BR Volleys erzwingen Entscheidungsspiel in Friedrichshafen

Comeback zum Finalausgleich! 7.895 Zuschauer in einer prallgefüllten Max-Schmeling-Halle erlebten am Mittwochabend, wie die Berlin Recycling Volleys mit einem 3:1-Heimerfolg (24:26, 25:23, 25:16, 25:21) gegen den VfB Friedrichshafen die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft ausglichen. Dabei drehten die Hauptstädter, angetrieben vom lautstarken Publikum, einen 0:1-Satzrückstand und machten so MVP Felix Fischer in seinem letzten Heimspiel überglücklich. Nun tritt das BR Volleys Team am Sonntagnachmittag (07. Mai um 14.30 Uhr) zur Entscheidung um den letzten Titel der Saison in der ZF-Arena am Bodensee an.

Manager Kaweh Niroomand Wie entscheidet er in der Trainerfrage ?

Roberto Serniotti setzte in diesem zweiten Finalspiel auf eine deutsche Gruppe in der Startformation. Neben dem Urgestein Fischer begannen Ruben Schott, Robert Kromm sowie Sebastian Kühner und wurden durch Paul Carroll, Graham Vigrass und Luke Perry ergänzt.

Der VfB erwischte die Gastgeber zunächst auf dem völlig falschen Fuß (0:4), aber nach einer frühen Auszeit von Serniotti und einem krachenden Vigrass-Block waren die Berliner im Spiel angekommen (4:4). Fortan begegneten sich beide Mannschaften auf absoluter Augenhöhe, wobei die Hauptstädter stets einem Punkt hinterherliefen (7:8, 15:16). Das langersehnte Break verbuchten die BR Volleys durch Carroll (23:22). Somit gehörte der erste Satzball – wie schon so oft in dieser Saison – Kromm & Co. Allerdings wurde dieser – wie schon so oft in dieser Saison – von den Häflern nervenstark abgewehrt und der einzige Block der Gäste im ersten Satz ließ das Momentum kippen. Das aus den bisherigen Duellen dieser Saison bekannte Muster trat ein: Der Belgier Rousseaux schlug den BR Volles Block zum Satzgewinn für Friedrichshafen an (24:26).

Die Hausherren brauchten einige Minuten, um diesen bitteren Verlauf des ersten Satzes zu verarbeiten. Das nutzte Friedrichshafen erneut zur frühen Führung (2:5). Die Wende kam mit der Einwechslung von Zuspieler Tsimafei Zhukouski. Erst konnten die Berliner mit seinem Service ausgleichen (8:8), dann drehten sie richtig auf. Carroll mit dem ersten Break, dazu ein Ass von Kromm und ein Block von Schott rissen die Fans von den Tribünen (18:14). Als die BR Volleys scheinbar souverän dem Satzausgleich entgegensteuerten, wurde die Atmosphäre im Volleyballtempel endgültig hitzig. Eine strittige Szene wurde zugunsten der Häfler ausgelegt (22:21) und Coach Serniotti, der mit der Entscheidung keinesfalls einverstanden war, sah die rote Karte, was den Ausgleich zur Folge hatte (22:22). Doch im entscheidenden Moment griff der Doppelblock mit Fischer und Zhukouski zu (24:22). Kocian kam zum Aufschlag und setzte diesen zur Freude der fast 8.000 Zuschauer ins Netz (25:23).

Zwar erwischte Friedrichshafen auch im dritten Satz den besseren Start (6:8), aber die Berliner versprühten nun den Glauben an die eigene Stärke. Mit der nächsten Aufschlagserie von Zhukouski drehten die Männer in Orange das Ergebnis (11:9) und spielten sich phasenweise in einen Rausch (16:14). Lediglich zwei Punkte gab der Hauptstadtclub in diesem Durchgang noch ab. Mit einen weiterhin bestens aufgelegten Zhukouski sowie einem in dieser Phase überragenden Schott brannte nichts mehr an (22:15, 24:16). Vigrass veredelte zum Satzgewinn (25:16).

