Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.
Der am kommenden Wochenende in der easyCredit BBL angesetzte Doppelspieltag schickt die Basketballer von ALBA BERLIN auf die Reise. Am Freitag (20.4., 20:30 Uhr) geben die Albatrosse ihre Visitenkarte bei den Walter Tigers Tübingen ab und 45 Stunden später am Sonntag (22.4., 17:30 Uhr) werden sie von den Basketball Löwen Braunschweig erwartet. Beide Spiele werden wie gewohnt von Telekom Sport live übertragen. Mit zwei Siegen kann sich ALBA den zweiten Tabellenplatz in der Abschlusstabelle und damit das Heimrecht in einem eventuellen Playoff-Halbfinale endgültig sichern.
Aito Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Ich bin sehr froh, dass wir jetzt endlich alle Spieler an Bord haben. Zwar haben wir es zuletzt sehr gut hinbekommen, die jeweiligen Ausfälle zu kompensieren. Aber jetzt mit dem kompletten Team auf die Playoffs hinarbeiten zu können, ist mir sehr wichtig. Dabei darf es für uns in diesen letzten Punktspielen keinen Unterschied ausmachen, ob wir gegen den Ersten oder den Letzten der Tabelle spielen. Auch müssen wir ungeachtet unserer Siegesserie beide Füße auf dem Boden behalten: Selbstvertrauen ist gut, aber zu viel Selbstvertrauen ist gefährlich!“
Bogdan Radosavljevic (ALBA-Center): „Ich bin immer wieder gerne in Tübingen, wo ich noch mit Sascha Nadjfeji und Jared Jordan zusammen gespielt habe und wo ja auch meine Frau herkommt. Dort nach meiner Verletzung erstmals wieder auf dem Parkett zu stehen, wäre für mich deshalb eine doppelte Freude.“ Niels Giffey (ALBA-Forward): Dass Braunschweig in dieser Saison so stark ist, überrascht mich wahrscheinlich weniger als andere, weil ich Frank Menz und seine Arbeitsweise ganz gut kenne. Wir konzentrieren uns aktuell sehr auf unser eigenes Spiel, aber das gegen einen so gut harmonierenden Gegner aufs Parkett zu bringen, ist schon eine besondere Herausforderung“
Das Gastspiel am Freitag in Tübingen ist für ALBA auch ein Abschiedsbesuch bei den Schwaben um die Ex-Albatrosse Phillipp Heyden (heute Tübingens Center) und Aleksandar Nadjfeji (heute Tübingens Assistant Coach), denn die Tigers stehen bereits als Absteiger fest. Nach der Trennung von Javon McCrea und Ryan Brooks lässt Tübingen seine vorerst letzte Saison in der easyCredit BBL mit nur noch neun Stammspielern ausklingen.
Eine ganz andere Stimmung erwartet die Albatrosse am Sonntag in Braunschweig, wo die zu Saisonbeginn ebenfalls als Abstiegskandidat gehandelten Basketball Löwen die untersten Tabellenränge schon seit Wochen weit hinter sich gelassen haben. Vor allem in der Volkswagen Halle trumpft das Team des ehemaligen Bundestrainers Frank Menz – als gebürtiger Berliner in seiner aktiven Zeit ein Albatros der ersten Stunde – regelmäßig auf. Seit Weihnachten hat Braunschweig zu Hause bis auf Bayern München jeden Gegner geschlagen.
Hinter diesem für viele überraschenden Erfolg steht ein gut harmonierendes Team, bei dessen Zusammenstellung Trainer Frank Menz gleich mehrere Volltreffer gelandet hat. So spielte der erst in letzter Minute verpflichtete athletische Power Forward Anthony Morse in der vergangenen Saison noch in Rumänien und Ungarn und den vielseitigen US-Guard DeAndre Lansdowne entdeckten die Braunschweiger in der ProA bei den Hamburg Towers. Lediglich bei der Verpflichtung von US-Center Scott Eatherton, der bereits im Vorjahr für Göttingen beeindruckende Zahlen auflegte, gingen die Braunschweiger ein vergleichsweise geringes Risiko ein. Gleichwohl steigerte sich auch der US-Center noch einmal um im Schnitt 5,6 Punkte und 2,5 Rebounds und ist jetzt sogar hinter John Bryant (Gießen) der effektivste Spieler in der easyCredit BBL und damit natürlich Braunschweigs großer Star.
