1. FC Union – Auswärtssieg in Mainz

Unions Trainer Urs Fischer veränderte seine Startelf für den Auftritt in Mainz gegenüber dem erfolgreichen Auftritt im Berliner Derby nur auf einer Position. Für Marius Bülter durfte Sebastian Polter auflaufen. Damit bewies Unions sportliche Führung viel Mut zur Offensive. In der taktischen Grundformation wurde mit zwei Stürmern begonnen. Eine 3er Abwehr, davor eine 4er Kette im Mittelfeld und im Angriff ein magisches Dreieck mit Marcus Ingvartsen hinter der Sebastian-Doppelspitze Polter und Andersson.

Sebastian Andersson – Doppelpack in Mainz Foto: © Hans-Peter Becker

Die Mainzer wollten sich vor ihrem Publikum für die herbe Auswärtsklatsche in Leipzig rehabilitieren. In 81. Minute wurde Rafal Gikiewicz endlich überwunden, es war lediglich der Anschlusstreffer zum 1:3. Die Gäste aus Berlin traten mit breiter Brust auf und kamen zu ihrem ersten Auswärtssieg in der Bundesliga. War das erste Tor in der 30. Minute noch mit etwas Matchglück verbunden, ein durch Invgvartsen erzwungenes Eigentor, fielen die anderen beiden Tore für die Eisernen zu einfach, Eckball, Kopfball und Tor. Sebastian Andersson war zur Stelle für die von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckbälle. Trimmel schlug die Bälle in Richtung Strafstoß-Punkt und der 1,90 m große schwedische Nationalstürmer lief aus dem Hintergrund an und wuchtete den Ball ins Tor. Der Zeitpunkt hätte besser nicht passen können. Das 2:0 fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff und das 3:0 in der 51. Minute, als die Mainzer auf den Anschlusstreffer drängten.

Den Verwaltungsmodus eines sicheren Auswärtssieges müssen die Eisernen zukünftig besser hinkriegen. In der Schlussphase fiel das 2:3 und es war unnötigerweise für ein paar Minuten zittern angesagt. Nach dem Schlusspfiff feierten die Gäste, während die Mainzer auf den Relegationsplatz in der Tabelle abrutschten. Der 1. FC Union hat seinen Derbysieg veredelt und ist jetzt sogar in der Tabelle an dem Rivalen aus Charlottenburg vorbeigezogen. Die Alte Dame leistete sich eine 2:4 Heimniederlagen gegen RB Leipzig.

Hans-Peter Becker

Spieldaten:

1. FSV Mainz 05: Zentner – Brosinski, St. Juste, Niakhaté, Martín (77. Burkhardt) – Öztunali (52. Maxim), Baku, Fernandes, Boetius (61. Onisiwo) – Quaison, Szalai 4-4-2 mit Raute

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck (32. Parensen), Subotic – Trimmel, Gentner, Andrich, Lenz – Ingvartsen – Andersson (88. Ujah), Polter (76. Kroos) 3-4-1-2

Zuschauer: 24.349

Tore: 0:1 Brosinski (ET, 30.), 0:2 Andersson (45.+2), 0:3 Andersson (51.), 1:3 Onisiwo, 2:3 Brosinski (90. + 4)

Gemeinsamer Heimspieltag von ALBA Frauen und -Männern

Das Frauenteam und die Männermannschaft von ALBA BERLIN bestreiten einen gemeinsamen Heimspieltag in der Mercedes-Benz Arena. Am Samstag, dem 23. November treffen dort zuerst die ALBA-Frauen um 15 Uhr auf Opladen (Einlass ab 14 Uhr) und im Anschluss um 18 Uhr das Männerteam auf die EWE Baskets. Ein Ticket für das Oldenburgspiel ist ohne Aufpreis gleichzeitig für das Frauenspiel gültig.

Frauen-Cheftrainer Cristo Cabrera: „Meine Mannschaft freut sich riesig darauf, ein offizielles Spiel in einer Arena wie der Mercedes-Benz Arena austragen zu können. An dieses Spiel werden sich alle Beteiligten noch lange erinnern. Dieses Event ist eine große Gelegenheit, um mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung für den Frauenbasketball zu erzeugen.“

Beide Spiele werden als ein zusammenhängendes Event behandelt. Der Eintritt für das Zweitliga-Punktspiel der ALBA-Frauen ist ohne Aufpreis im regulären Ticket für das Herren-Bundesligaspiel gegen die EWE Baskets enthalten. Dies gilt auch für Dauerkarten und alle bereits verkauften Karten für das Oldenburg-Spiel. Bei der Partie der Frauen besteht freie Platzwahl in Teilen des Unterrangs und für das Frauenspiel erfolgt der Einlass nur über den Haupteingang (auch für Inhaber von Premium- und VIP-Karten).

