Warmlaufen für die Playoffs

Bereits in fünf Tagen beginnt mit den Playoffs 2021 die heißeste Phase der Saison. Bevor die BR Volleys am 10. März mit einem Auswärtsspiel starten, wartet am Samstagabend (06. Mrz um 19.00 Uhr) noch der Hauptrundenabschluss gegen die WWK Volleys Herrsching auf den Hauptstadtclub. Zwar ist das Match gegen die Bayern für die Berliner tabellarisch nicht mehr relevant, doch in den drei Parallelpartien geht es spannend zu, denn dort wird der Viertelfinalgegner für Sergey Grankin & Co ermittelt.

Bereits früh zeichnete sich in dieser Saison ab, dass das Playoff-Rennen in der Volleyball Bundesliga bis zum letzten Spieltag außergewöhnlich spannend sein wird. Nun ist mit dem 06. März der Tag der Entscheidung gekommen. Im unteren Tabellenmittelfeld streiten sich Frankfurt (6. | 28 Pkt), KW-Bestensee (7. | 26 Pkt), Bühl (8. | 25 Pkt) und Giesen (9. | 24 Pkt) um den Einzug in und die Ausgangsposition für die Endrunde. Für eines der drei letztgenannten Teams wird die Spielzeit 2020/21 am Samstagabend beendet sein, wobei es sogar zu den direkten Duellen Bühl vs. Frankfurt sowie Giesen vs. Netzhoppers kommt. Weil die BR Volleys unabhängig von den morgigen Ergebnissen als Drittplatzierter in die Playoffs gehen werden, blickt man mit einem Auge auch in die anderen Arenen, wenn alle Spiele zeitgleich um 19.00 Uhr angepfiffen werden. Das Team, das als Sechster über die Ziellinie schreitet – es könnte mit aktuell 31 Pkt auch noch Lüneburg sein – treffen die Berliner schon vier Tage später.

Während es im Kampf um die letzten Playoff-Startplätze also kaum dramatischer zugehen könnte, hat sich der Kontrahent aus Herrsching mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spieltagen bereits in sichere Fahrwasser gebracht (34 Pkt). Die Mannschaft des zurzeit dienstältesten Trainers der Volleyball Bundesliga, Maximilian Hauser, hat vor dem Abschluss der Hauptrunde beste Chancen, Rang vier zu erreichen. Es wäre die bisher beste Platzierung des selbsternannten „Geilsten Clubs der Welt“ und zugleich würde das erstmals den Heimvorteil im Viertelfinale für die Männer vom Ammersee bedeuten.

Nachdem die BR Volleys am Donnerstagabend, 4. Mrz. gegen Itas Trentino mit einem 0:3 aus der Champions League ausgeschieden sind, will die Mannschaft von Trainer Cedric Enard nun zuhause gegen Herrsching wichtiges Selbstvertrauen für die Playoffs sammeln. Weil man nur 48 Stunden nach dem Match in Norditalien schon wieder auf den Court muss, stellt Enard das Prinzip „Rotation“ in Aussicht: „Einige, die zuletzt wenig gespielt haben, werden ihre Chance bekommen und gleichzeitig werden wir anderen eine Pause verschaffen. Nach dem enttäuschenden dritten Satz in Trento sollte jeder, der die Chance erhält, auch motiviert sein, es besser zu machen“, kündigt der Coach eine gezielte Belastungssteuerung an, denn der enge Terminkalender wird die BR Volleys in den kommenden Tagen enorm fordern. Kommt es nämlich in der „best-of-three“ Serie des Playoff-Viertelfinals nach den ersten beiden Duellen (am 10. Mrz auswärts und 16. Mrz zuhause) zu einem Entscheidungsspiel, würde dieses direkt am Folgetag stattfinden (17. Mrz zuhause). Doch zunächst einmal wird dafür am Samstag der Gegner ermittelt.


Experte für die Live-Übertragung auf sporttotal.tv ist dieses Mal wieder Georg Klein. Arenasprecher Karsten Holland und der ehemalige Berliner Mittelblocker werden ab 18.30 Uhr auf das Match einstimmen, bis dann Kommentator Peter Große gemeinsam mit Klein das Spiel begleiten wird. Fragen an die Beiden können, wie gewohnt, über den BR Volleys App-Chat gestellt werden.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Eisbären gewinnen Top-Spiel

Eisbären gewinnen in Bremerhaven Berlin das Top-Spiel der Gruppe Nord am 23. Spieltag der PENNY DEL Saison 2020/21 bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 5:1. Durch diesen Sieg verbessern die Eisbären ihren Punkteschnitt auf 2,05 und bleiben weiterhin Tabellenführer der Nord-Gruppe.

Im ersten Spielabschnitt gingen die Berliner durch Treffer von Leo Pföderl (10.) und Matt White (13./PP1) mit 2:0 in Führung. Die Berliner erhöhten im Mitteldrittel innerhalb von 140 Sekunden durch Tore von Sebastian Streu (22.), Haakon Hänelt (23.) und Zach Boychuk (25.) auf 5:0. Nachdem Bremerhaven in der 25. Spielminute den Torhüter wechselte, konnte Hilbrich (40.) kurz vor der Pause für Bremerhaven noch auf 1:5 verkürzen. Im Schlussabschnitt fiel dann kein weiterer Treffer. Für Eisbären-Stürmer Haakon Hänelt war es der Premieren-Treffer in der PENNY DEL. Nino Kinders Vorlage zu diesem Tor war zudem auch der erste Assist des jungen Stürmers in Deutschlands höchster Spielklasse.

Die Eisbären Berlin bestreiten bereits am Sonntag, den 7. März 2021 ihr nächstes Ligaspiel. Die Iserlohn Roosters sind zu Gast in der Mercedes-Benz Arena, Spielbeginn ist um 17:00 Uhr.

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): Das war ein herausragender Sieg. Wir waren von Beginn an da und haben sehr gut gespielt. Man sah, dass die Mannschaft den Kampf angenommen und Spaß am Spiel hatte. Unser jungen Spieler haben super gespielt und man hat gesehen, wie wichtig es ist, Tiefe im Kader zu haben. Es war ein Erfolg der gesamten Mannschaft, jeder hat hart gespielt. Wie in den letzten Partien haben wir gut gespielt, aber heute sind wir mehr vors Tor gegangen und haben viele Schüsse abgegeben. Ich freue mich über Haakon Hänelts erstes DEL-Tor und Sebastian Streu’s ersten Saisontreffer.

Sebastian Streu (Stürmer Eisbären Berlin): Wir hatten mit Bremerhaven noch eine Rechnung offen und haben heute unsere Qualitäten gezeigt. Das Drehbuch zu meinem Tor hier in der alten Heimat hätte nicht besser sein können. Auch, dass Parker Tuomie den Treffer vorbereitet hat. Es freut mich,dass ich meine Chance nutzen konnte. Das Zusammenspiel mit Parker Tuomie und Mark Olver funktioniert sehr gut. Gratulation auch an Haakon Hänelt zum ersten Tor und Nino Kinder zum ersten ersten Assist in der PENNY DEL.

Haakon Hänelt (Stürmer Eisbären Berlin):Das war eine starke Teamleistung. Auch nach dem Gegentor haben wir nicht nachgelassen. Das erste DEL-Tor erzielt zu haben, ist sehr befreiend. Ich hatte schon viele Chancen und jetzt hat es endlich geklappt.

Endergebnis:

Fischtown Pinguins Bremerhaven – Eisbären Berlin 1:5 (0:2, 1:3, 0:0)

Aufstellungen:

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Pöpperle (ab 25. Maxwell) Krogsgaard, S. Dietz; Eminger, Moore (C); Fortunus (A), Alber, Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, McGinn; Reisnecker, McMillan, Uher; Stowasser, Gläser, Hilbrich Trainer: Thomas Popiesch

Eisbären Berlin: Ancicka (Niederberger) Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C);McKiernan, Despres; Mik, Pföderl, Reichel, Noebels; Foucault; Boychuk, White; Tuomie, Streu, Olver; Kinder,Hänelt Trainer: Serge Aubin

Quelle: EHC Eisbären Berlin

BR Volleys – Aus im Champions-League Viertelfinale

Wie schon im Hinspiel boten die BR Volleys Itas Trentino zwei Sätze beherzt Paroli, doch erneut fehlten Kleinigkeiten, um den Drittplatzierten der italienischen Superliga entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Nach zwei Durchgängen mussten die Berliner am Donnerstagabend die Segel in der CEV Champions League streichen und unterlagen in der BLM Group Arena von Trento schließlich mit 0:3 (22:25, 21:25, 14:25).

Beide Mannschaften begegneten sich in unveränderter Startformation zum Hinspiel und die BR Volleys fanden sehr gut in dieses Auswärtsspiel. Sergey Grankin etablierte konsequent das schnelle Spiel über die Mitte und Fehler unterliefen den Berlinern nur am Aufschlag (3:3, 8:8). Nach gutem Service von Samuel Tuia erschmetterte Timothée Carle die erste Führung (12:11). Es war ein Auftaktsatz auf Augenhöhe (19:17, 21:23), in dem die Hauptstädter letztlich ihre Breakchancen nicht konsequent genug nutzten. Natürlich war es der schon im Hinspiel überragende Nimir Abdel-Aziz, der den ersten Satzball für die Italiener verwertete, nachdem dieser aufgrund eines nicht aufzuklärenden Drückduells zwischen Carle und Giannelli wiederholt wurde (22:25).

Auch in Satz zwei hielten die BR Volleys die Annahme stabil und zwangen nach einem Block von Tuia gegen Lucarelli Trentino zur Auszeit (11:8). Davon ließen sich die Gastgeber aber erneut nicht aus der Ruhe bringen und fingen den zehnmaligen Deutschen Meister pünktlich zur Crunchtime wieder ab (15:15, 20:20). Als Julian Zenger einen “Dankeball“ ins eigene Feld tropfen ließ (20:22) und wenig später mit der „Pancake-Abwehr“ deutlich unter dem Ball war, die BR Volleys aber keine Video-Challenge mehr zur Verfügung hatten, nahmen die Dinge ihren Lauf. Trentino setzte sich entscheidend ab (21:24) und wieder war es Topscorer (12 Punkte) und MVP Abdel-Aziz, der den zweiten Satz beendete (21:25). Durch das 1:3 im Hinspiel war damit der Halbfinaleinzug für Trentino perfekt. Im Anschluss wechselten beide Trainer nahezu komplett durch. Die Luft war deutlich raus aus der Begegnung, doch die zweite Formation von Trentino zeigte sich motivierter. Die BR Volleys hatten nun in veränderter Besetzung große Probleme in der Annahme (1:5, 10:16, 14:22) und den letzten Ball des Abends setzte Cody Kessel ins Aus (14:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Es war zwei Sätze lang ein gutes Spiel von beiden Seiten. Wir haben im Vergleich zum Hinspiel etwas zu viele Fehler am Aufschlag gemacht. Bei uns hat das letzte Quäntchen gefehlt, deshalb hat sich Trentino den Platz im Halbfinale verdient.“
Samuel Tuia: „Wir wussten, dass es heute wieder auf die Details ankommen wird. Aber diese haben wir eben nicht so umgesetzt, wie wir es gebraucht hätten. Genau diese Details machen allerdings den Unterschied auf diesem Niveau aus, wenn es um ein Halbfinale in der Champions League geht. Wir hatten mehrfach gute Chancen, um davonzuziehen, stattdessen haben wir mir kleinen Fehlern den psychologischen Vorteil abgegeben und Trentino aufgebaut. Das ist uns in den beiden ersten Sätzen so passiert und damit können wir ihnen nur zum Weiterkommen gratulieren und uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Kévin Le Roux, Renan Michelucci, Davy Moraes

Topscorer
Patch 8 Punkte | Tuia 7 Punkte, 71 % Angriffsquote | Éder 7 Punkte, 100 % Angriffsquote

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Sieg um 14 Sekunden verpasst

Wasserfreunde Spandau – Olympiacos Piraeus 8:8 – 2:3,3:0,2:4,1:1 –

Wasserball-Rekordmeister Spandau 04 hat sich beim zweiten „Blasen“-Turnier der Champions League-Hauptrundengruppe A in Ostia im vierten Match binnen vier Tagen am Donnerstagabend gegen Olympiacos Piräus mit einer erneut starken Leistung verabschiedet. Das 8:8 (2:3,3:0,2:4,1:1) gegen den CL-Gewinner und Finalisten von 2018 und 2019 war hochverdient. Erst 14 Sekunden vor dem Abpfiff erzielten die Griechen den Ausgleich. Spandau kann damit beim zweiten A-Gruppen-Turnier gegen die erstklassige Konkurrenz eine sehr gute Bilanz von einem Sieg (12:6 gegen Ortigia), zwei Remis (7:7 gegen Marseille und 8:8 gegen Piräus) und eine knappe Niederlage gegen 2016-CL-Gewinner Jug Dubrovnik (10:12) aufweisen. „Das hat uns wohl kaum jemand vor dem Turnier zugetraut. Es war ein wichtiges Erlebnis für das eigene Selbstgefühl. Wir können also doch noch Wasserball spielen, kommentierte Trainer Petar Kovacevic.

In der Tabelle der Gruppe bleibt Spandau mit sieben Punkten zwar gleichauf mit CN Marseille Fünfter von sechs Teams, hat aber den Dritten Piräus (10) vor dem abschließenden Turnier im April wiederum in Ostia (Spieltage 8 bis 10) im Blick. Danach ziehen die Top 4 des Sextetts ins Final 8 Anfang Juni in Hannover. Die Partie gegen Piräus verlief wechselhaft, aber mit zunehmender Spielzeit hatten die Berliner mehr und mehr das Momentum auf ihrer Seite. Olympiacos führte zu Beginn 2:0, doch Spandau glich aus und drehte das Match bis zur Pause auf 5:3. Zu Beginn das dritten Viertels gelang Denis Strelezkij sogar das 6:3, doch dann folgte ein 4:0-Lauf der Griechen zum 7:6 kurz vor Ende des dritten Abschnitts. Der vierfache Spandau-Torschütze Nikola Dedovic glich zum 7:7 aus.

Im Schlußviertel gelang Lucas Gielen vier Minuten vor Ultimo das 8:7, doch der US-Amerikaner Hannes Peter Daube in Diensten von Piräus verhinderte 14 Sekunden vor dem Ende den Spandauer Sieg. „Schade, ein Erfolg wäre ein schöner Schlußpunkt für unsere Auftritte gewesen, bei denen wir uns fast von Spiel zu Spiel gesteigert haben. Das macht Mut“, blickte Petar Kovacevic voraus.

Champions League 2020/2021 Turnier 2, Gruppe A

Ergebnisse Wasserfreunde Spandau 04

03.03.2021 Wasserfreunde Spandau – Jug Dubrovnik 10:12 – 3:3,2:3,2:3,3:3

02.03.2021 Wasserfreunde Spandau – CC Ortigia 12:64:2,4:1,2:3,2:0

01.03.2021 Wasserfreunde Spandau – CN Marseille 7:7

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Overtime Sieg für die Bären aus Wolfsburg

In der diesjährigen Eishockeysaison wird an jedem Wochentag Eishockey gespielt. Da ja keine Konzerte stattfinden können, gehört die MB-Arena ganz dem Sport. So spielten am Montagabend, am 1. März die Eisbären gegen die Grizzlys aus Wolfsburg. Leider wieder ohne Zuschauer, nur vor einer kleinen Journalistenschar und die halfen vielleicht mit, dass zukünftig wieder ein paar Fans in die Halle dürfen. Alle Rund um das Spiel Beteiligten wurden probehalber mit einem Abstandswarner ausgerüstet. Wenn es geholfen hat, es wäre schön !

