Die „schillernde Pappfigur“ des Spandauer SV – Berliner Fußballgeschichte(n) Teil 1

Gemeinsam mit Westfalia Herne stieg der Spandauer SV 1975 in die 2. Liga Nord auf. Die Saison 75/76 nahm für die Berliner einen blamablen Verlauf. Am Sonntag, dem 13. Juni 1976 setzte es am letzten, dem 38. Spieltag, gegen Göttingen 05 eine 1:4-Niederlage. Mitaufsteiger Herne dagegen landete mit 40:36 Punkten und 60:57 Toren auf Platz 10, der SSV weit abgeschlagen auf Platz 20, kassierte in der Saison doppelt so viele Tore wie Herne. Meister wurde mit 54:22 Punkten und 86:43 Toren Tennis Borussia Berlin. Borussia Dortmund landete mit zwei Punkten weniger auf den 2. Rang.

Aufsteiger bringen erfahrungsgemäß oft im ersten Jahr, mit viel Energie und Euphorie in der oberen Liga, erstaunliche Leistungen zustande. Der Klassenerhalt, auch dafür gibt es unzählige Beispiele, fällt den Aufsteigern im zweiten Jahr erstaunlicherweise schwerer.

Der SSV fand zwar großen Zuschauer-Rückhalt und vor allem in Spandau großartige Unterstützung. Die Heimspiele im damaligen Stadion am Askanierring waren stets gut besucht. Der Spandauer SV konnte sich mit den kaum erwarteten guten Einnahmen – nun sagen wir – über Wasser halten. Trotz der Misserfolge hielt der Anhang dem Club die Treue. Man stelle sich vor, der SSV hätte die ersten 14 Liga-Pflichtspiele nicht sang und klanglos verloren, so gab es nichts mit Energie und Euphorie.

Aufstiegstrainer Lothar Berger überstand die Niederlagenserie, trotz einsetzender Kritik an der Spielweise. So war der Abstieg aus taktischen Gründen angeblich vorprogrammiert. In der Regel überstehen viele Trainer eine Niederlagenserie von mehr als fünf Spielen nicht. Dass es in Spandau, mit dem SSV jedoch so schlimm kommen würde, am Ende standen 33:115 Tore und 8:68 Punkte zu Buche. Selbst Laien sagten sich, wer 115 Tore in einer Saison kassiert, da kann was nicht stimmen. In damaliger Zweier-Punktewertung bedeuteten 68 Minuspunkte 34 verlorene Spiele. Bis heute nimmt der SSV in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga von 127 Vereinen den letzten Platz ein.

Dem Vorstand wurde zugutegehalten, grundsolide gewirtschaftet zu haben, auch wenn die Verpflichtung von Helmut Kosmehl, dem Handball-Nationalspieler aus Gummersbach, von Insidern mit Kopfschütteln registriert wurde. Auf wessen Konto das ging, sei einmal dahingestellt. Lothar Berger klammerte sich an einen Strohhalm. Chef im Ring, mit großen Verdiensten war Präsident Heinz Balzer. Ohne die Mittel aus seinem Unternehmen am Spandauer Lindenufer wären die Erfolge bis zum Aufstieg in die Zweite Liga wohl kaum denkbar gewesen. Zwei Spieler stachen leistungsmäßig hervor: Der Torwart Ulli Bechem (am 11. Juli 2020 leider verstorben) und Allrounder Frank Marczewski. Er schoss das erste Zweitligator beim 2:7 (0:4) gegen Union Solingen. Erwähnenswert, Berger hatte nicht die gültige Trainerlizenz für die Liga. Ein Staakener Sportlehrer half, jedoch nur namentlich auf dem Papier.

So ein bitterer Abstieg hat mitunter drastische Folgen für Mannschaft und Verein. Heinz Balzer holte Christian Zschiedrich als Trainer für die neue Saison 76/77. Fortsetzung folgt…..