Die BR Volleys agierten in der Folgezeit stabil und profitierten von ungewohnt häufigen Fehlern der Heynen-Truppe (8:6). Schon sehr früh hatte der VfB-Trainer seine Auszeiten aufgebraucht und die Berliner drückten permanent mit Schnellangriffen über Fischer und Vigrass auf das Tempo (16:12). Kurzzeitig keimte Hoffnung bei den 50 mitgereisten und ebenfalls stimmungsvollen Häfler-Fans auf, denn der VfB konnte den Rückstand verkürzen (18:16). Carroll bewies jedoch Nervenstärke und verwandelte mehrfach aus schwieriger Position, so blieb der Deutsche Meister auf der Siegerstraße. Ein Fischer-Block brachte den Volleyballtempel fast zur Explosion (22:18). Die Zuschauer erhoben sich von ihren Rängen, bis Schott zum Matchgewinn und Ausgleich in der Finalserie vollstreckte (25:21).

Ein sichtlich berührter MVP Felix Fischer freute sich über das gelungene letzte Heimspiel seiner Karriere und den Ausgleich in der Finalserie: „Es war ein fast perfekter Abend. Ich bin glücklich, mit diesem Match meine Heimspiel-Karriere beendet zu haben. Ich war schon den ganzen Tag unruhig und seit langer Zeit mal wieder richtig nervös. Heute haben wir gegen den VfB endlich mal unser Champions-League-Gesicht gezeigt. Nach dem ersten Satz haben wir zu unserem Spiel gefunden, wenig Fehler gemacht und mit Tsimas Einwechslung kam neuer Schwung. Jetzt ist alles auf null und wir fahren mit Selbstvertrauen an den Bodensee.“

VfB-Trainer Vital Heynen zollte dem Gastgeber seinen Respekt: „Berlin war heute einfach besser. Da bringen uns die fünf Siege vorher auch nichts. Wir kamen zwar im zweiten Satz nochmal zurück, aber danach wurde es schwierig, weil Berlin wirklich hochprozentig angegriffen hat. Jetzt trifft am Sonntag der mentale Vorteil auf den Heimvorteil.“ Eine interessante Konstellation, die ganz Volleyball Deutschland zum Abschluss einer packenden Saison ein letztes Mal begeistern dürfte. Die BR Volleys und ihre Fans fiebern diesem absoluten Saisonhöhepunkt entgegen.

Quelle: BR Volleys

Viertelfinale Wasserfreunde Spandau 04 – SV Bayer 08 Uerdingen

 Deutsche Wasserball-Liga (DWL) 2016/2017 Viertelfinale

Wasserfreunde Spandau 04 – SV Bayer 08 Uerdingen

Spielbeginn:  6.Mai 2017 16:00 Uhr, Sport- u. Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Am Samstag steht die zweite Partie der Wasserfreunde im Best-of-Three-Viertelfinale um die Wasserball-Meisterschaft gegen Bayer Uerdingen 08 an.

Das Auftaktmatch eine Woche zuvor gewann der Rekordmeister nach einem 0:3-Rückstand in den ersten zwei Minuten ungefährdet mit 16:7. Beide Seiten gehen davon aus, dass das für Sontag angesetzte dritte Spiel nicht ausgetragen werden wird. Die Potenziale beider Mannschaften liegen zu weit auseinander.

„Wir wollen mit Blick auf das bereits am nächsten Mittwoch beginnende Best-of-Five-Halbfinale unsere Kraftreserven nicht unnötig verpulvern“, sagt Trainer Petar Kovacevic.

Im Vorjahr trafen beide Teams erst im Halbfinale aufeinander. Die Berliner dominierten dreimal klar. Auch alle während der laufenden Saison gespielten vier Partien konnte das Spandauer Team zweistellig für sich entscheiden. Der wahrscheinliche Gegner der Berliner in der Vorschlussrunde dürfte der OSC Potsdam sein, der den Auswärtsauftakt im Viertelfinale beim SSV Esslingen hoch mit 19:10 gewann und nun zwei Chancen hat, in die deutschen Top 4 einzuziehen. Die Spandauer drücken den Potsdamern durchaus die Daumen, denn einige Spieler haben eine Geschichte in beiden Teams. Außerdem ist die Fahrt nach Potsdam wesentlich angenehmer als die nach Esslingen.