ALBA-Bilanz gegen Tübingen
27 Siege – 5 Niederlagen (in Tübingen 12-4)
Bundesliga: 27-4 / Pokal 0-1
Höchster Sieg: 99:63 am 6. Oktober 2017 in Berlin
Höchste Niederlage: 66:70 am 23. Oktober 2009 in Tübingen
ALBA-Bilanz gegen Braunschweig
60 Siege – 11 Niederlagen (in Braunschweig 27:8)
BBL: 49-8 / Playoff: 7-2 / Pokal 4-1
Höchster Sieg: 112:75 am 7. November 1999 in Br’schweig (Bundesliga)
Höchste Niederlage: 66:76 am 29. Oktober 2004 in Br’schweig (Bundesliga)
Tore: 1:0 Kamm Al-Azzawe (65), 2:0 Steinborn (72.); 2:1 Schmunck (80.). Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit gelang es TeBe im Jahnsportpark vor etwa 1800 Zuschauern nicht, dem Anschlusstreffer aus der 80. Minute noch ein weiteres Tor folgen zu lassen. „Dynamo war über das gesamte Spiel etwas zielstrebiger“, meinte Gäste-Trainer Thomas Brdaric. Durch die fünf Verletzten, davon drei in der Offensive, sei es schon das „Maximum in der Leistungsfähigkeit“ gewesen. Dynamos Übungsleiter René Rydlewicz sah sein Team auch nur knapp im Vorteil: „Wir wussten, dass das ein starker Gegner ist, den man nicht einfach so schlägt“, sagte er. Übrigens fehlte den Gastgebern auch ihr verletzter Torjäger Dadashov, der nun ebenfalls im Pokalendspiel gegen Verbandsligisten Berliner SC passen muss. Der BSC hatte die zweite Partie des Tages nämlich in der Verlängerung mit 3:2 über Eintracht Mahlsdorf für sich entschieden. So stehen sich am 21.Mai nun BSC und BFC gegenüber.
Frank Toebs
Zum achten Mal in Folge stehen die Berlin Recycling Volleys in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft. Nach zwei knappen ersten Sätzen gewannen die Hauptstädter das zweite Playoff-Semifinale bei den United Volleys Rhein-Main mit 3:0 (28:27, 27:25, 25:16). Parallel war auch der VfB Friedrichshafen in seinem zweiten Halbfinale gegen die Alpenvolleys Haching erfolgreich – damit ist das Traumfinale perfekt.
Beide Mannschaften begannen in den Formationen, die sich schon im ersten Satz in Berlin nach der Verletzung von Patrick Steuerwald einen harten Kampf lieferten (einzig Escher ersetzte Krick bei Frankfurt). Besagten Fight bekamen auch die Zuschauer in der Fraport in den ersten zwei Sätzen geboten. Nach verhaltenem Start (3:5) wurde ein Okolic-Block der Auftakt für eine starke Aufschlagserie von Graham Vigrass, mit der die BR Volleys die Führung übernahmen (8:6). Insgesamt schwächelten beide Teams aber gewaltig am Service, weshalb sich kein hochklassiger Durchgang entwickelte (16:14, 21:20). Den ersten Satzball erarbeiteten sich dennoch die BR Volleys: Carroll vergab eine große Chance nach erfolgreicher Abwehr, doch Vigrass nutzte den vierten Satzball zur 1:0-Führung (28:26).
Der Kanadier war auch im zweiten Satz ein immens wichtiger Faktor der Moculescu-Mannschaft, erzwang mit seinem Service nicht nur die nächste Führung (8:6), sondern half seiner Mannschaft auch aus der darauffolgenden Schwächephase (9:12, 13:13). Steven Marshall ersetzte in der Folge Kapitän Kromm. Bei den Frankfurtern trumpfte insbesondere Routinier Sebastian Schwarz groß auf, aber Carroll hatte per Ass die passende Antwort (18:18). Um den nächsten Rückstand aufzuholen, brachte Moculescu Kyle Russell für den Block, der direkt zupackte (21:21). Adam White platzierte den wichtigen Aufschlag zum nächsten Satzball (24:23) und Vigrass mogelte den Ball schließlich am Block vorbei (27:25). Damit hatten die Hauptstädter den Gastgebern den Zahn gezogen und dominierten im dritten Satz von Beginn an. Wiederum ein Vigrass-Aufschlag eröffnete den Reigen und Carroll war sowohl im Block (7:3) als auch Angriff zur Stelle (13:10). Auch mit Kromm vergrößerte Moculescu noch einmal erfolgreich den Block zum Punktgewinn, ehe Vigrass wieder zweimal zur Stelle (18:12, 20:14) war. Konzentriert beendeten die Berliner mit einem stabilen „Sports&Travel MVP“ Luke Perry das Match durch einen raffinierten „Leger“ von Pujol (25:16).
Stelian Moculescu war anzumerken, dass er trotz des klaren Erfolgs nicht ganz zufrieden war: „Wir haben uns intensiv vorbereitet und dennoch oft falsch reagiert. Zeitweise waren wir auch fahrig in der Annahme. Über den Aufschlag haben wir das Spiel dann doch gewonnen. Ich bin froh, dass das heute gutgegangen ist, denn es war nicht einfach.“ Weil auch der VfB Friedrichshafen sein zweites Halbfinale mit 3:0 gegen die Alpenvolleys Haching gewann, ist das „Duell der Giganten“ perfekt. Moculescu freut sich auf die Finalserie gegen seinen Ex-Verein: „Zuerst einmal sind wir glücklich über das heutige Weiterkommen, dann werden wir den nächsten Versuch unternehmen, Friedrichshafen zu bezwingen.
