BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Düren dominiert in Spiel eins

Das war nicht der Start in das Playoff-Halbfinale, den die BR Volleys sich erhofft haben. Mit 1:3 (17:25, 18:25, 25:20, 21:25) mussten sich die Berliner den SWD powervolleys Düren am Samstag geschlagen geben. Die Rheinländer präsentierten sich deutlich entschlossener und zeigten genau das, was die Männer um Kapitän Sergey Grankin nun am Mittwoch (24. Mrz um 19.30 Uhr) in Spiel zwei auf die Platte bringen müssen. 

Die Intensität in dieser Begegnung war von Beginn an erwartet hoch. Die selbstbewussten Dürener zeigten sich im Block direkt unheimlich präsent und dominierten die Anfangsphase (3:8). Während die Berliner Schnellangreifer nicht zum Zug kamen, war Timothée Carle (4 Zähler) noch der verlässlichste Punktesammler im ersten Satz. Die nun zehn Spiele ungeschlagenen Powervolleys erlaubten sich in ihrer Arena jedoch kaum Wackler in der Annahme und dominierten den Auftaktsatz energiegeladen (8:14, 14:22). Ein kurzzeitiger Doppelwechsel mit Pierre Pujol und Davy Moraes (für Benjamin Patch und Sergey Grankin) änderte nichts mehr am ersten Satzgewinn für die Gastgeber (17:25). Dieser Erfolg war Wasser auf die Mühlen der Hausherren und während die Berliner nach ihrem Aufschlag suchten, ließ Düren keinen Deut nach (4:6, 8:13). Cedric Enard reagierte in kurzer Abfolge mit den Einwechslungen von Renan Michelucci, Pujol (diesmal dauerhaft) und Denys Kaliberda. Allerdings war Sebastian Gevert weiter kaum zu stoppen (14:20). So setzte Samuel Tuia den letzten Angriff des Satzes zum 0:2 ins Aus, als dieser bereits entschieden war (18:25).

Grankin kehrte zurück, aber vor allem Kaliberda gab die Impulse, die das Berliner Spiel so dringend benötigte. Der deutsche Nationalspieler hielt sein Team im Spiel (7:6, 13:14). Dann setzte Michelucci den so wichtigen Block (18:16) und Cody Kessel kam für den Satzball, den er selbst zum 1:2-Anschluss (25:20) verwandelte. Hoffnung keimte auf und Tim Carle eröffnete Satz vier mit einem Singleblock gegen Gevert. Allerdings revanchierte sich der Chilene prompt mit seinem gewohnt starken Service (1:4). Nun waren die Rheinländer wieder obenauf (3:10), bis Kaliberda mit seinen Aufschlägen noch einmal für den Ausgleich sorgte (11:11). Der fünfte Block von Broshog brachte die Hauptstädter (16:19) allerdings wieder ins Hintertreffen und in der Folge servierte Gevert drei spielentscheidende Asse (19:24, 21:25). Nun werden die Dürener mit noch breiterer Brust am Mittwoch in Berlin aufschlagen und die BR Volleys müssen in ihrer Arena die Serie wieder ausgleichen, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Stimme zum Spiel
Benjamin Patch: „Das war natürlich kein gutes Spiel von uns. Wir kamen nach dem Viertelfinale eigentlich mit einem guten Gefühl hierher, aber Düren hat von Anfang an unheimlich Tempo gemacht. Wir hatten dem zu wenig entgegenzusetzen. Jetzt müssen wir am Mittwoch direkt hellwach sein und zeigen, dass wir den Sieg genauso sehr wollen wir sie.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Pierre Pujol, Renan Michelucci, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Cody Kessel

Topwerte
Patch 18 Punkte, 3 Blocks | Carle 13 Punkte | Kaliberda 8 Punkte, 2 Asse
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

ALBA will ins Halbfinale

Die Basketballer von ALBA BERLIN haben sich mit zwei Auftaktsiegen im Playoff-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen ratiopharm Ulm eine gute Ausgangsposition erspielt. In der Serie „best-of-five“ fehlt dem Team von Coach Aito Garcia Reneses jetzt nur noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale. Natürlich wollen die Albatrosse jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen und den dritten Sieg gleich am Sonntag (26. Mai, 15 Uhr) in Spiel drei in der Mercedes-Benz Arena unter Dach und Fach bringen.

