Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.
Die Spreefüxxe Berlin bezwingen in der zweiten Runde des DHB-Pokals den SV Werder Bremen. Gegen die Norddeutschen setzen sich die Berlinerinnen denkbar knapp mit 20:19 durch und ziehen in die dritte Runde ein. Entscheidende Akteure bei den Gastgeberinnen waren die erneut stark aufspielenden Vanessa Magg und Keeperin Natascha Faßold. Die Partie begann fünfzehn Minuten verspätet, da die Gäste auf dem Weg nach Berlin in einen Stau gerieten. Die Spreefüxxe, die sich eigentlich vorgenommen hatten gut in die Partie zu starten, brauchten in der Offensive lange um einen Spielfluss zu finden. Vor allem von der rechten Angriffsseite kam wenig Druck. Immer wieder verließ man sich auf Vanessa Magg, die ihrer Rolle mehr als gerecht wurde. Mit neun Treffern war sie an diesem Tag die erfolgreichste Schützin. Bremen versuchte die Berlinerinnen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, agierten mit viel Tempo aus der ersten und zweiten Welle. Im Positionsangriff hatten die Spreefüxxen den Werder-Angriff hingegen gut unter Kontrolle. Doch man brachte die Gäste mit einfachen Fehlern immer wieder zurück ins Spiel. Die Einwechslung von Fabienne Kunde auf der rechten Rückraumposition brachte frischen Wind ins Berliner Angriffsspiel. Zur Pause setzten sich die Hausherrinnen mit 12:9 leicht ab.
Leider konnten die Spreefüxxe das in der zweiten Hälfte nicht fortsetzen. Doch auch Bremen tat sich schwer. Eine Anhäufung von technischen Fehlern auf beiden Seiten war die Überschrift der zweiten Spielhälfte. Die Berlinerinnen erzielten gerade mal vier Treffer in achtzehn Minuten, davon drei durch Vanessa Magg. Kein Team konnte sich absetzen und so blieb es bis zum letzten Angriff spannend. Tina Wagenlader netzte knapp vier Minuten vor Ende zum 20:18, doch nur 30 Sekunden später verkürzte Lena Janssens erneut auf einen Treffer. Einer gut agierenden Abwehr und einer stark aufgelegten Natascha Faßold war es letztendlich zu verdanken, dass man zum Spielende die Nase knapp vorne behielt. Spreefüxxe Managerin Britta Lorenz war erleichtert über das Weiterkommen ihrer Mannschaft: „Insgesamt war es ein wenig ansehnliches aber durchaus spannendes Spiel. Beide Teams haben mit einem stark dezimierten Kader ihr Bestes gegeben, wir hatten schlussendlich das glücklichere Ende. Klar ist aber auch, dass die Karten am kommenden Wochenende beim Ligaspiel in Bremen komplett neu gemischt werden.“
In der Regionalliga Nordost sind bereits 12 Runden gespielt – mit einem Auf und Ab für die Berliner Mannschaften. Am konstantesten der Berliner AK (26 Punkte) Tabellenplatz zwei und Hertha BSC II, (24 Punkte) Tabellenplatz drei.
So wie früher Bayern München in der Bundesliga Langeweile verbreitete, so scheint es mit Tabellenführer Chemnitzer (36 Punkte) in der Regionalliga Nordost in dieser Saison zu werden.
Schauen wir auf die Berliner. Publikumsmagnet in Berlin ist der BFC Dynamo. Gegen Oberlausitz Neugersdorf beim 2:1-Sieg kamen 449 Zuschauer ins Stadion. Auswärts wollten 603 Zuschauer bei der 1:4-Niederlage in Meuselwitz dabei sein. Beim Berlin-Derby gegen Viktoria 89, 1:1 Unentschieden waren nur 508 Zahlende anwesend. Immerhin, zum Vergleichs das 2:0 des BAK 07 gegen Optik Rathenow registrierte 207 Zuschauer, gegen den 1.FC Lok Leipzig wollten im „Plache“ 2.635 Zuschauer dabei sein und Chemnitz (befindet sich in der Insolvenz) beim 2:0 gegen Nordhausen, kauften 5.578 Zuschauer ein Ticket. Was die Zuschauergunst unterhalb der 3. Liga betrifft, da hat Berlin Nachholebedarf.
