Ungeheuerlich, Hintergründe bei Hertha BSC

Welch eine Bestätigung für meine Kommentare Michael Preetz sollte sich nicht zu sicher sein vom 14.02.20 und Bei Hertha brennt‘s lichterloh vom 24.02.20 und welch eine Bestätigung für die Preetz-Kritiker, die das seit geraumer Zeit gespürt haben. 15 Tage nach Michael Klinsmanns Rücktritt sind wir an seine Protokolle gelangt und beziehen uns im Einvernehmen der Beweislast auf Torsten Rumpf und Robert Schreier der Welt am Sonntag, was zusammengefasst auf 22 DIN-A4-Seiten seiner 76 Trainertage ganz Hertha in einen Schockzustand versetzt.

Das ist seitens der Vereinsführung weder zu entkräften noch schön zu reden und ich frage mich, sind denn im Hertha-Präsidium nur Gegenbauer-Ja-Sager, nur Gefolgsmänner des Präsidenten? Hat denn keiner der Mitglieder Eier und Rückgrat. Jetzt muss doch das große Reinemachen kommen!

Geholt hat ihn ohne Willkommenskultur seit dem 08.11.19 Lars Windhorst zunächst in den Aufsichtsrat bei Hertha BSC. Im Hause Gegenbauer wird Jürgen Klinsmann am 26.11.19 zum Cheftrainer bis zum Sommer ernannt und die sportlichen Vollmachten „carte blanche“ rund um die Mannschaftsführung besprochen und akzeptiert, ebenso Klinsmanns Stab Alex Nouri, Markus Feldhoff, Andreas Köpke, Werner Leuthard und Arne Friedrich.

Wer lancierte die Meldung am 14.01.20, Jürgen Klinsmann hätte keine gültige Trainerlizenz (?) – stimmte so nicht – denn offiziell hat sie bis Ende 2020 Gültigkeit. Während der einwöchigen Diskussion gab es keine Unterstützung seitens Hertha BSC, kein einziges Statement für den leitenden Angestellten Jürgen Klinsmann. Laut Protokoll gab es nie ein Vertrauensverhältnis zwischen  Gegenbauer, der Geschäftsleitung und dem Trainerstab. Die Trainer wussten u.a. nicht, wie lange sie noch da sind, warteten auf den nötigen Anschlussvertrag.

Was zwischen und zu den Spielen im Konkreten alles geschah, sprengt den Rahmen einer bei uns üblichen Berichterstattung, kann aber im Einzelnen später nachgetragen werden. Die Mannschaft wurde den Ergebnissen nach oben gebracht. Mit dem Sieg in Paderborn verbesserte sich der Abstand auf den Relegationsplatz auf neun Punkte und der Mannschaft wurde ein Top-Fitness-Zustand  mit Defiziten im taktischen Bereich bescheinigt.

Klinsmann habe bei allen Top-Einkäufen die ersten Anrufe getätigt. Ascacibar, Piatek und Cunha – mit wachsendem Mehrwertpotential (bei Wiederverkäufe) – wären sonst wohl nicht zu Hertha gekommen. Das Medienblatt habe sich total gewandelt. Festgehalten: In der Bild-Zeitung schreiben erkennbar plötzlich andere, nämlich die mit Michael Preetz Befreundete. Ganz erstaunlich die Bestätigung:“ Michael Preetz war auch bei anderen Indiskretionen der Informant“!  

Dazu passt: „Klinsmann habe nur die Cheftrainerrolle und sei an Weisungen der Geschäftsführung verbunden. Wir werden uns nicht in die vorgegebene3 Richtung bewegen“. Derlei konkrete Anzeichen verdichteten sich zunehmend mehr.  Jürgen Klinsmann schmiss also nicht unbegründet nach schlafloser Nacht hin. Wer die Fakten schwarz auf weiß erst jetzt verwundert zur Kenntnis nimmt, könnte beim nächsten Heimspiel zu denen gehören, die im Chor den Namen Jürgen Klinsmann rufen.

Ich bin mir sicher, ab sofort wird auch Michael Preetz nicht verschont bleiben, steht ohnehin eindeutig gewaltig im negativen Rampenlicht. Deshalb abschließend die protokollierten Vorwürfe gegen den Manager Sport, verbunden mit der Frage, was muss in diesem Club noch alles passieren? Ich  teile mit allen die Meinung: Nach der Grundregel, du bist als Fußballer nur so gut wie dein Umfeld – bedeutet: Die Geschäftsleitung muss sofort komplett ausgetauscht werden, sonst werden tolle Neuzugänge nach einiger Zeit zu Durchschnittsspielern. Und wie verhält es sich mit dem 17jährigen Jugendspieler, der wird (bei den Profis integriert) von ganz Europa gejagt.

