auch die langjährige Kapitänin Katharina Kummer kam nach langer Verletzungspause zu ihrem letzten Zweitliga-Einsatz für den BBSC. So konnten die letzten Punkte für den BBSC gesichert werden – in der Tabelle hatte sich der Verein schon am vergangenen Wochenende den 3. Tabellenplatz erkämpft.

Zum MVP des Abends wählten die Trainer Außenangreiferin Dziyana Jafarava (Cottbus), die mit ihren kraftvollen und platzierten Angriffsschlägen überzeugte, sowie die Berliner Libera Annika Kummer, die wie so häufig durch gutes Stellungsspiel und artistische Abwehraktionen das Publikum begeisterte.

Schon in einer Satzpause ehrte der BBSC 3 Jugendmannschaften für ihre guten Leistungen bei den Berliner und Regionalmeisterschaften. Nach dem Spiel verabschiedete der Verein mit Katharina Kummer eine der wesentlichen Konstanten der Bundesligamannschaft. „Kathi wird verletzungsbedingt ihre Karriere nach 23 Jahren leistungsorientiertem Volleyballsport beenden, dem Verein aber im Trainerstab weiter zur Verfügung stehen“ dankte Trainer Tietböhl „der immer zuverlässigen Athletin, die lange Jahre der Mannschaft ein Gesicht gegeben hat“.

Nach dem letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende in Potsdam geht der BBSC in die verdiente Sommerpause. Trainer und Vereinsführung stecken längst in der Planung für die neue Saison – will man doch für das Publikum auch ab September wieder attraktiven Volleyball auf das Parkett zaubern.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Leni Kirchhoff, Katharina Kummer, Romy Birnbaum, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Maren Fromm, Daniela Ligacheva, Emely Radügge.

Burkhard Kroll

Anschluss vor ausverkauftem Haus

Die BR Volleys haben sich am Samstagabend (20.Apr. 2024) in der Playoff-Finalserie um die Deutsche Meisterschaft 2024 angemeldet. Der Titelverteidiger holte mit einem 3:1-Erfolg (24:26, 25:19, 25:22, 25:15) vor einem mit 8.553 Zuschauern ausverkauften Volleyballtempel Max-Schmeling-Halle den ersten von drei nötigen Siegen. Erstmals wurde Tobias Krick MVP und fährt mit seiner Mannschaft nun wieder an den Bodensee, wo am Dienstag (23. Apr um 19.00 Uhr) Spiel vier ansteht.

Das große Fragezeichen hinter Kapitän Ruben Schott wurde mit einem „Ja“ beantwortet. Der BR Volleys Kapitän stand von Beginn an auf der Platte, verbuchte den ersten Punkt und sorgte mit seinem schnellen Aufschlag auch ein erstes Mal für Unruhe aufseiten des VfB Friedrichshafen (3:1). In der prickelnden Atmosphäre der Arena entwickelte sich sofort ein hochattraktives Match (7:6). Johannes Tille erzielte das erste Ass für seine Farben an diesem Abend (10:8). Die Berliner zeigten sich im Sideout deutlich verbessert, aber vor allem Superlak hielt eindrucksvoll dagegen (17:17). Der einzig Neue in der Startformation, Mittelblocker Tobias Krick, erzielte das wichtige Break zum 22:20, doch mit Aufschlagjoker Savonsalmi drehte der VfB die Schlussphase (23:24) und Superlak nutzte den zweiten Satzball mit seinem neunten Punkt im ersten Satz (24:26).

Auch der Start in den zweiten Spielabschnitt verlief wenig vielversprechend, weil Timothée Carle zweimal im Häfler Block hängenblieb (1:3). Nun wurde es endgültig eine mentale Herkulesaufgabe für die Hauptstädter. Aber dann ging der nötige Ruck durch die Berliner Mannschaft. Zwei Asse von Marek Sotola gaben Auftrieb und als Schott seine Aufschlagserie startete, bebte der Volleyballtempel mächtig (15:9). Nehemiah Mote drehte auf und sammelte fleißig Punkte (20:14). Dazu blockte Tille gegen Fornal (24:18) und Carle gegen Superlak (25:19). Es war der fünfte zu diesem Zeitpunkt für den Franzosen.

Das Match legte an Intensität noch einmal zu. Die BR Volleys erwischten den besseren Start in Durchgang drei (4:0), aber der VfB hatte eine Antwort (7:7). Dann trat Carle an die Linie und gab den Männern in Orange und ihren Fans frische Energie (11:8). Immer wieder begegneten sich Carle und Superlak am Netz, Berlins Außenangreifer lockte den Polen zum 16:13 ins Netz. Sotola war Berlins bester Aufschlagspieler an dem Tag, sein Ass bedeutete das (18:14). Allerdings stach wieder Joker Savonsalmi (20:20), doch Tille antwortete von der Linie – unter anderem mit einem Ass (23:20). Sotola schlug den Block abschließend an und sorgte für Jubelstürme auf den Rängen (25:22).

Krick, der im Satz zuvor bereits drei Blocks setzte, hielt mit seinem vierten die Flamme am Lodern (3:2). Dazu war sein Mittelblocker-Kollege Mote im Angriff weiter nicht zu stoppen. Der Australier besorgte das 9:6 im vierten Satz. Wieder hielt Sotola ein Ass für das tobende Publikum parat (14:9). Anschließend brachten Kricks Abwehraktionen die Arena zum Explodieren und das Heimteam zog davon (19:11). Jetzt ging alles. Satoshi Tsuikis Abwehr landete zum 23:13 im Häfler Feld und Masso setzte den letzten Service des Abends ins Aus (25:15). Mit diesem Erfolg und reichlich Rückenwind fahren die BR Volleys nun nach Friedrichshafen und wollen am Dienstag den nächsten Friedrichshafener Matchball abwehren.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das war heute in erster Linie eine Sache des Willens. Wir haben Mentalität gezeigt. Wenn Tobias Krick mehrfach quer zum Hallenboden in der Luft liegt, weißt du, dass Wille, Einsatz und Leidenschaft stimmen. Am Ende wird das Team die Deutsche Meisterschaft gewinnen, dass mehr Widerstandsfähigkeit zeigt. Heute waren das erstmals in dieser Serie wir.“

Joel Banks: „Wir kamen, wie schon am Mittwoch, wieder mit guter Mentalität auf die Platte. Wir konnten eine riesige Energie aus dem fantastischen Publikum ziehen. Heute haben wir gezeigt, was wir können. Ich glaube, die zwölf Tage Pause haben uns ruiniert. Es scheint, als hätten wir das jetzt abgeschüttelt und waren endlich wieder im Rhythmus. Jetzt wollen wir daran am Dienstag anknüpfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Robert Täht, Leon Dervisaj, Timo Tammemaa

Bestwerte
Carle 23 Punkte, 6 Blocks | Sotola 20 Punkte, 4 Asse | Mote 13 Punkte, 80 % Angriffsquote | Krick 11 Punkte, 5 Blocks

Christof Bernier/BR Volleys