Derbyerfolg vor vollem Haus

Einen 3:0-Auswärtssieg (25:10, 25:20, 25:15) feierten die BR Volleys am zweiten Spieltag bei den Energiequelle Netzhoppers KW. In der mit 918 Zuschauern pickepackevollen Paul-Dinter-Halle überzeugten die Berliner um MVP Timo Tammemaa vor allem in den Sätzen eins und drei. Damit gelang die Generalprobe für das wichtige DVV-Pokal-Achtelfinale, welches die Hauptstädter am Samstagabend (04. Nov. um 20.00 Uhr) am Bodensee beim VfB Friedrichshafen bestreiten.

Wie angekündigt rotierte Headcoach Joel Banks in diesem zweiten Bundesligaspiel und bot Timo Tammemaa, Robert Täht, Saso Stalekar und Daniel Malescha gegenüber dem 3:1-Heimerfolg gegen Giesen von Beginn an auf. Dazu standen Johannes Tille, Timothée Carle und Libero Adam Kowalski auf der Platte. Der estnische Mittelblocker Tammemaa eröffnete das Match in der bis auf den letzten Platz gefüllten Paul-Dinter-Halle direkt mit einer Aufschlagserie (4:0) und schnell gaben die Berliner den Ton an. Während das junge Netzhoppers Team jeden Punkt zu feiern wusste, startete Tammemaa die nächste Serie inklusive zwei Assen (13:6). So wurde der Auftaktsatz eine überaus deutliche Angelegenheit für die BR Volleys (22:8, 25:10).

Mit erfolgreichen Blockaktionen brachte das Heimteam zum Start von Durchgang zwei die Heimhalle zum Toben (3:4). Zwei Übertritte von Malescha in Folge brachten die Hauptstädter weiter ins Hintertreffen (7:9). Nach einem Ass von Zuspieler Djifa Amadegnato lagen die Netzhoppers lange knapp vorn (14:15, 16:17), dann erhöhten die Berliner aber wieder entscheidend den Druck und übernahmen das Zepter (22:18). Diagonalangreifer Malescha beendete diesen Satz per Angriff und Ass (25:20).

Der dritte Spielabschnitt glich dem ersten. Schnell setzte sich der Deutsche Meister mit Tammemaa am Aufschlag ab (9:0) und ab dem Zwischenstand von 11:3 durfte Leon Dervisaj für Tille zuspielen. Banks gab auch Cody Kessel noch Einsatzzeit (14:5). Der Amerikaner und seine Nebenmänner ließen keine Zweifel mehr am Ausgang aufkommen und gewannen gegen nie aufsteckende Netzhoppers schließlich auch Satz drei mit (25:15). Die Statistik wies in der Endabrechnung starke neun Blocks für die Gastgeber auf, die BR Volleys verbuchten zehn direkte Aufschlagpunkte. MVP wurde zum zweiten Mal in Folge ein Berliner Mittelblocker, denn Tammemaa schlug allein sieben der zehn Berliner Asse.

Stimme zum Spiel
Joel Banks: „Wir konnten an den Freitag angeknüpfen und kamen sehr gut aus den Startlöchern. Wir haben mit den Netzhoppers also das gemacht, was Giesen mit uns gemacht hat. Im zweiten Satz ging unser Aufschlagdruck verloren, aber am Satzende haben wir wieder Qualität gezeigt. Im dritten Satz konnten wir dann an den ersten anknüpfen und uns in ein, zwei Schlüsselelementen steigern. Jetzt sind wir bereit für ein großes Spiel am Samstag in Friedrichshafen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Robert Täht (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Daniel Malescha (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Nehemiah Mote, Cody Kessel, Leon Dervisaj

Topwerte
Malescha 12 Punkte | Stalekar 9 Punkte, 3 Blocks | Tammemaa 8 Punkte, 5 Asse | Tille 4 Asse

Christof Bernier/BR Volleys

Niederlage im Pokal – Urs Fischer sieht rot

Den Schweizern wird gemeinhin nachgesagt, die Ruhe wegzuhaben und aus selbiger sind sie schwer zubringen. Die aktuelle Situation beim 1. FC Union führt mehr und mehr dazu, dass die sprichwörtlichen Nerven blank liegen. Nach dem Abpfiff sah Urs Fischer die rote Karte, weil er etwas zu heftig Schiedsrichter Sascha Stegemann bedrängt haben soll. Der souverän leitende Schiedsrichter kam bis zur 85. Minute ohne farbliche Verwarnungen aus. Erst in der Schlussphase wurde es hektisch, die alles andere als überzeugend auftretenden Unioner hatten noch eine Chance auf die Verlängerung. Die Stuttgarter hatten den Sack nicht zubinden können.

In den Großaufnahmen der TV Kamera war Urs Fischer die Anspannung anzumerken. Eine größere Personalrochade und eine taktische Umstellung sollten die Wende bringen. Nach der 0:1 Niederlage bleibt zu konstatieren, dass Stuttgart eben einen Tick besser, das eine Tor besser war. Den Eisernen ist durchaus eine Leistungssteigerung zu bescheinigen, es reichte wieder nicht. „Ich habe heute über 90 Minuten ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Meine Mannschaft kam mit dem neuen System gut zurecht und war gut in der Partie. Es gab Chancen auf beiden Seiten, aber am Ende entscheidet wieder eine Aktion das ganze Spiel. Insgesamt aber war es eine tolle Reaktion meiner Mannschaft.” So sah Trainer Fischer das Spiel, ein Indiz dafür, dass die Mannschaft ihm folgt.