Aufsteiger SC Staaken hat nach 24 Spielen 37 Punkte, Tabellenplatz 7, ganz erstaunlich, das kann erfreut festgestellt werden. Auf Platz 2,3 und 4 stehen weitere Berliner Vertreter. Nur Hertha 06 steht momentan auf einem Abstiegsplatz 15, doch da ist noch Rettung möglich. Die Differenz zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt 2 Zähler. Das kann am kommenden Wochenende mit dem Heimspiel gegen Schwerin schon anders sein. Frankfurt und der Malchower SV, beide 24 Punkte, haben Auswärtsspiele. Die 06er gehen beherzt und mit neuem Schwung in die restlichen Partien. Am vergangenen Wochenende wurde 3:2 in Strausberg beim Tabellenneunten gewonnen. Die weiteren Ergebnisse:
Malchower SV – Tennis Borussia 0:1
Schwerin – FC Hertha 03 3:0
Anker Wismar – GW Brieselang 2:1
Optik Rathenow – Lichtenberg 47 0:0
Torgelower FC – Brandenburg Süd 1:0
Victoria Seelow – Hansa Rostock II 3:4
1.FC Frankfurt – SV Altlüdersdorf 0:1
FC Strausberg – CFC Hertha 06 2:3
Die Berliner fuhren also 2 Siege, eine Niederlage und ein Remis ein. Das torlose Unentschieden bescherte uns Tabellenführer Optik Rathenow zu Hause gegen Lichtenberg 47 (jetzt 50 Punkte). Nanu, kriegt Rathenow etwas das Flattern? Bisher standen sie als souveräner Tabellenführer fest – unangreifbar, fast uneinholbar. Zahlt sich TeBe’s Geduld und effektive Arbeit aus? Optik hat 25 Spiele und 59 Punkte. TeBe hat 24 Spiele und 54 Punkte. Gewinnen die Veilchen auch das Nachholspiel sind es nicht mehr für möglich gehaltene 57 Punkte. Bis auf 2 wären sie an Rathenow dran. Wer hätte das gedacht? TeBe hat am Samstag, 14.oo Uhr, Mommsenstadion, ein Heimspiel gegen V. Seelow, dem Tabellenvorletzten. Optik Rathenow empfängt am Samstag, 14.oo Uhr, Anker Wismar, den Tabellenfünften. Damit kein Berliner Verein zu kurz kommt, seien die Begegnungen Lichtenberg 47 – Torgelow und Hertha 03 – Malchower SV am Sonntag, 14.oo, auch erwähnt. Fazit: In der Oberliga spitzt sich nicht nur der Abstiegskampf zu, sondern ab jetzt auch das Ringen um die Tabellenführung. Spannung belebt das Geschäft.
Das heißt im Berlin-Derby VSG Altglienicke –FC Viktoria 89 siegte die VSG 2:1: Das war auch bitter nötig, der Aufsteiger kämpft vehement gegen den Abstieg und steht nun nach 27 Spieltagen mit gerade mal 31 Punkten und nur Dank dem besseren Torverhältnis über den Strich. Es noch 3 Unentschieden und eine Niederlage. Welch schlechte Ausbeute, aus Berliner Sicht gab es erfolgreichere Spieltage.
Die Ergebnisse:
Chemie Leipzig (16.) – BFC Dynamo 1:0.
VSG Altglienicke – FC Viktoria 89 2:1
Germania Halberstadt – Berliner AK 07 3:3
ZFC Meuselwitz – Hertha BSC II 1:1
Der BFC bleibt Tabellenzweiter mit 53 Punkten und plant garantiert schon für die kommende Saison – natürlich wieder in der RL Nordost. Gegen Chemie experimentierte Dynamo mit der Aufstellung (oder schonte einige Spieler für den Pokal). Das ging prompt in die Hose. Chemie kommt damit auf 29 Punkte, Platz 16. Der Berliner AK holte als Tabellenvierter beim 3:3 immerhin einen Punkt in Halberstadt. Das gelang Chemie auch eine Woche davor. BAK 07 hat damit wie Nordhausen 41 Punkte, steht einen Zähler besser da als Lok Leipzig und ist doch auch ein ordentlicher Vertreter Berlins. Herthas 1:1 in Meuselwitz hätte dem Spielverlauf nach und den Torchancen entsprechend eigentlich einen Sieg der Herthaner erbringen müssen. Aber wie das im Fußball so ist, die Ante Covic-Truppe vergaß nach früher Führung nachzulegen. 0:1 (3.) Egerer. Noch vorm Pausentee gelang Meuselwitz durch le Beau (45.) der Ausgleich. Herthas Zweite hat 39 Punkte und bleibt auf Rang 6. „Genug getan“ in der Regionalliga wird besser als in vergangenen Tagen nicht Herthas Anspruch sein. Das Nachholspiel gegen Energie Cottbus wurde im Amateurstadion 0:2 verloren. Cottbus hat deren 73 Punkte, 20 mehr als BFC Dynamo. 6 Spiele bleiben den Cottbussern noch. Der nächste Spieltag wird bereits wochentags ausgetragen – mit der interessanten Begegnung am Donnerstag,19.04. 19.00 Uhr Jahn-Stadion VSG Altglienicke – Chemie Leipzig. Fällig gewesen wäre auch das Berlin-Derby Berliner AK – BFC Dynamo. Doch die Begegnung wurde auf den 9.Mai verlegt.