ALBA BERLIN verfügt über die größte Mädchen- und Frauenbasketballabteilung aller deutschen Klubs. Knapp 400 Mädchen und Frauen spielen inzwischen für ALBA im Spielbetrieb, hinzu kommen mehrere Tausend Mädchen, die im breit angelegten Schul- und Kitaprogramm regelmäßig mit und bei ALBA trainieren. In den kommenden Jahren soll die erste Frauenmannschaft des Klubs, die derzeit in der 2. Damen Basketball Bundesliga spielt, nicht nur in die erste Liga aufsteigen, sondern dort auch zu einem Titelanwärter werden.

ALBA-Sportdirektor Himar Ojeda scoutet jetzt nicht mehr nur Spieler, sondern auch Spielerinnen, und überträgt das erfolgreiche Konzept aus dem Männerprofiteam in den Frauenbereich. Junge Talente sollen weiterentwickelt werden und gleichzeitig zum sportlichen Erfolg beitragen. Mit Erika Livermore wurde erstmals in der ALBA-Geschichte eine ausländische Profispielerin verpflichtet und das junge Team wurde mit Erstliga-erfahrenen Spielerinnen wie Ireti Amojo oder Lena Gohlisch verstärkt. Außerdem wurde in die Infrastruktur investiert. Es gibt Wohngemeinschaften für Spielerinnen, eine noch bessere physische und psychologische Betreuung der Athletinnen durch eine eigene Athletiktrainerin, einen eigenen Physiotherapeuten und eine Sportpsychologin. Darüber hinaus sind die Spielerinnen der DBBL-Mannschaft und der WNBL (weibliche U18-Bundesliga) nun auch Teil des von ALBAs Individualtrainer Carlos Frade angeführten, klubeigenen Spielerentwicklungsprogramm. 

Quelle: ALBA Berlin

Wenig Fußball, viel Leidenschaft – Rot Weiß gewinnt das Hauptstadtderby

Es war ein Derby, mit einem glücklichen Sieger. Die Eisernen investierten einfach mehr in dieses Spiel. Die Alte Dame war eine Stunde lang völlig indisponiert. Viel zu spät fingen sie an ihre Qualitäten einzubringen. Packende Torraumszenen gab fast nicht. Die Entscheidung fiel durch einen Strafstoß. In der 88. Minute versuchte sich Christian Gentner nach einer gelungenen Kombination mit einem Torschuss, den kann er ungehindert ausführen, der Ball geht daneben, Dedryck Boyata, Herthas Innenverteidiger will den Ball noch blocken und rauscht in den Schützen. Es war ein Foul nach vollzogener Aktion. Den verhängten Strafstoß nach Videobeweis verwandelte der eingewechselte Sebastian Polter. Das Derby war entschieden. Eine andere Entscheidung war in diesem qualitätsarmen Spiel nicht möglich. Den Eisernen wird das alles herzlich egal sein, wenigstens für eine Woche ist breites Grinsen angesagt.

Für den Zuschauer, sofern er nicht Fan der Eisernen ist, war das Spiel eine Zumutung. Die Gäste aus Berlin-Charlottenburg begannen mit einer 4-4-2 Staffelung. Gegenüber dem Pokalspiel gegen Dynamo Dresden veränderte Ante Covic seine Startelf auf sechs Positionen. Den Analysten von Hertha BSC war natürlich nicht entgangen, dass Union die letzten Siege durch Spiegelung der gegnerischen Taktik errungen hat. Hinzu kam eine große Laufbereitschaft und damit verbunden, die ständige Bereitschaft zum Gegenpressing. Urs Fischer veränderte seine Truppe gegenüber dem Pokalerfolg auf fünf Positionen hielt aber an dem 3-4-2-1 System fest. In der 1. Halbzeit erwies sich das als richtige Maßnahme. Man traute seinen Augen nicht, spielbestimmend waren die Rot-Weißen . Vor dem Strafraum der Herthaner waren sie allerdings mit ihrem Latein am Ende. Bis auf die Riesenchance durch Christopher Lenz in der 3. Spielminute, sein Kopfball prallte vom Innenpfosten wieder zurück, hatten die anderen insgesamt sechs Torschüsse bis zur Halbzeitpause keinerlei Torgefahr.