Altglienicke ist nach zwei Niederlagen auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Das 2:3 in Fürstenwalde und 0:1 zu Hause vor 119 Zuschauern gegen Budissa Bautzen waren dafür verantwortlich.
Der 13. Spieltag, infolge der Länderspielpause erst ab Freitag, 19.10., 19.00 Uhr, mit FC Viktoria 89 – RW Erfurt, Samstag, 20.10., 13.30 Uhr, Hertha BSC II – Chemnitzer FC, Bischofswerdaer FV – BFC Dynamo, Optik Rathenow – Budissa Bautzen, Sonntag, 21.10., 13.30 Uhr, VSG Altglienicke -1.FC Lok Leipzig, Wacker Nordhausen – Berliner AK. Der Vollständigkeit halber hier die Partien ohne Beteiligung Berliner Mannschaften ZFC Meuselwitz – VfB Auerbach und Oberlausitz Neugersdorf – Germania Halberstadt.
Am 7. Spieltag verlor bis auf Blau-Weiß 90 keiner der Berliner Oberliga-Vereine. Tennis Borussia – Torgelower FC Greif 2:0, Malchower SV – FC Hertha 03 0:2, Greifswalder FC – Lichtenberg 47 1:1, FC Strausberg – CFC Hertha 06 2:3, SC Staaken – Hansa Rostock II 2:2, Blau-Weiß 90 – Brandenburg Süd 0:1. Bislang gelang den Blau-Weißen kein einziger Treffer. Besser war es am 8. Spieltag: Im Berlin-Derby siegte Blau-Weiß 90 mit 1:0 über Hertha 03 und das in Zehlendorf. Das Siegtor erzielte Außenverteidiger Austermann bereits in der 4.Minute. In der Schlussphase war Blau-Weiß mit gefährlichem Konterspiel dem zweiten Tor näher als 03 dem Ausgleich. Der Sieg geht also völlig in Ordnung. Mit dem Remis 1:1 gegen Altlüdersdorf bleiben die Blau-Weißen (5 Punkte) weiter auf einem Abstiegsplatz, haben aber Tuchfühlung zu Altlüdersdorf und Brandenburg Süd (je 7Punkte) und sind bei nur 2 Absteigern sogar punktgleich mit dem 1.FC Lok Stendal (auch 5 Punkte). Der Malchower SV ziert nun mit 4 Punkten die Rote Laterne.
Zwei Siege am 9. Spieltag lassen besonders aufhorchen: Das 5:0 von Hertha 06 gegen Torgelower FC Greif und das 9:0 von Tabellenführer Lichtenberg beim Malchower SV. Tennis Borussia besiegte Hansa Rostock II 3:1, schwächelte aber am 8. Spieltag beim 1:1 in Neustrelitz. Zuvor siegte TeBe am 7. Spieltag 2:0 im heimischen Mommsenstadion. Mit 20 Punkten steht TeBe auf Rang drei mit veränderbarer Differenz zu Greifswald (22 Punkte) und Spitzenreiter Lichtenberg 47 (23 Punkte).
Am Samstag, 20.10. geht es weiter, Tennis Borussia spielt bei Brandenburg Süd (Drittletzter). Am Sonntag, 21.10. muss Hertha 06 nach Neustrelitz und ebenfalls 13.30 heißt es Lichtenberg 47 – Blau Weiß 90. Um 14.00 Uhr beginnt der SC Staaken in Altlüdersdorf (12., 7.P.), , zeitgleich Hertha 03 – 1.FC Lok Stendal. Bereits jetzt am Sonntag, 14.10, 14.00 Uhr, wird das Nachholspiel zwischen Hertha 03 Zehlendorf gegen Altlüdersdorf bestritten.