Seit Einführung des Playoff-Modus im Jahre 1991 stand Spandau beinahe ausnahmslos im Endspiel-Duell um die Deutsche Meisterschaft. Nur 1993 unterlag das Berliner Team im Halbfinale gegen den späteren Meister Hannover. Ihre Endspiele gewannen die Wasserfreunde regelmäßig – nur 2006 gewann Cannstatt und 2013 siegte Duisburg.

Wasserfreunde Spandau 04, Sportliche Leitung, Peter Röhle Wasserfreunde Spandau 04 voll auf Angriff

Das Trainerproblem der BR Volleys

Das Trainerproblem jetzt vor dem letzten, entscheidenden Spiel anzusprechen, schadet dem Verein und der Mannschaft nicht – im Gegenteil. Die Frage ist, hört die Mannschaft zu, wenn der Coach, z.B. beim Time-Out, etwas sagt. Worauf es in Friedrichshafen am Samstag, 7.Mai, ab 14.30 Uhr, ankommt, haben die Akteure am Mittwochabend vorgemacht – endlich. Ich behaupte, wäre Trainer Roberto Serniotti am Höhepunkt, nach dem Erreichen des Triple abgetreten, er hätte sich sein Denkmal gesetzt. Er wäre zum großen Erfolgs-Coach geworden. Ein Triple zu verteidigen, gelingt selten. Aber fünfmal in dieser Saison in Folge gegen Friedrichshafen zu verlieren, ist enttäuschend. Den Pokalsieg mussten die BR Volleys an Friedrichshafen abtreten und in der Meisterschaft sah es genauso düster aus. Deshalb ist das Endspiel j in Friedrichshafen und nicht in Berlin. Nach Lage der Dinge liefen die Schützlinge von Serniotti am Mittwoch Gefahr, den Deutschen Meister Friedrichshafen in Berlin zu küren. Das gab es zum Glück noch nie. International blieb ein Titel auch verwehrt. In Rom wurde vor allem im Spiel um Bronze die Diskrepanz zwischen Mannschaft – Trainer offensichtlich. Mittwochabend verstanden es die BR Volleys die Kräfte zu bündeln. Ein Großteil der 7.895 Zuschauer hielten das nach Lage der Dinge kaum für möglich. Sie fühlten sich bei aller Spannung bereits im ersten Satz vom Ausgang bestätigt.

Mit 0:4 gestartet, auf Augenhöhe 4:4, 8:8, 12:12, 19:19, 20:20, 24:24 > 24:26 > 0:1. Was sich während Saison andeutete, die BR Volleys haben die besseren Einzelspieler, die VfBer vom Bodensee sind die bessere Mannschaft. Viele gaben (das Hinspiel endete 3:0) in Erwartung der sechsten Niederlage keinen Pfifferling mehr auf die Berliner. Was in den folgenden drei Sätzen geschah, der Volleyballtempel stand Kopf und Felix Fischer bekam besondere Ovationen. Es war sein letztes Heimspiel. Die Erkenntnis, Friedrichshafen ist bei mannschaftlicher Geschlossenheit zu schlagen, am Samstag in Friedrichshafen dürfen sich die Mannen um Vital Heynen keineswegs sicher sein, um den Berliner Volleys den Titel abnehmen zu können.

