„Profivereine machen Schule“ im Horst-Korber-Sportzentrum

Foto: BR Volleys

Am Freitagmorgen (18. Mai) stürmten über 60 Kinder aus drei Berliner Grundschulen das Horst-Korber-Sportzentrum. Dort, wo seit Februar diesen Jahres normalerweise wieder die Profis der Berlin Recycling Volleys ihren Trainingsalltag verbringen, durfte sich in der spielfreien Zeit des Hauptstadtclubs nun der Nachwuchs am Volleyball versuchen. Die Initiative „Profivereine machen Schule“ machte nahe dem Glockenturm Halt. Mit der „Erwin-von-Witzleben-Grundschule“, der „Grundschule unter dem Regenbogen“ und der „Paula-Fürst-Schule Berlin“ nahmen die drei Partnerschulen der Berlin Recycling Volleys im Rahmen von „Profivereine machen Schule“ am ersten Trainingstag 2018 teil. Nach einer kurzen aber intensiven Erwärmung konnten sich die vielen Kids an verschiedenen spielerischen Übungen probieren und austesten.

Der frischgebackene Deutsche Meister Georg Klein ließ es sich nicht nehmen, den begeisterten Kindern einen Besuch beim ihrem „Schnuppertag“ im HKS abzustatten: „Solche Aktionen bringen die Kinder von klein auf zum Volleyball. Es ist ein erster Schritt, um den Kids zu zeigen, was für eine coole Sportart wir betreiben“, hatte der 26-Jährige sichtlich Freude an der Aktion: „Im eins-gegen-eins gegen die Kleinen anzutreten, hat sehr viel Spaß gemacht. Das ein oder andere Talent war durchaus erkennbar.“

SCC JUNIORS Nachwuchstrainer Nikolaus Novak erklärt, worauf es ankommt, um schon im frühen Alter die Begeisterung für eine komplexe Sportart wie Volleyball zu wecken: „Im Vordergrund steht Spaß an der Bewegung mit Ball und mit anderen gemeinsam im Team.“ Dabei hilft es natürlich ungemein, jemanden wie Georg an seiner Seite zu haben: „Die Profis nehmen eine Vorbildfunktion ein und bleiben für die Kids einfach greifbarer als Fußballstars aus dem Fernsehen. Obwohl sie hochspringen, haben sie noch Bodenkontakt. Das ist der Reiz des Volleyballsports und gibt den Kindern ungemein Motivation: Wir sind Familie. Sport verbindet eben und Volleyball noch viel mehr.“

„Profivereine machen Schule“ ist eine Initiative der Berliner Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie zusammen mit den sechs Profivereinen. Ziel ist es, den Sport an Berliner Schulen nachhaltig zu fördern, indem ausgebildete Trainerinnen und Trainer sowie das qualitativ hochwertige Trainings- und Fachwissen in den Schulalltag, den Sportunterricht, außerschulischen Bereich und Freizeitbereich zu integrieren. Dies gelang einmal mehr mit dem Trainingstag am 18. Mai.

Christof Bernier

Fabian Wiede trifft in letzter Sekunde zum Sieg gegen Hannover

Füchse Berlin – TSV Hannover-Burgdorf (25:24 (13:12). Die Füchse Berlin bleiben auf der Siegerstraße, letztlich war bei 25:24 (13:12) über die TSV Hannover-Burgdorf auch eine große Portion Glück dabei. In der Schlusssekunde setzte Fabian Wiede den entscheidenden Treffer, nachdem die Füchse zuvor eine 6-Tore-Führung aus der Hand gegeben hatten. Wiede kam damit auf vier Tore, bester Schütze war Johan Koch mit sechs Treffern. Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken geht es nun morgen zu den Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals. Nach dem deutlichen Sieg über die Rhein-Neckar Löwen hatte Velimir Petkovic vor der nächsten Aufgabe gewarnt. Entweder würde alles nach Plan laufen, es könne aber auch sein, dass er in den ersten zehn Minuten zwei Mal eine Auszeit nehmen müsse. Am Ende sollte es eine Mischung aus beiden Extremen sein, mit dem glücklichen Ende für die Füchse.