Der Abgang des Füchsertrainers Frank Perschk nach dem 0:6 gegen Tasmania. Foto: Frank Toebs
Tasmania sorgt mit einem 6:0 über die Füchse Berlin für den Abgang von Füchse-Trainer Guido Perschk. Seine Bilanz bis dahin verheerend. Perschk räumte den Trainerstuhl nach null Siegen in neun Spielen und lediglich zwei Unentschieden. Einen Nachfolger konnte Abteilungsleiter Pierre Schönknecht noch nicht bekannt geben. Tasmania dagegen ist die Mannschaft der Stunde. Die letzten vier Ergebnisse: Tasmania – Berlin Türkspor 3:1, SCC – Tasmania 0:3, Tasmania – Füchse 6:0, Tasmania – Croatia 3:0. Das allein sind 12 Punkte und 15:1 Tore. Die Spieltage 7 bis 10 waren auch für Sparta sehr erfolgreich: 5:1-Sieg über BSV Al-Dersimspor, 0:3 bei TuS Makkabi, 2:3 beim Frohnauer SC und 4:0 gegen den BFC Preussen. Tabellenführer mit 22 Punkte nach 10 Spielen, ein Punkt vor Eintracht Mahlsdorf und zwei Punkte vor dem Berliner SC.
Bei drei Absteigern haben es jetzt die Füchse (2 P.), Frohnauer SC (5 P.), Berolina Stralau (88 P.) schwer unten raus zu kommen. Berolina trennt aktuell nur ein Punkt vom rettenden Ufer (BFC Preussen und SC Charlottenburg).
Airo Garcia Reneses (Headcoach ALBA): Foto: Alba Berlin
Noch keine zehn Tage ist die Spielzeit 2018/2019 alt, da kommt es für die Basketballer von ALBA BERLIN schon zum ersten K.o.-Spiel der neuen Saison. Fünf Tage nach dem erfolgreichen EuroCup-Auftakt gegen Tofas Bursa steht am Sonntag (07.10., 15 Uhr) gegen medi Bayreuth das Achtelfinale im neu strukturierten Pokalwettbewerb an. Ausgetragen wird die Neuauflage des letztjährigen Pokalhalbfinals ausnahmsweise nicht in der Mercedes-Benz Arena, sondern in der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg. Airo Garcia Reneses (Headcoach ALBA): „Unsere Siege gegen Jena und Bursa erwecken den Eindruck, dass wir bereit sind für das erste ’Do or die’-Spiel der Saison. Natürlich hoffe ich, dass dem so ist und dass wir unseren guten Lauf fortsetzen können. Aber solche guten Auftaktspiele erzeugen oft auch eine trügerische und gefährliche Selbstsicherheit. Der Pokal ist ein ganz anderer Wettbewerb, dazu ist Bayreuth ein sehr schwerer und gefährlicher Gegner. Deswegen müssen wir genauso wachsam starten, wie in der Bundesliga und im EuroCup.“
Niels Giffey (Kapitän ALBA): „Nach unseren beiden Auftaktsiegen in der Bundesliga und im EuroCup gehen wir mit einem guten Gefühl in das Pokalspiel, zumal wir auch hier auf unseren Heimvorteil zählen können. Zwar ist die Max-Schmeling-Halle etwas ungewohnt, aber durch unsere Fans wird das trotzdem ein Heimspiel. Ich spiele wegen vieler guter Erinnerungen zur Abwechslung ganz gerne dort. Bayreuth haben wir Im Vorjahr im Pokal-Halbfinale deutlich geschlagen, aber ich glaube, in diesen Jahr wird das schwieriger – gerade, weil uns mit Dennis Clifford und Johannes Thiemann gleich zwei Center fehlen.“
Der Deutsche Pokal wird in dieser Saison nach einem neuen K.o.-Modus ausgespielt. Qualifiziert sind 16 der 18 Bundesligisten, einzig die beiden Aufsteiger Vechta und Crailsheim nehmen nicht teil. In vier Runden mit jeweils einem K.o.-Spiel wird der deutsche Pokalsieger ermittelt. Den Auftakt machen die Achtelfinals am Samstag und Sonntag, es folgen Viertelfinals (22./23.12.), Halbfinals (20.01.2019) und schließlich das Finale am 17. Februar. Die jeweiligen Paarungen der Spiele inklusive der dazugehörigen Heimvorteile werden vor jeder Runde ausgelost.
Das Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus Bayreuth wird eines von zwei Teams, die einen ähnlich guten Saisonstart hingelegt haben. Während ALBA mit zwei ansehnlichen Siegen über Jena und Bursa in die neue Spielzeit gestartet ist, zeigen sich auch die Bayreuther – trotz schwieriger Saisonvorbereitung – früh in guter Form und kommen am Sonntag noch ungeschlagen nach Berlin. Zum Bundesliga-Auftakt setzten sich die Oberfranken souverän beim Aufsteiger Vechta durch und auch international verlief der Saisonstart gut. So sicherten die Bayreuther sich unter der Woche in zwei Qualifikationsspielen gegen das polnische Topteam Polski Cukier Torun einen Startplatz in der Basketball Champions League.
