Pokal-K.o. im Viertelfinale

DFB-Pokal

31.01.2024 20:45 Uhr Olympiastadion Berlin

Hertha BSC – 1. FC Kaiserslautern 1:3 (0:2)

In der Saison 2015/16 stand die Hertha im Halbfinale und Borussia Dortmund crashte damals die Stimmung im Olympiastadion. Acht Jahre später war das Halbfinale erneut zum Greifen nah. Von den Akteuren des verpatzten Auftritts war am Mittwochabend, am 31. Januar 2024 keiner mehr dabei, bis auf den Trainer Pal Dardai. Er erlebte ein Déjà-vu, sein aktuelles Team verlor und bekam drei Gegentore. Eine große Chance wurde vertan.

Der Gegner, der Ligarivale aus Kaiserslautern, war klar das bessere Team. Die Hertha hatte einige Verletzungssorgen, was den Trainer kurzfristig zu einigen Umstellungen zwang. Zudem rückte Dardai von seiner bewährten Taktik mit 4er-Abwehrkette ab und versuchte, mit einem 3-5-2 System die Aufstellung des Gegners zu spiegeln. War das erste Gegentor nach nur fünf Minuten, halbwegs verzeihlich, so zeigte das 0:2 nach 22 Minuten, dass er sich wohl vertan hatte. Es wurde anschließend auf ein 4-1-4-1 System umgestellt. Später begründete er seine Maßnahme so: Das Fehlen geeigneter Außenbahnspieler sollte durch die taktische Umstellung kompensiert werden.

Bereits zur zweiten Hälfte brachte er mit Fabian Reese und Andreas Bouchalakis für Deyovaisio Zeefuik sowie Marton Dardai frische Kräfte. Ja, wäre in der 48. Minute Haris Tabakovic der Anschlusstreffer gelungen, dann wäre vielleicht noch was möglich gewesen. Hertha kam etwas besser ins Spiel. Ein katastrophaler Fehlpass im Mittelfeld vom eingewechselten Bouchalakis ermöglichte Treffer Nummer drei für Lautern und Herthas Pokal-K.o. war besiegelt. Bei der Hertha stimmte so gut wie nichts. Die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld waren zu groß, oft war bereits der erste Aufbaupass fehlerbehaftet. Dardai sagte nach dem Spiel, es machte den Eindruck, dass die beiden Sechser den Ball nicht wollten, so kann man nicht spielen. Trotz 69 % Ballbesitz und einer Passquote von 80 %. In den Angriffsaktionen war zu wenig Tempo. Der Treffer von Fabian Reese in der Nachspielzeit war lediglich Ergebniskosmetik.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Niederlage schnell nicht allzu viel Raum greift in den Köpfen der Spieler. Bereits am kommenden Samstag, 3. Februar 2024 wird das Olympiastadion wohl wieder ausverkauft sein, wenn der Hamburger SV seine Visitenkarte abgibt. Es kommt zum Duell der zuletzt enttäuschen, beide brauchen einen Sieg.

Hans-Peter Becker

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Union holt drei Punkte und Hertha verspielte alles

Die Wintersonne strahlte über dem Stadion „Alte Försterei“ und ging unter in den herrlichsten Farben. Das Abendrot verführte den Bildregisseur der Liveübertragung, eine Kamera in Richtung Westen richten zu lassen. Ebenso strahlte das Ergebnis für den 1. FC Union Berlin. Der Treffer von Benedict Hollerbach in der 62. Minute war der goldene. Erleichterte Gesichter bei den Fans und Verantwortlichen. Der suspendierte Cheftrainer schickte nach dem Schlusspfiff von seinem Logenplatz ein Stoßgebet nach oben. Die erhofften Bigpoints wurden geholt, gegen den Aufsteiger aus Darmstadt, der mit großer Wahrscheinlichkeit in der nächsten Saison wieder zweitklassig sein dürfte.

Es war langweiliges Spiel. Bloß kein Gegentor fangen und ein Punkt ist besser als gar kein Punkt. Der Aufsteiger wollte zunächst die erste Halbzeit unbeschadet überstehen. Sie verteidigten ihr und ließen nichts zu. Ganze fünf Torschüsse, besser gesagt Versuche, brachten die Eisernen bis zur Pause zustande. Nicht ein einziger davon beschwor Gefahr herauf. Vor dem Union-Tor ging es nicht weniger harmlos zu. Nach wurde es ein klein wenig offensiver. Letztlich war es egal, gewonnen ist gewonnen. Eine schöne Geste offenbarte ein Spruchbanner für den verstorbenen Hertha-Präsidenten.

Unions Trainer Nenad Bjelica muss jetzt noch für zwei weitere Spiele von der Tribüne aus zuschauen. Zunächst müssen sie in Leipzig ran, dann folgt eine englische Woche mit dem Nachholspiel in Mainz und dem Heimspiel gegen Wolfsburg. In den Medien wurde die Höhe des Strafmaßes diskutiert und die Vereinsführung scheint am Trainer festzuhalten. Bei einem Teil der Anhänger wird Steffen Baumgart gewünscht.