Zutreffende Vorhaltungen an Michael Preetz: Jahrelange katastrophale Versäumnisse in allen Bereichen des Leistungssport. Katastrophale aktuelle Kaderplanung. Kein Anspruchsdenken an Mitarbeiter, kein Prämien- und Motivationssystem für Trainer und Betreuer. Schlechte Saisonvorbereitung. Der Klub war auch ohne Trainerwechsel auf Abstiegswegen gewesen. Es gibt kein Vertrauensverhältnis zwischen der Geschäftsleitung und der technischen Leitung, sprich Trainern und Team-Betreuern. Aber,es gibt eine Lügenkultur, die auch das Vertrauensverhältnis der Spieler zerstört hat. Der Verein will die Verantwortung über den sportlichen Bereich haben, verweigert sich aber jeglicher Art von Verantwortung, wenn es Stress gibt. Ein Hauptstadtclub müsste auch die Vision Richtung Europa haben und dementsprechend aufgestellt sein. Es gibt sie keine.

Christian Zschiedrich  

BR Volleys – Beginn der Kür

Nachdem der VfB Friedrichshafen am Wochenende das Verfolgerduell gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 für sich entschied, haben die BR Volleys Gewissheit: Der DVV-Pokalsieger geht schon vor dem Match bei den SWD powervolleys Düren (25. Feb um 18.30 Uhr) als Tabellenerster in die Playoffs 2020. Damit werden die verbleibenden vier Spiele in der Normalrunde zur Kür, was dem Siegeswillen der Berliner allerdings keinen Abbruch tut.

Die spielfreien BR Volleys – das Match gegen Düren wurde aufgrund der SPORT1 Free-TV-Übertragung auf Dienstag verlegt – konnten am Samstagabend von der Couch aus beobachten, wie die AlpenVolleys als bis dahin ärgste Verfolger das Topspiel des 18. Spieltags am Bodensee verloren. Damit sind die Berliner nun nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zwar könnten die drei punktgleichen Teams aus Frankfurt, Haching und Friedrichshafen (alle 38 Zähler) noch mit dem Hauptstadtclub (50) gleichziehen, doch dann wird als nächstes Kriterium die Anzahl der Siege gewertet und hierbei liegen die ungeschlagenen Spitzenreiter mit 18 Erfolgen uneinholbar vorn.

Damit verfügen die BR Volleys jetzt garantiert über ein hohes Gut, welches ihnen in den letzten drei Jahren verwehrt blieb: Den Heimvorteil in den Playoffs. Zuletzt hatte nach der Hauptrunde dreimal in Folge der VfB unter Trainer Vital Heynen die Nase vorn. „In dieser Saison haben wir uns diese Ausgangsposition mit unseren Leistungen redlich verdient. Dass uns das schon jetzt keiner mehr nehmen kann, fühlt sich gut an. Wir können ohne Druck spielen, wollen aber unsere Siegesserie weiter aufrechterhalten“, sagt Mittelblocker Jeffrey Jendryk und lässt vor dem schnellen Wiedersehen mit Düren kein Gefühl von Spannungsabfall aufkommen.

Der 24-jährige US-Amerikaner weiß, dass die Powervolleys in ihrer Arena nach dem deutlichen Ergebnis im Pokalfinale ein anderes Gesicht zeigen wollen: „Düren wird darauf brennen, sich zu revanchieren, aber wir werden diese Challenge annehmen. Auswärts wird es sicher schwieriger, doch in unserem Spiel passt aktuell vieles und das wollen wir bestätigen.“ So war es auch im Endspiel von Mannheim, als man zwei Sätze eindrucksvoll aufspielte und die Rheinländer auch in Durchgang drei noch abschütteln konnte (25:12, 25:18, 25:22). Die Gastgeber werden im Rennen um die Playoff-Plätze nun vor ihrem Publikum garantiert um jeden Ball kämpfen, denn nach dem Sieg der Netzhoppers gegen Lüneburg am Wochenende ist Düren nur noch Achter und benötigt dringend Punkte, um die Playoff-Runde zur erreichen.

Cheftrainer Cedric Enard weiß das und macht für das Match klare Vorgaben: „Ich möchte von meiner Mannschaft wieder mehr taktische Disziplin sehen, so wie wir es im Pokalfinale umgesetzt haben. Das hat mir zuletzt gegen Kemerovo gefehlt. Wir haben nun nicht mehr diesen engen Spielrhythmus, also wird es in den kommenden Begegnungen die größte Herausforderung, die Spannung bis zum Playoff-Start hochzuhalten.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner in der Arena Kreis Düren auf zwei Spieler verzichten müssen. Pierre Pujol fällt mit einem Knochenmarködem im linken Sprunggelenk voraussichtlich für zwei Wochen aus und Kyle Ensing konnte aus dringenden privaten Gründen nicht mit der Mannschaft ins Rheinland reisen. Doch auch der Gegenseite geht es nicht besser. Coach Stefan Falter fehlen mit Blair Bann, Lukas Maase und Niklas Seppänen wichtige Akteure. Dennoch dürfen sich die SPORT1-Zuschauer auf ein attraktives Spiel vor schöner Kulisse freuen, denn die Gastgeber werden ihre Arena mit einer besonderen Charity-T-Shirt-Aktion in ihre Vereinsfarben hüllen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Union gewinnt in Frankfurt – nachträgliches Geburtagsgeschenk für Urs Fischer