Unterschiede zwischen ALBA und Bayreuth gibt es hingegen mit Blick auf die Kaderzusammensetzung. Während ALBAs Sommer von großer Kontinuität geprägt war und acht der zwölf Berliner Kaderplätze im Vergleich zur kommenden Saison gleich besetzt sind, hat Bayreuths Trainer Raoul Korner aus dem letztjährigen Aufgebot nur die beiden Nationalspieler Bastian Doreth und Andreas Seiferth sowie die Power Forwards De’Mon Brooks und Steve Wachalski übernommen. Alle anderen Profis sind neu im Team, das in dieser Saison athletischer als das letztjährige ist und zudem eine deutlich größere Tiefe aufweist.
Der namenhafteste Neuzugang der Bayreuther ist hierbei David Stockton, Sohn der NBA-Legende John Stockton. Während Vater John sich einst bei den Utah Jazz als einer der besten Passgeber der NBA einen Namen machte, führt Sohn David jetzt in Bayreuth Regie. Ergänzt wird der Backcourt der Franken durch die neu-verpflichteten Kassius Robertson und Gregor Hrovat. Unter den Körben schickt sich Power Forward De’Mon Brooks als Topscorer und bester Rebounder an, in dieser Saison noch stärker als im Vorjahr zu werden. An seiner Seite hat der US-Amerikaner dabei nicht nur den in der ALBA-Jugend groß gewordenen Nationalcenter Andreas Seiferth und den bis hinter die Dreierlinie gefährlichen Routinier Steve Wachalski, sondern auch den athletischen US-Rookie Hassan Martin und den langen Slowenen Ziga Dimec.
Aufstellung medi Bayreuth (Statistik der letzten drei Wochen: Testspiele, BBL und BCL-Qualifikation):
Head Coach: Raoul Korner (44, AUT, sechste Bundesliga-Saison, die dritte mit Bayreuth). medi Bayreuth: Resultate der letzten drei Wochen:
04.10. Bayreuth – Polski Cukier Torun (BCL-Quali) 86:73 (S) Seiferth 14, Thomas 13
01.10. Polski Cukier Torun – Bayreuth (BCL-Quali) 73:73 (U) Thomas 18, Stockton 13
28.09. Vechta – Bayreuth (BBL) 67:83 (S) Brooks 19, Thomas 13
23.09. Mitteldeutscher BC – Bayreuth (Testspiel) 90:86 (N) Dimec 17, Brooks 16
20.09. Bayreuth – Gießen (Testspiel) 85:92 (N) Hrovat 18, Brooks 15
15.09. Ludwigsburg – Bayreuth (Testspiel) 87:83 (N) Brooks 19, Thomas 16
ALBA-Bilanz gegen Bayreuth (seit 2010) 13 Siege – 4 Niederlagen (in Berlin 8-0) easyCredit BBL BBL: 12:4 / Pokal 1:0
Höchster Sieg: 92:53 am 18. Dezember 2011 in Berlin (BBL) – Höchste Niederlage: 65:90 am 30. Dezember 2012 in Bayreuth (BBL)
Die Füchse präsentieren sich auch auswärts bei der SG BBM Bietigheim in starker Form. Mit 36:28 (16:13) fährt der EHF-Cup-Sieger einen deutlichen Sieg ein. Ausschlaggebend für den Erfolg war eine herausragende zweite Hälfte. Bester Werfer war Bjarki Elisson mit sieben Treffern. Der Start für die Füchse war vielversprechend. Durch zwei Ballgewinne in der Defensive konnten Mattias Zachrisson und Bjarki Elisson per Tempogegenstoß schnell auf 2:0 stellen. Bietigheim konnte allerdings wieder ausgleichen, da das Team von Trainer Velimir Petkovic in der Defensive zunächst nicht die nötige Präsenz aufweisen konnten. Daraufhin konnte der EHF-Cup-Sieger wieder etwas Abstand zwischen sich und die Hausherren legen. In der neunten Spielminute schloss Bjarki Elisson durch einen Kempa-Trick zur 7:5-Führung ab. Doch der Aufsteiger aus Bietigheim steckte nicht auf und konnte durch eine doppelte Unterzahl der Füchse in der 15. Spielminute mit 8:9 vorbeiziehen. Velimir Petkovic reagierte anschließend mit einer Auszeit, um seiner Mannschaft neue Impulse zu geben. Die Füchse reagierten mit einer Leistungssteigerung und gingen in der 23. Spielminute durch Fabian Wiede mit 12:10 in Front.