Während Union drei wichtige Punkte holte, wurden sie dagegen bei der Hertha verschenkt. Tags zuvor setzte es in Wiesbaden beim Aufsteiger eine Niederlage. Einmal gepennt und zweimal klassisch ausgekontert, mit 1:3 ging die Generalprobe für das Pokalviertelfinale am Mittwoch, 31.01.2024 gründlich daneben. So schlecht haben sie gar nicht gespielt, letztlich zählt nur das Ergebnis. Pal Dardai war bedient, diese Reise war umsonst. Im Gegensatz zu den Köpenickern ist Hertha weiter im Plan und ein Kandidat für den Aufstieg sind sie in dieser Saison auch nicht, da müssen alle realistisch bleiben.

Hans-Peter Becker

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Eberhard Diepgen und Klaus Wowereit im interessanten Plauderstündchen

Da hatte der Vereinsvorsitzende und Organisationschef Dirk Steffel mit seiner Crew ein glückliches Händchen. Zur nunmehr 70. Auflage der „Tegeler Gespräche“ wurden zwei ehemalige Regierende Bürgermeister eingeladen. Sie hatten eine Menge zu erzählen. In lockerer Atmosphäre fanden sie deutliche Worte zu aktuellen Themen, formulierten im Klartext, in Rentnermentalität, wie sie es zu ihrer aktiven Zeit wohl nie gewagt hätten.

Der Organisator Dirk Steffel (links) Klaus Wowereit, Detlef Dzembritzki, Frank Henkel, Eberhard Diepgen Foto: © Uwe Ziesmer

Der frühere Berliner CDU-Parteivorsitzende und Innensenator Frank Henkel war ein galanter Moderator der Veranstaltung. Geschickt entlockte er Eberhard Diepgen und Klaus Wowereit persönliche Stellungnahmen und Beifalls-bekundete Standpunkte, so gar zum Thema Integration. Die Anwesenden mit ihren Fragen einzubeziehen, geschah in der richtigen Art und Weise. Die Fragen wurden schriftlich eingereicht und gesammelt. Der Name wurde nicht genannt. Das sparte einerseits Zeit, verhinderte zudem überlange Formulierungen und die sonst oft lästige Selbstdarstellung der Fragenden.

Für Mitglieder des Vereins „Tegeler Gespräche e.V“ war die Veranstaltung kostenfrei, ansonsten benötigte der ausnahmslos in Ehrenämtern arbeitende Verein 10 € je Teilnehmer. Das schreckte keineswegs ab. Für 250 Anmeldungen musste es der große Saal in den Tegeler Seeterrassen sein. Der ehemalige Bezirksbürgermeister und SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Dzembritzki begrüßte die Zuschauer mit einem Grußwort zum Neuen Jahr. Das kam gut an und entsprechend wurde er mit großem Beifall bedacht.

Foto: © Uwe Ziesmer

Zum Schluss gab es ausschließlich Beifallsbekundungen und Komplimente für die gelungene Veranstaltung. In der heutigen Zeit hat das wohl eher Seltenheitswert. Demzufolge sei hier dem Initiator Dirk Steffel gern gestattet, ein wenig Werbung für seinen Verein „Tegeler Gespräche“ zu machen. Er würde sich über jedes neue Mitglied freuen. Und wer nicht wisse, an wen und wohin sie oder er sich wenden soll: Tel.: 0163/6869910 oder per Post an Tegeler Gespräche e.V., Heiligenseestraße 123 in 13503 Berlin.

Christian Zschiedrich

Viel Aufwand ohne Ertrag

FC Bayern München – 1. FC Union Berlin 1:0 (0:0)

Ergebnistechnisch hat sich der 1. FC Union beim FC Bayern achtbar aus der Affäre gezogen. Eine 0:1 Niederlage kann sich sehen lassen. Das Torverhältnis kann noch wichtig werden, sollte der Abstiegskampf bis in die Schlussphase der Saison andauern. Zusammen mit den Mainzern verfügen die Eisernen über das drittschlechteste Torverhältnis. Der Klassenerhalt wird ein hartes Stück Arbeit werden. Dabei Punkte gegen den FC Bayern mit einzuplanen, dürfte bei den Verantwortlichen in der Wuhlheide keiner im Sinn gehabt haben.