Restrukturierung bei den Eisbären – der langjährige Pressesprecher muss gehen

Die Corona-Epedemie hinterlässt immer deutlicher ihre unangenehmen Spuren. Der Blick in die Wirtschaftsnachrichten verheißt nichts gutes. Dem Sport geht es schlecht. Wettkämpfe können nicht stattfinden und die Sponsoren haben nicht mehr soviel Geld übrig. Die Eisbären Berlin haben ihren langjährigen Pressesprecher Daniel Goldstein entlassen. „Ich bin noch etwas schockiert und leicht sprachlos“, sagte Goldstein dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. „Nach über 20 Jahren Arbeit für meine Eisbären und über 30 Jahren Fansein werde ich sicher eine Weile brauchen, um das zu verdauen.“ Der Geschäftsführer der Eisbären Peter John Lee sprach gegenüber der derselben Zeitung von einer schweren Entscheidung „aber es sei eben im Rahmen der „Restrukturierungen alles nicht einfach“. Mein Gott, der Daniel sei so lange im Klub wie er, sagte Lee. Logisch, sei das bitter. „Aber so ist die Situation.“

Daniel Goldstein am 6.9.2013 zusammen mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki Foto © Hans-Peter Becker

Seit 2007 war er der Verantwortliche für die Pressearbeit und davor arbeitet er als Assistent von Moritz Hillebrand, den er auf der Position des Pressesprechers ablöste. Jedes Jahr zum Saisonbeginn erhielt unsere Redaktion die Akkreditierungen. Wir sagen an dieser Stelle Danke für langjährige gute Zusammenarbeit.

Höhepunkt zur Eröffnung der Arena am Ostbahnhof 2008, nach dem Spiel der Eisbären gegen Tampa Bay Lightning, Pressekonferenz mit Olaf Koelzig Foto ©Hans-Peter Becker

Was hat das zu bedeuten ? Der Geldgeber der Eisbären, die Anschutz Entertainment AG hat den Rotstift angesetzt. Nicht nur der Profi-Sport auch die Unterhaltungsbranche ist schwer von der Pandemie betroffen. In die Kassen von Anschutz fließt weniger Geld. Die Eisbären machen Verluste und sind auf eine Patronatserklärung der Anschutz Entertainment AG angewiesen.

Wie geht es weiter mit dem Eisbären ? Die nächste Saison in der DEL soll im November starten. Das erste Spiel in der Hockey Champions League ist für den 6. Oktober 2020 vorgesehen. Für den Saisonstart werden Geisterspiele zumindest in Erwägung gezogen. Dem Sender Info-Radio gab Peter John Lee ein Interview: „Ja, wir können vielleicht ein bisschen besser überleben als andere Klubs. Es gibt immer ein oder zwei Mannschaften, die ein bisschen einen Vorteil haben. Aber ich glaube, das trifft uns alle.“

Hans-Peter Becker

Berliner Mannschaften im kommenden DFB-Pokal

In diesem Jahr ist alles anders. Es stehen zwar noch nicht alle Teilnehmer an der 1. DFB-Pokal Runde fest, der Pokaltag der Amateure fiel der ersten Corona-Welle zum Opfer und soll im August irgendwie nachgeholt werden, gelost wurde trotzdem. So kamen halt Platzhalter zum Einsatz und vor der Auslosung wurde gezeigt, wie es mal war, in vollbesetzten Stadien, auf überfüllten Sportplätzen in der Provinz, als die Behelfstribünen wackelten, wenn Favoritenstürze bejubelt werden konnten.