Stimmen
Aito Garcia Reneses (Head Coach ALBA BERLIN): „In den ersten beiden Spielen gegen Ulm konnte man sehen, wie gut es uns getan hat, dass wir wieder mehr Zeit zur Vorbereitung hatten. Wir haben mit mehr Energie und Konzentration gespielt als in den Wochen zuvor, wo wir von einem Spiel zum nächsten gehetzt sind. Wenn wir am Sonntag auch gewinnen, hätten wir vor dem Halbfinale wieder eine ganze Woche Zeit. Aber natürlich geht es am Sonntag primär um etwas anderes. Es geht um den Einzug ins Halbfinale.“

Johannes Thiemann (Center ALBA): „Bei 0:2 ist der Druck, der auf den Ulmern liegt, schon ziemlich groß und Ulm hat in dieser Saison noch kein Spiel gegen uns gewonnen. Aber ich erwarte trotzdem, dass sie mit dem Rücken zur Wand noch einmal alles versuchen werden, um zumindest noch ein viertes Spiel in Ulm zu erzwingen. Deshalb könnte es am Sonntag noch schwerer werden als in den ersten beiden Spielen.“

Infos
Dass eine Serie bei 2:0 noch nicht entschieden ist, demonstrierten ALBA und Ulm vor fünf Jahren bei ihrem letzten Playoff-Duell im Viertelfinale 2014. Auch da führte ALBA schon 2:0, aber die Ulmer erzwangen mit einem 71:64-Sieg in Berlin ein viertes Spiel in Ulm. Das gewann ALBA damals zwar in Ulm 95:89 und zog mit 3:1 ins Halbfinale ein. Aber eine Wiederholung dieses Szenarios möchte sich ALBA fünf Jahre später bei der Neuauflage selbstredend ersparen.

Ob die Ulmer am Sonntag in der Lage sind, gegen ALBA noch einmal eine Schippe draufzulegen, wird auch davon abhängen, ob es gelingt, die zuletzt angeschlagenen Spielmacher Patrick Miller und Per Günther wieder fit zu bekommen. Zwar sprang Ex-Albatros Ismet Akpinar auf Ulmer Seite mit zahlreichen Assists und Dreiern wacker in die Bresche, aber so ganz ohne Unterstützung hatte er doch einen schweren Stand gegen Derrick Walton jr. und Martin Hermannsson, die den verletzungsbedingten Ausfall Peyton Sivas stark kompensierten und wettmachten.

Während ein Einsatz Millers und Günthers fraglich sind, sind die Vorzeichen auf den anderen Positionen klar. Auf dem Flügel haben die Ulmer ihre auffälligsten Spieler im flinken und explosiven US-Guard Javonte Green, der mit im Schnitt 15 Punkten in den ersten beiden Spielen Topscorer seiner Mannschaft war, und im vielseitigen US-Forward Ryan Thompson, der mit seinen 30 Jahren der erfahrenste Spieler im Ulmer Team ist. Mit Katin Reinhardt und David Krämer kommen zwei gefährliche Dreierschützen von der Bank.

Im Frontcourt hat der athletische US-Power Forward Dwayne Evans, der in der Punktrunde Ulms Topscorer und bester Rebounder war, mit dem neuseeländischen Nationalcenter Isaac Fotu, dem ehemaligen ALBA-Center Bogdan Radosavljevic und dem College-Rückkehrer Gavin Schilling drei „Big Men“ an seiner Seite, die mit ihrer Beweglichkeit gut zum schnellen Ulmer Spiel passen.

