Bundesliga-Doppelspieltag für die Wasserfreunde

Die Pandemielage hat immer noch großen Einfluss auf den Alltag der Wasserball-Bundesliga. Das Potsdamer Team hat nach den vielen krankheitsbedingt ausgefallenen Spielen Probleme, ausreichend Wasserfläche für die Nachholspiele zu finden. Die Wasserfreunde Spandau 04 konnten in diesem Fall helfen, sodass die Orcas aus Potsdam ihr Heimspiel gegen Spandau in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg bestreiten können, damit die Hauptrunde der Bundesliga zeitgerecht zu Ende gespielt werden kann.

Nachdem am letzten Mittwoch die Wasserfreunde coronabedingt und durch den Einsatz ihrer Nationalspieler beim Weltligaspiel in Hamburg (GER-FRA 11:16) keine schlagkräftige Mannschaft an den Beckenrand bekommen konnten, erklärten sich die Neuköllner fairerweise bereit, das Spiel abermals zu verlegen. Neukölln hatte ebenfalls aufgrund eines hohen Krankenstands das Spiel Anfang März absagen müssen.

So kommt es zu der kuriosen Situation, dass die Wasserfreunde zwei Auswärtsspiele hintereinander in eigener Schwimmhalle bestreiten werden. Zumindest sind beide Spiele geplant und finden hoffentlich auch statt. Allerdings kann auch dieser Plan erneut durch die Pandemie in Gefahr geraten.

Alle Teams der Wasserball-Bundesliga Vorrunde A, zeigen sich im recht schwierigen Verlauf der aktuellen laufenden Hauptrunde sehr kooperativ, damit alle Spiele durchgeführt werden können.

Wasserball Bundesliga

2021/2022

Gruppe A, 7. Spieltag – Nachholspiel u. 11. Spieltag

23. März 2022

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 19:00 Uhr (Zuschauer nach 3-G-Regel)

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, 10829 Berlin, Sachsendamm 11

23. März 2022

SG Neukölln – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 20:30 Uhr (Zuschauer nach 3-G-Regel)

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, 10829 Berlin, Sachsendamm 11

Quelle: Peter Röhle

BBSC ohne sechs Spiel vier

Mit einem erfolgreichen Wochenende trotz widriger Bedingungen geht der BBSC in die Schlussphase der Liga. Einer Heimniederlage gegen den Tabellenfünften Emlichheim mit 1:3 (25,-24,-19,-16) am Samstagabend folgte am Sonntagnachmittag ein etwas unerwartet klarer 3:0 Sieg gegen den ETV Hamburg (18,22,17).

Die Berlinerinnen gingen ohne sechs Stammspielerinnen in den Doppelspieltag. Verletzungen und Corona hatten einträchtig dafür gesorgt, dass außerhalb des Mottos „Macht das Beste daraus“ nicht viel Spielraum bestand. Der Verein behalf sich mit drei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft: Alina Gottlebe-Fröhlich, Linda Bröske und Samantha Gneckow unterstützten das Zweitliga Team. Alina und Linda ist das Spielgeschehen in der 2. Bundesliga aus früheren Jahren durchaus gut bekannt, wenngleich die Zweitligaeinsätze Lindas noch im KSC-Trikot erfolgten. Der während der Spiele kaum zu verändernde Stammsechser definierte sich leicht über die vorhandenen einsatzfähigen Kräfte mit Vogel (Z), Grätz und Gottlebe-Fröhlich (AA), Lutz (Diagonal), Haferkamp und Bröske (MB) sowie Morgenroth (L).