Die beiden Berliner Proficlubs hatten nicht unbedingt das, was als Losglück bezeichnet werden kann. Hertha BSC hat wenigstens keine lange Anreise und muss beim Zweitligaaufsteiger oder besser Rückkehrer Eintracht Braunschweig ran. Die Braunschweiger hatten zuvor ihre weitere Teilnahme am Pokal des Niedersächsischen Verbandes abgesagt. „Wir möchten so den Weg frei machen, um den drei Regionalligisten TSV Havelse, VfB Oldenburg und BSV Rehden einen sportlich fairen Wettbewerb um die Teilnahme am DFB-Pokal zu ermöglichen“, erläutert Peter Vollmann, Sportdirektor von Eintracht Braunschweig.“ Hertha ist in Braunschweig als Pokalgegner kein Unbekannter. Bereits drei Mal waren sie an der Hamburger Straße zu Gast. So lautete der erste Kommentar aus dem Hertha-Lager. „Wieder nach Braunschweig. – Es wird auch dieses Mal ein hartes Stück Arbeit, solche Duelle haben immer eine gewisse Brisanz. Aber natürlich kann unser Ziel nur lauten, weiterzukommen“, kommentierte Michael Preetz die Paarung, die es so schon vor zwei Jahren gab. Damals gewannen die Spreeathener nach Toren von Marvin Plattenhardt und Vedad Ibisevic mit 2:1.“ Davor allerdings, 2004 und 1974 wurde verloren.

Der 1. FC Union muss etwas weiter anreisen. Gegner ist ein alter Bekannter aus der 2. Bundesliga, der aktuelle Zweitligist Karlsruher SC. Weitere Worte zum Gegner waren bisher aus der Alten Försterei nicht zu hören. Im Pokal ist diese Begegnung eine Premiere, als Zweitligisten spielten sie 20 Mal gegeneinander. Die Bilanz ist recht ausgeglichen, 7 Siege, 7 Niederlagen und 6 Unentschieden stehen zu Buche.

Geplant ist, dass die Spiele zwischen dem 11. und dem 14. September 2020 stattfinden. Der dritte Teilnehmer aus Berlin wird noch ermittelt, sportlich oder vielleicht per Los ? Der Gegner steht bereits fest. Es wird, wie 2018, der 1. FC Köln sein, damals ein Zweitligist, es war ein deutlicher Sieg gegen den BFC Dynamo. Diese Partie könnte eine erneute Auflage erfahren. Der BFC steht im noch nicht ausgetragenen Halbfinale.

Geplant ist: „Am 22. August 2020 wollen sich am Finaltag der Amateure weitere unterklassige Mannschaften qualifizieren. Über 90 Vereine kämpfen dann noch um die 23 freien Plätze in der erste Pokalrunde. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar: Alle Amateurclubs müssen bis Mitte August eine Heimspielstätte benennen und vor allem ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Hygienekonzept vorlegen.“

Hans-Peter Becker

Ein Neuer aus Japan für Union

Verstärkung aus der J-League: Union verpflichtet Nationalspieler Keita Endo

 Der 1. FC Union Berlin verstärkt seine Offensive für die kommende Saison und verpflichtet Flügelstürmer Keita Endo vom japanischen Erstligisten Yokohama F. Marinos.

​Der 175 cm große Offensivspieler, der in Japans höchster Spielklasse vorwiegend auf der linken Außenbahn zum Einsatz kam, entstammt der Nachwuchsabteilung der Yokohama F. Marions und absolvierte bisher insgesamt 141 Partien in Liga, Pokal und der Asiatischen Champions League. Dabei gelangen dem 22-Jährigen 16 Treffer, sowie 22 Vorlagen. Nachdem Endo die japanischen Nachwuchsnationalmannschaften durchlief feierte der Linksaußen im Dezember 2019 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Japans für die er mittlerweile zwei Spiele bestritt. 

„Ich bin sehr stolz den Schritt in die Bundesliga gehen zu können und mein Können in einer der besten Ligen der Welt zeigen zu dürfen. Ich habe sehr viel Gutes vom Verein und der Stadt gehört und bin froh schon bald im Stadion An der Alten Försterei aufzulaufen“, freute sich Keita Endo nach seiner Unterschrift.

„Wir haben Keita Endo lange beobachtet und freuen uns, dass er sich für den Schritt nach Köpenick entschieden hat. Keita ist ein sehr interessanter Spieler mit tollen Anlagen, der uns mit seiner Schnelligkeit und Technik weiterhelfen kann. Jetzt gilt es ihn so schnell wie möglich zu integrieren und ihm das Ankommen in Deutschland so gut wie möglich zu gestalten, damit er sein volles Potenzial in der Bundesliga unter Beweis stellen kann“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, den Transfer.