Quelle: ALBA Berlin

BR Volleys stehen im Playoff-Halbfinale

Es ist geschafft! Mit einem Ergebnis, das abermals deutlicher klingt, als der Spielverlauf war, haben die BR Volleys die SWD powervolleys Düren zum zweiten Mal mit 3:0 (25:22, 27:25, 25:15) niedergerungen. Damit entschieden die Hauptstädter die Viertelfinalserie gegen die Rheinländer mit 2:1 für sich und treffen nun im Playoff-Halbfinale auf den Hauptrundenzweiten, die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching. Start der Serie ist schon am Mittwochabend (10. Apr um 19.00 Uhr) in Innsbruck.

Adam White hatte sich nach seinem guten Spiel in Düren einen Platz in der Startformation verdient und begann gemeinsam mit Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Moritz Reichert, Sergey Grankin, Benjamin Patch und Libero Nicolas Rossard. Und White wurde auch in diesem Entscheidungsspiel direkt ein wichtiger Faktor im BR Volleys-Gefüge. Der Australier leistete in der Annahme ganze Arbeit und ermöglichte seinem Team so einen guten Start (3:0, 8:5). Aber beide Mannschaften lieferten im Auftaktsatz gleichermaßen überragende Statistiken in Annahme und Angriff und boten den 4.258 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch (14:11, 20:19). Die bessere Blockarbeit der Berliner machte schließlich den Unterschied und Reichert verwandelte den dritten Satzball zur 1:0-Führung (25:22).

Zu Beginn des zweiten Satzes taten sich die Berliner schwerer (4:6). Der Ausgleich gelang mit Le Goff am Service (10:10) und anschließend kochte der Volleyballtempel in jeglicher Hinsicht. Auf erstes Netzgeflüster folgte ein gellendes Pfeifkonzert gegen Kocian, der die Zuschauer gegen sich aufbrachte (13:17). Dann griff Enard zum Doppelwechsel (Kyle Russell und Sebastian Kühner kamen ins Spiel) und der schlug ein wie Kühners promptes Ass. Der Kapitän fand dann Le Goff sowie Russell und mit Jendryks Block war das Heimteam wieder dran (19:20). Zwei Andrae-Angriffe landeten im Aus (22:22) und nachdem die Berliner Glück mit einer engen Situation am Netz hatten, riss Gevert dieses beinahe ab (24:23). Nach den Reparaturarbeiten wurde Russell zum Helden und verbuchte die letzten zwei Punkte zum nächsten Satzgewinn für sich (27:25).

Wieder zurück in der ursprünglichen Formation diktierten die BR Volleys in Durchgang drei das Geschehen (8:6). Die Parallelen zum Auftaktmatch dieser Serie waren nun unverkennbar. Die Gastgeber zogen den Powervolleys mit druckvollem Service den Zahn (14:8). Als White den spektakulärsten Ballwechsel des Tages per Block gegen Gevert beendete, waren die BR Volleys endgültig auf der Siegerstraße (18:10). Der spätere MVP Kühner durfte gegen Satzende wieder ran und servierte Reichert den zweiten Matchball zum umjubelten Heimsieg (25:15).

Stellvertretend für das gesamte Team war Kühner anschließend glücklich und erleichtert. Der Kapitän bilanzierte: „Der zweite Satz war sicher entscheidend. Es war enorm wichtig, dass wir den gedreht haben. Das war so etwas wie der Todesstoß für Düren in dieser Serie. Sie haben es uns richtig schwer gemacht, Kompliment!“ Auf seine tragende Rolle in diesem spannenden Match angesprochen, sagte der Spielführer: „Als zweiter Zuspieler von der Bank zu kommen, ist für mich keine Neuheit. Die Kaderbreite ist unsere Stärke. Das habe ich schon vor Beginn der Serie gesagt. Jeder, der heute reinkam, hat wichtige Impulse gesetzt.“