Im Spiel gegen den SC Union Emlichheim entwickelte sich zunächst ein selten gesehenes Spiel mit außergewöhnlich vielen Ablegebällen durch den Berliner Angriff – zunächst sehr erfolgreich, doch gegen Ende des zweiten Satzes bekam die Emlichheimer Abwehr die Berliner Aktionen in Griff, stellte sich darauf ein und fischte die Angriffe gekonnt weg. Im gleichen Moment, in dem sich die Gäste-Abwehr auf die Berliner Angriffe eingestellt hatte, funktionierte dann auch die Annahme bei den Gästen und das nachfolgende Spiel über die Mittelblockerinnen bestens. Immer wieder wurden diese von der Zuspielerin mit kurzen Bällen in Szene gesetzt und punkteten zuverlässig. Das junge Team von der niederländischen Grenze überzeugte im folgenden mit einem kämpferisch starken, aber auch taktisch cleveren Spiel. Die Berlinerinnen bissen sich im dritten und vierten Satz an Block und Abwehrarbeit der Grafschafter die Zähne aus, während sie den Angriffen gerade über den Mittelblock trotz allem großartigen Einsatz wenig entgegenzusetzen hatten. Trainer Schröter analysierte: „Zwei Sätze konnten wir in diesem abwehrlastigen Vergleich die Mittelblockerinnen aus dem Spiel halten, dann setzte sich die Klasse der Gäste durch.“

Die MVP-Ehrungen des Samstags gingen an Paula Morgenroth (BBSC) sowie Ina Gosen (Emlichheim).

Nach dem kräftezehrenden Samstagspiel stellte sich die Frage, wie das Team nur 21 Stunden später gegen Hamburg auftreten kann. Ein völlig anderes Spiel eröffnete sich den Zuschauern gegen den ETV. Die Gäste – im Aufgebot auch noch durch Corona Fälle gekennzeichnet – fanden während des Spiels nie in den Rhythmus und die Sicherheit, die ihnen einen Spielerfolg gebracht hätte. Immer wieder individuelle Fehler und Unsicherheiten von Annahme bis Angriff brachten letztendlich den Spielvorteil auf die Berliner Seite. Bei den Aufschlägen schafft es der BBSC, die Annahme so unter Druck zu setzen, dass die Gäste eher über die besser zu verteidigenden Außenpositionen angreifen mussten. Die Berliner Abwehr hatte sich nach dem Samstagspiel auch im Zusammenspiel noch einmal deutlich stabilisiert und war besser abgestimmt, die Angriffe wurden über alle Positionen und immer wieder so druckvoll vorgetragen, dass Hamburg keine Antwort mehr fand.

Trainer Schröter sah das Spiel als „schönen Abschluss eines kräftezehrenden Wochenendes“ an und betonte, unter welch ungünstigen personellen Voraussetzungen das Team gespielt habe. „Für alle Mitwirkenden: Vier Sätze unter diesen Bedingungen geholt, das ist schon eine starke Leistung!“

Die MVP-Medaillen des Sonntags gingen an Antonia Lutz (Berlin) sowie Jana-Marie Meiser (ETV).

Für den BBSC geht es am kommenden Sonntag in Leverkusen in der Liga weiter, ehe am 9. April die Wildcats Stralsund in Berlin aufschlagen.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Samantha Gneckow, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Linda Bröske, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Eisbären gewinnen das Bärenduell

Die Siegesserie der Eisbären war unter Woche in Augsburg gerissen und seit dem 27. Februar hatte es kein Heimspiel mehr in der Arena gegeben. Vor 8.000 Zuschauern empfingen die Eisbären die Grizzlys aus Wolfsburg.

Beide Teams konnten mit vier Sturmreihen antreten und so hatten die Torhüter einiges zu tun. Bei den Eisbären stand wieder Mathias Niederberger im Tor, während bei den Gästen Chet Pickard den Vorzug bekam. Ihm unterlief in der 37. Minute ein Missgeschick, als er einen eher harmlosen Schuss von Johan Södergran durch die Schoner rutschen ließ. Zuvor waren die Eisbären bereits zweimal erfolgreich gewesen. In der 9. und der 35. Spielminute trafen Zachary Boychuk und Kevin Clark. Nach der 3:0 Führung konnten die Eisbären-Fans dann ihre Schmäh-Gesänge „und morgen wieder Frühschicht bei VW“ anbringen.