Was war mit der Alten Dame in Halbzeit 1 ? Es kam nichts, kein Zugriff, ganze zwei mickrige Torschüsse, genauso harmlos wie auf der anderen Seite. Die massive Mittelfeldpräsenz der Eisernen zwangen Herthas Aufbauspieler zu langen Pässen und da fehlte die Präzision. In der 42. Minute kam Hertha zu zwei Eckbällen. Union erkämpfte nicht einen einzigen. Es war bis zur Halbzeitpause eine Nullnummer auf der ganzen Linie.

Herthas Trainer reagierte, brachte Eduard Löwen für Per Skjelbred einen neuen Aufbauspieler und stellte die taktische Formation um. Hertha versuchte Unions Erfolgsrezept aus den Freiburgspielen zu kopieren. Sie spiegelten Unions taktische Formation und kamen etwas besser in das Spiel. Bei den Eisernen ersetzte Joshua Mees den indisponierten Marius Bülter. Viel besserer Fußball wurde in der 2. Halbzeit nicht gespielt. Die Entscheidung fiel folgerichtig durch einen Strafstoß, den Sebastian Polter in der 88. Minute verwandelte. Etwas glücklich gewinnt der 1. FC Union das erste Bundesliga Stadtderby, vor allem deshalb, weil sie mehr in das Spiel investierten und durch den gewohnt hohen läuferischen Aufwand – liefen über 5 km mehr – Hertha den Schneid abkauften.

Leider gab in dieser Halbzeit unschöne Szenen aus den Blöcken der Ultras. Der Schiedsricher Deniz Aytekin unterbrach in der 49. Minute das Spiel und schickte die Mannschaften vom Feld. Aus dem Block der Herta-Anhänger wurden Leuchtraketen abgefeuert. Es wird empfindliche Geldstrafen für beide Vereine geben. Das Derby hatte so einen negativen Höhepunkt, den keiner braucht.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

Union Berlin: Rafal Gikiewicz – Marvin Friedrich, Keven Schlotterbeck, Neven Subotic – Christopher Trimmel, Robert Andrich, Christian Gentner, Christopher Lenz – Marcus Ingvartsen (90.+6 Julian Ryerson), Sebastian Andersson (80. Sebastian Polter), Marius Bülter (46. Joshua Mees). Trainer: Urs Fischer 3-4-2-1

Hertha BSC: Rune Jarstein – Lukas Klünter, Niklas Stark, Dedryck Boyata, Maximilian Mittelstädt (90.+2 Davie Selke) – Marius Wolf, Per Ciljan Skjelbred (46. Eduard Löwen), Marko Grujic, Javairo Dilrosun – Dodi Lukébakio, Vedad Ibisevic (82. Salomon Kalou). Trainer: Ante Covic 4-4-2/3-4-2-1

Tore: 1:0 Sebastian Polter (87.)

Gelbe Karten: Keven Schlotterbeck (Union Berlin), Dedryck Boyata (Hertha BSC)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Zuschauer: 22.012 im Stadion An der Alten Försterei

Spannender Pokalkampf des BBSC Berlin

Mit einer denkbar knappen 2:3 Niederlage gegen die Stralsunder Wildcats (24, -15,23, -22, -14) verpasste der BBSC Berlin den Einzug in das DVV-Pokal-Achtelfinale.

Die Berlinerinnen gingen ersatzgeschwächt in die Partie, waren doch Roxana Vogel und Annika Kummer mit Verletzungen nicht einsatzfähig. So waren die Wechselmöglichkeiten von Trainer Hinz sehr begrenzt, zumal Alina Gottlebe-Fröhlich die verwaiste Liberoposition übernahm und als Wechseloption für den Außenangriff nicht zur Verfügung stand. Dagegen brachte Stralsunds Trainer Thiel sein gesamtes Aufgebot in die Hauptstadt – Wechseloptionen, die sich letztendlich auszahlten.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel beider Teams auf Augenhöhe. Der BBSC verschwendete keine Gedanken an fehlende Wechselmöglichkeiten, sondern spielte einfach Volleyball mit dem Vertrauen in das eigene Können. Mitte des ersten Satzes konnte sich der BBSC leicht absetzen, beim 23:18 war eigentlich schon fast der Drops gelutscht. Stralsunds Trainer André Thiel wollte partout den Satz noch drehen und brachte Anne Krohn aufs Feld. Ab sofort wurde nur noch Krohn zur Vollstreckung angespielt – und wie sie vollstreckte! Die 35-jährige zeigte der Jugend mit Schlaghärte und Übersicht, wie man den Gegner entnervt. Mit Ach und Krach gelang dem BBSC noch der Gewinn des ersten Satzes. In den folgenden Spielminuten dominierte Stralsund – mit Anne Krohn – nach Belieben und die Gastgeberinnen bekamen kein Bein aufs Parkett. Langsam stellte sich der BBSC auf das Stralsunder Spiel ein, zumal Krohn ihr Powerspiel nicht dauerhaft durchziehen konnte. Trotzdem holten sich die Gäste unangefochten den zweiten Satz. Der dritte Satz ging dann wieder knapp an die Berlinerinnen. Trainer Hinz hatte hier eine seiner wenigen Wechselmöglichkeiten gezogen und Stephanie Utz für Juliane Stapel auf das Parkett gebracht. Der vierte Satz ging wieder knapp an die Ostseeküste, nun musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Der BBSC warf sich noch einmal mit letzter Kraft in die Partie und führte bereits mit 9:4, um kurz danach mit 9:10 ins Hintertreffen zu geraten. Erst in der Verlängerung des Tiebreaks sicherte sich Stralsund den Einzug ins Achtelfinale. Wir wünschen viel Glück im Vergleich gegen Aachen!

