Regionalliga Nordost – Spannender Titelkampf

Schlangen vor den Stadionkassen im Sportforum Foto: Becker

Das Spitzenspiel des 23. Spieltags in der Regionalliga Nordost fand im Sportforum in Berlin-Hohenschönhausen statt. Zu Gast war der Tabellenführer Greifswalder FC und der BFC Dynamo wollte den Punktabstand verkürzen. Vorsichtshalber öffneten die Stadionkassen etwas früher als sonst, eine hilfreiche Maßnahme. Fast alle Interessenten dürften es halbwegs pünktlich ins Stadion geschafft haben. Wer erst kurz vor dem Anpfiff kam und dazu über eine kleinwüchsige Statur verfügt, hatte Probleme mit der freien Sicht auf das Spielfeld. Der Stadionsprecher verkündete für die Vertreter der Presse ein ausverkauftes Haus. Zugelassen ist das in die Jahre gekommenen Fußballstadion aktuell für 5.000, es dürften an diesem Abend, des 23.02.2024 ein paar mehr gewesen sein, darunter etwa 200 Schlachtenbummler aus Vorpommern.

Bis auf die Tore, die ja bekanntlich das Salz in der Fußballsuppe ausmachen, hielt das Spiel, was es vorher versprach. Eine Nullnummer war das Spiel nur dem Ergebnis nach. Geprägt von gegenseitigem Respekt, entwickelte sich ein gutklassiges Viertligaspiel. Das Flutlicht sorgte für zusätzliches Fluidum. Mit dem 0:0 dürfte der Tabellenführer zufriedener gewesen sein, als die wein-roten Verfolger. Der Punktabstand blieb gewahrt. Der BFC hat allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen und könnte den Abstand auf die Greifswalder auf zwei Punkte verringern. Vorausgesetzt es gelingt im Nachholspiel am Dienstag, 27.02.2024 im Poststadion beim BAK ein Sieg. Der wiedererstarkte BAK verlor unglücklich in Cottbus 1:2, der Siegtreffer fiel erst in der 7. Minute der Nachspielzeit. Fairerweise muss hier angemerkt werden, dass die Cottbuser Mannschaft von einem Grippevirus erwischt wurde und stark ersatzgeschwächt antreten musste.

Ein bisschen Hoffnung keimt ja noch beim FC Viktoria und der VSG Altglienicke weiter an den Spitzenplatz heran-robben zu können. Die Chancen wurden zunächst vertan, die VSG spielte in Erfurt unentschieden und ebenso Viktoria. Die Himmelblauen kamen in Lichterfelde gegen den Abwehrriegel der Meuselwitzer nicht an und so hieß es am Ende nur 0:0.

Hertha II, die Truppe von Trainer Stephan Schmidt schwächelt weiter und wartet seit vier Spielen mal wieder auf einen Sieg. Sie verloren zeitgleich zum Spiel in Hohenschönhausen mit 2:3 gegen Eilenburg. Jetzt müssen sie aufpassen, nicht weiter abzurutschen. Im Nachholspiel wartet am Dienstag, 27.02.2024 Energie Cottbus auf den Hertha-Nachwuchs. Zur selben Stunde wird in Berlin, im Poststadion, ein anderes Nachholspiel angepfiffen werden. Der BAK empfängt den BFC Dynamo. Vorausgesetzt, der BFC kann drei Punkte einfahren, würde das den Druck auf die Greifswalder erhöhen und auf den Berliner Senat. Es wurden Signale gesendet, dass trotz der Entscheidung für das Mommsenstadion, die Heimstätte des BFC, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, eine Ertüchtigung für die 3. Liga bekommen soll. Aktuell ist das Stadion in einem eher schlechten Zustand. Das jetzt vorhandene Flutlicht genügt zudem nicht den Anforderungen an den üblichen Standard für TV Übertragungen.

Der Kampf um die Meisterschaft, verbunden mit dem Aufstieg in Liga 3 wird bis zum letzten Spieltag spannend bleiben. Vorentschieden ist noch gar nichts, 11 Spieltage sind es noch bis zum 19. Mai 2024.

Hans-Peter Becker

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Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC bringt vier Punkte aus Münster mit

Pendant zum November-Wochenende: Exakt die gleichen Ergebnisse wie am 11. und 12. November 2023 beim Heimspiel holte der BBSC bei der mit früheren Erstligaspielerinnen gespickten Mannschaft des USC Münster II sowie bei den jungen Talenten des VC Olympia Münster.