Im Schlussabschnitt bleiben die verstärkten Bemühungen der Gäste vergebens. Es wollte einfach nicht klappen mit einem Torerfolg. Entweder war es der glänzend aufgelegte Niederberger oder es fehlten die berühmten Zentimeter. Selbst fünf Überzahlspiele halfen nicht. Gut sechseinhalb Minuten vor dem Spielende nahm Gästetrainer Michael Stewart seinen Goalie vom Eis. Als Stadionsprecher Uwe Schumann den Beginn der letzten zwei Spielminuten verkündete, stand es noch immer 3:0 für die Eisbären.

Exakt 90 Sekunden vor der Schlusssirene gelang es den Grizzlys Niederberger zu überwinden. Der Torschütze war Tyler Gaudet. Der Wolfsburger lieferte sich wenig später einen Faustkampf mit Eisbärenverteidiger Ellis Morgan. Anschließend war es dann vollbracht und der 3:1 Heimsieg der Eisbären eingetütet.

Eisbärenverteidiger Jonas Müller absolvierter sein 400. DEL-Spiel und alle natürlich für die Eisbären und was passte besser dazu, als ein Heimsieg.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde – Nachholspiel in Schöneberg

Das vergangene Wochenende (12./13. März) hat zwar den 14. Spieltag der Hauptrunde der Achter-Gruppe A in Deutschlands höchster Wasserball-Liga erlebt, nach den vorsaisonalen Terminplänen deren letzter. Allerdings endet das obligate Vorspiel für die Playoffs und die Abstiegsrunden damit nicht wie üblich. Stattdessen wird es munter fortgesetzt, denn nach vielen Ausfällen, Nachholpartien und Verschiebungen kann nach dem vermeintlichen „Ende“ eben kein „Endstand“ (kein Hauptrundensieger etc.) vermeldet werden.

Die aktuelle Bilanz lautet so: 1. Waspo Hannover 22:2 Punkte (12 von 14 Spielen), 2. Spandau 04 20:0 (10/14), 3. ASC Duisburg 18:8 (13/14), 4. SV Ludwigsburg 12:12 (12/14) – danach folgen White Sharks Hannover, SG Neukölln, SSV Esslingen und der OSC Potsdam. Allein die oben genannten Zahlen unterstreichen, wie groß das Reservoir der „Nachholspiele“ ist. Auch das Spitzenspiel zwischen Waspo und den noch minuspunktfreien Spandauern gehört dazu. Dieses Spiel ist bereits vor einiger Zeit auf den 5. April in Hannover terminiert worden. Erst danach wird feststehen, wer als Erster in die Meisterschaftsplayoffs geht.

Davor aber stehen noch eine Reihe weiterer Nachholpartien bei allen Teams auf dem Programm. Für Spandau geht es bereits am Dienstag weiter, wenn man in Schöneberg als Gast bei der SG Neukölln antritt, die mit 3:15 Punkten aus neun Spielen auf Liga-Platz 6 zwischen Himmel und Hölle (minimale Playoff-Chancen und reale Abstiegsgefahr) schwebt. Das Spandauer Team um Trainer Petar Kovacevic wird ohne seine Nationalspieler antreten, die am selben Tag das Weltliga Spiel Deutschland gegen Frankreich in Hamburg (Spielbeginn 18:00 Uhr in der Schwimmhalle Am Inselpark) bestreiten werden.

Spandau 04 kann zwar mit einem weiteren Sieg gegen den Ortsrivalen nun wieder die Liga-Spitze übernehmen – aber das ist nur eine Momentaufnahme. Denn die Hauptrunde ist zwar irgendwie beendet, aber sie geht irgendwie auch weiter …

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

BR Volleys – Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem souveränen 3:0-Heimerfolg (25:17, 25:13, 25:19) sind die BR Volleys am Sonntag, 13. März in die Bundesliga-Playoffs 2022 gestartet. Die Berliner ließen gegen stark ersatzgeschwächte, aber tapfer kämpfende Helios Grizzlys Giesen zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Ausgang dieses ersten Spiels der „best of three“-Serie aufkommen. Am Samstag kann man damit in Hildesheim bereits das Halbfinal-Ticket buchen, doch zuvor wartet das Rückspiel in der K.o.-Phase der Champions League am Mittwoch (16. Mrz um 18.30 Uhr) gegen Itas Trentino in der Max-Schmeling-Halle.