Taktisch sortierte sich seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 und phasenweise in einem 4-3-3 System. Lediglich Kevin Behrens war in der eigenen Hälfte von Abwehraufgaben entbunden. Sheraldo Becker und Benedict Hollerbach sollten versuchen, über die Flügel anzugreifen und brauchbare Flanken für Behrens oder den als hängende Spitze nachrückenden Kevin Volland zu sorgen. Die Durchschlagskraft hielt sich in Grenzen und sieben Torschüssen und drei halbwegs brauchbare Torgelegenheiten sind alles andere als ein Angriffsfeuerwerk. Volland spielte nahe am Totalausfall und Behrens war nicht viel besser. Bei Becker hatte man wenigstens das Gefühl, dass mit einem gekonnten Dribbling Gefahr aufkommen könnte. Hollerbach war bemüht, fehlende Spielpraxis konnte er mit seiner Spritzigkeit nicht wettmachen, zumal er auf eine ganz andere Qualität von Verteidigern trifft.

Beide neutralisierten sich weitgehend, zumal bei einem Pokalspiel, wo am Ende nur der Sieg zählt, eine gewisse Vorsicht oft übertrieben wird. Diese Niederlage für die Eisernen spitzt die Lage weiter zu. Die aktuelle Situation ist genauso schwer zu erklären, wie die Erfolgsjahre nach dem Aufstieg. Fußball ist zwar ein einfaches Spiel, dass ab und zu kompliziert daherkommen kann. Eine Trainerentlassung würde jetzt nichts bringen. Bereits am Samstag, 4.11.2023 kommt die Frankfurter Eintracht in die „Alte Försterei“ und am Mittwoch darauf geht die Reise nach Neapel.

Hans-Peter Becker

Foto: © Hans-Peter Becker

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Derby bei runderneuerten Netzhoppers

Nachdem die Berlin Recycling Volleys am Freitag, 27.10.2023 einen gelungenen Saisonauftakt in der Volleyball Bundesliga feierten, steht nun direkt die erste von vielen “Englischen Wochen“ des Spieljahres 23/24 ins Haus. Kapitän Ruben Schott & Co treten am Dienstagabend (31. Okt um 20.00 Uhr) in der Paul-Dinter-Halle zum Derby bei den Energiequelle Netzhoppers KW an. Gegen das junge Team des Gastgebers wollen die Hauptstädter ihrer Favoritenrolle gerecht werden und setzen darauf, dass viele der eigenen Fans die kurze Reise nach Königs Wusterhausen antreten. Das Match wird im kostenpflichtigen Livestream bei Dyn übertragen.

Trainer Joel Banks und seine Spieler werden sich am Dienstag mit einem guten Gefühl auf den rund 50 Kilometer langen Weg von ihrem Trainingszentrum am Berliner Glockenturm in den Landkreis Dahme-Spreewald begeben. „Wir wollen das positive Momentum des erfolgreichen Starts weiter nutzen. Natürlich stimmt es, dass wir auch schon ein Auge auf das wichtige Pokalspiel am Samstag auswärts in Friedrichshafen werfen müssen, dennoch nehmen wir jeden unserer Gegner ernst. Wir kennen die Netzhoppers aus Testspielen in der Vorbereitungsphase und wir werden darauf achten, dass wir mit der richtigen Einstellung an diese Aufgabe gehen, um bestenfalls den zweiten Sieg der Saison einzufahren“, sagt der gebürtige Brite.

Nach dem zum Ende der letzten Saison eröffneten Insolvenzverfahren mussten Klub und Mannschaft bei den Netzhoppers komplett neu aufgestellt werden. Im Zuge des Neuanfangs kehrt der Verein zudem zurück zu seinen Wurzeln, nennt sich nur noch Energiequelle Netzhoppers Königs Wusterhausen und hat mit dem Verschwinden der Stadt Bestensee aus dem Namen auch den Spielort gewechselt. Statt in der Landkost-Arena werden die Heimpartien fortan in der 800 Zuschauer fassenden Paul-Dinter-Halle ausgetragen, wo einst im Jahr 2006 der Erstligaaufstieg bejubelt wurde. Laut dem neuen Manager Dirk Westphal wurden die personellen Ressourcen der Geschäftsstelle verstärkt und sportlich ein junges Team zusammengestellt, das behutsam aufgebaut werden soll und mit ähnlichen Voraussetzungen wie in vergangenen Jahren der VC Olympia Berlin an den Start geht. Mit Djifa Amedegnato, Tim Türpe sowie Jannes Wiesner stehen gleich drei Spieler im Kader, die dem berlinweiten Nachwuchskonzept der SCC JUNIORS entstammen. Die Durchschlagskraft des Außenangreifers Wiesner sowie seines Positionskollegen Linus Engelmann fehlt den Netzhoppers momentan jedoch. Beide sollen im Team von Coach Alejandro Kolevich in Zukunft wichtige Rollen einnehmen, sind zurzeit aber verletzt.