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Auftaktsieg nach Schockmoment

Foto: Eckhardt Herfet

Den BR Volleys ist am Samstagabend der Start in das Playoff-Halbfinale gegen die United Volleys Rhein-Main geglückt. Überschattet wurde der deutliche 3:0-Sieg (25:21, 25:12, 25:17) jedoch von der schweren Verletzung von Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald, dem die Hauptstädter an dieser Stelle alles Gute wünschen. Topscorer im ersten Spiel der „best of three“-Serie vor 4.122 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle waren „Sports&Travel“-MVP Paul Carroll (16 Punkte) und sein australischer Landsmann Lincoln Williams (11). Mit Aleksandar Okolic, Graham Vigrass, Robert Kromm, Adam White, Paul Carroll, Pierre Pujol und Libero Luke Perry in der Startformation legten die Berliner einen klassischen Fehlstart hin. Nach starken Aufschlägen von United-Kapitän Sebastian lag man schnell mit 3:8 zurück. Ebenso schnell fingen die Berliner die Gäste aber auch wieder ein (9:9), bevor es ganz still im Volleyballtempel wurde. Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald verletzte sich schwer am Sprunggelenk und wurde unter dem tröstenden Applaus des Berliner Publikums direkt von der Arena ins nahegelegene Virchow-Klinikum gebracht. Jannis Hopt übernahm und musste mit ansehen, wie seine Teamkollegen zweimal krachend von Graham Vigrass geblockt wurden (15:13). Trotz äußerst schwacher Annahme im ersten Satz (nur 20 % positiv) entschied eine Aufschlagserie von Pujol den ersten Durchgang endgültig zugunsten des Heimteams (22:18). Carroll drückte den Ball gegen Schwarz zur 1:0-Satzführung ins United-Feld (25:21).

Der BR Volleys-Block zeigte sich in Galaform: Nach einem Ass von Vigrass blockte Okolic zum deutlichen Vorsprung im zweiten Durchgang (7:2). Der Druck auf die United-Annahme war konstant hoch – bester Beleg: das nächste Ass von White zum 10:4. Bei den jungen Frankfurtern wurde Steuerwalds ordnende Hand schmerzlich vermisst. Auf 18:9 zogen die Hauptstädter davon, bevor Moculescu Sebastian Kühner und Kyle Russell für die Schlussphase dieses Satzes ins Spiel brachte. Letztgenannter fügte sich mit einem Ass genau ins Eck nahtlos ein (22:11). Nach einem Aufschlag von White schien auch Satz zwei „im Sack“, doch noch einmal brachten die Uniteds den Ball zurück, bevor der Australier fulminant aus dem Hinterfeld vollstreckte (25:12).

Foto: Eckhardt Herfet

In Aufschlag und Block blieben die BR Volleys klar spielbestimmend. Ähnlich wie schon gegen Lüneburg begingen Kromm & Co. trotz hohem Risiko wenig Fehler. Das mündete in einer 9:6-Führung im dritten Durchgang und als sich Carroll nach schöner Abwehr auch noch spektakulär gegen den Dreierblock der Uniteds durchsetzte, war spätestens klar: Es funktioniert nahezu alles (12:6). Zwar konnte Lincoln Williams nochmal einen Ball krachend zu Boden bringen, doch das hatte Seltenheitswert. Die BR Volleys waren regelmäßig in der Abwehr zur Stelle (18:12). Wie so oft in den letzten Wochen trat Adam White zum Aufschlag an, als es dem Matchgewinn entgegen ging. Mit zwei Servicewinnern beendete er ein nach der Verletzung von Patrick Steuerwald weitgehend einseitiges Spiel (25:17).