Taumelnde Boxer sind oftmals die gefährlichsten. Dessen sind sich die BR Volleys vor dem zweiten Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen die vom Verletzungspech geplagten United Volleys Rhein-Main bewusst. Den angeschlagenen Kontrahenten wollen die Berliner am Mittwochabend (18. Apr um 19.00 Uhr) in der Frankfurter Fraport Arena dennoch besiegen. Mit einem Erfolg würden die Hauptstädter zum achten Mal in Folge in das Finale um die Deutsche Meisterschaft einziehen. Das Auftaktmatch der Playoff-Halbfinalserie stand unweigerlich unter dem Einfluss der schweren Verletzung von United-Zuspieler Patrick Steuerwald, der sich beim Stand von 9:9 im ersten Satz nach einer Blockaktion das Sprunggelenk auskugelte. Glücklicherweise diagnostizierten die Ärzte im Berliner Virchow-Klinikum keine Fraktur. Nach dem Ausfall ihres Führungsspielers fanden die Frankfurter jedoch nicht mehr richtig in die Spur, weshalb Gästetrainer Michael Warm nach der Partie von einem „brutalstmöglichen Schlag ins Gesicht“ seiner Mannschaft sprach. Mit einem 3:0-Heimerfolg, bei dem die letzten beiden Sätze mit 25:12 und 25:17 relativ deutlich endeten, legten die BR Volleys in diesem Semifinale eindrucksvoll vor.
Den Gegner zur Verzweiflung bringen. Foto: Eckhard Herfet
Auf den gezwungenermaßen vorgenommenen Zuspieler-Wechsel der Frankfurter hatten sich die BR Volleys rasch eingestellt, auch wenn Coach Stelian Moculescu hier vor dem Rückspiel noch einmal ansetzen möchte. „Wir haben gesehen, wie der Junge spielt und wollen uns darauf bestmöglich vorbereiten“, sagt der Berliner Trainer über Steuerwalds Vertreter Jannis Hopt und betont: „Wir müssen genauso konzentriert agieren wie im Auftaktmach.“ Nach dem klaren Heimsieg will man nun endlich auch einmal auswärts die eigene Leistungsgrenze erreichen. Bekanntlich konnten die BR Volleys zuletzt in der Ferne nicht immer überzeugen. In Frankfurt ging nicht nur das Duell der Hauptrunde (2:3), sondern auch das letztjährige Playoff-Halbfinale verloren (1:3). Schon damals gewannen die Hauptstädter das erste Match der Serie mit 3:0, kamen dann in der Mainmetropole aber unter die Räder. Dieses Erlebnis hat Co-Kapitän Paul Carroll – im Hinspiel einer der Leistungsträger seines Teams – noch in deutlicher Erinnerung: „Natürlich sind es in der Fraport Arena andere Voraussetzungen. Dort haben die United Volleys ihre Fans hinter sich. Aber wenn wir genauso auftreten wie im Heimspiel, sind wir nur ganz schwer zu schlagen“, ist der Australier dennoch positiv gestimmt.
Das aus der Dominanz im ersten Match gewonnene Selbstvertrauen packen Carroll und Co jedenfalls mit in ihr Reisegepäck, wenn sie sich morgen auf den Weg nach Frankfurt machen. Für die Mannschaft gilt es jetzt, eben jenes Selbstbewusstsein auch auswärts in Leistung umzusetzen und dabei die Mahnung von Manager Kaweh Niroomand zu beachten, welche lautet: „Das wird gewiss kein Spaziergang für uns.“ Sportdeutschland.TV zeigt das Spiel im Livestream.
Die Füchse Berlin hatten in ihrem Heimspiel gegen Frisch Auf! Göppingen beim 33:19 (17:6) überraschend wenig Mühe. Von Beginn an hatten die Berliner den Gegner im Griff und profitierten vor allem von einer sehr starken Leistung von Fabian WIede als Spielmacher und Silvio Heinevetter im Tor. Mit gestärkter Brust gehen die Füchse damit in das Spiel am Donnerstag in Kiel und die Europapokalspiele, allen voran auch Steffen Fäth, der mit 6 Treffern bester Torschütze war. Beide Teams begannen mit einer 6:0-Abwehr und wollten aus einer starken Abwehrleistung heraus den Gegner in Griff bekommen. Gleich den ersten Angriff konnten die Göppinger erfolgreich verwandeln, dazu eine Parade des gegnerischen Torhüters Primoz Prost. Doch dann lief bei den Gästen nichts mehr zusammen. Fabian Wiede interpretierte genial die Rolle des Spielmachers, dirigierte seine Kollegen und brachte vor allem seine Nebenleute Steffen Fäth und Mattias Zachrisson ins Spiel.
Von Beginn an im Spiel war aber vor allem auch Silvio Heinevetter. Der Torhüter parierte gleich den ersten Göppinger Strafwurf und konnte hinter einer sicheren Abwehr immer wieder glänzen. Bei den Füchsen passte einfach alles, auch ungewohnte Rollen wurden perfekt umgesetzt. So war es Fabian Wiede, der mit einem blinden Pass in der ersten Welle den mitgelaufenen Jakov Gojun am Kreis bediente, so dass der zum 9:3 einnetzte. Bereits in der 22. Minute, Heinevetter zu dem Zeitpunkt mit einer Quote von 64%, begann Füchse-Trainer Velimir Petkovic zu wechseln und die Belastung zu steuern. Dem Spielfluss tat das keinen Abbruch, der eingewechselte Johan Koch holte einen Siebenmeter heraus und Hans Lindberg traf zum 14:4 (24.). Trotz der deutlichen Führung wurde um jeden Ball gekämpft, allerdings musste auch Gojun zwei Minuten vor der Pause nach einer Verletzung an der rechten Hand ausgewechselt werden. Beim 17:6-Halbzeitstand war das Spiel längst entschieden.
Auch in der zweiten Pause fiel den Göppingern nichts mehr ein, es fehlten die Ideen und taktischen Alternativen um die Füchse ins Wanken zu bringen. Zwar hatte es der Göppinger Trainer Dr. Rolf Brack vor der Pause mal mit dem siebten Feldspieler probiert, doch die Füchse trafen nach Ballgewinnen auch ins leere Tor. Stattdessen drückten die Füchse dem Spiel weiter ihren Stempel auf, spielten befreit auf und bauten den Vorsprung immer weiter aus. Füchse-Trainer Velimir Petkovic konnte die entspannte Situation nutzen um zu wechseln, in den Positionen zu variieren und letztlich die zweite Halbzeit auch als Vorbereitung auf die kommenden schweren Aufgaben zu nutzen. Und obwohl die Füchse dann in den letzten 15 Minuten einen Gang zurückschalteten, es war am Ende der höchste Saisonsieg mit dem 33:19 (17:6).
Steffen Fäth: Wir haben in der ersten Halbzeit eine unglaublich gute Abwehr gespielt, Göppingen ist einfach nichts eingefallen. Wir haben viele gute Spieler und es ist vielleicht noch nicht alles rund, aber man sieht ja, dass es immer besser wird.
Velimir Petkovic, Trainer: Wir haben gesehen, dass meine Mannschaft mit einer richtig professionellen Einstellung ins Spiel gegangen ist. In der ersten Halbzeit haben wir phänomenal in der Abwehr gestanden. Darauf aufbauend ist eine sehr gute Torhüterleistung von Silvio Heinevetter im Tor gekommen. Wir haben dieses Spiel im Paket vorbereitet, denn wir haben am Donnerstag ein schweres Spiel in Kiel und dann zwei Tage später in Nasice. Das ist nicht so einfach sich auf so eine Woche vorzubereiten. Wir haben sehr gut gespielt, dazu sind alle Spieler von der Bank sehr gut ins Spiel gekommen. Darauf bin ich sehr stolz.
Was mit Jakov Gojun ist, dass muss unser Arzt sagen, es ist wohl irgendetwas mit der Kapsel, aber das müssen wir erst untersuchen.
Volker Zerbe, Sportkoordinator: Wir haben uns sehr gut vorbereitet und die Mannschaft ist auch so ins Spiel gekommen. Es war richtig Spielfreude da und das hat sich auch aufs Publikum übertragen. Insgesamt sehr tolle Ergebnisse für uns dieses Wochenende. Die 2. Mannschaft ist gestern aufgestiegen, die A-Jugend hat gestern gewonnen, jetzt müssen heute nur noch die B- und C-Jugend gewinnen.
10:17 (4:7, 1:3, 3:2, 2:5). Torschützen: N. Dedovic 5, T. Negrean 4, M. Cuk 2, L. Gielen, M. Jüngling, L. Küppers, B. Reibel, M. Restovic, R. Saudadier 1. Zu Beginn der Best-of-Five-Halbfinals der Meisterschaft, wo sich die vier deutschen Topteams gegenüberstehen, erzielte das Berliner Team am Samstag den erwarteten Sieg. Neben den Duisburgern und den Berlinern nehmen zudem auch der OSC Potsdam sowie Waspo Hannover an der Halbfinalserie teil. Am Samstag zeigte sich der Berliner Angriff in bester Wurflaune. Die erzielten 17 Tore stellen eine angemessene Leistung dar. – Die Verteidigung dagegen muss eine Leistungsverbesserung anstreben. Die relativ hohe Anzahl der Duisburger Tore entspricht nicht dem gewünschten Leistungsniveau des Berliner Teams.
Nikola Dedović und auch Tiberiu Negrean zeigten sich in bester Torwurflaune. Mateo Cuk konnte sich nach seiner Verletzung erfolgreich im Team zurückmelden. Aufgrund einer Operation an der Schulter hatte Cuk eine Pause von 2,5 Monaten überstehen müssen.
Dieses Halbfinalspiel war das erste der Best-of-Five-Serie. Am kommenden Wochenende wird diese Serie in Berlin, in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, fortgesetzt. Am Samstag um 16 Uhr sowie am Sonntag um 14 Uhr treffen diese beiden Teams daher zu ihrer zweiten und dritten Begegnung des diesjährigen Halbfinales aufeinander. Wenn das Berliner Team beide Spiele erfolgreich abschließen kann, wird diese Halbfinalserie daher am Sonntag beendet sein. Die Berliner haben allerdings zuvor noch eine weitere Aufgabe vor sich. Am Mittwoch steht in der Champions League das Spiel in Szolnok (HUN) an: Mittwoch, 18. April um 16:30 Uhr.