Die Gäste erwischten klar den besseren Start und hatten die bessere Fokussierung. Stück für Stück setzten sie sich ab und die Füchse lagen bereits 7:11 zurück. Es war eine Ansammlung von Kleinigkeiten, mit denen die Füchse sich selbst ein Bein stellten. Schlecht ausgesuchte Würfe, technische Fehler, aber auch eine starke Hannoveraner Abwehr und mit Malte Semisch ein Torhüter, auf den sich die Füchse freuen dürfen. Aus Füchse-Sicht konnte es so nicht weitergehen, es musste etwas geändert werden. Velimir Petkovic entschied sich für eine Abwehränderung, stellte auf 5:1 um und brachte damit die Gäste komplett aus dem Konzept. Das Team von Gäste-Coach Carlos Ortega verfing sich nun häufiger in der Berliner Abwehr, für Torhüter Silvio Heinevetter war es einfacher und er konnte mit seinen Paraden helfen, so dass aus dem 7:11 bis zur Pause ein 13:12 wurde.

Und da es vor der Pause so gut funktionierte, machten die Füchse einfach nahtlos weiter, als hätten die 15 Minuten Unterbrechung gar nicht stattgefunden. Tore von Paul Drux, zwei Strafwürfe von Hans Lindberg und noch Johan Koch, schon stand es 17:12. Mit dem 10:1-Lauf schienen die Gäste gebrochen und das Heft fest in Füchse-Hand. Bis zum 24:18 wurde dieser Eindruck bestätigt, in der 51. Minute war der Sieg schon greifbar nahe. Dann kam allerdings ein Bruch ins Füchse-Spiel, den sich Trainer Velimir Petkovic nach dem Spiel noch nicht erklären konnte. Die Füchse trafen nicht mehr, wurden von den Recken aus Hannover klassisch ausgekontert und es wurde immer enger. Als Kai Häfner den Anschlusstreffer zum 24:23 erzielte, da liefen die Füchse in Gefahr binnen fünf Minuten das gesamte Spiel aus der Hand zu geben.

Timo Kastening setzte noch einen drauf, bei 57:59 auf der Uhr erzielte er den Ausgleich. Beide Teams kämpften nun um jeden Ball, Silvio Heinevetter nochmals mit einer Glanzleistung gegen Casper Mortensen und dann kam Fabian Wiede. Der letzte Füchse-Angriff musste mehrfach unterbrochen werden, so dass den Füchsen am Ende nur noch zwei Sekunden blieben. Der Freiwurf wurde ausgeführt, Pass auf Fabian Wiede und der hämmert den Ball eine Sekunde vor der Sirene zum spielentscheidenden 25:24 ins Netz.

Füchse Berlin:  Heinevetter, Stochl; Wiede 4, Elisson 2, Milde, Vukovic, Struck, Mandalinic 3, Gojun 1, Lindberg 5/5, Zachrisson 1, Schmidt, Reißky 1, Koch 6, Drux 2

Velimir Petkovic, Trainer Füchse Berlin: Ich bin leer. Meine Mannschaft war nicht von Anfang an wach und man hat gesehen, dass wir vor vier Tagen ein schweres Spiel hatten, das uns Kraft gekostet hat. Wir haben ganz schlecht angefangen im Angriff und sind dann dennoch mit einem Tor in Führung in die Halbzeit gegangen.
In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, warum wir stehen wo wir stehen. Wir haben phänomenal gekämpft, mit sechs Toren geführt gegen diese Top-Mannschaft. Was in den letzten sieben, acht, neun Minuten passiert ist, kann ich nicht erklären. Uns hat am Ende etwas die Kraft gefehlt, wir hatten Pech beim Wurf und der Torwart hat auch einige Bälle gehalten. Das Tor von Fabian Wiede hat uns zwei Punkte gebracht und auch Energie für mein Team. In 48 Stunden steht eine große Aufgabe gegen Göppingen in Magdeburg an.

Bob Hanning, Geschäftsführer Bob Hanning:
Entscheidend war die Umstellung beim 7:11 auf die 5:1-Deckunng. Wir haben dann einen 10:1-Lauf hingelegt und davon gezehrt. Wir waren dann sicher, dass das Ding in der Kiste ist, haben jedoch ganz klare Chancen liegen gelassen.
Wir haben gewusst, dass das heute ein großer Schritt Richtung Platz drei sein kann. Ich bin sehr glücklich, dass wir das so geschafft und umgesetzt haben und mit einem positiven Gefühl nach dem letzten Ball in die wichtigen Spiele am Wochenende gegen eine ausgeruhte Göppinger Mannschaft gehen. Wir müssen einfach aus der Komfortszene rauskommen.

Quelle: Füchse Berlin Handball

Hertha BSC im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft

Foto pr. Frank Toebs

Für die U 19 von Hertha BSC ist ein Traum wahrgeworden.  Die 1:3 Niederlage im Rückspiel gegen Borussia Dortmund reichte nach dem deutlichen 4:0-Sieg in Berlin für das Finalticket.

Den besseren Start erwischte Dortmund. Die Borussen gingen sehr zielstrebig zur Sache, um die deutliche Hinspiel-Niederlage vergessen zu machen. Bei der Aufholjagd mithelfen sollte unter anderem Kopacz, der einen Profivertrag in Stuttgart unterzeichnet hatte. In der Startelf von Trainer Michael Hartmann stand wieder Palko Dardai, ein Sohn von Pal Dardai. Die Hartmann-Schützlinge hielten ordentlich dagegen. Nach dem frühen Pfostentreffer von Osterhage (2. Minute) übernahmen schließlich die Berliner wieder das Kommando. In Führung ging überraschend die Heimmannschaft in der 21. Minute. Wanners Flanke in Richtung zweiten Pfosten fand Pena-Zauner, der zum 1:0 vollstreckte. So wurden auch die Seiten gewechselt.

Nach dem Wechsel erhöhten die Dortmunder -unter den Augen von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und den ehemaligen Profis Oliver Kirch, Patrick Owomoyela und Kevin Großkreutz – den Druck. Erst traf BVB-Kapitän Schwermann die Latte, wenig später zeigte Referee Justus Zorn für ein Foul an Joker Bulut auf den Punkt. Torjäger Aydinel trat an und verwandelte humorlos ins rechte untere Eck – 2:0 (72.). Für Hertha folgte Schwerstarbeit. Infolge eines Gewitters wurde die Partie schließlich acht Minuten lang unterbrochen. Dortmunds Kilian hatte bei einer Doppelchance das dritte Tor auf dem Fuß. Anschließend ging das Unwetter erst so richtig los. Für eine halbe Stunde wurde das Spiel erneut unterbrochen.

Es blieb spannend. In der 84. Minute nagelte Kopacz das Leder genau in den Winkel zum 3:0. Den Dortmundern fehlte noch ein Tor. Zum Glück trafen die Berliner.  In der 88. Minute schloss Muhammed Enes Kiprit einen Konter zum alles erlösenden 1:3 Endstand aus Berliner Sicht ab. Der Name des Torschützen Kiprit ist schon länger in den Notizbüchern der Scouts. Mit seinen 22 Saisontoren wurde er Torschützen-König in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost.

Erstmals zieht die U19 von Hertha BSC in ein Endspiel um die deutsche Meisterschaft ein.

Herthas U 19 spielte mit: Smarsch – Mulack, Baak, Ernesto, Hummrich – Kade, Krebs – Dardai, Zografakis – Kiprit, Jastrzembski. Einwechslungen: 44. Kastrati für Baak, 67. Maier für Jastrzembski, 90. Braun für Kiprit.

Das Endspiel steigt am 27. Mai in Oberhausen im Stadion am Niederrhein, Gegner ist der FC Schalke 04. Die Knappen schalteten in ihrem Halbfinale die TSG Hoffenheim aus.

Christian Zschiedrich

Wachsendes Zuschauerinteresse bei den Berlin-Recycling Volleys

Foto. Sportick

Die Saison 2017/18 war für die BR Volleys nicht nur sportlich ein voller Erfolg, der Hauptstadtclub durfte sich in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit auch über ein gewachsenes Publikumsinteresse freuen. Insgesamt 98.618 Zuschauer wollten die 21 Heimspiele in Volleyball Bundesliga, CEV Champions League und DVV-Pokal sehen – mehr waren es nur in der Final-Four-Saison 2014/15. Die Heimauftritte der Berlin Recycling Volleys waren auch im abgelaufenen Spieljahr DER Publikumsmagnet in der Volleyball Bundesliga. Insgesamt strömten fast 100.000 Zuschauer in den Berliner Volleyballtempel, um die Mannschaft in Orange zu unterstützen. Im Durchschnitt waren es 4.646 Besucher pro Heimspiel und damit 500 Zuschauer mehr als noch in der vorangegangenen Spielzeit. „Diese Zahlen sind wirklich erfreulich und ein Beleg für unsere kontinuierliche Arbeit sowie den Stellenwert unseres Sports in einer Stadt, in der zahlreiche Profivereine um jeden Sportfan buhlen“, kommentiert Manager Kaweh Niroomand die positive Entwicklung des Publikumszuspruchs für Berlins Volleyballteam Nr 1.

Von größtem Interesse waren auch im abgelaufenen Spieljahr die Duelle mit dem VfB Friedrichshafen, die in Champions League und Bundesliga jeweils über 6.000 und in den Playoff-Finals sogar mehr als 7.500 Fans in ihren Bann zogen. Die Rekordmarke der Meister-Saison 2017/18 wurde im vierten Playoff-Endspiel gegen die Häfler mit bemerkenswerten 7.641 Zuschauern aufgestellt. Nur in der Spielzeit 2014/15 konnten durch die Ausrichtung des Final-Four-Turniers der Champions League bessere Werte erzielt werden. Zu der guten Bilanz trug damals maßgeblich bei, dass die beiden Endspieltage in der Königsklasse mit jeweils 9.300 Fans ausverkauft waren.

Nun beginnt für alle BR Volleys Fans zwar eine lange Zeit des Wartens, bis der Volleyballtempel im Oktober wieder seine Tore öffnet, doch noch im Mai wird die Volleyball Bundesliga voraussichtlich den Spielplan für die Saison 2018/19 veröffentlichen, sodass sich die Vorfreude auf „Volleyball im WELTSTADTformat“ stetig steigern kann.

Christof Bernier

Interessantes: Regionalliga, Oberliga, Berlin-Liga

Christian Zschiedrich. Foto: Sportick

Während in den oberen Klassen (Bundesliga bis Regionalliga) das Saisonende (bis auf Relegationsspiele) vollzogen werden konnte, ist in den darunter liegenden Ligen noch Entscheidendes zu tun. Der Abschluss in der auch von uns begleiteten Regionalliga Nordost steht dahingehend fest, dass VSG Altglienicke als Tabellenfünfzehnter absteigt, wenn Energie Cottbus nicht aufsteigen sollte. Das letzte Spiel zu Hause gegen Budissa Bautzen ging leider 0:1 aus. Drücken wir also Energie ordentlich die Daumen am 24. + 27. Mai.

Der BFC Dynamo war monatelang Tabellenzweiter, um am Ende (verlor 2:4 in Fürstenwalde) noch auf Platz 4 abzurutschen. Überholt wurden die BFCer vom Berliner AK, der das Nachholspiel gegen Dynamo 4:1 gewann. BAK 07 ist damit in der Regionaliga Nordost der beste Berliner Vertreter. Dem BFC Dynamo steht ja am Pfingstmontag das Berliner Pokalendspiel gegen den zwei Klassen tieferen Berliner SC (4. in der Berlin-Liga) ins Haus. Herthas Zweite wurde übrigens Tabellenachter, verlor 1:2 bei Lok Leipzig, Mit dem Argument der Professionalisierung verabschiedete Lok, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, acht Spieler! Die Absteiger sind Chemie Leipzig, TSG Neustrelitz und FSV Luckenwalde. Viktoria 89 (42 Punkte) landete mit dem 4:2-Sieg über VfB Auerbach auf Platz 13.

In der Oberliga sind noch drei Spieltage zu bestreiten und CFC Hertha 06 (11.) hat jetzt sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, verlor leider 1:2 in Brieselang beim Tabellenletzten. Vier Vereine steigen ab. Unsere Berliner nehmen z.Z. folgende Tabellenplätze ein: Aufsteiger SC Staaken (6.), Hertha 03 (4.), Lichtenberg 47 (3.) und Tennis Borussia (2.). Trotz des erfreulichen 3:0-Sieges in Wismar sind es aktuell nur noch zwei Punkte Differenz zu Spitzenreiter Optik Rathenow, die nämlich sogar 5:1 bei Hansa Rostock gewannen. Es ist also noch alles drin. Angeblich hat TeBe gegenüber von Rathenow das schwerere Restprogramm. Am Freitag, 19.00 Uhr, muss Tennis Borussia ins Ernst-Reuter-Stadion zu Hertha 03 nach Zehlendorf. Optik Rathenow empfängt am Samstag, 14.00 Uhr, den FC Strausberg. Na dann schau’ n wir mal.