USC Münster II – BBSC Berlin 3:2 (-19, 13, -23, 22, 13)

Am Samstagnachmittag standen sich zwei nahezu gleich starke Teams gegenüber, die sich eine Battle vom Feinsten zur Freude der Zuschauer lieferten. Der USC hatte wie im November erneut die Nase nur ein paar Zentimeter vorn. Die U20 Weltmeisterin von 2009, Ines Bathen, versenkte den Matchball mit der Erfahrung von 11 Jahren 1. Bundesliga erst nach 2 Stunden 15 Minuten Spielzeit. Der BBSC präsentierte ein wirklich gutes Spiel und überzeugte mit seiner Mannschaftsleistung. Zum Berliner MVP des Nachmittags wählte Münsters Trainer Emely Radügge, die mit ihren Angriffen nach passgenauem kurzem Zuspiel von Zuspielerin Kristina Bognar die Münsteraner Abwehr ein um das andere Mal düpierte. Trainer Jens Tietböhl trauerte ein wenig den vergebenen Chancen hinterher: „Im 4. Satz bei 2:1 Satzführung haben wir nicht mehr konsequent gespielt und das Match noch aus der Hand gegeben.“

VC Olympia Berlin – BBSC Berlin 1:3 (-13, 19, -15, -18)

Unter ganz anderen Vorzeichen stand das Sonntag-Spiel gegen die Talente des VC Olympia. Die BBSC Spielerinnen hatten vom Vortag 5 Sätze in den Knochen, ließen aber von Anfang an mit aggressivem Aufschlagspiel (Zwischenstand 0:10 im 1. Satz!) keinen Zweifel aufkommen, dass sie gewillt waren, die Punkte mit nach Berlin zu nehmen. Die Zuspielrolle übernahm Stephanie Utz – Kristina Bognar hatte sich nach dem kraftraubenden Samstagspiel eine kleine Erholungspause verdient. Nach einem zwischenzeitlichen kleinen Tief im 2. Satz steigerte das Team die Konzentration und holte sich sicher die folgenden beiden Sätze. „Trotz der Müdigkeit haben wir uns durchgekämpft und verdient gewonnen“ resümierte Tietböhl. Erneut wurde Emely Radügge mit der MVP Medaille ausgezeichnet.

Für den BBSC geht es nach einem weiteren Auswärtsspiel in Emlichheim erst am 17. März 2024 mit dem Heimspiel gegen Schweriner SC II in Köpenick weiter.

Für den BBSC am Wochenende in Münster im Einsatz: Marie Dreblow, Leni Kirchhoff, Angelina Meyer, Romy Birnbaum, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligachewa, Kristina Bognar, Emely Radügge

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären-Sieg am Sonntagabend

DEL 49. Spieltag 25.02.2024 19:00 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 6:4 (1:0/2:2/3:2)

Die Hauptrunde der DEL biegt auf die Zielgerade ein. Zum vorletzten Heimspiel waren die Iserlohn Roosters zu Gast. Für die Gäste aus dem Sauerland verlief die Saison enttäuschend, allerdings konnten sie im November 2023 beim ersten Aufeinandertreffen drei Punkte aus Berlin mitnehmen. Die Konstellation vor dem Spiel, die Gäste brauchen jeden Punkt, sind abstiegsgefährdet, während die Eisbären einen Playoff-Platz sicher haben und möglichst als Tabellenführer die Hauptrunde beschließen wollen.

In Anfangsdrittel war am Auftreten erkennbar, wer unten und wer oben in der Tabelle steht, 20 zu 2 Torschüsse für die Eisbären waren ein deutliches Statement. Die Torausbeute erbrachte nur einen Treffer für die Eisbären. In der 14. Minute schloss Zachary Boychuk eine mustergültige Kombination zur 1:0 Führung für die Eisbären ab.

Im Mittelabschnitt ging es mit stürmenden Eisbären weiter und nur knapp zwei Minuten nach Wiederbeginn stellte Marcel Noebels auf 2:0. Von den Gästen war nicht allzu viel zu sehen. Etwas überraschend, quasi aus dem Nichts, fiel in der 29. Minute der Treffer zum 1:2 Anschluss. Emil Quass trug sich in die Torschützenliste ein. Ein Powerplay in der 31. Minute schloss Leonard Pföderl zum 3:1 ab. Wieder schlugen die Gäste zurück, in der 38. Minute erneut ein Treffer aus dem Nichts, Hunter Shinkaruk überwand Jake Hildebrand mit einem Schuss über dessen Schulter. So konnten die Gäste den Mittelabschnitt nach Toren Unentschieden gestalten.

Fotos: © Stephan Wenske

Im Schlussabschnitt dauerte es lediglich 31 Sekunden, bis der Puck im Iserlohner Tor zappelte. Frederik Tiffels bewies überragende Stocktechnik und versenkte den Puck im von Andreas Jenike gehüteten Iserlohner Tor. Mit einem Vorsprung von zwei Toren ging es in die Schlussphase des Spiels. Eishockey ist ein schnelles Spiel und nie darf man sich zu sicher fühlen. Jedenfalls wurden die Schlussminuten spannend. Iserlohn verkürzte in der 57. Minute und fast postwendend stellten die Eisbären den alten Abstand wieder her. Den Sack endgültig zu band der überragende Pföderl (2 Tore und 2 Vorlagen). Er vollendete ins leere Tor. Da machte es auch nichts mehr, dass die Gäste 63 Sekunden vor dem Ende nochmals trafen. Mit diesem Sieg bleiben die Eisbären Tabellenführer und qualifizierten sich für die Eishockey-Championsleague.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Quapp) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Mik, Ellis (A); Geibel – Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Bergmann, Byron, Tiffels; Eder, Cormier, Veilleux; Heim, Wiederer, Hördler– Trainer: Serge Aubin      