Für den BBSC ist die Niederlage kein Beinbruch – das Team hat gezeigt, dass es selbst dezimiert auch gegen eine Spitzenmannschaft der Liga mit unbändigen Kampfgeist und hoher Konzentration gut mithalten kann. Den Ausschlag zugunsten der Gäste gaben heute eine etwas niedrigere Fehlerquote, eine hervorragende Feldabwehr und letztendlich die Vollstreckerqualitäten von Anne Krohn, völlig zu Recht zum MVP gewählt. Auf Berliner Seite erhielt Katharina Kummer die Medaille, aber auch andere wie Antonia Lutz oder die als Libera eingesetzte Alina Gottlebe-Fröhlich hätten sich die Ehrung voll verdient.

Die Berlinerinnen treten am 9. November 2019 in der Liga auswärts in Bad Laer an, ehe am 17.11.2019 Dingden in Köpenick zu Gast ist.

Quelle:BBSC Berlin/Burkhard Kroll

Erste Heimniederlage für die Eisbären

Es war, was die Leistung beider Teams auf dem Eis betraf, ein Spitzenspiel. Der äußere Rahmen stimmte sowieso. Zum ersten Mal in dieser Saison war die Halle am Ostbahnhof ausverkauft. Das letzte Heimspiel im Monat Oktober ist seit einigen Jahren der Ausklang der Spendenaktion Pink in the Rink. Es werden Spenden gesammelt für Organisationen, die sich um die Betreuung krebskranker Menschen kümmern. So der der Ehren Bully von einer Pflegerin vollzogen, die sich um unheilbar Kranke kümmert, hier speziell um einen Eisbären-Fan der im August verstorben ist. Das ist kein Kuschelthema, um so bemerkenswerter der Einsatz der Eisbären.

Die Eisbären erwischten gegen die ersatzgeschwächten Münchner den besseren Start. Es dauerte nur 14 Minuten, da stand es 2:0 für die Eisbären. Marcel Noebels und Leonard Pföderl waren die Torschützen. Beim 1:0 nutzten die Eisbären einen Abwehrfehler – Daryl Boyle wurde ein Pass durch die Hose gespielt – und das 2:0 fiel nach guter Vorarbeit von Mark Olver als Sitzhockeyeinlage von Pföderl. Der Anschlusstreffer für die Münchner fiel noch im Drittel. Die Eisbären konnten eine doppelte Unterzahl nicht verteidigen. Trevor Parkes besorgte den Treffer.

Im zweiten Drittel drehte das Team von Don Jackson das Spiel. Der Treffer zum 2:2 Ausgleich war eine Kombination der Sturmreihe um den Top-Scorer Mark Voakes. Solch einen Treffer fällt in der DEL nicht an jedem Spieltag, Präzision und Höchstgeschwindigkeit und es schlug ein im Tor der Eisbären. Von der Strafbank wollten sie möglichst wegbleiben, das Münchner Powerplay ist auch in dieser Saison gefürchtet, es war leider eine Strafzeit zu viel. In der 35. Minute musste James Sheppard auf die Sünderbank, ganze vier Sekunden verbrachte er dort. Viel mehr brauchten die Bayern nicht für den Überzahltreffer. Nur 45 Sekunden später konnten die Gäste nach waschen und stellten das Ergebnis auf 2:4 aus Eisbärensicht.

