Sebastian Polter kommt nur zum Training

Sebastian Polter, der Derby-Held vom vergangenen Herbst – verwandelte in der Alten Försterei einen Elfer gegen Hertha BSC – wird nicht mehr für den 1. FC Union Berlin auflaufen. Seine weitere fußballerische Zukunft hat er bereits seit einiger Zeit nicht mehr in Berlin-Köpenick gesehen. Der gebürtige Wilhelmshavener kam kurz nach dem Beginn der Saison 2014/15. Er wechselte auf Leihbasis vom FSV Mainz 05 zu den Eisernen. Wurde zum Stammspieler in der 2. Bundesliga und erzielte bei 29 Einsätzen 14 Tore. Er blieb, obwohl inzwischen zum Publikumsliebling avanciert, nicht Berlin. Sein neuer Arbeitgeber wurden die Queen Park Rangers. In der zweiten englischen Liga erzielte er in 51 Spielen 10 Tore und schloss sich am 10. Januar 2017 erneut dem 1. FC Union an. Seine Torgefahr stellte er erneut unter Beweis. Sein Schicksalsmoment wurde der 2. März 2018, als er sich beim Aufwärmen vor dem Spiel in Kaiserslautern einen Achilessehnenriss zuzog. Erst im September kehrte er auf den Rasen zurück. Im Heimspiel gegen Holstein Kiel wurde er in der 76. Minute eingewechselt und traf in der Nachspielzeit mit einem spektakulären Fallrückzieher zum 2:0. In der Aufstiegssaison gelangen ihm noch 8 Tore und dazu 2 Treffer im Pokalspiel in Dortmund. In der laufenden Bundesligasaison nach dem Aufstieg wurden es lediglich 13 Einsätze. Hinter Sebastian Polter und Anthony Ujah war er als Mittelstürmer nur die Nummer drei bei Trainer Urs Fischer.

Sebastian Polter © Foto: Hans-Peter Becker

Bis zum Auslaufen seines Vertrages am 30.06.2020 darf Polter lediglich aus arbeitsrechtlichen Gründen am Training teilnehmen. Der 1. FC Union wirft ihm unsolidarisches Verhalten vor. Auf der Homepage des Vereins war dazu folgendes zu lesen: „Es gehört zu den elementaren Werten des 1. FC Union Berlin, dass wir Unioner eine solidarische Gemeinschaft bilden, in der wir füreinander und für unseren Verein einstehen. Sebastian tut das als einziger Spieler der gesamten Lizenzspielerabteilung mit Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam leider nicht. Das ist für uns nicht nachvollziehbar und sehr enttäuschend. Es ist meine dringlichste Aufgabe, gerade in schwierigen Zeiten, den Zusammenhalt aller Clubmitarbeiter und Spieler zu schützen, um unsere sportlichen Ziele nicht zu gefährden. Wir haben deshalb entschieden, dass Sebastian ab sofort nicht mehr Teil unseres Spieltagskaders sein wird“, erklärt Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, die Entscheidung der Vereinsführung.“

Was ist geschehen ? Nur einen Tag später sah sich die Vereinsführung genötigt, eine Erklärung nachzuschieben. Sie endet mit einer Erklärung der Anwälte von Sebastian Polter. „Sebastian Polter bedauert die ihm am 28.05.2020 mitgeteilte Entscheidung des 1. FC Union Berlin. Sebastian Polter weist den Vorwurf des unsolidarischen Verhaltens jedoch ausdrücklich zurück. Wahr ist, dass sich der 1. FC Union Berlin und Herr Polter wechselseitig Vereinbarungen zur Handhabung des Gehaltes aufgrund der Corona-Pandemie unterbreitet haben. Keine Vereinbarung hat die Zustimmung beider Seiten gefunden. Sebastian Polter betont, dass er sich nicht verweigert hat, seinem Herzensverein während der Corona-Pandemie wirtschaftlich entgegen zu kommen und zu helfen.“

In den Medien hat sich Polter bisher nicht geäußert. Nach Informationen der Berliner Boulevard-Zeitung BZ soll Polter ein Saison-Gehalt von ca. 1,5 Millionen EUR bekommen haben und sicher einer der am höchsten bezahlten Profis. War es nötig, jetzt diese Baustelle aufzumachen ? Der Aufsteiger hat den Klassenerhalt nicht sicher und braucht jetzt alle Konzentration, um in den verbleibenden 6 Spielen die fehlenden Punkte zu holen. In gut 4 Wochen ist Polter mindestens vereinslos und die Moral von der Geschicht ?

Hans-Peter Becker

Sieg und Remis – Punkte für die Berliner Profi-Clubs

Der 1.FC Union hat es schon wieder getan und einen Heimsieg eingefahren. Der achte Heimauftritt brachte den fünften Sieg, nur zwei Teams haben bisher mehr Heimpunkte geholt, Gladbach und Dortmund. Würde nur die Heimtabelle zählen, wären die Eisernen auf Kurs Champions-League. Nur so nebenbei, die Bayern haben aktuell zu Hause erst 13 Zähler auf die Habenseite bringen können. „Für einen kurzen Augenblick werden wir die Situation genießen, dann geht es konzentriert weiter. Wir haben noch nichts erreicht, die 19 Punkte reichen am Ende nicht für den Klassenerhalt“, so äußerte sich Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach dem 2:0 Sieg gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag der Bundesliga.