Gästetrainer Michael Warm erklärte die Niederlage mit dem Schockmoment im ersten Satz: „Wir waren gut vorbereitet und sind auch gut gestartet. Nach der Verletzung von Patrick sind wir aber nicht mehr zurechtgekommen. Die Spieler haben realisiert, was passiert ist und dann sind wir auseinandergefallen. Patrick und Sebastian sind die erfahrenen Stützen des Teams und tragen die Mannschaft. Wenn dann so etwas passiert, mache ich den jungen Spielern keinen Vorwurf.“ Auch BR Volleys Mittelblocker Aleksandar Okolic litt mit Steuerwald: „Die Verletzung war natürlich ein Schock für alle, danach musste man sich erst einmal wieder sammeln. Wir wünschen ihm vom gesamten Team gute Besserung! Der Schlüssel zum Sieg war unser guter Aufschlag. Dadurch konnten wir im Block dominant agieren. Nach den anfänglichen Problemen gegen Schwarz‘ Aufschläge haben wir die Annahme etwas umgestellt. Das hat sich ausgezahlt.“ Am Mittwoch (18. Apr. um 19.00 Uhr) wollen die Berliner in Frankfurt direkt nachlegen, wie der Serbe betont: „United ist ein gutes Heimteam, also ist diese Serie noch lange nicht entscheiden. Wir müssen dort genauso konzentriert spielen.“

Christof Bernier

Eisbären starten mit einem Sieg ins Halbfinale

Was für ein Eishockeyspiel ! Am Gründonnerstag, zur Einstimmung auf die bevorstehenden Osterfeiertage, lieferten sich die Halbfinalisten Nürnberg und Berlin eine intensive und vor allem temposcharfe Auseinandersetzung.

Um 21:16 Uhr begann das reguläre letzte Spieldrittel. Auf der Anzeigetafel stand eine knappe 2:1 Führung für die gastgebenden Eisbären. Ein Treffer von Verteidiger Frank Hördler sorgte für die Führung, die von Nick Petersen in der 30. Spielminute ausgebaut wurde. Die erste Strafzeit im Spiel, Eisbär James Sheppard war wegen Stockschlags für 2 Minuten auf der Sünderbank, nutzten die Nürnberger für den Anschlusstreffer. Yasin Ehliz war der Torschütze nach 37 gespielten Minuten. Im Schlussdrittel machten die Eisbären alles klar. Die Nürnberger mussten dem hohen Tempo der vorangegangenen Spieldritteln Tribut zollen. In der 48. Minute fiel das 3:1, Torschütze Jamie MacQueen. Es war ein Überzahlspiel, Nürnbergs Dane Fox saß wegen Stockschlags auf der Strafbank.

Es folgten noch zwei weitere Strafen für die Gäste, beide wegen Stockschlags. Aller Sorgen ledig waren die Eisbären dann endgültig anderthalb Minuten vor dem Ende. Die Sturmreihe um Louis-Marc Aubry schlug zu. Das 4:1 war noch nicht der Endstand. Eine empty net Situation nutzte Nick Petersen und verwandelte zum 5:1 Endstand.

Nach nervösen Beginn, steigerten sich die Eisbären und machten im richtigen Augenblick ihre Tore. Es war der erste Sieg gegen Nürnberg in der aktuellen Saison, es werden drei weitere benötigt für den Finaleinzug. Bereits am Ostersamstag geht es in Nürnberg weiter.
Hans-Peter Becker

DEL Playoff Halbfinale Spiel 1 EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers
28.03.2018 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Ergebnis 5:1
Zuschauer 13.807

Mannschaftsaufstellungen
Eisbären Berlin
1. Reihe Rankel, André – Aubry, Louis-Marc – Noebels, Marcel – Richmond, Daniel – DuPont, Micki
2. Reihe MacQueen, Jamie – Olver, Mark – Oppenheimer, Thomas – Baxmann, Jens – Wissmann, Kai
3. Reihe Backman, Sean – Sheppard, James – Petersen, Nick – Müller, Jonas – Hördler, Frank
4. Reihe Bukarts, Rihards – Buchwieser, Martin – Fischbuch, Daniel – Ziegler, Sven
Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin
Trainer Uwe Krupp

Thomas Sabo Ice Tigers
1. Reihe Bjorkstrand, Patrick – Steckel, David – Pföderl, Leonhard – Festerling, Brett – Aronson, Taylor
2. Reihe Ehliz, Yasin – Reinprecht, Steven – Reimer, Patrick – Weber, Marcus – Köppchen, Patrick
3. Reihe Fox, Dane – Mitchell, John – Segal, Brandon – Mebus, Oliver – Gilbert, Tom
4. Reihe Alanov, Eugen – Buzas, Patrick – Möchel, Marius – Torp, Nichlas
Tor Treutle, Niklas – Jenike, Andreas
Trainer Rob Wilson

Torfolge
1:0 Hördler, Frank (Aubry, Louis-Marc, Noebels, Marcel) , EQ, 04:05
2:0 Petersen, Nick (Backman, Sean) , EQ, 29:24
2:1 Ehliz, Yasin (Reimer, Patrick, Gilbert, Tom) , PP1, 36:53
3:1 MacQueen, Jamie (Oppenheimer, Thomas, Baxmann, Jens) , PP1, 47:43
4:1 Aubry, Louis-Marc (Noebels, Marcel, Buchwieser, Martin) , EQ, 58:29
5:1 Petersen, Nick (Backman, Sean, DuPont, Micki) , EQ, 59:05

Strafminuten
Eisbären 2
Nürnberg 6

Playoff-Auftakt: Heimvorteil als Pfund

Foto: Eckhardt Herfet

Insgesamt zehn Mal trafen Berlin und Lüneburg seit dem Bundesliga-Aufstieg der Niedersachsen im Jahr 2014 aufeinander. Dabei gewann in 90 Prozent der Fälle die gastgebende Mannschaft. Gut also, dass die BR Volleys in der „best-of-three“ Serie des Playoff-Viertelfinals einmal häufiger auf den Heimvorteil bauen können als das SVG-Team von Coach Stefan Hübner. Das erste Mal wollen Kapitän Robert Kromm und Co dieses Plus am Mittwochabend (28. März um 19.30 Uhr) zum Playoff-Auftakt in die Waagschale werfen. Ein Saisonziel, nämlich das Wichtigste, bleibt Berlins Volleyballteam Nr. 1 nach einer bisher durchwachsenen Saison noch: Die Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft. Dies hat Manager Kaweh Niroomand nach Beendigung der Bundesliga-Hauptrunde noch einmal bekräftigt: „Wir müssen die verbleibenden hoffentlich sechs Wochen nutzen, um ins Finale zu kommen und vielleicht sogar den Titel zu gewinnen.“

Nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen Bühl am Wochenende (3:0) ist der Glaube an die eigene Stärke im BR Volleys Lager spürbar, obwohl man in der Woche zuvor gleich dreimal gegen den VfB Friedrichshafen das Nachsehen hatte. „Wir sind seitdem besser geworden und können mit Selbstvertrauen gegen Lüneburg antreten“, sagt Kapitän Robert Kromm mit Blick auf die herbe 0:3-Schlappe vor anderthalb Monaten in der Hamburger CU Arena. Damals zeigten die Berliner eine desolate Vorstellung und verloren gegen entfesselt aufspielende Gastgeber auch in dieser Deutlichkeit verdient. Weil man mit der Heimstärke der „LüneHünen“ bereits mehrfach unliebsame Bekanntschaft gemacht hat, soll zum Start des Playoff-Viertelfinals unbedingt ein Heimsieg her, um nicht beim Rückspiel am Samstag vor dem Saisonaus zu stehen. Kromm versucht sich als Psychologe: „Die Lüneburger haben in den Köpfen, dass sie uns schon mal geschlagen haben und treten daher vielleicht nicht so befreit auf.“