Der 1. FC Union Berlin leiht Keita Endo bis zum 30.06.2021 von den Yokohama F. Marinos, eine Kaufoption wurde vereinbart.
Quelle: 1. FC Union Berlin

Personalplanungen bei ALBA – Vertragsverlängerung mit Tim Schneider

Power Forward Tim Schneider verlängert seinen Vertrag mit ALBA BERLIN. Der 22-jährige war der erste Spieler aus dem ALBA-Nachwuchs, der über die Kooperation mit Lok Bernau zum ALBA-Profi geworden ist. Im Sommer 2017 erhielt er im Alter von 19 Jahren seinen ersten Profivertrag für drei Saisons. In den drei Jahren hat der gebürtige Berliner sich eine feste Rolle in der Rotation von Coach Aito und im November 2018 sein erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft erarbeitet. Nun wurde sein Vertrag um zwei weitere Saisons verlängert.

LBA verlassen werden hingegen Kenneth Ogbe und Tyler Cavanaugh. Ogbe schließt sich Brose Bamberg an, während das Ziel von Cavanaugh noch nicht bekannt ist. Der deutsche Guard/Forward stand in zwei Jahren bei den Albatrossen 99 Mal auf dem Parkett und erzielte dabei 326 Punkte. In der abgelaufenen Spielzeit hat er im Schnitt 4,4 Punkte und 2,0 Rebounds in der Bundesliga und 2,4 Punkte und 1,2 Rebounds in der EuroLeague markiert. US-Power Forward Cavanaugh war eine Saison für ALBA aktiv und erzielte in der Zeit insgesamt 240 Zähler. In der BBL hat er 9,2 Punkte und 4,1 Rebounds sowie in der EuroLeague 6,4 Punkte und 3,3 Rebounds pro Partie aufgelegt. ALBA BERLIN bedankt sich herzlich bei beiden für ihren tadellosen Einsatz und ihre guten Leistungen und wünscht alles Gute für den weiteren Weg.

LBA verlassen werden hingegen Kenneth Ogbe und Tyler Cavanaugh. Ogbe schließt sich Brose Bamberg an, während das Ziel von Cavanaugh noch nicht bekannt ist. Der deutsche Guard/Forward stand in zwei Jahren bei den Albatrossen 99 Mal auf dem Parkett und erzielte dabei 326 Punkte. In der abgelaufenen Spielzeit hat er im Schnitt 4,4 Punkte und 2,0 Rebounds in der Bundesliga und 2,4 Punkte und 1,2 Rebounds in der EuroLeague markiert. US-Power Forward Cavanaugh war eine Saison für ALBA aktiv und erzielte in der Zeit insgesamt 240 Zähler. In der BBL hat er 9,2 Punkte und 4,1 Rebounds sowie in der EuroLeague 6,4 Punkte und 3,3 Rebounds pro Partie aufgelegt. ALBA BERLIN bedankt sich herzlich bei beiden für ihren tadellosen Einsatz und ihre guten Leistungen und wünscht alles Gute für den weiteren Weg.

Tim Schneider: „Ich wollte gerne bei ALBA bleiben und der Klub wollte mich halten, so dass die Verlängerung eine logische Entscheidung war. Ich fühle mich sehr wohl im ALBA-Programm, mag das Team sehr und bin froh bei Familie und Freunden in meiner Heimat Berlin zu sein. Dazu habe ich hier die Möglichkeit, mich im besten Wettbewerb Europas weiterzuentwickeln und dabei von Spielern wie Luke Sikma zu lernen. Ich arbeite täglich an meiner Physis, um nie wieder von langfristigen Verletzungen zurückgeworfen zu werden.“

Am 1. September 1997 in Berlin-Schöneberg geboren, wuchs Tim Schneider in Teltow auf und begann als Neunjähriger bei Eintracht Stahnsdorf mit dem Basketballspielen. 2011 wechselte er zu ALBA BERLIN und besuchte fortan das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin, wo der Forward den schulischen und sportlichen Alltag optimal miteinander verbinden konnte. Über die U16-Auswahl in der JBBL arbeitete er sich in das U19-Team der Albatrosse und gewann 2014 die NBBL-Meisterschaft.