Das Spiel bot im Anfangsdrittel gutes Eishockey. Es fehlten nur die Tore. Inzwischen stehen einige Verletzte bei den Eisbären auf der Liste. Bei den Eisbären feierte Simon Despres seinen Einstand und spielte mit Ryan McKiernan in der ersten Verteidigungsreihe, zusammen mit Youngster Haakon Hänelt, der in der ersten Sturmreihe zu Einsatz kam. Sicherlich eine Maßnahme aufgrund der eingangs erwähnten Verletzten. Das Auslassen der Torchancen im 1. Drittel sollte sich rächen. Im Mittelabschnitt schlugen die Grizzlys zu. In der 23. Minute durch Anthony Rech und gleich mit der ersten Überzahl erhöhten die Gäste vom Mittelland-Kanal auf 2:0, der Torschütze war Gerrit Festerling. Das waren Wirkungstreffer. Es dauerte bis zur 38. Minute, da nutzten die Eisbären ihre erste Überzahl für den Anschlusstreffer.

Simon Després – sein erstes Spiel für die Eisbären © Foto Hans-Peter Becker

In der 44. Minute gelang den Eisbären der Ausgleich. Jonas Müller konnte abstauben und einen zunächst abgewehrten Puck ins Tor befördern, nach dem Motto, aus dem Hintergrund müsste Müller schießen. Sie hatten sich zurückgekämpft. Für einen Siegtreffer in der regulären Spielzeit reichte es nicht mehr.

In der Overtime nahmen die Eisbären eine Auszeit. Der Grund war eine Strafe für die Grizzlys und da sieht die Regel vor, dass mit vier gegen drei weitergespielt wird. Der Strafen in der Overtime waren noch nicht genug. Die Unparteiischen stellten noch je einen Spieler pro Mannschaft vom Eis. Es wurde handgreiflich. Das glückliche und emotionale Ende hatten die Grizzlys für sich. Marcel Noebels vertändelte den Puck und Pekka Jormakka, einer der Sünder in der Overtime, ging allein auf Mathias Niederberger zu und entschied das Spiel. Gegen seinen platzierten Flachschuss hatte der Goalie keine Chance.

Die Eisbären reisen am Donnerstag, 4. März nach Bremerhaven und spielen am Sonntag darauf in der heimischen Arena gegen die Iserlohn Roosters.

Hans-Peter Becker

Stimmen:

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden, aber unser Einsatz hat mir gefallen. Im ersten Drittel hatten wir gute Chancen, konnten daraus aber leider kein Kapital schlagen. Im Mitteldrittel wurde Wolfsburg deutlich stärker und konnte mit zwei Toren in Führung gehen. Mit ihrer starken Verteidigung haben sie uns das Leben schwergemacht. Unser Powerplay hat uns dann zurück ins Spiel gebracht, sodass wir uns im Schlussabschnitt auch deutlich mehr Chancen erarbeiten konnten. Chet Pickard hat heute wieder sehr gut gehalten. In der Verlängerung konnten wir unser Powerplay leider nicht nutzen. Aber auch aus diesem Spiel können wir einiges Positives mitnehmen.“

Simon Després (Verteidiger Eisbären Berlin): „Die Mannschaft hat ihren Charakter gezeigt, als wir uns nach dem 0:2-Rückstand wieder zurückgekämpft haben. Wir hatten auch noch Chancen, das Spiel zu gewinnen, aber Respekt an Wolfsburgs Torhüter. Er hat sehr gut gespielt heute und einige großartige Paraden gezeigt. Trotz der Niederlage habe ich aber viele gute Dinge gesehen, darauf müssen wir aufbauen. Wir sind eine gefährliche Mannschaft und ich bin stolz, ein Teil von ihr zu sein. Ich habe mich sehr gut gefühlt. Vielen Dank an meine Teamkollegen, sie haben super gespielt und es mir so leichtgemacht.“

Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Schade, dass wir verloren haben. Wir haben auch heute wieder gute Chancen raus gespielt und auch im Powerplay konnten wir wieder treffen. Es ist ärgerlich, dass wir in der Verlängerung keinen Treffer erzielen konnten. Im Großen und Ganzen haben wir ganz gut gespielt und wir haben nicht besonders viele Chancen zugelassen. Auch bei Rückständen sind wir in der Lage, uns ins Spiel zurückzukämpfen. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir die Spiele dann auch noch gewinnen.“

DEL

22. Spieltag 01.03.2021 20:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 2:3 OT (0:0/1:2/1:0/0:1)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) – McKiernan, Després; Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); Mik – White, Boychuk, Hänelt; Foucault, Olver, Tuomie; Pföderl, Reichel, Noebels; Dietz, Streu, Kinder – Trainer: Serge Aubin

Grizzlys Wolfsburg: Pickard (Strahlmeier) – Likens, Melchiori; Bittner, Button; Bruggisser, Möser; Adam – Machacek, Festerling, Fauser; Hungerecker, Nijenhuis, Busch; Görtz, Järvinen, Furchner (C); Jormakka, Olimb, Rech – Trainer: Pat Cortina

Torfolge:

0:1 – 22:14 – Rech (Jormakka, Olimb) – EQ
0:2 – 28:01 – Festerling (Melchiori, Rech) – PP1
1:2 – 37:17 – Boychuk (Reichel, Noebels) – PP1
2:2 – 43:37 – Müller (Pföderl, Reichel) – EQ
2:3 – 64:12 – Jormakka -EQ

Strafen:

Eisbären Berlin: 4 (0, 2, 0, 2) Minuten –
Grizzlys Wolfsburg: 10 (0, 4, 2, 4) Minuten

Schiedsrichter:

Aleksi Rantala, Christopher Schadewaldt (Wayne Gerth, Jonas Merten)

Wasserfreunde – vier Spiele in vier Tagen

In den vergangenen Wochen war Wasserball in den Medien so präsent wie seit Jahren nicht. Deutschlands Nationalteam versuchte beim Qualifikationsturnier in Rotterdam, eines der drei dort ausgespielten Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer zu ergattern. Leider scheiterte das Team mit fünf Vorrunden-Niederlagen in fünf Spielen und dem Platz 11 unter elf Teilnehmern. Daran beteiligt war auch ein halbes Dutzend Spieler der Wasserfreunde Spandau 04. Nach 2000, 2012 und 2016 nimmt das DSV-Nationalteam nun bereits zum vierten Mal in diesem Jahrtausend nicht an der Olympiade teil.