Christian Zschiedrich

„Übungstag“ vor dem Pokalfinale am Pfingstmontag

BFC Preussen – BSV Al-Dersimspor 3:3 (3:0)
PREUSSEN: Hartmann – Emre Demir, Neugebauer, Hartmann, Stahlberg – Yasin Demir, Michalke – Meyer, Horchert (46. Starcevic), Ismaili (85. Bingöltekin) – Abou-Chaker (61. Häsen).
AL-DERSIM: Garci – Sahin (55. Yildiz), Balci, Kaloglu, Göcer – Mbile Sachez, Onur Aktürk – El-Kassem (68. Tas), Metin Aktürk, Senkaya (46. Karaduman) – Baba.
SR: Paffrath (BSC Rehberge) – z.Z.: 27.
TORE: 1:0 (10.) Ismaili; 2:0 (40.) Meyer; 3:0 (44.) Ismaili; 3:1 (47.) Baba; 2:3 (67.) Göcer; 3:3 (90.+4) Kaloglu.
GELBE KARTEN: Horchert, Ismaili, Hartmann – Karaduman, Baba, M.Aktürk.
BESTE SPIELER: Ismaili, Neugebauer – Kaloglu, Onur Aktürk.

Das wird man so schnell auch nicht wieder erleben. Zumindest nicht in der Berlin-Liga.
Bei der Partie des BFC Preussen gegen Al-Dersimspor waren am Sonntag vier Unparteiische mit Headsets dabei. Stefan Paffrath hatte die Leitung. Seine beiden Assistenten Sebastian Hornig und Kai Kaltwasser wurden daneben noch vom vierten Offiziellen René Welzer unterstützt.
Die Gruppe wird auch am Pfingstmontag beim Pokalfinale im Jahn-Sportpark in dieser Bestzung auftreten. An der Malteser Straße, auf dem Preussen-Platz, war es dabei auch ein Übungstag für die erstmalig hier eingesetzte Sprechfunk-Verbindung, die ja beim Spiel zwischen BFC Dynamo und dem Außenseiter Berliner SC auch zum Einsatz kommen wird.
In diesem für die Gäste sehr bedeutsamen Liga-Spiel gab es noch ein überraschendes Ende. Denn die Kreuzberger schafften es tatsächlich in letzter Sekunde noch den Ausgleich zum 3:3 zu erzielen. Torschütze Hüseyin Kaloglu verwandelte dabei völlig ruhig. Umso größer war der anschließende Jubel. Preussens Trainer Nikolai Klarkowski war bedient: „Dass eine 3:0-Führung nicht zum Sieg reicht, ist auch nicht zu fassen“. Noch schlimmer sei aber die Einstellung seiner Mannschaft gewesen, die alle fußballerischen Grundtugenden in Hälfte zwei habe vermissen lassen. Für BSV Al-Dersimspor war es vier Spieltage vor Saisonende ein später vielleicht noch entscheidender Punktgewinn gegen den Abstieg.

Frank Toebs

Heinevetter, Lindberg, Koch & Co. bezwingen die Löwen

Mannschaftsfoto

Füchse Berlin – Rhein-Neckar Löwen 29:23 (12:11). Mit einer sensationellen Leistung über 60 Minuten hinweg haben die Füchse Berlin den amtierenden Meister und frischgebackenen Pokalsieger bezwungen. Gegen die Rhein-Neckar Löwen gab es ein 29:23 (12:11), das auch in dieser Höhe verdient war. Wermutstropfen allerdings der Ausfall von Steffen Fäth, der noch eingehender untersucht werden muss. Matchwinner vor 9.000 Zuschauern war am Ende Torhüter Silvio Heinevetter mit 20 Paraden, der am Ende noch aus einer Mannschaft herausstach, die eins der besten Spiele der letzten Jahre absolvierte. Als Patrick Groetzki den ersten Treffer der Partie setzte und die Rhein-Neckar Löwen in Führung brachte, da sollte noch keiner ahnen, dass das die einzige Führung des amtierenden Meisters, Tabellenführers und frischgebackenen Pokalsiegers bleiben sollte. Vielmehr kauften ihnen die Füchse von Beginn an den Schneid ab, allen voran Silvio Heinevetter. Zwar zeigte auch Andreas Palicka bei den Gästen eine gute Leistung, aber an den Füchse-Keeper kam er nicht ran, der parierte allein zwei Strafwürfe in der Startphase, dazu weitere Glanztaten.