Die Ultras der Eintracht waren dem Spiel ferngeblieben, die Berliner ließen es sich nicht nehmen und füllten den Gästeblock im Frankfurter Stadion bis auf den letzten Platz. Die Heimfahrt am Rosenmontagabend war um so freudiger, den ihre Mannschaft hatte, nicht unbedingt erwartet, mit 2:1 den nunmehr dritten Auswärtssieg der Saison geholt. Für Urs Fischer, Unions Trainer feierte am 20. Februar seinen 54. Geburtstag, war es ein willkommenes nachträgliches Geschenk. Der Punktestand ist jetzt nach 23 Saisonspielen auf beachtliche 29 Zähler angewachsen, da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn am Ende der Saison nicht der Klassenerhalt stehen sollte.

Beim Warmachen schallte der Hit von den Boom Town Rats „I Don’t Like Mondays“ über das Stadion. Für die Frankfurter Eintracht wurde es zu einem bösen Omen. Sie hatten Mühe in das Spiel zu kommen und verteilten zwei großzügige Geschenke an die Berliner. Die erste Hälfte endete torlos. In der 49. Minute leistete sich die Frankfurter Abwehr eine Slapstick-Einlage, frei nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht“, konnte Sebastian Andersson ins verwaiste Tor schiessen. Es kam noch besser, ein durch Andersson erzwungenes Eigentor brachte in der 67. Minute die Eisernen mit 2:0 in Front. Der Unglücksrabe für Frankfurt war Abwehrspieler Evan Ndicka, zuvor hatte Torwart Kevin Trapp eine flache Hereingabe zu kurz abgewehrt.

Die Eisernen waren bis dahin wacher und lauffreudiger. Ein Spiel das mit enormen Kraftaufwand betrieben wurde. Die Unioner liefen über fünf Kilometer mehr als die Eintracht. Erneut war es ein Eigentor, diesmal auf der anderen Seite, dass die Frankfurter ins Spiel zurück brachte. Florian Hübner hatte Pech, das seine Rettungstat im eigenen Tor endete. Es wäre in der Schlussphase, Schiedrichter Deniz Aytekin ließ fünf Minuten nachspielen, fast schiefgegangen mit dem Auswärtsdreier. Mit Glück und Geschick überstanden die Eisernen die brenzligen Situationen und konnten am Ende jubeln und sich von ihren Fans feieren lassen. In der Tabelle haben die Eisernen Frankfurt überholt und sind – erstaunlich, erstaunlich – fast einstellig.

Hans-Peter Becker

SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Ndicka (71. Rode), Hinteregger, Abraham, Chandler – Kohr, Hasebe – Kostic, Kamada, Durm (66. Silva) – Pacencia (4-2-3-1)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Ryerson, Andrich, Gentner (77. Prömel), Lenz – Malli (63. Ingvartsen), Andersson, Bülter (90. Kroos) 3-4-3

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 N´Dicka (67. ET), 1:2 Silva (79.)

Zuschauer: 46 500

Bei Hertha brennt‘s lichterloh

Vor Anpfiff der Begegnung des Heimspiels gegen Köln war ich überzeugt davon, endlich mal wieder einen in sportlicher Hinsicht zum Wohle des Berliner Fußballs positiven Bericht verfassen zu können. Nach den ersten 45 Minuten, ohne einen Torschuss der Hertha registriert zu haben, schwanden die dem Fußball zugewandten Gedanken. Mich beschäftigte das in den sozialen Netzwerken nach Jürgen Klinsmanns Hinschmeißens deutlich zu lesende, vor allem die klaren Forderungen an Michael Preetz, doch endlich das Weite zu suchen. Natürlich war überwiegend Klinsmanns Davonlaufen unverstanden bis verächtlich niedergeschrieben worden. War es wirklich so unbedacht und unüberlegt?

Ein ganzer Kerl wäre bei der Stange geblieben und hätte versucht, sich durchzusetzen und den Herren in der Führung klar zu machen, um erfolgreich zu sein, muss ich auch die volle Verantwortung für das „Himmelfahrtskommando“ tragen, so sehr sich Michael Preetz auch in seiner Funktion dann überstimmt fühlen mag. Änderungen herbeizuführen waren doch unumgänglich und die von Klinsmann eingeschlagene Richtung wurde allerseits anerkannt. War es nun die Erkenntnis seitens des Ex-Nationaltrainers, sich gegen die Hertha-Führung nicht behaupten zu können ? Muss ich mir das aussichtslos antun, werden seine Überlegungen gewesen sein. Später erfahren wir vielleicht mehr darüber. Selbst ein Jürgen Klinsmann nimmt nicht gerne den absehbar großen Imageverlust in Kauf.

Das vorletzte Heimspiel, ein 1:3 gegen Mainz war schon unverzeihlich, das letzte 0:5 gegen Köln ist mit dem Wort bitter nicht abgetan und zu erklären. Jetzt brennt die Luft! Ursachenforschung steht an und da sieht Michael Preetz gar nicht gut dabei aus. Wenn er noch einen Funken Ehre im Leibe hat, tritt er endlich von sich aus zurück.

Ich schätzte bisher die sachliche und fachliche Kompetenz der Fußball-Woche sehr. Wenn ein Fachblatt wie eben die Fußball-Woche auf der Titelseite die Überschrift wählt: „Hertha macht sich zum Gespött der Fans“, dann ist es – liebes Präsidium – an der Zeit zu handeln. Ich bin zwar kein Hertha-Mitglied mehr, schreibe aber gern über den Volkssport Nummer1 in unserer Hauptstadt und wähle als aktiver Journalist mit Bedacht und in sportlicher Pflicht: Treten Sie zurück, lieber Michael Preetz!  Schlimmer kann es für einen Hauptstadtclub doch gar nicht kommen.

Christian Zschiedrich

Champions League Intermezzo gegen Kasan als Stimmungsmacher

Das nationale Wasserballgeschehen wird aktuell von der Vorbereitung des Nationalkaders auf das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam Ende März beeinflusst. Das bringt für die Vereine, die in in Pokal und Meisterschaft aktiv sind, ungewohnte Termine mit sich.

Spandau 04 ist mit mehr als einem halben Dutzend deutschen Auswahlakteuren und weiteren internationalen Akteuren (Pjesivac/Montenegro, Negrean/Rumänien, Saudadier/Frankreich, Kholod/Russland) ausgestattet, die mit ihren Nationalteams in Rotterdam ums Tokio-Ticket spielen. Am 9. Februar war für die Wasserfreunde bei den White Sharks Hannover die letzte Vereinsaufgabe zu absolvieren (19:7). Nun folgt am kommenden Samstag (22.2.2020) die Nächste.

Am Samstag empfangen die Wasserfreunde am 9. der 14 Spieltage der Champions-League-Hauptrunde in der Schwimmhalle Schöneberg die Russen von Sintez Kasan. Gruppen-Sechster gegen den Letzten, das hört sich machbar an. „Aber dennoch dürfen wir den Gegner nicht unterschätzen“, sagt der Trainer Petar Kovacevic. „Wir wollen auf den Erfolg gegen Szolnok (8:7-Auswärtserfolg beim 2017-CL-Gewinner) den nächsten Sieg folgen lassen.“

Aktuell ist Spandau mit acht Zählern vier Punkte entfernt vierten Gruppenplatz, der die Qualifikation für das Final 8 bedeuten würde. Jeder Sieg in der Champions League wird mit drei Punkten honoriert. Das Hinspiel in Kasan haben die Berliner knapp mit 12:11 gewonnen, dabei nach dem ersten Viertel 6:2 geführt, den Vorsprung aber verspielt und sogar zweimal mit einem Tor hinten gelegen. Am Ende brachten die Gäste den verdienten Erfolg aber doch nach Hause. „Eine solche Fieberkurve darf uns nicht wieder passieren. Ich denke, wir haben daraus gelernt“, so Kovacevic.

Zwei Tage nach der CL-Partie geht die Auswahlvorbereitung auf Rotterdam mit einem Ein-Wochen-Lehrgang weiter, dann folgt am 4. März (Schwimmhalle Schöneberg, 19 Uhr) ein weiteres CL-Intermezzo gegen Olympiacos Piräus, einem der Titelfavoriten im laufenden Königswettbewerb. „Wenn wir uns in diesen Spielen gut verkaufen, kann das mental zu einem motivierenden Stimmungsmacher im Kampf um das Olympiaticket werden“, erklärt Petar Kovacevic.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2019 / 2020

Spieltag 9, Gruppe A

22. Februar 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – Sintez Kasan (Russland)

Spielbeginn: 19:00 UHR

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Eisbären mit Arbeitssieg gegen Iserlohn

Die Hauptrunde nähert sich dem Ende, am unbeliebten Dienstag empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters. Der Spiel-Rhythmus Sonntag-Dienstag-Freitag-Sonntag hat bereits Playoff-Charakter. Die Playoffs sind den Eisbären nicht mehr zu nehmen, schön wäre es, der aktuelle Tabellenplatz Vier verteidigt werden. So war das Spiel gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, die es erfolgreich zu bewältigen galt. Die Iserlohner mit nur noch vagen Hoffnungen auf die Pre-Playoffs, machten den Eisbären das Leben schwer.

Die Führung für die Gäste, bereits in der 06. Minute, fiel aus dem Nichts. Den Ausgleich besorgte Marc Olver, da lief die 15. Minute im Spiel. Die Eisbären hatten ein deutliches Übergewicht, doch es dauerte bis zur 30. Minute, bevor sie das Spiel drehen konnten. Austin Ortega traf aus fast unmöglicher Position, er fand die Lücke zwischen Schulter. Die Weichen auf stellte Lucas Reichel noch im Mittelabschnitt, er traf im Powerplay für die Eisbären.

In der 52. Minute kam nochmals ein Hauch von Spannung auf. Den nie aufsteckenden Gästen gelang trotz eigener Unterzahl, erneut durch Michael Clarke der Anschluss-Treffer zum 2:3. Endgültig alles klar für diesen Dienstagabend machte Mark Olver mit einem Schuss ins verwaiste Tor der Iserlohn Roosters. Es war ein typischer Arbeitssieg der favorisierten Mannschaft. Eisbären-Trainer Serge Aubin schätzte das Spiel so ein: „Wir haben heute bestimmt nicht unser bestes Eishockey gezeigt, aber einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen.

Bemerkenswert war erneut die Effizienz der vierten Sturmreihe der Eisbären. Mark Olver traf doppelt und Andre Rankel steuerte einen Assist bei. In vielen Team ist die sogenannte vierte Reihe lediglich mit der Aufgabe betreut, vor allem der Parade-Reihe Luft zu verschaffen. Nicht so aktuell bei den Eisbären, die auf vier fast gleichwertige Sturmreihen setzen. Nach dem Spiel erklärte Nachwuchsmann Sebastian Streu, der zusammen mit Rankel und Olver diese Reihe bildet, dass er froh ist, sich jetzt mehr Eiszeit erkämpft zu haben. Außerdem hat sie kein Verbot, auch Tore zu erzielen. „Wir fühlen uns nicht wie die vierte Reihe“, so äußerte er sich nach dem Spiel. Seine Reihe hatte 16 Wechsel und er war knapp 11 Minuten auf dem Eis.

Die Eisbären haben jetzt ein hartes Auswärtsprogramm zu absolvieren. Bereits am Donnerstag, 20. Februar müssen sie Augsburg antreten und am darauffolgenden Sonntag wird in Nürnberg gespielt. Zwischen den Spielen werden die Eisbären nicht nach Berlin zurückkehren. Das nächste Heimspiel ist erst 28. Februar ausgetragen, gegen die Düsseldorfer EG, aktueller Tabellennachbar.

Hans-Peter Becker

DEL 46. Spieltag 18.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 (1:1/2:0/1:1)

Torfolge

0:1 Clarke 05:21 (Fleischer) EQ

1:1 Olver 14:04 (Kettemer, Rankel) EQ

2:1 Ortega 29:39 (Aubry, McKiernan) EQ

3:1 Reichel 36:52 (Ortega, Pförderl) PP1

3:2 Clarke 51:19 (Dimitriev, Baxmann) SH1

4:2 Olver 58:34 (Lapierre, McKiernan) empty net

Strafminuten:

Eisbären 10

Iserlohn 14

Zuschauer: 12.616

BR Volleys Pokalsieger 2020

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys sind zum fünften Mal DVV-Pokalsieger. In beeindruckender Manier sicherte sich der amtierende Deutsche Meister und Supercup-Gewinner auch den ersten Titel des neuen Jahrzehnts. Mit 3:0 (25:12, 25:18, 25:22) setzten sich die Berliner vor 10.689 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena gegen die SWD powervolleys Düren durch und gingen anschließend zur Jubelarie über.

Pünktlich zu diesem Endspiel kehrte Kapitän Moritz Reichert, der zuletzt nur von der Ersatzbank kam, in die Startaufstellung des Deutschen Meisters zurück und sollte es gemeinsam mit Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Sergey Grankin, Benjamin Patch, Samuel Tuia und Libero Julian Zenger in Mannheim richten. Das erste Ausrufezeichen dieses Finals setzte Zuspieler Grankin mit einem spektakulären Block gegen Björn Andrae und direkt im Anschluss ließ Ben Patch ein Ass folgen (7:3). Eine Aufschlagserie von Reichert sowie die Blockstärke von Tuia und Jendryk stellte die Weichen deutlich auf Satzgewinn (16:7). Die Berliner zeigten ihre ganze Stärke in Aufschlag, Block und Angriff und entschieden den Auftaktsatz klar und deutlich mit 25:12 für sich.

Grankin eröffnete Satz zwei mit einer gekonnten Zuspielfinte und das Team aus der Hauptstadt gab weiter den Takt vor (8:6). Der leuchtende orange Fanblock der Berliner trieb die Mannschaft von Cedric Enard zu einer 82 % Angriffsquote (!) in diesem Durchgang. Auch die Achse Grankin-Patch funktionierte nun perfekt und die BR Volleys zogen auf 19:13 davon. Jendryk sorgte per Schnellangriff schließlich für die 2:0-Satzführung (25:18).

Düren konnte nun zulegen, aber die Berliner hielten mit konstant gutem Service von Tuia Schritt (5:5, 12:12). Wieder war es Patch, der für die Männer in Orange die wichtigen Punkte verbuchte (18:16). Die Powervolleys konnten die Annahme gegen Grankins Aufschläge nicht mehr halten und beim Zwischenstand von 21:17 konnte man sich im Fanblock allmählich auf den Siegerjubel in schwarz-orange einstellen. Ein Aufschlagfehler des Ex-Berliners Egor Bogachev machte die BR Volleys zum Pokalsieger 2020 (25:22). Letztlich griffen die Berliner mit 71 % Erfolgsquote an, setzten sieben Blocks und schlugen fünf Asse. Neben einem überragenden Sergey Grankin wurde Benjamin Patch mit 13 Punkten Topscorer.

Stimmen zum Spiel
Sergey Grankin: „Wir legen seit dem Jahreswechsel eine großartige Energie aufs Feld und heute haben wir es bis zum Ende durchgezogen. Es war eine ganz starke Mannschaftsleistung und mit dieser haben wir uns den Titel absolut verdient. Dieser Pokalsieg ist überragend, aber jetzt will ich auch den Hattrick aus Supercup, Pokal und Meisterschaft!“
Kaweh Niroomand: „Wir haben vom ersten Punkt an gezeigt, dass wir dieses Finale unbedingt für uns entscheiden wollen. Die Mannschaft hat in eindrucksvoller Manier sofort die mentale Hoheit gewonnen. Dazu haben Sergey und Moritz das Team überragend angeführt. Für uns ist ein solcher Titel einfach Goldwert, weil er unsere Marke nach vorn bringt. Wir wissen noch nicht, wie und wo, aber jetzt wird gefeiert!“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Kyle Ensing

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier


Eine bittere Niederlage

Ist der Fußball gerecht ? Die Anhänger der Eisernen werden diese Frage nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen mit einem klaren Nein beantworten. Die wohl beste spielerische Leistung der Saison reichte nicht, um wenigstens einen Zähler in Berlin zu behalten. Eine turbulente Schlussphase mit offiziell sieben Minuten Nachspielzeit sorgte für Riesenjubel bei den Gästen.

Es wurde gezündelt im Gästeblock, übrig gebliebene Silvesterknaller und bengalische Feuer hüllten das Stadion teilweise in Rauchschwaden. Es wurde oligatorisch durch den Stadionsprecher Christian Arbeit darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei und die Waldseite skandierte „Pyros sind kein Verbrechen“. Das Spiel war unterbrochen, in der 64. Spielminute forderte Schiedsrichter Harm Osmers die Mannschaften auf, das Spielfeld zu verlassen. Beide Trainer, vorallem der Leverkusener, nutzten die Gelegenheit für taktische Hinweise. Anschließend war klar, dass es eine längere Nachspielzeit geben würde. Genau das wurde den Eisernen zum Verhängnis. In der 83. Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Der zur Halbzeit eingewechselte Moussa Diaby schloss einen Konter zur 2:1 Führung für die Gäste ab. Christopher Trimmel war als rechter Außenverteidiger weit aufgerückt und rutschte tragischerweise aus. Er hatte keine Absicherung, die Abstände stimmten nicht, das finale Zuspiel passte und der Ball landete im Tor.

Die Eisernen schlugen nochmals zurück, es war Marius Bülter der Lukas Hradecky im Leverkusener Tor überwinden konnte. Da lief bereits die 87. Spielminute. Es war an diesem Spiel noch nicht der Haken dran. In der 94. Minute erzielte Karim Bellarabi ein unmögliches Tor, spitzer Winkel, Torwart ausgetrickst und lähmendes Entsetzen im Lager der Eisernen. Fast hätte es ein Happy End gegeben. Die letzte Aktion im Spiel, ein Eckball und Rafal Gikiewicz war aus seinem Kasten geeilt und kam tatsächlich an den Ball, doch sein Leverkusener Kollege war rechtzeitig unten und konnte den Ball sichern.

Es machte sich eine große Leere breit. „Es ist schon brutal, nach so einer Leistung mit leeren Händen dazustehen“, so Christian Gentner, der das 1:0 für die Eisernen erzielt hatte. War es der Kräfteverschleiß, war es Naivität ? Es gibt Gegentore die nicht vermeidbar sind, die drei Gegentore der Eisernen fallen nicht in diese Kategorie.

Es ist nach dieser Niederlage nicht viel passiert, Punkte gegen Leverkusen zu holen, kann nicht ernsthaft geplant gewesen sein, allerdings muss immer wieder mit einer Schwächephase des Gegners gerechnet werden und nächste Favoritensturz in der „Alten Försterei“ war möglich.

Fußball-Bundesliga 22. Spieltag 16.02.2020 15:30 Uhr

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic  (86. Polter) – Trimmel, Gentner (76. Prömel), Andrich, Lenz – Malli (76. Ingvartsen), Andersson, Bülter

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Tah, S. Bender, Tapsoba – Weiser (45. Aránguiz), L. Bender, Amiri (76. Bellarabi), Wendell – Havertz, Volland, Bailey (45. Diaby)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.),  2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90. + 4)

Zuschauer: 22.012


Eisbären holen zwei Punkte gegen die Adler Mannheim

Es war ein großer Sporttag in und für Berlin, in der Schmeling-Halle spielten die Handball-Füchse, in Mannheim in der SAP-Arena kämpften die BR Volleys um den Pokal im Volleyball und in der MB-Arena spielten zu mittäglicher Stunde die Eisbären um Punkte in einer Neuauflage des DEL-Klassikers gegen die Adler Mannheim. Der erste Bully fiel bereits um 13:15 Uhr, weil die Halle am Abend weiter gebraucht wurde um das Finale im Basketball-Pokal der Männer, Alba hatte Heimrecht gegen Bamberg auszutragen.

© Foto: Stephan Wenske

Das Hockeyspiel begann mit einer Panne, die Datei mit der Eisbärenhymne von den Puhdys war wohl beschädigt oder blieb die CD hängen, jedenfalls kamen nur die ersten Takte aus den Lautsprechern. Bevor es losging, gab es eine Gedenkminute für den am 13. Februar verstorbenen Hans „Hanne“ Frenzel. Ein bewegender Moment für den Hallensprecher Uwe Schumann, war doch Hanne Frenzel sein Vorgänger in dieser Funktion. „Als Spieler bestritt er 104 Partien für Dynamo und 61 für die DDR-Nationalmannschaft, für die er an drei Weltmeisterschaften teilnahm. Er gewann vier DDR-Meistertitel und war langjähriges Mitglied des Kampfgerichts der Eisbären, zudem zeitweise auch Stadionsprecher.“ Er wurde 91 Jahre alt. Die Eisbären-Fans schickten ein extra lautes Dynamo unter das Hallendach. Sie werden ihn nicht vergessen.

© Fotos: Stephan Wenske

Wenn die Adler auf die Eisbären treffen, ein el clasico in der DEL, ist immer Hochspannung angesagt. So hielt das Spiel, was die Namen im Vorfeld versprachen. Die Adler hatten einen ausverkauften Gästeblock mitgebracht. Ganze drei Blöcke im Oberrang waren mit Fans aus der Quadrate-Stadt gefüllt. Die Halle war ausverkauft und das Spiel erwies sich dieser Tatsache würdig. Nach den regulären Spielzeit stand es 3:3 und beide hatten sich den Punkt redlich erkämpft. Die Gäste gingen in Führung, die Eisbären glichen aus, wieder Rückstand und das Spiel gedreht. Nach zwei gespielten Dritteln stand es 3:2 für Eisbären. Im Schlussabschnitt mussten die Eisbären den Ausgleich hinnehmen. Das Spiel hatte Playoff-Charakter es ging rauf und runter, es gab Riesenrettungstaten von beiden Goalies, entschärfte Alleingänge und Pucks die vom Gehäuse abprallten. Beide wollten die drei Punkte. Es ging in die Overtime und da hatten die Eisbären das bessere Ende für sich. Austin Ortega traf zum zweiten Mal in diesem Spiel und sicherte für die Eisbären den Zusatzpunkt.

Das Spiel endete exakt um 15:31 Uhr und sofort begann der Umbau für das Finale im Basketball-Pokal.

Hans-Peter Becker

DEL 45. Spieltag 16.02.2020 13:15 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 OT (1:1/2:1/0:1/1:0)

Torfolge

0:1 Rendulic 12:03 (Katic, Järvinen) PP1

1:1 Olver 13:13 (/)

1:2 Rendulic 23:56 (Hungerecker,Billins)

2:2 Labrie 27:16 (Wissmann,Lapierre)

3:2 Ortega 30:06 (Aubry,Hördler)

3:3 Plachta 50:41 (Lehtivuori,Stützle) PP1

4:3 Ortega 62:21 (Noebels,McKiernan) PP1

Strafminuten:

Berlin – 10

Mannheim – 8

Torschüsse:

Berlin – 40

Mannheim – 38

Zuschauer: 14.200 ausverkauft

BR Volleys im Pokalfinale – Interview mit Kaweh Niroomand

Vor dem Endspiel am Sonntag, 16.02.2020 in Mannheim gegen die SWD powervolleys aus Düren zieht BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand eine erste Bilanz des Saisonverlaufs und beschreibt, was der fünfte Pokalerfolg für den Verein bedeuten würde.

Kaweh, die Mannschaft hat national noch kein Match verloren, führt die Bundesliga-Tabelle an und steht am Sonntag im Pokalfinale. Da kann das Zwischenfazit vor dem Endspiel in Mannheim doch nur positiv ausfallen, oder?
Kaweh Niroomand: „Bisher können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. Eine derartige Serie haben wir in den nationalen Wettbewerben meines Wissens noch nie erreicht. Aber: Noch haben wir keinen der großen Titel gewonnen. Der Supercup-Erfolg war ein schönes Erlebnis, hat aber letztlich nicht den Stellenwert eines Pokalfinals. Am Sonntag zählt es. Danach können wir sagen, ob es bis hierhin eine ordentliche oder eine sehr gute Spielzeit war. Perfekt kann die Saison leider nicht mehr werden, hierfür hat mich unser Abschneiden in der CEV Champions League doch zu sehr enttäuscht. Wir hatten natürlich eine extrem schwierige Auslosung, aber ich habe unserer Mannschaft auch in dieser Gruppe etwas mehr zugetraut. Dafür hätten wir nach dem starken Auftaktsieg gegen Ljubljana jedoch im Rhythmus bleiben müssen. Stattdessen haben uns die Ausfälle von Ben, Samu und auch Nicolas aus der Erfolgsspur gebracht. Das hat uns vor Weihnachten zurückgeworfen und ist jetzt im Nachgang schon ziemlich ärgerlich.“

Du warst mit dem Team zuletzt in Ljubljana auf Champions-League-Reise. Wie hast Du die Atmosphäre in der Mannschaft vor dem Finale wahrgenommen?
Niroomand: „Obwohl wir mit dem Punktverlust nach zwei Sätzen rechnerisch bereits ausgeschieden waren, hat das Team eine gute Mentalität bewiesen. Die erste Sechs war an diesem Tag nicht voll da, aber die Spieler von der Bank haben mit einem unheimlichen Ehrgeiz das Match gedreht. Georg hat sich ein besonderes Lob verdient. Auch Pierre und Moritz haben ihre Ärmel hochgekrempelt und stark gespielt. Und Ljubljana ist ganz gewiss keine internationale Laufkundschaft. Einen solchen 0:2-Rückstand auswärts in der Champions League zu drehen, ist eindrucksvoll und zeigt, dass es in der Mannschaft stimmt. Die Atmosphäre ist also positiv.“

War diese Steigerung gegen Ljubljana auch ein Fingerzeig für Mannheim?
Niroomand: „Wie sagt man im Sport so schön: Es ist ein neues Spiel. Und das stimmt auch wirklich. Ein Finale um einen Titel vor mehr als 10.000 Zuschauern kann man damit nicht vergleichen. Mit dieser Drucksituation umzugehen, ist eine ganz andere Herausforderung.“

Welche Bedeutung hätte ein fünfter Pokaltitel für den Verein?
Niroomand: „Die Strahlkraft eines Pokalfinals ist riesig. Es schafft Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und damit Reichweite. Beispielsweise durch die TV-Live-Übertragung auf SPORT1 am Sonntagnachmittag. Ein besseres Marketing kann man als Verein kaum bekommen, deshalb sind wir glücklich, nach drei Jahren wieder dabei sein zu dürfen. Es ist auch für den Verband und die Liga immer wieder ein Prestigeprojekt. Da hört man gern, dass der Zuschauerzuspruch erneut gut ist. Für unsere Fans ist der Standort sicher nicht ideal, aber dennoch machen sich wieder viele BR Volleys Anhänger auf den weiten Weg. Dies wissen wir sehr zu schätzen! Wenn wir dann noch am Ende den Pokal holen könnten, wäre das für alle von uns eine großartige Sache. Für viele Spieler wäre es der erste Pokalerfolg, für einige sogar der erste Titel überhaupt. Unsere Mannschaft hat das ehrgeizige Ziel, solange wie nur möglich in Deutschland unbesiegt zu bleiben. Das ist zusätzlicher Ansporn.“

Wie schätzt Du den Finalgegner aus Düren ein? In der Liga fehlte es der Mannschaft zuletzt an Konstanz.
Niroomand: „Düren wurde leider von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen. Viele, auch ich, hatten die Mannschaft vor der Saison für eine deutlich bessere Platzierung auf dem Zettel. Das hat aber für Sonntag nichts zu sagen, wenn man sich allein anschaut, wer dort für Düren alles auf dem Parkett steht. Dieses Team ist erfahren und wird ‚Sekt oder Selters‘ spielen. Wir müssen höllisch aufpassen!“

Hast Du noch einen besonderen Wunsch für Sonntag?
Niroomand: „Es wäre natürlich wunderbar, wenn wir pünktlich zu unserem nächsten Heimspiel am 15. März gegen Friedrichshafen ein neues Titelbanner in der Max-Schmeling-Halle enthüllen könnten.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier