Ausschnitte aus dem ersten Fußball-Lehrfilm – Nach Jahrzehnten das erste Mal zu sehen

Frank Toebs zeichnet für den Kurzfilm verantwortlich. Foto: Christian Zschiedrich

Ein Fundstück, das an Tageslicht muss:
Ein Fußball-Lehrfilm von 1934/35 überstand den Krieg vergraben in einem Pankower Garten. Ernst Fuhry, Angestellter des DFB (Deutscher Fußball Bund) und Sportpädagoge, drehte mit seiner Jugendgruppe „Spartaner“ unter ausschließlicher Verwendung von Eigenmitteln diesen ersten Fußball-Lehrfilm Deutschlands. Er nannte ihn „Technik“.
Nebenbei hatte Fuhry, um 1929 das DFB-Logo und Wappen, wie es in leicht veränderter Art bis heute bekannt ist, entworfen. Das Grüne, im Stil der Weimarer Zeit mit der gezackte Buchstabenkombination ist gemeint.
In historischen Bildern vom Reichssportfeld (Olympiastadion) und aus dem Poststadion sind in einem Kurzfilm von etwa 6 Minuten Länge Trainingsszenen und Hintergrundinformationen über diese „sonderbaren“ Fußballer zu sehen. Deren Ziel mit fußballerischen  Ausbildung für „Körper und Seele“ einmal Deutscher Meister zu werden, gelang nicht. 19 junge Männer kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr heim.
Alles blieb ein Traum.

Frank Toebs (freier Journalist) reizte es, die beiden Themen Fußball-Film in der Propaganda der NS-Zeit bei „Das große Spiel“ und Fußball als umfassende Ausbildung von Körper und Seele aus derselben Epoche nebeneinander zu stellen.

Zu sehen am Mittwoch, den 8. November, ab 18 Uhr im Babylon Kino (Mitte).

Erst zu sehen ist der Kurzfilm, anschließend der Spielfilm von 1942, „Das große Spiel“; mit René Deltgen, Gustav Knuth
und in kurzen Einblendungen Max Schmeling und Herthas „Hanne“ Sobek.
Als Gäste sind eingeladen: Bernd Sobeck, Karl-Heinz Granitza (früherer Hertha-Stürmer) und Frank Toebs (Regisseur des Kurzfilms „Die Spartaner“).

Christian Zschiedrich

 

 

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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