Das Team von Spandau 04 geht nun neue Ziele an: Ab dem 1. März nimmt das Team am zweiten „Blasen“-Turnier der Champions-League-Hauptrundengruppe A im italienischen Ostia mit vier Spielen an vier Tagen teil. Die Gegner dort sind laut Manager Peter Röhle „hammerstark! Auch die Teams wie Marseille und Ortigia, die noch nicht den ganz großen Namen haben, sind eminent stark besetzt“. Und Peter Röhle wiederholt, was er schon vor dem ersten Turnier Mitte Dezember gesagt hatte: „Das Wichtigste ist, dass wir zeigen, dass es uns noch gibt!“

Während des ersten „Bubble“-Turniers in Ostia mussten die Berliner drei Niederlagen hinnehmen: gegen Jug Dubrovnik (7:13), gegen Olympiacos Piräus (9:13) und gegen Pro Recco Genua (6:19). So wird mit Sicherheit auch dieses Turnier ein sportlicher Härtetest.

Spandau geht auch ins zweite Hauptrunden-Turnier als klarer Außenseiter, will aber zumindest in den beiden Auftaktpartien gegen Marseille und Italiens Aufsteiger Ortigia energisch dagegenhalten und seine Chance nutzen. Die Berliner können bis auf den erkrankten Franzosen Remi Saudadier und den montenegrinischen Nationalspieler Stefan Pjesivac (Trainingsrückstand) ihr bestes Team aufbieten.

Anschließend steht im April (19. – 22.4.21) ebenfalls in Ostia das dritte Turnier der Hauptrunde mit Partien gegen Genua, Marseille und Ortigia auf dem Programm. Nach dem coronabedingt modifizierten CL-Modus treffen in beiden Hauptrundengruppen alle Teams zweimal aufeinander (einmal quasi als Gastgeber, einmal als Gast) und ermitteln die vier Besten für das Final 8 Anfang Juni in Hannover.

Fortsetzung der Champions League

Vier Spiele in vier Tagen Hauptrunde das 2. von drei Turnieren der Gruppe A in Ostia, Italien, mit folgenden Spielen:

1.3.21, 15:15 Uhr: Spandau 04 – CN Marseille

2.3.21, 15:15 Uhr: Spandau 04 – CC Ortigia/Italien

3.3.21, 17:45 Uhr: Spandau 04 – Jug Dubrovnik

4.3.21, 17:45 Uhr: Spandau 04 – Olympiacos Piräus

Spielort: Centro Federale Ostia Via delle Quinqueremi 100, 00122 Roma

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04

Ein glücklicher Punkt für die Eisernen und wieder nichts für Hertha

Am Samstag, 27. Februar 2021 verließen die Hertha-Profis mit einer 0:2 Niederlage den Rasen in Wolfsburg. Der VfL war seit 2015 so etwas wie ein Auswärts-Lieblingsgegner. Ein Punkt war immer drin, die letzte Niederlage datierte vom 19. September 2015. Es war der 9. Spieltag der Saison 2015/16, Hertha verlor nach zwei Treffern von Bas Dost mit 0:2 und der Trainer der Hertha hieß Pal Dardai. Eine Überschrift hieß damals „Hertha im Pech“ und genau das wiederholte sich knapp fünfeinhalb Jahre später. Hertha spielte so gut wie es gerade können und Wolfsburg schoss die Tore, wieder genau zwei. Das erste war ein Eigentor, sieht immer blöd aus. Einer der schnellsten Innenverteidiger der Liga, Lucas Klünter kam zu spät oder zu früh, egal Ridle Baku konnte flanken und das unbedrängt, da war es passiert. Wolfsburg hatte bis dahin, immerhin waren bereits 37 Minuten gespielt, nicht einmal auf das Hertha Tor geschossen. Der Fußballphilosoph kann da nur sagen, „haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Hertha traf nicht und kassierte folgerichtig einen weiteren Treffer in der 89. Minute. Deckel darauf und Pal Dardai musste, wie 2015, dem gegnerischen Trainer zum Sieg gratulieren. Abstiegskampf ist jetzt angesagt, mit Kratzen und Beißen, 11 Drecksäcke müsst ihr sein. Geht das mit diesem Kader oder beantragen Dardai und „Zecke“ Neuendorf eine Spielgenehmigung für sich. Spaß beiseite, jetzt kommt ein Gegner auf Abstiegskandidaten-Augenhöhe, gegen Augsburg wird ein Dreier fast zur Pflicht.

Es wird immer enger und dazu kommt Verletzungspech. Da zieht eine düstere Vorahnung auf am Horizont. Ausgerechnet zusammen mit Schalke 04 könnte man absteigen aus der Bundesliga, das Höchste der Höchststrafen für den Hertha-Fan. Würden die Königsblauen nicht gerade die Schlagzeilen beherrschen, wäre wohl die „Alte Dame“ am Pranger. Da wurden bis jetzt mal so richtig ein paar Millionen verknallt.