Bis zur Pause konnte man noch ein weiteres Tor zwischen sich und den Gastgeber bringen. Mattias Zachrisson traf rund eine Minute vor dem Halbzeitpfiff durch einen Schlagwurf zum 16:13-Pausenstand. Doch Sportdirektor Volker Zerbe war das zu wenig: „Wir müssen in der Abwehr besser zupacken und im Angriff wieder zu einfachen Toren kommen. Wir dürfen Bietigheim nicht rankommen lassen, da ein Aufsteiger immer gefährlich ist, wenn er bis zum Ende noch Kontakt halten kann.“
Und das setzten die Füchse auch direkt um. Mit vier Treffern in Serie konnte man innerhalb von vier Minuten auf 20:13 davonziehen. Somit beruhigte der Hauptstadtclub direkt zu Beginn von Durchgang zwei das Geschehen. Bietigheim-Coach Ralf Bader nahm sofort eine Auszeit, um sein Team neu zu justieren. Doch die Füchse blieben konzentriert und nur drei Minuten später beim 23:15 griffen die Gastgeber erneut zur grünen Karte.
Die Füchse mussten ihr Angriffsspiel nun gegen eine offensive 4:2-Deckung aufbauen. Auf das taktische Mittel des Aufsteigers reagierte Velimir Petkovic seinerseits mit einer Auszeit. Diese brachte sofortigen Erfolg. Den Füchsen gelangen acht Treffer in Serie und elf Minuten vor dem Ende war das Spiel beim 32:17 bereits entschieden. Im Schlussabschnitt wechselten die Füchse munter durch. Leider konnte die Konzentration nicht bis zum Ende gehalten werden und die Gastgeber aus Bietigheim kamen nochmal deutlich heran. Am Ende gewinnen die Füchse dennoch souverän mit 36:28.
Frederik Simak: „Wir haben am Anfang eine starke zweite Halbzeit gespielt. Am Ende haben wir nachgelassen und Bietigheim nochmal enger rankommen lassen. Unsere Verletzten haben wir heute kompensiert. Damit wir das dauerhaft schaffen, bekommen wir eine breite und sehr gute medizinische Behandlung für den gesamten Kader. Jetzt müssen wir uns für Sonntag erholen, da in der Bundesliga kein Spiel einfach ist und man immer alles einwerfen muss“.
Velimir Petkovic (Trainer Füchse Berlin): „Ich bin zufrieden mit den zwei Punkten. Allerdings verlange ich aber über 60 Minuten ein konsequentes Spiel von jedem Einzelnen meiner Mannschaft. Wenn sich einzelnen Spielern eine Pause gebe, weil sie es sich verdient haben, dann muss jeder andere brennen. Doch heute war es so, dass wir in Bietigheim die letzten zehn Minuten mit sieben Toren verlieren. Bei dieser Einstellung ist trotz des Sieges redebedarf vorhanden. Dennoch haben wir es heute auch ohne Paul Drux geschafft eine gute Deckung und ein starkes Spiel hinzulegen. Nun geht mein Blick in Richtung Ludwigshafen, wo ich am Sonntag die Leistung von der 15. bis zur 45. Minute über das gesamte Spiel sehen möchte“.
Es fielen sechs Tore. Die Füchse erzielten davon zwei. Eigentlich wollte man weg vom Tabellenende. Nicht ohne Grund läuft auf unserem Foto Trainer Guido Perschk mit sorgenvoller Miene die Treppe abwärts. Lediglich zwei Punkte nach acht Spielen und bereits 21 Treffer kassiert, da läuten alle Alarmglocken im Fuchsbau. In der letzten Saison waren es 80 Gegentreffer, die drittschlechteste Quote der Berlin-Liga. Erst am letzten Spieltag retteten sich die Füchse mit einem 2:0 zum Klassenerhalt gegen BSV Al-Dersimspor. Bemerkenswert, Dersimspor hatte sich erst eine Woche zuvor gerettet.