Den Bayern, alles andere als in Meisterform, genügte ihr aktuelles Leistungsvermögen den Dreier zu holen. Die Eisernen verteidigten tapfer das Tor, spielten quasi mit zehn Verteidigern und einem Torwart in Höchstform. Aus der momentanen Schwäche des amtierenden Meisters konnten sie kein Kapital schlagen. Als in der Schlussphase des Spiels feststand, eine hohe Niederlage konnte es nicht mehr werden, eher im Gegenteil, hätten sie durchaus mutiger agieren können. Lediglich vier Torschüsse und ein Eckball, harmloser geht es kaum. Ja, da gab es die Szene in der 72. Minute. An einem möglichen Elfer gab es zu viele Zweifel, zumal Kevin Behrens Konrad Laimer an der Wade trifft und beide keine Ballkontrolle hatten. Zwei Minuten später flog Unions Trainer vom Platz, eine merkwürdige Szene. Es hatte den Eindruck, als würde Nenad Bjelica das Spiel etwas verzögern wollen, während Leroy Sané den Ball schnell in das Spiel zurückbringen wollte. “Ich war emotional, aber so darf ich nicht reagieren. Mein Verhalten war falsch, deshalb muss ich die Konsequenzen akzeptieren – es tut mir leid für meine Mannschaft und den Verein.”

Die Bayern konnten ihr gewohntes Spiel nur zu Beginn der zweiten Halbzeit aufziehen. Da fiel auch das goldene Tor des Spiels, ein zweiter, glänzend heraus gespielte Treffer fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung. Grandios war die Laufleistung der Wuhlheider. Die Statistik weist hier 127 km aus. Die Bayern liefen etwa 8 km weniger. „Es war ein anstrengendes Spiel, in dem wir souverän zusammen verteidigt und nicht viel zugelassen haben. Mit etwas mehr Spielglück nehmen wir sogar etwas Zählbares mit. Dennoch geht der Spielverlauf so in Ordnung. Unsere Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind, war sehr gut und daher können wir viel Positives aus der Partie mitnehmen.“ Diese positive, von dem Kapitän Christoph Trimmel sprach, ist bereits am kommenden Sonntag, 28.01.24 gefragt. Zu Gast ist der Tabellenletzte aus Darmstadt, der fünfte Saisonsieg sollte möglich sein.

Hans-Peter Becker

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Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC mit Schlagabtausch von Feinsten in Sundern

RC Sorpesee – BBSC Berlin          2:3 (-23, 23, -21, 19, -12)

Was war zu erwarten, wenn der aktuelle Tabellenvierte BBSC beim Tabellendritten RC Sorpesee (6 Siege in Folge) gastiert? Mit Begeisterung verzeichneten die Zuschauer einen Schlagabtausch vom Feinsten, wie die Gastgeber auf ihrer Homepage schrieben.

BBSC Berlin Saison 2023/24 © Foto: BBSC Berlin

Von beiden Seiten wurde eine tolle Block-Feldabwehr Leistung gezeigt, es gelang nur schwer bei Angriffen den Ball auf den Boden zu platzieren. Das Spiel sah einen taktisch und körperlich anspruchsvollen Schlagabtausch auf höchstem Zweitliganiveau. Dabei waren die Voraussetzungen auf Berliner Seite wirklich nicht rosig. Ohne 6 Spielerinnen aus dem Aufgebot war die Mannschaft ins Sauerland gereist: Neben Roxana Vogel und Katharina Kummer fehlten auch Leni Kirchhoff, Daniela Ligachewa, Emely Radügge und Stephanie Utz. Auf der Zuspielposition sprang Kristina Bognar – nach einer schwierigen Operation erst seit Donnerstag spielfähig – wieder ein. Und Trainer Tietböhl gelang es, mit dem Einsatz der früheren Nationalspielerin Maren Fromm (vormals Brinker) ein Ass aus dem Ärmel zu ziehen, dass am Samstagabend den Gegner durchaus beschäftigte. Die 37-Jährige hatte sich kurzfristig bereit erklärt, nach langer vereinsloser Zeit dem BBSC sowohl in Training als auch bei Spielen dann zur Verfügung zu stehen, wenn es der eigene Terminkalender zulässt. Sie hatte 2018 ihr letztes Erstligaspiel in Schwerin absolviert, kümmerte sich danach um Familie und Studium.

Jens Tietböhl ist über den Gewinn im Aufgebot schwer begeistert. “Für uns war das nicht nur für das Ergebnis in Sundern ein Glücksgriff, sondern vor allem für die Ausbildung und Stabilität der Mannschaft. Das ganze Team kann von einer solchen Persönlichkeit nur lernen. Vor allem für die jungen Spielerinnen ist eine Maren Fromm mit ihrer Professionalität in kleinen wie großen Dingen, in ihrer Einstellung und Abgeklärtheit auf dem Feld eine großartige Möglichkeit, sich etwas abzuschauen und an ihr zu orientieren.“

Und von der Erfahrung der beiden Altinternationalen profitierte der BBSC auch im letzten Satz. Sorpesee führte bereits 7:2, ehe der BBSC in der Regie von Bognar die Aufholjagd startete, dabei bewundernswert ruhig blieb und die Angriffe konzentriert vollstreckte. Nach 4 verlorenen Tiebreaks gelang es den Berlinerinnen, erstmals wieder die Serie zu durchbrechen und den 3. Tabellenplatz zurückzuerobern.

Maren Fromm erhielt nach Spielende die goldene MVP-Ehrung.

