Eisbären Juniors Frauen – Mad Dogs Mannheim 2:1 (1:1/0:0/1:0)
27.10.2024 13:00 Wellblechpalast Hohenschönhausen Spiel 2
Eisbären Juniors Frauen – Mad Dogs Mannheim 1:2 n.V. (1:0/0:0/0:1/0:1)
Der Herbst zeigte sich von seiner besten jahreszeitlichen Seite. Fast sommerliche Temperaturen zur Mittagszeit. Für 15 Uhr war das Spiel der Frauen-Bundesliga zwischen den Eisbären-Juniors und den Mad Dogs aus Mannheim angesetzt. Wie bereits im vergangenen Jahr wurde ein Samstag genutzt für eine Doppelveranstaltung. Bevor um 20 Uhr die Männer der Eisbären versuchten ihre Siegesserie in der DEL gegen Düsseldorf fortzusetzen, waren die Fähigkeiten der Eisbärinnen gefragt.
Ehrenbully für Maren Valenti, spielte bisher als einzige Frau in der DEL.
Die Gäste kamen besser in das Spiel und gingen bereits nach fünf Minuten in Führung. Die Torschützin war die Nummer 6 Sophie Rausch. Zwei Strafzeiten im 1. Drittel mussten die Gastgeberinnen überstehen und schafften in der 17. Minute endlich den ersehnten Ausgleich.
Bully unter den ZuschauernJubel über den Ausgleich in der 17. Minute durch Anastasia Gruss
Der Mittelabschnitt verging torlos. Festzuhalten wäre hier, dass die Mad Dogs einen Penalty vergaben. Die Torschützin zum 1:0 scheiterte an Berlins Torhüterin Pia Surke. Den Schlussabschnitt begannen die Eisbärinnen in Unterzahl. Er wirkte wie ein Wachmacher, den sie übernahmen mehr und mehr die Initiative und in der 45. Minute konnte Laura Kluge einen gelungenen Spielzug zur 2:1 Führung abschließen.
In der Schlussphase warfen die Mad Dogs alles nach vorn, Auszeit, die Torhüterin ging vom Eis. Es nutzte alles nichts mehr. Die Eisbärinnen gewannen knapp mit 2:1 vor 1.201 Zuschauern in der Uber Arena.
Nach dem Spiel war Trainer Phillip Richter weitgehend zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Für das Schlussdrittel hatte er eine Umstellung in den Spielreihen vorgenommen. Das erwies sich als richtige Maßnahme. In das zweite Spiel, am Sonntag, 27.10.2024, im Welli gehen die Frauen der Eisbären Juniors als Tabellenführer. Darauf ist Richter stolz, als er zu Beginn der Saison 2023/24 die Mannschaft übernahm, stand das Team ziemlich weit unten. „Es hätten heute ruhig ein paar mehr Zuschauer den Weg in die Arena finden können. Das Spiel war jedenfalls eine Werbung für das Frauen-Eishockey. Vielleicht ist ja doch der eine oder andere hängen geblieben.“
Für den Eishockey-Fan ist es auf jeden Fall lohnenswert, mal bei den Frauen vorbeizuschauen.
Dass die grippegenesenen Mathias Gidsel und Torhüter Dejan Milosavljev wieder in die Startformation zurückkehrten, ließ die Füchse optimistisch und schwungvoll in das Spiel starten, die allerdings schon nach wenigen Minuten verletzungsbedingt auf Linksaußen Jerry Tollbring verzichten mussten. Der 3:0-Lauf der Gastgeber veranlasste den Gäste-Trainer bereits nach 2:55 zur ersten Auszeit. Raul Gonzalez, Champions-League-Gewinner mit Ciudad Real und Vardar Skopje, ordnete die Reihen der Pariser neu – mit Erfolg.
Fortan war sein Team im Spiel und es entwickelte sich vor den 8525 Zuschauern ein temporeiches Hin und Her auf Augenhöhe. Bei den Gastgebern, bei denen Lasse Andersson wegen einer Schulterverletzung fehlte, glänzten dabei Gidsel, Fabian Wiede und Tobias Reichmann mit jeweils vier Treffern. Zu mehr als kurzzeitigen Führungen reichte es jedoch für die Füchse nie, weil bereits in der frühen Phase der Partie deutlich wurde, dass die Abwehr mit dem Tempospiel des elfmaligen französischen Meisters enorme Probleme hatte, wie Trainer Jaron Siewert im Nachgang bilanzieren musste. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber dann haben wir unsere Stabilität in der Abwehr verloren.“
Einerseits bekam die Innendeckung mit Kapitän Max Darj und Mijailo Marsenic Gäste-Kreisläufer Kamil Syprzak, (am Ende acht Tore) aktueller Toptorjäger der Champions-League, nie in den Griff, zum anderen fand der gesamte Defensivverbund keine Mittel gegen die wurfgewaltigen Elohim Prandi (9) Omar Fathy (8). Das 20:20 zur Hälfte der Partie entsprach dem Spielverlauf.
Im zweiten Durchgang knüpften beide Teams nahtlos an das zuvor Gezeigte an und boten Handball auf hohem Niveau. Mit zunehmender Spielzeit wurden jedoch die graduellen Unterschiede sichtbarer. Während die routinierten französischen Gäste in Abwehr und Angriff stabil wirkten, beeindruckten die Füchse zwar weiterhin mit kämpferischem Einsatz und Moral, mussten jedoch jetzt häufig einen Rückstand hinnehmen, der nach 45 Minuten erstmals auf drei Tore anwuchs – 29:32. Immer größere Lücken in der Abwehr taten sich bei den Berlinern auf und im Angriff leisteten sie sich zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. (Langhoff, Freihöfer, der jedoch ein sicherer Siebenmeter-Werfer war)
Um einer europäischen Topmannschaft wie Paris St. Germain auf Strecke Paroli zu bieten, bedarf es Spitzenleistungen auf allen Positionen über 60 Minuten. Das war bei den Füchsen nicht der Fall, wie Fabian Wiede feststellte. „In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Fehler gemacht, sodass PSG leichte Tore erzielen konnte. Aus diesen Fehlern müssen wir jetzt lernen.“ Die Gelegenheit dazu gibt es zuerst im Bundesliga-Spiel am Sonntag in Bietigheim und am nächsten Donnerstag (31.10.2024) in der CL-Auswärtspartie bei Dinamo Bukarest.
EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 5:4 n.V.(1:0/2:3/1:1/1:0)
Dienstagabend, nicht gerade die beliebteste Eishockeyzeit, die DEL hatte die Partie Eisbären gegen Grizzlys vorgezogen, sodass die Partie vom vergangenen Sonntag, 20.10.2024 in Wolfsburg, ein sofortiges Rückspiel erfuhr. Wie am Sonntagsspiel waren die Gäste in Anfangsdrittel die aktivere Mannschaft. Eisbären-Goalie Jake Hildebrand musste mehrfach sein Können zeigen, um einen Rückstand zu verhindern. Ein Fehlpass vor dem Wolfsburger Tor nutzte Marcel Noebels für den Führungstreffer. Anschließend verhinderte ein Riesensafe von Hildebrand den fast prompten Ausgleich. Die letzten beiden Minuten im Anfangsdrittel überstanden die Eisbären in Unterzahl.
Die Eisbären konnten in der 24. Minute die Führung ausbauen. Das 2:0 erzielte Ty Ronning. In der 28. Minute war ein Überzahlspiel für die Gäste überstanden. Mitten in die Verkündung der Vollzähligkeit der Eisbären landete ein von Matt White abgefeuerter Schuss im Tor. Er war zudem abgefälscht von Spencer Machacek. Die Gäste blieben weiter am Drücker und waren das aktivere Team. So kam es, wie es sich andeutete, die Grizzlys drehten das Spiel. In der 35. und 37. Minute erzielten Julian Chabot und Fabio Pfohl die Treffer. Die Führung konnten die Gäste nicht mit in die letzte Pause nehmen. Eine Sekunde vor der Sirene erzielte Eisbären-Kapitän und Geburtstagskind Kai Wissmann den Ausgleich. Im vorangegangenen Powerplay hatten die Eisbären die Grizzlys müde gespielt. Wie beim ersten Treffer der Grizzlys, landete der Puck während Verkündung der Vollzähligkeit im Gehäuse. Der Mittelabschnitt ging knapp mit 3:2 an die Gäste.
Geburtstagskind und Kapitän Kai Wissmann hatte im Kurzinterview verkündet. „Wir müssen uns steigern, wenn wir das Spiel gewinnen wollen.“ Der Anfang war verheißungsvoll, die Eisbären versuchten, die Initiative an sich zu reißen. Es kam anders, ein etwas kurioser Treffer brachte in der 44. Minute die Gäste erneut in Front. Ein Schuss von Ryan O’Connor flipperte durch die Abwehr ins Tor. Wieder rannten die Eisbären einem Rückstand hinterher.
Ab der 49. Minute überstanden die Eisbären ein fast zweiminütiges 3 zu 5 Unterzahlspiel. Das beflügelte, mit der zweiten Luft gelang es erneut, das Spiel pari zu stellen. Die letzten Spielminuten waren ein offener Schlagabtausch. Der Treffer für einen Dreipunkt-Sieg gelang nicht. Wieder Duplizität der Ereignisse, zunächst einen Punkt für jeden.
Mit dem 4:4 ging es in die Overtime. Exakt zwei Minuten vor dem Ende der Overtime war es wieder ein Verteidiger Tor, nicht Kai Wissmann, wie zuletzt in Wolfsburg, seinem Reihen-Kollegen Jonas Müller blieb es vorbehalten, den Schlusspunkt zusetzen und erneut den Zusatzpunkt zu holen.
In der Pressekonferenz nach dem Spiel verwies Wolfsburgs Trainer Mike Steward auf den brutal engen Spielplan im Oktober. Berlin hat eine enorme Qualität und am Ende das Quäntchen Glück. Serge Aubin war nicht so zufrieden. Die Mannschaft hat zu viele Turnover zugelassen.
In einem ungemein intensiven Spiel besiegte der BBSC Berlin die Gäste der Binder Bläubären dank einer sehr geschlossenen Teamleistung mit 3:1.
Beide Teams starteten zunächst nervös in das Spiel und mussten sich erst einmal warm laufen. Doch schon Mitte des 1. Satzes nahm die Genauigkeit in den Aktionen deutlich zu und beide lieferten sich bis zum Schluss einen Fight auf hohem Niveau. Lange Ballwechsel en Masse – aber bitteschön ohne Alibibälle, sondern mit hoher Angriffswirkung trafen auf artistische Abwehraktionen auf beiden Seiten, gute Blockarbeit und abgestimmte Raumaufteilung bei der Verteidigung des eigenen Feldes. Das war das Rezept für ein hoch kämpferisch geführtes Spiel auf beiden Seiten.
Dabei überzeugte Flacht mit einem immens aggressiven Aufschlagspiel mit 13 (!) Assen, wenigen Fehlern in der Annahme und sehr druckvollen Angriffsaktionen, die die BBSC Abwehr auf das Höchste forderten. Bestens in Szene gesetzt von der Blaubären-Zuspielerin Julie Teso (zur Gäste-MVP des Abends gewählt) war vor allem Exnationalspielerin Frauke Neuhaus kaum zu bremsen und kam letztendlich mit überzeugender Schlagtechnik auf 18 Punkte.
Die Berlinerinnen hielten nicht nur dagegen, sondern zogen ihr eigenes Spiel konsequent durch. Annika Völker machte mit Stellungsspiel und Flugkünsten wohl Bekanntschaft mit jedem Quadratzentimeter des Hallenbodens, Deborah Scholz (mit toller Weiterentwicklung in der Wirksamkeit ihrer Aktionen) und Annalena Grätz agierten im Angriff mit Durchschlagskraft und Köpfchen. Alina Gottlebe-Fröhlich sorgte mit ihrer Routine für Entlastung und Sicherheit in der Abwehr sowie platzierte Angriffe. Auch auf Berliner Seite erhielt die Zuspielerin, Noelani Kleiner, nach Wahl durch den Flachter Trainer Nicolas Reinecke die MVP Medaille.
So sah das Publikum durchgängig ein Spiel, in dem sich beide Teams nichts schenkten – mit dem besseren Ende für den BBSC dank einer sehr konzentrierten Leistung. Der BBSC konnte „mit einem breit und sehr gut aufgestellten Kader wichtige Punkte machen, denn jeder Sieg, gerade in den Heimspielen, ist in dieser ausgeglichenen Liga unheimlich wertvoll“, so Jens Tietböhl. Der Berliner Trainer ergänzt: „Unserem Angriffsspiel fehlte es auch an diesem Spieltag noch an Durchschlagskraft und Variabilität. Daran müssen wir weiter arbeiten. Am Samstagabend profitierten wir zum Glück von den Eigenfehlern der Gäste, gerade in wichtigen Situationen sorgten sie für den einen oder anderen Zusatzpunkt auf unserer Seite.“
Für den BBSC geht es in der Liga erst am 3. November auswärts in Köln weiter, ehe es zum Pokalheimspiel gegen den SC Potsdam am 9. November 2024 um 18:00 Uhr kommt.
Für den BBSC im Einsatz: Sarah Nur Kayadibi, Noelani Kleiner, Angelina Meyer, Helena Schmidt, Anne Roebel, Annalena Grätz, Annika Völker, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe Fröhlich, Romy Birnbaum, Deborah Scholz
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 n.V.(2:3/0:0/0:0/1:0)
Wenn es in der DEL einen Klassiker gibt, so sind es die Spiele der Mannheimer Adler gegen die Eisbären. Man ist sich in herzlicher Abneigung zugetan. Am 10. Spieltag der Saison 2024/25 war es wieder so weit. Vor dem Spiel gab eine berührende Geste der Adler. Auf ihren warm up Trikots war die 22 mit dem Namenszug Eder zu lesen. Trotz aller Rivalität, es gibt Dinge, die wichtiger sind als das Ergebnis eines sportlichen Wettkampfes.
Beide Teams waren mit gleicher Mannschaftsstärke angetreten. Bei den Eisbären war kurzfristig Verteidiger Mitch Reinke wegen Krankheit ausgefallen, dafür konnte Markus Niemeläinen wieder dabei sein. Wer einen harten Fight erwartet hatte, sah im Anfangsdrittel ein eher taktisch geprägtes Spiel. Der erste Treffer fiel in der 10. Minute und war ein Geschenk der Eisbären. Ein Schuss von der Mittellinie, der wohl eher als Vorlage gedacht war, erwischte Eisbären Goalie Jake Hildebrand in einem Moment der Unachtsamkeit. Das Ding war drin, ein Treffer der Marke kurios. Innerhalb von zwei Minuten drehten die Eisbären das Spiel. Beide Treffer fielen im Powerplay, erst war es eine doppelte Überzahl und in der einfachen wurde nachgelegt. Die Torschützen in der 12. und 13. Minute waren Ty Ronning und Fredi Tiffels.
Leider hielt die Geberlaune der Eisbären an. Das 2:2 in der 15. Minute war erneut ein Bock des Torhüters der Eisbären. Den Treffer erzielte Daniel Fischbuch. In der 19. Minute eroberten sich die Gäste die Führung zurück. Ein fulminanter Schuss von Nick Cicek schlug im Toreck ein. Er hatte viel zu viel Zeit für den Schuss. Die Eisbären schienen keinen guten Tag erwischt zu haben.
Im Mittelabschnitt hatte erst die Gäste eine gute Phase, Hildebrand konnte zwei Schüsse entschärfen. Die Eisbären versuchten, sich in das Spiel zu kämpfen. Einige guten Gelegenheiten sprangen dabei heraus. Als der Hallensprecher die letzte Spielminute im Mittelabschnitt verkündete, war kein weiterer Treffer auf die Anzeigetafel gekommen.
Die Frage vor dem Schlussdrittel, können die Eisbären heute etwas holen? Zunächst verzögerte sich der Beginn, weil nach der Eisbereitung zu viel Wasser auf der Eisfläche war. Mehr Scheiben vor das Tor bringen und die Kleinigkeiten besser machen, so äußerte sich Manuel Wiederer in der letzten Drittelpause.
Im Schlussabschnitt spielen die Eisbären immer in Richtung Hartmut Nickel Kurve, dort wo die treuen Fans für Stimmung sorgen. Die taten ihr Bestes. Ein Powerplay der Eisbären verlief ohne Ergebnis und die Minuten verannen.
Die Eisbären drückten auf den Ausgleich, erspielten sich ihre Chancen. In der 50. Minute gab es eine Strafe gegen die Eisbären. Ein Mannheimer blieb mehr im weichen Eis hängen, als dass er von Oliver Galipeau von den Beinen geholt wurde. Diese Witzstrafe verlief ebenso ohne Ergebnis, allerdings hielt die knappe Führung der Adler.
In der 54. Minute fiel der Ausgleich, endlich, Frederik Tiffels mit einem one timer in die Maschen. Eine Überzahl der Eisbären brachte nichts ein. Es drohte eine Overtime. Die Schlussphase war an Spannung nicht zu überbieten, das letzte Risiko gehen oder den Punkt retten?
Es ging in die Overtime, das zunächst jeder einen Punkt bekam, ging nach dem Spielverlauf in Ordnung. Das zeichnet ein Spitzenteam aus, wenns mal nicht läuft, trotzdem was retten. Es wurden schlussendlich sogar 2 Punkte. In der 63. Minute setzte Manuel Wiederer den Schlussgong und netzte ein zum Sieg. Ende gut, alles gut, die Halle war ausverkauft und die Eisbärenfans gingen zufrieden nach Hause. Dieser Sieg katapultiert die Eisbären an die Tabellenspitze.
Der Mannheimer Trainer lobte die Zusammensetzung der Eisbären-Mannschaft. Man hat heute auch gesehen, wer der amtierende Meister ist. Die Eisbären haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen.
Serge Aubin sah zwei Gesichter seiner Mannschaft. Im Schlussdrittel ist es der Mannschaft gelungen, dem konsequenten Vorchecken der Adler zu entgehen und einen Weg zu finden.
Hans-Peter Becker
Fotos: Stephan Wenske
Spieldaten
Endergebnis Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 n. V. (2:3, 0:0, 1:0, 1:0)
EHC Eisbären Berlin – SonderjyskE Vojens 8:0 (4:0/3:0/1:0)
Zuschauer: 3.722
In der Champions Hockey League (CHL) erwarteten die Eisbären den Tabellenletzten und Teilnehmer aus Dänemark, die Mannschaft von Sonderjyske Vojens. Mittwochabend, 16. Oktober 2024 im Welli, der war gut besucht und die Gäste aus dem Norden hatten einen stattlichen Anhang mitgebracht, der das Abspielen der dänischen Hymne eindrucksvoll mit Gesang unterstützte. Wer die Filme mit der Olsenbande gesehen hat, wird die Melodie vielleicht wiedererkannt haben. Genau genommen hat Dänemark sogar zwei Nationalhymnen. In dem Film, die Olsenbande sieht rot, spielt die „König Christian Hymne“ eine wichtige Rolle.
Zufälligerweise hieß niemand aus dem aktuellen Kader des amtierenden Meisters aus Dänemark Olsen. Ob es daran gelegen hat, dass die Truppe aus dem nördlichen Nachbarland so überhaupt keine Idee hatte, wie hier was zu holen sein könnte? Es wurde eine sehr einseitige Angelegenheit, die Fronten sehr schnell geklärt. Bereits nach dem 1. Drittel stand es 4:0 für die Eisbären. Den Führungstreffer nach sechs Minuten für die Eisbären konnte der Gästecoach Anders Forster noch durch eine Challenge verhindern. Auf Höhe der blauen Linie platziert, hatte er ein Abseits erkannt, welches die Schiedsrichter nicht gesehen hatten. Die Videobilder gaben dem Coach recht und der Treffer von Blaine Byron wurde annulliert. Eine zweite Challenge wurde nicht bestätigt, der Treffer zählte.
Es wurde eine einseitige Angelegenheit. Die Eisbären legten nach der ersten Drittelpause gleich zwei Treffer nach. Sie hatten eine doppelte Überzahl, 5 gegen 3, in der CHL ist die Strafe ja nicht nach einem Treffer automatisch beendet, sondern bleibt bestehen. Nach sechs Gegentoren wechselten die Gäste den Goalie. Der frische Goalie musste bis zur letzten Pause lediglich einen Treffer hinnehmen.
Als der Schlussabschnitt begann, war das Spiel mehr als entschieden. Der Zwischenstand von 7:0 war deutlich. Nach dem 8:0 in der 44. Minute schalteten die Eisbären einen Gang zurück, blieben weiter torgefährlich und gestatteten den Gästen nur wenig. Die Schlussierene erlöste die Gäste. Der Gästeanhang ließ es sich trotz der derben Niederlage nicht nehmen, die Mannschaft zu feiern. Der dänische Meister verabschiedete sich aus der Champions League, die Eisbären machten den Einzug ins Achtelfinale klar. Die Sheffield Steelers erwarten die Eisbären.
Mit gleicher Bilanz wie die Füchse (vier Siege- darunter gegen den THW Kiel- eine Niederlage) kamen die Gäste aus Mannheim in den Fuchsbau. Ein Spiel auf Augenhöhe war zu erwarten. Zu erleben war es jedoch nur im ersten Viertel der Partie – 9:8/15. Bis dahin fanden die Löwen, die auf ihren Spielmacher Juri Knorr verzichten mussten, immer eine Antwort auf Berliner-Treffer. Das Berliner-Spiel lief von Anbeginn hochtourig. Besonders Lasse Andersson merkte man an, dass er seinen torlosen Champions-League-Abend vom Donnerstag vergessen machen wollte. Der dänische Olympiasieger fackelte nicht lange und seine Würfe fanden in beeindruckender Konstanz den Weg ins Gäste-Tor.
Eine achtminütige Torflaute der Mannheimer nutzten die Gastgeber, um ihren knappen Vorsprung auszudehnen – 15:9/24. Dabei glänzte besonders Max Beneke mit einem Gala-Auftritt – drei Treffer in Folge. Dem 21-jährigen Linkshänder, als Back-up von Welthandballer Mathias Gidsel, meist mit überschaubarer Einsatzzeit, dürfte das viel Selbstvertrauen geben. Die Rhein-Neckar Löwen verloren in dieser starken Phase der Füchse den Zugriff aufs Spiel, weil ihnen die Berliner mit einer konsequent und körperlich agierenden Abwehr – organisiert vom neuen Kapitän Max Darj den Schneid abkauften. Dazu machte sich der Ausfall Knorrs an allen Ecken und Enden bemerkbar.
Neben seinen strategischen Fähigkeiten fehlten auch seine Weitwurf-Tore. Bereits mit dem Pausenstand von 18:13 waren die Weichen für den Fortgang der Partie gestellt. Ein kurzes Aufbäumen der Gäste überstanden die Füchse auch Dank der Parden des erneut überragende Dejan Milosavljev im Tor. Danach lief der Spiel-Motor beim Gastgeber wieder rund. Teilweise erlebten die 8.745 Zuschauer – unter ihnen Bundestrainer Alfred Gislasson – Zauberhandball. Leidenschaftlich und spielfreudig, wie nicht immer in der bisherigen Saison, steigerten die Berliner ihren Vorsprung auf zehn Tore – 29:19/49. In der Endphase der Partie standen fünf Junioren-Weltmeister (Ludwig, Beneke, Lichtlein, Freihöfer und Langhoff – die Vertragsverlängerung der beiden Letztgenannten bis 2028 wurde vor dem Anpfiff bekannt) für die Füchse auf der Platte. Dass der Vorsprung in dieser Phase etwas schmolz, lag jedoch nicht an ihren Leistungen, sondern am Pech. Beneke, Freihöfer und Langhoff scheiterten mit ihren Würfen an Pfosten und Latte.
Der 34:27-Erfolg bescherte den Füchsen neben der Tabellenführung auch Anerkennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Ein herausragendes Torhüter-Gespann und ein attraktiver Tempohandball. Die Souveränität, wie wir das Spiel gestaltet haben, war beeindruckend.“ In den nächsten drei Wochen warten auf die Füchse jede Menge Herausforderungen. In der Bundesliga am nächsten Samstag, 19.10.2024, das Gastspiel beim Tabellenzweiten MT Melsungen und zuvor in der Champions-League der Auftritt beim Spitzenreiter Sporting Lissabon (17.10.2024), bevor am 24.10. das Topteam von Paris St. Germain in Berlin gastiert.
Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Darj (2), Andersson (10), Lichtlein (3), Gidsel (10), Freihöfer (2/1), Beneke (4), av Teigum (2)
BBSC Berlin – ESA Grimma Volleys 3:1 (26,19, -12, 25)
Mit dem ersten Heimsieg in der 2. Bundesliga Pro am Samstagabend (12.10.2024) sowie zwei weiteren gewonnenen Partien gegen PSV Halle und BVV Berlin im Regionalpokal am Sonntag absolvierten die Damen des BBSC ein außerordentlich erfolgreiches Wochenende. Zudem bringt unser Seniorentrio eine WM-Goldmedaille nach Berlin.
Gast des Samstagabends waren die ESA Grimma Volleys, gegen die der BBSC das erste Mal in einem Punktspiel antrat. Es entwickelte sich von der ersten Sekunde an ein außerordentlich kämpferisch betontes und trotzdem von beiden Mannschaften mit technisch-taktisch Feinheiten geführtes Spiel. Die Zuschauer auf den Rängen sahen ein sehr spannendes und emotionales Spiel. Jedes Team hatte Phasen, in denen nahezu alles gelang, danach sprang das Momentum wieder auf die andere Seite des Netzes. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften verbissen um die Punkte.
Wie ausgeglichen die Sätze ausgingen, verdeutlicht, dass Grimma in den zwei engen verlorenen Sätzen allein 14 Satzbälle des BBSC abwehrte – sich aber letztendlich doch geschlagen geben musste.
Berlins Trainer Jens Tietböhl – hoch angespannt an der Seitenlinie – analysierte in gehörigem Zeitabstand das Spiel: „Unser Team war ein wenig besser im Angriff, dafür hatten die Gäste ihre Vorteile im Aufschlag, denn unsere Annahme zeigte zeitweise deutliche Schwächen. Zudem hatte der BBSC ein wenig Glück mit manchen Schiedsrichterentscheidungen.“ In Block-Feldabwehr konnten beide Mannschaften dem Publikum ein hohes Zweitliganiveau präsentieren – und das lag nicht nur an den beiden fantastischen Liberas. Nicht nur Berlins Annika Völker überzeugte, sondern auch Grimmas langjährige Erstligaspielerin Sophie Dreblow, die immer wieder Aktionen der Extraklasse zeigte.
Auf Seiten Grimmas fiel zudem Diagonalspielerin Meret Singer sehr positiv auf – mit 24 Punkten erzielte sie für ihr Team die meisten Punkte des Abends. Die Dülmerin (aus der Nähe von Münster) mit Ausbildung im Münsteraner Sportinternat überzeugte mit kraftvollen und platzierten Schlägen aus dem Rückraum.
Bei den Berlinerinnen konnte Jens Tietböhl erstmals Helena Schmidt im Mittelblock einsetzen, die aus Straubing mit Arbeitsplatz und neuem Verein in die Hauptstadt gewechselt ist. Gleich 10 Punkte gingen auf das Konto der Athletin mit Gardemaß. Auch Sophie Schilling, die in früheren Jahren für Rotation Prenzlauer Berg aufschlug, spielte erstmals für den BBSC. Nach 4 Jahren Collegevolleyball in den USA will sie nun wieder im deutschen Volleyball angreifen und konnte die ersten Wegmarken setzen.
Zur MVP des Abends wählten die Trainer Grimmas Meret Singer sowie BBSC-Außenangreiferin Annalena Grätz. Anni zeigte sich nach ihrer Schicht am Arbeitsplatz vom gleichen Tag auf dem Platz als Führungsspielerin mit einer Vielzahl von gelungenen Aktionen.
Nicht dabei war am Samstag das BBSC-Trio Alina-Gottlebe Fröhlich, Kristina Bognar und Stephanie Utz – die drei nahmen an der Seniorenweltmeisterschaft in Spanien mit dem deutschen Nationalteam Ü40 teil und konnten nach einem Sieg im Finale gegen Polen mit ihrem Team den Weltmeistertitel feiern. Auch von unserer Seite die allerherzlichsten Glückwünsche an das Deutsche Frauen-Nationalteam Ü40 für diese überzeugende Leistung!
Für den BBSC am Samstag im Einsatz: Frances Kauffmann, Sarah Nur Kayadibi, Noelani Kleiner, Angelina Meyer, Helena Schmidt, Anne Roebel, Annalena Grätz, Annika Völker, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Romy Birnbaum, Emely Radügge,
Am Sonntagmorgen ging es dann weiter für die Mannschaft im Regionalpokal. Mit zwei Siegen gegen PSV Halle sowie BVV Berlin sicherte sich der BBSC den Titel und trifft nunmehr am zweiten Novemberwochenende in der 1. Runde des DVV Pokals in heimischer Halle auf den SC Potsdam. Das Trainerteam setzte zur Belastungsteuerung auch viele Spielerinnen ein, die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen. Die Mannschaft freut sich auf die Gelegenheit, gegen einen Erstligisten antreten zu können und sich im Lokalduell zu präsentieren.
Bereits am kommenden Wochenende geht es für den BBSC in der Liga mit einem Heimspiel weiter. Am Samstag, 19.10.2024, um 18:00 Uhr ist in der Hämmerlinghalle der TSV Flacht, ein Verein aus der Nähe von Stuttgart, zu Gast.
Das Topspiel des vierten Spieltags hielt, was es versprach: Trotz dezimiertem Kader verlangte der VfB Friedrichshafen den BR Volleys vor 6.336 am Samstagabend (12.10.2024) einiges ab. Dass die Berliner durch einen 3:1-Sieg (25:22, 19:25, 25:22, 26:24) dennoch die drei Punkte in ihrer Max-Schmeling-Halle behielten, war auch den Wechselkniffen von Headcoach Joel Banks zu verdanken. Dank des Heimerfolgs bleiben die Hauptstädter ohne Punktverlust in der Volleyball-Bundesliga.
In diesem prestigeträchtigen Duell beantworte Joel Banks die stets spannende Frage, wer im Berliner Mitteblock starten darf, mit den Namen Nehemiah Mote und Tobias Krick. Dazu begannen Ruben Schott, Moritz Reichert, Johannes Tille, Jake Hanes und Libero Kyle Dagostino für den Deutschen Meister. Letzterer warnte vor dem Spiel vor den VfB-Aufschlägen und sollte recht behalten. Zeljkovic eröffnete das Match mit einem Ass und als auch Superlak gut servierte, legten die Gäste erst einmal vor (3:6). Dann brachte ein deutsches Trio die Berliner wieder zurück auf Augenhöhe. Krick testete die Bodenbeschaffenheit in der Arena und servierte ein Ass (6:6). Reichert glänzte in der Abwehr und Schott agierte überlegt im Angriff (13:13). Friedrichshafen zeigte sich davon aber ziemlich unbeeindruckt und so wog der Auftaktsatz weiter hin und her (14:16, 19:17, 20:20). Dann tat sich erneut Reichert entscheidet hervor (23:20) und Krick beendete den Durchgang erfolgreich (25:22).
Auch weil Jake Hanes sich im Angriff an diesem Abend zunächst schwertat, verlief der Start in den zweiten Durchgang aus Berliner Sicht schleppend. Beim Zwischenstand von 7:9 gab Banks Daniel Malescha die Chance, doch Friedrichshafen blieb am Drücker (8:12, 12:16). In Aufschlag und Angriff waren die Männer vom Bodensee einfach griffiger als die Hauptstädter. Superlaks Ass war so etwas wie die Vorentscheidung (18:23) und folgerichtig glich Friedrichshafen nach knapp einer Stunde verdientermaßen nach Sätzen aus (19:25).
Obwohl mit Masso und Hetman zwei wichtige Akteure beim VfB fehlten, machten die Gäste unbeirrt weiter. Aufseiten der Berliner sorgte Tille per Angriff und Ass für Highlights, doch die Männer aus dem Süden arbeiteten besser im Block (5:8, 9:13). So griff Banks mit Einwechslungen von Florian Krage und Simon Plaskie abermals ein. Effektivster Außenangreifer auf dem Feld blieb in dieser Phase jedoch Young beim VfB (14:17). Der Rückwechsel zu Hanes auf der Diagonalen wurde dann zum goldenen Griff von Banks. Erst erzielte der US-Amerikaner per Ass den Ausgleich (19:19), konnte sogar per Angriff die Führung verbuchen (22:21) und baute diese auch noch entscheidend aus (24:22). Beim letzten Häfler Angriff des Satzes waren die Berliner schließlich mit dem Glück im Bunde (25:22) und nahmen so ordentlich Schwung in den letzten Durchgang dieses Abends mit.
Angetrieben von der großartigen Stimmung im Volleyballtempel zündete Tille eine Aufschlagserie, die dem Vizemeister zusetzte (12:6). Den Gästen um Hauptangreifer Superlak schien etwas die Luft auszugehen, doch dann zog man sich an einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen noch einmal im positiven Sinne hoch. Zeljkovic erzielte per Ass den Anschluss (18:17) und Superlak ließ bald danach die Gästeführung folgen (20:21). Als Hanes aber den Ball Savonsalmi an den Kopf und damit zum Matchball donnerte, hatten die Berliner das Momentum zurück. Der VfB haderte mit dem Schiedsgericht, doch zumindest am letzten Berliner Block gab es nichts zu deuteln (26:24). Durch den Heimerfolg ziehen die BR Volleys wieder an der FT Freiburg vorbei, haben aber weiterhin die SVG Lüneburg (ein Spiel mehr) in der Tabelle vor sich.
Stimmen zum Spiel Moritz Reichert: „Das waren heute viele enge Sätze und knappe Entscheidungen. Für Friedrichshafen insgesamt vielleicht auch etwas unglücklich. Wir haben uns noch einmal selbst in Schwierigkeiten gebracht, nachdem wir im vierten Satz eigentlich die Kontrolle gewonnen hatten. Das Auf und Ab hat wieder gezeigt, dass wir noch Luft nach oben haben. Trotzdem dürfen wir uns über die drei Punkte gegen einen starken Gegner natürlich absolut freuen!“
Simon Plaskie: „Das war ein schweres Spiel. Beide Mannschaften haben hart um diesen Sieg gekämpft. Für mich war es ein besonderer Tag, denn ich kam in dieser großartigen Atmosphäre zu meinem ersten Einsatz vor den eigenen Fans. Als Mannschaft waren wir am Ende etwas besser in der Block-Feldabwehr als Friedrichshafen. Der Unterschied war klein, aber ich finde, wir sind trotzdem der verdiente Sieger.“
BR Volleys Formation Ruben Schott + Moritz Reichert (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Florian Krage, Simon Plaskie, Djifa Amedegnato, Daniel Malescha
Bestwerte Reichert 15 Punkte | Hanes 14 Punkte | Krick 12 Punkte, 67 % Angriff | Krage 3 Blocks | Tille 2 Asse
EHC Eisbären Berlin – Pinguins Bremerhaven 4:3 (1:1/1:0/2:2)
Der amtierende Meister gegen den Vize, am 8. Spieltag der Saison 2024/25 erwarteten die Eisbären die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Eine gute Nachricht gab es für die Eisbären bereits vor dem Spiel, zwei Spieler konnten von der Verletztenliste gestrichen werden. So wurden wieder drei komplette Spielreihen aufgeboten. Korbinian Geibel und Marcel Noebels halfen wieder mit.
Die Gäste von der Nordsee präsentierten sich bisher in bestechender Form. Mussten allerdings, wie die Eisbären, unter Woche eine Niederlage in Champions League auswärts einstecken. Nur sechs Gegentore in sieben Ligaspielen mussten die Pinguins hinnehmen, zwei Spiele ohne Gegentor. Das ist eine Visitenkarte.
Das Anfangsdrittel bot ein verteiltes, hochklassiges Eishockey mit Vorteilen für die Gäste. Die Angriffe des Vizemeisters wurden präziser vorgetragen. Die Verteidigung um Goalie Jake Hildebrand hatte einiges zu tun. Der Meister versuchten dagegen zu halten und erwischten den besseren Start. In der 14. Spielminute konnte Leonard Pföderl Kristers Gudlevskis überwinden. In zentraler Position täuschte er zunächst einen Schuss an, achtete auf die Reaktion des Goalies und setzte den Puck über die Fanghand zielend in die Maschen. Ausgerechnet Pföderl, er erzielte im April den Gamewinner zur Meisterschaft.
Das war ein guter Anfang. Die Führung hielt nur drei Minuten. In der 12. Spielminute kassierte Eisbärenkapitän Kai Wissmann eine Strafe. Das folgende Powerplay nutzten die Gäste und glichen aus. Den Treffer erzielte Miha Verlic.
Im Mittelabschnitt hatten die Eisbären zunächst eine Penaltychance, die konnte durch Ty Ronning nicht genutzt werden. Es gab gute Chancen auf beiden Seiten, wobei die Gäste etwas zwingender wirkten. In der 36. fiel der erneute Führungstreffer für die Eisbären. Ex-Eisbär Nicolas B. Jensen musste wegen einer Behinderung auf die Sünderbank. Im Powerplay wurde Gabriel Fontaine als Torschütze ausgewiesen. Das Tor wurde erst nach einem Videobeweis anerkannt. Schlussendlich hatte ein Bremerhavener mit dem Schlittschuh den Puck über die Linie gekickt. Die Rettung misslang, Pech für die Gäste, Glück für die Eisbären. Es war zudem der erste Powerplay-Gegentor, das die Bremerhavener in dieser Spielzeit hinnehmen mussten.
Mit der knappen Führung begann der Schlussabschnitt. Die Gäste drückten mächtig, wollten den Ausgleich und nutzten erneut ein Powerplay. In der 46. Spielminute ließ es Miha Verlic von der blauen Linie krachen. Es stand wieder pari und es blieb ein starker Auftritt des Vizemeisters in Berlin.
Die Eisbären mussten jetzt alles geben, was noch im Tank war. In der 49. Minute brachte erneut ein Powerplay die Eisbären in Führung. Frederik Tiffels hielt im richtigen Moment den Schläger hin. In der 53. Minute schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Gabriel Fontaine erzielte seinen zweiten Treffer. Doch es wurde nochmals spannend, weil erneut, empty net Situation, ein Schuss von der blauen Linie saß. Der Torschütze war Phillip Bruggisser. Die verbleibende Restspielzeit überstanden die Eisbären und konnten so einen hart erkämpften Sieg feiern.
Es war ein hochklassiges Eishockeyspiel, am Ende entscheiden die Kleinigkeiten und die waren heute auf Berliner Seite. Beide haben gelauert und es war in jeder Phase hart umkämpft. Nach der derben Niederlage in der Schweiz bleib nur ein wenig Zeit zu regenerieren, um so stolzer bin ich auf meine Mannschaft, so Serge Aubin in der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Nach lägerer Verletzungspause konnte Stürmer Marcel Noebels wieder mitwirken. Er spielte auf der linken Angriffsseite zusammen mit Center Blaine Byron und Liam Kirk. „In der letzten Zeit war ich öfter beim Arzt, als mir lieb ist. Das letzte MRT signalisierte grünes Licht und ich kenne meinen Körper. Ich bin jetzt froh, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann.“ Beim Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 durch Fredi Tiffels gab er die direkte Vorlage. Es war seine bereits Dreihunderste in der Statistik der DEL.