In Szolnok wird das Team der Wasserfreunde mit Sicherheit intensiver gefordert werden als im Spiel gegen die Duisburger. Die Verteidigung wird darum konzentrierter arbeiten müssen. Szolnok ist der Titelverteidiger in der Champions League. Im vergangenen November gelang den Wasserfreunden im Hinspiel mit 10:9 Toren ein Überraschungssieg gegen das ungarische Erfolgsteam. Mannschaftskapitän Marko Stamm macht deutlich: „Die Stimmung innerhalb des Teams ist hervorragend. Es ist Zeit für einen weiteren Überraschungssieg!“
Den BR Volleys ist am Samstagabend der Start in das Playoff-Halbfinale gegen die United Volleys Rhein-Main geglückt. Überschattet wurde der deutliche 3:0-Sieg (25:21, 25:12, 25:17) jedoch von der schweren Verletzung von Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald, dem die Hauptstädter an dieser Stelle alles Gute wünschen. Topscorer im ersten Spiel der „best of three“-Serie vor 4.122 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle waren „Sports&Travel“-MVP Paul Carroll (16 Punkte) und sein australischer Landsmann Lincoln Williams (11). Mit Aleksandar Okolic, Graham Vigrass, Robert Kromm, Adam White, Paul Carroll, Pierre Pujol und Libero Luke Perry in der Startformation legten die Berliner einen klassischen Fehlstart hin. Nach starken Aufschlägen von United-Kapitän Sebastian lag man schnell mit 3:8 zurück. Ebenso schnell fingen die Berliner die Gäste aber auch wieder ein (9:9), bevor es ganz still im Volleyballtempel wurde. Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald verletzte sich schwer am Sprunggelenk und wurde unter dem tröstenden Applaus des Berliner Publikums direkt von der Arena ins nahegelegene Virchow-Klinikum gebracht. Jannis Hopt übernahm und musste mit ansehen, wie seine Teamkollegen zweimal krachend von Graham Vigrass geblockt wurden (15:13). Trotz äußerst schwacher Annahme im ersten Satz (nur 20 % positiv) entschied eine Aufschlagserie von Pujol den ersten Durchgang endgültig zugunsten des Heimteams (22:18). Carroll drückte den Ball gegen Schwarz zur 1:0-Satzführung ins United-Feld (25:21).
Der BR Volleys-Block zeigte sich in Galaform: Nach einem Ass von Vigrass blockte Okolic zum deutlichen Vorsprung im zweiten Durchgang (7:2). Der Druck auf die United-Annahme war konstant hoch – bester Beleg: das nächste Ass von White zum 10:4. Bei den jungen Frankfurtern wurde Steuerwalds ordnende Hand schmerzlich vermisst. Auf 18:9 zogen die Hauptstädter davon, bevor Moculescu Sebastian Kühner und Kyle Russell für die Schlussphase dieses Satzes ins Spiel brachte. Letztgenannter fügte sich mit einem Ass genau ins Eck nahtlos ein (22:11). Nach einem Aufschlag von White schien auch Satz zwei „im Sack“, doch noch einmal brachten die Uniteds den Ball zurück, bevor der Australier fulminant aus dem Hinterfeld vollstreckte (25:12).
Foto: Eckhardt Herfet
In Aufschlag und Block blieben die BR Volleys klar spielbestimmend. Ähnlich wie schon gegen Lüneburg begingen Kromm & Co. trotz hohem Risiko wenig Fehler. Das mündete in einer 9:6-Führung im dritten Durchgang und als sich Carroll nach schöner Abwehr auch noch spektakulär gegen den Dreierblock der Uniteds durchsetzte, war spätestens klar: Es funktioniert nahezu alles (12:6). Zwar konnte Lincoln Williams nochmal einen Ball krachend zu Boden bringen, doch das hatte Seltenheitswert. Die BR Volleys waren regelmäßig in der Abwehr zur Stelle (18:12). Wie so oft in den letzten Wochen trat Adam White zum Aufschlag an, als es dem Matchgewinn entgegen ging. Mit zwei Servicewinnern beendete er ein nach der Verletzung von Patrick Steuerwald weitgehend einseitiges Spiel (25:17).
Gästetrainer Michael Warm erklärte die Niederlage mit dem Schockmoment im ersten Satz: „Wir waren gut vorbereitet und sind auch gut gestartet. Nach der Verletzung von Patrick sind wir aber nicht mehr zurechtgekommen. Die Spieler haben realisiert, was passiert ist und dann sind wir auseinandergefallen. Patrick und Sebastian sind die erfahrenen Stützen des Teams und tragen die Mannschaft. Wenn dann so etwas passiert, mache ich den jungen Spielern keinen Vorwurf.“ Auch BR Volleys Mittelblocker Aleksandar Okolic litt mit Steuerwald: „Die Verletzung war natürlich ein Schock für alle, danach musste man sich erst einmal wieder sammeln. Wir wünschen ihm vom gesamten Team gute Besserung! Der Schlüssel zum Sieg war unser guter Aufschlag. Dadurch konnten wir im Block dominant agieren. Nach den anfänglichen Problemen gegen Schwarz‘ Aufschläge haben wir die Annahme etwas umgestellt. Das hat sich ausgezahlt.“ Am Mittwoch (18. Apr. um 19.00 Uhr) wollen die Berliner in Frankfurt direkt nachlegen, wie der Serbe betont: „United ist ein gutes Heimteam, also ist diese Serie noch lange nicht entscheiden. Wir müssen dort genauso konzentriert spielen.“
Während sich die Profis der BR Volleys auf der Zielgerade der Saison befinden, beginnen auch für die SCC JUNIORS die wichtigen Wochen. Den Grundstein für ein erfolgreiches Spieljahr legten sowohl die U16 als auch die U14 mit dem Gewinn der Berliner Meisterschaften. Zur Vorbereitung auf die nächsten Turniere ging es in den Osterferien nach Italien. Außerdem wurde mit der #1000Teile-Aktion der Berliner Volleyball-Nachwuchs neu eingekleidet. U16 und U14 sind Berliner Meister. Gleich zu Beginn des Monats März stand der erste große Erfolg ins Haus: Das Auswahlteam der U16 SCC I wurde Berliner Meister und qualifizierte sich damit für die Nordostdeutschen Meisterschaften. Die zweite Vertretung des SCC – mit Spielern jüngerer Jahrgänge – belegte einen guten vierten Platz. Mit Jannis Wiesener (Angriff) und Victor Wilhelms (Block/Abwehr) stellten die Turniersieger vom SCC I auch gleich zwei MVPs der Wettkämpfe. Zwei Wochen später gelang den SCC JUNIORS der U14 Selbiges. Mit gleich drei Vertretungen am Start wurde der SCC 1 seiner Rolle als Mitfavorit gerecht und sicherte sich ebenfalls den Titel Berliner Meister. Auch dieses Team hat nun die Chance, sich überregional zu beweisen.