Christian Zschiedrich

Altglienicke und Optik Rathenow gewinnen; Lichtenberg aus dem Rennen

Die NOFV Oberliga Nord bietet in der Endphase Spannung, sowohl was den einen möglichen Aufsteiger betrifft, als auch, wer die beiden Vertreter sein werden, die in die Relegation im Abstiegsrennen gehen müssen. Abgeschlagen der Tabellenletzte 1.FC Frankfurt mit nur acht Punkten. In der OL Nord spielen nur 16 Mannschaften, das bedeutet, die Vereine haben nur 30 Saisonspiele zu absolvieren. Auf den Relegationsplätzen stehen derzeit der FC Strausberg und Aufsteiger GW Brieselang. Bei noch fünf ausstehenden Spielen sind theoretisch noch 15 Punkte zu holen. Erfahrungsgemäß werden aber um den einen Aufstiegsplatz nur noch Schulter an Schulter VSG Altglienicke und Absteiger Optik Rathenow kämpfen. Die Chance von Lichtenberg 47 ist mit neun Punkten Rückstand nur theoretischer Natur. Die 4:1-Packung gegen Anker in Wismar hätte nicht sein dürfen. Das 5:1 zum 25.Spieltag über Rostock II hat mehr moralischen Wert. VSG Altglienicke, jetzt 60 Punkte, gewann 3:0 über Hertha 03 und Optik Rathneow siegte 2:1 über GW Brieselang. Tennis Borussia ist wieder, leider zu spät auf der Erfolgsspur, hält mit 40 Punkten Tabellenplatz vier, siegte zuletzt in Strausberg 2:1 und schaffte gegen Schwerin ein 2:2. Der zweite Charlottenburger Club, Hertha 06, verlor deutlich zu Hause 1:4 gegen Anker Wismar. Der 26.Spieltag führt zu den Begegnungen Hertha 06 – Lichtenberg 47 und Hertha 03 Zehlendorf – Optik Rathenow. Da könnte eine Vorentscheidung fallen. Altglienicke muss nach Altlüdersdorf und TeBe reist nach Frankfurt zum Tabellenletzten  1.FC.

Christian Zschiedrich

BAK 07 – BFC Dynamo 2:0 (0:0) und Auf- und Abstiegssituation

Das Ergebnis im Berlin-Derby wochentags im Nachholspiel interessierte nur 280 Zuschauer. Die Treffer erzielten im zweiten Durchgang Belegu(55.) und Zimmer(78.). Oben und unten ist der Auf- und Abstieg entschieden. Unten infolge der zum Saisonende zurückgezogenen Mannschaften von RB Leipzig II und Schönberg 95. Oben sorgte Babelsberg mit dem 2:1-Sieg über Energie Cottbus für klare Verhältnisse zugunsten von Carl Zeiss Jena. Bei ausstehenden drei Spielen Jena = 72 Punkte, Cottbus = 60. Jena erzielte ein 1:1 gegen RB Leipzig und BAK 07( Tab.3., 55 Punkte) dazu noch ein 1:1 gegen Nordhausen. Der BFC Dynamo (11., 39 Punkte) verlor auch noch die Partie in Meuselwitz 0:2. Infolge dieser Konstellation versprechen die letzten drei Spieltage wenig Spannung. Die Vereine können hinsichtlich der kommenden Saison schon viel ausprobieren und die Akteure können mit guten Leistungen auf sich aufmerksam  machen. Positiv Viktoria 89, torlos in Auerbach, 5.Tabellenplatz mit 50 Punkten.

BFC-Trainer Rene‘ Rydlewicz

Am kommenden 32.Spieltag können drei Punkte gegen den Tabellenvorletzten  Budissa Bautzen hinzukommen. Gratulation also an Carl Zeiss Jena, Meister der Regionalliga Nordost. Daumendrücken im Aufstiegskampf der Ersten in den Regionalligen Nord, West, Südwest und Bayern. Außerdem glückliche Händchen der Vereine für die kommende Saison, insbesondere an Energie Cottbus, die eigentlich hätten aufsteigen müssen.

Christian Zschiedrich

1.FC Union: Braunschweig(A), Heidenheim(H) + Greuther Fürth(A)