Das Stadion war, inzwischen selbstverständlich, restlos ausverkauft. Wer über eine Eintrittskarte verfügte oder auf anderen Wegen unter den Augenzeugen weilen durfte, wusste was geboten wird. Bedingungsloser Kampf, kein Hochglanzfußball und genauso bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Es passt im Moment alles beim 1. FC Union. Trainer Urs Fischer hat die optimalen settings gefunden, ein Spielsystem das funktioniert. Für das Spiel gegen Köln musste kurzfristig Neven Subotic in der Innenverteidigung ersetzt werden. Für ihn kam Publikumsliebling Michael Parensen in die Startelf und ein anderer Liebling durfte zum zweiten Mal in der Saison am Spielanfang auflaufen, gemeint ist Sebastian Polter. Die Anfangsphase gehörte etwas mehr den Gästen. In der 14. Minute vertändelten sie einen guten Angriffsversuch und in der 23. Minute musste Rafal Gikiewicz einen Freistoß aus der Torecke kratzen. Weiter ging es in der 26. Minute, da setzte Simon Terodde nach einer Flanke von Dominik Drexler den Ball nur knapp neben den Pfosten. Der Freistoß in der 29. Minute aus aussichtsreicher Position hätte die Führung sein müssen, erneut riesig gehalten. Dann kam es wie es kommen musste, erst hat man kein Glück und dann kommt Pech dazu. Kölns Birger Verstraete rutscht an der eigenen Strafraumgrenze aus, die Plätze werden im Dezember nicht besser, das eröffnete eine Schusschance für Sebastian Andersson. Der Ball wurde von Timo Horn zur Ecke geklärt. Erneut war Andersson zur Stelle und drückte den von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckball per Kopf in die Maschen.

In der 50. Minute war es erneut Andersson, ein Steilpass von Gentner, Schnelligkeit und technisches Können und der Ball war über der Linie. Anschließend hatten die Eisernen alles im Griff und verwalteten mit gewohntem Einsatz den Vorsprung. Der Mann des Spiels war zweifelsohne der Schwedische Nationalspieler in den Reihen der Eisernen, Sebastian Andersson. Er verdiente sich ein Sonderlob, nicht allein wegen seiner Saisontreffer sieben und acht, jetzt Platz vier der Torjägerwertung zusammen mit Marco Reus von Borussia Dortmund, immer anspielbar und sehr ballsicher.

Nach dem Schlusspfiff gab es Riesenjubel und eine Spitze in Richtung Köln. „Wir brauchen keinen Karneval, Unioner feiern überall.“

Der Spieltag wurde eröffnet mit der Partie des anderen Berliner Clubs. Lange sah nach einem Sieg für die „Alte Dame“ in Frankfurt aus, am Ende wurde es immerhin ein Punktgewinn. In der Tabelle hat der Aufsteiger aus Köpenick vor dem 15. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor den Herthanern.

Ihr Zwischenziel haben die Eisernen vorfristig erreicht, die jetzt noch ausstehenden drei Partien im zu Ende gehenden Jahr ihres Bundesligaaufstiegs, sind wie ein zusätzlicher Bonus. Im Blau-Weißen Lager werden sie ein bisschen neidisch in Richtung Köpenick blicken. Aus wenig bislang viel gemacht wurde bei den Eisernen, während die Alte Dame ihre Unpässlichkeit noch nicht ganz überwunden zu haben scheint. Dass sie nicht auf dem Relegationsplatz der nächsten Aufgabe entgegen schaut verdankt sie der Klatsche, die Fortuna Düsseldorf in Dortmund bezog.

Hans-Peter Becker

1. FC Union – Auswärtssieg in Mainz

Unions Trainer Urs Fischer veränderte seine Startelf für den Auftritt in Mainz gegenüber dem erfolgreichen Auftritt im Berliner Derby nur auf einer Position. Für Marius Bülter durfte Sebastian Polter auflaufen. Damit bewies Unions sportliche Führung viel Mut zur Offensive. In der taktischen Grundformation wurde mit zwei Stürmern begonnen. Eine 3er Abwehr, davor eine 4er Kette im Mittelfeld und im Angriff ein magisches Dreieck mit Marcus Ingvartsen hinter der Sebastian-Doppelspitze Polter und Andersson.

Sebastian Andersson – Doppelpack in Mainz Foto: © Hans-Peter Becker

Die Mainzer wollten sich vor ihrem Publikum für die herbe Auswärtsklatsche in Leipzig rehabilitieren. In 81. Minute wurde Rafal Gikiewicz endlich überwunden, es war lediglich der Anschlusstreffer zum 1:3. Die Gäste aus Berlin traten mit breiter Brust auf und kamen zu ihrem ersten Auswärtssieg in der Bundesliga. War das erste Tor in der 30. Minute noch mit etwas Matchglück verbunden, ein durch Invgvartsen erzwungenes Eigentor, fielen die anderen beiden Tore für die Eisernen zu einfach, Eckball, Kopfball und Tor. Sebastian Andersson war zur Stelle für die von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckbälle. Trimmel schlug die Bälle in Richtung Strafstoß-Punkt und der 1,90 m große schwedische Nationalstürmer lief aus dem Hintergrund an und wuchtete den Ball ins Tor. Der Zeitpunkt hätte besser nicht passen können. Das 2:0 fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff und das 3:0 in der 51. Minute, als die Mainzer auf den Anschlusstreffer drängten.