Wie sah es mit Verstärkungen zur neuen Saison aus? Wurden wenigstens die Abgänge kompensiert? Vom Absteiger Nordberliner SC kamen allein sechs Spieler zu den Füchsen. Die Füchse Berlin tragen ihre Heimspiele per Schlüsselvertrag mit dem Bezirksamt auf dem ehemaligen Wackerplatz aus. Ein schlechtes Omen, wenn man sieht was aus Wacker geworden ist ? Garantiert liegt es nicht am Platz und auch nicht an den Schiedsrichtern. „Wir waren einmal besser als die Handballer“, so die Stimmen von Vereinsmitgliedern.
Co-Trainer Thomas Pyrrhus wechselte als Chef-Trainer zu NNW 98. Frank Trampisch arbeitet derzeit an seiner Stelle. Zum Kader kamen außerdem neben den sechs Ex-Nordberlinern neu hinzu: Weyer (SV Tasmania), Hahn (Hertha 06), Karadeniz (Türkspor), Moerer (SV Empor), Mendy (Rotation Prenzlauer Berg), Ayad FC Arpe/Wormbach) und drei eigene A-Jugendliche Mandy, Bayram und Öngün.
Wer lief gegen den BFC Preussen auf ?
Hahn – Rose, Trotzer (46. Göhler), Gross – Hampel, Thiam (67. Urbanski) – Karadeniz, von der Aue, Engel – Haubitz (72. Ayad), Zeih.
In der vergangenen Saison hieß es: Vorne half der liebe Gott oder Steven Haubitz (erzielte 20 der 54 Füchse-Treffer). Symptomatisch, gegen Preussen wurde er ausgewechselt.
Die Situation ist nicht einfach, weder für Abteilungsleiter Pierre Schönknecht, noch für das Trainerteam und für die Spieler. Es muss sich ab sofort einiges tun. Die Lage scheint erkannt worden zu sein. Gegenseitige Fehlerzuweisungen helfen nicht. In der Kabine muss tacheles geredet werden, ohne das etwas nach draußen klingt. Denn nur mit einer gemeinsamen Kampfansage, mit Zusammenhalt „ab sofort sind wir eine verschworene Einheit“, kann erfolgreich gegen den Abstieg Front gemacht werden.
Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Hans-Peter Becker
Mitte November soll das Papier bei der Regionalkonferenz in Leipzig eingebracht und besprochen werden. Die Diskussion ist hiermit öffentlich angestoßen. Jede gute Idee, ganz gleich von welchem Verein oder Fan, ist angebracht und begrüßenswert. Soll es eine vernünftige Reform werden, müssen die Fans von Anfang an eingebunden werden. Die Proficlubs sind aufgerufen, sich zum Thema Strukturreform einzubringen. Im nächsten Jahr, im August sollen auf der Generalversammlung in Berlin dann die notwendige Veränderungen beschlossen werden. Wer könnte von der Reform profitieren ? Im Grunde sollten Alle davon profitieren.
Die wichtigsten Vorschläge:
1. Begrenzung der Spielergehälter und der Anzahl von Leihspielern.
2. Eine Neuverteilung der TV-Gelder wird gefordert.
3. Die vom DFB organisierte 3. Liga soll auch unter das der DFL.
4. Die Profiligen sollen von bisher 18 auf 20 Mannschaften aufgestockt werden. Die Profifußballer sind mit Punkt-, Pokal- sowie Spielen für die Auswahlmannschaften oft bis ans Limit belastet. Die Kader würden größer und somit teurer werden.
5. Die 50+1 Regel sollte beibehalten werden, um dem finanziellen Wildwuchs Einhalt zu gebieten.
6. Fans sind wichtig für die Stimmung in den Stadien. Daher wird eine auf die Stadionbesucher ausgerichtete Anpassung der Anstoßzeiten und die Beachtung von Maximalentfernungen bei Freitags- bzw. Wochentags-Spielen vorgeschlagen. Montagsspiele gehören abgeschafft.
Es bleibt abzuwarten, was von den Vorschlägen übrig bleibt. Geht es nach dem 1. FC Union könnte man sagen, vergesst beim reformieren die Stadionbesucher nicht. Ohne sie macht es keinen Spass Fußball im TV zu schauen. Grund zu großen Optimismus gibt es nicht. Vor allem das Einbeziehen der Fans und somit die geforderte stärkere Fokussierung auf das Stadionerlebnis wird ein Wunsch bleiben. Zu wichtig sind die TV-Gelder für die Vereine geworden. Die Quadratur des Kreises ist noch nie gelungen.
Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Hans-Peter Becker
Das geschieht mit mitunter namhaften Vereinen die in den Jahren zuvor auf Erfolgskurs fuhren, so zum Beispiel Eintracht Braunschweig, SV Meppen, Kaiserslautern, Alemania Aachen, die Aufzählung ließe sich weiter fortführen. Leider gehört auch Energie Cottbus dazu. Wenigstens gelang wieder der Aufstieg in die 3. Liga. Der Start war gar nicht so schlecht. Jetzt warten sie seit sieben Spieltagen auf einen Sieg. Zuletzt verloren sie am 10. Spieltag 0:2 in Karlsruhe. Die Partie des 11. Spieltages gegen Halle wurde auf den 10.10. verlegt. Nun heißt es am Samstag, 06.10., zu Hause gegen Zwickau, zu versuchen, die Punkte in Cottbus zu behalten. Das Abrutschen auf einen Abstiegsrang hat mit zum Führungschaos nach den Rücktrittsankündigungen von Präsident Michael Wahlich und Geschäftsführer Normen Kothe beigetragen. Den Verein belasten nach den Abstiegen weiter finanzielle Probleme. Laut Claus-Dieter Wollitz darf das allerdings kein Alibi für sportliche Niederlagen sein. Es wurde versucht, die Probleme von der Mannschaft fernzuhalten.
Eintracht Braunschweig ist als Absteiger noch nicht in der 3. Liga angekommen. Es gelang erst ein Sieg, mit mageren sieben Punkten stehen sie am Tabellenende. Nach dem Abstieg musste der verdienstvolle Coach Torsten Lieberknecht gehen. Jetzt hat wieder einen neuen Job. In Liga Zwei trennte sich der MSV Duisburg von Trainer Ilja Gruew. Der neue heisst Torsten Lieberknecht, der hat nach eigener Aussage, richtig Bock auf den Verein. Man darf gespannt sein, ob unter Lieberknecht die Ergebnisse besser werden. Potential ist bei den Zebras vorhanden.
In der Regionalliga Nordost sieht es für Aufsteiger Optik Rathenow nicht gut aus. Mit nur 4 Punkten sind sie Tabellenletzter. Im Kreis der gefährdeten Mannschaften ist auch der 1. FC Lok Leipzig, sie wollten eigentlich oben mitspielen. Es wurde auf Profibedingungen umgestellt, aus dem Verein eine entsprechende GmbH ausgegliedert und als Ziel, der Aufstieg in die 3. Liga ausgegeben. Aktuell haben sie in Leipzig andere Probleme. Trainer Heiko Scholz wurde freigestellt und durch Björn Joppe ersetzt. Joppe wurde von Scholz als Leiter des Nachwuchszenrums in den Verein geholt. Joppe verfügt nur über eine Trainer B-Lizenz, für ihn wurde eine Ausnahmeregelung beim Verband beantragt. Zuletzt unterlag Lok am 10. Spieltag beim unangefochtenen Spitzenreiter Chemnitzer FC mit 1:3.
Parallel dazu verschaffte sich die VSG Altglienicke mit einem 2:0 Auswärtssieg in Bischofswerda, aktuell mit 12 Punkten auf Platz 13, etwas Luft und hat am Tag der Deutschen Einheit zu Hause gegen Budissa Bautzen die Möglichkeit, sich weiter von der Abstiegszone zu entfernen.