Wie Union an die letzten drei Spiele rangeht, das ist lobenswert. Bleibt zu hoffen, dass es kein Zweck-Optimismus ist. Denn die Realität ist auf den Platz. So wichtig der 2:1-Sieg in Unterzahl gegen Sandhausen auch war, die Rote Karte gegen Stürmerstar Polter könnte mehr bedeuten, als man es im Union-Lager wahrhaben will. Solche Spieler entscheiden nun einmal Spiele. Ihre Tore haben Gewicht. Natürlich hat Union den Aufstieg verdient! Viele Berliner prophezeien, ich gehöre dazu, dass unsere Welt-, Haupt- und Sportstadt bald zwei Berliner  Bundesliga-Vereine haben wird. Ob es in diesem Jahr schon dazu kommt, sei dahingestellt. Wenige Zweitligavereine haben es über den Relegationsplatz, dem 3., geschafft. Anzustreben ist stets der direkte Aufstieg. Den strebt auch Braunschweig wieder an, hält ihn mit 60 Punkten mit dem zweiten Tabellenplatz und wird alles im Montagspiel dafür tun, sich von Union nicht mehr die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Allerdings müssen sie am 33. Spieltag (alle zeitgleich) nach Bielefeld, während Union Heidenheim (7.) in der Alten Försterei empfängt. Heidenheim spielt eine gute Saison. Es wird äußerst spannend bleiben bis zum Schluss. Am letzten Spieltag halte ich die Braunschweiger für besser dran. Sie empfangen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten Karlsruher SC. Union muss nach Fürth (6.) reisen.  Das gleiche Spiel muss natürlich auch mit Hannover 96 gemacht werden. Die 96er haben ebenfalls 60 Punkte und stehen nur auf Grund des Torverhältnisses auf Platz 3, dem Relegationsplatz. Da steht am Sonntag das Spiel Hannover 96 – VfB Stuttgart an. Stuttgart gehört zwar in die Bundesliga, ist aber mit 63 Punkten noch längst nicht durch. Da bin ich gespannt. Am letzten Spieltag muss dann Hannover nach Sandhausen (10.). Union hatte es auch wegen der Roten Karte schwer gegen Sandhausen, holte zum Glück die drei Punkte und ist mit 57 Punkten noch voll im Aufstiegsrennen. Die Eisernen können was Einsatz, Leidenschaft und Kampf anbelangt voll dagegen halten. Sie haben sich auch spielerisch enorm verbessert. Kleinigkeiten könnten am Ende der Saison über Erfolge entscheiden. Bleibt zu wünschen, dass nicht Schiedsrichter mittels unglücklicher Entscheidungen den Ausgang bestimmen.

Christian Zschiedrich

Hertha hat mit neun Auswärtsniederlagen viel Kredit verloren

Es fällt den Berlinern schwer, sich mit Hertha BSC als den attraktiven Club in der Bundesliga zu identifizieren. Warum ist das so, werde ich oft gefragt. Gründe sind bestimmt der durchdringende Unterton in der Darstellung des Vereins, sportlich, das dürfte tonangebend sein, ist es das verhaltene, nicht mitreißende Spiel des Teams. In der Fußballersprache heißt es „wichtig ist auf dem Platz“ und was die Mannschaft da abliefert ist eben unattraktiv. Am 20. Des Monats ist die Saison vorbei. Jetzt sind es noch drei Spiele, zwei Heimspiele, Leipzig und Leverkusen, dazwischen auswärts in Darmstadt.  Dem Saisonverlauf nach sind alle drei Begegnungen lösbare Aufgaben. In den Hinspielen wurden natürlich die Auswärtsspiele (0:2 in Leipzig, Tore Werner und Orban) sowie 1:3 in Leverkusen (Tore: Toprack, 2 x Calhanoglu und Stocker) verloren. Zu Hause wurde am 16.Spieltag 2:0 (Tore Plattenhardt und Kalou) gegen Darmstadt gewonnen. Am 13.5., dem vorletzten Spieltag dürfte beim abgeschlagenen Tabellenletzten ein Punkt, zumindest ein 0:0 möglich sein. Die Leipziger scheinen mit ihrer Kraft auch am Ende zu sein und Leverkusen geht den Leistungen in letzter Zeit zufolge ordentlich die Muffe. Hinzu kommt die positive Heimbilanz des Pal Dardai-Teams. Hertha wäre bei dieser Konstellation mehr als doof, die Europa-League noch zu verspielen. Herthas Erste und Herthas Zweite haben beide je 46 Punkte. Die Zweite steht auf Platz sieben in der Regionalliga Nordost und verspielte im Amateurstadion gegen den FSV Luckenwalde eine 2:0-Führung zum 2:2.  Vier Begegnungen sind es in der RL noch. Jenseits von Gut und Böse muss die Ante Covic–Truppe zum nächsten 32.Spieltag nach Nordhausen. In Thüringen hängen die Trauben bekanntlich hoch. Die Mannschaften befinden sich in der Endphase auf der Zielgeraden und da darf einfach die Puste nicht ausgehen.