Nachdem der Tabellensechste WWK Volleys Herrsching am Vorabend mit einem 3:2-Auswärtssieg beim VfB Friedrichshafen für die erste Überraschung dieser Playoffs sorgte (3:2), waren die BR Volleys gewarnt und wollten nicht ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt werden. 2.524 Zuschauer im Volleyballtempel sahen Georg Klein anstelle von Nehemiah Mote beginnen. Während der Australier vor dem Königsklassen-Match am Mittwoch noch einmal eine Pause bekam, sollten Sergey Grankin, Benjamin Patch, Timothée Carle, Ruben Schott, Jeffrey Jendryk und Libero Santiago Danani im Rhythmus bleiben.

Die BR Volleys also gewissermaßen in Topbesetzung, der Gegner aus Giesen hingegen stark dezimiert: Die Grizzlys konnten mit lediglich acht Spielern anreisen. Es fehlten unter anderem Diagonalangreifer Colito und Mittelblocker Seybering, sodass mit Max Bödder ein Spieler der zweiten Mannschaft in der Startaufstellung stand. So hatten die Gäste gegen konzentrierte Hauptstädter von Beginn an einen schweren Stand. Ruben Schott gab seinem Team mit einer Aufschlagserie direkt Sicherheit (6:1). Die Berliner spielten in der Folge einen souveränen Auftaktsatz, auch weil Ben Patch in der heimischen Arena wieder einen sehr guten Tag erwischte und sieben seiner acht Angriffe im ersten Durchgang in Punkte umwandelte (9:4, 16:9, 21:14). Schott benötigte zwei Anläufe, um den ersten Satzgewinn perfekt zu machen (25:17).

Das Bild blieb in Satz zwei ein ähnliches. Sergey Grankin & Co übernahmen früh die Kontrolle und diktierten mit sicherer Annahme und gutem Angriffsspiel das Geschehen (11:3). Der Leichtigkeit und Spielfreude gaben Grankins Zuspiel-Trick und das anschließend verschmitzte Grinsen Ausdruck (18:9). Giesen konnte ohne große Wechseloptionen den Lauf der Gastgeber nicht stoppen und so war der Gewinn von Durchgang zwei nur eine Frage der Zeit (25:13). Cedric Enard hatte bereits zum Ende des zweiten Satzes Marek Sotola ins Spiel gebracht, der dauerhaft auf der Platte blieb. Zwar hatten die Grizzlys um ihren Topscorer Stijn van Tilburg in Durchgang drei noch einmal mehr entgegenzusetzen (5:7), doch die BR Volleys beseitigten schnell aufkommende Fragezeichen. Der Tscheche Sotola war bester Punktesammler in diesem Durchgang und Außenangreifer Schott in allen Elementen weiterhin eine Bank (10:10, 14:11, 21:16). Nach eineinhalb Stunden Spielzeit verwandelte Klein den Matchball für die Berliner (25:19), die damit noch einen weiteren Sieg für den Halbfinaleinzug benötigen.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Ich glaube, das war der Start, den wir uns erhofft hatten. Eine gute Leistung vor 2.500 Zuschauern gibt uns die nötige Sicherheit für die kommenden Spiele. Giesen war durch Corona und einige Ausfälle sichtbar geschwächt. Das zweite Spiel in deren Halle und vor vielen Fans wird am Samstag deutlich schwieriger. Jetzt fiebern wir aber alle dem Match am Mittwoch entgegen. Meine Familie und Freunde reisen extra aus Tschechien an, insgesamt neun Personen. Ich hoffe, wir können ihnen und uns ein großes Spiel bescheren.“

Georg Klein: „Giesen hat mit dem schmalen Aufgebot von nur acht Spielern das Möglichste getan. Aus unserer Sicht war wichtig, diesen Gegner konsequent unter Kontrolle zu halten. Das ist uns gut gelungen und deshalb können wir zufrieden sein. Ich konnte heute meinen Job machen und Nemo noch einmal eine Pause verschaffen, sodass er und wir als gesamtes Team am Mittwoch in bestmöglicher Verfassung gegen Trento antreten können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Georg Klein und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Matthew West, Cody Kessel

Topwerte
Schott 13 Punkte, 2 Asse, 65 % Angriffsquote | Patch 10 Punkte, 77 % Angriffsquote | Jendryk 8 Punkte, 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Berliner Profifußball blieb sieglos

Gehen wir chronologisch vor. Das zurückliegende Fußballwochenende eröffnete Drittligist Viktoria am Freitagabend, 11. März, unter Flutlicht im Jahnsportpark mit dem Spiel gegen die 60er aus München. Vor der stattlichen Kulisse von 3.398 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start und gingen bereits nach knapp drei Minuten in Führung. Es war ja die Heimspielpremiere für Farat Toku, den neuen Cheftrainer der Viktoria. Die Spielerbank wurde gewechselt und an der taktischen Ausrichtung gefeilt. Leider hatte das sehr frühe Gegentor den Matchplan schnell zu Makulatur werden lassen. Die Gäste schnuppern noch am möglichen Aufstieg. Sie nahmen verdient alle drei Punkte mit nach München. Viktorias Chancen auf den Klassenerhalt sind weiter intakt. Allerdings müssen dafür Siege her. Die nächste Gelegenheit bietet sich dafür bereits am Mittwoch, 16. März, wieder im Jahnsportpark, zu Gast ist der FSV Zwickau und sie sind ebenso abstiegsgefährdet.

Einen Tag später empfing in der Bundesliga der 1. FC Union den VfB Stuttgart und musste spät, erst in der Schlussminute den Ausgleich hinnehmen. „16.509 Teilnehmer im Stadion An der Alten Försterei“ vermeldete die offizielle Presseaussendung der Eisernen. Eine Hilfe für den Lokalrivalen aus Charlottenburg war es nicht, den im Abendspiel blieb Hertha in Gladbach ohne Punkte. Es kam wie es kommen musste, die Gesetze der Branche schlugen zu. Nach dem Schlusspfiff auf dem Bökelberg wusste Tayfun Korkut, dass er sich einen neuen Verein suchen muss.

Während diese Zeilen geschrieben werden, stellt sich sein Nachfolger in einer Pressekonferenz vor. Otto Rehhagel ist jetzt wirklich zu alt und findet in Felix Magath hoffentlich nicht seinen Nachfolger. Er konnte damals den Abstieg, trotz Gerichtsprozess, nicht verhindern. „

Wie kam Bobic eigentlich auf Magath, den wenige auf dem Zettel hatten? „Mit diesem Gedanken habe ich schon länger gespielt. Das ist auch die Sorgfaltspflicht gegenüber dem Arbeitgeber, dass ich mir immer Gedanken machen muss, was könnte sein, wenn …“ Bobic müsse auch nicht „den typischen Reflexen folgen“, sondern auch der Intuition und seiner Erfahrung.“

Hertha ist ja noch nicht abgestiegen, trotzdem, wer ist in dieser Situation bereit das Amt zu übernehmen? Doch nur ein Trainer, der alles für sich schon erreicht hat, nicht mehr an seine berufliche Zukunft denken muss. Selbst wenn es nicht gelingen sollte, Hertha absteigen muss, Felix Magath bleibt Felix Magath. Da kann man nur gutes Gelingen wünschen. Es ist auch eine Maßnahme von Fredi Bobic , die passen muss, sonst ist sein Projekt gescheitert.

Hans-Peter Becker

Eisbären mit beeindruckender Siegesserie

Trotz Corona- und Verletztenmisere aktuell scheint es, als wären die Eisbären nicht zu stoppen. Ihre letzte Niederlage datiert vom 16. Januar, die Partie in Mannheim ging knapp mit 3:4 verloren. In der Neuauflage am Freitag, 11. März, gewannen sie mit 4:0. Tobias Ancicka im Tor der Eisbären bot eine starke Leistung und feierte seinen zweiten Shutout in dieser Saison.

Nur zwei Tage später siegten die Eisbären erneut. In einem hart umkämpften Spiel verließen sie in Schwenningen mit einem 3:2 Sieg das Eis. Es war Sieg Nummer sieben in Folge. Diese Serie wird wohl in der laufenden Spielzeit von keinem anderen Team mehr zu toppen sein. Die bisher längste Siegesserie in der DEL behaupten die Kölner Haie. In der Saison 1995/96 blieben sie in 15 Spielen nacheinander ungeschlagen.

Am Dienstag, 15. März, müssen die Eisbären erneut auswärts bei den Augsburger Panther ran. Mal sehen, ob die Siegesserie hält.

Hertha kommt nicht zur Ruhe

Sportlich läuft schon länger nicht, jetzt sorgt auch noch die sportliche Führung für Unruhe. Der bei den Fans beliebte Ex-Profi Arne Friedrich ist von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Einst wurde er von Jürgen Klinsmann als Performance-Manager geholt. Bereits damals habe ich mich gefragt, was soll das eigentlich sein. Seine Aufgabe unter dem neu geholten Manager Fredi Bobic blieb ebenso nebulös. Alles so weit und so schlecht.

Der Trainer darf bleiben (vorerst), wenn er – mal sehen, wie es in Gladbach ausgeht – nach weiteren Niederlagen nicht mehr zu halten sein sollte, ist auch Bobic beschädigt. Am 26. Spieltag treffen im Samstagabendspiel, die beiden Flop-Mannschaften der aktuellen Saison aufeinander. Gladbach hatte Champions-League Ambitionen und Hertha wollte wenigstens eine sorgenfreie Übergangssaison spielen. Daraus wurde nichts.

Mir blieb die Luft weg bei den folgenden Zeilen, nachzulesen im Fachmagazin Kicker: „Hertha BSC, das von Investor Lars Windhorst seit Sommer 2019 insgesamt 374 Millionen Euro erhalten hat, hatte auch durch die Corona-Pandemie in der Saison 2020/21 einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro erwirtschaftet. Im aktuellen Finanzreport wird das Halbjahresminus der Saison 2021/22 auf 28,2 Millionen Euro beziffert. Für die gesamte Saison wird mit einem Minus von 60,3 Millionen Euro kalkuliert. Die Verbindlichkeiten sanken zum 31. Dezember 2021 demnach von 99 auf 87 Millionen Euro.“

Der Investor hat bei der Hertha so richtig Geld zum Fenster herausgeworfen und sorgt sich wohl zurecht um die Zukunft des Vereins. Die nächste Mitgliederversammlung dürfte spannend werden.

Hans-Peter Becker

Ein Auftaktsatz, der Hoffnung macht

Es braucht den Volleyballtempel! Die BR Volleys haben alles versucht, konnten aber im Hinspiel des CEV Champions League Viertelfinals bei Itas Trentino nichts Zählbares mitnehmen. Mit 0:3 (25:27, 19:25, 22:25) unterlagen die Berliner dem italienischen Tabellendritten und können nun nur noch über den “Golden Set“ die Überraschung schaffen. In sechs Tagen (16. Mrz um 18.30 Uhr) empfangen Kapitän Sergey Grankin & Co den Finalisten des Vorjahres zum Rückspiel und benötigen eine magische Europapokalnacht in der Max-Schmeling-Halle.