Die Regionaliga spielt eine englische Woch. Schauen wir auf das Programm der anderen Berliner Vereine: Viktoria 89 hatte bereits am Dienstag, 2.10. seine Begegnung gegen Babelsberg 03 ausgetragen und gewann 1:0. Jetzt haben sie 17 Punkte auf der Habenseite. Besser platziert ist der BAK 07 mit 22 und Hertha BSC II mit 20 Punkten. Hertha II hat am Mittwoch, 3.10. 13.00 Uhr, sein Heimspiel gegen Auerbach und muss am Sonntag, 7.10. in Halberstadt antreten. Für den BAK geht es am Feiertag zum 1.FC Lok Leipzig, ehe am Sonntag, 7.10. ab 13.30 Uhr, Schlusslicht Optik Rathenow ins Poststadion kommt. Der zuletzt mit 2:1 gegen Oberlausitz Neugersdorf siegreiche BFC Dynamo spielt auswärts in Meuselwitz (15.) und am Samstag, 6.10. im hochinteressanten Berlin-Derby, 13.30 Uhr, Jahnsportpark gegen Viktoria 89.
Drei Tage nach dem furiosen 112:55-Bundesliga-Auftaktsieg gegen Jena erwartet ALBA BERLIN am Dienstagabend (2. Oktober, 20 Uhr, Mercedes-Benz Arena) im Auftaktspiel des 7DAYS EuroCup ein ungleich härteres Spiel. Der Gegner dort heißt Tofas Bursa, ist türkischer Vizemeister und zählt als solcher zu den Titel-Favoriten im zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA): „In der Bundesliga ist uns ein guter Start in die neue Saison gelungen. Aber darüber dürfen wir jetzt nicht mehr nachdenken, denn jedes Spiel ist anders und der EuroCup ist ein ganz anderer Wettbewerb. Unsere Gruppe B ist schwierig und das erste Heimspiel zu gewinnen würde unsere Chancen, die nächste Runde zu erreichen enorm erhöhen. Aber Tofas gehört als Vizemeister der starken türkischen Superliga zu den härtesten Gegnern in unserer Gruppe.“
Auch wenn der Name Tofas Bursa hier in Deutschland den wenigsten so richtig ein Begriff sein dürfte, so ist die Mannschaft dahinter eine, mit der im diesjährigen EuroCup gerechnet werden muss. Seit die Tofas-Basketballer aus der türkischen „Autostadt“ Bursa wieder vom Fiat-Konzern unterstützt werden, geht es für das Team von Trainer Orhun Ene (ehemaliger türkischer Nationaltrainer und davor Nationalspieler) steil bergauf. 2017 erreichte Tofas nach dem Wiederaufstieg sofort die türkischen Playoffs und in der vergangenen Saison sogar das Finale. In der sechs Teams umfassenden Berliner EuroCup-Gruppe B, in welcher die ersten vier Teams das TOP16 erreichen, gilt der türkische Vizemeister als einer der Favoriten auf den zweiten Platz hinter Lokomotiv Kuban Krasnodar.
Zur neuen Saison hat Tofas von Fiat Turin – also quasi aus der „Konzern-Zentrale“ – den NBA-erfahrenen US-Spielmacher Diante Garrett verpflichtet, der in der vergangenen Saison die Fans in Italien mit seiner Spielübersicht, Vielseitigkeit und Korbgefährlichkeit begeisterte. Neben Garrett auf den Flügeln wirken der dominikanische Routinier Sammy Mejia und der US-Amerikaner Kyle Weems. Anders als Mejia, seines Zeichens ehemaliger MVP der türkischen Liga (2014) und bereits seit 2015 für Bursa aktiv, ist Weems neu im Aufgebot der Türken. Dass er dabei keine große Eingewöhnungszeit benötigt, beweisen die 14,8 Punkte, die er im Schnitt in der Vorbereitung erzielte und die ihn dort zum Topscorer seiner neuen Mannschaft machte. Ergänzt wird Bursas Riege der Leistungsträger durch Kenneth Kadji und Jeff Withey. Während Superathlet Kaddji (2,11 Meter) vor allem offensiv durch zahlreiche Dunkings und Alley-Oop-Spielzüge glänzt, hat der 2,13 Meter lange und ehemals in der NBA aktive Withey seine Stärken primär in der Defensive.
ALBA-Bilanz gegen Tofas Bursa
Europaliga, 23.09.1999: Tofas Bursa – ALBA BERLIN 66:76
Europaliga, 04.11.1999: ALBA BERLIN – Tofas Bursa 81:55
Quelle: ALBA BERLIN Basketballteam