Im Schlussdrittel stemmten sich die Eisbären gegen die drohende Niederlage. Danny aus den Birken stand wie ein Turm in der Schlacht. Don Jackson lobte nach dem Spiel ausdrücklich seine Leistung. „Er war heute der Unterschied.“ Es keimte nochmals Hoffnung auf als Mark Olver, in dieser Saison der Spezialist für Alleingänge, den Münchner Goalie überwinden konnte. In den verbleibenden acht Minuten waren Chancen vorhanden, um wenigstens einen Punkt zu retten. Ein Power Play drei Minuten vor dem Ende, der Torhüter ging vom Eis. Leider vertendelte Jonas Müller den Puck und so machten die Münchner mit dem Treffer Nummer 5 den Deckel drauf. Die Eisbären spielten gut, es reichte gegen den Vize-Meister der letzten Saison nicht.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 15. Spieltag

EHC Eisbären Berlin vs Red Bull München 3:5 (2:1/0:3/1:1)

27.10.2019 MB Arena Berlin 14:00 Uhr ausverkauft

Torfolge
1:0 | 07:33 | Marcel Noebels 

2:0 | 13:37 | Leonhard Pföderl 

2:1 | 18:11 | Trevor Parkes 

2:2 | 25:28 | Mark Voakes 

2:3 | 34:08 | Yasin Ehliz 

2:4 | 35:23 | Trevor Parkes 

3:4 | 51:51 | Mark Olver

3:5 | 58:58 | Chris Bourque 

Zuschauer
14.200

BR Volleys wollen zweiten Heimsieg

225 Tage ist es her, dass der Volleyballtempel die TVR-Trainerlegende Hans Peter Müller-Angstenberger von der Bundesliga-Bühne verabschiedete. Nun kehren die Rottenburger nach vielen Veränderungen im Sommer mit einem gänzlich neuen Gesicht in die Max-Schmeling-Halle zurück und fordern erneut den Deutschen Meister. Zählbares wollen die BR Volleys den Schwaben allerdings nicht überlassen und haben den zweiten Heimsieg der Saison für Sonntag (27. Okt um 16.00 Uhr) fest im Visier.

„Nach dem Supercup hatte ich irgendwie ein mulmiges Gefühl. Ich war mir nicht sicher, wie die Mannschaft mit diesem Erfolg und dem deutlichen Ergebnis umgehen würde. Umso erfreulicher war, dass wir auch in Innsbruck sofort konzentriert spielten und jedem bewusst gewesen ist, welche schwierige Aufgabe uns dort erwartet. Genauso müssen wir weiterarbeiten“, lobte Trainer Cedric Enard seiner Männer für ihren Auftritt bei den Hypo Tirol AlpenVolleys Haching am Mittwoch und nahm diese gleichzeitig für die bevorstehenden Aufgaben in die Pflicht.

Mit 3:2 konnten sich die Berliner in Österreich durchsetzen, bevor das BR Volleys Team nun zweimal daheim gegen Rottenburg und Eltmann (30. Okt) aufschlagen darf. In Innsbruck kam erstmals die ganze Breite des Kaders zur Geltung, weil nach ihren Einwechselungen mit Ben Patch und Sergey Grankin auch zwei Weltcup-Teilnehmer der Mannschaft helfen konnten. Grankin machte dort weiter, wo er in der vergangenen Saison aufhörte und sammelte direkt MVP-Gold. Patch verwandelte bärenstarke 71 Prozent seiner Angriffsschläge in direkte Punkte und avancierte zum Topscorer der Hauptstädter. Dass auch Cody Kessel und JT Hatch von der Bank kommend wichtige Impulse setzten, freut Headcoach Enard zusätzlich: „Für mich als Trainer kann es doch kaum eine bessere Situation geben, als zu wissen, dass jeder Energie ins Spiel bringt!“

Vor diesem Spieltag befindet sich die Mannschaft mit acht Punkten hinter dem VfB Friedrichshafen auf dem zweiten Tabellenplatz und will die bevorstehenden Heimspiele nutzen, um diese Position zu festigen. „Wir machen von dort aus, wo wie jetzt stehen, Schritt für Schritt weiter und es ist gut, dabei jetzt endlich wieder unsere Fans hinter dem Team zu haben“, blickt Enard auf Sonntag gegen Rottenburg und zugleich Mittwoch gegen Eltmann positiv voraus. Der TV Rottenburg mit seinem neuen Coach, dem Belgier Christophe Achten, hat in den ersten drei Saisonspielen direkt unter Beweis gestellt, dass man konkurrenzfähiger ist als in den Vorjahren. Aus Innsbruck entführten die Schwaben einen Satzerfolg und danach schrammte das TVR-Team gegen Lüneburg (2:3) sowie Herrsching (2:3) nur knapp an möglichen Heimsiegen vorbei.

Vor allem die jüngste Niederlage nach einer 2:0-Satzführung gegen die WWK Volleys Herrsching schmerzte Achten: „Ich kann nicht glauben, dass wir das verloren haben. Wir haben zwei Punkte verschenkt.“ Dabei hat der neue Trainer einige Akteure in seinem Aufgebot, die den Rottenburgern Hoffnung machen dürften, dass es in dieser Saison endlich wieder bergauf geht. Karl Apfelbach (Diagonal), Leon Dervisaj (Zuspiel) und James Weir (Mittelblock) bewiesen sich bereits als echte Verstärkungen und verbreiten neuen Optimismus im Lager des TVR. Die BR Volleys treffen also auf einen Kontrahenten im Aufschwung. Grund zur Sorge sieht Cedric Enard für die eigenen Fans jedoch nicht: „Wenn wir zu unserem Spiel finden, ist es für keinen Gegner einfach im Volleyballtempel.“  

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Weite Reisen in der Champions League

Die Berlin Recycling Volleys bekommen es in der Gruppenphase der CEV Champions League Volley 2020 mit zwei russischen Spitzenmannschaften sowie dem slowenischen Meister zu tun. Bei der Auslosung in der bulgarischen Hauptstadt Sofia war das Losglück am Freitagabend (25. Okt) nur bedingt mit den Berlinern, die sich in Gruppe D nun mit Kuzbass Kemerovo (RUS), Ach Volley Ljubljana (SLO) und Fakel Novy-Urengoy (RUS) messen werden.

Wie schon im Vorjahr müssen sich die BR Volleys in einer meisterlichen Gruppe mit drei nationalen Champions behaupten. Kuzbass Kemerovo entthronte in der vergangenen Saison überraschend Zenit Kazan in der russischen SuperLiga und wurde erstmals Meister. Ach Volley Ljubljana ist der Seriensieger aus Slowenien (15 Titel in Folge) und regelmäßiger Gast in der Königsklasse. Hinzukommt mit Fakel Novy-Urengoy, bei denen der Ex-Berliner Erik Shoji im Kader steht, der starke Drittplatzierte aus Russland. Für die Berliner geht es somit zweimal nach Sibirien.  

„Sportlich und organisatorisch ist das eine wirklich harte Gruppe. Die zwei russischen Teams sind die Favoriten, aber wir werden um unsere Chance kämpfen. Wir haben alles gegeben, um wieder in der Champions League mitzuspielen. Deshalb wollen wir auch das Optimum herausholen. Die langen Reisen tun bei der Mehrfachbelastung natürlich besonders weh. Also sagen wir mal so: Es hätte besser kommen können“, fällt das Resümee von Cheftrainer Cedric Enard verhalten aus.

Die zwei Russland-Experten im BR Volleys Team, Sergey Grankin und Samuel Tuia (2011 bis 2013 bei Kemerovo) sind sich einig, dass es ein schwerer Gang in Gruppe B wird. „Unschlagbar sind diese Gegner nicht, aber da kommen zwei absolute Spitzenmannschaften auf uns zu. Beide waren zuletzt nicht in der Champions League und dort wird eben anders gespielt. Vielleicht kann das ein kleiner Vorteil sein“, so Grankin, der 14 Jahre in der russischen Liga aktiv war. Tuia gibt einen Ausblick, was den Deutschen Meister in Kemerovo erwartet: „Das ist eine Arena mit 2.000 bis 3.000 Zuschauern, in der es richtig laut ist. Die Halle ist fast immer voll. Ich kann aus Erfahrung sagen, das sind zwei wirklich unliebsame Reisewege, die uns da bevorstehen. Für die Fans in Berlin sind das aber definitiv sehenswerte Teams!“

Beginnen werden die BR Volleys ihre Königsklassen-Saison daheim gegen die Slowenen aus Ljubljana (03./04./05. Dez). Dann folgt der Abflug nach Novy Urengoy ins nördliche Westsibirien (10./11./12. Dez). Vor Weihnachten spielen schließlich die russischen Meister aus Kemerovo im Volleyballtempel vor (17./18./19. Dez). Die weiteren Matches der Gruppenphase finden im Januar 2020 statt. Die Termine werden nun schnellstmöglich fixiert. Tickets sind dann erhältlich.

Der zweite deutsche Vertreter aus Friedrichshafen trifft derweil in Gruppe E auf Zaksa Kedzierzyn-Kozle (POL), Knack Roeselare (BEL) und einen noch zu ermittelnden Qualifikanten.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Niederlage in München

Der 1. FC Union hat bei den übermächtigen Bayern nur mit 1:2 verloren. Achtbar aus der Affäre gezogen könnte man meinen. So war es nicht, die Bayern hatten keinen Sahnetag, der Aufsteiger leider auch nicht. Ein frühes Gegentor, in der 13. Minute und anschließend redliches Bemühen der Eisernen, die wenig Spielanteile bekamen. Defensiv war es solide, der Sturm war kaum ein laues Lüftchen.

Urs Fischer schickte seine Mannschaft wieder mit einer 4er Kette in der Abwehr auf das Feld. Es sortierte sich mit und gegen den Ball zu einem 4-2-3-1. Gegenüber dem letzten Spiel gegen Freiburg wurde auf zwei Positionen umgestellt. Neven Sobotic kehrte für Keven Schlotterbeck wieder in die Innenverteidigung zurück und für Michael Parensen kam Felix Kroos zu seinem ersten Einsatz in der Startelf. Er spielte zusammen mit Robert Andrich auf der 6er Position.

Der FC Bayern ließ fast nichts zu, ganze sechs Torschüsse sah Manuel Neuer auf sein Tor kommen. Darunter waren zwei Strafstöße. Den ersten hielt Neuer in Weltklassenmanier, der zweite durch den eingewechselten Sebastian Polter passte. Er war selbst gefoult worden, durch den Torschützen zum 1:0 Benjamin Pavard. Es lief bereits die 86. Minute, die Bayern hatten in der 53. Minute durch Robert Lewandowski auf 2:0 erhöht. Das Ergebnis spiegelte den Spielverlauf nicht wieder.

Einige unter den über 7.000 im Stadion anwesenden Fans der Eisernen hatten wenigstens ein bisschen Freude bei der Bekanntgabe von Zwischenergebnissen aus dem Berliner Olympiastadion. Der Lokalrivale unterlag am Ende der TSG Hoffenheim mit 2:3. Aus Gesamtberliner Sicht war es der Nachmittag der Verlierer und die treffen am nächsten Spieltag in der Alten Försterei aufeinander. Davor müssen beide noch ihre Aufgabe in der 2. DFB-Pokalrunde lösen. Erneut treffen die Eisernen auf den SC Freiburg, der mit der Empfehlung eines Sieges gegen RB Leipzig in das Spiel gehen wird.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

 1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Subotic, Lenz – Kroos (60. Becker), Andrich – Ingvartsen (67. Ujah), Bülter – Andersson (67. Polter)

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Pavard, Boateng, Davies – Thiago, Coutinho (86. Goretzka) – Coman (65. Gnabry), Müller, Perisic (76. Tolisso) – Lewandowski

Zuschauer: 75.000

Tore: 1:0 Pavard (13.), 2:0 Lewandowski (53.), 2:1 Polter (86.)

Eisern in München oder man hat immer eine Chance

Christian Arbeit leitete die Doppelpressekonferenz, nach München in der Bundesliga steht ja bereits drei Tage später das Pokalspiel in Freiburg an, gleich mit der richtigen Fragestellung ein: „Haben wir überhaupt eine Chance in München.“ Man hat immer eine Chance und außerdem die Hoffnung, den FC Bayern auf dem falschen Fuß zu erwischen. Am Ende des Tages wäre alles andere als ein deutlicher Sieg des amtierenden Meisters, trotz aktueller Probleme, eine Sensation. Bereits ein Punkterfolg würde den 1. FC Union erstrangig in die Schlagzeilen bringen. Das Spiel beginnt bei Null.

Der FC Bayern hat ein paar Personalsorgen, beim 1. FC Union werden Akaki Gogia, Grischa Prömel und Suleiman Abdullahi fehlen. Für die Motivation gab es einen Filmabend für die Mannschaft mit Bildern vom Aufstieg. Wie es sich anfühlt als haushoher Favorit in ein Spiel gehen zu müssen, kann Urs Fischer aus seiner Zeit beim FC Basel nachvollziehen. Es wird erwartet, nicht einfach nur zu gewinnen sondern dazu auch noch schön. Das Stadion in München ist den Eisernen, Fans und einigen Spielern, nicht unbekannt, zu Zweitligazeiten der Münchner Löwen ging es dort bereits um Punkte.