Nehemiah Mote, in den letzten Tagen gewissermaßen 24/7 unter den Fittichen der medizinischen Abteilung, meldete sich einsatzfähig für dieses mit Spannung erwartete erste Viertelfinale. So stand auch in der BLM Group Arena von Trento das BR Volleys Team auf dem Court, das in der Gruppenphase Zenit St. Petersburg zweimal schlug. Und der erste Punkt des Abends sollte direkt zeigen, wie es gehen kann: Taktischer Aufschlag Ruben Schott, starke Abwehr des Nationalspielers und erfolgreicher Angriff Benjamin Patch. Aber die selbstbewussten Gastgeber stoppten den guten Anfangsdrive der Männer aus der deutschen Hauptstadt per Block von Matey Kaziyski gegen Patch (2:5). Die Berliner spielten trotzdem lange einen klasse Auftaktsatz. Die Asse von Schott und Patch sorgten für den Ausgleich (11:11) und Sergey Grankin setzte gegen Kaziyski auch den ersten erfolgreichen Berliner Block (13:11, 18:16). Giulio Pinali, den Heimtrainer Angelo Lorenzetti überraschend im Diagonalangriff aufbot, wendete mit seinem Service das Blatt (18:20). Die BR Volleys blieben stabil, glichen aus und wehrten zwei Satzbälle kämpferisch ab (25:25). Der Deutsche Meister war drauf und dran, das Momentum zu kippen, doch Trentino sicherte sich nach einem weiteren Pinali-Aufschlag den an diesem Abend richtungsweisenden Durchgang (25:27).

Trentino blieb über die Mitte, vor allem durch den starken Ex-Berliner Srecko Lisinac, dominant und die Berliner verloren in Satz zwei früh ihren Rhythmus (4:7, 4:11). Mit den Einwechslungen von Samuel Tuia und Marek Sotola versuchte Cedric Enard dem entgegenzuwirken. Jeffrey Jendryk war in diesem Satz in allen Elementen der stärkste Berliner, doch auch er konnte per Block und Ass keine Wende herbeiführen (13:18). Trentino spielte in dieser Phase fehlerfrei und stellte verdient auf 0:2 (19:25). Zuspieler Grankin ging in Satz drei voran, erzielte früh zwei Punkte selbst und es keimte noch einmal Hoffnung auf (6:4). Die Italiener zeigten sich aber unbeeindruckt, wehrten besser ab und hatten in Linkshänder Alessandro Michieletto ihren kaum zu stoppenden Angreifer (12:14). Bis zum 21:21-Zwischenstand hielten die BR Volleys noch Kontakt, doch dann stand der Block gegen Patch (21:23). Der erfahrene Kaziyski verwandelte im Anschluss zweimal humorlos zum Matchgewinn für die Italiener (22:25).

Obwohl Trentino damit in eigener Arena Stärke demonstrierte, ist aus Sicht des Deutschen Meisters noch nichts verloren. Zwei gute Sätze der BR Volleys machen Hoffnung für das Rückspiel in der Max-Schmeling-Halle. Mit einem 3:0 oder 3:1-Heimsieg würde man den “Golden Set“ (Entscheidungssatz bis 15 Punkte) erzwingen und das ist nun das große Ziel für das Match vor heimischem Publikum am Mittwoch.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir haben zu Beginn im Aufschlag zu viele Fehler gemacht und auch mit den Aufschlägen, die im Feld landeten, nicht ausreichend Druck entfacht. Der Annahmeriegel von Trentino war aber auch gut. Aus der Abwehr hatten wir gegen Ende von Satz eins unsere Möglichkeiten. Da hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Nachdem unsere eingewechselten Spieler es im zweiten Satz noch gut gemacht haben, waren wir im dritten Durchgang wieder nah dran. Mit Blick auf das Rückspiel braucht es eine Steigerung im eigenen Aufschlag. Wir müssen noch mutiger agieren und dann wird das mit unseren Fans im Rücken noch ein heißes Rückspiel in Berlin.“