Beim Bounce House Cup in Hildesheim reichte es auch deshalb nur zum 11. Platz. Im ersten Bundesligaspiel in Lüneburg unterlag man der heimischen SVG mit 0:3. „Die Netzhoppers agieren viel mit Flatteraufschlägen und kämpfen leidenschaftlich in der Abwehr. Für uns wird wichtig sein, dass wir unser Spiel zusammenhalten und den nächsten Schritt machen. Wir verfügen über einen Kader mit vielen Optionen und jeder arbeitet hart für seinen Platz im Team, sodass es ganz sicher die eine oder andere Rotation geben wird“, stellt BR Volleys Coach Joel Banks einen Personalwechsel im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen die Helios Grizzlys Giesen in Aussicht.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Pressefoto Credit: © Andreas Gora

Hertha mit teurem Sieg – Union hat weiter Wachstumsschmerzen

„Union muss sofort reagieren: Ruhnert und Fischer raus – Bobic und Schwarz holen, dann gibt es endlich wieder geile Derbys!“ – Dieses Zitat fand ich in einem Fan-Forum und Sie wissen ja, Humor ist es, wenn man trotzdem lacht. Am vergangenen Samstag, 28.10.2023 stellte Hertha seine beeindruckende Effizienz im Angriff unter Beweis und brachte gegen Paderborn einen 3:1 Sieg unter Dach und Fach. Gewinnen oder Verlieren, war bisher das Motto, ein Unentschieden hat es in dieser Saison für die „Alte Dame“ noch nicht gegeben. Das trifft auch auf den kommenden Gegner zu. Der FC Hansa Rostock hat seine beiden letzten Spiele um Punkte verloren. Jetzt kommt Hertha mit dem teuer erkauften Sieg. Abwehrchef Toni Leistner ist gesperrt und mit Bence Dardai ein weiterer Spieler auf der Verletztenliste. Zuvor kommt Bundesligist Mainz 05 zum Ko-Spiel im DFB-Pokal in das Olympiastadion. Die Mainzer haben einen Katastrophenstart hingelegt, zieren mit ganzen drei Punkten das Tabellenende und sind als einziger Club der Beletage des Profifußballs bisher ohne Sieg in der laufenden Saison. Ein Weiterkommen ist schwer, wäre finanziell lohnenswert.

Was ist mit dem 1. FC Union? Geht so schnell wie es nach oben ging, jetzt abwärts? Im Gegensatz zum Champions League Spiel gegen Neapel, war der Auftritt im Bremer Weserstadion richtig schlecht. Halbwegs okay war die Anfangsphase, allerdings mehr als eine Chance durch Kapitän Christopher Trimmel sprang dabei nicht heraus. Die zu Beginn nervös wirkenden Bremer bekamen das Spiel mehr und mehr in den Griff. Sie profitierten zudem von dem Kopfballtreffer durch Robin Knoche, der einen Bremer Freistoß in die eigenen Maschen beförderte. Ab der 60. Minute waren sie dezimiert, Rani Khedria verabschiedete sich mit glatt Rot aus diesem Spiel. Wieder kein Tor geschossen, seit über 270 Minuten jetzt den gegnerischen Torwart verschont. Blicken wir genau ein Jahr zurück, 9. Spieltag der Saison 2022/23, Union führte mit 20 Punkten die Tabelle an und die Hertha hatte sogar 2 Punkte mehr auf Konto als aktuell die Köpenicker.

Die Experten rätseln, was da los sein könnte. Eine Fußballmannschaft ist ein komplexes Gebilde, ein Gefüge muss sich einstellen auf und neben dem Platz. Die Neuen müssen in das Gefüge passen und da scheint bereits ein Problem zu liegen. Durch die Champions League Qualifikation wurde Personal in die Wuhlheide gelockt, das im Gegensatz zu den Vorjahren wohl schwerer in das Gefüge, sportlich und wohl auch finanziell, einzupassen ist. Mit Leonardo Bonucci wurde ein 121-facher Nationalspieler Italiens verpflichtet, was macht das mit den anderen Spielern, sollte er zudem über ein höheres Gehalt verfügen? Ähnliches könnte auf Robin Gosens und Lucas Tousart zutreffen.

Was zunächst wie eine kleine Delle in Form einer Ergebniskrise daher kam, entwickelte eine Eigendynamik. Die einstigen Tugenden, Kompaktheit und schier unermüdlicher Einsatzwille sind abhanden gekommen. Zwar gehört Union weiter zu den laufstärksten Mannschaften, aktuell nach Heidenheim und Hoffenheim, doch fehlt es an Präzision im Spielaufbau und bei den Abschlusshandlungen. Das 2:0 für Bremen durch Marvin Duksch war Weltklasse, bemerkenswert war aber auch die Inaktivität und Abstimmung der Abwehr.

Angesichts der Niederlagenserie ist es legitim, die Trainerfrage zu stellen. Zu jetzigen Zeitpunkt verbietet sich ein Wechsel. Bereits am Dienstag, 31.10.2023 wird im DFB-Pokal in Stuttgart beim VfB gespielt, dann kommt Eintracht Frankfurt und unter der Woche geht es in Neapel weiter. Bis zur nächsten Pause nach dem 11. Spieltag, ab dem 12.11.2023, hat sich die Lage entweder stabilisiert oder die Diskussionen werden weiter gehen. Urs Fischer hat viel für den Verein getan, er kann wohl nur selbst gehen.

Hans-Peter Becker

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Spandau will Rückrunde im Vorwärtsgang starten

Am vergangenen Samstag haben die Wasserfreunde Spandau 04 mit dem 23:6-Heimsieg im Bundesliga-Lokalderby gegen die SG Neukölln mit Bravour gewonnen und sind damit weiterhin minuspunktfrei. Das trifft auch auf den größten Konkurrenten um die Deutsche Meisterschaft, auf Waspo 98 Hannover, zu. Am Dienstag steht jedoch die zweifellos größere und wichtigere Herausforderung in der Schöneberger Schwimmhalle auf dem Programm. Dann empfängt um 19.30 Uhr die Mannschaft von 04-Trainer Athanasios Kechagias zum Auftakt der Rückrunde der Gruppe D in der Champions League den spanischen Meister CN Atletic Barceloneta (CNAB) zum Spitzenspiel.