Die Abwehr der Füchse stand felsenfest, dahinter parierte Heinevetter und so konnte auch Weltklasse-Spielmacher Andy Schmid bei den Gästen keine Akzente setzen. Vielmehr agierten die Füchse aus dem Kollektiv und führten die Partie. Hans Lindberg mit souveränen Auftritten beim Strafwurf, vielen freien Torerfolgen und vor allem ein Johan Koch mit einem ganz starken Auftritt am Kreis. Doch gegen ein Topteam wie das der Rhein-Neckar Löwen kann man sich nie sicher sein und so nutzten die Gäste die ganz wenigen Fehler der Füchse, profitierten von Paraden ihres Torhüters und glichen jeweils beim 5:5 und 11:11 nochmals auch. Umso wichtiger, dass Mattias Zachrisson die Führung vor der Pause nochmals zum 12:11 in Führung brachte und Heinevetter den letzten Angriff der Löwen parierte.

Mit der Pausensirene hatten die Füchse allerdings den ersten Schock schon hinter sich, denn in einer Abwehraktion verletzte sich Steffen Fäth beim Zusammenprall mit einem Gegenspieler das Knie und musste verletzt in die Kabine. Der Toptorschütze der letzten Spiele wird morgen eingehend untersucht, unterzieht sich einer MRT-Diagnose und dann können weitere Prognosen zur Verletzung und zu einem möglichen Ausfall getroffen werden. Die Mannschaft ließ sich davon aber nicht beirren und hatte die Löwen auch nach der Pause im Griff. Umso überraschender, war doch Fäth in den letzten Spielen eigentlich unverzichtbar. Doch Fabian Wiede führte wieder einmal überlegt und effektiv Regie, unter anderem ersetzte Oilver Milde dann Fäth und wurde ebenfalls ins Spiel gebracht. Und dann wurde immer wieder der Kreis gesucht, wo Koch entweder traf oder einen Strafwurf für Lindberg herausholte.

Und so waren die Löwen mehr als verwundert, als die Füchse ihre Führung über 19:15 auf 23:17 ausbauten. Egal wie Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen auch agierte, die Füchse hatten immer eine Antwort. Und im Zweifelsfall hieß diese Antwort dann eben Heinevetter, wo der Torhüter aufgrund der Leistung seiner Vorderleute immer wieder zu tollen Paraden kam. Am Ende feierten die Füchse-Fans unter den 9.000 Zuschauern im ausverkauften Fuchsbau Max-Schmeling-Halle ihr Team. Mit seinem neunten Treffer sorgte dann Lindberg für den 29:23-Endstand, bevor Heinevetter diesen mit seiner 20. Parade absicherte. Für die Füchse geht es bereits am Donnerstag gegen die TSV Hannover-Burgdorf und dann am Wochenene zu den Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals.

Heinevetter, Stochl; Wiede 2, Elisson, Milde, Vukovic, Struck 2, Gojun, Lindberg 9/5, Zachrisson 4, Fäth 2, Reißky, Koch 6, Drux 4.  Velimir Petkovic, Trainer Füchse Berlin:
Die Rhein-Neckar Löwen sind meiner Meinung nach mit Abstand die beste Mannschaft der Bundesliga. Aber ich habe meinen Jungs gesagt, dass auch sie irgendwann einen schlechten Tag haben und den hatten sie heute. Meine Mannschaft hat überragend gespielt und immer Antworten gefunden. Meine Deckung war immer da und dahinter dann Silvio Heinevetter im Tor. Wir haben dieses Duell auch im Tor gewonnen. Das war mit sechs Toren ein souveräner und verdienter Sieg.

Bob Hanning, Geschäftsführer Füchse Berlin:
Von den letzten zwölf Jahren war das eines unserer besten Spiele. Das war heute ein ganz großes Spiel von uns und das konsequent über 60 Minuten. Wir haben auch die Verletzung von Steffen Fäth geschluckt, Paul hat seine Leistung abgerufen. Bei uns hat heute alles gepasst, bei den Löwen nicht, deshalb haben wir hochverdient gewonnen.

Nikolaj Jacobsen, Trainer Rhein-Neckar Löwen:
Glückwunsch, das war ein verdienter Sieg für die Füchse Berlin. Das war nicht unser Tag. Wir kamen nicht richtig ins Spiel rein. Wir sind mit dem Tempo runtergegangen und dem langsamem Aufbau von Berlin. Das hat uns gestört, wir konnten nicht unsere Gegenstöße laufen und Heinevetter hatte einen Sahnetag heute im Tor. Wir haben zu viel verschossen heute und das war ein Hauptgrund, warum wir  mit leeren Händen nach Hause fahren. Insgesamt war das ein hoch verdienter Sieg für die Füchse.

Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter Rhein-Neckar Löwen:
Wir werden uns heute richtig ärgern. Das war eine super Leistung der Füchse. Sie haben kämpferisch das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Silvio hat das Tor vernagelt, wir kennen es selbst wie das ist, wenn die Torhüter nichts zulassen. Gegen Erlangen werden wir nun ein komplett anderes Gesicht zeigen.

Quelle: Füchse Berlin Handball

 

Aufräumarbeiten bei den Eisernen – Hofschneider wird abgelöst

Was seit einiger Zeit vermutet, wurde nur einen Tag nach dem letzten Saisonspiel bei Dynamo Dresden zur Gewissheit. Andre Hofschneider wird in der kommenden Spielzeit der 2. Bundesliga nicht als Chef-Trainer arbeiten. In einer am Montag, 14. Mai gegen 13 Uhr verschickten Pressemitteilung steht zu lesen: „Die Lizenzmannschaft des 1. FC Union Berlin wird ab der kommenden Saison von einem neuen Cheftrainer betreut. André Hofschneider hatte diese Aufgabe im Dezember 2017 übernommen und betreut die Mannschaft auch in den kommenden drei Freundschaftsspielen. Er wird dem Verein als  Trainer in einem anderen Bereich erhalten bleiben.“

Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Der Trainerwechsel hatte nichts gebracht, im Gegenteil, statt die Mannschaft weiter näher an die Aufstiegsplätze zu führen, gerieten sie zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr. So ganz verstanden haben viele im Union-Lager die Entlassung von Jens Keller bis heute nicht. „Stallgeruch geht da wohl vor Kompetenz oder, bisher konnte man den Eindruck haben, dass der Verein professionell geführt wird, dieses Vertrauen wurde bei mir erschüttert“, solche Äußerungen waren in den sozialen Netzwerken zu lesen.

In einer anderen Mitteilung, nur zwei Minuten später veröffentlicht, wurde die sofortige Trennung von Joachim Schulte bekanntgegeben. „Es hat mich gefreut für diesen besonderen Verein arbeiten zu dürfen. Nach zwei derart unterschiedlichen Spielzeiten halte ich den Zeitpunkt für einen neuen Impuls für absolut richtig. Das gilt sowohl für den Verein als auch für mich persönlich. Union wünsche ich von Herzen viel Erfolg“, so wird Schulte zitiert.

Die dritte Personalie gilt dem bisherigen Geschäftsführer Sport und Präsidiumsmitglied Lutz Munack, „fungiert ab sofort als Geschäftsführer Nachwuchs- und Amateurfußball. Neben der sportlichen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungszentrums verantwortet er auch die Errichtung des zentralen NLZ-Standortes. Die Belange der Lizenzspielerabteilung, darunter die Führung des Trainer- und Funktionsteams, das Scouting und die Kaderplanung, werden zukünftig vom Geschäftsführer Profifußball übernommen.“ Wie Hofschneider verbleibt er im Verein und trägt keine herausragende Verantwortung mehr. Ein Geschäftsführer Profifußball und ein Chef-Trainer werden gesucht und sollen demnächst bekannt gegeben werden. Nach diesem Saisonverlauf überraschen diese Meldungen nicht. Im Kader der Profimannschaft stehen ebenso Veränderungen an. Je eher der neue Trainer und Chef der Lizenzspielerabteilung feststehen, um so besser.
Hans-Peter Becker

Sieg in Dresden

Der 1. FC Union beendete die Saison mit einem Sieg in Dresden. Den Siegtreffer für die Eisernen besorgte der in der 62. Minute für Kenny Redondo eingewechselte Philipp Hosiner. Es dauerte bis zur 82. Minute bis zum ersten und einzigen Torjubel. War die erste Halbzeit von beiden Teams ein recht anständiges Fußballspiel, so mutierte nach das Ganze mehr und mehr in Richtung Sommer-Kick. Ob es am Wetter lag oder an den Ergebnissen von den anderen Plätzen, vor allem die Dresdner hatten Probleme, die Konzentration hoch zuhalten. Das heimschwächste Team der Saison (nur 19 Punkte bei einem Torverhältnis von 19:27) konnte seine Bilanz auch gegen die Eisernen nicht aufbessern. Dynamo Dresden verlor mit 0:1, hält trotzdem die Klasse.