BIG PICTURE. Dieses Zeichen für den Nachwuchs bleibt unvergessen: Zum letzten Hauptrundenspiel der BR Volleys gegen die Volleyball Bisons Bühl stürmten am 24. März knapp 750 Kinder den Court in der Max-Schmeling-Halle für ein BIG PICTURE. Titelsponsor Berlin Recycling hatte gemeinsam mit dem Hauptstadtclub den Berliner Volleyballnachwuchs neu eingekleidet. Aus der ursprünglichen #1000Teile-Aktion wurden dank der Großzügigkeit des Partners kurzerhand über 1500 kostenlose Trikots und Hosen, die an 47 Nachwuchsmannschaften verteilt wurden – darunter natürlich auch einige SCC JUNIORS. Bei der Organisation dieses logistischen Meisterwerks halfen auch die Jugendtrainer des SCC tatkräftig mit.
Trainingslager und Turnier in Turin (ITA): Als Vorbereitung auf die Nordostdeutschen Meisterschaften und die dann hoffentlich folgenden Deutschen Meisterschaften machte sich das Berliner Auswahlteam der U16 in den Osterferien auf den weiten Weg nach Turin. Nach einem Testspiel-Stopp beim TSV Grafing in Bayern luden die Gastgeber von Volley Parella Torino am ersten Tag in Italien zum Sightseeing ein. Tags darauf startete das internationale Turnier, bei dem die Berliner Auswahl aus Sport-Club Charlottenburg, Rotation Prenzlauer Berg und Berliner TSC Gruppenzweiter wurde. Obwohl man im Halbfinale ausschied, sammelten die Junioren wertvolle Erfahrungen auf hohem Niveau, die sie am Wochenende (15. Apr) bei den Nordostdeutschen Meisterschaften in Berlin nutzen wollen.
Foto: Eckhardt Herfet
„Spieler des Monats“ März. Auch im Monat März hat sich wieder ein Nachwuchs-Akteur der SCC JUNIORS durch eine besondere Leistungsentwicklung hervorgetan und wird im Rahmen des ersten Playoff-Halbfinals gegen die United Volleys Rhein-Main am Samstag (14. Apr um 18.30 Uhr | Tickets: http://bit.ly/PlayoffHF_BRVUVR ) vor mehreren Tausend Zuschauern im Volleyballtempel ausgezeichnet. Der „Spieler des Monats“ März ist: Arkadij Yaremenko | Jahrgang 2003 | Leistungsklasse 2 | Charlottenburg.
„Für uns ist es das A und O, den Heimvorteil zu nutzen und möglichst gleich das erste Spiel zu gewinnen“, gibt Manager Kaweh Niroomand seinem BR Volleys Team vor dem Playoff-Duell mit den United Volleys Rhein-Main klar die Richtung vor. Am Samstag (14. Apr um 18.30 Uhr) empfangen die Berliner die Hessen zum Auftakt der Halbfinalserie und wollen den Grundstein für eine erneute Teilnahme an den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft legen. Nur fünf Tage und ein „Testspiel“ unter Wettkampfbedingungen gegen die Weltauswahl von Zenit Kazan in der CEV Champions League blieben Cheftrainer Stelian Mocluescu nach der Aufnahme seiner Tätigkeit am 12. Februar in Berlin, um das BR Volleys Team nach unruhigen Wochen auf Erfolgskurs zu bringen. Es gelang dem 67-Jährigen innerhalb kurzer Zeit, seinen neuen Spielern sowohl Selbstvertrauen als auch Leidenschaft einzuimpfen, sodass das richtungsweisende Hauptrundenspiel gegen die United Volleys am 17. Februar in der Max-Schmeling-Halle mit 3:1 gewonnen wurde. Von diesem Tag an kristallisierten sich die Hauptstädter als Tabellenzweiter heraus und haben sich dank dieser Platzierung beim nun anstehenden Wiedersehen mit den Frankfurtern den Heimvorteil gesichert.
Für Kaweh Niroomand ist es eine „Frage des Rhythmus“, wer dieses Halbfinale für sich entscheidet, weshalb der Iraner der kniffligen Viertelfinalserie gegen Lüneburg durchaus Positives abgewinnen kann: „Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass wir über drei Spiele gegangen sind. Man muss diesen Playoff-Modus jedes Mal aufs Neue annehmen und beherrschen. Das ist etwas komplett anderes als die Normalrunde“, sieht er Kapitän Robert Kromm & Co gewappnet für das erneute Aufeinandertreffen mit den starken Hessen. Die waren nach einem größeren Umbruch im vergangenen Sommer in dieser Spielzeit vom Verletzungspech geplagt. Erst konnte der Australier Mitchell Tulley der Mannschaft von Cheftrainer Michael Warm nicht wie erhofft helfen (der Vertrag wurde vor Saisonbeginn aufgelöst), dann plagten Neuzugang Sebastian Schwarz regelmäßig körperliche Probleme und zuletzt fiel auch noch Leistungsträger Lukas Bauer verletzungsbedingt aus. Mittlerweile hat Warm wieder alle Spieler im Aufgebot und kann bei seinem jungen, athletischen Team demzufolge aus dem Vollen schöpfen. Im Playoff-Viertelfinale gegen den TSV Herrsching waren die beiden Routiniers Schwarz und Bauer neben Zuspieler Patrick Steuerwald die wichtigsten Erfolgsgaranten.
Beim BR Volleys Team sah Kaweh Niroomand, neben dem Heimvorteil, noch einen anderen Schlüsselfaktor für das Erreichen der Runde der besten vier Vereine. „Im Entscheidungsspiel gegen Lüneburg haben wir mit unserem Aufschlag richtig Druck gemacht und dabei nur sechs eigene Fehler verursacht“, lobt Niroomand ein im Saisonverlauf häufig instabiles Spielelement beim Hauptstadtclub. Gegen die fast schon berüchtigte Frankfurter „Gummiwand“, wie man sie aus den packenden Duellen der letzten Jahre kennt, soll Moculescus Spielphilosophie, nämlich den Service als erste Chance zum Punkten zu sehen, einmal mehr Früchte tragen. Mit dieser Risikofreudigkeit wollen die Männer in Orange ihre Fans am Samstagabend im Volleyballtempel begeistern und bestenfalls mit einem Erfolgserlebnis in das Playoff-Halbfinale starten.
Foto: Eckhardt Herfet
Neuauflage des Semifinal-Thrillers
Knapp ein Jahr ist es her, als dem Publikum im Berliner Volleyballtempel der Atem stockte: Im dritten Halbfinalspiel zwischen den BR Volleys und den United Volleys Rhein-Main hatte Robert Kromm soeben seinen Angriff zum 24:26 im vierten Satz ins Netz gesetzt. Damit stand es in der Serie 1:1 und im Match 2:2 – ein letzter Tiebreak entschied also über den Finalteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft. Wird sich die am Wochenende (14. Apr um 18.30 Uhr) beginnende Neuauflage des Volleyball-Thrillers ähnlich zuspitzen?
Kopf gesenkt, ein kurzes Abklatschen mit Sebastian Kühner, beim Seitenwechsel auf der Bank einmal kräftig durchgepustet – dann fokussierte sich Kapitän Robert Kromm nach seinem Fehler auf den letzten Satz eines dramatischen Halbfinals gegen die United Volleys Rhein-Main. Das besagte Playoff-Entscheidungsspiel und die Semifinal-Serie standen spätestens zu diesem Zeitpunkt auf des Messers Schneide. Kromm erinnert sich: „Klar war der Druck damals groß. Umso wichtiger war, dass wir direkt gut in den Tiebreak gestartet sind.“
In diesem zogen die BR Volleys vom ersten Ballwechsel an eindrucksvoll ihren Kopf aus der sprichwörtlichen Schlinge und schafften – wie sollte es anders sein – durch einen abschließenden Block von Kromm das 15:10 und damit den Finaleinzug. „Das war damals denkbar knapp, wie schon so oft gegen Frankfurt. Ich erinnere mich natürlich auch an die beiden ganz engen Pokalspiele in der Max-Schmeling-Halle“, blickt der BR Volleys Kapitän zurück auf die spannende Historie des Duells BR Volleys gegen United Volleys.
Zwar haben mit Christian Dünnes, Moritz Reichert und Jan Zimmermann vor der Saison 2017/2018 mehrere Leistungsträger den Club verlassen, dennoch zählen die „Newniteds“ fraglos auch mit ihrem aktuellen Kader zur nationalen Spitze. In der Hauptrunde gewannen beide Mannschaften jeweils ihre Heimspiele (Berlin 3:1, Frankfurt 3:2). Die Neuauflage des Semifinals zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten verspricht also auch 2018 Dramatik pur. Wie nah Freude und Enttäuschung in diesem Spitzenduell beieinander liegen können, hat die Vergangenheit oft genug gezeigt. Robert Kromm ist vor Spiel eins am Samstag dennoch optimistisch: „Wenn es wirklich darauf ankam, haben wir gegen die Frankfurter immer gewinnen können. Daraus ziehen wir Spieler, die schon länger dabei sind, natürlich wichtiges Selbstvertrauen.“
Die Playoff-Halbfinalserie im Überblick:
April um 18.30 Uhr | BR Volleys vs. United Volleys
April um 19.00 Uhr | United Volleys vs. BR Volleys
April (Uhrzeit offen) | BR Volleys vs. United Volleys