Viktoria holt sich den Pokal und hofft auf Bayern München

24.05.2024 Finale Cosy Wasch Pokal FC Viktoria 1889 Berlin-TuS Makkabi 3:0(0:0)

Berlin erwartet die Fußball-Europameisterschaft. Das Olympiastadion und die Alte Försterei sind moderne Arenen, danach kommt eine ganze Weile nichts. Die bisherige Nummer drei, der Jahnsportpark, steht nicht mehr Verfügung. Hier werden allerdings wohl noch die Heimspiele des American Football Teams Berlin Thunder ausgetragen. Er wird anschließend komplett neu gestaltet. So stand der Berliner Fußballverband mal wieder vor Frage, wo kann das Landespokalfinale ausgetragen werden. In den vergangenen Jahren war es das Mommsenstadion. Das 1930 eröffnete Stadion (zuletzt renoviert zur WM 2006) ist in die Jahre gekommen und wird aktuell instandgesetzt und hergerichtet als Trainingsgelände für die Europameisterschaft. So führte der Weg für die Besucher des Pokalfinales, Jahrgang 2024 in den Stadtbezirk Lichtenberg, zur Heimstätte des Oberligisten Lichtenberg 47. „HOWOGE-Arena Hans Zoschke“, so der etwas umständliche Name des etwa 10.000 Zuschauer fassenden Stadions an der Ruschestraße. Ein geschichtsträchtiger Ort, zu Zeiten der DDR wurde hier Fußball gewissermaßen im Hinterhof der Stasi gespielt. Am Stadioneingang sind mehrere Säulen aufgestellt, die auf die wechselvolle Geschichte des Stadions und den Verein Lichtenberg 47 hinweisen. Fast hätte es ja sogar für die 47er ein Finale im eigenen Stadion geben können, sie scheiterten erst im Halbfinale.

Der Veranstalter hatte die Nutzung für maximal 4.999 Zuschauer angemeldet. Das war ausreichend, bei leicht schwülem Sommerwetter fanden 2.739 Zahlende den Weg ins „Zoschke“.

Erneut qualifiziert hatten sich Pokalverteidiger TuS Makkabi aus der Oberliga und der eine Klasse höher spielende Verein FC Viktoria 1889. Da am selben Tag in Berlin das DFB-Pokalfinale stattfindet, müssen die Berliner Finalisten stets zum frühesten Zeitslot am Finaltag antreten. Die Favoritenrolle wollte Viktoria nicht annehmen, da gab es die unangenehme Erinnerung an das Ausscheiden im Halbfinale im vergangenen Jahr 2023. Makkabi gewann nach einem turbulenten Spiel mit 3:2.

Schiedsrichter Tom Channir

Um 11:45 Uhr pfiff der Schiedsrichter Tom Channir vom VfB Pankow die Partie an. Zuvor wurde in einer Gedenkminute dem am 28. April 2024 verstorbenen, langjährigen Berliner Fußball-Präsidenten Otto Höhne gedacht.

Jack Krause, Makkabis Torhüter hielt seine Mannschaft lange im Spiel

Die Anfangsphase des Spiels gehörte dem Oberligisten. Viktorias Trainer Semih Keskin meinte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft nervös war. Diese Anfangsnervosität bekamen die Himmelblauen aus der Regionalliga in den Griff und übernahmen das Zepter. Es folgten mehrere verheißungsvolle Torannäherungen. Makkabis Torhüter Jack Krause bekam einiges zu tun, während sein Kollege auf der anderen Seite einen eher ruhigen Arbeitstag bis zur Halbzeitpause verbrachte. Mit einem 0:0 wurden die Seiten gewechselt.

Das erste Tor im Spiel fiel in der 47. Minute. Lukas Falcao scheiterte zunächst mit einem Torschuss, doch Kapitän Berk Inaler schaltete am schnellsten und brachte den Ball über die Linie. Es folgten weitere gute Torchancen für die Viktoria, doch da stand ein Könner zwischen den Pfosten für Makkabi. In seiner unnachahmlichen Art meinte Wolfgang Sandhowe nach dem Spiel. „Unser Torwart hat uns öfter den A… gerettet.“

Viktoria blieb weiter überlegen, konnte aber gute Chancen nicht nutzen. Sandhowe wechselte. Vor allem durch Hereinnahme von Kanto Fitiavana Voahariniaina und Marvin Kupfer wurden die Angriffsversuche der Oberliga-Amateure zwingender. Es sprangen zwei gute Torgelegenheiten dabei heraus. Ein Kopfball und ein Schuss musste Viktoria Keeper Florian Horenburg abwehren. Es wäre jeweils der 1:1 Ausgleich gewesen und es hätte nochmals spannend werden können. Dem Oberligisten schwanden zunehmend die Kräfte. „Leider müssen meine Jungs ja von morgens bis abends arbeiten, die anderen sind Profis und deswegen ich habe gedacht am Ende wird es schwer. Die Anderen sind Profis, die können noch marschieren.“ Diesen Konditionsvorteil nutzte der Regionalligist und machte in der 79. Minute durch die Tore von Falcao sowie in der 87. Minute durch Julien Andre Damelang den Deckel drauf.

Viktorias Kapitän Berk Inaler

Zum besten Spieler des Finales wurde der Kapitän der Viktoria Berk Inaler gewählt. Man sollte auch bei unterlegenen Mannschaft diese Ehrung einführen. Hier hätte der Torwart Jack Krause diese Auszeichnung verdient gehabt.

Neben dem warmen Regen für die Vereinskasse hofft Viktoria auf einen attraktiven Gegner in der ersten Pokalrunde. Auf die nicht ganz ernstgemeinte Nachfrage in der Pressekonferenz, soll es ein schlagbarer Gegner wie Hertha oder ein großer Name sein, antwortete Keskin: „Ein Champions League Teilnehmer wäre nicht schlecht, vielleicht ja Bayern München, dann könnten wir ja mal ins Olympiastadion rutschen.“

Am Schluss bedankte BFV Präsident Bernd Schultz bei den Gastgebern und dem Bezirksamt Lichtenberg. Ein Kompliment, den in Berlin funktioniert ja oft nicht viel bei den Bezirksämtern. Eine gelungene Veranstaltung und dazu ein geiles Spiel, wie das Trainer Unikum Wolfgang Sandhowe ausdrückte. Möge er dem Fußball noch lange erhalten bleiben.

Fotos: © 2024 Hans-Peter Becker

Das Euro-Cup-Final vier in Rijeka wird eine „ganz harte Nummer“

Die Wasserfreunde Spandau 04 stehen am Wochenende vor ihrer womöglich größten Herausforderung der Saison, denn sie können am Freitag/Samstag (17./18. Mai 2024) beim Final Four des Euro Cups, dem nach der Champions League zweitwichtigsten internationalen Vereinswettbewerb, den ersten kontinentalen Siegerpokal seit dem Meistercup 1989 holen. Die Vierer-Endrunde, in der neben Gastgeber und Halbfinal-Gegner Rijeka noch CN Sabadell (Spanien) und als zweiter kroatischer Kontrahent Jug Dubrovnik vertreten sind, ist – die Namen zeigen es – hochkarätig besetzt und hat zweifellos CL-Niveau. Spandau, Sabadell und Dubrovnik kommen nach dem Scheitern im „Königswettbewerb“ aus der Champions League, Rijeka ist der einzige Verein, der von Beginn an im Euro Cup überlebt hat.

Das Duell mit dem Gastgeber im Halbfinale können die Berliner aber keinesfalls als Glückslos sehen, denn die traditionell hochenthusiastischen, bis an die Fairnessgrenzen begeisterten Fans wollen ihr Team zu einem zweiten „Miracle of Rijeka“ (LEN-Webseite) peitschen. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Titelfavorit Vouliagmeni (Griechenland), das ausgerechnet von der einstigen Primorje-Ikone Vladimir Vujasinovic trainiert wird, machten sie im Rematch mit dem Heim-15:9 in „carnival atmosphere“ passgenau ein Fünf-Tore-Defizit aus der Hinpartie (9:14) wett. Im LEN-Nachbericht wurde das als „eine der größten Umstürze in der Geschichte des europäischen Wasserballs“ bewertet. Spandau muss sich am Freitagabend also auf einen „Hexenkessel“ und emotionale, zusätzliche Unterstützer des Gegners außerhalb des Beckens gefasst machen.

Einen mentalen Mutmacher vor dem Ausflug an die Adria in den malerisch direkt am Meer gelegenen, ob seiner innovativen Architektur mehrfach mit Design-Preisen honorierten Kantrida-Schwimmkomplex der 107 000-Einwohner-Stadt in der Kvarner Bucht hat Spandau am vergangenen Wochenende beim DM-Halbfinal-Auftakt (Best of Three) bei OSC Potsdam leichtfertig verschenkt. Statt wie üblich mit zweistelliger Differenz zu siegen, verloren die Wasserfreunde sensationell mit 9:10 (6:5), was Präsident Hagen Stamm zum drastischen Urteil „überheblich, das Spiel nicht ernst genommen, nicht einer mit Normalform“ veranlasste. Mithin: Spandau ist in der Bringepflicht, jeder einzelne muss sich erheblich steigern und dies schon in der Körpersprache zeigen.“

Gegen Rijeka wird das, darauf kann man wetten, schwer werden. „Das wird eine ganz harte Nummer, in jeder Hinsicht“, sagt Trainer Vladimir Markovic. Noch schwerer als in den beiden vorangegangenen Euro-Cup-Runden, als man mit CC Ortigia und RN Savona zwei italienische Top-Teams überzeugend ausschaltete. In den vergangenen 20 Jahren sind die Wasserfreunde den Kroaten, bei denen aktuell auch Ex-Waspo Hannover Akteur Darko Brguljan aktiv ist, mehrfach als sportlichem Rivalen begegnet. Zwar gab es dabei zwei Unentschieden und knappe und hohe Niederlagen, aber ein Sieg war bisher nicht darunter.

Der Traum lebt, alles ist möglich, lautet die Devise.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Euro Cup Final 4 – 2023 / 2024

17. Mai 2024

CN Sabadell (Esp) – Jug Dubrovnik (Cro)

Halbfinale 1

Spielbeginn: 17:45 Uhr

Spielort: Kantrida-Schwimmkomplex , Podkoludricu 2, 51000 Rijeka, Croatia 

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VK Primorje Rijeka (Cro)– Wasserfreunde Spandau 04

Halbfinale 2

Spielbeginn: 20:00 Uhr

Spielort: Podkoludricu 2, 51000 Rijeka, Croatia 

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18. Mai 2024

Spiel um Platz 3 17:45 Uhr

Finale 20:00 Uhr

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Union in Not

Was für ein meist sinnfreies Gequatsche vor einem Bundesligaspieltag, nehmen wir den erneuten Interimstrainer Marco Grote vom 1. FC Union, der in der obligaten Pressemitteilung vor dem Spiel mit den Worten zitiert wird: „Unser Kabinenzusammenhalt ist stark, wir versprühen viel Energie und genau das wollen wir morgen von der ersten Sekunde an auf den Platz bringen. Wir haben alle Bock auf dieses Spiel!“ Wirklich! Zunächst lief alles nach Plan. In der 19. Minute verwandelte Kevin Volland einen Handelfmeter zur 2:0 Führung, vier Minuten zuvor hatte Robin Knoche per nach einem Eckball getroffen. In Köln-Müngersdorf wurde es immer ruhiger und die Hoffnungen auf ein Fußballwunder schwanden.

Gegen harmlose Kölner schienen die Eisernen alles im Griff zu haben. In der 45. Minute zeigte Deniz Aytekin erneut auf den Punkt. Nach einem Eckball für Köln klammerte Rani Khedira, etwas zu lange, seinen Gegenspieler Timo Hübers. Beide gingen zu Boden, weil zusätzlich ein Kölner Spieler einen Block stellte. Diesen Block hätte man als Stürmerfoul werten können und das vorherige klammern von Khedira als noch handelsüblich. Statt einem Elfer hätte es mit einem Freistoß für Union weitergehen können. Das war Pech, eine krasse Fehlentscheidung war es nicht. Zumal der Handelfmeter für Köln ebenso mit Pech verbunden war. Es war kein absichtliches Handspiel. Faride Alidou sprang hoch, die Arme sind halt da zum Schwung holen, der Ball trifft von hinten an seine Hand, über Kopfhöhe. Nach den Regeln blieb dem Schiedsrichter keine andere Wahl. Insofern sorgte der Fußballgott hier für eine ausgleichende Gerechtigkeit.

Was in der Halbzeit zwei mit den Eisernen los war, wissen sie nur selbst. Die Führung war auf ein Tor zusammengeschmolzen, Köln mühte sich, brachte kaum etwas zustande und die Eisernen fingen an in der Frühlingssonne zu zerschmelzen. Der FC kämpfte, brachte allerdings wenig konstruktives zuwege. Der Mut der Verzweiflung und das wiedererwachende Stadion trieb die Kölner nach vorne. Kölns Glücksbringer Geißbock Hennes der IX., kaute genüsslich etwas frisches Gras und schien mit dem Fußballgott im Bunde zu stehen. In der 87. Minute fiel das 2:2 und in der Nachspielzeit, 90+3 drückte der eingewechselte Damion Downs aus kurzer Distanz per Kopf den Ball in die Maschen. Das Stadiondach muss kurz abgehoben haben. Kurz zuvor hätte Andras Schäfer für Union alles klarmachen können. Er traf den Ball nicht richtig, Marvin Schwäbe, der Kölner Goalie bedankte sich, brachte den Ball schnell ins Spiel zurück und das Unheil nahm aus Berliner Sicht seinen Lauf. Endgültig versaut wurde die Stimmung im Lager der Eisernen, als Mainz im Abendspiel gegen eine Dortmunder B-Auswahl mit 3:0 gewinnen konnte und so in der Tabelle vorbeizog. Vor dem letzten Spieltag ist der 1. FC Union auf den Relegationsplatz abgerutscht. Was ist da bloß passiert?

Fotos: © Hans-Peter Becker

Am 26. Spieltag, am 16. März 2024 wurde Werder Bremen mit 2:1 geschlagen und der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug neun Punkte. Bis zum 29. Spieltag schmolz der Vorsprung auf drei Punkte zusammen. Das Abstiegsgespenst fing an, über der Alten Försterei zu flattern. Selbst wenn es schlussendlich, was aus Berliner Sicht zu hoffen ist, gut ausgehen sollte, der Absturz der Köpenicker ist beachtlich. Die Saison begann mit zwei Siegen und einem beherzten Auftritt in der Champions League bei Real Madrid. In der Euphorie des Erfolges werden die meisten Fehler gemacht. Der Weg, der Köpenicker Weg wurde verlassen, jetzt muss man aufpassen nicht vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Im Falle eines Abstieges wären einige Ziele des Vereins wohl nur schwer zu realisieren. Der Köpenicker Weg war immer, mannschaftliche Geschlossenheit geht vor individuelle Klasse. Das plötzlich sprudelnde Geld verführte dazu, mehr in individuelle Klasse zu investieren. Die Namen sind bekannt und teilweise nicht mehr im Verein. So kann es passieren, dass da eben keine eingeschworene Truppe mehr auf dem Platz steht. Hatte man nicht ein warnendes Beispiel in derselben Stadt?

Hans-Peter Becker

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Playoff-Halbfinale gegen Potsdam soll ein Schritt zum nächsten Spandau-Titel werden

Die Wasserfreunde Spandau 04 befinden sich derzeit im „Flow“, der sich gut mit dem Song von Oktober 1980 der Band Fehlfarben „Ein Jahr“ umschreiben lässt: „Keine Atempause/Geschichte wird gemacht/Es geht voran!“.

Spandau 04 hat in der laufenden Saison bereits zwei Titel gewonnen, den Supercup am 3. Oktober 2023 und den DSV-Pokal am 4. Mai 2024 – jeweils mit einem Tor Differenz gegen Waspo 98 Hannover, 13:12 im Supercup und 15:14 im Pokalfinale.

Doch damit wollen es die Hauptstädter nicht bewenden lassen, denn zwei weitere Chancen stehen an. Zum einen die Deutsche Meisterschaft, es wäre die 39., und schon in Kürze das Final4-Turnier im Euro Cup Mitte Mai (17./18.) in Rijeka (Kroatien). Auftakt dieser „Tour de Force“ (Kraftakt) ist am kommenden Samstag das Spiel 1 des Best-of-Three-Meisterschaftshalbfinales gegen die „Orcas“ aus Potsdam, dem am 25. und gegebenen 26. des Monats (sollte es nach den beiden Auftaktpartien unerwarteterweise 1:1 stehen) ein Entscheidungsmatch folgen würde. Das Meisterschaftsfinale (Best of Five) fände dann Ende Mai/Anfang Juni (29.5. bis maximal 8.6.) statt.

Potsdam, das sich im Viertelfinale (Best of 3) gegen die White Sharks Hannover ebenso deutlich mit zwei Siegen (15:12/A, 11:6/H) überraschend durchgesetzt hatte, wie Spandau erwartet, mit zweimal 20:4 gegen Krefeld 72, ist zum vierten Male Halbfinal-Gegner der Wasserfreunde. Die dabei ausgetragenen zehn Partien haben die Brandenburger allesamt verloren, nur einmal – beim 9:12 in der Serie 2018/19 – ging es dabei etwas enger zu. 2016/17 verloren die „Orcas“ mit 0:3 Spielen, 2019/20 und 2020/21 in Hin- und Rückpartien. Auch diesmal sind die Vorzeichen klar – Spandau ist klarer Favorit, Potsdam will sich als Außenseiter so gut wie möglich „verkaufen“ und seine in der Saison nachgewiesene Formstabilisierung bestätigen.

Für Spandau ist das Samstag-Match zum Auftakt in Potsdam ein willkommener Probelauf für den internationalen Härtetest beim Euro Cup in Rijeka in der Woche darauf. Ganz im Sinne des eingangs zitierten Fehlfarben-Hits: „Keine Atempause – Geschichte wird gemacht – Es geht voran!“

Peter Röhle

Wasserball Bundesliga

2023/2024

Halbfinale Spiel 1

11. Mai 2024

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 18:00 Uhr

Spielort: Schwimmhalle BLU, Brauhausberg 1, 14473 Potsdam

Spiel 2: Spandau – Potsdam, 25.05.04, 16:00 Uhr SSH Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Spiel 3: Spandau – Potsdam, 25.05.04, 13:00 Uhr SSH Sachsendamm 11, 10829 Berlin; (wenn nötig)

Zu viele Gegentore – kein guter Tag für den Berliner Profi-Fußball

Foto: © Hans-Peter Becker

Es war kein guter Spieltag für den Berliner Profi-Fußball. Fangen wir ganz weit unten an. In der Regionalliga hatte der BFC Dynamo bereits vor dem Spitzenspiel gegen Energie Cottbus alle Chancen verspielt. Sie müssen in der kommenden Saison einen neuen Anlauf nehmen. Gegen Energie gab es eine 0:2 Niederlage und etliche verletzte Polizisten. Der Polizeieinsatz schaffte es sogar als Meldung in die Tagesschau. Cottbus Trainer „Pele“ Wollitz soll zudem um sein Leben gefürchtet haben. Der Greifswalder FC hat vergeblich auf Schützenhilfe aus Hohenschönhausen gehofft. Es sind noch zwei Spieltage und Cottbus hat zwei Punkte Vorsprung, eine gewisse Spannung bleibt.

Am Sonntag, 5. Mai 2024, absolvierten die höherklassigen Berliner Profi-Teams ihre Spieltagesaufgaben. Hertha verlor in Elversberg, beide Teams stehen im Niemandsland der Tabelle und das Spiel hatte nur einen Wert für die Geldrangliste, sportlich ging es um die goldene Ananas. Sechs Tore fielen, es war wenigstens unterhaltsam.

Sehr bedeutungsschwer war dagegen die Partie des 1. FC Union gegen den VfL Bochum. Für beide galt, verlieren verboten. Bei der Lektüre des Buches „Gewöhnliche Leute“ von Werner Bräunig finden sich diese Sätze. „Man muß auch mal verlieren können. Man muß auch dreimal verlieren können. Obschon man das eigentlich nicht kann, das ist allerdings wahr. Die besten Verlierer sind immer die anderen, das ist ein brauchbarer Satz.“

Leider waren die Verlierer nicht die anderen. Der 1. FC Union, die Eisernen verloren das Spiel mit 3:4. Einer unterirdischen ersten Halbzeit, mit einem 0:3 Rückstand folgte ein kämpferisches Aufbegehren, es reichte nicht. Am Ende stand eine 3:4 Niederlage auf dem Board. Die Steigerung der Eisernen war auf Wechsel des Personals, verbunden mit einer Umstellung der taktischen Grundformation verbunden. Aus der 5er Kettte gegen den Ball wurde eine 4er Kette, Abwehrchef Kevin Vogt blieb in der Kabine. Die Begründung hierfür war, Vogt hatte lange nicht in einer 4er Abwehrkette agiert. Kevin Volland wurde in Halbzeit zwei ebenso nicht mehr gebraucht. In der Rolle als Doppelspitze mit Bendict Hollerbach blieb er wirkungslos. Er ist keine Sturmspitze, die haben die Eisernen nicht, hier ist in der Kaderplanung was schiefgelaufen. Nach Aussagen von Nenad Bjelica ist Volland mehr eine hängende Spitze und somit nicht der Zielspieler für den Strafraum. Die noch verbliebenen Stürmer sind mehr für die Außenpositionen spezialisiert.

Union hat alles noch in der eigenen Hand und der Spieltag war nicht vollends versaut, weil Heidenheim gegen Mainz Unentschieden spielte. In der Tabelle sind die Wuhlheider jetzt nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Am kommenden Spieltag bleibt es weiter bedeutungsschwer. In Köln wird der FC die Minichance mit aller Kraft wahrnehmen, ein Sieg könnte die Möglichkeit am Leben erhalten, den Relegationsplatz zu erreichen. Mainz spielt gegen Dortmund und sollte dieses Spiel Unentschieden ausgehen, geht das Zittern weiter. Mal wieder ist Verlieren eigentlich verboten und dazu heimlich den Dortmundern die Daumen drücken.

Welch ein Kontrast beim 1. FC Union im Vergleich zum Vorjahr. In der Tabelle rangierten sie mit 59 Punkten auf Rang vier und am Ende stand die Qualifikation für die Champions League. Fast ein Jahr später, mit namhafterem Kader, stehen dort Werte eines Absteigers, 30 Punkte und ein Torverhältnis von 29 zu 54. Das Torverhältnis vor einem Jahr betrug 48 zu 34. Egal, was am Saisonende herauskommen wird, eine gründliche Analyse ist erforderlich. Im Fußball kann es schnell gehen, dazu reicht ein Blick zum Ortsrivalen.

Hans-Peter Becker

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Füchse bleiben auf Kurs Champions League

29:26-Sieg gegen Gummersbach

Der Gedanke drängt sich förmlich auf, was wäre gewesen, hätten die Füchse nicht Hans Lindberg gehabt? Nicht nur, dass der 42-Jährige wieder mit der Präzision eines Uhrwerkes seine Siebenmeter verwandelte. Diesmal acht bei acht Versuchen, und dazu steuerte er noch zwei Tore von seiner Stammposition auf Rechtsaußen bei. Nein, es geht um die Phase Mitte der zweiten Hälfte, als den Gastgebern sage und schreibe zehn Minuten kein Treffer aus dem Spiel heraus gelang, den Gästen dagegen sieben. Hätte Lindberg da nicht dreimal eiskalt vom Punkt verwandelt, den Füchsen wäre die Partie wohl vollends entglitten.

Zwar waren die Verantwortlichen von einer schweren Aufgabe ausgegangen, schließlich spielen die Oberbergischen eine „überragende Saison“, wie Sportvorstand Stefan Kretzschmar bemerkte, aber dass ihr Team so kräftig durchgeschüttelt werden würde und der Erfolg auf des Messers Schneide stand, kam dann doch etwas überraschend.

Mit dem Rückenwind des Euro League Sieges in Nantes starteten die Gastgeber gut. Der Tabellen-Sechste aus Gummersbach zeigte sich beeindruckt und geriet nach ausgeglichener Startphase immer mehr ins Hintertreffen. Der „vier Tore Vorsprung zur Halbzeit war leistungsgerecht“, wie Trainer Jaron Siewert fand. Für das 16:12 hatten wieder mal die bekannten Namen gesorgt. Neben Hans Lindberg waren Matthias Gidsel, Lasse Andersson und Max Darj die Torschützen, während von Linksaußen durch Jerry Tollbring nichts gelang (Tim Freihöfer machte es in der zweiten Hälfte kaum besser).

In der zweiten Hälfte schien die Partie zunächst einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Gummersbach kämpfte mit seinem jungen Team bravourös, die Füchse hielten jedoch erstens dagegen und zweitens ihren Torvorsprung. Bis eben jene eingangs geschilderte Zitterphase begann, die in ihrem Tiefpunkt zur ersten und einmaligen, glücklicherweise auch nur kurzzeitigen Führung des VfL Gummersbach führte – 23:24/53.

Routiniert und clever und unterstützt durch zwei erstklassige Paraden von „Milo“ Milosavljev lösten sich die Füchse jedoch wieder und drehten unter dem Jubel der 8735 Zuschauer die Partie zum 29:26-Sieg. Drei Spieltage vor Schluss behaupteten die Berliner damit ihren Vorsprung auf Tabellenplatz zwei vor der SG Flensburg-Handewitt. Weil sich in der kommenden Woche die Nationalmannschaft trifft – Nils Lichtlein ist als einziger Füchse-Spieler dabei – geht es in der Bundesliga für die Füchse erst am 18. Mai mit dem Auswärtsspiel beim TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (2), Darj (3), Andersson (5), Lindberg (10/8), Gidsel (7), Freihöfer (1), Kopljar (1)

Herbert Schalling

Eisbären feierten ihren 10. Meistertitel

Im Spiel fünf der Finalserie, am Freitagabend, 26. April 2024 machten die Eisbären den 10. Meistertitel perfekt. Jede Serie, im Viertelfinale gegen Mannheim, im Halbfinale gegen Straubing endete im Spiel fünf. Lax formuliert, nach vier Spielen hatten sie sich den Gegner ausgeguckt und wussten, was zu tun ist. Die Kadertiefe, Trainingsplanung sowie die Spielvorbereitung taten ihr Übriges. Die Playoffs begannen am 17. März 2024 alles andere als optimal für die Eisbären. Eine 1 zu 7 Niederlage gegen den Erzkontrahenten Adler Mannheim verhieß nichts Gutes. Es folgten vier Siege, enge Spiele, am Ende siegten die Eisbären.

Im Halbfinale, Spiel Zwei lächelte der Eishockeygott. In dem bisher längsten Spiel in der Playoff-Historie der DEL erlöste ein Schuss von Ty Ronning, der von Lean Bergmann abgefälscht wurde, alle Beteiligten. Effektiv waren 110 Minuten und 40 Sekunden im Eisstadion Am Pulverturm gespielt. Es folgte ein 3:2 in Berlin, Straubing revanchierte sich mit einem Sieg Am Pulverturm und zwang in Spiel Fünf die Eisbären in die Overtime. Dieses Mal dauerte es nur exakt drei Minuten und wieder waren es Lean Bergmann als Vorbereiter und Ty Ronning als Vollstrecker, die für das Spielende sorgten. Das Finale war erreicht, eine enge Serie wurde gewonnen.

Am 8. März 2024 fand das letzte Spiel der Hauptrunde statt. Die Fischtown Piguins aus Bremerhaven gewannen 2:1 und sicherten sich den ersten Tabellenplatz und ließen die Eisbären hinter sich. In der Pressekonferenz nach dem Spiel verabschiedete sich der Trainer des Überraschungsteams der Saison mit den Worten: „Vielleicht sieht man sich in dieser Saison ja noch einmal wieder.“ Thomas Popiesch sollte recht behalten. Bremerhaven erreichte das Finale. Sein Traum, Bremerhaven zum Meister zu machen, erfüllte sich nicht. Seit 2016 trainierte er die Pinguins, jetzt wurde bekannt, dass er künftig in der DEL 2, in Krefeld arbeiten wird.

Am 1. Mai fuhren sie sonnenbebrillt im Cabriobus vor, im Feiern sind Eishockeyspieler genauso hart, wie auf dem Eis, jubelnd begrüßt von tausenden Fans auf dem Platz vor Arena. Der gerade henkellose Meisterpott war natürlich dabei. Er hatte bei den Feierlichkeiten seine Tragegriffe eingebüßt. Für fünf Eisbären (Leonard Pföderl, Frederik Tiffels, Tobias Eder, Kai Wissmann und Jonas Müller) geht zur Nationalmannschaft und auch Meistertrainer Serge Aubin wird direkt dabei sein. Zusammen mit Alexander Sulzer wird er den Bundestrainer Harold Keis bei der am 10. Mai 2024 beginnenden Weltmeisterschaft unterstützen.

Die Saison ist für die Fans des schnellen Kufensports noch nicht ganz vorbei. Das erste Gruppenspiel für die Auswahl des Deutschen Eishockeybundes ist für Freitag, 10. Mai 2024 angesetzt, erster Gegner ist die Auswahl der Slowakei.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Berliner Pokal – Viktoria und Makkabi schaffen es ins Finale

Bei hochsommerlichem Wetter wurden am 1. Mai 2024 die Halbfinalbegegnungen im Berliner Fußballpokal ausgetragen. Für Lichtenberg 47 zerplatzte der Traum vom Finale im eigenen Stadion und TuS Makkabi hat die Chance zur Titelverteidigung. Am 25. Mai 2024 findet das Endspiel im Hans Zoschke Stadion im Rahmen des Finaltags der Amateure statt.

Der einzig im Wettbewerb verbliebene Regionalligist Viktoria benötige die Verlängerung. In der 104. Spielminute erzielte Laurenz Dehl den erlösenden Treffer für die Himmelblauen. Die Gäste, der letztjährige Absteiger aus der Regionalliga, brachten alles auf den Platz, was irgendwie ging. Die Verlängerung hatten sie sich verdient. Am Ende fehlten die Kräfte und Viktoria rettete die knappe Führung ins Ziel.

Trainer Wolfgang Sandhowe (rechts) wird langsam Stammgast im Berliner Pokalfinale, hier 2018 mit dem BSC, unterlagen damals dem BFC Dynamo mit Trainer Rene Rydlewicz Foto: Christian Zschiedrich

Das Spiel in Lichterfelde hatte um 13 Uhr begonnen und eine Stunde später wurde an der Fischerstraße die Begegnung zwischen Sparta und TuS Makkabi angepfiffen. Kurios, erst vor drei Tagen am 28. April 2024 hatte es diese Paarung am selben Ort in der Oberliga gegeben. Das Oberligapunktspiel konnten die Spartaner mit 3:1 gewinnen. Im Halbfinale drehten die Schützlinge von Trainer Wolfgang Sandhowe den Spieß um und gewannen ihrerseits mit 3:1.

Das Spiel war heiß umkämpft. In der ersten Halbzeit gab es keine Tore. In der 56. Minute fiel das 1:0 für Makkabi, der Ausgleich dann in der 63., ein Doppelschlag in der 71. und 74. Minute brachte den Pokalverteidiger auf die Siegerstraße. Das Spiel war mehrfach unterbrochen und in der 83. Minute sah der Spartaner Max Michael Konrad die rote Karte. Der Liveticker vermerkte 14 Minuten Nachspielzeit.

Hans-Peter Becker

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Titelverteidigung mit Ausrufezeichen

Die Berlin Recycling Volleys sind zum 14. Mal Deutscher Meister. Mit einem eindrucksvollen letzten Sieg und einer der besten Saisonleistungen holten die Hauptstädter auch den dritten Sieg in der Playoff-Finalserie, um den Meistertitel gegen den VfB Friedrichshafen erneut zu verteidigen. Ein ausverkauftes Tollhaus Max-Schmeling-Halle sah die Berliner mit 3:0 (25:16, 25:16, 25:17) siegen. In seinem letzten Spiel für den neuen, alleinigen Rekordmeister wurde Timothée Carle umjubelter MVP.

Nach vier Spielen, 2:2 Siegen und 9:9 Sätzen gab es zwischen beiden Mannschaften nicht mehr viele Geheimnisse und so begegneten sich die Teams in unveränderten Formationen. Die BR Volleys saugten die Energie in der ausverkauften Arena direkt in sich auf und münzten diese in einen guten Start um. Die Lautstärke nach dem ersten Punkt wurde noch einmal übertroffen, als die Videochallenge Marek Sotolas Aufschlag auf der Linie zeigte (5:3). Wie in den letzten zwei Spielen waren die Berliner Mittelblocker Tobias Krick und Nehemiah Mote direkt auf Betriebstemperatur und punkteten fleißig (9:3, 14:10). Der Berliner Zug rollte im Auftaktdurchgang unaufhaltsam, Aufschlag und Block-Abwehr waren eine Wucht und Fornals Aufschlagfehler beendete den Spielabschnitt (22:12, 25:16).

In der Satzpause hielt sich der Pole die Ohren zu, während die Zuschauer 120 Dezibel auf das Messgerät brachten, wofür Sponsor Mazars 6.000 Euro an den Nachwuchs spenden wird. Das Bild auf dem Spielfeld blieb unverändert. Die BR Volleys diktierten auch den nächsten Satz früh und zwangen Lebedew zur Auszeit (6:1). Sotola war im Angriff kaum zu stoppen, dazu blockte auch Timothée Carle (13:9, 16:10). Lebedew wechselte nach dem Außenangreifer Peter auch Zuspieler Batak aus. Als Krick dann gegen Superlak blockte, ging auch dieser vom Feld (20:13). Aufseiten der Hauptstädter kam Cody Kessel und erzielte die letzten zwei Punkte zum nächsten Satzgewinn per Angriff und Block (25:16).

Mit einem Berliner Block wurde auch der dritte Durchgang eröffnet (3:0) und als Friedrichshafen sich noch einmal herankämpfte (10:9), drehte Tim Carle in seinem letzten Spiel für die Berlin Recycling Volleys noch einmal so richtig auf. Der Franzose blockte und griff spektakulär an (17:11). So war der Titelverteidiger auf dem Weg zur Rekordmeisterschaft nicht mehr zu stoppen. Ab dem 21. Berliner Punkt erhebten sich mehr als 8.500 Fans. Schließlich war es Tobi Krick, der den letzten Block der Saison setzte (25:17). Anschließend feierte der Volleyballtempel beide Mannschaften, den Deutschen Meister und Vizemeister absolut würdig.

Stimmen zum Spiel
Tobias Krick: „Wir haben nach dem 0:2 Widerstand geleistet und auch in Friedrichshafen das nötige Glück gehabt, um in dieser Serie zurückzukommen. Wir hatten eine großartige Teamchemie und jeder wurde gebraucht. Insgesamt war es eine konstante Saison von uns und wir konnten sie krönen. Es ist unglaublich, was hier heute los war. Das ist einzigartig im Volleyball. Zum Glück konnten wir unseren überragenden Fans heute zeigen, was wir können.“

Kaweh Niroomand: „Dieser Tag ist etwas ganz Besonderes. Wenn ich diese Bilder und Emotionen in der Arena hier sehe, erinnere ich mich, wie wir angefangen haben, das hier aufzubauen – vor 86 Zuschauern in Reinickendorf. Heute stehen wir hier und es sind fast 9.000 Menschen in der Halle und feiern diese Mannschaft. Das Team hat eine letzte, fantastische Leistung gebracht und dieser Moment der Rekordmeisterschaft ist unbeschreiblich.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Leon Dersivaj, Cody Kessel, Daniel Malescha

Bestwerte
Sotola 17 Punkte, 3 Blocks, 67 % Angriffsquote | Carle 15 Punkte, 2 Blocks | Tille 4 Asse | Schott 80 % Annahme- und Angriffsquote

Christof Bernier

Pressefoto / Credit: Justus Stegemann

Bis auf Viktoria 89 gab’s vier Niederlagen für die Berliner

BAK 07 verlor zu Hause 0:1 gegen den Greifswalder FC und die VSG Altglienicke gab zu Hause die Punkte durch ein 2:3 gegen FC Eilenburg ab. Hertha BSC II kommt, nun kaum erwartet, ein bisschen in Bedrängnis. Im Berlin-Derby kassierten die jungen Herthaner vor 876 Zuschauer (erneut) eine 2:3-Niederlage. Die Zuschauerzahl lag knapp über dem Durchschnitt für die Spiele der Viktoria im Stadion Lichterfelde.

Im Vergleich mit Cottbus, es kamen 11.532 Besucher und wollten das Spiel gegen Lok Leipzig sehen, sah das eher bescheiden aus. Energie verteidigte mit dem 4:3 Sieg die Tabellenführung. Die Gäste, die mit Trainer Tomislav Piplica einen alten Bekannten mit nach Cottbus brachten (9 Jahre, von 1999 bis 2008 stand er im Energietor), machten dem Aufstiegsaspiranten das Leben schwer. Erst in der Schlussphase durch Tore von Heike (87.) und Shcherbakovski (90+3) drehten die Cottbuser das Spiel und versetzten das Stadion in Ekstase.

Der BFC Dynamo konnte beim Tabellenvorletzten Hansa Rostock II nicht punkten, verlor 2:3 und verliert damit den Anschluss, sieben Punkte Rückstand auf Energie Cottbus, der Aufstieg ist passe. Na ja, drei Spieltage gibt es ja noch und als nächster Gegner kommt Cottbus nach Hohenschönhausen. Es ist vorbei, schade, das Verletzungspech kam zur Unzeit. Viktoria 89 als Tabellenvierter, hat ebenso keine Aufstiegschancen mehr.

Der 32. Spieltag beschert dem Hertha-Nachwuchs ein Heimspiel im Jahnstadion. Gegen Rot-Weiß Erfurt ist noch lange nicht gewonnen, zumal sich die Formschwäche aus den letzten Begegnungen fortzusetzen scheint. Hertha II kann froh sein, dass BAK 07 mit nur 19 Punkten, deutlich abgeschlagen, die rote Laterne ziert. BAK muss ins Karl-Liebknecht-Stadion nach Babelsberg. Die 03er sind immerhin Tabellenfünfter mit 49 Punkten – gefolgt von der VSG Altglienicke, mit 48 Punkten. Am 32. Spieltag, steht das schwere Auswärtsspiel für die VSG in Jena gegen Carl-Zeiss an.

Im Sportforum muss der BFC Dynamo beweisen, was gegen Tabellenführer Energie Cottbus in ihm steckt. Der Titelkampf könnte im Falle eines Dynamo-Sieges noch mehr in Spannung versetzt werden. Der Greifswalder FC steht nur zwei Punkte hinter Cottbus, wird im Heimspiel gegen FSV Zwickau alles für einen Sieg tun und dazu dem BFC tags zuvor alle die Daumen drücken.

Im Stadion Lichterfelde tritt der Chemnitzer FC zum Spiel gegen Viktoria an. Besonderen Reiz haben die Lokal-Derbys, vor allem, wenn es in Leipzig, im Bruno-Plache-Stadion, Lok gegen Chemie heißt. Für beide geht es nicht mehr um allzu viel, es steht trotzdem einiges an Prestige auf dem Spiel.

Bitter aus Berliner Sicht, dass der BAK so gut wie abgestiegen ist. Hansa II wird es wohl auch erwischen, sollte die Erste den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga nicht schaffen, müssen sie auf jeden Fall zurück in die Oberliga. Der 16. Tabellenplatz ist aktuell sechs Punkte entfernt und mehr als neun Punkte sind nicht mehr zu vergeben.

Christian Zschiedrich