Barceloneta, national in der laufenden Saison nach sechs Partien ungeschlagen und auch in der Königsklasse CL in drei Auftritten jeweils Sieger (9:0 Punkte), will seine reine Weste auch gegen die Berliner – Spandau hat in drei nationalen Liga-Partien sowie den DSV-Supercup gewonnen und in der CL-Hauptrunde als Gruppen-Zweiter bereits 2 Siege (6 Punkte) verbucht – behaupten.

Der Sieger des Duells am Dienstag dürfte beste Aussichten auf den Einzug in die Zwischenrunde der CL haben. Neben Spandau und Barceloneta sind auch CN Marseille (3) und Vouliagmeni (0) ebenfalls noch nicht chancenlos.

Spandau hat mit Blick auf die Begegnung den festen Willen, sich für die empfindliche Niederlage in Barcelona, nämlich das 6:16 Ende September am Mittelmeer, zu rehabilitieren.

Die Formsteigerung des Berliner Teams in den vergangenen Wochen spricht dafür, dass das durchaus möglich ist. Das vom Kroaten Elvis Fatovic trainierte Barceloneta mit seinem glänzend besetzten Team von Individualisten, die fast ausnahmslos auswahlerfahren sind, wird für die Mannschaft von Spandaus Trainer Kechagias eine anspruchsvolle Aufgabe. Bei Vouliagmeni (von Spandau daheim 14:13 besiegt) rettete CNAB auswärts gerade ein 12:11, gegen Marseille (von Spandau daheim 13:10 geschlagen) gewann Barceloneta im Heimbecken mit 9:7. „Hinten kompakt und vorne durchsetzungsstark, das muss unser Rezept sein, mit dem wir die offensiv orientierten Spanier beeindrucken wollen. Dann sind die Spanier vielleicht auch zu packen“, glaubt Spandaus Trainer Athanasios Kechagias.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2023 / 2024

31. Oktober 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – CNA Barceloneta

Spieltag 4

Spielbeginn: 19:30 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Erfolgreiche Jagd – Eisbären besiegten Tigers in der Overtime

DEL 15. Spieltag 29.10.2023 14:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 3:2 OT (2:0/0:2/0:0/1:0)

Die Straubing Tigers stellten sich bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison in der Arena am Ostbahnhof vor. Die letzte Begegnung liegt sogar erst reichlich zwei Wochen zurück. Es war Freitag, der 13. Oktober, erst die Ehrung für 500 Spiele im Eisbärentrikot für Marcel Noebels und anschließend eine Niederlage nach Penalty.

Bevor es losgehen konnte, wurde eines tragischen Ereignisses gedacht. Tags zuvor kam bei einem Eishockeyspiel in England der ehemalige DEL-Spieler Adam Johnson tragisch ums Leben. Johnson spielte in der letzten Saison für die Augsburger Panther.

Nun, die Neuauflage und alles noch im Oktober. Die Eisbären erwischten einen Start nach Maß, es waren erst 38 Sekunden gespielt, da durfte Straubings Goalie Florian Bugl bereits den Puck aus dem Netz holen. Einen Fehler im Aufbauspiel nutzte Blaine Byron zu ganz schnellen Führung. Bis zur ersten Drittelpause spielten fast nur die Eisbären. Sie wollten das zweite Tor und sie bekamen es, wenn auch erst 8 Sekunden vor Ablauf der Spieluhr. Das 2:0 war ein Eishockeytor allererster Güte. Die dritte Sturmreihe zauberte und Yannick Veilleux durfte vollenden, die Assistenz lieferten Patrice Cormier und Eric Hördler.

Was war mit den zuletzt so stark aufspielenden Gästen? Sie brauchten etwa 30 Minuten, um in Berlin anzukommen und glichen aus. Innerhalb von zwei Minuten besorgten sie den Gleichstand. In der 37. Minute traf Joshua Samanski und in der 39. Minute war Tim Brunnhuber erfolgreich. Einige Hochkaräter hatten die Eisbären liegengelassen.

So musste das Schlussdrittel „eventuell“ die Entscheidung bringen. Geizten bis hierhin beide mit Strafen, so boten die Gäste gleich zu Beginn den Eisbären zweimal und kurz hintereinander die Gelegenheit zum Powerplay. Die Straubinger sind aktuell das beste Team, wenn es gilt, in Unterzahl zu agieren. Sie überstanden beide Strafzeiten. Zu erwähnen ist ein Monstersafe von Bugl. Da waren die Arme der Spieler in den pinken Trikots bereits im Jubelansatz, doch der Puck war im Fanghandschuh. Wie hat er das gemacht? So wurde ein Nervenspiel vor 14.100 Zuschauern.

Bis die Spieluhr lediglich eine einstellige Restzeit anzeigte, war keine Entscheidung gefallen. Chancen auf beiden Seiten und ein bemerkenswerter Support von zirka 200 mitgereisten Schlachtenbummler aus Bayern. Knapp sieben Minuten vor dem Ende musste Tobi Eder auf die Strafbank. Diese Strafzeit verging ohne Wirkung. Es ging rauf und runter, der Puck wollte einfach nicht rein. Es blieb beim 2:2 nach der regulären Spielzeit. Die besseren Chancen in der hektischen Schlussphase hatten die Eisbären.