Bleibt Trainer Fischer bei der zuletzt erfolgreich praktizierten 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr ? Da Bayern wahrscheinlich in dem von Nico Kovacs bevorzugtem 4-2-3-1 auflaufen werden, bietet sich wohl mehr eine Rückkehr zu einer 4er Abwehrkette an. Neben Marvin Friedrich soll der wieder einsatzfähige Neven Sobotic in der Innenverteidigung Tore für die Bayern verhindern. Bei den Bayern können die zuletzt angfeschlagenen Serge Gnabrý und Javi Martinez aufgestellt werden. Für die Startelf wird es wohl nicht reichen.

Eines haben ja beide Clubs gemeinsam, die rot-weißen Vereinsfarben. So werden die etwa 7.500 Fans der Eisernen sich optisch nicht unterscheiden, aber sicherlich eine Rabatz machen, sollte sich eine Sensation abzeichnen. Das Spiel im Münchner Stadion steht unter der Leitung von Marco Fritz.

Nach dem Spiel geht es für die Wuhlheider nicht zurück nach Berlin, sondern gleich weiter in Richtung Freiburg zur Vorbereitung auf das Pokalspiel.

Hans-Peter Becker

Spandau reist mit Siegeswillen nach Hannover

Noch ist die nationale Wasserball-Saison der Männer eine junge und hat gerademal den Supercup und in der A-Gruppe der DWL den Auftakt-Spieltag hinter sich. Der freilich liegt schon vier Wochen zurück. Gefühlt also geht es mithin eigentlich erst am kommenden Samstag so richtig los. Und das gleich mit dem Kracher schlechthin: Waspo 98 Hannover, Pokalsieger und Vizemeister 2019, empfängt Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 im heimischen Stadionbad zum deutschen Gipfeltreffen der Sportart.

In den Verlautbarungen des Gastgebers wird das Duell als „richtungsweisendes Spiel“ charakterisiert. Seit Hannovers Supercup-Erfolg im November 2018 (11:8), also binnen eines Jahres, standen sich die beiden Erzrivalen zehnmal gegenüber (Meisterschaft, Pokal, Champions League, Supercup). Die Bilanz aus diesen Partien lautet – vor allem dank des 3:0 für die Berliner im Best-of-Five-Meisterschaftsfinale – 6:4 zugunsten der Hauptstädter. In der DWL-Hauptrunde und der Champions League war das Resümee geteilt (1:1), im Pokal holte Hannover per 5-Meter-Werfen den Titel, im dramatischen Supercup Anfang Oktober 2019 ebenso (21:20 für Waspo). Langeweile dürfte mithin kaum angesagt sein fürs mit Emotionsgarantie versehene Spitzenspiel.

Beide Teams sind noch auf der Suche nach sich selbst, positive und zu verbessernde Spielelemente in den zum Teil neu aufgestellten Mannschaften wechseln sich noch oft ab. In der Champions League hat Spandau nach dem Heim-8:11 gegen Barceloneta mit dem Auswärts-12:12 bei Jadran Split den ersten Punkt geholt, musste nach Dauerführung am Ende noch den Verlust der nahen vollen Ausbeute beklagen. Hannover hat seine beiden Partien in Budapest bei CL-Titelverteidiger Ferencvaros und beim OSC mit 12:15 und 10:19 verloren. Welchen Aussagewert all die genannten Resultate haben, wird man in der Samstagsbegegnung sehen. Hier wie da gibt es einige Personalprobleme. Spandau musste in Split ohne den fehlenden Abwehrchef Remi Saudadier sowie den krankheitsbedingten Kurzzeit-Ausfällen Kapitän Marko Stamm und Ben Reibel antreten. Letzterer wird auch am Samstag fehlen, Stamm wieder dabei sein.

Hannover sieht bei sich die mit der „Neustrukturierung“ prognostizierten „Leistungseinbußen“ bislang nicht eingetreten, beschwört aber in persona von Vereinschef Bernd Seidensticker und Trainer Karsten Seehafer, man brauche vor allem Zeit. Bei beiden Teams haben die russischen Neuzugänge (Ivan Nagajev/Waspo, Dmitri Kholod/Spandau) gut eingeschlagen. Von außen betrachtet, erscheint der Ausgang offen. „Bei den Duellen mit Hannover wird immer von Gipfel geredet. Für uns soll der Gipfel nicht am Anfang, sondern am Ende der Saison erklommen werden. Doch jetzt wollen wir die erste Basisstation für den Aufstieg errichten und gewinnen“, sagt Trainer Petar Kovacevic.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

26. Oktober 2019, DWL, 2. Spieltag

Waspo 98 Hannover -Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: Samstag, 26.10.2019 18 Uhr

Spielort: Stadionbad, Robert-Enke-Str. 5, 30169 Hannover