Für den gebürtigen Dresdner Toni Leistner war es das letzte Pflichtspiel. Von der Tribüne aus sah Steven Skrzybski zu. Das Berliner Eigengewächs wird nach Lage der Dinge seinen Herzensverein verlassen und zukünftig bei einem Verein eine Klasse höher andocken. Darüberhinaus wird vieles zu klären sein in den nächsten Wochen. Die Saisonzielstellung wurde deutlich verfehlt. Die Klasse konnte gehalten werden, was einem anderen Kontrahenten nicht gelang. Der direkte Abstieg von Eintracht Braunschweig ist die negative Überraschung der Saison. Vor einem Jahr wären sie fast aufgestiegen und nun der tiefe Fall in Liga 3.

Für die Profis des 1. FC Union stehen in der kommenden Woche 3 Testspiele auf dem Programm. Am 16. Mai um 18:30 Uhr steht ein Spiel beim FC Hanse Neubrandenburg auf dem Programm, am 18. Mai spielen sie beim SV Tasmania und am 20. Mai treten sie beim SV Türkyemspor Berlin an. So etwas nennt man Fan-Pflege, Profis zu Anfassen, ein sympathischer Zug des Vereins aus Köpenick.

Hans-Peter Becker

Fünf Leistungsträger und der Trainer sind weg

Nach dem Titelgewinn in Friedrichshafen wurde in Berlin ausgiebig weiter gefeiert. Tags darauf landeten die BR Volleys wieder in Berlin, ab 19.00 Uhr wurde in der Max-Schmeling-Halle mit den Anhängern die Deutsche Meisterschaft gefeiert. Die BR Volleys bedanken sich bei allen Partnern, Helfern, Freunden und Mitarbeitern für ein unvergessliches Meisterjahr! Fünfmal wurde gegen Rekordmeister Friedrichshafen in dieser Saison verloren. Das entscheidende Duell gewannen die Berliner. Es ist, so wurde immer wieder betont, das Werk von Trainer Stelian Moculescu, der mit Friedrichshafen 13 Mal Deutscher Meister wurde. Im Februar wurde er als „Feuerwehrmann“ aus dem Ruhestand von Kaweh Niroomand an die Spree geholt – eine Meistertat. Galten sie doch „Erzfeinde“. Moculescu verstand es in 3 Monaten aus dem „Trümmerhaufen“ wieder eine Mannschaft zu machen. Vor über 400 Gästen im VIP-Bereich des Volleyballtempels ging es sehr emotional zu. Im Rückblick auf die Saison wurden Höhen und Tiefen vor Augen geführt. Durch die Meisterfeier führte der Manager Kaweh Niroomand selbst.

Die BR Volleys hatten den sechsten Titel innerhalb von sieben Jahren geholt. Natürlich stand die Frage mit im Raum, wie geht’s weiter? Wer geht, wer kommt, wer bleibt?

So viel war zu erfahren: Trainer Stelian Moculescu setzt seinen unterbrochen Ruhestand fort. Ob es das endgültige Karriereende sein wird, sei dahingestellt. Seine Familie wohnt in Friedrichshafen. Moculescu hat in den drei Monaten, „Berlin richtig lieb gewonnen“. Seinen Abschied bedauerten an diesem Abend unüberhörbar die anwesenden über 400 Fans. Weiter emotional wurde es bei der Verabschiedung einiger namhaften Spieler, die das Gesicht der BR Volleys geprägt haben. Viel Applaus bekamen Triple-Hattrick Kapitän Robert Kromm (Karriereende) und Paul Carroll (Wechsel nach Russland). Paul Carroll (34) sammelte sogar einen Titel mehr (sechs Meistertitel, sowie einen Pokal- und Europacup-Sieg) als sein langjähriger Weggefährte Robert Kromm. Der Erfolgsgarant war beim Abschied nach sieben Jahren sichtlich gerührt.

Ebenso schmerzlich, dass  die „back-to-back“ Champions Graham Vigrass und Luke Perry die Berliner verlassen und leider auch der „französischen Magier“ Pierre Pujol. Mit Stolz verkündete Manager Niroomand, dass der ehemalige SCC Junior Sebastian Kühner ein weiteres Jahr für den Hauptstadtclub die Bälle zuspielt. Mit Adam White, Kyle Russell, Steven Marshall, Aleksandar Okolic, Egor Bogachev und Georg Klein laufen die Gespräche für die kommende Spielzeit.Beim Deutschen Meister 2018 findet zwangsläufig ein großer Umbruch statt.

Christian Zschiedrich