Der BBSC spielt am kommenden Samstag, 27.01.2024 um 18:00 Uhr der heimischen Halle gegen den Tabellenfünften Dingden.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Angelina Meyer, Romy Birnbaum, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Maren Fromm, Kristina Bognar

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Topleistung im Spitzenspiel

In beeindruckender Manier haben die Berlin Recycling Volleys auf ihre erste Heimniederlage in der CEV Champions League reagiert. Der amtierende Deutsche Meister gewann am Sonntag (21.01.2024) das Spitzenspiel der Volleyball Bundesliga gegen den VfB Friedrichshafen deutlich mit 3:0 (25:21, 25:12, 25:18). Die Hauptstädter stoppten damit den Lauf der Mannschaft vom Bodensee und setzen sich in der Tabelle weiter ab. Nach 14 Spielen stehen 40 Punkte und damit sechs Zähler Vorsprung auf die zweitplatzierte SVG Lüneburg zu Buche.

Beide Mannschaften standen sich in Bestbesetzung gegenüber und boten dem Berliner Publikum zu Beginn eine gute Show. Obwohl Friedrichshafen direkt in der Block-Abwehr glänzte, erwischten die BR Volleys nach einem Ass von Marek Sotola den besseren Start (8:5). Zwei Missverständnisse auf Häfler Seite mit Zuspieler Batak bescherten den Hauptstädtern leichte Punkte und Masso bekam von Timo Tammemma per Block die Grenzen aufgezeigt (11:7). Asse von Masso und Superlak gestalteten das Rennen um den Auftaktsatz wieder enger und die Gäste aus dem Süden schnupperten zur Crunchtime am Ausgleich (21:20). Dann aber half der eingewechselte Cody Kessel im Block und ein misslungener Zuspieltrick von Batak beendete den Durchgang (25:21).

Das Heft des Handelns blieb auch im zweiten Satz fest in Berliner Hand. Der Aufschlagdruck des ungeschlagenen Spitzenreiters nahm noch einmal zu und nach der ersten technischen Auszeit (8:5) setzten sich die BR Volleys deutlich ab. Timothée Carle begeisterte bei seiner Aufschlagserie inklusive zwei Assen (13:5) und war in der Folge auch im Angriff nicht zu stoppen (21:9). Fortan übernahm Tobias Krick für Nehemiah Mote im Mittelblock und Kapitän Ruben Schott verwertete den Satzball zum 2:0 (25:12). Der Tabellenführer ließ im Element Service nicht mehr locker und im dritten Satz startete Johannes Tille die nächste lange Serie des Deutschen Meisters (0:2, 7:2). Obwohl Mark Lebedew mit Wechseln versuchte einzugreifen, hatten die Männer vom Bodensee an diesem Tag nicht mehr viel entgegenzusetzen. Jetzt sammelten die Männer in Orange fleißig Blockpunkte, zwölf waren es im gesamten Match (16:10). Dazu kam eine hervorragende Annahmeleistung von Schott und Libero Satoshi Tsuiki. Einmal musste Joel Banks noch zur Auszeit greifen (23:18), dann setzte Marek Sotola per Ass den passenden Schlusspunkt im Match (25:18).

Durch den Sieg distanzieren die Berliner um den MVP Carle den VfB Friedrichshafen in der Tabelle auf sieben Punkte. Am Mittwoch begegnet man auswärts in Hildesheim dem nächsten Verfolger, nämlich den Helios Grizzlys Giesen.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Das war die beste Antwort, die wir geben konnten. Wir haben das 0:3 vom Mittwoch als Mannschaft gut verarbeitet und wieder unsere Stärken gezeigt. Dabei hat natürlich auch das tolle Publikum geholfen. Wir haben Friedrichshafen ein weiteres Mal kontrolliert und sind auf einem wirklich guten Weg gegen diesen Rivalen. Ich glaube, unser stärkstes Element war heute der Aufschlag, aber wir können auch vieles noch besser machen.

Joel Banks: „Ich bin stolz auf unsere Leistung. Wir sind wieder mit Energie auf dem Court zusammengerückt. Beide Mannschaften fokussieren sich auf diese Duelle und es ist Würze drin. Wir haben das gut gemanagt. Unsere Block-Abwehr war für mich ausschlaggebend für diesen wichtigen Sieg.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Tobias Krick, Leon Dervisaj

Topwerte
Carle 13 Punkte, 2 Blocks, 2 Asse | Sotola 13 Punkte, 2 Blocks, 2 Asse | Tammemaa 3 Blocks | Tsuiki 79 % pos. Annahme

Nächstes Heimspiel
BR Volleys vs. Tours VB | 31. Jan | 19.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto: © Anne-Maria Butze

Eisbären holen drei Punkte gegen Frankfurt

DEL 40. Spieltag 21.01.2024 14:00 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Löwen Frankfurt 4:3 (0:1/2:1/2:1)

Teil Zwei des Heimspielwochenendes, zu Gast waren die Löwen Frankfurt. Die Sportstadt Berlin hatte fast zeitgleich zum Event an der Warschauer Brücke noch zwei weitere Angebote für die Sportfans. Im Olympiastadion bemühte sich Hertha um Punkte und im Prenzlauer Berg luden die BR Volleys zum Spitzenspiel gegen den VfB Ludwigshafen. Beachtlich, dass der Stadionsprecher Uwe Schumann erneut ein ausverkauftes Haus vermelden konnte.