Wer geht mit dem Druck besser um? Das ist von jeher eine Schlüsselfrage in der wichtigsten Saisonphase. SVG-Trainer Stefan Hübner gab sich nach dem Hauptrunden-Abschluss, der gegen Friedrichshafen daheim 0:3 verloren ging, gelassen: „Wir haben nun mal eher junge, interessante, entwicklungsfähige Spieler und keine international gestählten Routiniers wie viele andere Vereine. Deshalb ist Platz sieben für uns eine gute Leistung. Die Mannschaft hatte zwar als internes Ziel Platz sechs ausgegeben, was wir nicht erreicht haben. Das ist aber kein Weltuntergang – denn vielleicht geht ja nun noch etwas“, stellte der Coach seinen Fans in Aussicht. Fünf gute Gründe – von „den besten Fans der Liga“ bis hin zu „einem Team, das wirklich ein Team ist“ – nannten die Lüneburger zuletzt in einer Mitteilung, die dafür sprechen, warum man nach dem denkbar knappen Ausscheiden im Playoff-Halbfinale vor zwei Jahren dieses Mal gegen Berlin klappen soll.

Das wollen Kromm & Co natürlich verhindern und mit einem Heimerfolg in die kurze Serie starten. Dabei können voraussichtlich auch die zuletzt an Knieproblemen laborierenden Aleksandar Okolic und Paul Carroll wieder helfen. Die werden sich, gemeinsam mit ihren Teamkollegen und dem Gegner, in den Nebenhallen des Volleyballtempels für den ersten Schlagabtausch bereit machen, denn zuvor wird der Arena-Court von bis zu 1.000 Kindern gestürmt, die vom Hauptstadtclub und seinem Titelsponsor Berlin Recycling mit neuen Trikotsätzen ausgestattet wurden. Dabei soll ein imposantes BIG PICTURE entstehen und somit ein weiteres großes Zeichen für den Nachwuchs gesetzt werden. Nach dem offiziellen Aufwärmprogramm geht es dann direkt im Anschluss um den ersten Playoff-Sieg der Saison 2017/2018.

Seit zwei Spielzeiten setzen die BR Volleys und ihr Hauptsponsor regelmäßig ZEICHEN für den Nachwuchs! Ein weiteres Highlight der Kampagne ist in diesem Jahr die Übergabe von 64 Trikotsätzen an den Berliner Volleyball-Nachwuchs. 1000 Teile waren ausgelobt und hatten der Maßnahme ihren Titel gegeben. 1506 Teile sind es schließlich geworden, denn die überwältigende Resonanz ließ Stephan Hartramph, beim Titelsponsor Berlin Recycling für Vertrieb und Marketing verantwortlich, nicht lange zögern. Kurzentschlossen erhöhte er im Januar dieses Jahres die Kapazitäten: „Da warten jetzt 908 Trikots und 598 Hosen auf ihre neuen Besitzer aus insgesamt 47 Schulen und Vereinen,“ nennt Hartramph Erfolgszahlen.

Die Übergabe der Trikots wird am 28. März 2018 ein echtes Highlight: die BR Volleys haben alle Nachwuchssportler der 47 begünstigten Vereine und Schulen zu ihrem Playoff-Viertelfinalspiel gegen die SVG Lüneburg in die Max-Schmeling-Halle eingeladen. Trotz der Osterferienzeit haben sich rund 750 Kinder und Jugendliche sowie 300 Betreuer angemeldet, die die Trikotsätze entgegennehmen und auf dem Parkett des Volleyballtempels als BIG PICTURE Teil der großartigen Atmosphäre werden, die beim Playoff-Auftakt herrscht.Das BIG PICTURE im Zeichen des Berliner Volleyball-Nachwuchses wird um ca. 19:15 Uhr durchgeführt.

Christof Bernier