Christian Zschiedrich

Trotz undankbarem 4.Platz überwiegt der Stolz

Pressefoto: BR Volleys

130 Minuten lang zeigten die BR Volleys ein ebenso beherztes wie attraktives Spiel um den Bronzerang gegen den Cucine Lube Civitanova. Die Belohnung für einen großen Kampf gegen den italienischen Meisterschaftsfinalisten blieb nach einer 1:3-Niederlage (27:29, 25:22, 21:25, 21:25) leider aus. Trotz der verpassten Medaille können die Berliner auf eine ganz besondere Saison in der CEV Champions League zurückblicken, zu dessen Abschluss die Berliner auch beim Final Four in Rom ihre Klasse unterstrichen. Es war sogar mehr drin. Entscheidende Wechselfehler verursachten Kopfschütteln im Lager der BR Volleys. Dennoch zählt insgesamt die Saisonleistung vor allem im internationalen Vergleich. National geht es am Mittwoch in der Max-Schmeling-Halle gegen den VFB Friedrichshafen um das Bestehen im Kampf um die Titelverteidigung Deutsche Meisterschaft.

Wie ernst beide Teams in der Championsleague dieses kleine Finale nahmen, zeigten die Startaufstellungen. Sowohl Berlin als auch Civitanova begannen in Bestbesetzung, einzige Änderungen im Vergleich zum Vortag: Sebastian Kühner bekam im Zuspiel den Vorzug gegenüber Tsimafei Zhukouski und auf italienischer Seite begann Außenangreifer Cebulj für Kovar.

Die BR Volleys starteten äußerst schwungvoll und präsentierten sich sehr selbstbewusst. Gefährliche Aufschläge von Graham Vigrass und ein treffsicherer Robert Kromm ergaben eine erste Führung (8:6). Doch Lube wirkte keinesfalls müde nach dem kräftezehrenden Fünf-Satz-Match am Vorabend gegen Perugia. Anders als noch am Samstag zahlte sich das hohe Risiko am Aufschlag aus (10:12, 13.16). Doch der Deutsche Meister blieb auf Augenhöhe, Kühner dirigierte sein Team gekonnt zum Ausgleich (18:18) und der Block von Kromm gegen Juantorena ließ die 100 mitgereisten „7. Männer“ jubeln (21:20). Carroll legte direkt nach und Berlin erspielte sich so zwei Satzbälle (24:22). Nachdem diese sowie drei weitere von Lube nervenstark abgewehrt wurden, nutze Sokolov die erste Chance eiskalt zum Satzgewinn (27:29).

Beide Teams schenkten sich weiter nichts und ein hervorragend aufgelegter Paul Carroll hielt die Männer in Orange auf Kurs (8:7). Das packende Match wog hin und her. Erst platzierte Aleksandar Okolic ein Ass zum Break (13:11), dann schlug Lube zurück und zwang Serniotti zur Auszeit (17:18). Daraufhin drehten die Berliner in Person von Kühner wieder auf. Ein Block, ein abgezockter Leger und ein herrliches Zuspiel des Deutschen auf Carroll ohne Block – so lagen die BR Volleys gegen Satzende vorn (22:20). Dann trat der Regisseur zum Aufschlag und das Resultat waren vier Satzbälle (24:21). Nach Fehler von Cebulj hatten die BR Volleys endlich den so verdienten Satzgewinn in der Tasche (25:22).

Die erste richtige Schwächephase wusste Civitanova eiskalt zu nutzen, schnell lag der Deutsche Meister im dritten Durchgang klar zurück (5:8, 6:11). Mehrfach stellte das Team von Serniotti mit schönen Blockpunkten den Anschluss her (12:14, 14.16, 19:21), doch dann setzte sich die Klasse von Lube durch. Juantorena war weder im Angriff noch Aufschlag zu stoppen (19:24) und drosch den Ball abschließend aus dem Hinterfeld in die Berliner Hälfte (21:25).

Die BR Volleys kämpften nun sichtbar darum, mit dem Powerhouse auf der anderen Seite Schritt zu halten und hatten auch mit den Schiedsrichterentscheidungen wenig Glück (5:8). Carroll war weiterhin kaum zu stoppen, griff mal krachend sowie überlegt an und blockte auch noch erfolgreich (12:10). Nach der zweiten technischen Auszeit servierte Schott das so wichtige Ass zum Break (18:16) und einmal mehr veredelte Okolic im Block die starke Phase (21:18). Es folgte der Auftritt von Osmani Juantorena, der im richtigen Moment überragend aufschlug. Dem war die Berliner Annahme nicht mehr gewachsen. Zweimal scheiterte Carroll aus schwieriger Position am Dreierblock (21:23). Juantorena gab nicht nach und schlug den Servicewinner zum Matchgewinn (21:25) .