In der Verlängerung machte der Spieler des Tages, Blaine Byron alles klar. Mit seinem Treffer, exakt drei Minuten vor dem Ende der Verlängerung, holten sich die Eisbären den verdienten Sieg. Sein erstes Spiel im Eisbären-Tor absolvierte Jonas Stettmer, er machte seine Sache gut. In seinen exakt 62 Einsatzminuten konnte er 24 Schüsse abwehren. Beim Abschlusstraining, einen Tag vor dem Spiel, hatte er erfahren, dass es zu seiner Premiere in der Arena kommen wird. Sein erstes DEL-Spiel für die Eisbären hatte auswärts in Frankfurt. Für den Kooperationspartner Lausitzer Füchse hat er bereits sieben Spiele in der DEL 2 absolviert.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte sich Straubings Trainer Tom Pokel zu den ersten 30 Spielminuten. Mental waren wir da nicht anwesend, für einige Spieler war es schwer, sie waren sehr nah dran, (gemeint war der tragische Unfall) haben mit Ihm zusammengespielt und gelebt, auch in Nordamerika. Es war schwierig, die Jungs heute zu unterstützen. Wir konnten uns steigern und sehen das Ergebnis als einen gewonnenen Punkt an.

Blaine Byron, Doppeltorschütze, erzielte das entscheidende Tor in der Verlängerung, spielte mit dem verunglückten Johnson längere Zeit zusammen in Nordamerika, brachte nach dem Spiel seine Trauer zum Ausdruck.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Melchiori, Finkelstein; J. Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Eder; Noebels (A), Boychuk, Heim; Veilleux, Cormier, Hördler; Mik, Wiederer, Bartuli – Trainer: Serge Aubin

Straubing Tigers: Bugl (Miska) – Braun, Samuelsson; Mattinen, Klein; Kohl, Zimmermann; Daschner – Sheehy, Samanski, Connolly; Zengerle, Scott, M. Müller; Bradley, Brunnhuber, Fonstad; Clarke, Schönberger – Trainer: Tom Pokel

Tore
1:0 – 00:38 – Byron (Eder, Tiffels) – EQ
2:0 – 19:52 – Veilleux (Finkelstein) – EQ
2:1 – 36:26 – Samanski (Bradley,Connolly) – EQ
2:2 – 38:42 – Brunnhuber (Braun) – EQ
3:2 – 62:00 – Byron (Boychuk) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4, 0) Minuten – Straubing Tigers: 10 (2, 2, 6, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Martin Frano (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)

Traumstart für den Titelverteidiger

Schöner hätte die 50. Saison der Volleyball Bundesliga für die Berlin Recycling Volleys kaum beginnen können. Gegen starke Helios Grizzlys Giesen drehte der Deutsche Meister einen Satzrückstand in einen 3:1-Heimsieg (21:25, 25:20, 25:17, 29:27) und durfte vor 6.513 Zuschauern einen verdienten Auftakterfolg bejubeln. Von den zwei überragenden Berlinern Adam Kowalski und Nehemiah Mote durfte sich letztlich der Australier an diesem Freitagabend in der Max-Schmeling-Halle über die erste MVP-Medaille freuen.

Mit einem Meer aus Handylichtern und ohrenbetäubendem Lärm heizte die mächtige Saisonauftaktkulisse bei der neugestalteten Teampräsentation Ruben Schott & Co ordentlich ein. Mit der Präsentation aller zwölf Bundesligisten dank Unterstützung des Berlin Dance Teams und auch wenn Neuzugang Tobias Krick den ersten Berliner Punkt der Saison per krachendem Angriff in den Dreimeterraum erzielte, hatten aber anschließend die Giesener in Satz eins deutlich mehr Grund zur Freude. Schnell zogen die Grizzlys mit starkem Blockspiel und beeindruckender Ruhe davon (1:4, 8:15). Alle intensiven Ballwechsel und damit auch der Auftaktsatz gingen verdientermaßen an die bestens vorbereiteten Gäste (14:20, 21:25).

Es war wohl die Anlaufzeit, welche die Hauptstädter für die neue Spielzeit benötigten, denn dann kamen Kapitän Schott und seine Nebenmänner ins Rollen. Hannes Tille servierte zum Start von Satz zwei brilliant (5:0). Während der Giesener Diagonalspieler, Michiel Ahyi, unbeeindruckt weiter auftrumpfte, arbeitete sich Marek Sotola mit seinem Team ins Match (16:11). Headcoach Joel Banks bewies erstmals mit der Einwechslung von Timo Tammemaa ein gutes Händchen, denn der Este servierte gleich zwei Asse zum Abschluss des dritten Satzes (25:20).

Nun gaben der überragende Libero Adam Kowalski und seine Teamkollegen nicht mehr nach. Wenngleich die Grizzlys dagegenhielten, sorgten Tille und Nehemiah Mote für weitere Highlights per Ass und Angriff (11:8). Die BR Volleys spielten begeisternden Volleyball und vor allem Mote agierte zeitweise wie im Rausch. Zwei Blocks des Australiers in Folge und dieser Durchgang war endgültig entschieden (25:17). Die Drittplatzierten des Bounce House Cup ließen nicht locker und meldeten sich in Satz vier noch einmal zurück (9:12). Ahyis Block brachte die Hausherren unter Druck (18:20) und Giesen hatte Satzbälle (24:23). Aber Schotts Ass kippte das Geschehen (26:25) und Tammemaa setzte den letzten Block des Tages zum furiosen Ende eines furiosen Abends (29:27).