Iserlohn Roosters: Jenike (Reich) – Thomas, Labrie; Ugbekile, Gormley; Quaas, Bender; Elias – Ritchie, Jentzsch, Shinkaruk; Dal Colle, Cornel, Boland; Schiemenz, Sebök, Ziegler; Broda, Jahnke, Rutkowski – Trainer: Doug Shedden

Tore
1:0 –  13:49 – Boychuk (Pföderl, Müller) – EQ
2:0 – 21:46 – Noebels (Pföderl, Boychuk) – EQ
2:1 – 28:08 – Quaas (Sebök) – EQ
3:1 – 30:42 – Pföderl (Noebels, Schemitsch) – PP1
3:2 – 37:49 – Shinkaruk (Jentzsch, Ritchie) – EQ
4:2 – 40:29 – Tiffels (Byron, Bergmann) – EQ
4:3 – 56:01 – Boland (Labrie) – EQ
5:3 – 57:44 – Mik (Noebels, Pföderl) – EQ
6:3 – 58:26 – Pföderl (Wissmann, Wiederer) – EN
6:4 – 58:57 – Jahnke (Rutkowski, Elias) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (2, 0, 2) Minuten – Iserlohn Roosters: 8 (2, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Marian Rohatsch, Christopher Schadewaldt (Nikolaj Ponomarjow, Marcus Höfer)

Zuschauer
14.019

Demonstration der Weltklassemannschaft

Die BR Volleys mussten am Mittwochabend (21.Feb. 2024) im Viertelfinale der CEV Champions League gegen Itas Trentino eine deutliche 0:3-Niederlage (18:25, 17:25, 17:25) hinnehmen. 6.847 Zuschauer trieben die Berliner an, um Italiens Meister ins Wanken zu bringen, doch der zeigte sich unbeeindruckt und in Topform. Nach der Hinspielpleite hat die Mannschaft von Headcoach Joel Banks nächste Woche (29.Feb.2024 um 20.30 Uhr) einen schweren Gang nach Italien anzutreten.

Nachdem Nehemiah Mote zuletzt eine Woche nur eingeschränkt trainieren konnte, bekam Saso Stalekar im Mittelblock den Vorzug. Mit dem Slowenen starteten Johannes Tille, Ruben Schott, Timothée Carle, Marek Sotola, Timo Tammemaa und Libero Satoshi Tsuiki ins Match. Die Gäste aus Norditalien setzten direkt zu Spielbeginn Statements. Kozamernik knallte den Ball auf den Berliner Hallenboden und Weltmeister Lavia ließ ein Ass folgen (1:4). Auch Linkshänder Michieletto zeigte früh seine ganze Klasse und verbuchte Punkt um Punkt für Italiens Tabellenführer (5:10). Unheimlich hart mussten die BR Volleys für jeden Zähler arbeiten, waren aber zumindest anfänglich in der Abwehr hellwach. Dennoch bedeutete Kozamerniks zweiter krachender Block den 9:16-Rückstand. Dieser war im ersten Satz nicht mehr aufzuholen, obwohl die Berliner sich im Angriff allmählich steigern konnten, blieb Trentino das bessere Team (18:23). Diagonalspieler Rychlicki setzte dem Treiben im ersten Satz ein Ende (18:25).

Deutlich besser fand der Deutsche Meister in den zweiten Durchgang. Bis Carle geblockt wurde, hatten die Berliner sogar die Nase vorn (8:7, 10:12). Das Problem: Trentino spielte aus nahezu perfekter Annahme und hatte dazu Michieletto und Lavia, die vor der großartigen Kulisse ihr gesamtes Repertoire zeigten. Mit Starangreifer Michieletto am Service zog der dreifache Sieger des Wettbewerbs erneut davon (12:18). Sbertolis Ass genau ins Eck war ein weiteres Beweisstück für die Stärke der Gäste (16:23) und von der Netzkante segelte Tammemaas Aufschlag zum nächsten Satzgewinn der Italiener ins Aus (17:25).  