In der Saison 2016/2017 sammelte der 2,08 Meter große Forward für Lok Bernau in der ProB bei 23 Minuten pro Partie wertvolle Erfahrungen und kam zusätzlich zu ersten kurzen Einsätzen in der BBL sowie im EuroCup mit den ALBA-Profis. In den Spielzeiten 2017/2018, 2018/2019 und 2019/2020 war Tim fester Bestandteil des Kaders von Coach Aito Garcia Reneses. In der abgelaufenen Saison erzielte er in der BBL 5,0 Punkte und 2,7 Rebounds in 13,0 Minuten pro Partie und in der EuroLeague 3,8 Punkte, 1,3 Rebounds in 13,8 Minuten. Aufgrund eines mittlerweile überstandenen Bandscheibenvorfalls konnte er den Pokalsieg im Februar und die Meisterschaft in München nicht aktiv auf dem Feld miterleben.

Tim Schneider spielte für U20-Nationalmannschaft bei der EM in Heraklion 2017 und für die A2-Herren bei der Universiade 2019 in Neapel. Am 30. November 2018 stand er beim WM-Qualfikationsspiel gegen Griechenland erstmals im Kader der A-Nationalmannschaft.

Quelle: ALBA Berlin

Wie gehts weiter im Berliner Amateurfußball

Der Berliner Pokalsieger 2020 soll am 22. August im Rahmen der von den 21 Landesverbänden ausgerichteten „Finaltag der Amateure“ ermittelt werden. Die ARD wird in drei Blöcken, je sieben Spiele per Konferenzschaltung übertragen. So ist es geplant, allerdings hat am 15. Juli der Landesverband Sachsen-Anhalt beschlossen, die Pokalsaison abzubrechen und nach Absprache mit den anderen Halbfinalisten, den 1. FC Magdeburg kampflos als Teilnehmer an der 1. DFB-Pokal Runde zu benennen. Folgen etwa noch andere Landesverbände diesem Beispiel ?

Wer in der ersten DFB-Pokalrunde  aufeinander trifft, wird bereits am Sonntag, 26. Juli 2020 ausgelost. So wissen die jeweiligen Finalisten bereits vorher, ob sich die Anstrengung lohnt. Zuschauer dürfen wohl nicht ins Stadion, sollte gespielt werden können.

In Berlin, wie in allen anderen Landesverbänden, sind die Halbfinalbegegnungen auszutragen, teilweise sind sogar Achtel- und Viertelfinals offen. In Berlin sollen am 8. August der Berliner SC – Viktoria 89 (Hubertusallee) und BFC Dynamo – VSG Altglienicke (Jahnstadion) spielen. Die erste DFB-Pokal-Runde der Männer findet vom 11. bis 14. September statt. Bereits Mitte August müssen die Pokalsieger dem DFB ein Hygienekonzept für die notwendigen Ausnahmeregelung vorlegen. Kevin Langner, Geschäftsführer des BFV, geht davon aus, dass im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark leider ohne Zuschauer gespielt werden muss.

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) hat den Behörden bereits vor einer Woche ein detailliertes Hygienekonzept für die Wieder-Aufnahme des Spielbetriebs unter Wettkampfbestimmungen vorgelegt. Bis in den Oktober hinein sind nach jetzigem Stand Test- und Pflichtspiele in Berlin  untersagt. Der Berliner Senat ist nunmehr gefordert. Kuriosum:  Der SV BW Hohen-Neuendorf bräuchte als Brandenburger Verein nicht auszuweichen, obwohl er am Spielbetrieb in Berlin teilnimmt. In Bayern, von der Pandemie ursprünglich stark betroffen, und in Brandenburg darf gespielt werden, wenn auch ohne Zuschauer.

Keiner weiss wann es in den Amateurligen weitergeht. Dafür sorgen interne Streitigkeiten beim FC Spandau 06 für Schlagzeilen. Die Fronten zwischen dem kommissarisch amtierenden Präsidenten Wilhelm Degenhardt und der Gruppe um Ex-Trainer Thomas Heim sind verhärtet. Sie wehren sich gegen die geplante Kooperation mit Club Italia. Heim und Co. befürchten, dass Spandau 06, ohne den Namen Spandau, in der Folgesaison Club Italia Berlin 06 heißen könnte. Spandau wäre aus dem Namen getilgt. Sponsor  „Florida“ hat dem Verein bereits seit Januar den Rücken zugewandt. Die Vereine wollen erst einmal mit altem Namen auflaufen. Laut Heim wurde sogar die Jahreshauptversammlung bei Spandau 06 aus diesem Grund abgebrochen.

Christian Zschiedrich

Licht am Ende des Wasserball-Tunnels und ein starker 04-Neuzugang

Nach wochenlanger Coronavirus-bedingter Wettkampfpause haben sich die Topvereine des Deutschen Schwimmverbandes auf eine mögliche Wiederaufnahme der noch offenen nationalen Wettbewerbe (Meisterschaft, Pokal) verständigt.

Die Liga soll in Halbfinals (1 vs. 4, 2 vs. 3) und Playoff-Endspielen den Meister ermitteln. Die Wasserfreunde werden trotz des Hinspiel-Auswärtserfolgs in Hannover und der damit verbundenen Zwei-Punkte-Führung beim Saisonabbruch im März diesen Jahres zunächst Ende August (wahrscheinlich am 29.8.20) in einer eigens angesetzten Partie gegen W98 Hannover um den ersten Platz in der Tabelle spielen. Der Gewinner dieses Spiels hat dann den Heimvorteil im Playoff-Finale (Best of Five). Weiterhin haben sich die Wasserfreunde Spandau 04 um die Austragung des Pokal-Final Four in Berlin (26.9. -27.9.2020) beworben, in dem neben den Berlinern und W98 Hannover außerdem ASC Duisburg und OSC Potsdam vertreten sind.

Zudem vermeldet der Rekordmeister aus der Hauptstadt auch eine personelle News: Für die im Herbst startende Saison 2020/21 wurde der 26-jährige Kroate Marino Cagalj (geb. 23.6.1994) verpflichtet. Marino Cagalj spielt auf der Position des Centerverteidigers. Der ursprünglich von Morna Split kommende Cagalj spielte in der vergangenen Saison für Montenegros Meister Jadran Herceg Novi (Spandau-Gegner in der Champions League-Hauptrunde) und davor für Mladost Zagreb (2018/19 CL-Gegner von Spandau). In Herceg Novi hatte er einen Zweijahresvertrag, aus dem ihn die Montenegriner, die nach vier Abgängen von Top-Spielern um die Präsenz in der „Königsklasse“ fürchten müssen, nun wegen der finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig entließen. Er erhielt bei Spandau einen Zweijahresvertrag. Cagalj holte mit Kroatien bei der Junioren-EM 2011 Gold, gewann bei der U20-EM 2012 Bronze und der U20-WM 2013 Silber. Für Kroatien bestritt er knapp 20 Länderspiele. Die Balkan-Presse vermeldete den Wechsel nach Berlin unter der Überschrift „Er verließ Montenegro und fand das Glück in Deutschland“. Spandaus Trainer Petar Kovacevic kommentierte: „Mit Centerverteidiger Marino Cagalj hoffen wir eine gelungene Verstärkung für unser Team gefunden zu haben, die uns weiterhilft und stärker macht.“

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau

US-Center Ben Lammers wird ein Albatros

Neuzugang bei ALBA BERLIN auf den großen Positionen: Centerspieler Ben Lammers wechselt von Bilbao Basket in die deutsche Hauptstadt und hat dort einen Vertrag über drei Jahre erhalten. Der 24 Jahre alte und 2,08 Meter große US-Amerikaner erzielte in der abgelaufenen Saison in Bilbao 7,8 Punkte und 4,8 Rebounds im Schnitt und war der beste Shotblocker der ACB mit 1,9 Blocks pro Partie.

ALBA-Sportdirektor Himar Ojeda: „Ben Lammers hat in der letzten Saison in der ACB schon eindrucksvoll seine Athletik und seine Shotblocking- und Dunking-Qualitäten unter Beweis gestellt. Aber wir sind überzeugt, dass noch mehr in ihm steckt und dass er ein kompletter EuroLeague-Spieler werden kann. Er ist noch jung und wir glauben an sein Potenzial. Ben ist eine tolle Verpflichtung für uns, weil er perfekt zur ALBA-Philosphie passt, junge Spieler mit Entwicklungspotenzial auf das nächste Level zu bringen.“

Ben Lammers: „Ich freue mich über die Chance nach Berlin zu kommen, denn ALBA ist ein sehr renommierter Klub and spielt im besten Wettbewerb Europas. ALBAs Trainerstab ist dafür bekannt, Spieler gut zu entwickeln und ich hoffe dadurch in den kommenden Jahren ein besserer Spieler zu werden.“

Benjamin William Lammers wurde am 12. November 1995 in Houston, Texas geboren. Er besuchte die Alamo Heights High School in San Antonio und entschied sich dann für die Georgia Tech Universität, wo er neben seiner Basketball-Laufbahn auch einen Abschluss als Maschinenbau-Ingenieur machte. In den ersten beiden Saisons für die „Yellow Jackets“ 2014/2015 und 2015/2016 hatte er noch Anlaufschwierigkeiten, aber in seinem Junior- und Senior-Jahr steigerte er sich umso mehr. In der Saison 2017/2018, in der er für Georgia Tech 14,2 Punkte, 9,2 Rebounds und 3,4 Blocks auflegte, wurde er als Defensive Player of the Year der All-Atlantic Coast Conference ausgezeichnet.

Seine Profi-Karriere begann Lammers vor zwei Jahren in Spanien. Er schloss sich zur Spielzeit 2018/2019 dem zuvor überraschend in die zweite Liga abgestiegenen Traditionsclub Bilbao Basket an und führte diesen als Toprebounder (6,6) und zweibester Scorer (10,2) direkt wieder zurück in die „Liga Endesa“. In der abgelaufenen Saison 2019/2020 bestätigte er seine Leistungen bei Bilbao auch in der stärksten Liga Europas mit 7,8 Punkten, 4,8 Rebounds und 1,9 Blocks pro Spiel und machte mit vielen spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam. Lammers wurde bester Shotblocker der ACB noch vor Real Madrids Hünen und dem erfolgreichsten Shotblocker der EuroLeague Walter Tavares (1,7).

Quelle: ALBA Berlin

Zwei Neue für den 1. FC Union

Zum Saisonende wurden 8 Profis aus dem Kader verabschiedet. Zwei Planstellen konnten bereits neu besetzt werden. Nachdem Sebastian Griesbeck, bisher FC Heidenheim, als erster Neuzugang gemeldet wurde, folgte nur einen Tag später Niko Gießelmann von Fortuna Düsseldorf. Beides sind Spieler für die Defensive. Griesbeck könnte in der kommenden Saison zusammen mit Robert Andrich im defensiven Mittelfeld spielen. Gießelmann, der erst wenige Tage vorher mit Fortuna Düsseldorf an der Alten Försterei abgestiegen war, ist ein Linksverteidiger. Auf dieser Postion musste Ersatz für Ken Reichel geschaffen werden. Er wird sich mit Christopher Lenz um den Platz in der Stammelf bewerben.

„Ich kehre schneller an die Alte Försterei zurück als gedacht und freue mich darauf. Der Abstieg mit der Fortuna war ein sehr schmerzhafter Moment. Dass ich nun die Chance bekomme, mich weiterhin in der Bundesliga zu beweisen, ist ein riesen Ansporn für mich. Ich bin überzeugt davon, dass ich der Aufgabe gewachsen bin und werde alles dafür geben, mit meinen neuen Kollegen die Ziele des Vereins zu erreichen“, so Niko Gießelmann nach seiner Unterschrift.

Der 1. FC Union setzt mit den Verpflichtungen auf Erfahrung. Beide sind mit 28 und 29 Jahren im erfahrenen Fußballeralter. Die neue Veträge gelten sowohl für die erste und die zweite Bundesliga.

„Wir hatten Sebastian Griesbeck schon länger im Visier und sind überzeugt, dass er unseren Kader verstärken kann. Er ist robust, kopfballstark und verfügt über eine enorme Erfahrung. Seine Qualitäten werden uns in der Bundesliga helfen, daher freuen wir uns, dass wir Sebastian von unserem Weg überzeugen konnten“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, nach der Verpflichtung.

„Wir haben mit Niko einen sehr flexiblen, bundesligaerfahrenen Spieler ablösefrei unter Vertrag nehmen können und sind von seinen Qualitäten überzeugt. Ich bin sicher, dass er sich schnell bei uns zurechtfinden und seine Erfahrungen einbringen wird“, so sein Kommentar nach der Vertragsunterschrift von Niko Gießelmann.

Hans-Peter Becker

Daumendrücken für Hertha BSC

Das letzte 34. Saisonspiel ging in Gladbach zwar 1:2 verloren, dennoch gibt es viele positive Signale beim Hauptstadtclub für die Zukunft. Neuer Sportdirektor ist Arne Friedrich (41), der im November 2019 von Jürgen Klinsmann zu Hertha, von 2002 bis 2010 in 231 Erstligapartien, davon sechs Jahre als Kapitän und der mit Trainer Bruno Labbadia in Bielefeld ein Jahr gemeinsam spielte, geholt. Er hat den Vertrag mit BSC bereits unterschrieben. Hertha hat also mit dem Geschäftsführer Sport Michael Preetz einen namhaften und fachkundigen Sportdirektor und einen erstklassigen Trainer. Dank Labbadia schaffte Hertha BSC nicht nur mit 41 Punkten den Klassenerhalt, sondern seit undenkbar vielen Jahren erstmals wieder in der Rückrunde mehr Punkte als in der Hinrunde.

In den Gazetten steht auch noch geschrieben, mit sechs Toren besser als der siegreiche Aufsteiger  1. FC Union (3:0 über Düsseldorf), ebenfalls 41 Punkte, holten sie die inoffizielle Stadtmeisterschaft. Was Stadtmeister  in der Eliteliga auch sein mag. Das Husarenstück am letzten Spieltag schaffte Werder Bremen mit dem 6:1 über den 1.FC Köln, den umjubelten, nicht mehr für möglich gehaltenen Relegationsplatz, dank auch Unions Sieg gegen Absteiger Düsseldorf. Bereits am Donnerstag, 2. Juli, kommt es zur Relegationsbegegnung  Werder Bremen – 1. FC Heidenheim, weil der Hamburger SV sein Heimspiel 1:5 gegen Sandhausen verlor und nur Vierter wurde – Heidenheim verlor zwar ebenfalls – 0:3 in Bielefeld – schaffte aber hinter Aufsteiger Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart trotz Niederlage die Relegation. Am Montag, 06. Juli, findet, ebenfalls um 20.30 Uhr, das Rückspiel in Heidenheim statt. Favorit dürfte der Bundesligavertreter sein.

Dresden und Wiesbaden steigen in Liga 3 ab. Der 1.FC Nürnberg muss mit 37 Punkten in die Relegation. Die punktgleichen Karlsruher retteten sich mit dem besseren Torverhältnis (2 Tore besser). Hochinteressant werden auch in Corona-Zeiten die Trainer- und Spielerwechsel. Wir bleiben natürlich dran an den Transfers. Totalschaden beim HSV und auf Schalke ist die Clubführung in der Kritik. Aufsichtsrat Clemens Tönnies wird ebenfalls die Schlagzeilen beherrschen. Dabei nicht zu vergessen, in vielen Clubs laufen zahlreiche Verträge aus.

Christian Zschiedrich