Stimmen zum Spiel
Joel Banks: „Was war das für ein Volleyball-Spektakel! Diese Saisoneröffnung war genau die richtige, um Volleyball in Deutschland nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation im Spotlight zu halten. Es hat mir große Freude bereitet, vor dieser Kulisse mein erstes Match zu coachen. Beide Seiten haben großartig gekämpft, aufgeschlagen und abgewehrt. Wir haben vieles gut gemacht und dürfen entsprechend glücklich sein.“

Nehemiah Mote: „Das ist mein drittes Jahr hier und es ist immer fantastisch so eine orange-schwarze Crowd zu sehen. Dafür spielen wir dieses Spiel, so macht der Sport Spaß. Ich finde nicht, dass wir im ersten Satz gestruggelt haben. Giesen kam einfach klasse ins Spiel und hat individuell unfassbar stark begonnen. Aber wir haben uns zurückgekämpft und dafür muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wenn die Außenblocker ihren Job so gut machen wie heute, kann ich daneben auch mal glänzen und sieben Blocks sammeln.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Daniel Malescha, Timo Tammemaa, Saso Stalekar, Cody Kessel, Robert Täht

Topwerte
Sotola 21 Punkte | Mote 14 Punkte, 7 Blocks, 78 % Angriffsquote | Tammemaa 11 Punkte, 3 Blocks | Kowalski 73 % Annahme

Christof Bernier/BR Volleys

© Pressefoto Credit: Andreas Gora

Drei Tore von Marcel Noebels – Eisbären drehen das Spiel in der Schlussphase

DEL 14. Spieltag

27.10.2023 19:30 MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 5:3 (0:1/2:1/3:1)

© Foto: Hans-Peter Becker

Das erste Viertel der Saison ist herum, jetzt beginnt die erste Serie der Rückspiele. Das Hinspiel am 29. September 2023 ging in der Helios-Arena in Schwenningen mit 1:4 verloren. Laufkundschaft gibt es in dieser Liga sowieso nicht. Erstmals kam Eisbären-Legende Steve Walker als Chef-Coach nach Berlin und hatte seine Nummer 27 unter dem Hallendach gut im Blick.

Vor dem Spiel wurde einer Dauerkarteninhaberin, seit 15 Jahren gönnt sie sich dieses Vergnügen, zum Geburtstag gratuliert. Es war der 95zigste, da kann man nur weiterhin alles Gute wünschen, man ist so alt, wie man sich fühlt.

Leider sahen die Eisbären im ersten Drittel fast älter aus, fanden schwer in das Spiel. Es lief noch die erste Minute des Spiels, da musste bereits Julian Melchori wegen Beinstellens auf die Sünderbank. Kurz nach Ablauf der Strafe, 10 Sekunden später, schlug ein Geschoss von Tyson Spink im Eisbärenkasten ein. Sie kassierten im Anfangsdrittel zwei weitere Strafen. Yannick Veilleux war der Sünder, erst ein hoher Stock und ein Bandencheck. Die Strafen störten empfindlich den Rhythmus. Zudem fehlte in der bisher so erfolgreichen Sturmreihe, mit Marcel Noebels und Zack Boychuk, der Vorlagengeber Leonard Pföderl. So ging das erste Drittel an die Gäste.

Im Mittelabschnitt begannen die Eisbären in Überzahl. Auf den ersten Eisbärentreffer mussten die Fans bis zur 28. Minute warten. Marcel Noebels konnte eine Vorarbeit Zack Boychuk im Tor unterbringen. Zunächst hatte Joacim Erikkson im Schwenninger Tor den Puck abwehren können, der „zweite“ Puck landete wieder bei den Stürmern und es stand 1:1. In der 36. Minute trafen die Eisbären nur das Gestänge und im Gegenzug hatten die Schwarzwälder mehr Glück. Erneut war es Tyson Spink, der zielte genauer und überwand Jake Hildebrand. Es wurde hektisch, die ersten Strafen wegen übertriebener Härte verhängt. In der 40. Spielminute nutzten die Eisbären ein Powerplay und glichen aus.

Wie gewonnen, so zerronnen, Alexander Karachun tanzte die Eisbärenabwehr aus und brachte die Gäste zum dritten Mal in Führung, so geschehen in der 44. Minute. Es war ein hektisches, zerfahrenes Eishockeyspiel, die Gefahr, das nächste Heimspiel zu verlieren, nahm mit bedrohlich ablaufender Spieluhr zu. Sie kämpften und konnten in der 50. Spielminute zum dritten Mal ausgleichen. Marcel Noebels traf zum Zweiten und drei Minuten später zum Dritten, bis zur 53. Minute hatte es gedauert, erstmals eine Führung für die Gastgeber vor 12.917 Zuschauern.

Die verbleibenden Spielminuten waren nichts für schwache Nerven. Für beide war die Sache nicht beendet. Die Schwenninger schwächten sich selbst, Tylor Spinks musste auf die Strafbank und das Überzahlspiel nutzten die Eisbären und bauten ihre Führung aus. Tobi Eder ließ es krachen und versenkte mit einem fulminanten Schuss den Puck im Tor. Die Schlusssirene um 21:58 Uhr brachte endgültige Gewissheit, eine kämpferische Steigerung brachte den Sieg und die Verteidigung der Tabellenspitze in der DEL.

© 2022 Foto: Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

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Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Im ersten Drittel sind wir sehr schwer ins Spiel gestartet. Mir hat heute Abend jedoch sehr gut gefallen hat, dass wir immer wieder nach einem Rückstand zurückgekommen sind. Wir sind das ganze Spiel über ruhig geblieben und haben auf unsere Fähigkeiten vertraut.“    


Marcel Noebels (Stürmer Eisbären Berlin): „Wir müssen uns eingestehen, dass wir anfangs zu viele Strafen bekommen haben. Schwenningen hat es uns nicht einfach gemacht. Es war schwer, immer wieder den Rückstand aufzuholen. Je länger das Spiel allerdings dauerte, hat man die DNA der Eisbären gesehen. Vor allem unsere jungen Spieler sind auf einem guten Weg. Heute haben wir als Mannschaft unseren Charakter gezeigt.“

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Finkelstein; Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Eder; Noebels (A), Boychuk, Hördler; Veilleux, Cormier, Heim; Mik, Wiederer, Bartuli – Trainer: Serge Aubin

Schwenninger Wild Wings: Eriksson (Brenner) – Spornberger, Huß; Weber, Marshall; Trivellato, Boyle; Dziambor; Zernikel – T. A. Spink, T. R. Spink, Uvira; Karachun, Platzer, Senyshyn; Feist, Pfaffengut, Hungerecker; Reisnecker, Olimb, Görtz – Trainer: Steve Walker

Tore
0:1 – 02:42 – T.R. Spink (T. A. Spink, Marshall)– EQ
1:1 – 27:47 – Noebels (Boychuk, Melchiori) – EQ
1:2 – 35:05 – T.A. Spink (Spornberger, Uvira) – EQ
2:2 – 39:07– Veilleux (Eder, Tiffels) – PP1
2:3 – 43:10 – Karachun (Senyshyn, Platzer) – EQ
3:3 – 49:58 – Noebels (Boychuk, Hördler) – EQ
4:3 – 52:08 – Noebels (Finkelstein, Boychuk) – EQ
5:3 – 57:34 – Eder (Tiffels, Wissmann) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 12 (6, 4, 2) Minuten – Schwenninger Wild Wings: 12 (2, 6, 4) Minuten 

Schiedsrichter

Gordon Schukies, Roman Gofman (Marcus Höfer, Nikolaj Ponomarjow)

Lokalderby gegen Neukölln als Generalprobe fürs Champions League-Spitzenspiel

Zehn Tage nach dem Champions-League-Knaller in der Schwimmhalle Schöneberg mit dem 14:13-Erfolg der Wasserfreunde gegen das griechische Top-Team NC Vouliagmeni, in der Vorsaison CL-Final-Vierter, steht für Spandau 04 wieder der „Alltag“ in Form der Bundesliga-A-Gruppe auf dem Programm. Gegner an gleicher Stätte ist am Samstag im Ortsderby die SG Neukölln. Die Vorzeichen dabei sind eindeutig – Spandau zählt mit zwei Siegen und 32:7 Toren auf Platz 2 hinter Waspo Hannover zu den vier verlustpunktfreien Teams, Neukölln auf Rang 6 zu den vier Teams ohne Punkte.

Dennoch hat das Lokal-Duell trotz des wohl nur in seiner Höhe fraglichen 04-Erfolges ob der vielen Verbindungen zwischen beiden Vereinen in Vergangenheit und Gegenwart seinen besonderen Reiz. Die Wasserfreunde wollen ihren zuletzt unübersehbaren Formanstieg auch bei dieser Pflichtaufgabe beweisen und Neukölln möchte die Berechtigung seiner Präsenz in der A-Gruppe der besten Acht belegen.

11:28 hat die von Trainer-Duo Andreas Schlotterbeck/Sascha Pacyna betreute SGN den Liga-Auftakt bei Waspo Hannover verloren, respektabel nur 6:10 eine Woche darauf bei den White Sharks Hannover.

Spandaus 16:4-Auswärtssieg in Ludwigsburg und das Heim-16:3 gegen den OSC Potsdam waren standesgemäß. Diesmal wollen die Berliner wieder eine solide Leistung zeigen, um sich damit für die nächste Herausforderung am Dienstag in der Champions-League vorzubereiten. Dann nämlich kommt CN Barceloneta. Die Spanier führen aktuell die Gruppe D der CL an. Die Spandauer haben noch mehr als eine Rechnung mit den Spaniern offen, denn im Hinspiel am 28. September verlor die Mannschaft von Trainer Athanasios Kechagias den CL-Auftakt am Mittelmeer sang- und klanglos mit 6:16 und weckte Zweifel am Gelingen des geplanten Wiederaufstiegs zur internationalen Spitze.

Danach allerdings folgte die erhoffte Reaktion mit den Siegen gegen Marseille und Vouliagmeni, beide in der Vorsaison CL-Finalteilnehmer. Der Rückrunden-Start des nunmehr zweitplatzierten Spandauer Teams in der Vierer-Gruppe wird in Schöneberg mit Spannung erwartet. Spandau gegen Spitzenreiter Barceloneta (31.10.2023 um 19:30 Uhr in der SSH): Jetzt heißt es für die Berliner Charakter zu zeigen und an die Leistungen der beiden letzten Spiele anzuknüpfen. Gelänge auch hier ein Sieg, wäre Spandaus Einzug in die CL-Zwischenrunde nahe. Aber zuerst steht das Spiel gegen die SG Neukölln an. Und auch hier verbietet sich gerade mit dem Blick voraus ein Spiel im Schongang.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

2023/2024

Gruppe A, 3. Spieltag

Samstag, 28. Oktober 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – SG Neukölln

Spielbeginn: 16.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Wieder nichts – Union verliert gegen Neapel

Es hätte klappen können, ein vollbesetztes Olympiastadion, kein Geringerer als der Meister aus Italien zu Gast und dazu Union-Wetter. Es regnete, war nasskalt und die Eisernen zeigten sich formverbessert. Sogar ein Tor gelang, leider stand der Vorlagengeber klar im Abseits, sodass der Jubel schnell verstummen musste. Das 0:0 zum Pausentee spiegelte die Kräfteverhältnisse adäquat wider. Auf beiden gab es viel Leerlauf. Die Eisernen machten dabei noch den besseren Eindruck und kamen mal wieder zu einigen Torabschlüssen.

An der taktischen Grundausrichtung änderte Urs Fischer nichts, es war ein 5-3-2 gegen den Ball und bei eigenem Ballbesitz ein 3-4-1-2. Die Doppelspitze im Sturm bildeten Sheraldo Becker und David Datro Fofana. Kevin Behrens saß zunächst auf der Bank und Leonardo Bonucci durfte sogar gegen seine Landsleute nur zuschauen.

In der zweiten Halbzeit sah es lange danach aus, als könnten die Eisernen endlich den Bock umstoßen. Sie investierten viel und mussten leider in der 65. Minute die kalte Dusche hinnehmen. Der italienische Nationalstürmer Giacomo Raspadori verwertete eine tolle Vorarbeit vom georgischen Nationalstürmer Khvicha Kvaratskhelia und es war passiert. Sie rannten wieder einem Rückstand hinterher. Das hochverdiente 1:1 blieb ihnen versagt. Die dickste Chance hatte Robin Knoche. Er setzte nach einer Trimmel-Flanke den Ball knapp neben das Tor. Alex Meret im Napoli Tor hätte keine Chance gehabt.

Es blieb bei der knappen 1:0 Führung für die Gäste. Die Eisernen senkten die Köpfe und verfluchten wohl den Fußballgott. Eine Steigerung war zu erkennen und viel zum Nachdenken bleibt eh nicht, bereits am Samstag, dem 28.10.2023 um 15:30 Uhr geht in der Bundesliga im Bremer Weserstadion weiter und darauffolgenden Dienstag spielen sie in Stuttgart im DFB-Pokal.

“Es sieht schon wirklich so aus, dass im Moment ziemlich viel gegen uns läuft. Meine Mannschaft hat es über die 90 Minuten wirklich toll gemacht. Die Abstände haben gepasst, die Aggressivität war da und wir haben über 90 Minuten, bis auf eine Aktion, nichts zugelassen. Es ist unheimlich bitter, aber irgendwo bin ich auch stolz. Die Mannschaft hat über die volle Spielzeit so ziemlich alles richtig gemacht”, lautete das Fazit von Cheftrainer Urs Fischer nach dem Abpfiff.

„Ich kann heute Abend keinem etwas vorwerfen, denn speziell in der ersten Halbzeit war es von uns ein sehr guter Auftritt und die richtige Reaktion nach dem Stuttgart-Spiel. Dass wir dann trotzdem verlieren, passt einfach zur Situation. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir so weitermachen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder gewinnen. Wer gegen Weltklasse-Mannschaften wie Neapel so auftritt, wird irgendwann wieder die Punkte holen“, gab sich Union-Kapitän Christopher Trimmel trotz der knappen Niederlage zuversichtlich.

„Wenn du neunmal in Folge verlierst, kannst du mit der Situation nicht glücklich oder zufrieden sein. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, vollkommen einverstanden bin. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir viel von dem gesehen, was uns in den vergangenen Jahren stark gemacht hat. Das ist eine Grundvoraussetzung, um Punkte zu holen. Aber die Situation ist so, wie sie ist und da hilft es nicht, irgendetwas schönzureden. Du musst weiter hart arbeiten und auf dem Platz liefern“, so Rani Khedira nach seinem Debüt in der Königsklasse.

Spieldaten

UEFA Champions League

24.10.2023 21:00 Uhr Olympiastadion Berlin

1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel, Doekhi (79. Tousart), Knoche, Leite, Gosens – Aaronson (70. Král), Khedira (70. Laïdouni), Haberer (79. Volland) – Becker, Fofana (70. Behrens)

SSC Neapel: Meret – Di Lorenzo, Rrahmani, Natan, Mario Rui (71. Olivera) – Cajuste (46. Elmas), Lobotka, Zielinski – Politano (82. Lindström), Raspadori (71. Simeone), Kvaratskhelia (89. Östigard)

Personal: Im Vergleich zur Bundesligapartie gegen den VfB Stuttgart nahm Union-Cheftrainer Urs Fischer drei Änderungen vor. Neben Brenden Aaronson, der für Lucas Tousart in die Startelf rückte, ersetzten David Fofana und Sheraldo Becker im Sturm Kevin Behrens und Kevin Volland.

Zuschauer: 72.062

Tore:  0:1 Raspadori (65.)

Foto: @2019 Hans-Peter Becker

Hans-Peter Becker/Stimmen und Statistik 1. FC Union Berlin

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