Mit Tobias Krick, Nehemiah Mote und einer schnellen 4:1-Führung starteten die BR Volleys in den nächsten Satz. Aber zwei Asse von Lavia kassierten diese zügig ein (4:5). Hoffnung keimte nur kurzzeitig auf, denn die Hausherren konnten Trentinos Annahme nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen. So kam auch Cody Kessel für Carle ins Spiel, doch auch der Amerikaner musste ein Ass von Michieletto (7:10) und wenig später von Lavia hinnehmen (11:14). Beim Zwischenstand von 11:17 erfolgte der Rückwechsel, aber Kozamernik servierte mithilfe der Netzkante direkt das nächste Ass (11:18). Es gab an diesem Tag trotz der Unterstützung der heimischen Fans keinen Weg mehr zurück in dieses Match (16:24). Somit beendete der eingewechselte Nelli den Volleyballabend humorlos mit einem Schlag auf die Linie (17:25). Der Dominanz der Italiener um den MVP Daniele Lavia geben schließlich besonders diese Zahlen Ausdruck: 1 zu 9 Blocks, 1 zu 8 Asse und 5 zu 27 selbst erzielte Breakpunkte.

Stimme zum Spiel
Ruben Schott: „Wir haben zu Beginn der Sätze gut mitgehalten, aber letztlich kam in Summe zu wenig von uns, vor allem im Aufschlag. Wenn wir deren Annahme mal vom Netz wegbekommen konnten, waren wir in der Abwehr nicht gut genug und haben zu wenig machbare Bälle hochgeholt. Der Kontrast zur Bundesliga war vor allem im Block groß, aber ich möchte diese Ausrede nicht gelten lassen. Jeder von uns hat schon auf diesem Level gespielt, ob in der Champions League oder der Nationalmannschaft. Wir haben trotz unserer guten Annahme nicht effizient genug gepunktet. Jeder auf dem Court muss seine Bestleistung gegen einen solchen Gegner abliefern, ansonsten reicht es nicht. Das ist uns nicht gelungen. Bei Trento sah alles locker aus, was das deutliche Ergebnis heute vor dieser Kulisse noch etwas bitterer macht.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Leon Dervisaj, Daniel Malescha, Tobias Krick, Nehemiah Mote, Cody Kessel

Bestwerte
Sotola 9 Punkte | Schott 6 Punkte, 1 Ass, 73 % pos. Annahme | Mote 4 Punkte, 1 Block


Nächstes Heimspiel
BR Volleys vs. SVG Lüneburg | 24. Feb | 20.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Spandau will zu Beginn der Bundesliga-Rückrunde ein Zeichen setzen

Seit dem 2. Dezember 2023 haben die Wasserfreunde Spandau 04 kein Bundesliga-Spiel mehr bestritten. Seit dem damaligen 21:8 gegen den SV Ludwigsburg werden beim nun folgenden DWL-Einsatz gegen den OSC Potsdam am kommenden Samstag exakt 12 Wochen vergangen sein. EM (4.-16.1.24 in Kroatien, Platz 12 für DSV-Männer) und WM (5.-17.2.24 in Doha) brachten die nationale Spielpause mit sich, die mit dem Pokal-Achtelfinal-Heimsieg gegen den SV Ludwigsburg endete. Nun also die Top-Liga, in der es seit 1912 zum 103. Mal um die Deutsche Meisterschaft geht, die Rekordsieger Spandau 04 seit 1979 38-mal gewonnen hat.

Aktuell liegt man vor dem anstehenden 9. Spieltag der Saison 2023/24 hinter dem Dauerrivalen Waspo Hannover (17:1) mit einem weniger ausgetragenen Spiel auf Platz 2 (15:1) des Rankings. Samstag-Gegner Potsdam weist in dieser Saison eine gute Leistungsbilanz auf, zu der u.a. zwei starke Auftritte gegen den ASCD (10:13 A, 11:10 H) und das respektable 6:11/H gegen Waspo gehören. Potsdam ist Vierter und punktgleich mit dem Dritten ASC Duisburg und unterstreicht damit, dass die „Wackelsaison“ des letzten Jahres ad acta gelegt ist.

Im Zuge des laufenden Spieljahres sind die Havelstädter immer besser geworden, sodass das Spandauer Heim-16:3 am 11. Oktober vom Beginn des Meister-Wettbewerbs kein Maßstab mehr sein sollte.

Gleichwohl sind die Berliner hoher Favorit im Nachbarschafts-Duell und haben in der A-Gruppe der DWL weder gegen den Lokalrivalen verloren noch die Punkte geteilt. Ein klarer Erfolg ist für die Wasserfreunde Pflicht, die weitgehend mit ihrem besten Aufgebot antreten. Dem Derby des Wochenendes folgt nur eine Woche später das nächste, wenn die SG Neukölln den Titelverteidiger empfängt. Und kurz darauf ist Spandau auch international noch einmal gefordert, wenn man nach dem Aus in der Champions League als Dritter in der Vierer-Gruppe im nachgeordneten Euro Cup im Achtelfinale auf Italiens CC Ortigia trifft. Am 8. März 2024 steht für die Spandauer das Heimmatch an, am 23. März 2024 folgt die Rückpartie in Italien.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

2023/2024

Gruppe A, 9. Spieltag

24. Februar 2024

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 18:00 Uhr

Spielort: Schwimmhalle BLU, Brauhausberg 1, 14473 Potsdam

Pleite in der European League

Füchse unterliegen Sporting Lissabon 31:32

Wie gebe ich ein Handball-Spiel aus der Hand? Sollte ein Verein in dieser sicher ungewöhnlichen Frage Anleitung und Hilfe benötigen, müsste er nur sich die TV-Aufzeichnung des Spiels der Füchse gegen Sporting Lissabon besorgen.

Die Partie zwischen dem Tabellenführer der Bundesliga und dem der portugiesischen Primera Divisao begann mit viel Tempo und Action auf beiden Seiten. Sportings Führungstreffer konterten die Füchse mit einer Führung, die von einem knappen 6:5 nach zehn Minuten auf ein 14:9 nach zwanzig Minuten anwuchs. Natürlich waren die Rückraumspieler Gidsel und Andersson, die vielfach blitzschnelle Konter erfolgreich abschlossen, mit fünf bzw. vier Treffern daran beteiligt, aber auch der agile Tim Freihöfer auf Linksaußen trug sich in die Torschützenliste ein. Zudem vertrat der U21-Weltmeister den erkälteten Hans Lindberg als 7m-Schütze. Neben dem Routinier gönnte Trainer Jaron Siewert Stammtorhüter Dejan Milosavljev, wie häufig in der European League, eine Pause.

Mit dem variablen Angriffsspiel der Füchse hatte der 21fache portugiesische Meister in dieser Phase einige Probleme. Da zudem die Abwehr der Berliner in der zuletzt demonstrierten Souveränität agierte, entsprach das 19:13 zur Pause durchaus dem Spielverlauf. So konträr wie die Trikotfarben beider Mannschaften, Füchse schwarz-Sporting weiß, verliefen auch die beiden Spielhälften.

Mit variablerer und aggressiverer Deckung startete Sporting in den zweiten Durchgang und beeindruckte die Füchse. In nur fünf Minuten halbierten die Gäste ihren sechs-Tore-Rückstand, was Trainer Siewert zu einer frühen Auszeit zwang, um seine Reihen neu zu ordnen. Der Erfolg war jedoch überschaubar. Nach 40 Minuten hatte Lissabon ausgeglichen, nach 47 Minuten erstmals seit dem Führungstreffer zum 1:0 wieder einen Vorsprung erreicht – 25:24.

Der Spielrhythmus war den Berlinern vollkommen abhandengekommen. Fehlwürfe, miserable Zuspiele und bei Pfosten- und Lattentreffern auch etwas Pech, waren die Ursache. Fortan mussten die Gastgeber permanent einem Rückstand hinterherlaufen. Bei Sporting fand das Brüderpaar Martim (21 Jahre/12 Treffer) und Francisco Costa (19/7) zur Freude ihres Trainers und Vaters Ricardo zu großer Form. Mit dem letzten Treffer zum 32:31 besiegelte Martim schließlich die Niederlage der Füchse. In der Hauptrundengruppe der European League liegen beide Mannschaften jetzt mit jeweils 6 Punkten gleichauf. Da sich nur der Erste der Vierergruppe direkt für das Viertelfinale qualifiziert – der Zweite und Dritte haben noch die Chance im Playoffs – brauchen die Füchse beim Spiel in Lissabon (27.2.24/20.45 Uhr) einen Sieg. Davor wartet am Sonntag, 25.02.2024, mit der Partie bei der SG Flensburg-Handewitt eine weitere schwere Aufgabe in der Bundesliga.

Für die Füchse erfolgreich: Gidsel 8, Freihöfer 7, Andersson 5, Darj 3, Marsenic 3, av Teigum 2, Tollbring 1, Lichtlein 1, Drux 1

Herbert Schalling

Maximale Punktausbeute für den Berliner Profifußball

Zwei wichtige Siege gab es zu vermelden vom vergangenen Wochenende. Wenn man vom Profifußball, den die DFL zu verantworten hat, zu sprechen kommt, kann das Thema Investorenstreit nicht ausgeklammert werden. Am Freitag, 16.02.2024 flogen die Gegenstände im Berliner Olympiastadion und das Spiel der Hertha gegen Magdeburg konnte nur Dank eines einfallsreichen Schiedsrichters halbwegs regulär bis zum Schlusspfiff geführt werden. Einen Tag später waren es vor allem die nach Sinsheim gereisten Ultras des 1. FC Union, die für Aufmerksamkeit sorgten. Ja, wem gehört der Fußball, genauer gesagt die Bezahlvariante davon? Jedenfalls nicht allein den Ultras! Mir geht das Verhalten inzwischen auf den Senkel. Im Profifußball geht nun einmal nichts ohne Geld. Der geplante Investoren-Deal sollte seitens der DFL transparent gemacht werden. Das könnte die Ultras zum Einlenken bewegen, ansonsten bleiben Besuche der unteren Amateurligen. Vielleicht sorgt das mehr eingenommene Geld ja für Waffengleichheit und bringt so mehr Spannung in den Kampf um die Meisterschaft.