Bei Eisernen gab es nicht zu verknallen. Da wird solide Hausmannskost gekonnt und manchmal glücklich zu Punkten verarbeitet. Gegen die TSG Hoffenheim reichte es zu einem Punkt, mehr war diesmal nicht drin. Nach einer guten Anfangsphase kam nicht mehr. Max Kruse verwandelte einen Strafstoß und mehr war nicht. Die Eisernen gewannen nicht ein Mal die Laufwertung und profitierten von der Abschlussschwäche der Hoffenheimer. In der Tabelle haben sie jetzt 16 Punkte Vorsprung vor dem Ortsrivalen. Die Fußballnostalgiker wird das freuen.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren im Spitzenspiel in Bremerhaven

Die Eisbären Berlin haben das Spitzenspiel der Gruppe Nord am 21. Spieltag der PENNY DEL Saison 2020/21 bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven verloren. Tabellenführer Berlin unterlag den Norddeutschen mit 3:5. Trotz dieser Niederlage bleiben die Eisbären mit einem Punktequotienten von 2,05 an der Spitze der Nord-Gruppe.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start und gingen durch McMillan (9./PP1) im Powerplay in Führung. Zach Boychuk (12./PP1) glich jedoch kurze Zeit später für die Berliner aus, ebenfalls mit einem Mann mehr auf dem Eis. Im Mitteldrittel zog Bremerhaven innerhalb von 195 Sekunden durch Urbas (30.), Fortunus (31.) und abermals McMillan (33.) auf 4:1 davon und Tobias Ancicka ersetzte Mathiass Niederberger im Tor der Eisbären. Jonas Müller (53.) und Leo Pföderl (58.) verkürzten im Schlussabschnitt noch auf 3:4 aus Berliner Sicht. Andersen (59./EN) traf jedoch ins leere Berliner Tor zum 5:3-Endstand.

Für Eisbär Parker Tuomie war es eine Rückkehr an die Stätte, wo er einst das Eishockey Einmaleins erlernte. Sein erstes Spiel als Profi in Bremerhaven. „Ich bin dort aufgewachsen und haben dort das Eishockey lieben gelernt. Das kann man nicht abschalten“, sagt der Stürmer der Eisbären Berlin.

Leider konnte Eisbär Giovanni Fiore das Spiel nicht beenden. Er krachte nach einem Check unglücklich in die Bande. Bleibt zu hoffen, dass er nicht länger ausfällt.

Die Eisbären Berlin treten am Montag, den 1. März 2021 zu ihrer nächsten Partie in der PENNY DEL an, wenn die Grizzlys Wolfsburg in der Bundeshauptstadt gastieren. Spielbeginn in der Mercedes-Benz Arena ist um 20:30 Uhr

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Natürlich bin ich enttäuscht. Im ersten Drittel war es noch ziemlich ausgeglichen. Wir haben das Spiel dann im Mitteldrittel verloren. Drei Gegentore in so kurzer Zeit zu kassieren, ist nicht zu akzeptieren. Wir haben uns im Schlussabschnitt aber noch einmal gewehrt und versucht zurückzukommen. Leider hat es aber nicht mehr gereicht. Tobias Ancicka hat gezeigt, dass wir jederzeit auf ihn setzen können. Wir haben zwei sehr gute Torhüter.“

Kai Wissmann (Verteidiger Eisbären Berlin): „Das zweite Drittel war spielentscheidend. Da haben wir zu viele Zweikämpfe und Laufduelle verloren. Bremerhaven hat die neutrale Zone gut zugemacht, da haben wir keinen Weg durchgefunden. Nach Puckverlusten hatten sie dann einige 3 gegen 2 Situationen, in denen unser dritter Mann hinten fehlte. Im Schlussdrittel haben wir noch einmal alles versucht, aber die Zeit hat leider nicht mehr gereicht. Dass wir nicht aufgegeben haben, zeigt, dass der Charakter in der Mannschaft stimmt. Aber wir müssen unser Spiel über die gesamte Spielzeit spielen.“

Lukas Reichel (Stürmer Eisbären Berlin): „Die ersten beiden Drittel haben wir nicht zu unserem System gefunden und etwas wild gespielt. Wir hätten einfacher spielen müssen. Im letzten Drittel haben wir dann noch einmal alles versucht. Im nächsten Spiel müssen wir von Anfang da sein.“

Spieldaten

DEL 21. Spieltag 26.02.2021 18:30 Uhr Eisarena Bremerhaven

Fischtown Pinguins Bremerhaven – Eisbären Berlin 5:3 (1:1, 3:0, 1:2)

Aufstellungen:

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Maxwell (Pöpperle) – Krogsgaard, S. Dietz; Eminger, Moore; Fortunus, Alber – Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, McGinn; Hilbrich, McMillan, Uher; Stowasser, Gläser, Reisnecker – Trainer: Thomas Popiesch

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka/33.) – Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); McKiernan, Mik – Pföderl, Reichel, Noebels; Fiore; Boychuk, White; Foucault, Olver, Tuomie; F. Dietz, Streu, Hänelt – Trainer: Serge Aubin