Den Verwaltungsmodus eines sicheren Auswärtssieges müssen die Eisernen zukünftig besser hinkriegen. In der Schlussphase fiel das 2:3 und es war unnötigerweise für ein paar Minuten zittern angesagt. Nach dem Schlusspfiff feierten die Gäste, während die Mainzer auf den Relegationsplatz in der Tabelle abrutschten. Der 1. FC Union hat seinen Derbysieg veredelt und ist jetzt sogar in der Tabelle an dem Rivalen aus Charlottenburg vorbeigezogen. Die Alte Dame leistete sich eine 2:4 Heimniederlagen gegen RB Leipzig.

Hans-Peter Becker

Spieldaten:

1. FSV Mainz 05: Zentner – Brosinski, St. Juste, Niakhaté, Martín (77. Burkhardt) – Öztunali (52. Maxim), Baku, Fernandes, Boetius (61. Onisiwo) – Quaison, Szalai 4-4-2 mit Raute

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck (32. Parensen), Subotic – Trimmel, Gentner, Andrich, Lenz – Ingvartsen – Andersson (88. Ujah), Polter (76. Kroos) 3-4-1-2

Zuschauer: 24.349

Tore: 0:1 Brosinski (ET, 30.), 0:2 Andersson (45.+2), 0:3 Andersson (51.), 1:3 Onisiwo, 2:3 Brosinski (90. + 4)

Wenig Fußball, viel Leidenschaft – Rot Weiß gewinnt das Hauptstadtderby

Es war ein Derby, mit einem glücklichen Sieger. Die Eisernen investierten einfach mehr in dieses Spiel. Die Alte Dame war eine Stunde lang völlig indisponiert. Viel zu spät fingen sie an ihre Qualitäten einzubringen. Packende Torraumszenen gab fast nicht. Die Entscheidung fiel durch einen Strafstoß. In der 88. Minute versuchte sich Christian Gentner nach einer gelungenen Kombination mit einem Torschuss, den kann er ungehindert ausführen, der Ball geht daneben, Dedryck Boyata, Herthas Innenverteidiger will den Ball noch blocken und rauscht in den Schützen. Es war ein Foul nach vollzogener Aktion. Den verhängten Strafstoß nach Videobeweis verwandelte der eingewechselte Sebastian Polter. Das Derby war entschieden. Eine andere Entscheidung war in diesem qualitätsarmen Spiel nicht möglich. Den Eisernen wird das alles herzlich egal sein, wenigstens für eine Woche ist breites Grinsen angesagt.

Für den Zuschauer, sofern er nicht Fan der Eisernen ist, war das Spiel eine Zumutung. Die Gäste aus Berlin-Charlottenburg begannen mit einer 4-4-2 Staffelung. Gegenüber dem Pokalspiel gegen Dynamo Dresden veränderte Ante Covic seine Startelf auf sechs Positionen. Den Analysten von Hertha BSC war natürlich nicht entgangen, dass Union die letzten Siege durch Spiegelung der gegnerischen Taktik errungen hat. Hinzu kam eine große Laufbereitschaft und damit verbunden, die ständige Bereitschaft zum Gegenpressing. Urs Fischer veränderte seine Truppe gegenüber dem Pokalerfolg auf fünf Positionen hielt aber an dem 3-4-2-1 System fest. In der 1. Halbzeit erwies sich das als richtige Maßnahme. Man traute seinen Augen nicht, spielbestimmend waren die Rot-Weißen . Vor dem Strafraum der Herthaner waren sie allerdings mit ihrem Latein am Ende. Bis auf die Riesenchance durch Christopher Lenz in der 3. Spielminute, sein Kopfball prallte vom Innenpfosten wieder zurück, hatten die anderen insgesamt sechs Torschüsse bis zur Halbzeitpause keinerlei Torgefahr.

Was war mit der Alten Dame in Halbzeit 1 ? Es kam nichts, kein Zugriff, ganze zwei mickrige Torschüsse, genauso harmlos wie auf der anderen Seite. Die massive Mittelfeldpräsenz der Eisernen zwangen Herthas Aufbauspieler zu langen Pässen und da fehlte die Präzision. In der 42. Minute kam Hertha zu zwei Eckbällen. Union erkämpfte nicht einen einzigen. Es war bis zur Halbzeitpause eine Nullnummer auf der ganzen Linie.

Herthas Trainer reagierte, brachte Eduard Löwen für Per Skjelbred einen neuen Aufbauspieler und stellte die taktische Formation um. Hertha versuchte Unions Erfolgsrezept aus den Freiburgspielen zu kopieren. Sie spiegelten Unions taktische Formation und kamen etwas besser in das Spiel. Bei den Eisernen ersetzte Joshua Mees den indisponierten Marius Bülter. Viel besserer Fußball wurde in der 2. Halbzeit nicht gespielt. Die Entscheidung fiel folgerichtig durch einen Strafstoß, den Sebastian Polter in der 88. Minute verwandelte. Etwas glücklich gewinnt der 1. FC Union das erste Bundesliga Stadtderby, vor allem deshalb, weil sie mehr in das Spiel investierten und durch den gewohnt hohen läuferischen Aufwand – liefen über 5 km mehr – Hertha den Schneid abkauften.