Sie sahen einen etwas verhaltenen Beginn beider Mannschaften. Nach neun absolvierten Spielminuten hatten die Gäste nicht einen einzigen Torschuss in Richtung Jake Hildebrand abgefeuert. Die Eisbären dagegen hatten mit ihren Torannäherungen kein Glück. Der erste Torschuss der Gäste fand dagegen gleich den richtigen Weg. Der torgefährlichste Verteidiger der DEL, Maksim Matushkin markierte in Berlin seinen Saisontreffer Nummer 16. Ein Treffer aus dem Nichts, aktiver waren die Eisbären. Diese Führung nahmen die Löwen mit in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt schienen die Eisbären einen Weg gefunden zu haben, wie den Löwen beizukommen ist. Es folgte ein Doppelschlag in der 26. und 27. Minute und das Spiel war gedreht. Die Torschützen waren Tobias Eder und Zachary Boychuk. Es hatten den Eindruck, der Eingang zur Siegerstraße war gefunden. Die zuletzt dreimal hintereinander siegreichen Frankfurter schlugen zurück. Der erste Gast auf der Strafbank war ein Eisbär. Das Powerplay nutzten die Gäste und glichen aus. Dominik Bokk fälschte einen Schuss von Ville Lajunen unhaltbar für Hildebrand ab. Mit dem 2:2 ging es in die letzte Drittelpause

Frederik Tiffels trifft zum 4:2 Foto: © Stephan Wenske

Im Schlussdrittel lief es zugunsten der Eisbären, in der 44. Minute gelang Frederik Tiffels ein Treffer im Powerplay und in der 51. schraubte Kapitän Kai Wissmann das Ergebnis auf 4:2. Es war eine 4 zu 4 Situation auf dem Eis und durch den Treffer von Wissmann waren die Eisbären in Unterzahl. Die wurde überstanden sowie eine weitere knapp fünf Minuten vor dem Ende. In den letzten knapp drei Spielminuten setzten die Gäste alles auf eine Karte und nahmen ihren Goalie vom Eis. Die Sekunden verannen, Tobias Eder verpasste die Riesenchance für 5:2, dafür klingelte es im Eisbärenkasten. Es waren noch eine Minute und 17 Sekunden auf der Uhr und es stand nur noch 4:3 für die Eisbären. Ein Schuss der Frankfurter wurde 23 Sekunden vor dem Ende vorsichtshalber im Video überprüft. Es blieb bei dem am Ende knappen Erfolg für die Eisbären. Die kleine Siegesserie der Frankfurter riss in Berlin.

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Ich bin sehr zufrieden mit unserem heutigen Spiel. Ich denke, es war unsere beste Partie seit der Länderspielpause im November. Wir sind sehr strukturiert aufgetreten und haben unsere Leistung über die gesamte Spieldauer abgerufen. Vor dem ersten Gegentreffer ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen, den Frankfurt direkt ausnutzte. Im Mitteldrittel haben wir das Spiel übernommen und viele gute Spielzüge aufgezogen. Auch nach Frankfurts unglücklichem Ausgleich war ich weiterhin sehr zuversichtlich. Wir haben wenig zugelassen und unsere Defensivzone gut verteidigt. Wir wurden dafür belohnt, über die gesamte Spieldauer hart gekämpft zu haben. Ich bin stolz auf meine Spieler.“  

Für die beste Partie seit der Länderspielpause im November lassen sich andere Spieltage nennen. Die Eisbären sind auf gutem Weg zur Playoffform. Nach Punkten haben sie wieder mit dem Überraschungsteam aus Bremerhaven gleich gezogen und sind Dank des besseren Torverhältnisses wieder Tabellenführer. Nach und nach kehren jetzt verletzte Spieler zurück, gegen Frankfurt waren Lean Bergmann und Blaine Byron nach längeren Verletzungspausen wieder dabei. „Mit fünf Punkten hatten wir ein gutes Wochenende. Es war wichtig, dass Lean Bergmann und Blaine Byron wieder dabei waren.“ Diese Worte von Eisbären Kapitän Kai Wissmann fassen das Heimspielwochenende gut zusammen. 

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Wissmann (C); Geibel, Mik; Nowak – Tiffels, Wiederer, Bergmann; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Veilleux, Eder; Hördler; Heim, Byron, Bartuli – Trainer: Serge Aubin     

Löwen Frankfurt: Hudacek (Cüpper) – Matushkin, Lajunen; Lauridsen, Gnyp; Blood, Wirt – Schweiger, Kunyk, Brace; Napravnik, Rowney, Bokk; Breitkreuz, Burns, Alanov; Bicker, Vogt, Wenzel – Trainer: Franz-David Fritzmeier

Tore
0:1 – 12:01 – Matushkin (Breitkreuz) – EQ
1:1 – 25:37 – Eder (Nowak) – EQ
2:1 – 26:54 – Boychuk (Pföderl, Noebels) – EQ
2:2 – 37:16 – Bokk (Lajunen, Rowney) – PP1
3:2 – 43:59 – Tiffels (Noebels, Wissmann) – PP1
4:2 – 50:46 – Wissmann (Byron) – 4-4
4:3 – 58:43 – Kunyk – 6-5

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (0, 2, 4) Minuten – Löwen Frankfurt: 6 (0, 0, 6) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Marian Rohatsch (Nikolaj Ponomarjow, Marcus Höfer)

Zuschauer
14.200

Eisbären besiegen Kölner Haie in der Overtime

DEL 39. Spieltag 19.01.2024 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 5:4 OT (2:0/1:3/1:1/1:0)

Foto:© Stephan Wenske

©Teil Eins des Doppelheimspieltages in der Noch-MB Arena (wird demnächst einen neuen Sponsorennamen tragen), die Kölner Haie waren zu Gast. Vor dem Spiel wurde Marco Nowak für 700 Spiele in der DEL geehrt. Der gebürtige Dresdner wechselte zu Beginn der Saison 2022/23 zu den Eisbären, zuvor spielte er für Nürnberg und Düsseldorf. Für Deutschland nahm er an zwei A-Weltmeisterschaften teil und war 2022 bei den Olympischen Spielen dabei. Eigentlich ist Nowak Verteidiger, gegen die Haie musste er als Stürmer in der vierten Reihe ran. Bei elf Wechseln war er für reichlich acht Minuten auf dem Eis.

Die Gäste erwischten den besseren Start. Die ersatzgeschwächten Eisbären (vier Stammkräfte fehlten) wirkten nervös und hatten Mühe, in das Spiel zu finden. Glücklicherweise ließen die Kölner gute Chancen liegen oder scheiterten an Jonas Stettmer, der im Eisbärentor den Vorzug bekam. Nach zehn Spielminuten wurde es still in der Halle, dieser Moment gehörte dem Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Hertha-Präsidenten Kay Bernstein.

Der Zwischenstand nach dem ersten Drittel war überraschend. Durch einen Doppelschlag kurz vor der Drittelpause konnten die Eisbären eine 2:0 Führung mit in die Kabine nehmen. Zwischen den beiden Toren lagen gerade einmal 38 Sekunden. Die Torschützen waren Tobias Eder und Marcel Noebels.

Im Mittelabschnitt wurde es turbulent. Zunächst schlugen die Gäste vom Rhein mit einem Doppelschlag ihrerseits zurück. Sie brauchten zwar etwas mehr Sekunden, es reichten zwei Minuten und es stand pari. Getroffen hatten Carter Proft und Stanislav Dietz, in den Spielminuten 28 und 29. In der 32. Minute hatten die Gäste das Spiel gedreht. Eine umstrittene Strafe für Eisbär Lean Bergmann sorgte für eine Chance im Powerplay und diese wurde genutzt. Justin Schütz zog ab, sein Schuss wurde leicht abgefälscht, sodass Jonas Stettmer keine Möglichkeit der Abwehr hatte. Mit gleicher Münze zahlten die Eisbären zurück, Strafzeit für Kölns Jan Luca Sennhenn und auch er saß nicht lange in der Kühlbox. Ein Powerplaytor stellte auf 3:3, Torschütze war Leonard Pföderl.

Duell mit Fäusten Geibel vs Thuresson Foto: © Stephan Wenske

Der Schlussabschnitt war an Spannung nicht zu überbieten, es ging rauf und runter. In der 44. Minute gingen die Eisbären erneut in Führung durch einen schön heraus gespielten Treffer vollendet durch Zachary Boychuk. In der 48. Minute lieferte sich Korbian Geibel mit Andreas Thuresson seinen DEL Premieren-Fight, der deutlich der Eisbär für sich entschied. Sie ließen Chancen liegen und das rächte sich. Statt den Sack endgültig zuzubinden, gelang den Kölnern wieder der Ausgleich. Der 55. Minute erwischte Maximilian Kammerer den Eisbären-Goalie in der kurzen Ecke. Der Puck passte zwischen Schulter und Pfosten. Den entscheidenden Treffer zusetzen gelang bis zur Schlusssirene beiden nicht. Beide bekamen zunächst ihren Punkt und es ging in die Verlängerung.