Cedric Enard: „Der erste Satz war der so wichtige Durchgang, um hier in dieses Viertelfinale zu kommen. Beide Mannschaften hatten es verdient, diesen zu gewinnen, aber wir haben unsere Chance verpasst. Diese Gelegenheit musst du auf dem Niveau unter den besten Acht Europas nutzen. Danach wurde es schwer, weil Trentino großen Druck aufgebaut hat. Heute steht ein 0:3 auf der Anzeigetafel, aber dieses Viertelfinale hat noch ein zweites Kapitel. Die ganz sicher besondere Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle wird unserer Mannschaft den nötigen Push für ein spannendes Rückspiel geben. Aber vorher haben wir ein wichtiges Playoff-Match am Sonntag gegen Giesen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Cody Kessel, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 3 Blocks, 88 % Angriffsquote | Schott 10 Punkte, 2 Asse | Carle 9 Punkte
Christof Bernier

Viktoria Berlin hat einen neuen Trainer

Farat Toku (Mitte) ist neuer Cheftrainer von Viktoria Berlin. Fotocredit: Viktoria Berlin

Die Himmelblauen haben einen neuen Cheftrainer: Der 41-jährige Bochumer Farat Toku übernimmt ab sofort das Berliner Drittliga-Team und wird dabei von den Co-Trainern David Pietrzyk und Richard Krohn, Athletik-Trainer Roman Steinweg, Torwart-Trainer Marco Sejna und Physiotherapeut Javier Cordero unterstützt. In der 3. Liga stehen für Viktoria Berlin noch elf Spiele auf dem Programm. Hinzu kommt der Berliner Landespokal-Wettbewerb.

Rocco Teichmann, Sportdirektor der Himmelblauen, erklärt: „Im Rahmen unserer Suche konnten wir aus einer Vielzahl von Bewerbern und Empfehlungen einen kleinen Kandidatenkreis formen. Erstmals in der Geschichte von Viktoria Berlin mussten wir einen Trainer mit Pro Lizenz und der damit notwendigen Qualifikation für die 3. Liga finden. Farat passt mit seinem Temperament und seinen Qualitäten optimal zu uns.“

„Menschlich und fußballerisch lassen sich sehr viele Parallelen zu Viktoria Berlin ziehen. Ich stehe für vieles, wofür der Klub auch steht und habe das Gefühl, dass es zwischen uns passt. Wir wollen nun fleißig sein und in den kommenden Tagen und Wochen intensiv arbeiten, um unser Ziel, den Klassenerhalt, frühestmöglich zu erreichen. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung“, sagt Viktorias neuer Cheftrainer Farat Toku.

Peer Jaekel, Geschäftsführer von Viktoria Berlin, ergänzt: „Es ist uns gelungen, mit Farat Toku einen Trainer zu gewinnen, von dem wir uns kurz-, mittel- und langfristig die Weiterentwicklung der Mannschaft und jedes einzelnen Spielers sowie das Erreichen der sportlichen Ziele erhoffen. In vielen intensiven Gesprächen hat er uns mit seiner emotionalen und direkten Ansprache überzeugt.“

Farat Toku war von Januar 2015 bis Oktober 2019 Trainer des Regionalligisten SG Wattenscheid 09. Zwischenzeitlich übernahm er dort auch die Funktion des Sportlichen Leiters. Im März 2020 begann Toku den Lehrgang zum Fußball-Lehrer, den er im Mai 2021 erfolgreich abschloss.

Schafft er die Trendwende? Aktuell stehen die Himmelblauen nur knapp über dem Strich. Am Mittwoch, 2. März lieferten sie in Halle im Nachholspiel zwar eine gute kämpferische Leistung, unterlagen in der Schlussphase deutlich mit 1:4. Es fehlten im Angriff die berühmten Mittel. Es gelang zwar der Führungstreffer, mehr allerdings nicht.

Quelle: Viktoria Berlin