Der Zwiespalt zwischen der verpassten Medaille und dem Stolz auf die eigene Leistung war auch Robert Kromm anzumerken: „Zum Schluss hat es in der Annahme nicht mehr funktioniert. Da hat man aber auch einfach die Klasse von Juantorena gesehen, der eben in solchen Spielen zur Stelle ist. Wir haben das gesamte Match über gekämpft und immer wieder versucht, heranzukommen. Wir dürfen mit dieser Champions-League-Saison zufrieden sein, auch wenn wir uns den Traum von Bronze nicht erfüllt haben. Diese Auftritte in Europa haben uns als einzelne Spieler, Mannschaft und gesamten Verein vorangebracht.“

Zuspieler Sebastian Kühner lobte sein Team: „Klar ist die Enttäuschung groß, jetzt mit leeren Händen dazustehen. Einzeln betrachtet waren das zwei sehr gute Spiele. Wir haben absolut bewiesen, dass wir hier hin gehören. Wir müssen diese Leistung jetzt auch in der Meisterschaft abrufen, dann bin ich optimistisch, dass wir diese Saison noch gut abschließen.“ Ein würdiger Abschluss der Königsklasse ist den BR Volleys beim Final Four jedenfalls gelungen.

Der Berliner Handball-Pokalmeister der Männer heißt BTV 1850

 

1.Männermannschaft BTV 1850 Foto HVB

Das HVB Pokal Finale 2017 war an Spannung kaum zu überbieten. In einem tollen Handballspiel setzte sich der BTV 1850 gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg mit 30:28 (10:8) durch. Erst in der Schlussminute sorgte der BTV für die endgültige Entscheidung gegen stark kämpfende Prenzlauer. Die großartige Stimmung in der Bezirkssporthalle Neukölln rundete den hochklassigen Sonntag ab.

Beide Finalisten sorgten schon bei den Halbfinalspielen am Samstag mit Siegen gegen die zwei höheren Ligisten für Überraschungen. So gewann der BTV 1850 das erste Halbfinalspiel gegen den BSV 92 26:22 (13:11). Anschließend setzte sich die SG Rotation Prenzlauer Berg im zweiten Semifinale gegen die SG Ajax/Altglienicke mit 35:28 in der zwei mal 5 Minuten Verlängerung durch, nach dem es nach den zwei mal dreißig Minuten 27:27 (17:15)   hieß.

ALBA BERLIN: Es sollte ein Neubeginn werden

Das Trainer-Debüt von Thomas Päch sollte im Auswärtsspiel bei den Frankfurt Skyliners nach der Entlassung von Coach Ahmet Caki ein demonstrativer Neubeginn bei ALBA BERLIN werden. Doch die Berliner verloren 71:83 (20:16, 14:20, 16:28, 21:19). Sollte das Heimspiel am Montag gegen Ludwigsburg, 15.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof, auch in die Hose gehen – Oldenburg konnte in der Tabelle zu ALBA aufschließen – könnten die Berliner sogar nur vom achten Platz aus in die Playoffs starten. Trotz des Trainerwechsels, die Verunsicherung war im Spiel nach wie vor spürbar, deutlich ablesbar an 20 teilweise haarsträubenden Ballverlusten. Lediglich der Beginn war engagierter und bis zur Halbzeit blieb ALBA BERLIN im Spiel. Doch die Berliner kamen ohne Selbstvertrauen aus der Kabine. Frankfurt zog davon, schaffte 18 Punkte Vorsprung. Zurzeit ist Alba nicht in der Verfassung, Rückschläge wegzustecken. Es war ein kurzes Aufleuchten. Sportdirektor Himar Ojeda hatte sich extra zur Mannschaft auf die Bank gesetzt. Es half leider nichts. Erst als ALBA im Schlussviertel auf eine Zonenverteidigung umstellte, gelang es den Rhythmus der Frankfurter einzuschränken.

Christian Zschiedrich