Die Verlängerung endete bereits nach 19 Sekunden. Manuel Wiederer überwand Tobias Ancicka auf seiner Fanghandseite. Zwei Punkte für die Eisbären und es schallten Wiederer, Wiederer Gesänge durch die Halle. So langsam mausert sich der Eisbär mit der Nummer 21 zum Spezialisten für die entscheidenden siegbringenden Tore.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten:

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Wissmann (C); Geibel, Mik; Kaiser – Tiffels, Wiederer, Bergmann; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Veilleux, Eder; Hördler; Bartuli, Heim, Nowak – Trainer: Serge Aubin     

Kölner Haie: Ancicka (Pantkowski) – Sieloff, Sennhenn; Austin, Aichinger; Dietz, Storm; Lindner – Kammerer, Aubry, Thuresson; Schütz, MacLeod, Grenier; Wohlgemuth, McIntyre, Bast; van Calster, Proft, Hänelt – Trainer: Uwe Krupp

Tore
1:0 – 17:52 – Eder (Wiederer, Ellis) – PP1
2:0 – 18:30 – Noebels (Pföderl, Geibel) – EQ
2:1 – 27:19 – Proft (van Calster, Sieloff) – EQ
2:2 – 28:38 – Dietz (Wohlgemuth, McIntyre) – EQ
2:3 – 31:25 – Schütz (Austin, MacLeod) – PP1
3:3 – 32:55 – Pföderl (Tiffels, Noebels) – PP1
4:3 – 43:41 – Boychuk (Pföderl) – EQ
4:4 – 54:44 – Kammerer (Storm, Sennhenn) – EQ
5:4 – 60:19 – Wiederer (Tiffels, Müller) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (4, 2, 4, 0) Minuten – Kölner Haie: 10 (4, 2, 4, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andris Ansons, Gordon Schukies (Wayne Gerth, Kenneth Englisch)

Zuschauer
14.200 (ausverkauft)

Foto: © Stephan Wenske

Siegesserie im Volleyballtempel gerissen

Nach zehn Heimerfolgen in dieser Saison mussten sich die BR Volleys trotz der Unterstützung von 5.621 Zuschauern am Mittwochabend (17.01.2024) in der Champions League erstmals daheim geschlagen geben. Die 0:3-Niederlage (15:25, 23:25, 19:25) gegen den stark aufspielenden Gruppensieger Gas Sales Daiko Piacenza hat zur Folge, dass der Deutsche Meister seine Reise in der Königsklasse als bester Gruppendritter in der Playoff-Runde fortsetzt. Gegner wird dort der französische Meister Tours VB. Das Hinspiel steigt am 31. Januar in der Max-Schmeling-Halle (Tickets ab Donnerstagmittag erhältlich), das Rückspiel am 06./07./08. Februar auswärts.

Ohne Druck und dennoch zielstrebig wollten die BR Volleys das Heimspiel gegen den dritten der italienischen SuperLega angehen. Obwohl Hannes Tille das Match mit einem knallharten Aufschlag eröffnete, reagierte das Starensemble auf der Gegenseite mit einem perfekten Sideout über Robertlandy Simon und die Anfangsphase gehörte auch dank drei Blocks klar den Gästen (2:7). Schnell hatte das Team von Trainer Andrea Anastasi in der Max-Schmeling-Halle die Kontrolle übernommen und zog den Berlinern mit der eindrucksvollen Block-Abwehrarbeit den Zahn (4:12). Ein “Spreadblock“ von Nehemiah Mote zeigte erstmals, wie es gehen kann (7:12), aber insgesamt war Piacenza klar überlegen (9:18). Mit einem spektakulären Winkelschlag bescherte Lucarelli seinem Team elf Satzbälle und nach 25 Minuten stand es 0:1 (15:25).

Es fehlte einiges, um an diesem Abend in einen ähnlichen “Flow“ zu kommen, wie es vor den eigenen Fans gegen Ankara gelang. Schnell war der Druck der Italiener auch in Satz enorm (2:6). Wieder war es ein Block – diesmal von Ruben Schott gegen Simon – der etwas Hoffnung aufkeimen ließ (7:9). Nach Aufschlägen des Kapitäns führten die Berliner sogar kurzzeitig (12:11) und konnten diesen Durchgang fortan offen gestalten. Doch es fehlte in der Endphase der Aufschlagdruck, um dem Favoriten ernsthaft gefährlich zu werden (19:20). Simon erzielte das entscheidende Break (22:24) und verwertete auch den Satzball (23:25).

Piacenza war damit sicherer Gruppensieger und wechselte auf einigen Positionen. Bei den BR Volleys kamen schon kurz zuvor Daniel Malescha und Tobias Krick ins Spiel. Den guten Start der Männer in orange (4:0) fing der an diesem Abend überragend agierende Yuri Romano mit seinem Service zügig ab (4:5). Cody Kessel ersetzte Timothée Carle (9:10) und auf der Gegenseite sorgte, mit Yoandy Leal, ein ebenfalls Eingewechselter für die Entscheidung. Sein Service ließ den Rückstand der Berliner anwachsen (15:19). Romano drückte als MVP und Topscorer (20 Punkte) dem Spiel immer mehr seinen Stempel auf (19:23) und per Ass beendete Olympiasieger Antoine Brizard das Match (19:25). Da Halkbank Ankara das Parallelspiel bei Benfica Lissabon nach Rückstand noch mit 3:2 gewann, rutschen die BR Volleys auf den dritten Platz in der Gruppe ab. Als bestes Team aller Gruppendritten wartet in der Playoff-Runde nun der beste Gruppenzweite – der französische Traditionsverein Tours VB.

Stimmen zum Spiel
Cody Kessel: „Es hat heute vieles gefehlt, um einem so starken Gegner wie Piacenza gefährlich zu werden. Sie haben überragend und auf einem anderen Niveau gespielt. Unseren Rhythmus konnten wir nicht finden, obwohl das Publikum uns nach Kräften unterstützt hat.“

Kaweh Niroomand: „Piacenza präsentierte sich hier als der erwartet starke und fokussierte Gegner. Wir sind eigentlich gut ins Match gekommen, aber die erste Aufschlagserie von Yuri Romano hat unserer Mannschaft Respekt eingeflößt. Anschließend fand die Mannschaft keine Leichtigkeit mehr. Positiv ist, dass wir trotzdem zwei Sätze gut mitgehalten haben und wir keinesfalls mit einem schlechten Gefühl in die Playoff-Runde gehen müssen. Wir haben dort alle Chancen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Daniel Malescha, Tobias Krick, Cody Kessel, Leon Dervisaj

Bestwerte
Schott 9 Punkte | Tammemaa 7 Punkte, 60 % Angriffsquote | Malescha 2 Blocks

Nächstes Heimspiel
BR Volleys vs. VfB Friedrichshafen | 21. Jan | 15.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto: Kevin Mattig

Ohne Punkte in die Hauptrunde

Deutschland verliert gegen Frankreich 30:33

Plakat zur Handball-WM 2024

Der Sechs-Tage-Ausflug der deutschen Handballer nach Berlin endete am Dienstagabend mit einer Niederlage gegen den dreifachen Olympiasieger. Mit Zuversicht und der Unterstützung von 13.571 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena ging die deutsche Mannschaft ins Spiel. Der Auftakt nährte den Optimismus. Forciertes Spiel nach vorn, kraftvoller Einsatz am Kreis, konzentriertes Agieren in der Abwehr. Eine schnelle 3:0-Führung. Frankreich fand nur langsam seinen Rhythmus, konnte das Spiel jedoch ab der 15. Minute ausgeglichen gestalten. In einem intensiven Spiel wechselte die Führung ständig. Je besser Les Bleus jedoch die Kreise von Spielmacher Juri Knorr einschränkte, desto stärker gerieten die deutschen Angriffe ins Stocken. Ballverluste, unplatzierte Würfe waren die Folge. Zwischen der 20. und 30. Minute erzielte Deutschland nur drei Tore – Frankreich dagegen sechs, was zur zum zwei-Tore-Rückstand aus deutscher Sicht führte (15:17).

Während Frankreichs Trainer Guillaume Gille nach der Pause Ex-Bundesligaspieler Kentin Mahè auf die Spielmacher-Position im Rückraum beorderte, was dem französischen Spiel mehr Zuschnitt bescherte, hielt Alfred Gislasson an Juri Knorr fest, der durchaus eine Pause hätte gebrauchen können. Nur kurzzeitig kam Philipp Weber ins Spiel. Der Bundestrainer erklärte seine Zögerlichkeit, dass er den Rhythmus seiner Mannschaft nicht stören wollte, räumte jedoch ein, dass man hinterher immer schlauer sei. An Einsatz und Willen mangelte es dem deutschen Team auch im zweiten Abschnitt nicht, wohl aber an Cleverness, überraschenden Ideen und präzisen Torwürfen. Glänzende Aktion (Köster, Mertens, Golla) wechselten mit schwachen Abschlüssen (Häfner, Knorr). Weil auch Frankreich einiges an Chancen ausließ bzw. an Andreas Wolff scheiterte, ging Deutschland nach 48 Minuten nochmals in Führung. Das kurze Aufflackern erstickte jedoch und die erfahrenen Spieler aus Frankreich brachten den 33:30-Sieg letztlich sicher nach Hause.

Dadurch startet Deutschland mit 0 Punkten in die Hauptrunde – wie auch der nächste Gegner Island. Die Partie am Donnerstagabend in Köln ist für Bundestrainer Alfred Gislasson ein besonderes Spiel. Der gebürtige Isländer erwartet seinen Vater und seine Brüder und will, wie er schmunzelnd verriet „genau hinschauen, ob sie in isländischen oder deutschen Trikots“ in der Halle sitzen. Mit vier Siegen – nach Island folgen die Partien gegen Österreich, Ungarn und Kroatien, ist für Deutschland durchaus noch das Halbfinale drin.

Die deutschen Torschützen: Golla 5, Heymann 3, Knorr 8, Köster 3, Uscins 1, Häfner 4, Mertens 3, Kastening 2, Kohlbacher 1

Herbert Schalling