Leider gab in dieser Halbzeit unschöne Szenen aus den Blöcken der Ultras. Der Schiedsricher Deniz Aytekin unterbrach in der 49. Minute das Spiel und schickte die Mannschaften vom Feld. Aus dem Block der Herta-Anhänger wurden Leuchtraketen abgefeuert. Es wird empfindliche Geldstrafen für beide Vereine geben. Das Derby hatte so einen negativen Höhepunkt, den keiner braucht.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

Union Berlin: Rafal Gikiewicz – Marvin Friedrich, Keven Schlotterbeck, Neven Subotic – Christopher Trimmel, Robert Andrich, Christian Gentner, Christopher Lenz – Marcus Ingvartsen (90.+6 Julian Ryerson), Sebastian Andersson (80. Sebastian Polter), Marius Bülter (46. Joshua Mees). Trainer: Urs Fischer 3-4-2-1

Hertha BSC: Rune Jarstein – Lukas Klünter, Niklas Stark, Dedryck Boyata, Maximilian Mittelstädt (90.+2 Davie Selke) – Marius Wolf, Per Ciljan Skjelbred (46. Eduard Löwen), Marko Grujic, Javairo Dilrosun – Dodi Lukébakio, Vedad Ibisevic (82. Salomon Kalou). Trainer: Ante Covic 4-4-2/3-4-2-1

Tore: 1:0 Sebastian Polter (87.)

Gelbe Karten: Keven Schlotterbeck (Union Berlin), Dedryck Boyata (Hertha BSC)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Zuschauer: 22.012 im Stadion An der Alten Försterei

Niederlage in München

Der 1. FC Union hat bei den übermächtigen Bayern nur mit 1:2 verloren. Achtbar aus der Affäre gezogen könnte man meinen. So war es nicht, die Bayern hatten keinen Sahnetag, der Aufsteiger leider auch nicht. Ein frühes Gegentor, in der 13. Minute und anschließend redliches Bemühen der Eisernen, die wenig Spielanteile bekamen. Defensiv war es solide, der Sturm war kaum ein laues Lüftchen.

Urs Fischer schickte seine Mannschaft wieder mit einer 4er Kette in der Abwehr auf das Feld. Es sortierte sich mit und gegen den Ball zu einem 4-2-3-1. Gegenüber dem letzten Spiel gegen Freiburg wurde auf zwei Positionen umgestellt. Neven Sobotic kehrte für Keven Schlotterbeck wieder in die Innenverteidigung zurück und für Michael Parensen kam Felix Kroos zu seinem ersten Einsatz in der Startelf. Er spielte zusammen mit Robert Andrich auf der 6er Position.

Der FC Bayern ließ fast nichts zu, ganze sechs Torschüsse sah Manuel Neuer auf sein Tor kommen. Darunter waren zwei Strafstöße. Den ersten hielt Neuer in Weltklassenmanier, der zweite durch den eingewechselten Sebastian Polter passte. Er war selbst gefoult worden, durch den Torschützen zum 1:0 Benjamin Pavard. Es lief bereits die 86. Minute, die Bayern hatten in der 53. Minute durch Robert Lewandowski auf 2:0 erhöht. Das Ergebnis spiegelte den Spielverlauf nicht wieder.

Einige unter den über 7.000 im Stadion anwesenden Fans der Eisernen hatten wenigstens ein bisschen Freude bei der Bekanntgabe von Zwischenergebnissen aus dem Berliner Olympiastadion. Der Lokalrivale unterlag am Ende der TSG Hoffenheim mit 2:3. Aus Gesamtberliner Sicht war es der Nachmittag der Verlierer und die treffen am nächsten Spieltag in der Alten Försterei aufeinander. Davor müssen beide noch ihre Aufgabe in der 2. DFB-Pokalrunde lösen. Erneut treffen die Eisernen auf den SC Freiburg, der mit der Empfehlung eines Sieges gegen RB Leipzig in das Spiel gehen wird.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

 1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Subotic, Lenz – Kroos (60. Becker), Andrich – Ingvartsen (67. Ujah), Bülter – Andersson (67. Polter)

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Pavard, Boateng, Davies – Thiago, Coutinho (86. Goretzka) – Coman (65. Gnabry), Müller, Perisic (76. Tolisso) – Lewandowski

Zuschauer: 75.000

Tore: 1:0 Pavard (13.), 2:0 Lewandowski (53.), 2:1 Polter (86.)

Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen

Am 5. Spieltag der Bundesliga muss sich der 1. FC Union Berlin mit 0:2 bei Bayer 04 Leverkusen geschlagen geben. Nach einer ruhigen Anfangsphase schoss Kevin Volland die Werkself nach 20 Minuten in Führung, fünf Minuten später erhöhte Lucas Alario auf 2:0 für die Hausherren. Nach dem Seitenwechsel musste der eingewechselte Sebastian Polter nach einem Foulspiel an Julian Baumgartlinger mit Rot vom Platz, Union muss die Partie in Unterzahl zu Ende bringen. Zuschauer: 27 430, Tore: 1:0 Volland (20.), 2:0 Alario (25.).