Torfolge
1:0 – 08:55 – McMillan (Friesen, Fortunus) – PP1
1:1 – 11:00 – Boychuk (Pföderl, Reichel)-PP1
2:1 – 29:04 – Urbas (Jeglic, Verlic) – EQ
3:1 – 30:26 – Fortunus (Urbas, Krogsgaard) – EQ
4:1 – 32:19 – McMillan (Uher, Krogsgaard) – EQ
4:2 – 52:06 – Müller (Noebels, Pföderl) – EQ
4:3 – 57:05 – Pföderl (Ramage, Noebels) – 6-5
5:3 – 58:32 – Andersen (Friesen, McGinn) – EQ/EN

Strafen:
Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (6, 2, 2) Minuten – Eisbären Berlin: 12 (6, 4, 2) Minuten

Schiedsrichter:
Marc Iwert, Andre Schrader (Andreas Kowert, Jonas Merten)

Quelle: EHC Eisbären/Hans-Peter Becker

Offener Brief des BFV Präsidenten

„Ich glaube, wir können nicht mehr, aber wir können auch nicht einfach aufmachen“, sagte Tübingens Oberbürgermeister am Donnerstag, 25. Feb. im Fernsehen. Die Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, soll durch vor allem durch Verbote und Vorgaben des Staates gelöst werden. Eigenständiges, verantwortungsbewusstes handeln der Staatsbürger ist nicht gefragt.

BFV-Präsident Bernd Schultz beginnt seinen Brief, gerichtet an den Regierenden Bürgermeister und den für Sport zuständigen Senator mit einem eindringlichen Appell. „Im Namen der über 170.000 Mitglieder des Berliner Fußball-Verbandes bitte ich Sie, den Fußballerinnen und Fußballern der Hauptstadt eine Perspektive zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes aufzuzeigen und damit die sportliche Betätigung in den rund 400 Berliner Fußballvereinen als Teil der Lösung zur Bewältigung der Pandemie zu verstehen.“

Etwas weiter heißt es, „Nach den vielen Monaten ohne Sportbetrieb in den Berliner Vereinen wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn nunmehr die Verantwortlichen im Senat von Berlin den vielen Sportlerinnen und Sportlern eine Rückkehr zum Breitensport ermöglichen würden. Daher werbe ich bei Ihnen, die Infektionsschutzverordnung im Land Berlin im ersten Schritt wieder auf die Regelung vor dem harten „Lockdown“ zurückzuführen und somit Kindern im Alter bis 12 Jahren die Rückkehr in 10er Gruppen zum Training ab dem 8. März 2021 zu ermöglichen, ggf. auch ohne die Nutzung von Kabinen/Duschen.“

  • Öffnungsschritt 1: Training bis 12 Jahre in 10er Gruppen (ab 8. März 2021)
  • Öffnungsschritt 2: Training für alle Vereinsmitglieder in 10er Gruppen
  • Öffnungsschritt 3: Training in Mannschaftsstärke (30er Gruppen)
  • Öffnungsschritt 4: Rückkehr zum Wettkampf/-Spielbetrieb.

Aufgrund der nachgewiesen sehr geringen und zudem sehr kurzen Kontakte beim Fußballspielen ist dabei ein kontaktloser Einstieg in den Trainingsbetrieb ausdrücklich nicht erforderlich, d.h., es sollte sofort ohne Kontakt-Einschränkungen trainiert werden dürfen.

Dem Schreiben angehängt ist eine aktuelle Untersuchung derUniversität des Saarlandes und der Universität Basel (Zeitraum: August bis Dezember 2020), die den Nachweis erbringt, dass beim Fußball nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

„Fußball sollte aus Infektionssicht daher als „Sportart mit kurzen, sporadischen Kontakten“ und nicht als „Kontaktsportart“ klassifiziert werden. Eine Re-Start kann von Beginn an mit Spielformen, die Körperkontakt beinhalten, durchgeführt werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband/Hans-Peter Becker

BR Volleys verlängern mit Benjamin Patch

Benjamin Patch liebt Berlin und die BR Volleys Fans lieben Benjamin Patch. Daher dürfte diese Nachricht die Herzen aller höherschlagen lassen: Der US-Amerikaner verlängert seinen Kontrakt beim zehnmaligen Deutschen Meister um weitere drei Jahre bis 2024. Seine Beweggründe für eine Vertragsverlängerung mit Signalwirkung für den Hauptstadtclub und die gesamte Volleyball Bundesliga erklärt der 26-jährige Diagonalangreifer, der seit der Saison 18/19 das Berliner Trikot trägt, im Interview:

Ben, drei Jahre spielst Du schon für die BR Volleys, drei weitere kommen nun hinzu. Ist Dir bewusst, dass Du damit in den Kreis echter Vereinsikonen vorstoßen dürftest?
Benjamin Patch: Haha, darüber habe ich bislang nicht nachgedacht. Bis zum „Hall of Famer“ muss ich aber wohl erst noch ein bisschen Leistung bringen. Ich glaube, die Vertragsverlängerung zeigt in erster Linie, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich der Verein zugleich mit mir ist. Diese Wertschätzung ist schlicht großartig. Ich habe hier starke Beziehungen aufgebaut – sei es zu den Mitarbeitern, den Teamkollegen oder unseren Fans. Die gesamte Organisation steht hinter mir, genauso wie ich bin. Ich freue mich einfach, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und hier etwas Großes aufzubauen. Ich will nicht nur auf dem Court meinen Beitrag zu diesem dynamischen Projekt leisten, sondern auch im Umfeld des Clubs etwas bewirken. Ich will dazu beitragen, dass die BR Volleys noch attraktiver, noch aufregender und noch bekannter werden.