Jetzt zum sportlichen, Hertha bot den über 50.000 Zuschauern (darunter 17.000 aus Magdeburg) ein schönes Spektakel und siegte mit 3:2. Sicher spielte es der Alten Dame zusätzlich in die Karten, dass die Gäste ab der 37. Minute einen Feldspieler weniger zur Verfügung hatten. Der Doppelpack von Fabian Reese brachte den ersehnten Dreier, um den bis zum Schluss gezittert werden musste. Es war der zweite Sieg in Folge und es darf wieder vorsichtig nach oben geschaut werden.

Die Eisernen war in Hoffenheim der Fußballgott zugetan. Mit wenig Ballbesitz musst du eben effektiv sein und passend einwechseln. Der bisher wenig überzeugende Brenden Aaronson war der Schütze des goldenen Tores. So wird wohl den Eisernen ein harter Abstiegskampf erspart bleiben. Die acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und sogar neun auf den Vorletzten sind Balsam für die Nerven. Die Abwehr war stabil, allerdings haben die Hoffenheimer auch keine allzu schwierigen Aufgaben gestellt. Der Clubinvestor Dietmar Hopp saß mit versteinerter Miene auf der Tribüne, zudem wird die Luft für Pellegrino Matarazzo dünner, jetzt seit neun Spielen sieglos. Den letzten Dreier holten die Hoffenheimer gegen den VfL Bochum, die überraschend die Krise des Serienmeisters aus München verstärkt haben.

Die Eisernen spielen jetzt gegen den bisher erstaunlich gut durch die Saison gekommenen Bundesliganeuling aus Heidenheim. Mal sehen, was sich bis dahin nicht nur sportlich, sondern auch im Hinblick auf die Kommunikation seitens der DFL getan hat. Der erste Spielabbruch steht sonst vor der Tür.

Hans-Peter Becker

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Penalty Niederlage der Eisbären

DEL 47. Spieltag

18.02.2024 14:00 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt Panthers 2:3 n.P. (0:0/1:2/1:0/0:0/0:1)

Vor dem Spiel wurde Leonard Pföderl für 600 DEL-Spiele geehrt. Er hatte es bereits am Dienstag, 13.02.2024, in Schwenningen absolviert. Seit der Saison 2019/20 spielt der torgefährliche Stürmer für die Eisbären, seine erste DEL-Station waren die Nürnberg Ice-Tigers.

Nach furiosen Anfangsminuten verflachte das Spiel und beide erbrachten bis zur ersten Drittelpause einen Nachweis, dass ein Eishockeyspiel auch mal langweilig sein kann. Für Gäste aus Ingolstadt ging es um dringend benötigte Punkte für das Erreichen der Playoffs. Ein Platz für die erste Runde ist für den Finalisten und amtierenden Vize-Meister noch nicht sicher. Der Goalie, der vor knapp einem Jahr die Finalteilnahme mit erkämpfte, stand jetzt im Tor der Eisbären. Jonas Stettmer durfte wieder ran, gegen seinen Ex-Club.

Im Mittelabschnitt musste er gleich zweimal hinter sich greifen. In der 26. und 29. Minute trafen die Gäste. Es gibt diesen Spruch, dass ein Tor dem Spiel guttun könnte. Die Eisbären erwachten und in der 31. Minute und verkürzten auf 1:2. Der Torschütze war Zachary Boychuk. Anschließend blieb es beim erfolglosen Bemühen auf beiden Seiten, dem Spiel einen anderen Zwischenstand zu geben.

Das 1:2 aus Sicht der Eisbären hatte Bestand bis in die Schlussphase des Spiels. In der 54. Minute konnte Julian Melchori ausgleichen. Dieses Tor hatte, genau wie das erste der Eisbären, keinen Assistenten, es war mehr die Brechstange, weniger gelungene Kombinationen, die zum Erfolg führte.

Die reguläre Spielzeit endete mit dem Unentschieden. Die ausverkaufte Halle bekam zur besten Kaffeezeit am Sonntagnachmittag einen Nachschlag serviert. In den letzten zwei Minuten der Overtime hatten die Eisbären Überzahlzahl. Der Puck ging nicht rein. So durften beide Torhüter ihr spezielles Können im eins gegen eins zeigen. Den Zusatzpunkt holten sich die Gäste. Von den Eisbären war keiner erfolgreich, für die Gäste traf Brandon Kozun und entschied das Spiel.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin
: Stettmer (Hildebrand) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Eder, Descheneau; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Heim, Wiederer, Bergmann; Hördler, Byron, Mik – Trainer: Serge Aubin      

ERC Ingolstadt: Garteig (Williams) – Bodie, Hüttl; Jobke, Edwards; Wagner, Maginot; Farrance – Krauß, Pietta, Kozun; Schwaiger, Dunham, Nijenhuis; Höfflin, Virta, Simpson; Friedrich, Stachowiak, Bertrand

Tore
0:1 – 25:15 – Stachowiak (Kozun, Pietta) – EQ
0:2 – 28:36 – Höfflin (Nijenhuis, Stachowiak) – EQ
2:1 – 30:29 – Boychuk – EQ
2:2 – 54:00 – Melchiori ­(Schemitsch, Noebels) – EQ
2:3 – 65:00 – Kozun –  PS

Strafen
Eisbären Berlin: 12 (2, 6, 4,0, 0) Minuten – ERC Ingolstadt:  14 (4, 6, 2, 2,0) Minuten 

Schiedsrichter

Marc Iwert, Eduards Odins (Nikolaj Ponomarjow, Kenneth Englisch)

Zuschauer
14.200

Alles auf Retro – Eisbärensieg gegen Augsburg

DEL 46. Spieltag

16.02.2024 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Augsburger Panther 6:3 (2:1/3:1/1:1)

Leo Pföderl Mann of The Match 2 Tore

Ihren 46. Spieltag der aktuellen Saison machten die Eisbären ganz auf Retro, das Maskottchen Bully hatte das gelbe Fell aus dem Keller geholt, im Vorspann-Film war die Arena mit dem Namenszug eines Mobilfunkanbieters zu sehen und es wurde eigens für dieses Spiel ein Trikot gestaltet. Als „Einlauf-Kinder“ fungierten Ex-Spieler, allerdings ohne Schlittschuhe, unter ihnen Rubert Meister und Torsten Deutscher, beiden zusammen halt Deutscher Meister, was in den 1990er Jahren nicht einmal als Utopie durchgehen konnte. Später machte es ein gewisser Anschutz möglich, dass bisher neun Titel geholt werden konnten.

Der gelbe Eisbär kehrte für ein Spiel zurück.

Retrocharakter hatte auf jeden Fall das Ergebnis des Spiels. Es fielen viele Tore und manche kurz hintereinander. Das erste Drittel ging mit 2:1 an die Eisbären. Leonard Pföderl war bereits nach zwei Minuten erfolgreich. In der achten Minute legten die Eisbären durch Julian Melchiori nach. Die Vorlage lieferte Neuzugang Thomas Schemitsch, der als Ersatz für Ben Finkelstein (überraschendes Karriereende) unter der Woche verpflichtet wurde. Schemitsch feierte ein insgesamt gelungenes Debüt im Retrotrikot der Eisbären. Die 2:0 Führung hatte keine einzige Minute Bestand, T. J. Travelyan verkürzte für die Panther.

Neuzugang Thomas Semitsch – eine Torvorlage

Im Mittelabschnitt ging das muntere Torschießen weiter. Dreimal trafen die Eisbären und Augsburg war einmal erfolgreich. Die Zuschauer in der ausverkauften Halle hatten sieben Tore gesehen, echt Retro. Der Schlussabschnitt endete Unentschieden und in der 58. Minute packte Eisbär Patrice Cormier die Axt aus und kassierte dafür eine Spieldauerdisziplinar-Strafe. Selbst das war Retro. Wie in Schwenningen wurde das Strafzeitenkonto weiter gefüllt. In den Playoffs müssen sie disziplinierter zu Werke gehen. Auf der Strafbank kannst Du nichts gewinnen.

Das 2:0 für die Eisbären ist gefallen. © Foto: Stephan Wenske

Christof Kreutzer, Augsburgs Trainer, meinte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft zu viel wollte und zwischenzeitlich die Linie verloren hat. Für uns gilt es jetzt weiter nach vorn zu schauen. Serge Aubin war natürlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, im Hinblick auf die Playoffs muss einiges verbessert werden, vor allem in der Spielgestaltung. (Eisbären führen aktuell nicht nur sportlich die Tabelle an, sie sind zudem führend bei den Strafzeiten)

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Geibel, Ellis (A); Nowak – Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Bergmann, Byron, Descheneau; Heim, Cormier, Eder; Hördler, Wiederer, Mik – Trainer: Serge Aubin      

Augsburger Panther: Endras (Keller) – Southorn, Renner; Schüle, Rantakari; Köhler, Sacher – Puempel, Esposito, Oblinger; Soramies, Collins, Karjalainen; Trevelyan, Mitchell, Andersen; Tosto, Volek, Elias – Trainer: Christof Kreutzer

Tore
1:0 – 02:00 – Pföderl (Byron, Boychuk) – PP1
2:0 – 07:59 – Melchiori (Schemitsch, Noebels) – EQ
2:1 – 08:26 – Trevelyan – EQ
2:2 – 31:14 – Elias (Tosto, Renner) – EQ
3:2 – 31:46 – Müller (Boychuk) – EQ
4:2 – 32:13 – Melchiori (Noebels, Pföderl) – EQ
5:2 – 36:50 – Pföderl (Wissmann, Boychuk) – PP1
5:3 – 44:48 – Collins (Karjalainen) – EQ
6:3 – 55:58 – Bergmann (Wissmann, Müller) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 31 (2, 2, 27) Minuten – Augsburger Panther: 10 (2, 2, 6) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Christopher Schadewaldt (Maksim Cepik, Wayne Gerth)

Zuschauer
14.200

Mit deutlich mehr Biss erfolgreich

Mit einem 3:0-Heimerfolg (25:14, 25:18, 25:19) sind die BR Volleys zurück in der Erfolgsspur. Gegenüber dem jüngsten Auftritt beim ASV Dachau zeigten sich die Berliner am Mittwochabend (14.02.2023) vor den eigenen Fans wieder deutlich zielstrebiger und setzten sich klar gegen die FT 1844 Freiburg durch. MVP beim 17. Sieg im 19. Bundesligaspiel wurde Saso Stalekar, der vier Blocks besteuerte.

Nach der Niederlage beim Aufsteiger in Dachau waren die Berliner von Anfang an gewillt, eine entsprechende Reaktion zu zeigen. So schickte Joel Banks seine an diesem Tag verfügbare Topformation auf die Platte. Ruben Schott, Timothée Carle, Johannes Tille, Marek Sotola, Saso Stalekar, Timo Tammemaa und Libero Satoshi Tsuiki sollten es richten. Dabei musste der Headcoach jedoch auf die Mittelblocker Nehemiah Mote (Rücken) und Tobias Krick (privat) verzichten, dafür meldete sich Cody Kessel nach einem kleinen Infekt wieder einsatzfähig. Der erste Punkt des Tages gehörte Tammemaa per Schnellangriff und obwohl die Gäste teils großartig abwehrten, setzten sich die BR Volleys Punkt für Punkt ab (8:5). Carle markierte das erste Ass des Spiels (10:5). Vor allem über Yannik Harms erarbeiteten sich die Südbadener immer wieder Punkte, aber dem Aufschlagdruck des Deutschen Meisters – vor allem in Person von Tammemaa – war man nicht gewachsen (20:10). Der Este verwertete auch den Satzball (25:14) und zu diesem Zeitpunkt standen schon vier Asse auf der Habenseite.

Immer wieder Tammemaa: Auch im zweiten Satz war er es, der den Freiburgern mit seinem Service zusetzte (7:3). Doch der Aufsteiger steckte nicht auf, kam wieder auf 11:10 heran und glich nach dem ersten und einzigen Berliner Annahmefehler von Carle sogar aus (13:13). Dann war der Block der Männer in Orange aber zur Stelle und verwertete Sotolas Vorarbeit von der Servicelinie (19:13).  So gerieten die Hausherren in diesem Durchgang nicht mehr unter Druck und wieder schloss Tammemaa zum Jubel der Fans ab (25:18).

Dem im Aufschlag bestens aufgelegten Mittelblocker half bei seiner nächsten Serie auch die erfolgreiche Video-Challenge des Livestream-Systems (7:3). 3.120 Zuschauer sahen den Tabellenführer mit guter Angriffsleistung nicht mehr nachlassen (12:8, 18:14). Besonders im Block legten die Gastgeber zu Spielende noch einmal eine Schippe drauf. Stalekar packte zum vierten und Carle zum ersten Mal zu (24:17). Aus dem Hinterfeld beendete Kapitän Schott als Topscorer der Partie diesen Volleyballabend (25:19). Damit haben die BR Volleys sich und ihr Publikum positiv auf die nächsten zwei Heimspiel-Highlights gegen Trentino (21. Feb) und Lüneburg (24. Feb) eingestimmt. Allerdings haben Schott & Co vorher noch am Samstag (17. Feb) die Bundesliga-Prüfung in Karlsruhe zu absolvieren. Dann können alle Augen auf das besondere Match gegen die Weltklassemannschaft aus Italien gelegt werden.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Wir wollten heute das Signal setzen, dass uns etwas wie am Samstag nicht wieder passiert. Ich denke, die Reaktion hat gestimmt und die Steigerung war sichtbar. Vor allem unser Aufschlag war gut und die Effizienz im Angriff war ebenso zurück. Darauf können wir für die nächsten Aufgaben wieder aufbauen.“

Saso Stalekar: „Heute haben wir das richtige BR Volleys Gesicht gezeigt und wieder mit Emotionen und Energie gespielt. Unser Aufschlag-Annahme-Spiel war auf einem sehr guten Niveau. Hier zuhause fällt uns das mit unserem Publikum auch meist etwas leichter. Wir werden das und noch mehr nächste Woche gegen Trentino und Lüneburg brauchen, aber zunächst müssen wir Karlsruhe so ernst nehmen wie heute Freiburg.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Leon Dervisaj

Topwerte
Schott 13 Punkte, 3 Asse | Sotola 12 Punkte, 2 Asse | Carle 11 Punkte, 77 % ps. Annahme | Stalekar 9 Punkte, 4 Blocks

Christof Bernier

Pressefoto / Credit: Andreas Gora