Mit zwei personellen Veränderungen nach der Partie gegen Bremen startete der 1. FC Union Berlin ins Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen. Der gesperrte Neven Subotic wurde in der Innenverteidigung durch Keven Schlotterbeck ersetzt, für Anthony Ujah rückte Marcus Ingvartsen in die erste Elf. Auf dem Rasen übernahmen die Hausherren von Beginn an die Spielkontrolle, ließen den Ball sicher laufen und verwalteten das Geschehen ohne offensiv Akzente zu setzten. Die Eisernen agierten gegen den Ball, eigene Ballbesitzphasen blieben jedoch Mangelware. Nachdem Bayer das spielerische Übergewicht zunächst kaum nutzen konnte, zappelte der Ball gleich beim ersten Abschlussversuch der Werkself im Kasten. Lucas Alario hatte den Ball im Tor der Eisernen untergebracht, Kevin Volland hatte jedoch in Abseitsposition Rafal Gikiewicz die Sicht genommen, sodass das Schiedsrichtergespann den Videobeweis zu Rate zog und dem Treffer zu Recht die Anerkennung verweigerte (16.). Nur wenige Zeigerumdrehungen später jubelte die Werkself erneut, diesmal gab es jedoch keine Zweifel, dass der Treffer zählte. Den ersten Schuss von Kevin Volland hatte Trimmel gerade noch abgeblockt, den Nachschuss nagelte der schnelle Stürmer jedoch zur 1:0-Führung ins Tor. Der Treffer zeigte Wirkung, Union agierte verunsichert und musste in der 25. Spielminute den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Nach einem einfachen Ballverlust an der Strafraumgrenze schloss Alario ab, der leicht abgefälschte Schuss schlug im unteren Eck des Tores ein. Mit der klaren Führung im Rücken nahmen die Hausherren etwas den Fuß vom Gas und boten den Köpenickern mehr Räume. Gefährliche Torraumszenen wollten der Union-Elf dennoch nicht gelingen, sodass sie mit dem 0:2-Rückstand in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel brachte Union-Coach Urs Fischer Akaki Gogia für den glücklosen Sheraldo Becker in die Partie und nur wenige Momente später musste der Schweizer ein zweites Mal wechseln. Christopher Lenz musste den Platz verletzt verlassen, für ihn übernahm Ken Reichel die Position des linken Verteidigers. Union zeigte sich nun etwas offensiver und traute sich im Angriffsspiel mehr zu. Leverkusen verwaltete das Ergebnis und profitierte erneut von einem Fehler der Eisernen. Der nur wenige Minuten zuvor eingewechselte Sebastian Polter traf Julian Baumgartliner im Mittelfeld im Zweikampf von hinten in die Beine. Nach Ansicht der Videobilder änderte Schiedsrichter Hartmann die zuvor gezeigte Karte von Gelb auf Rot und schickte den Stürmer vom Platz (66.). In Überzahl rissen die Hausherren das Geschehen nun wieder an sich, ohne jedoch das Tempo entscheidend zu erhöhen. Der Elf von Peter Bosz waren die schwindenden Kräfte nach dem Spiel in der Champions League am Mittwoch nun anzumerken. Mitchell Weiser verzog einen Schuss deutlich neben den Kasten (73.), Kai Havertz hatte die beste Möglichkeit zum 3:0, nagelte die Kugel jedoch aus 15 Metern an die Querlatte (82.). Union tauchte noch einmal in Person von Sebastian Andersson im Strafraum der Hausherren auf, Weiser verteidigte jedoch sicher gegen den Schweden.

„Glückwunsch an Peter und seine Jungs zum verdienten Sieg, über 90 Minuten war das eine klare Angelegenheit. In den ersten 25 Minuten war ich enttäuscht von unserem Auftritt, wir haben alles vermissen lassen was uns bisher ausgemacht hat. Wir waren schläfrig und nicht wach genug. Aus meiner Sicht legen wir die Bälle bei den Gegentoren auf, Leverkusen hat das eiskalt ausgenutzt. In der zweiten Hälfte haben wir uns mehr ausgerechnet, das 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis, ein Anschlusstreffer kann da viel Auslösen. Wir schwächen uns dann aber im fünften Spiel zum dritten Mal mit einer roten Karte. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir aus solchen Situationen lernen. Das war heute ein enttäuschender Auftritt, das müssen wir akzeptieren, den Mund abwischen und gegen Frankfurt versuchen es besser zu machen“, äußerte sich Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

Bereits am kommenden Freitag, dem 27.09.2019, steht für den 1. FC Union Berlin die nächste Bundesligapartie auf dem Programm. Im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei trifft die Elf von Urs Fischer auf die SG Eintracht Frankfurt. Der Anpfiff gegen die Hessen erfolgt um 20:30 Uhr.

Quelle: 1.FC Union

Bayer 04 Leverkusen:
Hradecky – Dragovic, S. Bender, Wendell – Aranguiz, Baumgartlinger (70. Demirbay) – L. Bender (66. Weiser), Havertz, Amiri (83. Paulinho), Volland – Alario

1. FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Lenz (49. Reichel) – Gentner, Andrich – Becker (46. Gogia), Ingvartsen (61. Polter), Bülter – Andersson

Erstes Bundesligator und Punkt

In der 80. Minute war es soweit, der kurz zuvor zusammen mit Sebastian Polter eingewechselte Sebastian Anderson erzielte das erste Bundesligator für den 1. FC Union. Es war der Ausgleich zum 1:1 und bis zum Schlusspfiff änderte sich an dem Spielstand nichts mehr. Ein Riesenklops im Aufbauspiel der Augsburger war der Torpremiere vorausgegangen. Jetzt hat der fünfmalige Nationalspieler Schwedens einen Ehrenplatz in der Vereinschronik der Eisernen sicher. Großen Anteil an dem Treffer hat auch Sebastian Polter, der zusammen mit Andersson in der 71. Minute eingewechselt wurde. Augsburgs Tin Jedvaj spielte den Fehlpass, Polter lief allein auf den Torwart zu und legte quer auf seinen Sturmpartner, der dann keine Mühe hatte, erfolgreich abzuschliessen.

Freudige Gesichter, das Unentschieden ist ein gefühlter Sieg für die Unioner. In der ersten Halbzeit war auf beiden Seiten die Verunsicherung nach den Klatschen zum Auftakt zu bemerken. Urs Fischer brachte vier Spieler in der Startaufstellung. In der Innenverteidigung spielte Neven Subotic für Marvin Friedrich, im offensiven Mittelfeld begannen Marcus Ingvartsen und Sheraldo Becker, zunächst als einzige Sturmspitze durfte sich Anthony Ujah versuchen. Christian Gentner konnte wegen einer Verletzung nicht spielen. Bei Ballbesitz sortierte sich die taktische Formation in einem 4-2-3-1 und gegen den Ball versuchten Ujah und je nach Situation einer der drei offensiven Mittelfeldspieler den ballführenden Augsburger anzulaufen, dahinter formierten sich zwei Viererketten. In der ersten Halbzeit wirkte Union in der Abwehr sehr kompakt, allerdings gab es kaum nennenswerte Aktionen vor dem Augsburger Tor. Die erste halbwegs brauchbare Torchance hatten die Berliner in der 27. Minute durch Ujah und in der 35. Minute verfehlte ein Schuss Marius Bülter nur knapp das Ziel.

Augsburg hatte bis zur Pause mehr vom Spiel. Insgesamt hielt sich spielerische Niveau im unteren Wertungsbereich auf. In der zweiten Hälfte stieg wenigstens der Unterhaltungswert. In der 48. Minute kam Union zu einer Konterchance, allerdings war der entscheidende Pass von Sheraldo Becker zu unsauber. Das erste Tor im Spiel fiel dann in der nach knapp einer Stunde Spielzeit durch den Schweizer U-21 Nationalspieler und Augsburger Neuzugang Ruben Vargas, der von der Vorarbeit durch Florian Niederlechner profitieren konnte. In der Abwehre konnte Keven Schlotterbeck das entscheidende Zuspiel von seinem ehemaligen Freiburger Mannschaftskollegen nicht verhindern.

Sebastian Andersson – Schütze des ersten Bundeligatores © Foto: Hans-Peter Becker

Die Berliner Bank reagierte auf den Rückstand. Zunächst kam Suleiman Abdullahi für den eher enttäuschenden Sheraldo Becker und ab der 71. Minute stellte Fischer im Angriff auf ein 4-2-2 um. Für Ujah kam Sebastian Polter und für Ingvartsen spielte Sebastian Andersson. Die Maßnahme wäre fast ins Auge gegangen. Eigentlich hätte Niederlechner in der 73. Minute für die Entscheidung des Spiels sorgen müssen. Wieder verliert Schlotterbeck den Zweikampf, doch Niederlechner trifft zum großen Glück für die Eisernen das Tor nicht. Der Ausgang ist bekannt. Christopher Lenz traf zunächst in 78. Minute mit einer eher verunglückten Flanke den Pfosten und 80. Minute, nach 170 Bundeliga-Minuten folgte die Torpremiere.

Leider verloren in der 83. Minute die Eisernen Innenverteidiger Schlotterbeck durch eine glatt rote Karte. Es war die negative Krönung der vielen Zweikämpfe zwischen den beiden Ex-Freiburgern. Die Entscheidung des Schiedsrichters Robert Schröder war hart, aber vertretbar. So musst du in der Mittelzone nicht einsteigen, dazu, wenn auch nicht in voller Absicht, mit der offenen Sohle auf die Wade des Gegenspielers. Für die restlichen Minuten rückte Grischa Prömel in die Innenverteidigung. In der Nachspielzeit versuchte Polter einen Elfer zu schinden. Es war es „Trikotzupfer“, aber kein 100%iger Strafstoß, das Spiel lief weiter und mit der letzten Angriffsaktion hätten die Eisernen das Spiel noch unglücklich verlieren können.

Das Unentschieden war dem Spielverlauf entsprechend, der 1. FC Union ist mehr als nur ein Punktelieferant. Nach dem Schlusspfiff konnten sich die Profis zu Recht feiern lassen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten: Fußball-Bundesliga 2. Spieltag

FC Augsburg: Koubek – Lichtsteiner, Jedvaj, Khedira, Max – Baier, Gruezo (74. Oxford) – Vargas (66. Richter), Hahn, Gregoritsch – Niederlechner (88. Finnbogason)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Subotic, Schlotterbeck, Lenz – Prömel, Andrich – Becker (68. Abdullahi), Ingvartsen (71. Andersson), Bülter – Ujah (71. Polter)

Zuschauer: 27.703

Tore: 1:0 Vargas (59.), 1:1 Andersson (80.)

Der 1. FC Union blickt durch die Tür zur Bundesliga

Ist es nur noch ein Spiel oder muss die Saison für die Eisernen durch die Relegation verlängert werden ? Die Relegation ist bereits sicher, das Restrisiko, dass der HSV nach Punkten zwar gleichziehen kann, ist bei dem Torverhältnis zu vernachlässigen. Der Grundstein wurde mit einem überzeugenden 3:0 Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gelegt.

In der seit Wochen ausverkauften „Alten Försterei“ brachte Grischa Prömel mit seinem artistischen Treffer zur 1:0 Führung nach 8 Minuten früh auf die Siegerstraße. Magdeburg hatte nichts zu bieten, es waren von den abgegebenen 12 Torschüssen, lediglich ganze zwei darunter, die die Qualität eines möglichen Torerfolges in sich trugen. Diese mangelnde Durchschlagskraft, nur 34 Tore in der laufenden Spielzeit, der schlechteste Wert aller Zweitligisten, war mit dafür verantwortlich, dass die Magdeburger wieder runter müssen.

Nach dem Schlusspfiff des sehr großzügig leitenden Schiedsrichters Robert Schröder aus Hannover sanken die Spieler in Blau-Weiß zu Boden und einige fingen an zu weinen. Während die Rot-Weißen feierten, sie hatten getan was notwendig war. Die erreichten 56 Punkte und der damit so gut wie sichere Tabellenplatz Drei sind der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte seit der deutschen Vereinigung. Gratulationen wollte man im Lager der Eisernen dafür nicht entgegenehmen. Verständlich, den der Fahrstuhl nach oben ist noch nicht betreten worden und im ungünstigen Fall geht die Tür wieder zu.

Es war zudem Respekt, den Urs Fischer gegenüber seinem Kollegen Michael Oenning bekundete: „Es ist heute nicht einfach: auf der einen Seite ein Trainer, der noch etwas gewinnen kann, auf der anderen Seite ein Coach, der gerade abgestiegen ist.“

Leider gab es zum Ende des Spiels Szenen, die keiner in einem Stadion sehen will. Magdeburger Fans versuchten die Plexiglasscheiben, die den Gästeblock abgrenzen, einzutreten. Vereinzelt wurden Metallteile in Richtung Spielfeld und Zuschauer geworfen. Einsatzkräfte der Polzei mussten vorübergehend für Ordnung sorgen. Das Spiel war unterbrochen. Im Block an der Waldseite, dort wo die Ultras des 1. FC Union stehen, wurden ein Banner und Fan-Utensilien des 1. FC Magdeburg gezeigt. Sebastian Polter begab sich an den Zaun, darauf verschwanden die Sachen aus dem Sichtfeld.

Es ist müssig darüber zu spekulieren wer angefangen hat, im Stadion sind auch Zuschauer, die sich einfach am Fußball erfreuen wollen und denen Ultra-Rituale gänzlich egal sind. Auf jeden Fall sind Strafen seitens des DFB zu erwarten.

Hans-Peter Becker

Eine Art Endspiel – der HSV in der Wuhlheide

Der 31. Spieltag führt den Hamburger Sportverein weiter ostwärts nach Berlin in die „Alte Försterei“. Als sie das letzte Mal in Berlin ein Pflichtspiel zu absolvieren hatten, spielten sie noch eine Klasse höher und verloren am 28. 10. 2017 mit 1:2 im Olympiastadion. Beide wollen eine Klasse höher und der gastgebende 1. FC Union braucht einen Sieg. Ein Unentschieden würde mehr den Hamburgern helfen.

Es kribbelt, das Spiel ist seit Wochen restlos ausverkauft. Selbst auf der Pressetribüne muss zusammengerückt werden, ein Vorgeschmack auf eventuell kommende Erstligazeiten. Ein Spiel, das es lange nicht gab, für den 1. FC Union, es geht um viel. Keine einfache Situation, beide Vereine schwächeln, sind seit dem 26. Spieltag ohne Sieg. „Das wird ein Duell auf Augenhöhe,“ so lautete ein Statement vom Hamburger Trainer Hannes Wolf und ähnlich sieht es sein Kollege auf der Seite der Eisernen Urs Fischer.

Besondere Maßnahmen, wie Mannschaftshotel oder ähnliches soll es nicht geben, alles so normal wie immer, die Anspannung kommt von ganz allein. Im Kasten der Unioner wird wohl Rafal Gikiewicz stehen, der Kopftreffer aus dem letzten Spiel ist wohl ohne weitere Nachwirkungen geblieben. In der Innenverteidigung steht ein Fragezeichen hinter Florian Hübner, der an muskulären Problemen laboriert. Für den Ersatz stünden Michael Parensen und Marc Torrejon bereit. Der in Fürth geschonte Manuel Schmiedebach dürfte wieder in die Startelf rücken. Er ist allerdings mit neun gelben Karten belastet. Er könnte den Unterschied zum HSV beim Spielaufbau ausmachen. Urs Fischer erwartet den HSV als Mannschaft, die mitspielt und nicht nur kontern will. Das müsste den Eisernen entgegenkommen.

Im Sturmzentrum darf man gespannt sein, wie das Duell Pierre-Michael Lassoga gegen Sebastian Polter ausgeht. Hannes Wolf hat angekündigt, ein paar neue Varianten im Angriff geübt zu haben. Wie beim Auswärtsspiel in Köln, wird der HSV das Spiel in eine 4-1-4-1 Staffelung beginnen, während die Eisernen dem ein 4-3-3 entgegensetzen könnten. Oder hat sich Urs Fischer was ganz anderes ausgedacht ? Die Personalsituation ist in Hamburg etwas angespannter. In der Abwehr wird Kyriakos Papadopoulos vermisst und die Frage ist: Wie fit ist Aaron Hunt ?

Das Spiel am Sonntag, 28.04. wird unter der Leitung von Schiedsrichter Sascha Stegemann stehen. In dieser Saison sein erster Einsatz in der „Alten Försterei“. Er leitete allerdings bereits zwei Auswärtsspiele des 1. FC Union, in Heidenheim und Regensburg. Hoffen wir auf Spannung Fairness, es geht buchstäblich um die Wurst.

Hans-Peter Becker

SC Paderborn 07 mit Steffen Baumgart in der Alten Försterei

Nach der Länderspielpause empfangen die Eisernen den SC Paderborn. Der Aufsteiger spielt unter Trainer Steffen Baumgart, in Berlin ja nicht ganz unbekannt, bisher eine erfolgreiche Saison. Der Klassenerhalt als Minimalziel ist abgehakt, jetzt sind andere Begehrlichkeiten geweckt. Die Paderborner haben in jüngerer Vergangenheit das geschafft, wovon der 1. FC Union bisher nur träumen durfte, den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zwar rutschten sie nach dem einjährigen Intermezzo bis in die 3. Liga ab und wären fast bis in die Regionalliga durchgereicht worden, jetzt ging die Kurve steil nach oben. Nur sechs Punkte Rückstand haben die Paderborner auf den 1. FC Union. Aus Sicht der Paderborner könnte man von einem Endspiel, was den Verbleib im Aufstiegsrennen, speziell den Kampf um Platz drei betrifft, sprechen. Nach dem Spiel sind immer noch 21 Punkte zu vergeben.

Steffen Baumgart hat einen offensiven Auftritt seiner Mannschaft in der Alten Försterei versprochen. Viele Partien der Paderborner waren durch Spektakel gekennzeichnet. Mit 58 Toren erzielt nach 26 Spielen stellen die blau-schwarzen nach dem 1. FC Köln den zweitstärksten Angriff der Liga. In der Abwehr sieht es nicht ganz so gut aus, 40 Gegentore sind zu viel. Erst ein Spiel endete mit einem torlosen Unentschieden. Es war das Hinspiel gegen den 1. FC Union.

Dass das Rückspiel ebenso endet ist eher nicht zu erwarten. Baumgart will in Berlin auf die Offensivqualitäten seiner Mannschaft setzen. „Die Nationalspieler Jamilu Collins (Nigeria), Mohammed Dräger (Tunesien) und Bernard Tekpetey (Ghana) haben ihre jeweils zwei internationalen Begegnungen ohne Blessuren überstanden. Ob sie in Berlin zum Einsatz kommen, wird Baumgart von der körperlichen und mentalen Fitness abhängig machen. Nicht zur Verfügung steht Uwe Hünemeier, der noch seine Rot-Sperre absitzt.“

Bei den Eisernen war Sebastian Andersson für Schweden im Einsatz. Für die Startelf steht er zur Verfügung. Urs Fischer kann bis auf Fabian Schönheim und Eroll Zejnullahu auf einen fast kompletten Kader zurückgreifen. Sogar Sebastian Polter könnte wieder im Kader stehen, eine Entscheidung darüber soll nach dem Abschlusstraining am Freitag fallen. Einige Härtefälle wird es wieder geben, vor allem aus der Abteilung Offensive werden einige das Spiel von der Tribüne aus sehen müssen.

Das Spiel beginnt am Samstag, 30. März um 13:00 Uhr im Stadion „An Der Alten Försterei“ und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Michael Bacher stehen. Er pfiff in dieser Spielzeit die Partie gegen Duisburg. Es war ein 2:2 am 5. Spieltag. Der Heimbereich ist seit einigen Tagen ausverkauft, lediglich für Gästeblock sind am Spieltag noch Stehplatzkarten zu haben. Bisher wurden reichlich 1.000 Karten an die Anhänger des SC Paderborn abgesetzt.

Hans-Peter Becker