Drei Jahre sind im Volleyball eine lange Zeit. Was hat Dich zu der langfristigen Bindung bewogen?
Patch: Weil Kaweh Niroomand mit seinen Worten einfach überzeugend ist (lacht). Spaß beiseite, Berlin ist für mich zur Heimat geworden. Ich fühlte mich in meinem Leben nie besser, als ich es hier tue. Die Stadt ist bestimmt auch nicht der einfachste Ort zum Leben. Es herrscht ständiger Wandel, es gibt so viel zu tun und zu lernen. Aber genau das passt zu mir. Was mich hier hält, ist auch alles, für das unser Verein steht und in Zukunft stehen möchte. Das ist mir wichtiger als Geld oder in einem Team aus Superstars zu spielen – nicht, dass wir nicht überragende Spieler in unserer Mannschaft hätten! Wenn ich eines Tages sterbe, möchte ich in allen Lebensbereichen ein Teil von etwas Bedeutsamem sein. Genau das spüre ich hier. Mir ist wichtiger, der beste Mensch zu werden, der ich sein kann, als der beste Sportler. Wenn mir irgendwo jedoch das eine wie das andere gelingen kann, dann hier!

Du bist ein Kreativkopf und Künstler, arbeitest abseits des Volleyballs an vielen Projekten. Würdest Du sagen, Du bringst all das inzwischen besser zusammen, um auch Deine sportliche Bestleistung zeigen zu können?
Patch: Man lernt immer dazu, aber es war auch früher nicht das Problem, dass ich zu viel gemacht habe. Es lag eher an mir selbst. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob Leute dadurch von mir denken, mein Fokus läge nicht auf dem Sport. Manche glauben bestimmt, ich tanze fröhlich durch mein Leben und nehme die Dinge nicht ernst genug. Aber es gibt vieles, dass die Menschen nicht über mich wissen. Nur weil ich vielleicht eine gewisse Lockerheit ausstrahle, bedeutet das nicht, dass ich nicht fokussiert bin. Ich bin sogar sehr fokussiert. Darum traue ich mir eben auch zu, verschiedene Dinge gleichzeitig zu machen.

Dein erstes Jahr in Europa bei Tonno Callipo Vibo Valentia (ITA) war für Dich nicht einfach. Ist Dir genau das dort noch nicht gelungen?
Patch: Ich funktioniere nur, wenn ich viel zu tun habe. Das war dort nicht der Fall und das hat mich blockiert, auch auf dem Spielfeld. Ich brauche einen kreativen Ausgleich, um in allen Bereichen meines Lebens gut zu sein. Deshalb war mein Wechsel zu den BR Volleys ein Glücksfall. Dabei war es hier zu Beginn ebenfalls nicht einfach. Unsere Fans wissen das. Ich habe in meinem ersten Jahr nicht so gespielt, wie ich es heute tue. Ich war 23 Jahre jung. Man glaubt zu jeder Lebensphase, dass man sich selbst gut kennt. Aber vieles wird einem erst in der Draufsicht oder im Rückblick bewusst. Meine Debütsaison in Berlin war ein Reifeprozess für mich und am Ende gab es diesen enorm wertvollen Impuls mit dem Gewinn der Meisterschaft 2019. Nach diesem Sommer kam ich zurück und war eine bessere Version meiner selbst. Das hat man in meiner zweiten Saison gesehen, glaube ich.

Welche Rolle spielt Deine Beziehung zu Kaweh Niroomand bei diesem Prozess?
Patch: Ich mag Kaweh einfach. Ganz unabhängig davon, wo jemand herkommt oder was er macht, begegne ich jedem mit Respekt. Es liegt an der Person, ob sie sich diesen erhalten kann. Vor Kaweh habe ich höchsten Respekt. Er ist nicht einfach, er kann auch hart sein, aber er ist stets verlässlich und konsequent. Das schätze ich an ihm. Man weiß, was man von ihm bekommt, genauso wie man weiß, was man von mir bekommt. Ich hatte hier auch meine schwierigen Momente, in denen er mir geholfen hat. Dann sind wir gemeinsam einen Kaffee trinken gegangen und haben offen geredet. Kaweh stärkt mir den Rücken und hat auch jetzt im Zuge der Vertragsverlängerung deutlich gemacht, dass der Verein langfristig an mich glaubt.

Was steht abseits des Spielfeldes als nächstes an?
Patch: Der Club und ich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt, das von den Fans und Partnern hoffentlich gut angenommen wird. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es hat natürlich etwas mit Kunst zu tun. Ich hoffe, dass wir damit zeitnah starten können.

Was sind Deine sportlichen Ziele in den kommenden Jahren?
Patch: Erst einmal muss man festhalten: Die letzte Spielzeit war bis zu deren abrupten und bitteren Abbruch ein Traum. Dass es nicht immer derartig perfekt laufen kann, hätte jeder vorher wissen können. Die aktuelle Saison ist wesentlich schwieriger. Wir mussten mit einer Verletzungsmisere kämpfen, bei der wir alle sicher auch Fehler gemacht haben. Aber wir wollen und werden daraus lernen. Unsere Mannschaft ist gut und wir können auch in diesem schweren Jahr zusammen noch etwas erreichen. Natürlich will ich mit Team USA zu Olympia und dort möglichst eine wichtige Rolle spielen. Im Sommer darauf brauche ich vielleicht mal etwas mehr Zeit für mich und mache eine Nationalmannschaftspause. Hier in Berlin will ich auch in Zukunft mein Bestes für den Verein geben und vielleicht irgendwann mal mit den BR Volleys im Champions League Finale stehen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier